50 Prozent der Aerzte ein Einkommen von weniger als 3000 Mk. haben. Die Flugschrift schießt aber weit über das Ziel hinaus, wenn sie dem Jüngling die Frage vorlegt: „Hast Du den Mut, in einen Stand einzutreten, deffen Ansehen leider gesunken und dessen Ansehen noch weiter herabzudrücken man sich mit Erfolg bemüht lasiung der Realschüler und Frauen)?« Daß das Ansehen des AerztestandeS leider gesunken ijt 'st zuzugeben. Die Art des Konkurrenzkampfes, die schlechte Behandlung und noch schlechtere Bezahlung der Aerzte durch die Kranken- taffen, die Manier, ein paar Monate frei einem Spezialisten zu assistieren und sich dann selbst als Spezialist aufzuthun: all dies ist dem Ansehen des AerztestandeS nicht förderlich gewesen. Mit der Zulassung der Realabiturienten und der Frauen aber wird das Niveau sicherlich nicht herabgedrückt, denn wir wüßten wirklich nicht, was dafür spräche, daß diese beiden Kategorien an Charaktereigenschaften und vor> uehmer Gesinnung hinter den humanistisch vorgebildeten Aerzten zurückstehen werden. DaS Niveau der Bildung ist vollkommen gleich und die Gesinnung ist Sache des einzelnen Individuums. Derartige Verunglimpfungen ganzer Kategorien von Menschen können die Sache, der solche Bemühungen dienen sollen, nicht fördern.
Aus Stadt und Zand.
Gießen, 8. November 1900.
LU. Von der Universität. Die Zahl der bisherigen Neueinschreibungen läßt erwarten, daß die Besuchs- ziffer des laufenden Wintersemesters nur wenig hinter der des Sommers Zurückbleiben, jedenfalls aber die des letzten Winters nicht unerheblich übersteigen werde.
*• Das Regtentngsblatt Beilage Nr. 26, vom 5. November enthält: 1. eine Bekanntmachung, den Holzpreistarif für die Größh. Domanialwaldungen pro Wirtschaftsjahr 1900/1901, Rechnungsjahr 1901/1902 betreffend. — 2. eine Bekanntmachung, die Bestätigung von Schenkungen und Vermächtnissen betreffend. — 3. eine Bekanntmachung, die Errichtung eines Freiherrlich von Nordeck zur Rabenau- scheu Familienfideikommisses des Appenbörner Hauses betreffend. — 4. eine Bekanntmachung, die Neuwahlen von Beisitzern für die Unfallschiedsgerichte betreffend. — 5. Or- denSverleihungeu. — 6. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen ftemder Orden. — 7. Namensveränderungen. — 8. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. — 9. Dienstnach- richten. — 10. Ruhestandsversetzungen. — 11. Konkurrenz, eröffnungen.
Der erste Kammermusik-Abend am Freitag in der Aula bringt — so schreibt man uns — neben herrlichen Kammermusikwerken eine Anzahl der v»rnehmsten Lieder aus dem Schatze der GesangSlitteratnr. Interessieren schon die ßvber allein, so trifft das in höherem Maße bei der Sängerin zu, hat sich doch die junge Künstlerin, um uns etwas deplaciert auSzudrücken, in Gießen ihre Sporen geholt. Auf einem bescheidenen musikalischen Abend int Kron- bauer-Luartett hat sie den ersten großen Erfolg zu verzeichnen der sie sofort für den vornehme» Kreis des Konzert- BereinS zünftig machte. Und daran schloffen sich dann Erfolg in Erfolg, so daß sich heute Fräulein Carola Huber zu den gesuchtesten und viel beschästigsten Konzert- sängerineu zählen darf.
