und Boden, die bedingen, daß die Scl)olle wesentlich intensiver ausgenutzt werden muß als in fehen Ländern. Darum wird kaum je daran zu denken sein, daß wir ohne eine Einfuhr von Eiern auskommen. Wir sind erstens nicht im stände, die Menge der Eier, die wir brauchen, und zweitens nicht in der Lage, so billige Eier zu schaffen, wie sic der Import uns bietet, und wie diese besonders auch die deutsche Industrie benötigt, wenn sie auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sein will. Man hat längst in einsichtigen Kreisen erkannt, daß nicht etwa ein hoher Schutzzoll auf Eier und Geflügel, die inländische ^Hühnerzucht'fördern kann, und es ist die Thatsache zu konstatieren, daß sich für diesen Schutzzoll nur wenige unserer deutschen Geflügelzüchter-Vereine ausgesprochen haben. Das Ziel, das man in deutschen Geflügelzüchterkreisen allgemein im Auge hat, bewegt sich nach jener Richtung, eine .Hühnerrasse herauszuzüchten, die bei entsprechender Anzahl große und schwere Eier produziert. Dieses Streben kann nur unterstützt werden, wenn die jetzt übliche Art des Eierverkaufs abgeschafft und dagegen für ganz Deutschland der Verkauf der Eier nach Gewicht durch Gesetz bestimmt wird, wie dies bereits im Jahre 1884 von ' den Geflügelzucht - Vereinen des Königreichs Baiern durch eine Eingabe an die bairische Kammer leider vergeblich verlangt worden ist.
Man wundert sich, daß auf dem englischen Markte der Durchschnittspreis deutscher Eier nächst dem russischer Eier am niedrigsten ist, und man begreift nicht, warum durchschnittlich für die gleiche Ware aus Dänemark, Belgien und besonders Frankreich weit bessere Preise auf dem Londoner Markte bezahlt werden. 1899 wurden auf dem englischen Markt für das große Hundert (120 Stck.) Eier aus Deutschland durchschnittlich 5 Mark 60 Pf. bezahlt, während daselbst für das gleiche Quantum französischer Ware z. B. durchschnittlich 7 Mark 60 Pf. erzielt wurden. Diese Thatsache wird leicht erklärlich, wenn man erfährt, wie in Frankreich der Eierhandel getrieben wird, wie man in den 50 er Jahren unseres Jahrhunderts, also noch unter dem Kaiserreich dieser Quelle des Volkswohlstandes seitens der Regierung in Frankreich volle Aufmerksamkeit zuwandte, welche Maßnahmen schon damals in jenem Lande für den Geflügel- und speziell für den Eierhandel getroffen wurden. Es wurden für den Pariser Markt Verordnungen erlassen, durch die der Eierhandel in Frankreich das geworden ist, was er heute noch ist, nämlich ein Handel, der "für alle daran Beteiligten auf einer reellen Grundlage beruht. In den Pariser Zentralhallen wurde in erster Linie eine sorgliche Sor
tierung und gute Verpackung der Eier zur Regel gemacht. Zur Sortierung muß sich jeder Verkäufer zweier Ringe aus Metall bedienen, die, wie bei uns in Deutschland die Maße und Gewichte, amtlich gestempelt sein müssen. Der größere Ring hat einen lichten Durchmesser von 40 Millimetern, der kleinere einen solchen von 38 Millimetern. Eier, die nicht durch den ersten Ring schlüpfen, sind solche erster Sorte, die indes durch den 40 Millimeter-, aber nicht durch den kleinen Ring hindurchgehen, bilden Ware zweiter Sorte, und endlich die Eier, die durch den 38 Millimeter-Ring schlüpfen, bilden die dritte Sorte. Durch diese festgegebenen Maße ist jeder Streit beim Eier- handel ausgeschlossen, und entstehende Differenzen sind leicht zu schlichten. Hierzu kommt, daß alle nach Paris eingefuhrten Konsumtionswaren in die Zentral-Markt- hallen gebracht werden müssen, um dort versteigert zu werden, wie man dies auch z. B. in Berlin in der Markthalle am Alexanderplatz thut. Hier deckt der Kleinhändler Tag für Tag seinen Bedarf. Bei diesen Auktionen dürfen nur nach Ringen sortierte Eier verkauft werden. Kommen die Eier an, so haftet der, für dessen Rechnung der Verkauf geschieht, für richtige Sortierung. Macht sich eine Nachkontrolle nötig, und findet sich, daß der Verkäufer unreell im Sortieren gewesen, so trägt dieser >die Kosten für die nochmalige Kontrolle.
