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Gießen, Kirchenplatz U-
Auszug MS den Standrsamtsregister«
Aufgebote.
Mai 31. Philipp Jakob Theodor Vaubel, Kaufmann dahier mit Adele Auguste Hermine Karoline Christine Helene Fangmann Hierselbst. Juni 2. Johannes Großhaus, Bahnschaffner in St. Goarshausen mit
Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener lverkstätte.
. Neueste Meldungen.
Berlin, 9. Juni. Dem Vernehmen nach handeln die Mächte in der chinesischen Boxerbewegung in absolutem Einvernehmen. Die Admirale in den chinesischen Gewässern erhielten gleichlautende Weisungen von ihren Regierungen, welche die zu treffenden Maßnahmen ihrem Gutdünken überlassen. Einer Washingtoner Meldung zufolge hielten die Schiffskommandanten bereits eine Beratung ab, um zu erwägen, ob es ratsamer sei, eine internationale Blokade von Taku herzustellen oder zeitweilig einen Gebiets st reifen in China zu besetzen, wo die Ausländer eine Zuflucht unter dem Schutze der Vereinigten Flotte finden können.
London, 9. Juni. Eine Shangaier Meldung bestätigt, daß den letzten Nachrichten zufolge die Eisenbahn zwischen Peking uud Paotingfu in einer Länge von 80 Kilom. zerstört wurde. Sämtliche Dienstgebäude, Brücken u. s. w. sowie 5 bis 6 Bahnhöfe sind vollständig in Trümmer gelegt worden. Wie verlautet, soll die englische Gesellschaft „Peking Syndikat", die sehr machtvoll und Besitzerin großer Konzessionen ist, die Absicht haben, von der chinesischen Regierung bedeutende Entschädigungssummen zu fordern. Wie aus Peking berichtet wird, protestierte daS Tsung liAamen gegen dieLandungweiterereuropäischer Truppen.
London, 9. Juni. Die Regierung Koreas hat nach einer Meldung aus Dokohama wegen Verrats eine Anzahl Beamte unter Anklage gestellt und will die Auslieferung mehrerer Koreaner, die sich nach Japan geflüchtet haben, von der japanischen Regierung fordern.
London, 9. Juni. Eine Meldung aus Accra besagt, daß die Zahl der Aschantis und ihrer Verbündeten auf 50,000 geschätzt wird. Man weiß nicht, was augenblicklich in Kumassi vorgeht, und was für Bewegungen die englische Garnison im Norden ausführt.
Rom, 9. Juni. Das Befinden des Papstes ist rasch wechselnd. Nach vorübergehender Besserung tritt sofort wieder ein heftiger Rückfall ein. Der Schwächezustand ist sehr groß. Die Würdenträger des Vatikans hegen ernste Besorgnis.
Rom, 9. Juni. (Telephon-Meldung des „Gieß. Anz." 1 Uhr 45 Min. mittags.) Gestern war der Papst sehr leidend; heute morgen hat sich sein Zustand noch verschlimmert. Der Leibarzt Lapponi machte drei Besuche; er verhehlte nicht seine Besorgnis. Im Vatikan wird die strengste Geheimhaltung beobachtet; draußen jedoch zirkulieren sehr beunruhigende Gerüchte.
Wien, 9. Juni. Die „Wiener Ztg." veröffentlicht ein kaiserliches Handschreiben, durch das die S ch l i e ß u n g des Reichsrates verfügt wird. Sämtliche Blätter besprechen die so Plötzlich erfolgte Schließung des Reichsrates in vorwiegend abfälliger Weise. Die „Reue Freie Presse" spricht ihre Verwunderung darüber aus, daß die Regierung die gestrige Obstruktion der Tschechen, die doch oorauszusehen war und erwartet wurde, und zu deren Bekämpfung sich noch gestern die Arbeits-Majorität gebildet hatte, zum Anlaß für die Reichsratsschließung benutzt habe. Dadurch habe die Regierung nur ihren Feinden genützt und den Beweis geliefert, daß sie i dem ersten Versuch, das Parlament wieder lebensfähig zu machen, schon beim Beginn auswich. Von offiziöser Seite versichert die Regierung, sie habe die Schließung des Reichsrates nur als Maßregel der öffentlichen Ordnung verfügt und werde nun die Lösung der Sprachenfrage auf Grund des § 14 versuchen, im übrigen aber an ihrem bekannten Programm und ihrer Richtung Nichts andern.
