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Werkes von den Erbauern der Firma Schuckert, in Nürnberg statt. Nach Vollziehung eines Abnahmeprotokolls wird das Werk aus dem bisherigen Probebetrieb definitiv an die Stadt Mainz übergehen. — Mit dem heutigen Tage ist die zweite Trajektverbindung zwischen hier und Kastel wieder in Betrieb gesetzt worden. Wegen Eisgang und niederen Wasserstand war die sür die Bewohner der Neustadt besonders wichtige Verbindung mehrere Wochen unterbrochen.
Klagen unserer Landwirte sind die gegenwärtig allerorts laut werdenden über die infolge der leidigen Maul- und Klauenseuche entstandenen Nachteile und Verluste wohl am berechtigtsten. Der Viehhandel liegt vollständig darnieder, und gar manche Einnahme, auf welche man sicher gerechnet hatte, blieb aus. Auch der Handel mit fetten Schweinen wird durch die Seuche ungünstig beeinflußt. Trotz des geringen Preises von höchstens 50 Pfg. für das Pfund Schlachtgewicht hält es den Leuten vielfach schwer, ihre gemästeten Schweine abzusetzen. — In einzelnen Gemeinden sind eine Menge von Kälbern und'Ziegen infolge der Maul- und Klauenseuche eingegangen, sodaß sich der Schaden oft auf Tausende von Mark beläuft. Hoffentlich lassen sich unsere Landwirte durch diese trüben Erfahrungen des letzten Jahres die Lust an der Viehzucht, die immerhin einen der einträglichsten Zweige der Landwirtschaft bildet, nicht verleiden.
nn. Darmstadt, 7. Januar. Mit Beginn der nächsten Woche wird der neue Landtag seine Arbeiten wieder aufnehmen. Der Finanzausschuß wird zusammentreten, um über eine Reihe von Regierungsforderungen für Nebenbahnbauten zu beraten, insbesondere über den Gesetzentwurf, die Regulierung der Gehalte der Volksschullehrer. Auch der Gesetzgebungs-Ausschuß, dem eine Reihe von wichtigen Gesetzentwürfen zur Umarbeitung zugewiesen sind, wird an die Prüfung dieser Regierungs-Vorlagen herantreten, um sie für die Plenarsitzungen der Zweiten Kammer spruchreif zu machen. Das Plenum der Kammern soll dann dem Vernehmen nach im Februar, jedoch nicht vor der zweiten Hälfte des Monats zusammentreten.
△ Seligenstadt, 7. Januar. Im hiesigen städtischen Schlachthause wurden pro 1899 geschlachtet: 98 Ochsen, 2 Faseltiere, 89 Kühe, 565 Rinder, 166 Stiere, 259 Kälber, 1122 Schweine, 38 Hämmel und 163 Ziegen, also im ganzen 2502 Schlachttiere. Davon wurden 87 Tiere beanstandet, und hiervon 74 aus die Freibank verwiesen. — Die seit 10. Dezember 1899 unterbrochene Schifffahrt auf dem Main ist nun wieder im Gange. Die ersten Miltenberger Steinschiffe passierten heute vormittag auf ihrer Thalfahrt unsere Stadt.
