selben Regiment, den Oberstleutnant v. Werder, Kommandeur des 1. Großh Dragoner-Regiments (Garde- Dragoner-Regiments). Nr. 23, den Oberleutnant Lungers- Hausen, den Leutnant v. Schmelzing u. Wernstein und den Leutnant der Reserve Koerner von demselben Regiment, den Oberleutnant Frhrn. v. Rcchenberg, sowie die Leutnants der Reserve Beyerbach, Arzt und Fulberth vom 2 Großh. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 61, den Rittmeister ..von der Groeben vom Dragoner-Regiment Nr 13 kom- ^Pnandiert als Adjutant zur 25. Kavallerie-Brigade (Großh.
SjeH), iven Fabrikanten G. H. Jochem von Worms, die Gerbermeister Dietrich und Haxaire von Worms den Hos- prediger Ehrhardt, den Kreisassistenzarzt Dr. ftomger von Gießen, den Professor Olbrich. , . .
Darmstadt, 8. August. Das Ministerium der Justiz hat an die Amtsgerichte ein Ausschreiben erlassen, das den mit der Führung des Handelsregisters beauftragten Beamten empfiehlt, auf die Angabe des Geschäftszweigs bei den Eintragungen hmzuwirken. — Der Kammerausschuß hat sich „über die G e h ä l ter der Forst warte auf zwei Anträge schlüssig gemacht. Die Ausschußmehrheit stimmt dem Entwurf der Regierung mit einigen Aenderungen zu. Die Minderheit beantragt, die Regierungsvorlage abzulehnen und den schon früher geforderten Staatszuschuß zur Aufbesserung der Gehälter schlechtbesoldeter Forstwarte von 20000 aus 40 000 Mk. zu erhöhen.
Krrmisthter.
♦ Eilt teurer Fall. Der Kaufmann O. aus Württemberg war in einem großen Berliner Hotel abgestiegen. Als er eines Nachmittags von einem Ausgange zurückkehrte und eilends seinem Zimmer zuschritt, trat er auf ein Stück mit Kleister bestrichenes Linoleum, das zur Ausbesserung des Bodenbelages besttmmt war, glitt aus, fiel hin uno brach den rechten Arm. Da die Hotelleitung den Unfall lediglich der Hast und Unvorsichttgkeit des Gastes, bezw. der Fahrlässigkeit des von ihr mit der Ausbesserung betrauten Handwerkers zuschrieb und darum jede Ersatzpflicht ablehnte, erhob der Verletzte Klage, in der er über 5000 Mark sofortige Entschädigung für Kurkosten u. s. w. sowie eine dauernde Rente von 4000 Mark pro Jahr forderte. Nach umfangreicher Beweisaufnahme erklärte das Berliner Landgericht I die beklagte Hotelgesellschaft dem Grunde nach für haftpflichtig, weil sie sowohl als Hotelbesitzerin auf Grund des Gastaufnahmeverttages wie als Hausbesitzerin für den gefahrlosen Zustand der den Gästen zur Verfügung stehenden Räume, namentlich der Treppen, Zugänge nnd Flure Sorge zu tragen und sich in dieser Beziehung einer groben Fahrlässigkeit schuldig gemacht habe. Das Kammergericht pflichtete dem Vorderrichter bei und ebeitfo das Reichsgericht. Was die Höhe der Entschädigung betrifft, so sprach das Berliner Landgericht I dem Kläger eine sofortige Entschädigung von 6250 Mark und eine dauernde Rente von 2500 Mark zu. Da sich weiterhin eine namhafte Autorität auf dem Gebiete der Nervenheilkunde gutachtlich dahin äußerte, daß O. infolge des Unfalls an traumatischer Neurosie leide und in seiner Arbeitsfähigkeitbauernd um die Hälfte geschädigt sei, während das Jahreseinkommen des erst 36 Jahre alten Klägers auf mindestens 7—8000 Mark zu veranschlagen war, so mußte die Hotelleitung einen kürzlich geschlossenen Vergleich, dem- genräß £)., nachdem bereits über 12 000 Mark gezahlt waren, mit weiteren 4000 Mark abgefunden wurde, noch für einen günstigen erachten. Insgesamt hat der allgemeine deutsche Versickserungsverein, der nach Maßgabe seines Haftpslichtversicherungsvertrages mit der Hotelgesellschaft fhr diese eintrat und zum Schutze seiner Versicherten alle
gesetzlichen Mittel erschöpft hatte, um den Schadenersatz auf ein möglichst geringes Maß zu beschränken, unter Einrechnung der hohen Prozeßkosten rund 58 000 Mark für die Versicherte gezahlt.