Rew-Aork, 9. Juni. Eine furchtbare Explosion fand in der Grube von Gloucester statt. 230 Arbeiter wurden verschüttet. Hiervon konnten 175 gerettet werden. Bis jetzt I find erst vier Leichen geborgen.
Trunkenheit aus dem Dienst entlassen. Aus Rache schoß Malinke in einem Restaurant auf seinen vorgesetzten Kontroleur Stad ali, auf den er die Urheberschaft der Entlassung zurückführte. Malinke traf aber nicht Stadali, sondern einen andern Gast, den Vorarbeiter Steigemann, der schwer am Kopfe verletzt wurde. Der Thäter wurde festgenommen.
* Rombach (Lothr.), 8. Juni. Gestern abend verursachte in dem hiesigen Hochofen ein herabfallender Guß- block eine Explosion, bei der drei Arbeiter getötet wurden. Ein vierter Arbeiter soll in die Ofenglut gestürzt und verbrannt sein.
Christine Freihöfer Hierselbst. 2. Dr. Heinrich Wallbott, Lehramtsaffessor in Bingen mit Katharine Elisabeth Cornelia Wiederhold Hierselbst. 6. Georg Wilhelm Karl Zimmermann, Drechsler in Biedenkopf mit Amalie Möckel Hierselbst. 7. Ludwig Wilhelm Schlag, Oberförster in Messel mit Margarethe Auguste Geisel Hierselbst.
«hesckrltetzrurgerz.
Juni 2. Wilhelm Karl Martin Orbig, Sergeant in Butzbach mit Christine Walloth Hierselbst. 7. Hermann Vogel, Taglöhner von Vetzberg mit Margarethe Zinnkann von Ober-Ofleiden. 8. Karl Christian Friederich, Lederhändler in Alzey mit Henriette Juliane Georgine Luise Margarethe Eicke dahier.
Geborene.
Mai SO. Dem Kaufmann Karl Mandler eine Tochter. 30 JDem Schneider Heinrich Heinze ein Sohn. 30. Dem Kaufmann Ferdinand Krämer ein Sohn, Hans. 31. Dem Schuhmacher Karl Stumpf eine Tochter, Anna. 31. Dem Bäcker Ferdinand Hermann Kumps em Sohn. Juni 2. Dem Kutscher August Wilke ein Sohn, August. 4. Dem Amtsgerichtsdiener Substitut Ludwig Waldschmidt ein Sohn.
Gestordeue.
Juni 4. Frieda Hild, 1 Jahr alt, Tochter von Agent Friedrich Wilhelm Hild dahier. 5. Katharine Wenzel geb. Schäfer, 70 Jahre alt, Wittwe dahier. 5. Charlotte Johannette Westrupp, 80 Jahre alt, Pn- vatin dahier. 6. Heinrich Balser, 2 Monate alt, Sohn von Friseur Wilhelm Balser dahier. 6. Martin Hof, 27 Jahre alt, Telegraphist von Küin-Linden. 7. Wilhelmine Balzer geb. Buderus, 52 Jahre alt, Gast» hofbesitzerin dahier. 7. Wilhelm Schreiner, 72 Jahre alt, Taglöhner dahier.
Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeßen am 9. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr mittags:
Wasser 16'/,°, Luft 16°.
Rudsamen'sche Badeanstalt.