Daustadt, 7. November. Die Großherzogin begab sich gestn abend mit der Großfürstin Helena von Rußlad zur Weltausstellung nach Paris, um dort mit dem Eoßherzog zusammenzutreffen. Prinzessin Elis ab h reiste zum Besuch der Herzogin-Witwe nach Koburg.
fc. Bubach a. M., 7. November. Der Vizepräsident der hiesi, Handelskammer, Kommerzienrat Gustav Böhm, ist gesternittag plötzlich an einem Schlaganfall gestorben. Der 73 hre alte Herr war gerade an seinem Schreibtisch besaigt, als ihn >her Tod ereilte.
Opprim, 5. November. Mit längerem Schreiben teilte Langsabg. Dr. Schroeder in Darmstadt dem «ucgrrmerSchmidt hiev die schon bekannt gegebene Nie- derlegu seines Mandats mit: Er sagt darin u. a. . Die hge Zeit und die Zeitumstände sind wesentlich andere, als vor yahnn. Damals war die Nation und damit auch das yessifche Volon Dank und Freude erfüllt für und über das endlich ^rungene, jnte Deutsche Reich. Der lebendige, sieghafte nationale Gedanke fpee an zu hingebendem, opferbereitem Thun auf den ver- Medensten bieten des öffentlichen und des ganzen geistigen Lebens, «ewe dagegverdrängt die Vertretung scharfer, öfter ein- l JU8eMitereffenpolitif, wie die schroffe Hervorkehrung 10116 W“f*8 die Frage nach dem Gemeinwohl und seiner fa.Tr, er^tiflun8- Die vorurteilslose Förderung der Gesamtheit to»» nÜ'- J”le sozialpolitischer Beziehung läßt nicht selten zu wün- Spörri* in bet -weiten hessischen Ständekammer macht sich T < geltend, und gar manches leidet unter diesem Banne.
Prozeß Sternberg.
\ Berlin, 6. November.
möolirsrst bittet die Vertreter der Presse, sich
der^Verhandlm ^^^^rstattung über den Gang ru rSn h A zu beschranken und nicht dem Urteil vor- herauf toirh V ^Mh°s zu fällen haben werde. - gKp erL^rf nochmals hervorgerufen.
X das erste Mal als auch etzt «e iÄ ULMlen die Dinge so erzählt habe, wie verend aen ^T-^ Die medizinischen Sach- aeuflin XDr. Puppe richten an die
- -ta9en' dre sich auf den Charakter und »ie Glaubwü^'Mcher Frieda Woyda beziehen.
v4ail^n Reihe von Kreuz- und Quer- ftage. der Verteidig tritt Zeuge Blümke nochmals vo, um mitzuteilen, ^err Stierstädter habe ihm einmal .^gesagt, er bewache aVch srbon seit längerer Zeit Herrn Justizrat V Sello. Darauf habe Stier- Aädter noch eine schweV Beleidigung gegen Dr. Sello yinzugefügt. Zeuge StiVrstädter wird nochmals vor gerufen. Nachdem er vo> dem Vorsitzenden auf sein Zeügnisverweigerungsrecht^aufmerksam gemacht worden,
erklärt er, sein Zeugnis zu verweigern. Rechtsanwalt Dr. Werthauer fragt den Zeugen Stierstädter, ob es wahr sei, daß er seinerzeit wegen Gehorsamsverweigerung vom Militär entlassen worden sei. Zeuge Stierstädter bestreitet dies ganz entschieden unter Hinweis aus seine Militärpapiere. R.-A Dr. Werthauer beantragt infolge- dejsen die Vorladung des ObertelegraphenaWtenten Hermann Schulz. Zeuge Stierstädter erklärt rnis weiteres Befragen in erregtem Tone, daß dieser Schulz seinerzeit sein Feldwebel gewesen sei. Er habe mit diesem außer- : dienstlich einmal einen heftigen Wortwechsel gehabt und sein Hauptmann habe ihm geraten, nicht mehr zu kapitulieren.
