353
ung nebft ZubehSk, ntrum belegen, jur
nisangabe unter 3« dieses BlatteS.
W?
• »lÄt -^L®Wion_b^[
"fir? ^Mieten.
-S2Sl5!*il
»«mieten.
jnlad) möbliert obet u«de tu vermieten. __?£«Me_25^ möbliertes Rimmer m _ Xeueutoeg 60.
Wents
haus David int - Damstadt, -S und berühmtes refsandhaue, \id) befteüte fafltttion ber
•n SanbtSlotttrit. trete
it tbebvww
werden überall ju m gesucht. 821
Et Pudel, mit weißer Brust, auf .Oskar' Abzugeben bei
Gießen, Mihlgafse o.
MÄÄ
lt die Ezved. d. Bl- a>
M. 8 Kwettes Blatt Donnerstag den 11. Januar
Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen des In- und Auslände- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.
ZSezuqspreis
Vierteljahr!. Mk. 2,20 nioncitlid) 75 Pfg. mit Bringerlohn;
durch die Abholtstellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld.
Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.
Erscheint täglich mit Ausnahme des
Montags.
Die Gießener KamikienötStter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess- Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wöchtl.4mal beigelegt.
Gießener ARzeiger
Heneral-Anzeiger
Amts- und Airzeigeblatt für den Avers Gieren.
Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schukstraße Ar. 7.
Gratisbeilagen: Gießener Famitienbtätter, Der hessische Kandwirt, Dläiier für hessische Volkskunde.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen.
Fernsprecher Nr. 51.
* Die romanischen Staaten am Beginne des neuen Jahrhunderts.
Gießen, 9. Januar 1900.
Waren auch Italien und Spanien am Beginne des 19. Jahrhunderts bedeutungslos, so bestimmte doch Frankreich, dank dem Genie Napoleons, dermaßen die Geschicke der Welt, daß man wohl sagen darf: am Beginne des 19. Jahrhunderts stand Europa unter dem Zeichen des Romanentums.
Wie ganz anders sieht es am Beginne des 20. Jahrhunderts aus! Frankreich, die natürliche Vormacht der romanischen Staaten ist heute nur ein Schatten jenes Riesenreiches vor hundert Jahren. Es gab damals keine große europäische Frage, die anders als nach dem Willen des großen Korsen entschieden werden konnte. Heute ist Frankreich zwar, dank der Opferwilligkeit seiner Bevölkerung, immer noch ein großer Militärstaat, aber die Zwistigkeiten im Innern lassen es als dringend geboten erscheinen, von der militärischen Macht keinen Gebrauch zu machen. Wohl hat Frankreich noch kurz vor dem Abschlüsse des Jahrhunderts die lästige Dreyfus-Angelegeuheit, die zwei Jahre hindurch den Staat in seinen Grundfesten erschütterte, aus der Welt geschafft, aber die innere Ruhe ist damit noch nicht dem Lande wiedergegeben. Es ist vielleicht charakteristisch, daß am Sylvestertage, wo die Mitglieder deutscher Parlamente unbeschadet ihrer Würde und ruhigen Gemüts den bewährten Punsch vorbereiten konnten, der französische Senat als Staatsgerichtshof tagen mußte, um über Männer zu judizieren, denen Hochverrat und Verschwörung gegen den bestehenden Staat vorgeworfen wird. Die französische Republik ist also in jedem Augenblicke in ihrer Existenz bedroht, und so muß sie vielmehr darauf bedacht sein, sich selbst zu schützen, als sie daran denken kann, die Rolle als romanische Vormacht in Europa wirksam durchzuführen.
Nicht viel günstiger steht es mit Italien. Gewiß ist es im Gegensätze zu Frankreich äußerlich heute viel besser daran als am Beginne des 19. Jahrhunderts, wo von einem Italien überhaupt noch nicht die Rede sein konnte. Denn damals war der Boden der Apenninen-Halbinsel den Einflüssen und der Herrschaft fremder Mächte unterworfen und Oesterreich und Frankreich schlugen ihre Schlachten in der lombardischen Tiefebene. Heute ist Italien geeint, aber diese Einigung ist mehr eine äußerliche als eine innerliche. Denn die Mächte des Umsturzes sind eifrig am Werke, um den Einheitsbau zu zerstören. Im äußersten Norden des Landes und im äußersten Süden hat der Sozialismus eine gewaltige Macht errungen, und ihm zur Seite steht ein unklarer Republikanismus, der zwar nicht die bestehende Gesellschaftsordnung aufheben will, aber die Dynastie des Hauses Savoyen beseitigen und an ihre Stelle eine italienische Republik setzen möchte, die noch nicht vier Wochen
Feuilleton.
D Die Bezüge auf die englische Nation treten D nun auch wieder ein, und die guten Deutschen 'S M bemerken nicht, mit welcher Klemme sie von A H dieser Seite bedroht sind. Dem französischen I U Stolz kann man beikommen, weil er mit Eitel- D » keit verbrüdert ist, dem englischen Hoch- -Z |e mut aber nicht, weil er kaufmännisch auf £ f der Würde des Goldes ruht.