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85 Mk. bis längstens 14. Juni an das Kanzleramt des I Flottenvereins Berlin NW., Schiffbauerdamm 23, zu richten. I
Mainz, 8. Juni, lieber die geplante direkte Eisen- I bahn Mainz-Wiesbaden sind die Kostenanschläge und I Pläne von der Preußisch-Hessischen Eisenbahn-Direktion aus- I gearbeitet. Die Linie wird auf Staatskosten von Mainz I >lber Mombach und die PeterSau, Amöneburg nach Kurve I fcnr Einmündung in die Staatsbahn Frankfurt-Wiesbaden I «Frankfurt - Kastel - Biebrich - RüdeSheim - Koblenz) geführt I werben. Da die im Rhein liegende Insel Petersau über- I schritten werden soll, so wird der Bau zweier Eisenbahn- I brücken über die beiden Arme des Rheins erforderlich werden. I Die Vorarbeiten sind soweit vorgeschritten, daß in den nächst- | jährigen Staatshaushaltsrechnungen die Kosten eingestellt I werden. Der Brückenbau wird an den Mindestfordernden I ausgeschrieben werden. — Der im Alter von nahezu I HO Jahren in Baden-Baden gestorbene Mainzer Bankier I Rudolf Bamberger hat sich große Verdienste um das I städtische Gemeinwesen erworben. Er gehörte 24 Jahre I Lang dem Stadtverordneten-Kollegium an, und war ein I thätiges Mitglied des städtischen Finanzausschusses. In I einigen Tagen sollte er seine goldene Hochzeit feiern.
Mainz, 9. Juni. DaS Nachsehen hat daS gesamte 1 Lehrerpersonal des ehemaligen Knaben-JnstitutS von I Schickert. Seit dem 1. Januar haben die Herren kein I Gehalt mehr erhalten. Um einigermaßen gedeckt zu fein, I vezw. wenigstens noch etwas von ihrem Gehalt Guthaben I zu retten, beantragte das Lehrerkollegium (zehn Herren) den I jkonk urS. DaS Amtsgericht hat nunmehr die Entscheidung I getroffen, daß ein Konkursverfahren wegen Mangels jeg- I licher Masse eingestellt werden müßte. Für die ent- I fiandenen Kosten hat daS Lehrerkollegium noch obendrein I oufzukommen. Gestern fand die Fortsetzung der Versteige- I iANg des Schickert'schen Inventars statt. Die Sachen kamen I ii heraus billig fort, so z. B. 1 kompl. Lexikon, 17 Bände I mit einem Büchergestell, für 15 Mk., 1 Klavier für | 100 Mk., u. s. w. . (M. Anz.)
Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. | Der Regierungsassessor Gras Wilhelm zu Solms- I Laub ach ist dem Landrat des Kreises Hirschberg i. Schl. I zur Hilfeleistung in den landrätlichen Geschäften zugeteilt. I — Der Magistrat von Idstein genehmigte für die Vor- I arbeiten zur Erbauung einer Bahn Butzbach—Usingen— I Idstein 700 Mk. Auch benachbarte Gemeinden leisten an- I sehnliche Beiträge.
Vermischtes.
* Der Absturz des Malers Trapp aus Darmstadt. Wir I brachten bereits in unserm gestrigen Blatte die kurze Nach- I richt, daß der Maler Trapp auf einem Ausflug in das I Larwendelgebirge abstürzte. Die Leiche wird auf dem I städtischen Friedhöfe in Darmstadt beigesetzt werden. Trapp besuchte die Pptvatschule deS Kunstmalers Knirr. Er stand erst im 19. Lebensjahre. Er hatte mit einem Freunde, btm stuck, jur. H. aus Darmstadt, eine Tour von München über Tegernsee nach Innsbruck unternommen und wollte fich von hier über Scharnitz nach Mittenwald begeben. OienStagnachmittag ist er auf der Frau Hitt abge- stürzt und hat schwere Verletzungen am Kopf und am Stücken erlitten. Er wurde sofort nach Scharnitz geschafft, ido er nach einer Stunde verschied. Sein Freund ist un- $ erletzt geblieben.
