Donnerstag den 10. Mai
Nr. 108 Zweites Blatt
Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.
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Erscheint täglich mit Ausnahme des
MontagS.
Die Gießener Ka»ikte«ötLtter »erden dem Anzeiger tat Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. .glätter 56r Hess. Volkskunde" »Schtt. 4 mal beigelegt.
A« Für den Fuhrwerksverkehr.
a. von vormittags SVi Uhr an:
1. die Bahnhofstraße vom Bahnhof bis zur Liebigstraße;
2. die Liebigstraße von der Bahnhofstraße bis zur Frank- furterstraße;
3. die Frankfurterstraße von der Liebigstraße bis zum Seltersthor;
4. der Seltersweg;
5. der Kreuzplatz;
6. die Mäusburg;
7. die Marktstraße von der Wettergaffe bis zum Marktplatz;
8. die Schulftraße;
und zwar die unter 1 bis 3 benannten bis nach Passieren des Zuges etwa 10% Uhr, die unter 4 bis 8 angeführten bis nach Abfahrt Ihrer Königl. und Großherzogl. Hoheiten des Großherzogs und Prinz Wilhelm bezw. der Ehrengäste und dem Abrucken des Festzuges etwa 12 Uhr.
b. vou vormittags 10% bis 121/* Uhr:
die Kirchstraße.
B. Für den Personenverkehr, von 9 bis 1V/2 Uhr:
1. der Marktplatz;
2. die Mäusburg; .
3. die Marktstraße von der Wettergasse bis zu« Marktplatz;
4. die Fahrbahn der Schulstraße;
5. die Fahrbahn der Kirchstraße;
letztere jedoch nur vou 10,/2 bis etwa 12% Uhr.
Gießen, den 8. Mai 1900.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler.
185.
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Sahrwart.
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt Kälter für hessische Uolkskundr.________________
Deutscher Reichstag.
188. Sitzung vom 8. Mai. 1 Uhr.
In der heutigen Sitzung des Reichstags teilte
Präsident Graf B a l l e st r e m zunächst mit, daß noch eine Vorlage eingegangen sei, und zwar ein Gesetzentwurf betreffend die militärisch e Strafrechtspflege in $1 ^Nach^Erledigung einer Rechnungssache tritt das Haus sodann in die Beratung der vom
Aba. Grafen Sch werin-Löwitz gestellten Interpellation, ob der Reichskanzler Auskunft darüber erteilen könne, warum der Bundesrat zu den wiederholten
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Bekanntmachung.
Betr.: Wie oben.
Anläßlich der Donnerstag, den 10. d. M., abends stattfindenden Beleuchtung des Kriegerdenkmals und des hierbei zu erwartenden starken Zudranges des Publikums werden der Marktplatz und dessen Zugänge vor Eintritt der Dunkelheit für den Wagenverkehr gesperrt.
Das Publikum wird im eigensten Interesse gebeten, den Marktplatz ohne Aufenthalt zu passieren.
Der Verkehr in der Schulftraße, Mäusburg und vom Kirchenplatz her darf nur in der Richtung nach dem Marktplatz und auf dem Marktplatze selbst nur nach der Marktstraße hin erfolgen.
Gießen, den 8. Mai 1900.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Hechler.
Meßmer Anzeiger
Heneral-Anzeiger
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1900
Bezugspreis
Vierteljahr!. Mk. 2,20 monatlich 75 Psg.
mit Bringerlohn; durch die Abholcstellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Psg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld.
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A,v,hmr von Anzeigen zu der nachmittag- für den spenden Tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.
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Beschlüssen des Reichstages, betreffend die Aufhebung der gemischten Privattransitläger und Mühlenkonten, sowie betreffend Einschränkung der bei der Getreideeinfuhr zinsfrei aewährten Zollkredite keine Stellung genommen hat. Der Interpellant verweist zur Begründung seiner Anfrage m erster Reihe auf die früheren Verhandlungen des Hauses, er meint, die Regierung habe die Pflicht, zu den mit großer Mehrheit gefaßten Beschlüssen eine Erklärung abzugeben. Die wechselnde Stellung der Landwirtschaft zu der Angelegenheit sei kein Grund für den Bundesrat, sich der Stellungnahme zu enthalten. Redner entwickelt sodann unter Anführung von Ziffern die agrarische Anschauung, daß mit Hilfe der Transitläger die Zollkredite mißbraucht würden um das Inland mit ausländischem Getreide zu versorgen. Er fürchtet, daß die Haltung der Regierung durch Rücksichten auf das Ausland-bestimmt werde.