Es folgt die Vernehmung von Robert Huth, 4 des früheren Vormundes der Frieda Woyda. Der Zeuge giebt an, daß er am 4. April d. I. zuerst, mit dem Kinde in Verbindung getreten sei, als die Beerdigung der Frau Woyda stattfand und' die Ander verwaist waren. Er sei der Onkel der Woyda'schen Kinder. Das Kind habe ihm und seiner Ehefrau viel Aerger bereitet. Schließlich hätten sie es nicht mehr aushalten können und die Frieda, die eine Monatsrente von 21 Mark bezog, im Waisenhause zu Rixdorf untergebracht. Hier seien bald so viele Klagen von dem Kinde laut geworden, daß der Zeuae sie anderweitig habe unterbringen müssen. Er habe diesmal den Weg der Zeitungsannonce gewählt. Unter den sich Meldenden habe ihm ein Fräulein Fischer am besten gefallen. Bevor es zu einem definitiven Abschluß Tarn, habe er die Fischer in deren Wohnung besucht. Dabei habe er gesehen, daß die Fischer Masseuse sei. Dies habe ihn stutzig gemacht. Er habe es für angezeigt gehalten, bei den Hausbewohnern (Äkundigungen einzuziehen, die gleichmäßig gut ausfielen. Auch in dem zuständigen Polizeibureau habe man ihm erklärt, daß das Blatt der Fischer weiß sei und nun habe der Zeuge keine Bedenken mehr gehabt, ihr das Kind anzuvertrguen.
Auf Befragen des Vorsitzenden erklärt der Zeuge Huth noch, er halte Frieda Woyda für so verstockt, daß, wenn ihr heute etwas eingeprägt worden ist, sie lieber ihr Leben lassen möchte, ehe sie es zurücknimmt. Es sei doch erwiesen, daß sie den Angeklagten durch ihre erste Aussage unglücklich gemacht habe und nun .... Präsident: Welck)e Aussage halten Sie denn nun für die richtige, die vorige oder die heutige? Zeuge: Darüber kann ich mir kein Urteil erlauben.
Staatsanwalt Brant: Jcb habe einen anonymen Brief erhalten, toonadji eine Handelsfrau Adeline Mohr bekunden könne, daß Frieda Woyda bestochen worden sei. Ich habe es für meine Pflicht gehalten, die Sache aufzuklären. Tie Mohr ist zur Stelle und ich beantrage, sie zu vernehmen. R.-A. Tr. Werthauer: Die Verteidigung schließt sich mit Vergnügen allen Anträgen,. die auf angebliche Bestechungsversuche Bezug haben' an, denn es kann ihr nur lieb sein, wenn jedesmal festgestellt wird, daß an all dem Gerede nichts ist. Frau Adeline Mohr, eine 53jährige Frau, mit einem großen Korb am Arm, wird aufgerufen. Die Zeugin erklärt, daß Frieda Woyda nach ihrer Meinung jenes Mädchen nicht sei. Justizrat D-r. Sello hält es doch für notwendig, zu versuchen, das Mädchen, um das es sich wirklich handelt, zu ermitteln. R-A. Dr. Werthauer glaubt bemerkt zu haben, daß die ganze Ausdrucksweise in dem anonymen Briefe derjenigen des Schutzmanns Stierstädter ähnlich sehe.
Die nächste Zeugin ist Frau Huth: Sie schildert die Frieda Woyda als ein ungehorsames, verstocktes, verlogenes Mädchen, das sie einmal mit einer gänzlich von ihr erfundenen schmutzigen Geschichte sehr gekränkt habe. Auf Befragen des Tr. Stürmer erklärt Frau Huth, daß Frieda Woyda immer ein recht gutes Gedächtnis und eine geschickte Darstellungsgabe hatte. Das Mädchen hat als Kind an der englischen Krankheit und an Nasen- diphtheritis gelitten.
