Ausgabe 
9.9.1900 Erstes Blatt
 
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Frankfurt a. M., den 3. September

1900.

CeritraLstelle für Obstverwertung

Wie kann der Kranke

sich rasch erholen pnd kräftigen?

Früh-Arpfel, je nach Sorte

Birnen, Zwetschkn.......

Pfirsiche.......

Jtun<ciflube«i .....

Mirabellen......

Trauben.......

Der PostdampferSBifternlanb* derSieb Star 8tneN in Ant­werpen Ist laut Telegramm am 4. September wohlbehalten in N«v- Aork sngekommen.

7-14.

5-12.

5.50-7.

1222.

10.

10.

25.

Fallissement" in neuer Einstudierung Ibsens Volksfeind" und dann zum ersten Male StrindbergS Gläubiger"' bringen wird, zum ersten Male als Drama Die Weber" von .Hauptmann, sowie das Schauspiel Der Rebell" von Hugo Ganz gegeben werden. Inner­halb eines C y k l u s klassischer Dramen wird unter anderem zum ersten MaleMalier es Schule der Ehemänner" in einer neuen Bearbeitung und lieber» tragung von Ludwig Fulda zur Aufführung gelangen.

Man setze feinen SpeisenToril" ju; wenn der Kranke feste Speisen nickt vertragen kann, bereite man eine kräftige Suppe nur aus Toril. Die Schmackhaftigkeit des Toril ermöglicht die Aufnahme auck be m appetitlosesten Kranken und wird dessen Appetit in kurzer Zeit gehoben. Toril ist die leichteste Nahrung, der ganze Nährstoff geht inS Blut über und befördert die Genesung.

Toril" ist Fleischcxtrakt aus bestem Ochsenfleisch mit kräftigenden und nahrhaften Substanzen. 4880

WN°" Man verlange überallToril".

ArbeiterbeVeg««-.

Mainz, 7. September. Das Rundschreiben der st reitenden Lederarbeiter der Mainzer Lederwerke enthält u. a. folgende Beschwerden über die Arbeitseinrichtung: 1) Färberei: Die Ventilation ist sehr mangelhaft, da die durch das Kochen der Farben sich entwickelnden Dünste keinen Abzug haben und sich infolge dessen an den Wänden und Kleidern der Ar­beiter ansetzen. Dadurch sind Rheumatismus und ähnliche Krankheiten keine seltenen Erscheinungen unter den Ar­beitern. Das Kochen des Urins müßte auch aus gesund­heitlichen Gründen in einem nicht als Arbeitsstätte dienen­den Raume geschehen. 2) Walkerei: In diesem Raume fehlt jede Schutzvorrichtung, und es ist nur als ein Zufall zu betrachten, daß nicht schon größere Unfälle vorgekommen sind. 3) Wasser-Werkstätten: Das Kochen von Hundekoth in diesem Raume ist sehr gesundheitsschäd­lich, und es wäre wohl möglich, diese Arbeit an einem anderen Orte vorzunehmen. Die Pumpe und die Trans­missionen sind ohne jede Schutzvorrichtung. Für die mit dem paaren beschäftigten Arbeiter wäre die An­schaffung von Gummihandschuhen geboten, da die Arbeiter durch Kalkbrühen an den Händen sehr zu leiden haben. 4) iiunt) 5) Maschinenräume 48 und 61: Treibriemen und Zahnräder sind ohne Schutzvorrichtungen. 6) Speise­saal: Es wäre erwünscht, daß der Raum öfters gerei­nigt wird. 7) Aborte: Die Reinlichkeit daselbst ist sehr mangelhaft. Verschleppung von Krankheiten und Ungeziefer konnte die Folge sein. 8) Auszahlung des Lohnes: Laut Gesetz müssen die Arbeiterinnen an Vorabenden eines jeden Sonn- und Feiertags um halb 6 Uhr den Betrieb verlassen haben. Da aber die Aus - zahlung.um etwa 6 Uhr erst beginnt, so sind die Ar­beiterinnen gezwungen, über die gesetzlich vor ge­schriebene Zeit in der Fabrik zu verweilen. Auch gelangt der Lohn für die männlichen Arbeiter immer zu spät zur Auszahlung. Zum Schluß des Flugblattes er­klärt die Lohnkommission folgendes:Wir haben zu Anfang des Streikes durchaus nicht auf der absoluten An­nahme unserer Forderungen in vollem Umfange -beharrt, sondern waren zu einem Vergleich über unsere Forderungen bei einigermaßen Entgegenkommen der Lederwerke jeder­zeit bereit .... Wir wollen unsere täglich llstündige Arbeitszeit auf ein vernünftiges Maß reduzieren. Wir wollen die Arbeit, die zu den allerungesundesten und schlech­testen überhaupt gehört, wenigstens einigermaßen anständig bezahlt erhalten."