Reichsschatzsekretär Frhr. v- Thiel mann tritt ernt» aen nach seiner Meinung unrichtigen Mgaben des Vor redners entgegen. Zum Kernpunkt der Interpellation erklärt der Staatssekretär, daß der Bundesrat noch keme Stellung genommen habe, weil auch der ganze TraM^ verkehr bei den zur Zeit in Vorbereitung befindlichen neuen Handelsverträgen neu geregett werden fttte un die Verhandlungen hierüber noch schwebten, tr tonnt jedoch mitteilen daß die preußische Regierung der M- i'rfnffuna der bestehenden Zollkredite geneigt sei und dafür ^ tteirate'wirten werde; die übriflen R-grerungen aber hätten hierüber noch nicht Beschlug gefaM Es stehe noch dahin, ob die Zollkredite gänzlich abgeschafft, oder ob vielleicht dem Bundesrat die Befugnis gegeben werdet
I solle, sie gegen angemessene Verzinsung auch in Zuku f äu ^ie mtt großer Mehrheit beschlossene Besprechung der ^'L"Herold'M.), der von der Antwort des Staats- nicht befriedigt ist. Man dürfe mit der Beseitigung der die Landivirtschaft schwer.schädigenden Mißstande nicht bis zum Abschluß der neuen Handelsverträge warten.
I Abq. Dr. Rösicke-Kaiserslautern (Bd. d. Ldw.) hat I in den Ausführungen des Staatssekretärs die Angabe eines I Grundes für den Widerstand der Regierung gegen die I Wünsche der Landwirtschaft nicht finden können. Mit d> m I Hinweis auf die Zukunft könne sich diese nicht zufrieden I neben Die Zollkredite müßten vollständig aufgehoben werden, die Aufhebung der Zinslosigkeit allein genüge nicht.
I Mn. Gamp (Rp.) steht auf dem Standpunkte des! I Bunedsrats von 1894, wo derselbe die Aufhebung der
Transitlager, welche nicht exporbierten, guthieß- Daß I Frankfurt a M. ein Transitlager bekommen hat, obwohl ks dort überflüssig war, läßt sich blos aus der Vorliebe
I erklären, die der preußische FinaMmiNister immer noch I für diese Stätte seiner ftüheren Wirksamkeit hat. Nach I dem Vorgang Frankfurts verlangten auch die anders sud- I deutschen Handelsplätze die Transitlager, und mit Recht, I sie laben aber keine oder nur höchst geringe Mengeni ez- portieren können, in der Hauptsache haben sie nurdazu aedient, den Zollschuh für das mlaMlche Getreide
I schwächen Für Königsberg und Tanzrg mögen andere [Künde obwalten, eventuell Versprechungen d,e man der russischen Regierung gemacht hat (Hort! hort,, aber das
I trifft doch auf die a nderen Transitlager nicht zu. Dw I Verhältnisse von Königsberg und ranzig liegen doch himmelweit verschieden von denen von Mannheim, Mainz, Lindau oder Stuttgart Heute m der Zeit der Geldknapp-
I fielt und der hohen Zinsen hegt die Frage auch ganz I anders, als 1886, wo der Diskont nicht : 7 oder 6, sondern- I blos eineinhalb Prozent betrug. Ich bitte den Bundesrat, einen einmal gefaßten entM
I Abq. Graf Klinckow ström (kons.): So gut wie der I grobe Mißstand des Rendements schleunigst zu emem an- I dern.Regulativ geführt hat, so gut müssen die Mißstände I der zinsfreien Zollkredite zu ihrer schleunigen Aufhebung führen. Thatsächlich sind nur verschwindende Mengen
I Getreide von den Transitlagern ms Au^^std gegangen, ' I das meiste ist im Jnlande geblieben. Die reinen Transit
I lager mag der Handel behalten, die gemischten müssen auf- ■ ^Graf^Schwerin verlangt voin Reichsschatzamt
genauere Statistiken über den Verkehr auf den gemischten Privattransitlagern. Warum habe er sich das nicht schon vor fünf Jahren überlegt? Es Ware dann der deutschen. Landwirtschaft viel Verdruß und Verlust erspart worden..
Tas Haus setzt die zweite Lesung der Novelle zum Gewerbeunfall-Versicherungsgesetz ort.
Abschnitt 2 §§ 11 ff. behandelt die Organisation und Veränderung der Berufsgenossenschaften. § 16 betriff Statut der Berufsgenossenschaft. . t t eincn An-
Abg. Molkenbuhr (Soz.) befürwortet e^^ Bä a&Kgg ,ä e Die Hälfte der ö™fÄrGUb=88'«lcichon un-
Amtlicher Teil,
Bekanntmachung.
Betr.: Die Veranstaltung von Verlosungen innerhalb I des Großherzogtums.
