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9.9.1900 Erstes Blatt
 
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Opfern hereinholen, das ist eine um so unverständlichere Politik, als sie den Kohlenmangel in Deutschland nicht be­seitigt, sondern nur die Reichskasse schädigt.

Gewiß, es würden durch eine Erschwerung der Ausfuhr oder, was wir noch lieber sähen, durch ein glattes Aus­fuhrverbot manche Leute geschädigt, die vielleicht auf lange Fristen hinaus kontraktliche Lieferungen zu erfüllen haben. Aber diese Herren haben jetzt genug verdient, sie mögen auch einmal die Kehrseite der Medaille bewundern. Aus einer belagerten Festung darf auch niemand Lebensmittel ausführen; wenn ein Volk an einem Lebensbedürfnis Not leidet", so schwindet die Rücksicht auf den Profit des Einzelnen. Er mag sich damit trösten, daß er für Andere leidet. Und ist der entscheidende Schritt geschehen, so wird er auch für später nicht schaden. Unser Verbrauch an Kohlen ist so stark geworden, daß er durch unsere heimische Produktion kaum gedeckt wird. Wir brauchen also auch in Zukunft keinen Massenexport. Heute bilden die billigen Ausfuhrtarife den Haupthebel zu den Preistreibereien der Händler. So muß eben der Hebel abgebrochen werden. Jedenfalls aber ist es Zeit, daß dieErwägungen" aus­hören und die Thaten beginnen.

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DaS preußische Staatsministerium hat, wie die National-Zeitung" heute hört, in seiner letzten fünfstündigen Sitzung zur Erweiterung der Kohlenzufuhr beschlossen, den Rohstosstarif zunächst aus zwei Jahre für die Beförderung von Kohle aus den preußischen Staatsbahnen einzuführen. Dadurch, so fährt das genannte Blatt fort, wird sowohl die Zufuhr ausländischer Kohle insbesondere von der Seeküste ins Binnenland als die Beförderung der einheimischen Kohle innerhalb Deutsch­land wohlfeiler gemacht und somit erleichtert, da der Roh­stoff-Tarif niedriger ist als die gegenwärtig für Kohlen- TranSporte bestehenden Tarife. DerReichs-Anzeiger" meldet bestätigend: In der letzten Sitzung des Staats­ministeriums wurde beschlossen, in Anbetracht der Schwierig­keit der Kohlen-Versorgung die Zufuhr ausländischer Kohlen dadurch zu erleichtern, daß der Rohstoff-Tarif für die Zeit des weiteren Bestehens der derzeitigen Verhältnisse, min­destens aber für zwei Jahre allgemein eingeführt wird. Die preußischen Staatsbahnen sind mit der sofortigen Durchführung dieser Maßregel in ihrem eigenen Bereich und soweit erforderlich zur Verhandlung mit den beteiligten Bahnen beauftragt.

einer alsb»ldigm Aufhebung der Ausnahmetarife zuzuneigen. Eine solche scheinbare Rücksichtnahme auf die Gruden-Jnteresienten ist nicht zu billigen; es darf angesichts der herrschenden Kohlennot keine Maßregel unterbleiben, welche zulässig und geeignet ist, die deutsche Kohle unserer Industrie und dem gesamten inländischen Bedarf in erster Linie vorzubehalten. Der Einwurf, daß man sich für den Fall eines möglicherweise wiederkehrenden Rückgangs unseres Berg­baus den ausländischen Markt nicht verscherzen dürfe, erscheint der allgemeinen Notlage gegenüber nicht berechtigt, zudem vermag kein anderer Artikel so leicht von heute auf morgen sich jenen Absatz durch billigeres Angebot wieder zu sichern, wie es grade bei der Steinkohle der Fall ist.