Obstdurchschuittspreise

vom 3. Sept. 1900 (die Preise v-rstehru fick bei sofortizee Lieferns):

Centn er Mk. m e

Petroleum 0,22 M., Steinkohlen 2,80 Mk., Braunkohlen , 0,90 Mk.; in Butzbach: Ochsenfleisch 1,44 Mk., Kuh- oder , Rindfleisch 1,28 Mk., Kalbfleisch 1,32 Mk., Hammelfleisch 1,20 ' Mk., Schweinefleisch 1,00 Mk., Weißmehl0,33 Mk., Roggenmehl - 0 21 Mk., gemischt. Brod 0,27 Mk., Roggenbrod 0,24 Mk., ' Butter 2,77 Mk., Milch 0,15 Mk., Eier 0,75 Mk., gebt.

Kaffeebohnen 3,20 Mk., Petroleum 0,22 Mk., Steinkohlen , 2,60 Mk., Braunkohlen 1,70 Mk.; in Friedberg: Ochsen­fleisch 1,44 Mk., Kuh- oder Rindfleisch 1,28 Mk., Kalb­fleisch 1,28 Mk., Hammelfleisch 1,30 Mk., Schaffleisch 1 Mk., Schweinefleisch 1,12 Mk., Weißmehl 0,27 Mk., Roggenmehl 0,25 Mk., gemischt. Brod 0,25 Mk., Roggen­brod 0,24 Mk., Butter 2,20 Mk., Milch 0,18 Mk., Eier 0,68 Mk., gebt. Kaffebohnen 3,40 Mk., Petroleum 0,22 Mk., Steinkohlen 2,90 Mk; in Lauterbach: Ochsenfleffch 1,20Mk.,Kuh- oder Rindfleisch 1,20 Mk., Kalbfleisch 1,20 Mk., Hammelfleisch 1,12 Mk., Schweinefleisch 1,20 Mk., Weiß­mehl 0,29 Mk., Roggenmehl 0,24 Mk., gemischt. Brod 0,33 Mk., Roggenbrod 0,22 Mk., Butter 2,40 Mk., Milch 0,16 Mk., Eier 0,60 Mk., gebr. Kaff ebohnen 3,00 Mk., Petroleum 0,-22 Mk., Steinkohlen 2,60 Mk.; in Schotten: Ochsenfleisch 1,46 Mk., Kuh- oder Rindfleisch 1,24 Mk., Kalbfleisch 1,20 Mk., Hammelfleisch 1,10 Mk., Schweine­fleisch 1,20 Mk., Weißmehl 0,33 Mk., Roggenmehl 0,30 Mk., gemischt. Brod 0,28 Mk. Roggenbrod 0,22 Mk., Butter 1,85 Mk., Milch 0,14 Mk., Eier 0,60 Mk., gebr. Kaffee­bohnen 3,20 Mk., Petroleum 0,22 Mk., Steinkohlen 2,60 Mk., Braunkohlen 1,60 Mk.

