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Unterricht schon um ya8 Uhr beginnen, und die Nnterklaffe ihre Nachmittagsstunden über die gewohnte Zeit von 3 Uhr hin ausdehnen. Im nächsten Jahre wird hier für zwei Schulklassen mit Lehrerwohnungen ein Neubau errichtet werden. Unter den drei Bauplätzen ist derjenige unterhalb der Gail'schen Cigarrenfabrik gelegene gewählt und für die Summe von 4000 Mk. angekauft worden.
-ko. Friedberg, 7. November. Ueber das blutige Drama in dem Barbiergeschäft von Förder in der Augustinerstraße tragen wir noch folgendes nach: Der Gehilfe Appel, gebürtig aus Gießen, kam am Montag abend etwas angetrunken nach HauS. Im Schlafzimmer, das der Lehrling mit ihm teilte, hat er dann mit dem Revolver manipulirt. Plötzlich hat sich die Waffe entladen, und das Geschoß ist dem im Bett schlafenden Lehrling in den Kopf gedrungen. Der Tod ist sofort eingetreten. Dies hat Appel auf einen Zettel niedergeschrieben und dann sich selbst rineu Schuß in den Kopf beigebracht.
O Vom Vogelsberg, 6. November. Wegen des Weiterbaues der Nebenbahn Lauterbach-Gedern resp. der Teilstrecke Grebenhain-Gedern ist von folgenden Orten des Kreises Lauterbach: Ober-Moos, Holzmühl, Metzlos- Gehaag, Gunzenau, Reichlos, Salz und Bermuthshain; sodann aus den Orten des Kreises Gelnhausen: Völzberg, Lichenroth, Wüstwillenroth, Wettges und Radmühl, ferner aus den Orten des Kreises Schotten: Volkartshain, Ober- Seemen und Mittel-Seemen eine Petition an die erste und zweite Kammer der Stände abgesandt worden, daß die Teilstrecke nach dem alten Projekt über Bermuthshain, Völz- berg, Volkartshain, Ober-Seemen u. f. w. gebaut werde.
Mainz, 6. November. Seit gestern befindet sich hier im Untersuchungsgefängnis ein Simulant, der angeblich bei einem Sturze in Barnums CirkuS die Sprache
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verloren haben will. Zwei Tage und zwei Nächte lag der Verhaftete zur Beobachtung im Hospital. Zuerst stellte er sich völlig leblos und ließ alle Wiederbelebungsversuche standhaft an sich vorübergehen, bis ihn der Hunger zwang, die Komödie aufzugeben. Nun stellt er sich stumm. Schriftlich behauptet er, früher Jockey bei Herrn v. Reitzenstein gewesen zu sein. Die Polizei glaubt, in ihm einen Beirüger gefaßt zu haben, der von vielen deutschen Orten her steckbrieflich verfolgt und in einem Ausschreiben aus Hannover als ein überaus geriebener Simulant bezeichnet wird.
Mainz, 7. November. Gestern abend versammelten sich im Saale der Liedertafel eine Anzahl Männer und 'Frauen aus allen Schichten der Bevölkerung, um die Konstituierung eines Goethebundes der Stadt Mainz in die Wege zu leiten, nachdem im Laufe des sommers alle Vorarbeiten durch den vorbereitenden Ausschuß erledigt worden waren. Im Namen des letzteren begrüßte der Vorsitzende, Herr Dr. Rautert, die Er- -chienenen, und gab dann in kurzen Umrissen ein Bild von den Zielen und Zwecken des zu gründenden Bundes. Sein Wirken soll einen offensiven Charakter tragen und sich nicht nur darauf beschränken, die Angriffe auf die geistigen Errungenschaften abzuwehren. Die Statuten besagen in der Hauptsache folgendes: Zweck des Vereins ist die Abwehr aller Angriffe gegen die freie Entwickelung des künstlerischen, hitterarischen und wissenschaftlichen । Lebens, sowie die Pflege von Aufklärung und Bildung in den weitesten Kreisen der Bevölkerung, insbesondere \ auch durch Vorträge und Volksvorstellungen.