In welches Abhängigkeitsverhältnis der sonst so blühende Kohlen- handel geraten ist und mit welchem Terrorismus das Syndikat seine herrschende Lage ausübt, erhellt aus den gedruckten Vertrags­bestimmungen, welche der Kohlenhändler zu acceptieren gezwungen ist. Derselbe muß darin ausdrücklich anerkennen, zu keinerlei Regreß­ansprüchen wegen Nichtlieferung berechtigt zu sein, darf keinen Anspruch erheben auf Nachlieferung der an einem Monatsschluß fehlenden Waggons. Trotzdem muß der Händler sich zur Erlegung einer Buße von 10 Mk. pro Waggon des ganzen Abschlusses verpflichten, sofern er nur einen Waggon Kohlen von einer außerhalb des Ringes stehenden Zeche bezieht, ohne Rücksicht darauf, daß er durch Nichtlieferung des abgeschloffenen Quantums durch das Syndikat in diese NoUage gebracht worden ist. Auch bezüglich des Absatzfeldes sind dem Kohlenhändler bestimmte Grenzen gezogen.

Die schwere Bedrängnis, unter welcher Handel und Gewerbe, nicht minder die Gesamtheit der übrigen Konsumenten fortdauernd leiden, erfordert schleunigste Abhilfe. Das nächstliegende Mittel, eine Milderung der Notlage herbeizuführen, erblicken wir in der vorübergehenden Auf­hebung der Spezialtarife, welche, bedauerlicherweise mit negativem Er­folge, in maßgebenden Kreisen jüngst erwogen worden ist.

Mit tarifarischen Maßregeln läßt sich im vorliegenden Falle, sowohl durch Hemmung deö Exports, wie auch zugleich in Erleichterung fremder Zufuhr, sehr vieles bewirken.

Die bei jenen Beratungen zum Ausdruck gekommene Rücksichtnahme auf laufende Verträge dürfte nicht geboten sein. Ausnahmetarife werden nicht mit bindender Wirkung gegeben, und zudem ist anzunehmen, daß daö erfahrungsgemäß sehr vorsichtig operierende Syndikat dem Aus­land gegenüber bezüglich der Erfüllung seiner Abschlüffe sich ebenso freie Hand behalten haben wird, wie dies bei seinen Verträgen mit dem deut­schen Abnehmer ausnahmslos der Fall zu sein scheint.

Als berufene Vertreterin so vieler geschädigter Interessen gestatten wir uns, diese Darlegung zu unterbreiten, alles übrige dem weisen Er- meffen hoher Staatsbehörde anheimstellen.

Gießen, 8. September 1900.

*» Hessische Handwerkskammer. Gegenwärtig finden die Beratungen Über die Ausführungsbestimmungen des Reichs' gesetzes vom 3. Juni 1900, die Schlachtvieh- und Fleisch­beschau betreffend, statt. Die hessischen Metzger-Innungen haben sich daher an Großherzogliches Ministerium mit einer Eingabe gewandt, damit durch den hohen 8unbe6rat Der Erlaß der Bestimmungen für die Beurteilung des Schlacht- vieheS einheitlich für das ganze deutsche Reich erfolge. Einer weiteren diesbezüglichen Eingabe der hessischen Metzgei^ Innungen an die Handwerkskammer entsprechend, hat sich diese nunmehr an die Ministerialabteilung für Landwirt­schaft, Handel und Gewerbe gewandt und die Wünsche dieser Innungen auch hier zur Vorlage gebracht.

** Der Bau eines neuen ^parkas^en- qebäudes beschäftigte die gestern nachmittag im ^aale der höheren Mädchenschule stattgehabte außerordentliche General-Versammlung des Spar- und Leihkasse- Vereins. Nach Eröffnung der Versammlung gedachte der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Wiener, der Ver­dienste, die sich der frühere Oberbürgermeister und nun­mehrige Finanjminister Gnauth um die Sparkasse er-

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Die Großh. Handelskammer Gießen schreibt zu I dieser Frage in ihrem letzten Jahresbericht wie folgt:

Wie in früheren Jahren, hat sich die Kammer auch in I den letzten Monaten eingehend mit den durch den Mangel I an Koaks und Kohlen hervorgerufenen außerordentlichen I Notstandsverhältnissen beschäftigt. Insbesondere standen wir I stets auf der Bresche im Kampfe gegen die billigen I Ausnahmetarife für Kohlen nach demAusland, I die zur Hauptsache die Schuld an dem heutigen I gefahrdrohenden Zustand tragen, indem sie wie I Ausfuhrprämien wirken. Demgemäß ließen wir folgende I Eingabe an unser vorgesetztes Ministerium abgehen:

Gießen, den 25. April 1900.

