•überall, und in dieser Palaststraße das bunteste und froh- Innigste Getriebe, besonders in den Nachmittagsstunden, ba hier vortreffliche Konzerte stattfinden, zu denen das eleganteste Publikum von allen Seiten der Ausstellung! $njammcn[trömt
In diesen Invaliden-Palästen, wie sie kurz Genannt werden hat das französische und das ausländische Kunstgewerbe seine Heimstätten gefunden. Die erlesensten Arbeiten nur wurden zur Schau gestellt, und man kann fitf) denken, wie viele der gediegensten, kostbarsten linb mannigfachsten Gegenstände hier zusammengehäuft sind im tatsächlichen Werte von Milliarden. Die Mehrzahl der Besucher wandelt staunend von einer Abteilung zur anderen, überwältigt von dem oft märchenhaften Luxus, der in so großer Fülle zu sehen /ist, als ob jeder, der diese Säle betritt, ein vielfacher Millionär ist, und blos in die Tasche zu greifen braucht, um seine Wünsche zu befriedigen. Denn Wünsche ohne Zahl hegt hier selbst der Bescheidenste und Anspruchloseste, und so ein bischen von Neid, nicht zu den Bevorzugten des Glücks zu gehören, »nd nicht ohne weitere Ueberlegung in die Börse greifen zu können, überkommt wohl jeglichen in diesen Räumen!
Zn den Palästen rechter Hand ist nur die Glas- und Keramik-Industrie Frankreichs vertreten. Wie glänzen und gleißen diese Geschirre, Vasen, Teller, oft von Meisterhand bemalt; welch' schöne, wenn and) nichts neues bringende« Formen weisen die Leuchter, Kronen, Tafelaufsätze, Brunnen rc. auf; Nixen und Satyre treiben aus großen Wandfüllungen ihr lockeres Spiel, und die herrlichen Emaille Porzellane von Limoges zeigen, daß die schwierige Kunst dort heute noch in den besten lieber» lieserungen iausgeübt wird. Eine Flucht von Sälen im ersten Stockwerfi ist nur mit Glaswaren angefüllt in taufenbfajdj-er Gestaltung, und wenn die goldige Frühlingssonne durch die Fenster scheint, dann glaubt man auf ein Meeri von Diamanten zu sehen, so funkelts in diesen Krystall-Vasen, -Scholen, -Gläsern, -Spiegeln, die häufig in Verbindung gebracht wurden mit Gold, Silber uno Bronze.
In enger Nachbarschaft gerät man in den Bann von Sevres, deck uns nicht leicht wieder losläßt, da man sich nichts vollendeteres und edleres auf diesem fünft* teristhen Gebiet vorstellen kann. Ein weiter Flur und mehrere mit den pierkvollsten Möbeln, Spiegeln, Tapeten und den aus der Staatsmanufaktur von Beauvais stammenden farbenfreudigen Gobelins ausgestattete Säle sind bnit den Porzellanen angefüllt, unter denen Vasen in allen Größen und Stilarten vorwiegen. Edelste Formen und diskreteste, dabei doch abwechselungsvolle Farbentönung üben hier den entscheidenden Reiz aus; nichts buntes, nichts -relles, nichts abstoßendes, alles ist ruhig und vornehin gehalten, ich möchte sagen in großartiger Schlichtheit, die eben am schwersten zu erreichen ist. Ebenso staunenswertes leistet Sevres in seinen Gestalten aus weißem Bisquitpor- zellan, die den meistbewunderten Marmorgebilden gleich- kommen; eine ruhende Venus zum Beispiel und die zur Tafelzier bestimmten Figuren von fünfzehn Tänzerinnen' — jede in Haltung, Minenspiel, klassischer Gewandung verschieden — sind vollendetste Kunstwerke von geradezu,' idealer Schönheit.
Im Erdgeschoß nimmt noch die Keramik einen äreiten Raum ein; neben zahllosen Dekorationsstücken zur Ausschmückung der Wohnungen re., wobei der Einfluß japanischer Ornamente und Tier- wie Landschafts-Schilder
ungen oft deutlich zu merken ist, finden wir die zu nützlichen Zwecken bestimmten Thonwaren sowie eine Reihe entsprechender Maschinen mit Anwendung der neuesten Er- sindungen.