• Dortmund, 8. Juni. In Hvhenhagenerwalde bei Lennep flog das Pulverhaus in die Lust. Durch den gewaltigen Knall sind die Häuser in der Umgebung geborsten. Das Pulverhaus selbst ist zerstört. Verunglückt ist niemand.
* Planen i. V., 8. Juni. Bei Geroldsgrün wurden während eines Gewitters vier Arbeiter vom Blitz getötet.
• In der Konitzer Mordaffaire ist eine immerhin überraschende Wendung insofern eingetreten, als gegen den Schlächtermeister Hoffmann auf Beschluß des Landgerichts Könitz nunmehr die Voruntersuchung wegen Totschlags eingeleitet worden ist. Der Grund, ans dem trotz der Voruntersuchung auch jetzt noch von der Ver- | Hängung der Untersuchungshaft über H. Abstand genommen ! wirb, ist wohl weniger in ber Rücksicht auf bie aufgeregte Stimmung der Bevölkerung von Könitz als in juristischen Bedenken zu suchen. Denn einmal würde bei dem Mangel an direktem Uebersührungsmaterial ein sehr komplizierter Jndicienbeweis gegen H. zu erbringen sein, bann aber würbe aller Voraussicht nach ein Erkenntnis nicht auf Grund bes § 212 bes Reichs-Straf-Gesetzbuches, der dem Totschläger Zuchthausstrafe nicht unter fünf Jahren in Aussicht stellt, sondern lediglich auf Grund von § 213 zu erwarten sein. Der erwähnte § 213 lautet dahin, daß Gefängnisstrafe nicht unter sechs Monaten einzutreten hat, wenn ber Totschläger ohne eigne Schulb durch eine ihm ober einem Angehörigen zugefügte Mißhandlung oder schwere Beleidigung von dem Getöteten zum Zorn gereizt und hierdurch auf ber Stelle zur That hingerissen worben rst, ober wenn anbere milbernbe Umstänbe vorhanden find. — Heber den Brand auf dem Synagogen- Grundstück in Könitz wird weiter gemeldet: In den späten Abendstunden fanden wiederum lärmende Straßenkundgebungen - qegen die Juden statt. Um 10 Uhr ertönte Feueralarm. ES brannte ein zur Synagoge gehöriger Schuppen. Das Reuer griff auf die benachbarten Schuppen des Malers Heyn und des Kaufmanns Petzold über. In dem lefjb genannten Schuppen lagerte Benzin, das man jedoch noch rechtzeitig hinausschaffen konnte. Alle drei Schuppen S! trotzdem zLei städtische Spritzen in Tätigkeit waren, nieder. Der Landrat und der zweite Bürgermeister waren zur Stelle. Gegen 1 Uhr früh war das Feuer gelöscht und hatte der Lärm auf den Straßen aufgehört. 0 * Breslau, 8. Juni. Der bei den hiesigen städtischen
Baswerken angestellte Revisor Malinke wurde wegen
A ■■ amIaa (Heesen) zw. Darmstadt u. Heidelberg,
AUwIMAVU Hotel u. [Pension „zur Krone“, Sommerfrische. Pensionsprospekt u. Führ. grat. Bes : G. Diefenbach.
Gerichtssaal.
e. vMeftett, 8. Mai 1900.