Mitglieder des Goethebundes können alle großjährigen Deutschen, Männer und Frauen werden. Jährlich einmal hält der Goethebund seine Generalversammlung ab; diese wählt 15 Mitglieder, die den Vorstand bilden. Die Wahl fiel auf Dr. Bamberger, Stadtverordneter, Ferd. Börckel, Stadtverordneter, Fr. Brehm, Oberregisseur, Dr. David, Landtagsabgeordneter, Dr. Horch, Rechtsanwalt, Dr. Jourdan, Rechstsanwalt, Dr. Lambinet, Justizrat, Val. Liebmann, Kassenbeamter, M. M. Mayer, Kommerzienrat, Dr. Pagenstecher, Rechtsanwalt, Dr. Rautert, Stadtverordneter, Fritz Schäfer, Stadtverordneter, Karl Scholz, Fabrikant, Karl Theyer, Buchdruckereibesitzer, Dr. Volbach, Professor und Kapellmeister. Nach einem Vortrag des Dr. Horch über Goethe und den Goethebund, erhielt Dr. David das Wort zur Entwickelung der Pläne, die sich der Goethebund für seine Thätigkeit vorgezeichnet hat. Dr. David betonte, daß es die Aufgabe des Bundes sein müsse, in oen weitesten Kreisen der Bevölkerung das volle Verständnis für das geistig Gute zu wecken und das Volk zu lehren, die echte Kunst zu lieben und sich an ihrem
* öu erfreuen. Neben den bereits bestehenden Ein- mchtungen, wie Volksvorträge und Volkskonzerte, soll Äs 3\Cl Theatervorstellungen und Unterhaltungs- werden. Zu den T h e - t e r Vorstellungen, denen em belehrender Vortrag über fotl, will man amtliche Platze des Theaters ankaufen und sie dann zu einem Einheitspreise von etwa 40 Pfennig abgeben, und zwar unter erster Berücki'ick,!-
-* "gung der Mitglieder des Bundes in der Art daß Wr Platz in einem Umschlag verschlossen in eine Tombola ne- bracht wird und der Theaterbesucher sich so seinen Mab aufs Geratewohl quasi erloosen muß. Die Volksunten Haltungsabende, zu denen der Eintritt noch nicht fest- Gefegt ist, sollen die Popularisierung der übrigen Arten der Dichtkunst, hauptsächlich der Lyrik, bezwecken. Rezitatoren werden die Dichtungen vortragen, und zur
.. weiteren Belebung der Unterhaltungsabende will man musikalische Veranstaltungen durch Gesang und Kammerkonzerte bieten. Gütern aus der Mitte der Versammlung heraus laut gewordenen Wunsche, statt der Schundromane die Klassiker und etwa noch Imin ermann, Auerbach, Freytag 2C. in billi gen Klnzellieferungen unter das Volk zu bringen, soll ebenfalls Rechnung getragen werden. Hierauf dankte Dr. Nnutert in seinem Schlußworte den Erschienenen für ihre nohafte.Teilnahme an den Verhandlungen und gab dem
Ausdruck, daß der Goethebund, ohne po- ''^fch^Ziele zu verfolgen, der neutrale Boden 7"™ ?öge, auf dem sich die vier Parteien, wie nn-QA en& am Vorstandstisch, so auch in der Folge 1 n A-et,en cnger aneinander anschließen mögen.
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Staatsvora^chlatz
Kleine Mtteilmrg« <m8 Hessen nutz de» Nachbarstaaten. In Hanau ist der Cigarrenfabrikant A. Hengsberger sen. (Firma Hengsberger u. Co.) im Kontor feiner Fabrik infolge eines Herzschlages plötzlich verstorben. Der Dahin- geschiedene war früher langjähriges Mitglied des Stadt, rateS. — Auf der Station Raunheim der Linie Frankfurt-Mainz erfolgte am 28. März d. I. morgens um vier Uhr ein Eisenbahn-Zusarnrneustoß, bei dem der Bremser Baßmann tätlich verletzt wurde. Der Packmeister Anton Michel I. aus Mainz wurde für den Unfall verantwortlich gemacht. Die Darmstädter Strafkammer sprach ihn jedoch frei, da ihm eine Verletzung seiner dienstlichen Pflichten oder eine Fahrlässigkeit nicht nachgewiesen wurde. — An Stelle des zurückgetretenen LandtagSabg. Schröder wurde von den vereinigten Parteien Notar Dr. Hubert als Kandidat für den Wahlkreis Oppenheim-Osthofen-Wörr- stadt aufgestellt. — In einem Frankfurter Gasthaus in der Innenstadt machte heute abend ein Zahlmeister- Aspirant vom 123. Jnf.-Reg., gebürtig aus Ulm, einen Selbstmordversuch, indem er sich mit einem Messer einen tiefen Schnitt am Halse beibrachte. Der Unglückliche wurde nach dem Garnisonlazarett verbracht.