Hohem Ministerium erlaubt sich die unterfertigte Handelskammer | nachstehende Darlegung zu unterbreiten, zu welcher dieselbe durch die I fortdauernde Steigerung der Kohlenpreise veranlaßt wird. Diese Kalamität I wird verschärft durch großen Kohlenmangel und macht sich in allen | Teilen unseres Vaterlandes in bedenklicher Weise fühlbar. Biele In- | dufirien sind während des höchsten Notstandes zur Reduktion ihres Be- I triebes, manche andere zur vorübergehenden Einstellung desselben ge- 1 zwungen gewesen. Inmitten der Blüte unseres Gewerbefletßes eine | solche Störung und Hemmung der nationalen Arbeit herbeigeführt zu | sehen wegen Mangels desjenigen unentbehrlichen Rohmaterials, welches I unser Boden in ausreichender Menge für unfern Bedarf hergiebt und I uns in erster Linie gesichert bleiben sollte, ist aufs tiefste beklagen. Be- I rechtigt zugleich ist die Betrachtung, ob einer solchen nationalen Misere I nicht rechtzeitig durch weffe Maßregeln hätte vorgebeugt werden können. I Wir erblicken in dieser Beziehung eine Versäumnis in dem Umstande, I daß die den Zechen aus Anlaß ihres Niederganges (Mitte der 80er | Jahre) gewährten Spezialtarife nach dem Auslande nicht beseitigt worden I sind, als wenige Jahre darauf infolge des gesteigerten Inlandsbedarfs I der Bergbau wieder sehr befriedigende Resultate erzielte. Von diesem Zeitpunkte an mußte das Weiterbestehen jener Tarife als Ausfuhrprämie wirken. So vermochte das mittlerweile ins Leben getretene Kohlen­syndikat nicht allein auf dem Wege der Produktionsbeschränkung das Angebot zu vermindern, es stand ihm zugleich die erleichterte Ausfuhr zur Seite, dasselbe zu beherrschen und damit den Inlandspreis nach Belieben hoch zu halten. Erhebliche Mengen dieses kostbaren Materials wurden unablässig ohne genügende Rücksichtnahme auf den stetig zunehmenden inländischen Bedarf häufig zu Schleuderpreisen dem Auslande zugeführt und uns selbst das Nötigste vorenthalten. Bei einer so systemathisch knapp bemessenen Versorgung des inländischen Marktes, welche schon seit Jahren ein Bilden von Neservelagern unmöglich machte, mußte ein rapides Anschwellen der Industrie und ihres demgemäß ge- | steigerten Kohlenbedarfs naturgemäß zu einer Katastrophe führen, wie ; sie jetzt über uns hereingebrochen ist.

Es verdient hervorgehoben zu werden, daß noch im Jahre 1898 trotz des schon damals vorhandenen Kohlenmangels gegen 14 MMonen Tonnen Steinkohlen ausgeführt wurden, um diese enorme Ziffer das inländische Angebot verringert worden ist. Es ist eine be­kannte Thatsache, daß durch jene Maßregeln die ausländische Industrie häufig m einer günstigeren Lage sich befand, z. B. die Belgischen Hoch­öfen infolge der ihnen vom Syndikat gewährten Vorzugspreise mit deutschem Koaks billiger verhütten konnten, als dies den deutschen Werken möglich war. Daß deutsche Kohle dazu dienen darf, unserm ausländischen Gegner den Wettbewerb auf dem Weltmärkte zu erleichtern, läßt sich mit den Grundsätzen einer nationalen Wirtschaftspolitik nicht verembaren.