cT Mainz, 7. Januar. An die städtische Verwaltung hier ist seitens eines Bahnbaukonsortiums das Ansinnen gestellt worden, die Erbauung einer Kleinbahn Gustavsburg-Griesheim-Kornsand in Darmstadt fördern zu helfen, beziehungsweise finanziell zu unterstützen. Durch den lebhaften Verkehr, der zwischen Mainz und der Gustavsburg besteht, ist die Erbauung der angedeuteten Bahnlinie für Mainz nicht ohne Bedeutung. — Für die Truppen der hiesigen Garnison sind letzter Tage verschiedene Mal größere Quantitäten gefrorenes Ochsenfleisch von Thorn hier angenommen. Die schon seit ! längerer Zeit von der Militärbehörde gemachten Versuche haben ergeben, daß das von Tho.n hierher gelieferte gefrorene Fleisch bezüglich seiner Schmackhaftigkeit und seines Nährwertes der besten Oiwlttät des hier geschlachteten Fleisches in nichts nächstes. — In den letzten Tagen in verstossener Woche fand futcnS der städtischen Verwaltung I die osfizielle Abnahme des städtischen Elektrizitäts-
•* Noch vierzehn arbeitsame Tage stehen dem akademischen Eesaugvereiu bevor, dann aber hofft er, an seinem Ehrentage I zu seinen alten Freunden eine große Zahl neuer zu gewinnen. Und wahrlich, was er bringt und was er will, ist dessen I wert! Möge der unermüdliche Eifer, den der Verein und I an seiner Spitze sein Dirigent der guten Sache weihen, durch das schöne Bewußtsein belohnt werden, recht, recht vielen köstliches dargeboten zu haben. Für heute möchten wir zunächst die Aufmerksamkeit der Musikfreunde und vor allem der Musiksreundinnen auf das in heutiger Nummer veröffentlichte Programm aufmerksam machen. Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen! Wir möchten hier den Chornummern einige Worte zum Geleite geben, so sehr I sie ja freilich schon sür sich selbst sprechen. Was ein echter, wahrer Mozart ist, der lebt heute noch so jung und frisch, als wie vor hundert Jahren, mag auch der große Meister ach allzufrüh dahingeschieden sein. Wenn der Akademische Gesangverein diesmal zwei ernste Sachen der Musica sacra von Mozart auf sein Programm gesetzt hat, so verdient er dafür doppelten Dank, doppelte Aufmerksamkeit! Und dazu kommt, daß uns geboten werden zwei Werke, deren eines am Anfang, deren anderes am Ziele seiner musikalischen Meisterwerke steht. 1780 schrieb Mozart sein „Misericordias Domini Cantatur in aeternum“ in der Hoffnung, von Karl Theodor an die Spitze des Münchener Orchesters gestellt zu werden. Und fein „Ave verum Corpus“ ist am 18. Juni 1791 entstanden, also wenige Monate vor seinem Tode. Beide Werke sind nächst dem „Requiem“ das herrlichste und würdigste, was Mozart in der Kirchenmusik geschrieben hat. Das Misericordias besteht aus Chor und Fuge über die wenigen angegebenen Worte; es ist ewig jung und ewig alt, klassisch streng durch und durch, und dabei doch von einer Originalität und Großartigkeit in der Modulation und Contrapunktik, daß man sagen muß: hier hat sich der tiefernste Genius eines Bach mit dem genialen Gefühl und Geschmack eines Mozart in einzig dastehender Art verbunden! — Ganz anders und doch ein ebenso vollkommenes Muster des religiösen Stils ist das „Ave verum“. Es ist ein Gebet von wahrhaft himmlischer Inspiration, in einfachem melodischem Gesang (ohne Fuge). Kindliche Einfachheit, engelgleiche Frömmigkeit, priesterlicher Ernst, seraphische Glückseligkeit sind hier in einem Chor vereinigt, wie ihn auch ein Mozart nur an der Grenze zum Jenseits schrieb. — Und weiter hat der Akademische Gesangverein auf seine Fahne geschrieben: Johannes Brahms! Sein „Schicksalslied" (Gedicht von Hölderlin) giebt unvergleichlichen Ausdruck den uralten Gegensätzen: Erdennot und Himmelsseligkeit. Furchtloses titanenhaftes Ringen hier, olympische Ruhe und Heiterkeit dort! Scharf und knapp, ergreifend und erschütternd, in wunderbarer Steigerung wird dieses ewige Kampfesthema von Brahms bis zur Erlösung durchgeführt, unvergleichlich großartig! — Bernhard Scholz, der in Frankfurt lebende Meister, kommt mit seinen „Sylvesterglocken" wie zu einer Nachfeier der Jahrhundertwende! Es ist eine äußerst wirkungsvolle Komposition ernsten Charakters; vor allem zu rühmen ist die treffende Instrumentierung, die in unübertroffener Weise das Glockengeläute behandelt, ein beliebtes Orchesterproblem. Wir
