ocsay
3«
Buren «nd Engländer
Der von den Buren bei dem Angriff eines Convoi
Telegramme deS Gießener Anzeigers.
Serlin, 8 Dezember. Wie ein Berichterstatter meldet, iif-tl nunmehr fest, daß der ReichSkanzer Graf Bülow
Expedition und Druckerei: ^chntßraße Ar. 7.
Amtlicher Heil Bekanntmachung.
H. KHppsteln
borg, deren Unterwerfung angekündigt wurde, haben wieder die Waffen ergriffen, um gegen die Engländer zu kämpfen.
Aus Aliwal North wird gemeldet: Die Militärbehörden ersuchten die Einwohner, die Waffen zu ergreifen und sich an der Verteidigung der Stadt zu beteiligen.
DaS Neutersche Bureau meldet aus Worcester vom 6. Dezember über den Afrikanderkongreß nachträglich Folgendes: Cronwight Schreiner sagte in einer heftigen Rede, es sei unmöglich, die Stellung Englands gegenüber Südafrika zu rechtfertigen. Seit dem Einfalle Jamesons seien die britischen Staatsmänner Werkzeuge d.er Kapitalisten. England zwinge jetzt die britischen Soldaten, mit Unmenschlichkeit und Barbarei Krieg zu führen, die die zivilisierte Welt in Stgunen setzen.
Die britische Regierung in Johannesburg trifft Vorkehrungen, um auf der Rennbahn bei Booyseus 4000 Personen untorzubringen. Es herrscht die Absicht, alle umliegenden Farmen auf dem Rand zu säubern und sie da unterzubringen, wo sie streng überwacht werden können, da viele von ihnen den Feind durch Lieferung von 9?al)rung8; Mitteln und Kundschafterdienste zu unterstützen pflegten.
Kind)en, 8. Dezember. Gestern Abend fand im Saale des I,Münchener K'ndl" eine stark besuchte Versammlung fiatit, 11t der hochangesehene Bürger Münchens, Professoren
Gratisbeilage«: Gießener Familienblättcr, Der hessische Zandwirt, Blätter für hessische Uolkskunde.
g^s unden worden:
1 Arbeitsbeutel und 1 Sack Kartoffeln, Ht loten worden:
1 silberne Damenuhr mit Kette, 1 Notenheft, l Damengürtel und ein Geldbetrag von 40 bis 50 Mk. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände iclilebeit ahre Rechte alsbald hier geltend zu machen.
Hießen, den 8. Dezember 1900.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße».
Fernsprecher Nr. 51.
Haag, den 7. Dezember.
Der Empfang des Präsidenten Krüger durch die ^imigi n W ilhelmina ist bevorstehend, die Stunde ist rbevr bis jetzt noch nicht bekannt.
Da« Staatsministerium hat sich seine Antwort über '-ei! Möglichkeit des Zustandekommens eines Schieds- ge lcicht.es für einen geeigneteren Moment Vorbehalten.
Der Präsident der zweiten Kammer der Reichs- 'taia.be fjat an den Präsidenten Krüger einen offiziellen Bllief gerichtet, in dem er ihn willkommen heißt und hwi zugleich die Sympathien dieser gesetzgebenden KöiHtrschaft ausspricht. Der Präsident der oberen ia mm er hat gleichfals seine Huldigung dem Präsi- denLtli Krüger ausgesprochen, indem er in der Kammer ag^ru: Die obere Kammer stimme vollständig Krügers Be- müjungen um die Gerechtigkeit zu erhalten bei, weil eS lucch.ihr an dem Herzen liegt, daß dieser ungerechte Krieg, -’crn Zratndöaal aufgedrungen worden ist und der auf eine üarrfariftije Art geführt wird, aufhört. Die Kammer würde siüM'ch sein, wenn sie die Freiheit und Unabhängigkeit der wei'i Republiken bald gesichert sehen würde.