Wenn ein Syndikat aus eigener Kraft, durch Zusammenschluß der Produktronsstätten sich einen befferen Markt zu sichern vermag, so wird man sich in eme solche Thatsache wohl oder übel finden müffen; wenn indeffen eme das Interesse Weniger zum Nachteil der Allgemeinheit be­günstigende Ringbckdung eine Stütze findet in staatlicher Beihilfe, wie man sie in der fortdauernden Gewährung der Spezialtarife nach dem Auslande erblicken muh, so ist die schärfste Kritik am Platz

Diese Schädigung rodter Kreise gab schon im Jahre 1891 den Handelskammern Bielefeld, Hanau, Mühlhausen i. Th., besonders auch der Handelskammer Gießen Veranlassung, sowohl in dtrekt-n Eingaben an den Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten, wie auch durch die Orgrne der Preußischen Bezirks Eisenbahnrate auf Aufhebung jener Tarife zu dringen.

Ebensowentg, wie diese Bemühungen etwas gefruchtet haben, scheint der Herr Minister für öffentliche Arbeiten jetzt wenn man stch an die Aeußerung Sr. Exzellenz im Parlament halten darf

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Politische Tagesschau.

Der Generaldirektor und sämtliche Direktoren der einzelnen Landesverbände der Raiffeisen-Organisation ver­öffentlichen eine gemeinsame Erklärung dahingehend, daß die gesamte Raiffeisenorganisation eine Vereinigung mit den Offenbacher Provinzial- und Landesver­bänden im Jntereffe der deutschen Landwirtschaft freudig begrüßen würde. Vorbedingung der Vereinigung sei:

Vereinigung aller deutschen Genoffenschaftsverbände auf dem Ge­biet des Personalkredits, des Einkaufes landwirtschaftlicher Bedarfs­artikel und des Verkaufes landwirtschaftlicher Erzeugnisse auf der Grund­lage der Raiffeisen'schen Landwirtschaftlichen Crntraldarlehnskaffe für Deutschland zu Neuwied."

Würde dies erreicht, so sei der Raiffeisenverband bereit, auf die Einheitlichkeit des Generalverbandes (Revisions- verbandes) zugunsten der Offenbacher Landesrevisionsver- bände zu verzichten.

Der Mailänder(Sortiere" enthält einen Brief aus Neapel, der nach Mitteilungen des Schreibers die Gedanken des Königs von Italien enthält, wie dieser sie einem Herrn feiner Umgebung ausgesprochen haben soll. Es heißt in der Korrespondenz:

Der König sagte mir ost, er habe während der letzten zehn Jahre mit Aufmerksamkeit alle politischen Ercigniffe verfolgt, im Jnlande wie im Auslände. Er habe stch jedoch sorgfällig von irgendwelcher Kundgebung ferngehalten, um später einmal ganz seinen Ideen folgen zu können.Ich habe nur den Wunsch, meiner Herrschaft ein signum personale zu geben. Wohl weiß ich, daß das schwer ist und daß meine Kräfte nicht hinreichen, um die Uebel zu heilen, an denen Italien krankt. Diese Uebel aber haben alle eine einzige Ursache: in Italien thut kein Mensch seine Pflicht. Man läßt die Dinge eben gehen. So muß man denn die Leute zur Pflichterfüllung h-ranztehrn, alle ohne Unterschied, und ich selbst muß damit anfangen, meine Pflichten mit Eifer und gewissenhaft zu erfüllen. Das soll anderen ein Beispiel sein! Die Minister müssen mich dabei unterstützen. Sir dürfen nur das versprechen, wak, sie auch sicher erreichen und durchsühren können und müssen der Menge keine Phantasien oormachen. Wer seine Pflicht treu erfüllt, und sei es bis zum Tode, der ist mir der liebste Bürger! Die Bürger müssen auch zu größerer Achtung vor dem Gesetze an- gehalten werden. Streng und unerbittlich muß das Gesetz gehanv- habt werden, und schon der Verdacht, es könnte irgendwelche Partei­lichkeit obwalten, muß als gefährlich beseitigt werden."