Stolze-Schrey war erschienen und feierte den Verein in I einer längeren Ansprache. Aus der mit großem Beifall auf- genommenen und mit begeistertem „Schriftheil" geschlossenen Begrüßungsrede — Rückblicke auf die Vereinsthätigkeit in den vergangenen fünf Jahren — ist besonders hervorzuheben, daß der Verein bei seiner Gründung nur aus Vorstands- I Mitgliedern bestanden und sich dieses von dem Marburger | Verein nach hier verpflanzte zarte Reis, dank der rührigen und regen Arbeit seiner Glieder, von Jahr zu Jahr aufwärts strebend entwickelt hat und zu einem stattlichen Baum emporgewachsen sei, dessen Aeste sich nicht allein über Gießen | ausbreiteten, sondern bereits in die Umgegend desselben I hineinragten. — Die in allen Teilen so gelungene Stiftungs- I feier legte Zeugnis dafür ab, daß dieser noch junge Verein es nicht allein versteht, in stillen, ernsten und arbeitsreichen Stunden seine Fertigkeit in der Stenographie zu üben, sondern auch der Fröhlichkeit die rechte Weihe zu geben. — Eine Nachfeier fand am Sonntag nachmittag auf der „Liebigs- höhe" statt. — Schließlich sei noch auf den in nächster Woche beginnenden Unterrichtskursus für Anfänger in der verein- I fachten deutschen Stenographie (Einigungssystem Stolze- Schrey) aufmerksam gemacht, und auf das Nähere im | Inseratenteil hingewiesen.
** Das Winterfest der „Wanderer", Gießener Rad- fahr-Gesellschaft findet am nächsten Samstag dem 13. d. M., in sämtlichen Räumen von Steins Saalbau statt uib sind
I die Einladungen dazu bereits unterwegs. Aus dem vor- | läufigen Programm entnehmen wir, daß in sportlicher Be- 1 ziehung ein Eröffnungsfahren, ein Reigen und eine Radfahrer-Quadrille geplant sind, während für den unterhaltenden Teil ein theatralischer Schwank unter gefl. Mitwirkung des Herrn Direktor Helm und ein Konzert mit sehr entsprechend gewähltem Programme, unter persönlicher Leitung des Herrn Musikdirektor Krauße, vorgesehen wurden. Pünktlich um 11 Uhr soll der Ball seinen An-
I fang nehmen, bei dem es, wie wir hören, an kleinen Ueber- I raschungen ebenfalls nicht fehlen soll.
** Polizeibericht. In der Nacht vom Samstag auf I Sonntag wurden zwei bekannte hiesige Raufburfchen wegen I Ruhestörung notiert und mußte einer derselben, weil er I trotz Aufforderung die Ruhestörung fortsetzte, verhaftet I werden. Hierbei machte sich der andere des Versuchs der I Befreiung von Gefangenen schuldig, indem er mit Gewalt I versuchte, die Verhaftung zu verhindern. Derselbe sieht I feiner Strafe entgegen. — Ein hier bediensteter Knecht I wurde gestern am Bahnhofe zu Lollar von mehreren, an- I geblich Lollarer Burschen., überfallen und mit zwei I Stichwunden, sowie einer Schnittwunde am Kopse verletzt, so daß er in hiesiger Klinik ärztliche Hilfe in Anspruch
I nehmen mußte. • ___________
x Vom Lande, 7. Januar. Unter den mancherlei
Neueste WMunM.
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Berlin, 8. Januar. Am gestrigen Sonntage, dem 10jährigen Todestage der Kaiserin Augusta, hatte die Schloß-Verwaltung zu Charlottenburg die Ruhestätte der verstorbenen Kaiserin sinnreich geschmückt. Um 11 Uhr erschien eine Abordnung von Offizieren des Königin Augusta Garde - Grenadier-Regiments Nr. 4, um einen herrlichen Kranz am Grabe niederznlegen. Kurz nach 12 Uhr fuhr der Kaiser vor. Er war allein. Der Kaiser legte einen prachtvollen Kranz aus weißen Rosen nieder und verweilte längere Zeit in stiller Andacht am Sarge. Auch die Zöglinge der Kaiserin Augusta-Stiftung erschienen im Mausoleum. In der Zeit von 1 bis 2 Uhr fand in der Kapelle der Stiftung Gottesdienst statt.
