Allianzkriege.
Mit großer Ungeduld wartet man in der ganzen Welt aus Nachrichten vom chinesischen Kriegsschauplatz. In der ersten Ausregung über die bedrohlichen und beängstigenden Vorgänge in und um Peking glaubte man annehmen zu dürfen, daß die Großmächte ein durchaus einmütiges und rasches Vorgehen in Oftasien beschließen und auch durchführen würden. Statt dessen erlebt mau das kläglich^Schauspiel, daß über die Frage, wem das Oberkommando über die Kontingente der verschiedenen Staaten anzuvertrauen sei, ergebnislos verhandelt wurde, ohne daß es bis jetzt zu einem Einvernehmen gekommen wäre. Jeder Staat wird mithin zunächst für sich allein operieren, was unter Umstünden aus die militärischen Vorgänge sehr ungünstig zurückwirken und den Chinesen die Verteidigung erheblich erleichtern wird. Die chinesischen Machthaber sind zweifellos über diesen Stand der Dinge ganz gut informiert, und daß sie danach ihr Verhalten einrichten, läßt sich leicht begreifen.
Vor einigen Jahren, als es sich um die Schlichtung der kretischen Streitigkeiten handelte, gelangte das „europäische Konzert" zu einer recht heiteren Berühmtheit. Schließlich bekamen einige Teilnehmer dieses Konzerts das Ganze satt und zogen es vor, die Flöte aus den Tisch zu legen und den anderen das Spiel allein zu überlassen. Damals freilich handelte es sich um eine politische Frage, die, verglichen mit der brennenden Frage in Oftasien, von untergeordneter Bedeutung war. Europa hatte aus Kreta keinen barbarischen und brutalen Bruch des Völkerrechts zu rächen, keine in der größten Gefahr schwebenden Staatsangehörigen zu schützen, und vielleicht wäre es damals viel ersprießlicher gewesen, die europäischen Großmächte hätten von Anbeginn der kretischen Frage weniger Bedeutung beigelegt. Jetzt liegen die Dinge viel anders. Ein rasches und energisches Vorgehen der Mächte wäre gewiß am Platz. Statt dessen find noch immer die Diplomaten viel mehr beschäftigt als die Heerführer, uyd leider will es scheinen, daß die Diplomatie schon im voraus alles verderben will, was das Schwert erst schaffen soll.
In einem Gespräch, das Napoleon III. einst mit Herrn v. Bismarck, dem damaligen preußischen Gesandten am französischen Hofe, führte, äußerte jener, zu einem Kriege gehöre vor allem, die Hand voll guter Allianzen zu haben. Dieser Ausspruch hat vielleicht seine Berechtigung, wenn es sich um die Defensive handelt, dagegen thun Allianzen selten ihre Schuldigkeit, wo es wesentlich auf die Offensive ankommt, da sind sie in der Regel eher hinderlich als förderlich. Dafür kennt die Geschichte hinreichend Beispiele; und nur aus dieser inneren Schwäche der Koalition läßt es sich erklären, daß oft eine an sich übermächtige Verbindung mit verhältnismäßig viel schwächeren Gegnern nicht fertig werden kann. Schon im siebenjährigen Kriege hat sich dieser ünv stand zu Gunsten des großen Friedrich bemerkbar gemacht, der gegen eine so erdrückende Uebermacht im Kampfe stand. Während seine Gegner auf Schritt und Tritt lange berieten und sich fast niemals über ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten, hatte er den Vorteil der uu« gehinderten raschen Initiative und noch rascheren Durchführung der Pläne.