-p- Friedberg, 7. September. Vom 19. bis 21. und vom 24. bis 26. September finden zwei Obstverwer­tung s - K u r f e für Frauen und Mädchen an der Großh. Obstbauschule in Friedberg statt. Der Kursus beginnt nach Eintreffen der Morgeuzüge und endigt vor Abgang der Abendzüge, sodaß Rückfahrkarten für den Tag oder für die Drei Tage verwendet werden können. Anmeldungen sind an die Großh. Direktion der Obstbauschule und land­wirtschaftliche Winterschule in Friedberg zu richten.

Lauterbach, 6. September. Die Synode des evang. Dekanates Lauterbach tagte gestern in Stockhausen. In dem die Synode einleitenden Gottes­dienst versah der Ortsgeistliche, Geh. Kirchenrat und Dekan D. Stock den liturgisch reich ausgestatteten Altardienst, Pfarrer Türck ans Hopfmannsfeld predigte auf Grund von Ev. Joh. 17, 15 von dem rechten Verhältnis, in dem die Christen zur Welt stehen sollen, und führte aus: 1) die Christen müssen in der Welt sein; 2) doch darf die Welt nicht in den Christen sein. Im Anschluß an den Gottes­dienst eröffnete der Vorsitzende, Geh. Kirchenrat Dekan D. Stock, die Synode. Der Vorsitzende gab den Bescheid des Oberkonsistoriums auf die vorjährigen Verhandlungen funb und verlas den Bericht des Dekanatsausschusses über die kirchlich-sittlichen Zustande des Dekanats im Vor­jahr, welcher leider eine bereits 1898 vorhandene, in 1899 aber erheblich stärkere Abnahme der Kirchenbesucher und Abendmahlsgäste konstatieren mußte. Nach Annahme des Antrages des Kirchenvorstandes Stockhausen auf Einrich­tung eines sog. verlobten Tages zum Gedächtnis an das große Brandunglück am 29. März 1899, begründete Pfarr- assistent Heß-Schlitz in ausführlicher, eingehender Aus­einandersetzung eine Resolution bezüglich Abwehr der gegen die evangelische Mission unter den Chinesen er­hobenen Angriffe, welche einmütige Annahme fand und sowohl in derDarmstädter Zeitung" wie in anderen Landesblättern veröffentlicht werden soll. Nunmehr ging man zum Hcmptgegeustand der Tagesordnung über: Be­sprechung der Thesen und Schrift des Pfarrers Kull- manu -'AltenschlirfDie Förderung edler Volkserholung durch Staat, Kirche und Schule, die beste Waffe gegen die wachsende Vergnügungssucht." Der Referent gab vor jeder These einen ergänzenden Ueberblick, an den sich dann die Diskussion über die These anschloß, die noch manchen ernsten Gedanken zu Tage förderte. Die Thesen fanden sämtlich einstimmige Annahme. Nachdem an Stelle des aus dem Dekanat geschiedenen Kaufmanns Waldeck Bürgermeister Schrimpf-Schlechtenwegen in den Vor­stand des Vereins für innere Mission durch Zuruf gewählt war, wurde die Synode mit Gesang und Segenswunsch geschlossen. (Darmst. Ztg.)

ff Ober-Moos, 6. September. Auf der schon teil­weise planierten neuen Kreisstraße von hier nach Ber­muthshain mit Abzweigung nach, Crainfeld, die in der Nähe des sogenannten Röthenbacher Teiches eine sehr nasse Stelle durchschneidet, sanken gestern Pferd und Wagen eines Fuhrwerksbesitzers aus Ulmbach fo. ein, daß beide nur mit Mühe herausgezogen werden konnten; doch ist das Pferd ohne Verletzung davongekommen.

() Worms, 7. September. Die Wormser Maschi­nen- lU'Nd Gewerbe-Ausstellun g, die in Fach^ f reif en lebhafte Anerkennung gefunden hat, geht in Bälde ihrem Schlüsse entgegen. Tas Komitee hat daher, um für den kleineren Handwerksmeister den Besuch zu erleichtern, den Eintrittspreis erheblich herabgesetzt.