Vermischtes.
* Goslar, 7. November. Im Walde bei Clausthal fand ein Pistolenduell zwischen dem Bergbau-Inspektor Fischer und dem Bergbaubefliffenen Engelhardt statt. Ersterer wurde im Unterleib schwer verletzt.
* Psychiatrisch interessant. Die „Rh. Wests. Ztg.- berichtet von Aachen: „Einern hiesigen Blatte wird folgende geschmackvolle Auslanderei mitgeteilt: „Der Chef der amerikanischen Abteilung der Aachen Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaft hier, Penny, hat seinem vor kurzem hier geborenen Sohne, in Anerkennung der Verdienste des Lord Kitchener, den Vornamen Kitchener gegeben." Es handelt sich um einen Angestellten einer deutschen Gesellschaft, deren Hauptaktionäre, nebenbei gesagt, zwei sehr hohe Angehörige der deutschen Armee sind." r-Auch auf diesen, unsers Erachtens nur psychiatrisch intereffanten Fall paßt das alte Wort, daß jeder sich so gut blamiert, wie er kann.
• Bremen, 1. November. Laut amtlicher Mitteilung hat der an der Pest verstorbene Matrose Kunze, nachdem in Hamburg die in der vordersten Abteilung des Hansa- dampfers Marienburg enthaltene Häuteladung aus Buenos- Aires vollständig gelöscht war, an der Reinigung dieser Abteilung teilgenommen. Der zusammengefegte Kehricht wurde während der Fahrt nach Bremen in die See geworfen. Kunze empfing den Pestkeim wahrscheinlich beim Reinigen des Schiffraums. Sämtliche in Hamburg und hier abgemusterte Seeleute des Dampfers Marienburg, zu dessen Besatzung Kuntze gehörte, sind ermittelt. Diese stehen unter fortgesetzt ärztlicher Beobachtung bis auf zwei, die in Hamburg abgemustert und sich nach ihrer Heimat begeben haben. Die unter Beobachtung Gestellten befinden sich bis jetzt wohl.
* Stettin, 7. November. Bei den Abbruchsarbeiten des Hotels „Drei Kronen" in der Breitenstraße, an dessen Stelle ein Warenhaus errichtet werden soll, ereignete sich heute morgen 8 Uhr ein entsetzlicher Unglücksfall. Bet dem gerade um diese Zeit sehr starken Verkehr in der Hauptgeschäftsstraße wurden, soweit bis jetzt bekannt, fünf Personen durch herabstürzende Balken und Mauerwerk getötet. Außerdem erlitt ein junger Mann einen Beinbruch und mußte mit dem Rettungswagen nach dem Kranken- hause gebracht werden.
* Friedeberg a. Qu., 7. November. Hier hat sich der Pastor prim. Voigt erschossen. Gegen ihn vorgebrachte Anschuldigungen, die seinen Geist umnach- teten, haben sich jetzt als erfunden herausgestellt. Durch amtliche Schriftstücke, u. a. durch ein Schiedsmannsprotokoll wird dies bewiesen; die Verleumderin, ein Mädchen von 16 Jahren, hat ihre Aussage vor dem Schiedsmann zurückgenommen und ihrer Reue, leider zu spät, Ausdruck gegeben. Das Mädchen — deren Mutter übrigens im Irren- Hause gestorben ist — hatte auch gegen einen katholischen Kaplan ähnliche falsche Beschuldigungen erhoben wie gegen jenen evangelischen Pfarrer Voigt.
* Brüssel, 7. November. In einem Schacht bei Seraing ist Feuer ausgebrochen. Bis heute mittag 1 Uhr waren 320 von 500 Arbeitern gerettet. Weitere Nachrichten fehlen noch.
Universität und Hochschute.