Nun gelangen wir in die hintereinander liegenden Räume, die das auswärtige Kunstgewerbe bergen. Japan eröffnet den Reigen, und von fern schon blitzt und glitzt es uns entgegen von Goldlack, von Bronzen, von Vorhängen aus schillernden, bunten Glasperlen. Wie verschieden sind doch diese Lackwaren, diese Porzellane, diese Ofenschirme und Stickereien sowie Cloivonnees und Elfenbeinschnitzereien von jenen, die in Massen zum Verkauf gebracht werden und die man — leider! — in unseren „guten Stuben" oft findet. In welch' ernsten Wettbewerb Japan mit Europa tritt und in welcher erstaunlicher Weise die japaniscljen Industriellen nachzuahmen verstehen, zeigen uns die Teppiche, die sich nur wenig von echtesten Brüsseler und Smyrna-Erzeugnissen unterscheiden, dabei aber nur ein Viertel soviel wie diese trotz Zoll und Fracht kosten; selbst die ungemein teuren türkischen Seiden-Teppiche sind in treuer und billiger Nachbildung vorhanden.
Neben dem Reiche der ausgehenden Sonne hat die Schweiz ihren Platz erhalten und denselben höchst eigenartig und heimisch auszugestalten gewußt, derart, daß aus vier kleineren Pavillons schmucke Holzbogen emporsteigen, die sich, in Kronenform zusammensügen — das ganze luftig und ansprechend. Ebenso elegant sind die Schaukästen geformt, in denen vor allem Uhren in jeder nur denkbaren Ausführung und Ausschmückung, daneben ausgezeichnete Medaillen, Schmucksachen, Emaillen ausgestellt sind. Natürliche fehlts nicht an den bekannten Holzschnitzereien, von den winzigsten Schweizerhäuschen an bis zu lebensgroßen Hirschen in mühseligster Ausführung.
Oe st erreich sdstießt sich an mit reicher Vertretung feiner böhmischen Glas- und Wiener Kunstwaren-Jndustrie; im Gegensatz zu sehr schönen und vornehmen Teppichen stehen viele Möbel, die zu sehr von modernstem Geschmack beeinflußt sind, während einige Salonausstattungen im ersten Stockwerk, namentlich ein prächtiger Ehrenraum mit der Lorbeerumgebenen Büste des Kaisers, sehr apart und fein wirken. Ungarn hatte sich bestrebt, ganz national zu erscheinen; in den Schmucksachen, oen Porzellanen, den Bronzen, den Teppichen, den Zierraten zum Wohnungsschmuck kehren stets alte ungarische Motive wieder. Völlig national gehalten ist ein kleines Zimmer, das noch auf Veranlassung der Kaiserin Elisabeth entstanden ist und für einen Gartenpavillon der Ofener Hofburg bestimmt war — mehr originell übrigens wie gemütliche
Dänemark ist auf dem Plane erschienen mit den schönen und wertvollen lichten Porzellanen der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Kopenhagen, die aber nebelt äußerst gewählten Mustern auch manch' gesuchte, weniger ansprechende enthalten ; von prächtiger und sorgsamer Aus- sührung ist der große silberne Tafelaufsatz, den der dänische Adel dem Königspaare zur goldenen Hochzeit schenkte.
Italien brachte seine reichgeschnitzten und eingelegten Möbel sowie Gläser und Spiegel aus Venedig, seine Gold- und Silber-Filigran» wie Mosaik-Schmucksachen aus Rom und Florenz, seine Gemmen und Korallen aus Neapel, vor allem aber feine liebenswürdigen und anmutigen Marmorarbeiten, die die regste Beachtung und Kauflust finden; denn viele dieser allerliebsten Köpfe, Figuren, Gruppen sind schon zwanzigmal und mehr bestellt.