Frankfurt a. M., 7. September. Im Opern- hause soll während dieser Herbstsaison, der letzten unter der Leitung des Intendanten Claar, der mit Ende Ok­tober nach gerade 20jähriger Thätigkeit von der Führung der Frankfurter Oper zurücktritt, eine Reihe besonders in­teressanter Aufführungen stattfinden. Zunächst werden mehrere klassische Opern in veränderter Form auf der Bühne erscheinen. Dem entsprechend sind die Vorbereit­ungen 511 einer gänzlich neuen Jnseenierung von Webers Freischütz" und BeethovensFidelio" in vollem Gange Die dekorative Ausstattung zumFreischütz" wird in dem Hoftheateratelier des Malers Burghart in Wien, diejenige zuFidelio" im Frankfurter Atelier von Maler Max Walther neu angefertigt. Dann wird eine Neuein­studierung von Heinrich Marschners viele Jahre nicht ge­gebener Oper:Templer und Jüdin" folgen. Als Gäste werden in den nächsten Wochen im Opernhause auftreten: van Roy, Signorina Prevosti und Francesco d'An- drade. WagnersRing des Nibelungen" wird im Zusammenhänge innerhalb einer Woche nochmals Zur Auf­führung gelangen. Außerdem wird eine Reihe klassischer Schauspiele bei ermäßigten Preisen zur Aufführung kom­men. Im Schauspielhause wird nach Beendigung des Cyklus nordischer Dramen, welcher nach Bjömsons

Vermischter.

* D i e Frage, ob Sven Hedi n noch lebt, hat eine schnelle Antwort erhalten. Sven Hedins Familie in Stockholm hat von ihm Briefe erhalten, von denen der letzte aus Arghan vom 10. Juni datiert ist. Arghan liegt an einem der Lobnorseen. Der Brief ist an Bord der Fähre geschrieben, mit der er den Teil der Lobnorgewässer I befahren wollte, die bisher noch nicht genügend unter- 1 sucht waren. In einem Briefe Hedins vorn 15. Mai aus Aangi-Köl, wo er sein Winterlager gehabt hatte, meldete er, daß er eine große Karawane in zwei Abteilungen süd­wärts durch die Wüste nach den grasreichen Gebirgsabdach­ungen bei Altyntag und Tjimentag abgesandt habe. Er wolle selbst, begleitet von einem der Kosaken und einigen Lobnorleuten, seine Untersuchungen der Lobnorseen fort- setzen, so lange er nur die Sommerhitze vertragen könne. Alsdann wolle er der Karawane folgen und zusammen mit dieser sich in den kühleren Berggegenden aufhalten, so lange die Sommerwärme andaure. Nach! seinem letzten Briefe vom 10. Juni hielt er sich noch am Lobnor auf, aber er bemerkt in dem Briefe, daß er jetzt sehnlichst wünsche, zu den Bergen herabzukommen, da die Hitze fast unerträg­lich sei. Tie noch zu erledigenden Untersuchungen am Lobnor wolle er dann im Herbst fortsetzen, wenn die Luft etwas abgekühlter sei. Dann wolle er eine neue Tour zu dem erwähnten Seengebiet machen und hoffe seine Arbeit im Laufe einiger Monate beenden zu können. Er gehe dann wieder nach den Bergen zurück, werde sich hiev bis Neujahr ausruhen, um dann die beschwerliche und gefährliche Reise nach Tibet zu beginnen. Trotz feiner großen und anstrengenden Arbeiten, schreibt Dr. Hedin, sei seine Gesundheit nie besser gewesen, und er sei froh und voller Lebenslust und Mut.

Handel Md Verkehr. UolkswirstchM

FraBkiarter i88r*e vom 7. September,

Wechsel aaf New-York zu 0.00-00.

Prämie» auf Kredit per ult. Sept 1.601/q, do. per ult Okt. 2.50%, Diskonto-Kommandit per ult. Sept 1.30%, do. per ult. Okt. 2.40 0/0, Lombarden per ult. Sept. 0.80%, do. per ult Okt. 1.05%. Deutsche Bank per ult. Sept. 0.00%.