Dem Studium der evangelischen Theologie lagen im verflossenen Sommersemester 1900 an 17 reichsdeutschen Universitäten 2472 von 26 415 Studierenden, das find 9,43 Prozent der Gesamtheit, ob, und zwar studierten in Berlin (5105) 282, Bonn (2162) 86, Breslau (1662) 77, Erlangen (974) 178, Gießen (855) 68, Göttingen (1344) 136, Greifswald (808) 183, Halle (1620) 346, Heidelberg (1553) 62, Jenn (758) 44, Kiel (1056) 63, Königsberg (881) 93, Leipzig (3269) 296, Marburg (1184) 113, Rostock (495) 41, Straßburg (1145) 85 und Tübingen (1644) 829 evangelische Theologen. Demnach hatte den absolut größten Bestand an Studierenden der evangelischen Theologie Halle aufzuweisen; dann folgen Tübingen, Leipzig, Berlin, Greifswald, Erlangen, Göttingen, Marburg, Königsberg, Bonn, Straßburg, Breslau, Gießen, Kiel, Heidelberg, Jena und Rostock. Relativ am stärksten von evangelischen Theologen besucht war Greifswald mit 22,65 Prozent der Gesamtfrequenz. Hieran reihen fich Halle (21,36 Prozent), Tübingen (21,31 Prozent), Erlangen (18,28 Prozent), Göttingen (11,19 Prozent) Königsberg (10,56 Prozent), Marburg (9,54 Prozent), Leipzig (9,05 Prozent), Rostock (8,28 Prozent), Gießen (7,95 Prozent), Straßburg (7,42 Prozent), Kiel (5,97 Prozent), Jena (5,83 Prozent), Berlin (5,52 A*Unt), Breslau (4,63 Prozent), Bonn (3,98 Prozent) und Heidelberg
Kunst und Wissenschaft.
— Schauderhafte ZirvLnde müffen im höheren Schul- w es en des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz herrschen, nach den Ausführungen eines Fachmannes im Philologischen Korre- pondenzblatt (Nr. 20). In der Besoldung giebt es an den drei Stre-
litzer Anstalten zwei Kategoriee«: die eine kennt ein Oberlehrergehalt von 4200 bis 4800 Mk, die zweite ein solches von 2100 bis 3300 Mk., welch letztere Summe in 15 Jahren erreicht wird! Die glücklichen Inhaber dieses Gehaltes sind dann nach 15 Jahren bei dem Anfangsge« halt (einschließlich Wohnungsqeldzuschuß) der preußischen Oberlehrer angelangt. Natürlich sind diese Herren auf Nebenverdienst hingewiesen. In der Quelle, der wir folgen, ist von einem Herrn die Rede, der zusammen 35 Unterrichtsstunden in der Woche giebt, darunter 3 modernsprachliche Stunden bei einem Prinzen. Derselbe Herr hat früher einmal ein Jahr lang, einschließlich sogen. Arbeitsstunden, sogar 44 Stunden in der Woche gegeben, mehrere Jahre hindurch 38. Sämtliche höhere Lehrer find mit der Klausel gegenseitiger halbjähriger Kündigung angestellt Kein einziger Lehrer ist definitiv, d. h. ohne Kündigungsrecht des Staates oder sonstigen Patronates angestellt. Allerdings wird von der Befugnis der Kündigung selten oder gar nicht Gebrauch gemacht. Dazu kommt, daß man die Lehrer in der Regel bis zur letzten Grenze der Möglichkeit im Amte läßt. Da lebt und — lehrt em mindestens 78jähriger Greis als Gesanglehrer (Musikdirektor) am Gymnasium Carolinum zu Neustrelitz; man sollte meinen, er hätte ein Recht, amtsmüde zu sein. Auf seinen dringenden Wunsch hat das Großherzogl. Konsistorium seine Pensionierung zu Michaelis 1900 (zum 50jährigen DienstjubUäum I) beantragt: Das Gesuch wurde von der Regierung abgelehnt I Am Neustrelitzer Gymnasium ruht der gesamte Unterricht der Quinta und Sexta, auch der lateinische, in Händen von Elementarlehrern.
Gerichtssaat.
Mainz, 7. November. Ein Metzger wurde wegen Nahrungs- mittelfälschung zu 5 Mk. Geldstrafe verurteilt, weil er seinem Hackfleisch schwefelsaures Konservesalz beigemengt hatte. Weil es der erste in Heflen abgeurteilte Fall dieser Art war, wurde die Strafe so gelinde bemesien. Der Vorsitzende des Schöffengerichts erklärte aber, daß in Zukunft derartige Falle streng bestraft werden sollten.