♦ Ehristiania, 5. August. Der auf dem Franz Josef-Land weilende Herzog der Abruzzen wird die erste Nachricht von der Ermordung des Königs H u m b e r t durch Deutsche erhalten. Für die Uebcrbrin gung der Nachricht ist nämlich der norwegische Dampfer „Hertha" auscrsehen worden, der vom Kapitän Bade an3 Wismar gemietet worden ist, um eine Gesellschaft von sieben deutschen Reisenden nach Spitzbergen und zum Franz Josef-Land zu bringen. Die „Hertha", die gestern in Drontheim eintraf, geht am Sonntag von dort ab und fährt zunächst zum Franz Josef-Land. Es war in dieser Angelegenheit ein besonderer Kurier vom italienischen Hof erschienen. Aller Voraussicht nach wird sich der Herzog der Abruzzen gegen den Spätsommer an der Südküste von Franz Josef-Land einfinden. Er trat im vorigen Sommer die Reise dorthin an, erreichte glücklich die Südküste und wollte dann au der westlichen Seite der Inselgruppe nordwärts gehen, überwintern und in diesem Jahre die Forschungen im Mrden von Franz Josef-Land fortsetzen. Hat er die Verhältnisse günstig gefunden, ist cs wahrscheinliche daß er auch eine Schlittenreise in der Richtung zum Nordpol unternommen hat, so wenig Aussichten auch die Schlittenreisen für Erreichung des Nordpols bieten. Dann wollte er zur Südküste zurückkehren, wo er in diesem Falle beim Kap Flora, der bekannten Ucberwinternngsstation der Jacksonsck)en Expedition, anzutreffen sein dürfte. Tre Eisverhältnisse in den hohen Breiten sind andauernd sehr ungünsttg. Das zur russischen Gradmessung gehörige Transportschiff „Bakan", das gestern nach zweimonatigem Aufenthalt in Spitzbergen nach Tromsö zurückkehrt, meldet, daß der am südlichen Teil der spitzbergischen Westküste liegende Hornsund, wo die an der Gradmessung beteiligten Russen ihre Ueberwinterungsstation haben, ebenso der Belsund in meilenweitem Umkreise durch Eismassen blockiert worden und unzugänglich sind, eine für diese Jahreszeit g>anz ungewöhnliche Erscheinung. Mit den Schweden, die ihre Station bei der Treurenbergbai, an der Nordküste Spitzbergens, errichteten, ist trotz wiederholter Versuche des Kanonenbootes „Swensksund" noch immer keine Verbindung möglich geworden, sodaß man bis jetzt nicht weiß, wie ihre Ueberwinterung verlaufen ist. Mtt dem Dampfer „Lofoten" haben sich vpn Tromsö aus sechs Leute von Westeraalen nach Spitzbergen begeben, um dort zu überwintern und Fang zu treiben, da der Fang gewisser Tiere im Winter «am lohnendsten ist. Auch der Fangschiffer Joh. Hagerup, der vorigen Winter auf Spitzbergen zubrachte, fährt mit sechs Leuten dorthin, um an der Ostküste zu überwintern und erst im Juli nächsten Jahres zurückzukommen.____________________________________
Kunst und Wissenschaft.