NotienuixeÄ : Kreditaktien 209.10-208.60-80, Dißkonto- Kommandit 174.70-50-175.40, Staatsbahn 143.10-000, Lombarden 26.50-00.00. Italiener 94.30, Spanier 72.90, Bproz Mexikaner 25.70. Bochumer 184 30-20-70 bz., Laura 199 90-50-000 bz., Harpener 179.60-10-50 bz., Gelsenkirchen 192.00-000.00 G., Privat-Dis­kont 4%%.

1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 209-209.30-208.20-30 bz., Dis- konto-Kommandit 175.30-70-30 bz., Staatsbaho 143.10-142.70 bz., Lomburden 26.50-40.00 b., Laura 000-00, Berliner Handelsgesell­schaft 00.00 bz., Sproz. Mexikaner 00.00 bz , 3proz. Portugiesen 00.00-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz.

Getreide.

Bei anhaltend hohen Forderungen des Auslands, die zum Teil auch in den theueren Seefrachten infolge der südafrikanischen und chinesischen Wirren mit ihre Ursache haben, bewegte sich das Getreide­geschäft in der abgelaufenen Woche in sehr fester Tendenz. Auch die Umsätze sind wieder bedeutender geworden, wenn auch nicht zu leugnen ist, daß unsere Mühlen sich nur schwer entschließen, zu kaufen, da das Mehlgeschäft sehr schleppend geht. Nachdem jedoch deren Vorräte zur Neige gehen, werden sich dieselben wohl binnen kurzem am Einkauf mehr beteiligen müssen. Roggen bleibt fest. Hafer unverändert. Gerste. , Futtergerste fest und höher. Braugerste preishaltend. Mais gut ge- fragt. Die heutigen Notierungen sind: Redwinter 2 135 -136 Mk. | Kansas 2 135136 Mk. Laplata Weizen 135140 Mk., südrussischer Weizen 136-150 Mk., Rumänischer Weizen 138-150 Mk, russischer Roggen 90,75, 109113 Mk., russischer Hafer 100111 Mk., amerik. Hafer 10250 Mk., russische Futtcrgerste 107 Mk., Mixed Mais 93 Mk. per Tonne cif Rotterdam.

Hopsen.

Das Geschäft entwickelte sich in Nürnberg während der Benchts- woche etwas lebhafter und sind ganz belangreiche Tagesumsätze zu ver« I zeichnen. Prima Ware blieb im Preise unverändert, während mittlere I und geringere Sorten etwas nachgeben mußten. Die besseren Sorten I finden stets schlanken Absatz und wurden Mk. 90100 hierfür angelegt, I dagegen werden andere, weniger trockene Hopfen und auch in Qualität I geringere schleppend zu Mk. 7080 gehandelt. In Baden entwickelt I sich das Geschäft etwas lebhafter und wurden verschiedene kleinere Par- | tieen zu Mk. 100 und kleines Trinkgeld verkauft. Eine Partie bessere I Ware erreichte sogar 110 Mk. In Württemberg ist noch wenig trockene I Ware vorhanden, infolge dessen kamen auch größere Abschlüffe noch 1 nicht vor. Einige kleinere Partieen prima Ware erzielten Mk. 110125. I Im Elsaß ist es noch sehr ruhig und kamen uns Berichte über belang- I reiche oder nennenswerte Posten nicht zu.

Tabak.

Im Laufe der Bericütswoche lag das Geschäft in alten I Tabaken sehr ruhig und kamen größere Abschlüsse nicht I zu stände. Vom Niederrhein war im Laufe der Woche ein I Schneidfabrikant in Mannheim, soviel wir erfahren konn- I ten, wurde jedoch nichts verkauft. Die Händler sind jetzt I mit dem Verpacken der verkauften Tabake beschäftigt. In I neuen Sandgrumpen wird jetzt überall gekauft, doch sind I dieselben ordinär braun und ist der hierfür angelegte Preis I viel zu hoch. In der Rheinpfalz wurden an verschiedenen I Orten von den dortigen Maklern die Sandblatt zu 20 Mk. I aufgekauft und teilweise von Händlern übernommen. Da I diese Ware meistens noch im Felde steht, so ist, wie »schon I früher erwähnt, dieses Gebahreu im Einkäufe nur zu ver- I werfen. In Pfälzer Rippen flau, lose feine Mk. 99.50, I gebündelte Mk. 12.