Berlin, 8. Januar. Wie das „Kleine Journal" erfährt, soll eine neue Oper, die „Berliner Stadt-Oper" hier errichtet werden. Dieselbe soll Werke lebender Komponisten vornehmlich zur Aufführung bringen. Die Verhandlungen sind schon soweit gediehen, daß schon ein General-Direktor gesucht wird.
Mährisch-Ostrau, 8. Januar. Nachdem die streikenden Grubenarbeiter durch den Arbeitsführer Prokesch neue Forderungen aufstellen ließen, sind alle Verhandlungsversuche des Regierungs-Vertreters erfolglos geblieben. Die Situation erscheint äußerst ernst und eine Ausdehnung des Streikes wahrscheinlich.
Prag, 6. Januar. Der im Kladnoler Kohlen-Revier ausgebrochene Brand wurde, nachdem alle anderen Löschungsversuche gescheitert waren, dadurch erstickt, daß mittelst Bomben Kohlensäure in den Schacht geleitet wurde. Auf diese Art ist es gelungen, den Kohlenflötz zu retten.
Brüssel, 8. Januar. Die Beschlagnahme des deutschen Dampfers „Herzogs durch die Engländer hat ungeheures Aufsehen hervorgerufen. Sämtliche Blätter geben ihrer Entrüstung Ausdruck über die Neutralitäts-Verletzung und fordern die Großmächte auf, dagegen einzuschreiten.
Paris, 8.Januar. Zola hat in den ihm vom Kriegsministerium ausgehändigten Aktenstücken, betreffend die seinerzeit gegen seinen Vater erhobenen Verdächtigungen, eine Reihe von Fälschungen entdeckt. Da Zola entschlossen ist, die Rehabilitierung seines verstorbenen Vaters mit allen Mitteln zu betreiben, so scheint eine neue Skandal-Affaire bevdrzustehen.
M ^Ncw York, 8. Januar. Der „Tribüne" zufolge wird Mac Kinley einen Vermittelungsversuch zwischen England und Transvaal machen, sobald England nicht grundsätzlich sich gegen eine solche Vermittelung ausspricht.
wünschen dem noch jungen Werke den wohlverdienten Erfolg. Zum Schlüsse bringt das Konzert uns N. W. Gade's Frühlingsbotschaft. Sinnende, melodische Heiterkeit macht das Wesen dieser Komposition aus, und gewiß erinnert man sich hier gern an frühere Aufführungen dieses Werkes, das ja wohlbekannt ist und überall, wo es erscheint, nur Freunde findet. Wie man sieht, der akademische Gesang-Verein hat sich hohe Ziele gesteckt, und Herr Trautmann wird sie sicherlich erreichen, lieber die Solisten und ihre Mitwirkung ein andermal. -hr
"* Der Verein für vereinfachte deutsche Stenographie (Einigungssystem Stolze-Schrey) feierte am 6. ds. Mts. in „Steins Saalbau" sein fünftes Stiftungsfest. Ein gut gewähltes Programm mit Unterhaltung, Aufführung eines der Feier entsprechenden Theaterstückes und darauf folgendem Ball vereinigte seine zahlreich erschienenen Mitglieder und eingeladenen Gäste bis zur späten Morgenstunde. Die Vereine Marburg, Wetzlar, Lollar und Laubach hatten Vertreter entsandt, während die Vereine Dillenburg, Heuchelheim, Hungen, Alsfeld und in der Ferne weilende, dem Verein früher angehörende Mitglieder ihre Glückwünsche telegraphisch und schriftlich übermittelten. Auch der Bundesvorsitzende des Mittelwestdeutschen Stenographenbundes nach
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Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeiude.
Montag den 8. Januar, abends 8 Uhr: Bibelstttttdo im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Text: Ap.-Gesch. Kap. 9. Pfarrer @^6^ g cyQnuaT/ nachmitags 5*/, Uhr: Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde rm Schwesternhaus (Johannesstraße). Pfarrer Euler.
Sandel und Uerkehr. Volkswirtschaft.
Frankfurter Börse vom 6. Januar.
"Wechsel auf New-York zu 4,21-22.