Frieda Woyda wird abermals vorgerusen, um zu erklären, wieso ihr gutes Gedächtnis jetzt plötzlich versage und wieso sie zu den Unwahrheiten über ihre Tante gekommen sei. Sie wird dabei plötzlich wieder sehr schüchtern und erklärt mit leiser zögernder Stimme: Ich weiß es nicht. Präsident: Wenn es sich um Deine Person handelt, wirst Du immer mit einemmale sehr kleinlaut und schüchtern, und wo es Dir nicht ließt, oa kommst Tu mit Deineni: Ich weiß nicht. Ich begnüge mich jetzt nicht mehr damit, sondern wünsche die Wahrheit zu hören. Trotz den sorgfältigsten Bemühungen des Vorsitzenden ist aus dem Mädchen nichts herauszubringen, wie es zu den Verleumdungen über ihre Tante gekommen ist. Auf die Frage, ob sie die Sache geträumt oder vielleicht ausgedacht hat, erklärt die Zeugin unter Thränen: Ich weiß nicht. R.-A Dr. Werthauer: Vielleicht wird die Frieda Woyda danach gefragt, ob sie sich vielleicht auch die ganze Sternberg'sche Sache ausgedacht hat und nur blos fälschlich erzählt, daß ihr dies von Herrn Stierstädter eingeblasen sei. Die Zeugin erklärt weinend, Herr Stierstädter habe es gesagt.
Nunmehr wird Polizeidirektor v. Meers cheidt- Hüllessem als Zeuge aufgerufen. Präsident: Es ist hier die Behauptung aufgestellt, daß Sie dem Kriminal-Schutzmann Stierstädter untersagt haben, in der Sternberg'schen Sache noch thätig zu sein. Zeuge: Tas ist nicht so richtig. Als ick> das zu Stierstädter sagte, war dies zu einer Zeit, als er gar nicht mehr in dem Tecernat war und nicht mehr unter Herrn v. Tresckow stand, also gar nichts mehr mit der Sache Sternberg zu thun hatte. Staatsauwalt: Wer hat veranlaßt, daß Stierstädter aus dem Tecernat herauskam? Zeuge: Ich Es geschah im Einverständnis mit dem AbteilunZs- decernenten. Herr v. Tresckow erhielt sein neues Tecernat, aber der Prozeß Sternberg ging mit Herrn v. Tresckow dorthin über. Präs.: Herr Stierstädter sagt. Sie hätten ihn kommen lassen und ihm gesagt, er solle sich nicht unterstehen, noch etwas in der Sternvergychen Sache zu thun. Zeuge: Oh, das war ja viel später. Präs.: Welche spezielle Veranlassung lag dazu vor? Zeuge: Wie gesagt, hatte er mit der Sternberg'sck)en Sache nichts mehr zu thun, es sei denn, daß Herr v. Tresckow ihn zu Recherchen haben wollte. Ich erfuhr aber durch die Mitteilung eines mir unbekannten Mannes, der sich als Maler Normann unterzeichnete, daß er doch wiederholt noch bei Blümke's gewesen sei und dies hielt ich Stierstädter vor. Präs.: Das thaten Sie blos auf die Mitteilung eines Ihnen bis dahin unbekannten
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Mannes? Zeuge: Es war zu einer Zeit, akS meine-? Frau sehr krank darniederlag und ich in einer steten Gemütsdepression mich befand. Da ließ ich mir ©Her- städter kommen und sagte ihm: Ich verbitte mir solche eigenmächtigen Recherchen über den Kopf des Kriminalkommissars hinweg. Er antwortete, daß er auf Anordnung des Staatsanwalts Romen die Recherche» bei Blümke's anstelle. Er hatte schon vor dem erste» Urteil im Sternberg-Prozeß einmal auf eigene Faust unter Umgehung des Kommissars etwas unternommen. Präs.: Haben Sie seit längerer Zeit Beziehungen $um Angekl Sternberg gehabt? Zeuge: Ja, seit 13 Jahren. Präs.: Wie lange war Ihnen bekannt, daß die Kriminalpolizei mit Dingen sich zu beschäftigen hatte, bei welche» der Name Sternberg eine Rolle spielt? Zeuge: Mir war bekannt, daß seit 1893 Anzeigen gegen Sternberg vorliegen. Angekl. Sternberg: Ihnen war aber auch | bekannt, daß ich freigesprochen worden bin? Zeuge: Ge wiß. Ich hatte etwa im Jahre 1893 meinen Verkehr mit