Rrügcr hat an den in Berlin sich befindenden Jonkheer vam hoeven telegraphiert, Kränze auf den Gräbern Bismarck's und Moltke'S niederzulegen.
l>r. Leyds reist nicht nach Livadia.
der Diversität und der Hochschule, Künstler, Schriftsteller usw. teilmihnen. In der Versammlung wurde scharfer Protest aeg'sMdie englische Kriegführung in Transvaal und gegen die -jÄgste Haltung der deutschen Regierung erhoben, welch IcBltipt anscheinend im Fahrwasser Englands segele. An
Peking zurückkehren dürfe, wenn er es auch gewollt hätte. Das ursprüngliche Verlangen der Gesandten, das; Tung- fuhsiang enthauptet werde, tonnte die chinesische Regierung nicht bewilligen. Seine Abreise nach Kwangsu läßt hoffen, daß der Hof nunmehr nach Peking zurückkehren wird. Das kaiserliche Edikt wird in diplomatischen Kreisen dem Einfluß der chinesischen Friedensbevollmächtigten Li- Hung-Tschang und Prinz Tsching zugeschrieben. Mit Tungfuhsiang ist auch Prinz Tu an nach der Provinz Kwangsu abgereist. Er solle dort seine Eltern besuchen. Der älteste Sohn des Prinzen Tuan hatte im letzten Frühjahr die Tochter Tunguhsfiangs geheiratet. Man glaubt jetzt, wenn die Hauptschuldigen somit verschwunden seien, so werde dennoch eine Zeit kommen, in welcher man deren habhaft werden könne und daß sie dann der Strafe nicht entgehen werden.
In Peking fand am 6. Dezember die Beerb ig- u n g des Obersten 0 r k statt. Der ganze Generalstab und alle Gesandten wohnten der Leichenfeier bei.
Im Pekinger Lazarett ist der Seesoldat Anton Wiesel aus München-Gladbach am Typhus gestorben Im „Reichsanz." wird ein Auszug aus einem zur Veröffentlichung in einer medizinischen Zeitschrift bestimmten Bericht des der deutschen Gesandtschaft in Peking beigegebenen Stabsarztes Dr. Velde über die allgemeinen Gesundheitsverhältnisse sowie über die Thätig- keit und Beobachtungen in dem internationalen Hospital während der Belagerung der Gesandtschaften in Peking mitgeteilt.
Tie „Daily News" meldet aus Nagasaki vom 4. ds.: Ter Befehl zum Rücktransport von 5000 Mann russischer Truppen nach Odessa wurde widerrufen; die Truppen sollen bis auf weiteres in Ostasien bleiben.
* • *
Telegramm des Gießener Anzeigers.
Rom, 8. Dezember. Der Korrespondent eines hiesigen Blattes in Tokio depeschiert über eine Unterredung mit dem japanischen Minister des Aeußeren. Derselbe bezeichnete den Friedensschluß Chinas mit den Mächten als nahe bevorstehend.
denc fläsidenten Krüger wurde eine Sympathie Adresse ge- sanidit. Der Nichtempfang Krügers in Berlin wurde in be- fontitß scharfen Worten getadelt.
Haag, 6. Dezember. In der Umgebung Krügers verlötet, daß alle weiteren Reisepläne des Präsidenten yßf o^Mben seien.
die in Sieben iinbll* werden im Jnterch * gebeten, ihre Adresse tä neten anzugeben.
M MaeyoffeMM Ttz. ZtefiNg,
A rtud. med.'
05103 Bahnhofüraßt
6000 Kart an 2.6‘ Objekt Men 3fa*e M ^vrdilron diesesLb^-
der Zeit vom 1. Dezember bis 8. Dezember 9eOO sind in hiesiger Stadt:
MM Red Star Linie in ;,v Joh> Fr. Schaaf
Deutsches Keich.
Berlin ,7. Dezember. In Betreff der Reise-Dispositionen des K a i s e r s'erfährt der „B. B. E.", daß sich der Monarch in der zweiten Hälfte des laufenden. Monats nach Neugattersleben begeben wird, um dort auf Einladung des Kammerherrn und Schloßhauptmanns von Alvensleben in dessen Revieren au Fasanen- und Hasenjagden teilzunehmen. Für den Besuch sind bis jetzt zwei Tage vorgesehen.
— Der Kaiser, der am Tage der Volkszählung, 1. Dezember, in Letzlingen weilte, hat die ihm vorgelegte Zählkarte selbst ausgefüllt und bestimmte dann, daß sie dem Ortsarchiv einverleibt werde. Ta ein solches aber int Gutsbezirk Letzlingen, zu dem das Schloß gehört, nicht besteht, so wird ' die Karte e i n g e r a h m t und im Saal des Schlosses aufghängt. Eine beglaubigte Abschrift wird statt des Originals zu den Zählpapieren genommen. Als Beruf steht auf der Karte verzeichnet: Deutscher Kaiser, König von Preußen.