England hat sich im allgemeinen nicht stark an
der Ausstellung beteiligt; ist der Krieg schuld oder die- starke industrielle Konkurrenz Deutschlands, wobei letzteres häufig den Sieg davougetragen, man weiß es nicht. Auch das Kunstgewerbe ist nur durch einzelne Zweige vertreten wobei fast stets außerordentliche Gediegenheit mit großer Nützlichkeit verbunden ist, so bei den Möbeln, den Reife- ausstattungen, den Silbergeräten re. Die Auslagen der Londoner Goldschmiede zeugen von solidem Reichtum, nach flittrigen billigen Waren wird man sich vergeblich um, schauen; die Preise sind hoch, aber das dafür Geboten« dürfte durch Generationen seinen Wert behalten. —
Auf jedem nur möglichen Gebiet die größte Leistungsfähigkeit zu beweisen und mit dem „alten" Europa in Wettbewerb zu treten, waren die Vereinigten Staaten von Amerika bestrebt, und man muß aufrichtig g$, stehen, daß ihnen letzteres in dieser Beziehung gelungen ist. Möbel — darunter sehr praktische Büreau-Eiwrichz. ungen, Aeisesachen, Bronzen (mit hübschen Szenen aus dem Wildwest-Leben), Glasmalereien rc. zeugen von ernste, Arbeit, wenngleich der englische Einfluß noch vorwiegt. Welchen Kaufmarkt die großen New-Horker Juwelier« hinter sich haben, beweisen ihre kostbaren, sehr mannigfaltigen Auslagen mit ebenso wert- wie geschmackvolle« Schmucksachen und Gold- wie Silbergeräten. Einzelne bei herrlichen Ketten, Hals- und Armbänder, Ringe rc. sind, abgesehen von den Diamanten, nur von einheimischen Edelsteinen und Perlen gefertigt, so ein breites Halsband au$ Montana-Saphieren und Neu-Mexiko-Türkisen, das st» 40 000 Franks zu erhalten ist, Ringe im Werte von 12 000 Franks mit leuchtenden Rubinen aus Arizona und grauen Perlen aus dem Golf von San Franzisko rc. Hohe ^nflfertig feit und großen Wert (denn sie kostete 250 000 Franks) vereint die als Ehrengeschenk gegebene, massiv goldene, sogenannte Adams-Vase; sehr schön ist sodann ein hohe, Toiletten-Drehspiegel in schwerer silberner Einfassung fih 25 000 Franks, der eine Ergänzung bilden kann zu den, silbernen Toilettentisch mit Silbergeräten und silbernem Taburet für 100 000 Franks; aber auch die 15—20 000 Frs. kostenden großen Kästen mit goldenen und silbernen Tisch- servicen für 14 bis 18 Personen sind durchaus nicht z« verachten! —
Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gieße«.
22. Woche vom 27. Mai bis 2. Juni 1900.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 24 800, inv. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeits-iffer: 25,16»/^, nach Abzug der Ortsfremden 14,<7<>/w> Kinder
Anm. Die in Klammern gesetzten Zistern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Es starben an: Zusammen: Erwachsene:
kn
Lebensjahr: 2.
oom
—15. Jahr:
1.
Altersschwäche
1
1
—
—
Lebensschwäche
1
—
1
—
Lungenschwindsucht
2
2
—
—
Knochentuberkulose
1 (1)
1 (D
—
—
Herzleiden
H (1)
2 (l)
—
—
Gehirnerweichung
1 (1)
1 ID
—
——
Gehirnschlagfluh
1 (1)
1 (1)
—
—
Nierenentzündung
1
1
—
—
Krebs
1 (1)
1 CD
—
—
Zuckerruhr
1
1
—
—
Summa:
12 (5)
11 (5)
1
—
Alleinige Fabrikation und Vertrieb fttr Hoseen-Nassau
und das OroBBherzogthum Hessen
6092
H. Kegelmann.
8171
Gebrüder Well
in Frankfurt a. M.
Concessionäre der Firma Metzeler & Co. in München.
Niederlagen in Gleesen: C. A. Faber; W. Kilbinger; Adam Reinig; Brüder Schmidt; Emil Schmidt; J. Schellen- berg’s Nchf. In Wetzlar: Fritz Brenner; Rud. Spiess Nchf.; Anton Waldschmidt. In Camberg: P. Haber; Ph. Wenz. In Alsfeld: 6. Waldeck Wwe. In Friedberg in Hessen: Chr. Hess. In Bad- Nauheim:
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