Die Entschiedenheit, mit der zu Anfang von den Mächten die Notwendigkeit des Einschreitens in China anerkannt wurde, erinnert lebhaft an die Bewegung, bie im Jahre 1792 bei den Kabinetten Europas entstanden war. Auch damals waren sie von einer „heiligen Entrüstung" ersaßt und man war mit Worten einig in der Entschlossenheit zu einem Rachezuge gegen das revolutionäre Frankreich. Eine europäische Koalition gegen die Republik war leicht zu Stande gebracht. Wie verlies aber dieser Allianzkrieg? In kurzer Zeit stellte sich die Uneinigkeit unter den alliierten Mächten und die Jntereffenverschieden- heit hervor, und der klägliche AuSgang der Unternehmung ist bekannt. Von der klugen Kaiserin Katharina II. erfuhr man nachher, daß sie die Koalition gegen Frankreich eigent-
jeber Zug verrät echteste Weiblichkeit, gepaart mit Heldengröße. Seltenes Glück ist hier ruchjos zerstört. Italien chatte in dem edlen Familienleben, der Sittenreinheit und der innigen gegenseitigen Liebe seines Königspaares ein Beispiel vor Augen, das allein schon einem Volke hätte zum Heil gereichen sollen.
Der einzige Sohn dieses edlen Königspaares ist der neue König Viktor Emanuel III. Die Trauerslagae an Bord der Yacht, die ihn der Heimat zubrachte, ist ein Symbol der Empfindungen, mit denen er seine Regierung antritt. Wohl geben die allgemeine Trauer seines Volkes, die Kundgebungen ehrlicher Teilnahme von allen Thronen und aus allen Nationen ihm Mut, dem Leben wieder ins Antlitz zu schauen und die schlveren Regentenpflichten auf sich zu nehmen; aber nie werden er und seine junge Gemahlin diese erste Königsfahrt mit der Trauerslagge am Mast und der Qual im Herzen vergessen.
Der junge Fürst ist bekannt als tapferer, pünktlicher, passionierter Soldat. Mehr aber noch als ein Freund und Jünger der Wissenschaften, als gründlicher Kenner der Geschichte. In der Abgeschlossenheit, fern von dem Treiben der Residenz, nur seinen Studien hingegeben, hat er dre beste Vorbereitung für seinen Beruf gefunden.
Dre genaue Kenntnis der geschichtlichen Vergangenheit seines Volkes wird rhn bei seinem ernsten Willen, seinem Haren Verstände und warmem Herzen am besten befähigen, den Anforderungen der Gegenwart und Zukunft gerecht zu werden. Ergreifend wirkt der Bericht über seine Begrüßung durch die Minister im Salonwagen des Zuges nach, der Ankunft in Rom, die Begegnung des jungen Monarchen und des greisen Generals di San Marzauo, und wer schildert die Empfindungen des Königs und seiner edlen Mutter, als sie sich, endlich in ihrem Schmerze vereint sanden am Totenbette des Gemordeten!
Schluß folgt.
lich nur zu dem Zweck eifrig gefördert hatte, um, während Oesterreich und Preußen am Rhein beschäftigt waren, in Polen „die Ellenbogen frei bewegen zu können". Auch unter den beiden anderen Großstaaten des Ostens herrschte Zwietracht und Eifersucht, und das Ende war daher, daß die Koalition zerfiel und die ftanzöfische Republik über die vereinzelten Gegner triumphieren und schließlich allen den Frieden diktieren konnte.
Auch in den Befreiungskriegen, an denen Deutschland so hervorragend und glorreich teilgenommen hat, zeigte sich das Mißliche der Allianzkriege — die Zwistigkeiten und Widersprüche zwischen den Mächten haben während der Feldzüge von 1813 und 1814 niemals auf» gehört, und wer weiß, ob sie ein für die europäischen Völker so glänzendes Ende genommen hätte, wenn nicht glücklicherweise die nationale Begeisterung des preußischen Volksheeres und seiner Führer der Kabinettspolitik das Konzept gründlich verdorben hätte.
Dasselbe Schauspiel gewährt, wie erinnerlich, auch der Krimkrieg. Die geringe Uebereinstimmung zwischen den Truppen der gegen Rußland verbündeten Westmächte hat auf den Fortgang der Belagerung von Sebastopol sehr hindernd gewirkt und mit dazu beigetragen, daß Rußland schließlich ein außerordentlich billiger Friede gewährt wurde.