— Wie der „Germania" zufolge in höheren militärischen Kreisen aufs bistimmteste versichert wird, soll die Feier des 200 jährigen Bestehens des Königreichs Preußen dadurch ihre schöne Weihe erhalten, daß der Kaiser an diesem Tage eine allgemeine A m n e st i e erlassen wird. Zwar seien darüber noch keine bestimmten Anordnungen getroffen, doch wären die Vorarbeiten schon im vollsten Gange. Es wird sogar behauptet, daß durch diesen Gnadenakt auch gewisse politische Vergehen als g e s ü h n t erachtet werden sollen. M a j e- stätSbeleidiger hätten indes auf keine Begnadigung zu rechnen. Für die Berliner Garnison wird große Parade sein.
— Wie das „B. T." erfährt, ist es nunmehr entschieden, daß General v. Liebert nicht mehr auf seinen Posten als Gouverneur von Deutsch-Ostafrika zurückkehrt. Er soll das Kommando über eine Division erhalten. Als sein Nachfolger «gilt Generalmajor v. Trotha, Kommandeur der 1. ostasiatischen Infanterie-Brigade.
— Als Nachfolger des auf den Petersburger Posten berufenen _ Botschafters in Brüssel, Grafen Älvens - leben, ist der Gesandte in Stockholm, Graf v. Wall- w i tz ausersehen. An dessen Stelle tritt Graf v. Leyden, bisher in Tokio.
— Ter Abgeordnete, Vizepräsident des Reichstages, Büsing wird mit Schluß des Jahres sein Amt gls Direktor der Mecklenburgischen Hypothekenbank niederlegen, um sich ganz der parlamentarischen Thätigkeit zu widmen.
— Nach offiziösen Mitteilungen sollen im nächsten preußischen Etat 13 Millionen (statt der bisherigen
Bibliofe
und einzelne gute Bn werden neu « h
aogekautt I)
L Ricke r’acta Bnchiii
SütenUfle 5.
Der Krieg in China.
Soweit sich jetzt übersehen läßt, haben die Verhandlungen der Gesandten in Peking über die ge- gemeinsame, an die chinesische Regierung zu richtende Note nunmehr volles Einverständnis ergeben, sodaß ihr jetzt wohl auch alle Kabinette zustimmen werden. Graf Bülow hat bereits in der Reichstagssitzung vom 19. November alle wesentlichen Punkte mitgeteilt, die für diese Note in Betracht kommen. Seitdem haben allerdings einige Kabinette beantragt, einzelne Stellen im Entwurf der Note zu ändern. Bei den mangelhaften telegraphischen Verbindungen hat eine Einigung über diese Aendcrungsanträge den Abschluß der Verhandlungen bis jetzt verzögert. Es ist aber jetzt auch unter allen Kabinetten volles Einverständnis dahin erzielt, daß nur folgende zwei Aenderungen an dem bisherigen Entwurf vorgenommen werden sollen. Danach soll im Artikel 2 nicht geradezu ausgesprochen werden, daß über die Prinzen Tuan und Tschwang, sowie über die andern Hauptschuldigen die Todesstrafe verhängt werden muß, sondern es soll der chinesischen Regierung die volle und glatte Zustimmung zu diesen Voraussetzungen des Beginnes der Friedensverhandlungen dadurch erleichtert werden, daß eine Umschreibung dieser Forderung erfolgt und statt des Ausdrucks „T 0 d e s st r a f e" der Ausdruck „thunlichst schwerste Strafe" gewählt wird. Dieser Ausdruck schließt die^ spätere Vollstreckung der Todesstrafe an den Hauptrüdelsführern nicht aus. Weiter ist vereinbart worden, daß in der Einleitung die Note nicht als „irrevocable", sondern daß die darin gestellten Forderungen als „absolument indispensables" bezeichnet werden. Auch das ist keine Aenderung, der eine größere sachliche Bedeutung beizumessen ist, denn es kommt weniger auf die äußere Bezeichnung, als darauf an, wie sich später nach Ueberreichung der Note die verschiedenen Mächte gegenüber den Abschwächungsversuchen der chinesischen Unterhändler verhalten werden. Erst dann wird sich ru zeigen haben, wie weit die einzelnen Mächte