Goethe an Knebel, 19. März 1814. I
* Mephisto vor Gericht. Aus Berlin berichtet die Mrsenztg.": Wegen Beleidigung eines Gerichtsassessors im Amtsgericht in Bernau hatte sich der dortige praktische Arzt Dr. Christian Münstermann vor der ersten Strafkammer am Landgericht II zu verantworten. Dr. MUnster- mann war im Sommer v. I. in einer Sache als „sachverständiger Zeuge" vernommen worden und da ihm nur Zeugengebühren angewiesen wurden, während er Sachverständigen-Gebühren beanspruchen zu dürfen glaubte, so remonstrierte er. Er erhielt, nachdem die Gerichtsferien bereits begonnen halten, von dem Amtsrichter Schröder, der auch in der Verhandlung den Vorsitz geführt hatte, r.urn ablehnenden Bescheid, bei dem er sich beruhigte. Nach Ablauf der Gerichtsferien erhielt er einen neuen Bescheid dkS Inhalts, daß der zwei Monate früher ergangene Be
lang als einheitlicher Staat bestehen könnte, denn das stärkste, ja man kann sagen das einzige einigende Band ist in Italien das Haus Savoyen. Im Süden des Staates herrscht neben der gesetzmäßigen Regierung, ja mächtiger als diese, die gesetzlose Maffia, deren schändliches Treiben zur würdigen Einleitung des neuen Jahrhunderts in dem Prozeffe Notarbartolo enthüllt wird.
Für Spanien bedeutet der Anbruch jedes neuen Jahrhunderts nur einen Fortgang des Verfalls. Am Beginne des vorigen Jahrhunderts glich der tapfere Widerstand gegen die französischen Unterdrücker wenigstens einem letzten großen Aufflackern alten Ruhmes. Heute würde die Bevölkerung einem äußeren Feinde kaum noch einen so zähen Widerstand entgegensetzen können. Heut schlägt man sich lieber im Innern wegen der Steuern herum, als daß man auf die Wahrung der nationalen Güter bedacht ist. Seinen wertvollen Kolonialbesitz hat die einst größte Kolonialmacht der Welt in den letzten Jahren des zu Ende gegangenen Jahrhunderts verloren, wenn es seine Selbständigkeit als europäischer Staat bewahrt, so dankt es dies nur dem Umstande, daß keine europäische Macht daran denken kann, es einzustecken. Man braucht kein großer Prophet zu sein, um vorherzusagen, daß die spanische Geschichte ves 20. Jahrhunderts lediglich aus einer Kette von PronunciamentoS größeren oder kleineren Stils bestehen wird.
So erscheinen die romanischen Poeten nicht berufen, im 20. Jahrhundert eine führende Rolle zu spielen. Wohl aber ist zu besorgen, daß manche, und zwar ganz besonders Frankreich, wegen ihrer inneren Konflikte, den europäischen Frieden gefährden werden.________________________________
Ackatrs uaL MomnMrs.
(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, den 10. Januar 1900.
** GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 71 Jahren, am 11. Januar 1829, starb zu Dresden der Philosoph Friedrich v. Schlegel. Er war Mitbegründer der neueren romantischen Schule und bahnbrechender LUieraturforscher für die orientalische Richtung. Als sich 1809 in Oesterreich die patriotische Erhebung vollzog, nahm er lebhaften Anteil daran; die Proklamationen gegen Napoleon entstammen seiner Feder. Bewunderung erregten seinerzeit seine reflektierenden Vorlesungen über Philosophie der Geschichte. Er wurde am 10. März 1772 zu Hannover geboren.
** Dieustnachrichten. Am 25. Oktober wurden dem provisorischen Zeichenlehrer an der Knabenmittelschule zu Darmstadt, Schulamtsaspirant Josef Müller aus Lampertheim, die Rechte eines definitiv angestellten Volksschullehrers verliehen; an demselben Tage wurde der auf die 5. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büdingen präsentierte Schulamtsaspirant Karl Bert aus Wembach für diese Stelle bestätigt; an demselben Tage wurde dem Geometergehilfen
scheid, weil während der Ferien von einem nichtzuständigen Richter erlassen, rechtsungiltig sei. Er möge daher seine Beschwerde noch einmal einreichen. Dr. Münstermann reichte eine neue Eingabe ein, in der er zur Vereinfachung der Sache ersuchte, man möge seine frühere Beschwerde einfach dem Landgericht weiter reichen. Dieser Eingabe stellte er die Worte Mephistos als Motto voran:
„Es erben sich Gesetz und Rechte Wie eine ew'ge Krankheit fort. Sie schleppen von Geschlecht sich zu Geschlechte Und rücken sacht von Ort zu Ort!"