Schöffengericht. Die 19jährige Lulle F. auS Gleiberg erhält I wegen Obdachioltgkelt eine Hajlstrase von 3 Tagen. Da bie F. I tnlo ge einer höchst mangelhaften Erziehung durch eine der Trunk- I sucht oerfallme Mutter jeden sittlichen Halt verloren zu haben scheint, I dabei hochgradig dumm und obendrein arbeitsscheu ist, wird ihre I spätere Neberweisung an die LandeLpolizeibehörde beschlossen. — Wegen I Diebstahls erhält eine 22jährige, noch nicht vorbestrafte Dienst- I magd eine Gefängnisstrafe von 6 Tagen, weil sie ihrer Dienstherr- I schäft eine Tischdecke, sowie Ansichtspostkarten im Werte von 1b Mk. I entwendet hat. — Ein Kaufmann auS Hruchelheim wird wegen I Beteiligung des dortigen Derei-S „Kinderfreund" in eine Geld- I strafe von 60 Mk. genommen. Er hatte am 11. Februar den ge- I nannten Verein als eine „Schwindlerbande" und „Heuchlergesellsckatt" I bezeichnet unj ferne MttgUtdcc beschuldigt, „sie nagten sich mit Lügen I in den Blättern". Der Angeklagte hat jedenfalls einen besonderen I Hatz gegen den „Kinderfreund"; denn weder hat ihm dieser in corpore I du«ch sein Thun und Treiben Veranlassung zu einem solchen Be- I nehmen gegeben, noch haben sich einzelne seiner Mitglieder durch das I Vorgehen Ihrerseits einer Handlungsweise schuldig gemacht, die nur I irgendwie als gegen die Wahrheit verstoß nd bezeichnet werden könnte. I Wegen Vergehens gegen SS 85 und 86 des St.-G.-B. wird deshalb I gegen den Angeklagten wie oben angegeben erkannt. — Frei- I gesprochen von der Anschuldigung des Betruges wird ein mehrsach I vorbestrafter Händler aus Gießen, der sich V* cbm Sand aus einer I Sandgrube in Großen-Linden unter Vorspiegelung falscher Thatsachen I angeeignet haben sollte. — Gegen den Holzmacher H. H. aus Bersrod I wird wegen Körperverletzung auf eine Geldstrafe von nur 10 Mk. I erkannt, well das Gericht auf Grund der Zeugenaussagen die Heber-- I zeugung gewann, daß der Angeklagte, der feinen Gegner mit einem I Stock gegen den Kopf geschlagen und ihm eine blutende Wunde bei- I gebracht hatte, von diesem zuvor schwer gereizt worden war. Als straf- I mildernd kam weiter in Betracht, daß der Angeklagte noch keine Bor- I strafen erlitten und er am Tage der Strafthat mit seinen Genoffen des Guten zuviel gethan hatte.I
Daudet und Verkehr. Uolkswirtschast.
Frankfurter Börne vom 8. Juni.
Wechsel auf New-York zu 4.20'/,-21»/,.
Prämien auf Kredit per ult Juni 1.40 %, do. per ult. Juli 2.60%, Diskonto-Kommandit per ult. Juni 1.30%, do. per ult. Juli 2.50 %, Lombarden per ult Juni 0.55 %, do. per ult Juli 1.05%, Deutsche Bank per ult. Juni 1.50.
Kotierungen: Krcdifaktlen 221.70, Diskonto-Komman- dit 182.80-183.30-183-183.10, Staatsbahn 141.10-20, Gotthard 140.50, Lombarden 28.60-00 00, Ungar. Goldrente 96 80, Italiener 94 80, Bproz. Mexikaner 25.25. Oesterr. Coupons 84, Amerik. Coupons 4 18% Privat-Diskont 4%% B.
l%-2% Uhr: Kreditaktien 221 90-00-000.00, Diskonto-Kom- mandit 183.20-183, Staatsbahn 141.20-40.00, Lombarden 28.60-00, Portugiesen 00.00, Bochumer 228.70-226.50-228.
Märkte.