Der König ist, so fügt diehohe Persönlichkeit" hinzu, selbst von einer unerbittlichen Strenge. So wurde der beliebte General Terzaghi seinerzeit aus dem Hofdienste beim kronprinzlichen Paare entlaffen, weil er einmal zum Balle im Schlöffe eine Dame eingeladen hatte, die waS Terzaghi übrigens nicht wußte längere Zeit in der ebronique scandaleuse von Neapel eine Rolle gespielt hatte, und so wie in diesem Falle verhält er sich auch sonst.

worben; fein reges Interesse an dein Institut, seine Sach­kenntnis und sein wesentlicher Anteil an der Ausarbeitung neuer Statuten hervorhebend. Der Vorsitzende gab der Hoffnung Ausdruck, daß Herr Gnauth auch als Finanz­minister sein Interesse an den Sparkassen fernerhin bethätigen werde. Zum Zeichen der Anerkennung der Ver­dienste des Herrn Gnauth erhob sich die Versammlung von den Sitzen. Aus dem hierauf von dem Vorsitzenden erstatteten Bericht über den Stand der unterm 29. De­zember 1899 beschlossenen Erbauung eines neuen Spar­kassengebäudes ist mitzuteilen, daß, nachdem der Vertrag über den Erwerb eines Bauplatzes an der Johannesstraße genehmigt worden, der Ausschuß die nötigen Vorberei­tungen für den Neubau traf. Rendant Döring erhielt den Auftrag, mehrere auswärtige Sparkassengebäude zu besichtigen. Aus das danach erfolgte Preisausschreiben gingen 12 Pläne ein, von denen 3 in engere Konkurrenz kamen. Nach Prüfung der vom Preisgericht als die besten anerkannten beiden Entwürfe der Architekten Stein & Meyer und des zum Ankauf empfohlenen Entwurfes des Archi­tekten Hamann beschloß der Ausschuß, den Architekten Hamann zur Vornahme einiger Aenderungen an seinem Projekt und Ausarbeitung eines Voranschlages aufzusor- dern, nach welchem Herr Hamann als Generalunternehmer den Bau auszuführen bereit sei. Nach eingehender Er­läuterung des Hamannschen Projektes teilt der Vorsitzende mit, daß der Ausschuß einstimmig beschlossen habe, das­selbe der heutigen Generalversammlung zur Aussührung zu empfehlen, jedoch nicht, wie vorher geplant, Herrn Hamann in Generalentreprise zu übertragen, sondern die Arbeiten nach der im Voranschlag enthaltenen Einteilung ausführen zu lassen, die Aussührung selbst aber behufs Vermeidung der mit jedesmaliger Einberufung einer Generalversammlung eintretenden Verzögerungen dem Ausschuß zu übertragen. Nach eingehender Debatte, in welcher, veranlaßt durch eine aus der Mitte der Ver­sammlung gestellte Anfrage, der Vorsitzende und einige Mitglieder des Ausschusses den Antrag des letzteren, ins­besondere auch ihre vom Entscheid des Preisgerichts ab­weichenden Ansichten und Entschlüsse darlegten, wurde der oben mitgeteilte Ausschuß-Antrag zum Beschluß erhoben. Nach dem den Mitgliedern zugegangenen Voranschlag be­läuft sich die Bausumme auf 106 000 Mark.

** Vom Stempeln, esen. Nach dem 1. Januar 1900 ist auf Grund Pos. 73 des neuen Stempeltarifs von den meisten Gerichten für jede von diesem Jahr datierte, die Löschung einer Beschränkung im Mutationsverzeichms begründende Quittung, Einwilligung oder sonstige Be­scheinigung bei Vorlage der hiermit versehenen Eigentums­urkunde 1 Mark Stempel erfordert worden. Nunmehr hat das Großh. Justiz-Ministerium auf Anregung hm ver­ordnet, daß diese Quittungen re. bis zur neuen Grund buchsanlegung nicht mehr stempelpflichtig seien, wie es vor 1. Januar er. auch der Fall war. Auf dem ^cmde, besonders aber dort, wo feldwirtschaftliche u. dergl. Grunde einen häufigeren Besitzwechsel erheischen, wird dieser Ministerialerlaß mit Freuden begrüßt.