Äitl, 5. August. Unter dem Vorsitz deS Chefredakteurs Niepa hat gestern im Saal des Hotels „Germania" die Konstituierung der örtlichen Vereinigung der Mitglieder des Goethe-Bundes in Kiel stattgefunden. Die von einem vorbereitenden Ausschuß entworfenen Satzungen wurden von dem Geh. Justizrat Prof. Dr. Hänel begründet, der besonderen Wert auf die positiven Aufgaben legt, die in der Pflege der gemeinsamen Interessen von Wissenschaft, Kunst und Litteratur bestehen und deshalb auch in der Abwehr aller auf die freie Entwicklung des geistigen Lebens gerichteten Angriffe. Die Vereinigung mucht sich zur Aufgabe, die persönliche Berührung der Vertreter der verschiedenen Zweige des geistigen Lebens in unserer Stadt zu vermitteln, in öffentlichen Versammlungen daS Interesse an ihren Bestrebungen zu erwecken und die Zwecke der besonderen Vereine, die hier für die einzelnen Zweige des geistigen Lebens thätig sind, zu fördern und zu unterstützen. Diese Zielpunkte fanden allgemeine Billigung, und eS wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß alle Vereinigungen des Goethebundes sich zu
einer dauernden Organisation verbinden mögen, die ihm Bestand und Erfolg sichert. Nach Annahme der Satzungen wurde der Vorstand gtl wühlt, wobei in Gemüßheit der statutarischen Bestimmung auf eine gleichmäßige Vertretung der Wissenschaft, Kunst, Litteratur und der bestehenden besonderen Vereine Bedacht genommen wurde. ES wurden gewühlt: Geh. Rat Händel, Vorsitzender deS schleSwig holsteinischen Kunst» vereinS, Hanü Olde als Vertreter der schleswig-holsteinischen Kunst- genoflcnschast, Prof. Kauffmann von der Christian Albrechts Universität, Wolgast vom Kieler Lehrerverein, Niepa als Vorsitzender deS Schriftsteller- und Journalistenvereins, Prof. Milchhöfer, Direktor der archäologischen Sammlungen, Architekt Voß, Vorsitzender de» Kunstaewerbe- vereinS, Prof. Krumm, Vorsitzender deS Vereins der Künstler und Kunst» freunde, und Musikdirektor Prof. Stange, Dirigent deü Kieler Gesangverein». Die Vereinigung wird ihre Thütigkeit erst mit dem Beginn des Winterhalbjahr» eröffnen. Wie in der gestrigen Versammlung mit« geteilt wurde, liegt es in der Absicht, im Lauf deS Herbstes eine Besprechung von Vertretern aller Vereinigungen deS GoethebundeS in Berlin abzuhalten, um emen Zusammenschluß und eine möglichst lebendige Wechselwirkung zwischen der Zentralstelle und den Einzelvereinigungen herbeizuführen. In der gestrigen Versammlung wurde beschlossen, diese Berliner Konferenz deS GoethebundeS, für welche der genaue Termin noch nicht bestimmt ist, durch Abgeordnete zu beschicken.
Landwirtschaft.
Darmstadt, 8. August. Die hier vom 14. biS 17. September dS. Js. stattsindende vom Hessischen Landwirtschaftsrat veranstaltete Landwirtschaftliche Landesausstellung verspricht ein großartiges Gelingen und dürste eine der größten Ausstellungen werden, bte in hiesiger Gegend abgehalten worden sind. Die Beschickung, die nicht nur aus dem Groß- Herzogtum Hessen, sondern für die meisten Abteilungen aus ganz Deutsch- laut) bis j tzt gesichert ist, benötigt ca. 40 Morgen Platz. Mit der Ausstellung wird die Abhaltung von besonderen Veranstaltungen, Generalversammlung der drei landwirtschaftlichen Provinzialvereine, Landwirt- schastliche Rennen, Konkurrenzen, Prüfungen, Vorführungen und abendliche Festlichkeiten verbunden werden.
Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen.
81. Woche vom 29. Juli bis 4. August 1900.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 24 800, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 10,48%0, nach Abzug der Ortsstemden OO,OO%o.
Kinder
Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.—16. Jahr:
Altersschwäche
1
1
—
—
Lebensschwäche
1
—
1
—
Atrophie
1
—
1
—
Gehirnschlagfluß
1
1
—
—
Herzfehler
1
1
—-
—
Summa: 6 3 2 —
Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswätt» nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Wm-el IM- Verkehr. Dolkswittschast.
Frankfurter Börse vem 8. August.
Wechsel auf New-York zu 0.00-00.
Pr&mleB auf Kredit per ult Äug. 1 .6O3/q, do. per ult Sept. 2.70%, Diskonto-Kommandit per ult. Aug. 1.26 %, do. per ult Sept. 2.3b0/o, Lombarden per ul*. Aug. 0.66%, do. per ult Bopt. 1.10%. Deutsche Bank per ult. Juli 0.00 %.
Notierungen: Kreditaktien 206 80-00-00.000, EHskonto- Kommandit 174.30-70.00.000, Staatsbahn 189.00-000, Lombarden 26.20, Italiener 93.10, Spanier 71.50-00, Bproe. Mexikaner 25.20, Bochumer 186.10-187-186.80 bz., Laura 205.50-206.20 bz., Harponer 178.70-179.90-20-00 bz., Gelsenkirchen 187.70-00-00 bz. G., Prlvat- Diskont 4%%.
1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 207-206-206.10 bs., Dis- konto-Kommandit 174.80-173.20-00 bz., Berliner Handelsgesellschaft 000 bz., Staatsbahn 189 bz., Lombarden 25.20 b., Laura 206-208.60.
Märkte.
Limburg tu d. Lahn, 8. August. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Malter Roter Weizen 14.10 Mk., Weißer Weizen —Mk., Korn 11.75 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 7.60 Mk., Erbsen —.— Mk., Kartoffeln —Mk.
frtitog hta 10. August i>.
nachmittags 2V, Uhr,
sollen die den Georg Brömer «eben zustehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen:
Flur 28 Nr. 180 - 1800 qm Acker zwischen dem Sandkauter- und Erdkauterweg,
Flur 28 Nr. 181 — 1300 qm Acker daselbst,
Flur 28 Nr. 182 — 2760 qm Acker daselbst,
Flur 28 Nr. 1658/w — 1599 qm Acker daselbst,
Flur 28 Nr. 165%, — 193 qm Acker daselbst,
Flur 29 Nr. 100%0 — 1262 qm Acker am Ohleberg, rechts deS Erdkauteiweges
auf hiesigem Ortsgericht einer dritten und letzten öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden.
Gießen, den 6. August 1900.
Großh. OrtSgericht Gießen.
I. V.. «eller. 5335
Fst. Goth. Cervelatwurst
wieder eingetroffen. 5376
_______________L. Kalkhof.
M WM
»nstzllch |nm »iomchtu,
billigst bet 5194
Gehr. Adami. Ums Gmkom empfiehlt 5095
iH F. Nassauer, Neuenweg 15.
Arbeitsvergobung1.
Der Turnverein beabsichtigt seine Turnhalle an der Nordanlage zu vergrößern, und sollen die hierzu erforderlichen Rohbauarbeiten im Ganzen oder getrennt vergeben werden. Reflektanten können Pläne, Voranschlag und Bedingungen während der üblichen Büreaustunden bei den Architekten Herren Stein & Meyer einsehen, und find Angebote dem Unterzeichneten bis zum Samstag de« 11. d. Mts., mittags 12 Mr, einzureichen.
Gießen, den 4. August 1900. 6812
L. Pirr, Vorsitzender des Turnvereins
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