Diese geschichtlichen Erinnerungen sind nicht danach angethan, das Vertrauen der öffentlichen Meinung auf rasche Erfolge der gegen die Chinesen aufgebotenen „verbündeten" Truppen zu verstärken, um so weniger, als eben das bisherige Verhalten der Mächte zu schweren Klagen Veranlassung giebt. Obwohl es sich um hohe Güter der Kultur und um wertvolle Menschenleben handelt, die in der größten Gefahr schweben, vergehen Tage um Tage, ohne daß man sichere Nachrichten hat, daß mit dem Beginn des Vor- marscheS gegen Peking Ernst gemacht ist. Mögen diese Verzögerungen ihre Ursache in wirklichen Schwierigkeiten technischer Art bei den einzelnen Kontingenten haben, man kann sich schwer davon überzeugen, daß solche Hemmnisse bei ernsthaftem Willen nicht rascher überwindbar sein sollten, und muß die unbehaglichsten Besorgnisse hegen, ob nicht mangelnde Uebereinstimmung rnid Hilfsbereitschaft das Unternehmen zur Befreiung der in Peking Eingeschlossenen in der bedauerlichsten Weise schädigen werden, sobald es einmal wirklich in Angriff genommen ist.
Die Kabinette und die militärischen Führer der Mächte an Ort und Stelle würden der Oeffentlichkeit, die durch ganz Europa augenblicklich wenig Sinn für die Hervor- kehrung von Sonderinteressen und Eifersüchteleien auf dem Felde der chinesischen Wirren hat, einen Stein vom Herzen wälzen, wenn sie dahin wirkten, daß die alte traurige Erfahrung von der mangelhaften Art, wie Allianzkriege geführt werden, in diesem Falle, wo es sich zunächst um ein so einfaches, klares Ziel handelt, keine Bestätigung fände.
Aus Stadt Md Kand.
Gießen, den 7. August 1900.
* • Postpersonaluachrichten. Versetzt sind: die Ober- Postdirektoren Maier von Darmstadt nach Frankfurt (Main) und Hol selb von Oppeln nach Darmstadt, der Post- üreftor Schäfer von Gleiwitz nach Gießen, der Ober- Postdirektionssekretär Neutze von Darmstadt nach Kreuznach als com. Postkassierer, der Postsekretär Eh le von Magde- mrg nach Darmstadt als com. Ober Postdirektionssekretär, )er Postverwalter Feik von Reinheim nach Horchheim und >er Ober-Postassistent Quaeck von Darmstadt nach Reinheim als Postverwalter. Ernannt ist: zum Ober-Post- etretär der Postsekretär Röder in Darmstadt. Ange- teilt sind: als Postsekretär: der Postpraktikant Justus in Offenbach (Main) und der Postverwalter Weber aus Balduinstein in Gießen. Angenommen find: als Postagenten: der Metzger Karl Weber in Oberroden und Fran Baßmann, geb. Seipp, in Okarben (Oberhessen). Ausgeschieden ist: der Postagent Franz Jakob Weber in Oberroden. Gestorben ist: der Postagent Baß mann in Okarben (Oberheffen).
* * Zum 80. Geburtstag. Heute vollendet Herr Lehrer i. P. Kolb, hier, der 17 Jahre in Langgöns und 31 Jahre in Annerod thätig war, sein 80. Lebensjahr in bewundernswerter geistiger und körperlicher Frische. Von hier und auswärts trafen in reichem Maße Beglückwünschungen ein; mehrere befreundete Kollegen gratulierten persönlich unter leberreichung eines passenden Andenkens. Möge dem verdienstvollen, würdigen Greise ein weiterer froher Lebensabend beschieden fein.
* * Lehrerprüfungen. Die diesjährige Definitorialprüsung )er Schulamts-Aspiranten und Aspirantinnen ist von dem Ministerium auf den 22. Oktober d. I. festgesetzt worden. Im Dezember findet olsdann die erweiterte Prüfung für Hauptlehrer und Lehrer an höheren Bürgerschulen statt.