bereit sino, einig zu bleiben und etwaige Sonderwünsche zurückzustellen, um diese Ehina gegenüber dringend erwünschte Einigkeit zu sichern. Einstweilen ist jedenfalls der Fortschritt erzielt, daß in den nächsten Tagen die fremden Gesandten in Peking diese einheitlich vereinbarte Note zeichnen, und sie der chinesischen Negierung unterbreiten können, sobald sich herausgestellt haben wird, ob die Vollmachten der chinesischen Unterhändler sich in Ordnung befinden. Erst wenn die chinesische Regierung ihre ausdrückliche Zustimmung zu allen ^einzelnen Forderungen dieser gemeinsamen Note erklärt haben wird, können die eigentlichen Friedensverhandlungen beginnen. Dabei werden namentlich die Einzelheiten über die Ermittelung der Hauptschuldigen, über die anderen zu vollziehenden und von den Mächten zu kontrollierenden Strafen, sowie vor allem über die Höhe der zu zahlenden Entschädigung und die Bürgschaften, die für den richtigen Eingang der Zahlungen zu leisten sind, noch weitgehende Ansprüche an die Fortdauer der bisherigen Einigkeit der Mächte erheben. Hoffen wir, daß auch in dieser Hinsicht die/Gemeinsamkeit der Interessen aller beteiligten Staaten gegenüber Ehina zu einem unzweideutigen Ausdruck gelangen wird.
Li<>- Hung - Tschang wurde der Inhalt eines kaiserlichen Ediktes mitgeteilt, durch das General Tung- s u h s i a n g aller seiner Ehren und Aemter entsetzt wird und ihm nur das Kommando über eine Truppenmacht von 5000 Mann bleibt, mit der er nach der Provinz Kwangsu geschickt wird. Bis jetzt wurde immer geglaubt, der Hof befinde sich derart unter dem Einfluß Tungfuhsiangs und dessen Truppen, daß er nicht nach
Hiess*®?* 4... . _ ...............
u Aaftfhiele M fcci .btt ersten Beratung des Etats sich über bte Gründe, mahiWt wßülmen Präsident Krüger von unserer Regierung
MMl l v -zuiMgewiesen sei, auslassen werde.
billiL-ll. 8. Dttember. C "
Der WM
।/M
Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler.
Ohm Krüger.
s&erbl«*
* h Der von den Buren oct oem tingrin eines Konvoi
LolkB-t zu -Suffelport erlittene Schaden ist jetzt festgestellt. Man
5 M (6 fcicn dabei mehr als 100 Tote, Verwundete und
GMgme zubeklagen. —Die Eisenbahnstrecke zwischen Logt Preloria und Irene, die durch die fortgesetzten Regengüsse
S Ä schwtz b-schädigt ist, wird in Hlrsefter Seit tvieber aus- i geb"ssnt sein. Die Verbindung mit Johannesburg wird in zwer lasen hergestellt sein. Die Brücke bei Irene wurde ebei«. ausgebessert. Man wird eine neue Bahn von WÄria nach Kapstadt Herstellen, um den großen Andrang, l ,/M dena die zahlreichen Verproviantirungen von Convois ver- * zu vermindern oder um möglichst öoaftänbige
D lehilflongi desselben herbeizuführen. — In Pretoria werden
bic Gläschen Residenten eire Zivilgarde ähnlich jener in (I# J; Iotz'mne: sburg gründen.
Dir: Befehlshaber Heinrich V i l l j 0 e n und S f e b e n -
Sonntag den 9 Dezember
150. Jahrgang
t 28S Zweites Blatt
1900
Henerat-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt fflr den Aveis Giefzen
Alle Anz«igen-Dermitt!ungSstellen deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen, Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.
Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,SO monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestell« vierteljährl. Mk. 1,99 monatlich 65 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 viertcljährt. mit Bestellgeld.
deeiltB e von Anzeigen zu der nachmittag- für de« L«g erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens »benbS vorher.
täglich K, K. A
mm lul»ahme des ® ®
M Meßmer Anzeiger