Sternberg unterbrochen, und ihn etwa int Jahre 1896 wieder ausgenommen. Präs.: Haben Sie auch Familienverkehr gehabt? Zeuge: Ja, mit meiner Frau und meinen Töchtern. Das war aber vor dem ersten Prozeß. Präs.: Hatten Sie auch Geldbeziehungen zu Herrn Sternberg? Zeuge: Ja. Als ich nach dreijähriger Pause Herrn Sternberg im Jahre 1896 wieder traf, fragte er mich nach allem Möglichen, auch nach der Villa, die ich in Brieg auf Rügen besaß. Ich war 1892 mit Herrn Sternberg in Binz gewesen. Er hatte sich Binz angesehen, um event. dem Fürsten Puttbus dazu zu verhelfen, daß er das Bad zurückkaufen könne. Es kam aber nicht dazu. Ich hatte bei dieser Gelegenheit eine seitwärts in bet Einöde belegenes schönes Terrain gesehen. Das erwarb ich vom Fürsten Wit eigenem Gelde. Es war ein Morgen groß und der Kaufpreis betrug nur 400 Mark. Ich hatte das Grundstück in der Absicht gekauft, um ein kleines Haus für mich und höchstens noch eine befreundete Familie zu bauen. Tas Haus sollte sehr billig werden. Es war aber über den ursprünglichen Plan weit hinaus gegangen worden und die Mittel, die ich mir verschafft hatte, waren eigentlich schon durch den Rohbau aufgezehrt gewesen. Ta sagte mir Sternberg, daß, wenn ick etwas Mittel brauchte, er gern erbötig wäre, mir Geld vorzuschießen. Er gab mir 2000 Mark gegen einen Schuld- schein zu 4 Prozent Zinsen. Die Summe sollte, von 1897 angefangen, in halbjährlichen Raten zurückgezahlt werden. — Präsident: Als die Sache Fournacon auf der Bild fläche erschien, war die Schuld noch nicht abgezahlt? Zeuge: Nein, aber ich, habe mir da sofort das Geld anderweitig beschafft und an Sternberg zurückgezahlt. Präs.: Hatten ©ie auch eine Hypothek von Sternberg? Zeuge: Ja. Ich erhielt von der Häuser- und Grundbesitz- Aktiengesellschaft, zu der Herr Sternberg in Beziehungen stand, eine Amortisations-Hypothek an erster Stelle. Dahinter kamen 3000 Md 4000 Mark und eine Grund schuld von 18 000 Mark. Die Hypothek war im Jahre 1892 ausgenommen und von da an amortisiert worden. Im September vorigen Jahres wollte ich das Grundstück, aus welchem Sch leider ein Logierhaus hatte machen .müssen, verkaufen. Ta wollte ich die Hypothek in eine feste Hypothek verwandeln und das amortisierte Geld heraus- haben. Ich sprach mit Sternberg. Er war damit einverstanden, daß die Hypothek auf seinen Namen umgeschrieben würde. Ich bekam die Amortisationsquote heraus, nachdem noch die kleine Summe, die er mir zu Anschaffungen voraestreckt hatte, abgezogen worden war. Das Haus habe ich im Oktober v. I. an den Bahnhofspächter Rost in Puttbus, der Herrn Sternberg überhaupt nicht kennt, verkauft. Tie Hv' vthek ist übergegangen auf die Breslauer Diskontobank, die sie bezahlt hat. Präs. : Sie sind also seit dem Oktober v. I. aus der ganzen Sache heraus? Zeuge: Jawohl. Präs.: Haben Sierrgenv welche größeren Geschenke von Sternberg frommen Zeuge: Nein. Zur Einrichtung der Villa hafte er mir mal ein paar Bettstellen, einen Schirank und einen ^.iscy