** Invaliden- und Altersrente. Nach der im Reichs-Versicherungsamt gefertigten Zusammenstellung, die auf den Mitteilungen der Vorstände der Versicherungsanstalten und der zugelassenen Kassen - Einrichtungen beruht, betrug die Zahl der seit dem 1. Januar 1891 bis einschließlich 30. Juni 1900 von 31 Versicherungsanstalten und den 9 vorhandenen Kasseneinrichtungen bewilligten Invalidenrenten 541 876. Davon sind in- olge Todes oder Auswanderung der Berechtigten, Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit, Bezugs von Unfallrenten oder aus anderen Gründen weggefallen 176353, sodaß am 1. Juli 1900 liefen 365 523 gegen 343 341 am 1. April 1900. Die Zahl der während desselben Zeitraums bewilligten Altersrenten betrug 366 786. D-avon sind infolge Todes oder Auswanderung des Berechtigten oder aus andern Gründen weggefalwn 175160, sodaß am 1. Juli liefen 191626 gegen 194 869 am 1. April 1900. Invalidenrenten gemäß § 16 des Jnvalidenversicheruugsgesetzes (Krankenrenten) wurden seit dem 1. Januar 1900 bewilligt
3008. Beitragserstattungen sind bis zum 30. Juni. 1900 bewilligt an weibliche Versicherte, die in die Ehe getreten sind, 506 136 gegen 465 333, an versicherte Personen, die d^urch einen Unfall dauernd erwerbsunfähig im Sinne des Jnvalidenversich.erunasgesetzes geworden sind, 154 gegen 84, an die Hinterblrejbenen von Versicherten 116374 gegen 106 486, zusammen 622 664 gegen 571903 bis zum 31. März 1900.
b. Friedberg, 6. August. Am 18., 19. und 20. d. M° feiert der hiesige Kriegerverein das Fest seines 25- lährigen Bestehens. Mit dieser Feier ist auch das Bezirksfest des Kriegervereinsbezirks Friedberg verbunden. Die Veteranen von 1870/71 werden auch zu der Feier eingeladen. Zum Festplatz ist die geräumige Seewiese aus- erfthen. Die Feier ist auf den Tag von Gravelotte gelegt worden, weil derselbe jedes Jahr in unserem Krieger- üerem festlich begangen wird.
-Qu- Friedberg, 6. August. Gestern tagte hier die H auptversammlung des landwirtschaftlichen Bezirks- und des ViehznchtvereinS. Der Vorsitzende, Geh. Regierungsrat Dr. Braden, leitete die Verhand- lungen und eröffnete um 3J/2 Uhr die Versammlung mit einigen begrüßenden Worten an die zahlreich Erschienenen. Hieraus verlas Direktor Dr. von Peter die vorn Ausschuß geprüfte Rechnung für den landwirtschaftlichen Bezirksverein von 1899/1900 und den Voranschlag für 1900/1901. Die Rechnung schließt mit einer Einnahme von 3883 Mk. 70 Psg., der Reservefonds beziffert sich auf 1215 Mk. 75 Psg. Der neue Voranschlag balanciert mit 3855 Mk. in Einnahme und Ausgabe. Die einzelnen Posten der Rechnung und des Voranschlags wurden vom Redner eingehend begründet und erläutert und sanden ohne Diskussion die Zustimmung der Versammlung. Die hierauf verlesene Rechnung des Zuchtvereins für 1899/1900 wies eine Einnahme von 814 Mk. 26 Psg. auf; zum Reservefonds gehören 579 Mk. 26 Pfg. Der Voranschlag für 1900/01 schließt mit 1280 Mk. in Einnahme und Ausgabe ab. Auch hier fand nach den eingehenden Erläuterungen niemand etwas zu erinnern. Bei dem für die Viehzucht so wichtigen Kapitel der Viehweiden verweilte Dr. von Peter längere Zeit. Zwei Viehweiden find errichtet: eine in Hungen, eine in WerningS bei Wenings. Von den 55 Mk. für ein Stück Vieh auf diesen Weiden betragenden Verpflegungskosten trägt der Provinzialverein 20 Mk., sodaß der Eigentümer außer den etwaigen Transportkosten nur noch 35 Mk. zu bezahlen hat. Da die Vorteile des Weideganges von den Viehzüchtern immer noch nicht genügend gewürdigt werden, und die Beschickung darum eine noch zu geringe ist, so schlägt Dr. von Peter mit Hinweis auf den günstigen Rechnungsabschluß vor, kleinere Leute, die sich- als Züchter schon ausgezeichnet haben, zur Beschickung der Viehweiden noch besonders zu unterstützen, damit die hieraus resultierenden Vorteile allgemein mehr erkannt werden. 