** Main-Lahnt hal-Zitherbund. Wie wer von zuverlässiger Seite vernehmen, wird in Gieße« Mitte nächsten Monats der 2. Bundes-Ko n g retz des Main-Lahnthal-Zitherbundes stattflnden. Mit diesem Bundeskongretz soll gleichzeitig em Monstre- Zit her-Konzert der obigem Bunde anaehorenden Vereine verbunden sein. Wir verfehlen nicht, das hiesige kunstliebende Publikum aus diese in Gietzen so seltene Ver- anstaltung schpn jetzt aufmerksam zu machen

Die gewöhnlichsten Verbranchsgegenstande hatten in nachstehenden Orten Oberhesiens im Juli AU, zentner folgenden Preis: In Gießen: Weizen 17,00 fflH, Roggen 16,50 Mk., Gerste 15,25 Mk., Hafer 16,39 Mk., Heu 6,35 Mk., Stroh 3,75 Mk., Kartoffeln 5,35 Mk., Erbsen 29,00 Mk., Bohnen 31,50 Mk., Linsen 38,00 Mk.; in Alsfeld: Weizen 15,50 Mk., Roggen 16 00 M, Gerste 16,00 Mk., Hafer 15,00 Mk., Heu 6,50 Mk., Stroh 4,00 Mk., Kartoffeln 4,00 Mk., Erbsen 16,00 Mk., Bohnen 28,00 Mk., Linsen 32,00 Mk.; in Büdingen. Weizen 17,50 Mk., Roggen 17,00 Mk, Gerste 1A00 Mk, Haser 16,00 Mk., Heu 6,00 Mk., Stroh 4,00 Mk., Kar- löffeln 4,50 Mk, Erbsen 24,00 Mk. Bohnen 28,00 Mk., LLMSLSEYSLUS:

MO? « « « « 6.00 Uli. «,» UM Ml, I^no Mk Heu 4,50 Mk., Stroh 4,00 Mk., Kartoffeln 5 00 Mk, Erbsen 18,00 Mk., Linsen 32,00 Mk.; in Schot tex: ffleücn 15,50 Mk, Roggen 15,22 Mk, Gerste 14,9o Mk, Leu ^4,75 Mk, Stroh 3,90 Mk, Kartoffeln 7,8o Mk. ^n Gießen: Ochs-nfleisch (p-rKilogr.) mit Beilage 1,42Mk, ohne Beilage 1,60 Mk, Kuh- oder Rindfleisch mU Be,läge 1,26 Mk, ohne Beilage 1,40 Mk, Kalbfleisch 1,28 S«»; 1,32 Mk, Hammelfleisch 1,10 bezw. 1,32 Mk, 1,00 bezw. 1,10 Mk, Schweinefleisch 1,20 b-M.^OMk. W-ißmehl 0,38 Mk, Roggenmehl 0 33 Mk, ®«b

Wctt ;,8° «Lklr 1 20 ORL, Kalbfleisch 1,20 Mk., 1^20 Mk Weißmehl 0,27 Mk., Roggenmehl »ro3? 6,22 Mk, Rogg-nbrod oK Mk, »ntt»2OO8mt Milch o,16 Mk, Ei-r 0,60 Mk, Kaffee

TOf°%rt'okun> 0,20 Mk, Steinkohlen 2,80 Mk, B^uÄen SM Mk. in Büdingen: Ochsenfleisch nÄl Jtu , oder Rindfleisch 1,20 Mk, Kalbflersch 1 32 M Hammelfleisch 1,12 Mk, Schweinefleisch 1,20 Mk, Weihmehl 0,35 Mk, Roggenmehl 0,23 Mk , gemischt. Brod Ä Roggenbrot, 0,23 Mk, Butter 2,40 Mk, Milch 016 Mk.! Eier 0,70 Mk., gebr. Kaffeebohnen 3,60 Mk.,