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9.3.1900 Erstes Blatt
 
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Wetterbericht. Während im Westen des ErdteUS der hohe Druck seine Herrschaft behauptet, hat sich des Norhostens neu-rdmgs eine Depression bemächtigt, deren Zentrum über Ostpreußen siegt, ^e- selbe beeinflußt mit einem Ausläufer auch unser ®ebiet, sodaß es da. selbst bei meist völlig bedecktem Himmel heute früh wieder vielenorts zu schneien begann. Die Temperaturen sind etwas gestiegen, lagen aber am Morgen noch allenthalben unter dem Gefnerpunkte - Boraus- sichtlichO Witterung: Zunächst noch meist trübes Wetter mit zeit­weisen Niederschlägen.

GoUrrdirust ia der ry«azoge.

EamStag den 10. März 1900.

Borabend 6» Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 8 Uhr, Sabbaihausgang 7« Uhr. ______________________

Aeurste Kelduntzk A

Depesche» des Bureau .Herold".

Zur Flotteuvorlage.

Berlin, 8. März. Wie in den Wandelgängen des Reichstages erzählt wird, soll die F l o t t e n v o r l a g e be­reits in nächster Woche in der Budgetkommission des Reichstages zur Beratung gelangen. Die verbündeten Re­gierungen legen großen Wert darauf, daß die Vorlage noch Dor Ostern in das Plenum zurückgelangt.

Diäten für Reichtagsabgeorduete.

Berlin, 8. März. Wie dasBerliner Tageblatt" hört, besteht in der konservativen Partei des Reichstages die Absicht, einen Antrag auf Gewährung von Diäten für die Reichstagsmitglieder einzu- bringen. Man versichert, daß dieser Antrag bereits zahl­reiche Unterschriften gefunden hat, und man rechnet in konservativen Kreisen darauf, daß wenn der Antrag von konservativer Seite komme, die Reichs-Regierung den Wi­derstand aufgeben dürfte, den sie bisher gegen den Dtäten-

bezug der Reichstags-Mitglieder so konsequent aufrecht er­halten hat.

Die Besteuerung der Warenhäuser.

Berlin, 8. März. Die Warenhaus-Angestellten be­absichtigen dem Abgeordnetenhause eine Petition ein zureichen, in welcher gebeten wird, dem Entwurf einer Besteuerung der Warenhäuser sowie einer jeden Steuer auf die Groß-Betriebe des Detailhandels die verfassungsmäßige Zustimmung zu versagen.

Lex Heinze.

Berlin, 8. März. Nach einer Meldung der Morgen­blätter aus München nahm die von Künstlern und Schrift­stellern einberufene Versammlung einen stürmischen Ver lauf. Nach verschiedenen Reden wurde eine scharfe Reso­lution geaen die Freiheit, Kunst und Wissenschaft be­drohende Lex Heinze beschlossen.

Zum Fleischbeschaugesetz.

Berlin, 8. März. Die Vorträge, welche sich der Kaiser am Montag vom Landwirtschaftsminister von Hammerstein und dem Staatssekretär des Auswärtigen, Grafen Bülow halten ließ, hatte das Fleischbeschau­gesetz beziehungsweise die Vorschläge -er Reichstags-Kom­mission zu demselben zum Gegenstände. Ter Kaiser sprach sich in dem Sinne aus, daß die Hervorkehrung einseitiger Interessen zu vermeiden sei, daß vielmehr alle durch dieses Gesetz berührten deutschen Interessen gleichmäßige Berück­sichtigung zu finden hätten.

Königin Viktoria in Irland!

London, 8. März. Amtlich wird berichtet, die Königin sei entschlossen, in den ersten Tagen des kommenden Monats eine Reise nach Irland anzu­treten, und werde im Palais des Vizekönigs Grafen Karogan in Dublin Wohnung nehmen. Diese Meldung ist von großer Wichtigkeit, da die Königin seit dem Jahre 1861

also seit dem Tode ihres Gatten, Irland nicht mehr besucht hat.

Kuudgebuug gegen England.

Paris, 8. März. Nach Meldungen aus Bordeaux fand daselbst gestern eine Kundgebung gegen England statt. Dieselbe soll durch einen Vortrag über den Transvaalkrieg veranlaßt sein.

AuarchiftifcheS Attentat.

P a r i s, 8. März. Auf dem Boulevard Richard le Noir wurde ein anarchistisches Attentat verübt. Eine mit Pulver gefüllte Blechbüchse explodierte vor einem Privathause. Der angerichtete Materialschaden ist bedeutend, Personen wur­den nicht verletzt.

Markus Bauer

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Bekanntmachung.

Samstag, 10. März I. I, nachmittags 3 Uhr beginnend, soll verschiedene» Abfallholz, darunter einige Lindenstämme, in den Friedhofsanlagen, an der Grünbergerstraße, auf dem Lagerplatz an der Bismarästraße, im Bürgermeistereihof, in der Südanlage, Ostanlage, im Oswaldsgarten, am alten Viehmarktplatz und am Krofdorferrveg an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden.

Die Zusammenkunft ist am Friedhof.

Gießen, am 7. März 1900.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

1817_____________________Gnauth. ______________________

Bekanntmachung.

Die Abteilung Nr. 5 der auf dem Viehmai ktplatze zu Wirtschafte- -wecken hergerichteten, mit Tischen, Bänken und Kochherden versehenen Halle ist für die Zeit vom 25. März a. c. bis 31. März 1901 zu ver» pachten. Die Verpachtungsbedtngungen können bei der unterzeichneten Be­hörde Zimmer Nr. 15 eingesehen werden, woselbst auch die Ange­bote schriftlich bis zum 20. März a. c. einzurelchen sind.

Gießen, den 7. März 1900.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. V.: Wolff. 1816

Hohmrsteigerung

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Dienstag den 13. März d. I. bei Jreienfeen: 1) im Ziegerrverg. Aschen rm: 360 (Scheiter, 390 Prügel, 65 Stöcke, 84 Reiserprügel; 2) aus Wetteraner- vergr 198 Fichten von 10 bis 20 cm vurchm. 33 obm (meist Sparren); 3) auSHoherairrr Aachenern: 35 Scheiter 1. Kl., 103 Stöcke, 92 Reiferprügel; 4) aus Wintersberg: Auche« rm: b7 Prügel 1. Kl., 41 Stöcke, 50 Reiser- vrügel; 5) aus Eichelgartenr Aachen rm: 18 Scheiter 2. Kl., 65 Stöcke, 165 Iftreifer; 1 Eichen-Abschnitt mit 1,62 cbm; 8 Buchen-Schnittholzstämme 3,96 obm; 83 aus Liesewäldchenr Aachen rm: 18 Schetter 2. Kl., 28 Stöcke, 30 Reiser» vrÄgel; 7) aus verschiedenen Distrikten: ^ohtreiser und ^eshokz flächenweise.

Zusammenkunft vorm. 10 Uhr beim W olfsgarten (Pflanzgarten), woselbst nach- ^ltags auch das Holz unter Nr. 2 bis 7 -um Ausgebot kommen wird.

Zaubach, am 5. März 1900. 1804

Gräfliche Oberförsterei.

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