Prämien auf Kredit per ult. Januar 1.95%, do. per ult. Februar 3.40%, Diskonto Kommandit per ult. Jan. 1.50%, do. per. ult. Februar 2.80%, Lombarden per ult. Jan. 0.60%, do. per ult. Febr.
Notierungen: Kreditaktien 232.40-281.90-232, Disk.- Kommandit 191.30.10.20 Staatsb. 135-34.90-135.20-135, Gotthard 141.70, Lomb. 28.80, Ungar. Goldrente 97.90, Italiener 93 40, 3proz, Mexikaner 25.80, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.18 / Privat-Diskont 5%%G„ ..... .n
1% bis 2% Uhr: Kredit 231.90-232.50, Diskonto 192 20-40, Staatsbahn 135.10, Lombarden 28 80. _
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lchen Inhalte», ommrrr.) inuar 1900.
gliche Hoheit der ezetnder 1899 dem oritz Hempel in seines 50jährigen
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it König!. Hoheit m 30. Dezember n die 1. lutherische Groß-Umstadt, zu
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Man schreibt uns aus Licht
Zur nähren Landplage wird eine Anzahl junger Manner, die^angeblich einen sogenannten Bibelkursus im hiesigen christlichen Vereinshaus absolvieren. Mittags und Abends durchqueren sie die Stadt, mit bedruckten Zetteln in den Händen, jedem Begegnenden sich herandrängend, fast den Weg versperrend, um die Zettel los zu werden. Richt genug damit, sie gehen in die Häuser, sogar abends. Sie sind dabei so zu» dringlich, daß sie Aergernis erregen. Trotz Auffordern, die Wohnung zu verlassen, weichen sie erst auf Wiederholung der Aufforderung. Wir wollen den Leuten ihr Vergnügen gönnen, sie sollen aber den seines Wegs gehenden in Ruhe lassen und diejenigen Häuser verschonen nut ihren Besuchen, wo sie zur Genüge wissen, daß sie draußen bleiben sollen. Durch derartiges Benehmen wird kein anständiger Mensch sür ihre Ideen gewonnen. Hoffentlich wird die Polizei, die wohl von etmm derartigen Treiben keine Kenntnis hat, Veranlassung nehmen, em lolches unqualifizierbares Benehmen in seine Schranken zu verweisen.
genüffe geboten werden würden. Mit dem Vorträge der Quartette von Haydn (Kaiserquartett) und Beethoven (fiarfenquartett) haben Die Herren Prof. Meyer, Hemecke, Mckward - nicht Löwenthal, wie urtümlich auf dem Piogramrn stand - und Löffler den Beweis geliefert. daß fie den höchsten Anforderungen gerecht zu werden wissen imd den Veraleich mit den ersten Konkurrenz-Vereinigungen nicht scheuen brauchen. Herr Professor Waldemar fintier der sich als Virtuos und Solist längst eines ausgezeichneten Rufes erfreut, ist ein vorzüglicher Primgeiger per mit den drei übrigen Herren em köstliches Ensemble bildet das in Bezug auf alle musikalischen Feinheiten kaum einen Wunsch offen läßt. Wenn es erlaubt ist, aus den genannten Quartetten Einzelheiten hervorzuheben, so mochten mir aus dem Kaiserquartett die Variationen über das Lied Gott erhalte Franz den Kaiser" und aus dem Harfenquartett den ersten Satz — Poco adagio, Allegro — als besonders wohl gelungen bezeichnen. Da der Vortrag mehrerer Quartette das Publikum erfahrungsgemäß abspannt, so hatte Herr Prof. Meyer an zweiter Stelle das Violinkonzert in D-dur von Mozart zum Vortrag gewählt, em Werk, das nicht nur vortrefflich in den Rahmen des übrigen Konzerts paßte, sondern auch dem Künstler, namentlich in der Doppelgrifftechnik, schöne Gelegenheit bot, seinen längst bekannten Ruf hier aufs neue zu bewähren. Wenn an dem gestrigen Konzert ein Wunsch offen bleiben soll, so kann es nur der sein, daß uns das Waldemar Meyer-Quartett recht bald wieder mit seinen Darbietungen erfreuen möge. Pr.
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