«ietzerr, 9. Juni. Marktbericht Auf dem beuitgen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.75—1.00, Hühnerere-. ver St. 5—6 2 St. 10—11 A, Enteneier 2 St. 12—14 Sänsk«
eiet per St 10-11 H, Käse 1 St. 5—7 Küsematte 2 St 5—6 Srbsen per Liter 19 Linsen per Liter 30 H, Tauben per Paar
A c .88—0.90, Hühner per St. 1.20—1.60, Hahnen per Stück
v* 1.40—2.20, Enten per St. X 2.00—2.50, Gänse per Pfund v* 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh. und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 50—70 Schweinefleisch, gefallen, per Pfd. 74 Ä, Kalbfleisch per Pfd. 64—66 Hammelfleisch per Pfd. 60—66 4, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 bi? 5.00 X, Weißkraut perSt 00—00, Zwiebeln per 6tr. X 8.00- 9.00, Mich per Liter 16 X
Viehmärkte.
Wohl beeinflußt durch die vergangenen Festtage waren die süddeutschen Viehmärkte in der Betriebswoche etwas weniger stark frequentiert. Der Handel mit Großvieh entwickelte sich allenthalben nur mittelmäßig, während dagegen das Geschäft in allen sonstigen Tiergattungen sich lebhafter gestaltete.
Getreide.
Während zu Anfang der Woche bie Stimmung im Getreibe- qrschäst unoeianbett ruhig war, ist gegen Schluß der Woche die Tendenz infolge der blfferen amerikanischen Märkte fest geworden. Auch die Kauflust beginnt wieder lebhafter zu werden, wenn auch die vollen Preise noch nicht durchzuholen sind. Roggen fest; Gerste ruhig. Hafer unverändert fest MaiS andauernd fest und gut aefragt. Die heutigen Dotierungen sind: Redwinter 2, neue Ernte, Juli-August-Abladung Mk. 135; Kania« 2 126; Kansas 2, neue Ernte, Juli-August-Abladung, 127V,-128; La-Plata f. a. g. 126 | bis 128; ruft. Roggen 112; Mixed MaiS 91; La-Plata Mais rye lerms 90, per Tonne ab Rotterdam.
Kahlen.
E« notieren: Ruhr-Fettnutz Körnung I und II. Mk. 230 biö Mk. 240, Nuhschmiedekodlen Mk. 215 bis Mk. 225 .Deutsche Antorucit-Rutzkodlen Mk. 310 biS 320, englisch: Anthracit-Nutzkohle^ Mk. 350 biS Mk. 360, Ruhr-Flammnuß Körnung I und H Mk. 230 -bis Mk. 240, Ruhr - Flammnuhkohlen Körnung III Mk. 220 bi« Mk. 230, Fettschrot Mk. 200 bis Mk. 210, Ruhr-BruchcokS Mk. 330 bis Mk. 340, Autzsiebgries Mk. 155 biS Mk. 165. Alles per 10 To. ah Mannheim. Durch die Arbeiter-Beurlaubungen anläßlich ber Psiagstfeiertage sind bie Zechenzufuhren so mangelhaft, daß lange nicht bie vertragsmätzigen Mengen zur Ablieferung kommen können, und die Spannung deshalb um so größer wird.
Tabak.
Während der Berichtswoche wurden von einem auswärtigen Spe- I kulanten an Mannheimer Fabrikanten 200 Zentner 1897er Gebirgstabake I zu Anfang Mk. 30 verpackt, ferner 100 Zentner gereinigter Abfall von I Händler zu Händler zum Preise von Mk. 18 verkauft. Im Laufe der I Woche verkehrten in Mannheim zwei Fabrikanten aus Oran (Algier), um I PsLlzer Tabake zu kaufen, lieber das erstandene Quantum, sowie Qua- I lttät, Jahrgang und Preis konnten wir bis jetzt Näheres noch nicht in I Erfahrung bringen. — In Pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine Mk. 9 I bis 9.50, gebündelte feine Mk. 11—12, doch sind wenig Vorräte in I trockener Waare vorhanden.