Viehmärkte.

In Großvieh, hauptsächlich prima Schlachjtiere, ge- I stattete sich während der Berichtswoche an fast allen ein- I schlügigen Märkten das Geschäft sehr lebhaft, der Antrieb I wurde bei festen Preisen flott abgesetzt. Mittlere und ge- I ringere Tiere wurden im Verhältnis zur Vorwoche teil- I weise etwas mehr beachtet, der Umsatz hierin ist als mittel- I mäßig zu bezeichnen. Kälber waren sehr lebhaft begehrt, I es blieb nur an einigen kleineren Märkten geringer lieber» I stand. Schweine, hauptsächlich gemästete Ware, sehr be- I gehrt und zu anziehenden Preisen auch recht flott gehan? I beit, ebenso konnten sich Läufer und Milchschweine lebhafter I Nachfrage und guten Absatzes erfreuen. Preise anziehend. I Kohle».

Es notieren: Ruhr-Feltmrß Körnung I und II Mk. 270 bis I Mk. 280,, Nußschmiedekohlen Mk. 250 bis Mk. 260, Deutsche I Antbrscit-Nußkohlen Mk. 360 bis 370, englische Anthracit-Nußkobien I Mk. 420 bis Mk. 430, Ruhr-Flammnuß Körnung I und II Mk. 260 I biß Mk. 270, Ruhr - Flammnußkohlen Körnung III Mk. 250 Di# I Mk. 260, F: lischt ot Mk. 220 bis Mk. 230, Ruhr-Bruchcoks Mk. 360 I bi« Mk. 380, AuZstebgrics Mk. 170 biß Mk. 180. Alles per 10 To. I ab Mannheim. Durch die ungünstigen Schiffahrts-VerhSltnifse | (Nebel, niederer Wasßrstand) find die Zufuhren spärlich und deshalb I nicht im Stande, den höheren Herbstanforderungen, hauptsächlich in I Hausbrandkohlen, gerecht werden zu können.

Universität und Hochschule.

Dr. Otto v. Herff, Dozent der Frauenheilkunde an der Universität Halle, ist zum a-o. Profeffor befördert worden. Er ist 1856 zu Toluca in Mexico geboren und kam frühzeitig nach Deutschland. Seine medizinischen Studien machte er an der Universität Bonn. Seine wundärztliche Lehrzeit machte er an der Gießener chirurgischen Klinik als Assistent des Pros. Bose durch. 1882 erhielt v. Herff als Arzt am Elisabethenstift in Darmstadt eine selbständige Stellung. Er gab diese 1889 auf, um sich der akademischen Laufbahn zu widmen. Zu seinem Lehrgebiet machte er die Frauenheilkunde. Bald nachdem er als Ober­arzt bei der Universitätsfrauenklinik in Halle angestellt worden war, habilitierte er sich als Privatdozent bei der Universität Halle, v. Herffs Veröffentlichungen haben die operative Gynäkologie, die Geburtshilfe und Fragen aus der Anatomie und Entwicklungsgeschichte, die den Frauenarzt besonders angehen, zum Vorwurf. Im einzelnen sind zu nennen: Studien über die Anwendung des Sublimats in der Frauen­heilkunde, über die Behandlung der Harnröhrenscheidefisteln und der Blafengebärmutterfisteln, über Geschwülste der weiblichen Sexualorgane, ferner eine Reihe von Arbeiten über die Nerven der Sexualorgane und über den Mutterkuchen. In den Erörterungen über die Reform des medizinischen Studiums griff v. Herff 1898 mit der SchriftZeit- und Streitfragen über die ärztliche Ausbildung" ein. Für Unterrichtszwecke schrieb er eineGeburtshilfliche Operationslehre".