Hier in der Zentral-Markthalle zu Paris ist der Ort, wo der Exporteur seine Ware genau so kaufen kann, wie er sie zum Export gebraucht; hier wird die schöne, große Ware erhandelt, die in England so gesucht ist und willig zu hohen Preisen auf dem Londoner Markt Abnehmer findet. Die Preisdifferenz zwischen Eiern erster und solchen dritter Sorte schwankt zuweilen auf dem Pariser Markt um 50 Prozent. Für erste Sorte Eier wird sogar sehr häufig der doppelte Preis angelegt, als der Marktpreis für dritte Sorte beträgt.
Durch das Vorstehende dürfte dem Kenner der Verhältnisse des deutschen Eierhandels erklärlich werden, warum Eier deutschen Ursprungs in England weit schlechter bezahlt werden als jene aus Frankreich nach England exportierte Ware. Betrachtet man den bei uns üblichen Handel mit Eiern, soweit dabei die in Deutschland gewonnenen in Frage kommen, so muß man ehrlich gestehen, es mangelt dabei an jeder reellen Grundlage. Allein der Händler hat ein Interesse daran, daß auf dem Gebiet so weiter gewurstelt wird, wie es bisher geschehen ist zum Schaden des deutschen Nationalvermögens. Jeder Einsichtige wird begreifen, daß und warum der deutsche Hühnerhalter kein Interesse daran hat, Hühnerrassen zu
züchten und zu pflegen, die besonders große und schw^ Eier produzieren. Im Handel in Deutschland, soweit sich mit in Deutschland gelegten, sogenannten Landes befaßt, ist ein Ei eben ein Ei, ob groß ob klein, baiaS kommt es dem Einkäufer (Handelsmann), der die nach Stückzahl ein- und verkauft,- gar nickst an; er tau? zwar, um die Ware marktfähig zu machen, vom Landwi- die großen Eier lieber als die kleinen, zahlt aber batir wenn überhaupt, nur einen minimal höheren Preis. Hausfrau weiß, wie wesentlich ein großes Ei mehr besitzt als ein kleines, und daß auch durch die Prx^ differenzen beim Handel auf den Wochenmärkten, fo» diese beim Artikel Eier ja vorhanden sind, ein richtig Wertausgleich zwischen beiden Sorten nicht stattfinät. auch nickst stattsinden kann, well es an einer festen ieri bestimmung nach Sorten bei uns fehlt. Darum fehlt >■ auch unserem deutschen Geflügelhalter an jedem Anrejr Hühnerrassen zu züchten und zu hallen, die schöne Eier legen. Er wird um so mehr davon abgehoben als die Fütterung solcher Hühnerarten sich auch etfoqc höher im Preise stellen soll, als dies bei den Hühnem der Fall ist, die verhältnismäßig kleinere Eier probt' zieren.
Diesen jetzt fehlenden Anreiz für unsere Geflügelhaltung zu schaffen und sie damit nicht nm lohnender zu gestalten, sondern auch zur höchsten (hu fallung zu bringen, sollte die Aufgabe der Reichsregierung jein. Es würde dies am wirksamste y schehen, durch die Einführung d es V e r kausz dH Eier n a ch! M e w i ch t in ganz Deutschland. Die Folge davon würde sein, daß der Handel zu einer Sortierung der Ware von selbst gelangte, und daß b?r Hühnerhalter ein Interesse daran bekäme, nur Hühnei- rassen zu züchten, die große und schwere Eier leger. Deutschland würde dann erst auf dem englischen Mar't auch in diesem Artikel Dänemark, Belgien und ^ran! reich ein ebenbürtiger Konkurrent werden. Aber auch die Preise für deutsche Eier würden in Deutschland, wem sie nach Sorten, die durch ein gewisses Gewicht beftimmt werden müßten, verkauft werden, was große schöne Ware anlangt, so in die Höhe gehen, um die Hühncrbalkw? auch bei uns profitabeler zu machen. Es würde der Mar- preis auch in Deutschland für deutsche Ware sich erfiebfö steigern, trotz der Konkurrenz, die die Russen, Italien:' und Oesterreicher mit ihren Kasteneiern auf den heimischen Märkten dem deutschen Produkt machen.
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