Mainz, 5. November. Der seinerzeit Aussehen erregende Weinfälscherprozeß von Sprendlingen (Rheinhessen) hat heute in der Berufungsinstanz seinen Abschluß gefunden. Angeklagt waren die Wein- händler und Landwirte: 1. Johann Bernhardt, 2. Witwe Margarethe Simon, 3. Ludwig Haas, 4. Karl Becker, 5. Witwe Maria Magdalena Schnell und 6. Jakob Mittwich, sämtlich aus Sprendlingen. Bernhardt und Haas wurden vom Schöffengericht in Wöllstein zu je Mk. 400, Mittwich zu Mk. 600 Geldstrafe verurteilt, während die drei übrigen Angeschuldigten damals freigesprochen wurden. Gegen dieses Urteil wurde beiderseits Berufung eingelegt. Die obere landwirtschaftliche Behörde hat, wegen der Kraftprobe auf das Weingesetz, dem Ausgange des Prozeffes großes Interesse entgegengebracht. Staatsanwalt Mayer betonte, daß objektive Weinsälschung vorltege. Der reelle Weinhandel werde durch jdiese Manipulationen schwer geschädigt. Er beantrage gegen die vier ersteren Angeschuldigten je 14 Tage Gefängnis und je Mk. 500 Geldstrafe, gegen die Schnell Mk. 500 Geldstrafe und gegen Mittwich Mk. 900 Geldstrafe und 14 Tage Gefängnis. Die Verteidiger Dr. Ferd. Ph. Mayer, Dr. Zuckmayer, Dr. Billhardt und Dr. Löb beantragten Freisprechung, weil die Angeklagten nur das gethan hätten, was ihnen die Bestimmnngen deS Weingesetzes erlaubten. Wenn die obere landwirtschaftliche Behörde so großen Wert auf die Sache lege, und damit eine Kraftprobe auf das Weingesetz machen wolle, dann sei es doch besser, das ganze Gesetz aufzuheben und einfach nur die Kunstweinfabrikation zu verbieten. Die Strafkammer verurteilte den Bernhardt zu Mk. 400, die Simon zu Mk. 250 Geldstrafe; die übrigen vier Angeklagten wurden freigesprochen.
Marburg, 6. November. Im großen Saal des Landgerichts begann heute vormittag die diesmalige Herbst-Schwurgerichtsperiode. Es handelte sich um eine Anklage wegen Straßenraubes gegen den Schmiedegesellen Alexander Zimpelmann aus Wüterteich (Bayern). Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage in ihrem vollen Umfang und verneinten die Mtlderungsgründe. Der Staatsanwalt beantragte hierauf 6 Jahre Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte und Stellung unter Polizeiaufsicht. Das Urteil lautete auf 5 Jahre 6 Monate Zuchthaus sowie Stellung unter Polizeiaufsicht.
UeuUkMeldungen
Gießen, 8. November. Zum Präsidenten des landwirtschaftlichen Provinzialvereins von Oberhessen wurde Oekonornierat Schlenke - .Hardthof mit 192 von 212 abgegebenen Stimmen gewählt, zum Vizepräsidenten Kreisrat Wallau - Lauterbach mit 161 von 204 abgegebenen St.
Hamburg, 8. November. An Bord des von Glasgow eingetroffenen Dampfers Haarn ist. ein pest verdächtiger Krankheitsfall vorgekommen. Ter erkrankte Matrose wurde auf Anordnung der Medizinalbehörde in der Isolierbaracke des Eppendorfer .Krankenhauses untergebracht. Der Dampfer wurde unter Qua rantäne gestellt.
L o n d o tt, 8. November. Nach Newyorker Meldungen spielten sich dort noch nie dagewesene Szenen des Enthusiasmus ab, als das Wahlresultat bekannt wurde. Menschen kletterten auf Droschken und brüllten wie Wilde. Einige Leute umarmten sich auf der Straße. Man glaubt, der Ex-Senator Benuet Hill von Newyork werde bei der nächisten Präsidentenwahl Kandidat der demo kratischen Partei werden. Er ist kein Bimetallist, sondern Demokrat.
London, 8. November. Mac Kinley hat nicht nur eine größere Stimmenzahl im Wahl-Kollegium, sondern auch eine wesentlich größere Volksmehrheit als bei der vorigen Wahl erhalten. Die demokratischen Parteiführer geben zu, jdaß sie gründlich geschlagen worden sind. Die gestrige Wahl bedeute das Ende des Bryanismus.
Börsennachrichten.
Berlin. 7
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75.00
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Preuss.
Hyp.-A -Bank 8. 1, rz. 120
109.00
4-/o
do.
8. 8-12
88 50
4%
do.
8. 15-18
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do.
8. 19-20, unk. b. 1905
88.50
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do.
8. 21, 22, unk b 1905
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3% %
do.
8. 13, 14
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96.50
3V,o/o
do.
90.00
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Telephonischer Kursbericht.
Frankfurt, den 8. November.
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Tendenz: ruhig.
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