200 Mk. werden zur Verwendung hierfür vorgeschlagen und debattelos bewilligt. Nunmehr ging der Redner zur Verlesung des Jahresberichts Über, aus dem wir folgendes erwähnen: Die Arbeiten find im Provinzialverein konzentriert und die Detailarbeiten den Vorständen überliefern Diese können aber nur bewältigt werden, wenn draußen in den Gemeinden die nötige Unterstützung zu finden ist. Die Mitgliederzahl des Zuchtvereins ist um 110 gewachsen. Bei dem Kapitel über Vorträge äußerte der Redner, daß er sich von Ortsschauen, Stallschauen und gemeinsamen Rundgängen viel mehr versprechen würde als von Vorträgen, denen nicht jeder zu folgen vermöge. Eine gegenseitige Aussprache bei solchen Gelegenheiten hätte einen viel größeren praktischenWert. DieViehschauen mußten wegen der Maul- und Klauenseuche beschränkt werden, sanden aber nach dem April noch statt. In Butzbach wurde die Prämiierung abgehalten, aber durch den Zudrang des Publikums den Preisrichtern sehr erschwert. ES sei bei dieser Gelegenheit schon der Vorschlag gemacht worden, kleinere und dadurch mehr Prämien zu verteilen. Da wir aber noch im Anfang einer zielbewußten Viehzüchtung stünden, seien höhere Prämien zunächst noch am Platze, zumal ja auch Weggelder bei den Schauen bewilligt würden. Es sei schon ein erfreulicher Fortschritt bemerkbar, und deshalb seien viele Prämien verteilt worden. Nach Melbach kam ein neuer Stationsbulle. Tummelplätze für Jungvieh sink nur zwei vorhanden (in Griedel und Niederweisel), obgleich den Gemeinden eine Geldunterstützung gewährt wird, wenn der Platz die Größe von einem hessischen Morgen erhält. Die Bestrebungen zur Hebung des Gerstenbaues sind mit Erfolg gekrönt worden. ES ist der Beweis erbracht, daß aus unserer Wett er au er Gerste ein vorzügliches Bier gebraut werden kann. Es wäre darum wünschenswert, wenn noch zahlreichere Anmeldungen für die Ausstellung in Darmstadt erfolgten. Genügende Anmeldungen sind nur in Obst erfolgt. Auch die Viehzüchter müßten noch reichlicher anmelden, die Landwirte überhaupt die Gelegenheit zur Reklame, die hier unentgeltlich für sie gemacht wird, mehr benutzen. Bei der Erwähnung der Thätigkeit der Herdbuchkommission wurde sowohl vom Redner als auch später vom Geh. Regierungsrat Dr. Braden betont, daß die Körungen in unserem Bezirk seither zu ungünstiger Zeit und zu unregelmäßig vorgenommen worden feien, und daß Abhilfe dringend notwendig fei. Graf Oriola meinte, daß, da die Bildung kleinerer Körbezirke wohl nicht angängig fei, die Angelegenheit beim Provinzialverein zur Sprache gebracht werden müffe, da der Bezirk Friedberg bei den Körungen nicht zurückstehen dürfe. Die diesjährige Schau für die südliche Wetterau findet auf dem Selzer-Brunnen statt. Zum Schluß der Versammlung wies Graf Oriola auf die Ende dieses Monats fallende 50jährige Jubelfeier des Geh. Regierungsrats Dr. Braden hin, dem er namens des Vereins Anerkennung und Dank aussprach und ein jubelnd aufgenommenes Hoch ausbrachte. Bewegt dankte der Gefeierte und sprach seine Freude darüber aus,' daß er hier in der