Auf Befragen des Vorsitzenden erklärt Zeuge v. Tresckow: Als Herr Sternberg eingeliefert werden solte, machte er Herrn v. Hüllessem Mitteilung^ Er horte von ihm, daß er mit der Familie bekamit war, hatte abei von pekuniären Beziehungen keine Kenntnis. Tas terefie welches Herr v. Hülle em cm der Sache hatte, war wolst etti rekn rnenMiches. Auf weitere Fragen des Präsidenten erklärt o. Tresckow es fei einm<rf eine Meinungsdifferenz zwischen ihm und Herrnj. Hüllessem entstanden und zwar über die Frage, ob es notwendig sei Herrn Sternberg zu Rekognitationszwecken zu pho- toqrLhieren Da hLe ich Herrn v. Hüllessem geraten, seinerseits sich lieber jeder Einwirkung zu enthalten, da eine aus ehrlichem Herzen kommende Tecknahme von bofetr Leuten vielleicht falsch gedeutet werden konnte
Ein Beisitzer richtet au den Zeugen v. Hüllessem fol»- aende Frage: Glaubten Sie denn, daß Sternberg sich bei dem ersten Urteil beruhigen würde und warum nahmen Sie dem Herrn v. Tresckow gerade denjenigen Beamten fort, der alle Fäden in der Sternberg'schen Sache kannte und am besten ein geweiht war? Zeuge v. Hüllessem: Der Kriminalbeamte Stierstädter konnte ja jederzeit wieder mit den Ermittelungen betraut werden. Präs.: Sie mußten doch wissen, daß Stierstädter eine wichtige r)-i- gur im Sternberg'schen Prozesse gespielt hatte. Wie kamen Sie dazu, ihm zu der bieten, weiter Schritte in der Sache zu thun? Zeuge:: ^ch hatte nur gesagt, daß er nicht hinter dem Rucken seines Kommissars mit dem Staatsanwalt konferieren sollte.
Präs.: Herr von Tresckow, haben Sie sich nicht gewundert, daß Stierstädter Ihnen fortgenommen wurde? Zeuge v. Tresckow (achselzuckend): Die Anordnunsien meiner Vorgesetzten habe ich nicht *u tritt- fieren Präs: Sie nehmen doch an, daß Stierstädter Ihnen wesentliche Dienste geleistet hat? Zeuge: Jawohl, aber ich glaubte, daß das Urteil rechtskräftig werden würde und damit erledigt sei. Präs.: Herr Direktor? Es wird ferner behauptet, daß Ihre Ordonnan«,, Schutzmann Rampach, dem Stierstädter gegenüber recht eigen tümliche Aeußerungen habe fallen lassen, wie: er solle nickst so schroff vorgehen und an feine Familie denken. Zeuge v. Hüllessem: Dieser Sachk stehe ich vollständig fern. — Ter Präsident stellt fejr,
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Kriminai Angeklagten Ahm ivaren b tr hatte sich \ vollen. Masl schein konnte Auf eine Fra, zeführt tourbf größten Sorgst Lewy'schcn Kell tzaß kein Nage «n den Kellers« des Liaalsam ihm von dem Miragen W ßroci hatten hinten dran, mutzte die t lkvmmissar l es sich gar fanbeite. F W gescheh ringste belaß lehrer M e y »eiche Bluts ^rann bestr , De Bem Mtn durch Aeje bestätig Nach i i «icht zu tza- reiner weiter Zuden groß Moment für
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