Das Wort „sacht" hatte der Schreiber unterstrichen. Durch dieses Motto fühlte sich der Assessor Wendtlandt, zu dessen Resiort die Erteilung des Bescheides eigentlich gehörte, beleidigt, und zwar besonders durch die Worte: „ew'ge Krankheit" und das unterstrichene „sacht". Der Verteidiger des Angeklagten führte aus, daß seinem Klienten jede Absicht einer Beleidigung fern gelegen sei. Es gäbe doch wohl kaum einen Nicht-Juristen, dem bekannt sei, daß ein während der Gerichtsferien erlassener Bescheid rechts- ungiltig sei und zwei Monate später durch einen neuen Bescheid ersetzt werden könne. Durch das Goethesche Zitat sollte kein Richter beleidigt, sondern sollte die für den Laien unverständliche Langsamkeit der Gerichte kritisiert werden. Der Gerichtshof schließt sich der Ansicht des Verteidigers an. Der Angeklagte habe nicht Personen, sondern Zustände treffen wollen, und thatsächlich auch nur solche getroffen. Es sei daher auf Freisprechung zu erkennen.
* Wo ist die Hölle? Der „Franks. Ztg." wird ge-
Gustav Feurer zu Egelsbach das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Offenbach, — an demselben Tage wurde dem Geometergehilfen Karl Schmidt zu Alsfeld das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Alsfeld — erteilt; am 28. Oktober wurde der auf die 3. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sprendlingen präsentierte Schullehrer Georg Wilhelm Bangel zu Bellersheim für diese Stelle bestätigt; an demselben Tage wurde dem Schullehrer Bernhard Poth zu Volkartshain eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Helpershain, an demselben Tage wurde dem Schulverwalter Wilhelm Gerold zu Alsbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Adam Scior aus Hassenroth eine Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Babenhausen übertragen; an demselben Tage wurde der Schulamtsaspirant Jakob Müller aus Hahnheim zum Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Mainz ernannt; am 4. November wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Schmidt aus Lich eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Albig übertragen; an demselben Tage wurde der auf die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober- Finkenbach präsentierte Schulamtsaspirant Georg Trink- aus aus Nieder-Klingenfür diese Stelle bestätigt; an demselben Tage wurde dem Schullehrer Johannes Bayer er zu Knoden-Schannenbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schlierbach, am 8. November wurde dem Schulamtsaspiranten Christoph Hofmann aus Bodenrod eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Leeheim, am 10. November wurde dem Schullehrer Matthias Lamberth zu Dexheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Herrns- heim, am 12. November wurde dem Schullehrer Johann Heinrich Eifert zu Dirlammen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Breungeshain, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Philipp Schmidt zu Breungeshain eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Engelrod, am 13. November wurden den Schullehrern August Antweiler zu Weiher und Peter Gölz zu Erbach i. O. Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Mühlheim, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Heinrich Peter zu Wenings die 2. Lehrerstelle zu Stockheim, — an demselben Tage wurde dem Schulamts- aspirauten Georg Kemmer aus Alsfeld die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Zeilbach, im Kreise Alsfeld, am 15. November wurde dem Schullehrer an der höheren Bürgerschule zu Schotten Wilhelm Trink aus eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst übertragen; am 16. November wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Keller aus Reichelsheim i. d. W. die 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Utphe, im Kreise Gießen übertragen; am 18. November wurde dem Schullehrer Johannes Maser zu Schaafheim eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Groß Umstadt, — an demselben Tage wurde dem
schrieben: In dem neuesten, kürzlich erschienenen Werke des Jesuiten Coloma: „Der arme Johannes", einem, als Kunstwerk betrachtet, ziemlich wertlosen Buche, das den Aberglauben und die Unwissenheit des spanischen Volkes wohl unbeabsichtigt grell beleuchtet, bekommt ein alter Eseltreiber in Sevilla beim Viehtreiben eine Protestantische Kirche zu Gesicht und er unterhält sich darüber mit einem unerhört bornierten alten Weib: „Ich blickte nach allen Seiten um mich", erzählte er, „aber so weit ich auch die Augen aufriß, ich bemerkte weder Heilige, noch Altäre, noch auch einen Weihwasserkessel. . . Ich glaubte wahrhaftig, ich hätte mich geirrt und wäre aus Versehen anstatt in eine Kirche in einen Klub geraten. Da bemerkte ich eine Frau, die an der Eingangstüre fegte, und fragte sie: „Sagen Sie doch, liebe Frau, ist das hier die protestantische Kirche?" „Gewiß Herr", antwortete sie. „Ja, giebt cs denn hier keine Heiligen, keine Altäre und keine Weihwasserkessel?" Und die Frau antwortete: „Glauben Sie denn wirklich, daß diese Dinge in der Hölle zu finden sind?" „Gott steh mir bei, Frau! Wie kommen Sie denn hierher, wenn das hier die Hölle ist?" „Das will ich Ihnen sagen. Man zahlt mir für das Fegen zwei Realen und ich nehme das Geld und kümmere mich um weiter gar nichts".....— Der schlaue Jesuit erzählt eine so
dumme Geschichte natürlich nur einem so unwissenden Volke wie dem spanischen, aber bei dem macht sie Eindruck, darauf kann er rechnen.
• Unfreiwillige Komik. In „Höhenluft", Roman von Marie Stahl („Berliner Tageblatt" vom 15. Dezember)