Das Großherzogliche Ministerium des Innern hat dem I Biehmarkt-Komitee zu Vilbel die Erlaubnis zur Beran- I staltung einer mit dem am 21. August l. Js. stattfindenden I Viehmarkt zu verbindenden Verlosung von Vieh und land- I wirtschaftlichen Geräten unter der Bedingung erteilt, daß I nicht mehr als 6000 Lose, zu 1 Mk. das Stück, ausgegeben I werden dürfen, und mindestens 60% des Bruttoerlöses aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenstänoen zu verwenden sind. , t m
Zugleich ist der Vertrieb der Lose tn der Provinz Ober- hefsen und dem Kreise Offenbach gestattet worden.
Gießen, den 8. Mai 1900.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold. !
Gießen, den 8. Mai 1900.
Betr.: Lehrerkonferenzen.
Die Großh. Kreisschulkommisfion Gießen an die Schulvorstände und Bürgermeistereien des Kreises.
Die diesjährige Kreislehrerkonferenz findet
Aireitaa den 1. Juni d. I , vormittags 10% Ul)r, in Steins Garten dahier statt. Sämtliche Lehrerinnen und Lehrer des Kreises sind verpflichtet, an derselben teilzunehmen.
Tagesordnung:
1. Statistische Mitteilungen über das Volksschulwesen des Kreises für das Jahr 1900/1901.
2. Vortrag deS Oberlehrers Hahn-Gießen über den Unterricht geistig zurückgebliebner Kmder.
3. Vortrag deS Lehrers Lentz-Geilshausen über den Lehrer in der Litteratur. ,
An Die Konferenz schließt sich -'N Sach-S Mittag- effen an. Wir beauftragen Sie, die Lehrer Ihrer Gemeinden hiernach zu bedeuten.
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Garbenteich.
Freitag, 28. Mai I. I., vormittags S% bis 10% Uhr, findet im Rathause zu Garbenteich die Entgegennahme der Wünsche bezüglich der Zuteilung der ganzen Gemarkung (Ackerfeld und Wiesen) statt. Die Wünsche sind schriftlich — mindestens auf % Bogen — einzureichen, vom Grundstückseigentümer zu unterzeichnen, und müffen genau angeben, welche alten (nach Flur und Nummer zu bezeichnenden) Grundstücke zusammengelegt werden sollen, und in welche Gewann das neue Grundstück gelegt werden soll. _ . L . o- •
Wünsche, welche nicht in dem obengenannten Termin vorgebracht werden, finden keine Berücksichtigung.
Zur Orientierung der Beteiligten liegt eine Ueber- sichtSkarte über die ganze Gemarkung auf dem Rathause zu Garbenteich offen.
Friedberg, 4. Mai 1900.
Der Großherzogliche BereinigungSkommissär: Süffert, Regierungsrat.
Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Großherzogl. Bürgermeistereien Annerod, ISarbeoteich" Grotzen B»s-S. Grosieu - Linde», Grüuinge«, Heuchelheim, Hol^eim, Langgöns, Leihgestern, Lich, Lollar, Reiskirchen, Rödgen, Watzenborn und Wieselt.
Nachstehende Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Gießen wollen Sie in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen lassen.
Gießen, den 8. Mai 1900.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Betr.: Enthüllungsseier eines Kriegerdenkmals dahier.
Bei Ihrer, Donnerstag den 10. Mai l. Js. anläßlich der tzuthüllungsfeier eines Kriegerdenkmals dahin stattfindenden Anwesenheit werden Ihre Köuigl. und
Hoheiten der Großherzog und P-inz Wilhelm voraussichtlich die nachbenannten Straßen und Platze der Stadt zu den angegebenen Zeiten passieren.
3 1 Zwischen 10 und 10V4 Uhr: Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurterstraße, Seltersweg, Kreuz, Mäusburg, Marktplatz.
2. Zwischen 11 und 11% Uhr: Marktplatz, Schulstraße, Neuenbäue, Gartenstraße.
3. Zwischen 11% und 12% Uhr: Gartenstraße, StephM- ftrafje? Goethestraße, Südanlage, Westanlage, Oswalds-
4. Zwischen 12% und 1 Uhr: Oswaldsgarteu, Westanlage, Seltersweg, Kreuz, Sonnenstraße.
5 «wischen 3% und 3% Uhr: Sonnenstraße, Schulstraße, Marktplatz, Kirchenplatz, Lindeuplatz, Wallthorstraße, Ost- anlage, Gartenstraße, Bergstraße.
6 Zur Abfahrt: Bergstraße, Garteustraße, Sudaulage, Frank- ' furterstraße, Liebigstraße, Bahnhofstraße.
Wegen des au diesem Tage zu erwartenden fiarkeu Fremdenverkehrs, und um einen ungestörten Verlauf der Feier zu sichern, werden gesperrt:


