Nr. 131 Erstes Blatt.
1900
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
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Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren.
Freit-, den 8. Juni
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I, Eiltet identische etroleuin.
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Dir Gießener - amilienvtttter »erden dem Anzeiger tei Wechsel mit „Hess. Landwirt" «. ^Blätter Mr Hess. BolkSkunde" mSchtl. 4 mal beigelegt.
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GrMsbeilagev: Gießener FamilienblAter, Der hessische Kandwirt, Mütter für heDsche Volkskunde.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietz«.
Fernsprecher Nr. 51.
Amtlicher Ml.
Gieße», den 7. Juni 1900. Betr.: DaS Ober-Trsatzgeschäft pro 1900.
Der Civilvorfitzende der Großh. Ersatz-Kommission Gießen au die Großh. Bürgermeistereien deS Kreises.
ES stehen noch viele von Ihnen mit der Anzeige, daß die Ladungen den Militärpflichtigen zugestellt worden sind, zurück. Sie wollen dies sofort nachholen.
Boeckmann.
An die Herren Vertrauensmänner des Hilfsvereius für die Geisteskranken in
Hessen.
Da zurzeit mehrere Wärterstellen in hiesiger Anstalt »«besetzt sind, fragen wir bei Ihnen ergebenst an, ob Sie in der Lage find, uns geeignete Bewerber, gesunde, kräftige, intelligente Männer im Alter von 21 bis 25 Jahren, zu- »ächst brieflich zuzuweisen. Der Lohn steigt von anfangs 350 Mk. im 3. Jahre auf 500 Mk., nach 6 Jahren tadelloser Dienstzeit werden 1000 Mk. Prämie gewährt und außerdem erhält der Wärter neben freier Station vollständige Dienstkleidung.
Heppenheim, 1. Juni 1900.
Großh. Direktion der Landesirrenanstalt. Dr. Bieberbach, Medizinalrat.
Zur Schulreform.
Gießen, 7. Juni 1900.
Am Mittwoch hat im preußischen Kultusministerium zu Berlin eine Schulkonferenz begonnen, die sich insbesondere mit der Berechtigungsfrage beschäftigte. Zur Teilnahme an den Konferenzen waren u. a. geladen: Die nationallib. Abgeordneten Dr. Böttinger (Direktor der Farbenfabriken Bayer u. Co. in Elberfeld), und Dr. v. d. Borght, Pro- fessor an der Technischen Hochschule in Aachen, ferner der Zentrumsabg. Dr. Dittrich, Professor am katholischen Lyceum in Braunsberg, der freikonservative Abg. Graf Douglas, der konservative Abg. Prof. Dr. Kropatscheck; sowie die Universitätsprofesioren Mommsen, Virchow, H a r n a ck, Felix Klein- Göttingen, die Gymnasialdirektoren Schwalbe und Kübler-Berlin, Jäger-Köln, Reinhardt, Direktor des Goethe- (Reform-) Gymnasiums in Frankfurt a. M., ferner Geh. Rat Hintz Peter-Bielefeld, Geh. Rat Albrecht-Straßburg, die Professoren Slaby und Jntze von den technischen Hochschulen zu Charlotten- burg und Aachen, sowie Räte aus den verschiedenen Abteilungen des Kultusministeriums. Die Konferenz „für die Reform des höheren Unterrichtswesens in Preußen" wurde durch den Minister Studt eröffnet. Nach einem Rückblicke des Geheimrates Hinzpeter auf die Verhandlungen und Ergebnisse der 1890 er Schulkonferenz wurde in die Erörterung der Berechtigungsfrage eingetreten. Die Versammlung zeigte sich in überwiegender Mehrheit geneigt, der vom Minister zur Erörterung gestellten Anerkennung der Gleichberechtigung der neunstufigen Vollen st alt en für den Nachweis der allgemeinen wissenschaftlichen Bildung grundsätzlich zuzustimmen, vorbehaltlich des Ausweises der besonderen Vorkenntnisse für diejenigen Fächer, die für ein erfolgreiches Studium den Besitz von solchen voraussetzen.
Wohl mit Rücksicht auf diese Konferenz wird uns aus hiesigen Schulkreisen geschrieben:
Die Frage der Schulreform ist durch die in Aussicht stehenden, bezw. erhofften Abänderungen der Berechtigungen in der letzten Zeit »lieber lebhafter erörtert worden. Seither war die einzige Mittelschule, die zu jeglichem Studium auf der Hochschule, ohne Einschränkung, berechtigte, das Gymnasium. Nun haben sich aber neben dem Gymnasium noch zwei andere 9klassige Schularten entwickelt: das Realgymnasium und die Oberrealschule, für die man dieselben uneingeschränkten B erechtigungen fordert. An diese Forderungen knüpft sich ohne weiteres bet Erörterung und der Streit über den Wert der von den drei Schul- ewten übermittelten Bildung oder Vorbereitung für einen gelehrten Berns. An diesem Streit wären unseres Erachtens in erster Linie die &iter interessiert; die machen sich aber die Sache leicht und schicken im allgemeinen, solange es nur irgend geht, ihre Söhne, soweit sie über. hlNupt geeignet sind, dahin, wo am meisten — b. h. am meisten an Berechtigungen — zu holen ist. Der befonbere Vorzug, ben bas Symnasium durch den Betrieb der klassischen Sprachen zu haben glaubt, gUt für gewöhnlich den Ausschlag nicht. Aus der Frequenz der S ymnasien also auf ein eigenartiges Bildungsbedürfnis am klassischen Altertum zu schließen, ist durchaus verfehlt. *i$t die — wirklichen oder vermeintlichen — Vorzüge der gymnasialen AL'dung locken, es locken die Berechtigungen.
Daß anderwärts die Berhältniffe nicht anders liegen als bei uns, davon haben wir uns neuerdings wieder überzeugt durch die Lektüre eines Artikels von CH. B. Langlois in dem Januarheft der Revue de Paris über die Frage des Mttelschulunterrichts. Es würde uns zu weit führen, dem Berfaffer in seinen gesamten Ausführungen zu folgen, worin auch das Wesen der humanistischen BUdung scharf beleuchtet wird; wir wollen uns mit ihm nur für die Frage interessieren: Wie kommt es, daßnoch so vieleVäter ihre Söhne dem rassischen Gymnasium zuführen? Langlois antwortet darauf: „Die Beweggründe sind überall dieselben. Im allgemeinen denkt der Familienvater kaum an die klassische Schönheit, an den Geist des klassischen Altertums, an die besonderen Vorzüge des Lateins u. s. w. Bestimmen ihn vielleicht religiöse, bestimmen ihn politische Erwägungen? Kann fein. Sicher ist der Hauptgrund aber der: das humanistische Gymnasium ist einstweilen die angesehenste, vornehmste Mittelschule. Ebenso wie zwischen der Mittelschule und der Elementarschule durch die Einrichtungen und sozialen Vorurteile ein unübersteiglicher Wall gezogen ist, so ist das humanistische Gymnasium sozial der privaten, modernen oder realen Bildung überlegen." ..... „Man hält Schüler und Lehrer der Realanstalten für
geringwertiger und verweigert ersteren, was Gymnasialabiturienten offen steht, z. B. das Studium der Medizin und der Rechte. Aber außerdem weiß alle Welt, daß der kleine und kleinste Bürger es mit der Realschule, der mittlere und vornehme Bürger es mit dem Gymnasium hält.......Thatsächlich wird
nur das Aeußere geschätzt, auf die Sache selbst, d. h. Latein, Griechisch, die Antike -und die ganze Pädagogik des Humanismus wird wenig Wert gelegt. — Der gute Ton verlangt nur, daß man gelernt hat, was seit langer Zeit für gewöhnlich Leuten aus gewiffen Kreisen beigebracht wird. Bref le snobisme estle dernier et le plus solide rempart des etndes traditionelles.“ Wie sehr Langlois damit den Nagel auf den Kopf trifft, beweisen die in letzter Zeit bekannt gewordenen Kundgebungen aus juristischen und medizinischen Kreisen. (Vgl. die Resolution der Aerztekammer der Provinz Brandenburg in Nr. 126 des „Gießener Anzeigers“). Die Angst, die diese Resolutionen heroorbringt, wirkt allmählich komisch. Thatsächlich haben Juristen wie Mediziner Angst, daß nun auch gewöhnlicheren Sterblichen das juristische und medizinische Studium offen stehen soll, und dadurch fürchten sie, degradiert*) zu werden. An sachlichen Gründen kann man Stichhaltiges gegen die Ausdehnung der Berechtigungen nicht Vorbringen, und so sucht man sich zu retten, so gut es eben geht. Wer dächte da nicht unwillkürlich an den mit Recht so berühmten Strohhalm! Wenn demnächst, wie in ben allerletzten Tagen gemeldet wurde, die Schulreform unter dem persönlichen Vorsitz des Kaisers **) erörtert werden soll, so wird es hoffentlich gelingen, den beiden Realanstalten die ihnen gebührende Stellung neben dem Gymnasium zu sichern. Es ist wohl nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß unter der Frage der Berechtigungen unser ganzes Knaben-Mittelschulwesen augenblicklich empfindlich leidet. Halbe Neuerungen, wie sie leider geplant scheinen, werden die Sachlage nur verschlimmern. Wenn die Regierungen sich erst einmal darüber klar werden oder eingestehen wollten, welche Gründe so viele, so sehr viele veranlaffen, das humanistische Gymnasium zu absolvieren, so würden sie sich vielleicht eher zu einer gründlichen Lösung der Berechtigungsfrage entschließen. Wenn, wie es angestrebt wird, dem Realgymnasium und der Oberrealschule die Berechtigung zu jedem Hochschulstudium zuerkannt wird, so kann das Gymnasium nur dabei gewinnen. Was es an Zahl verliert, holt es durch die Qualität wieder ein; denn es wird bann nur von solchen Schülern besucht werben, benen es speziell um die Grundlage humanistischer Bildung zu thun ist.
In den Pfingsttagen hat in Hamburg die 9. Hauptversammlung des Vereins zur Förderung des Unterrichts in der Mathematik und den Naturwissenschaften unter Vorsitz des Gymnasialprofessors Pietzker aus Nordhausen stattgefunden. Direktor Dr. Schotter aus Halle a. S. hielt einen bemerkenswerten Vortrag über „Wissenschaft und Schule", in dem er u. a. folgendes ausfUhrt:
In der Einseitigkeit wissenschaftlicher Ausbildung liegt eine große Kraft. Aber nicht nur die Anzahl der Fächer muß eingeschränkt werden, auch innerhalb der Fächer sei Beschränkung nötig, um intensiver unterrichten, die Ausbildung vertiefen zu können. Auf die Wahl des Faches komme es weniger an; jedes Fach sei gut, wenn es nur intensiv betrieben werde. DieStärke des früheren Gymnasiums lag nicht im Latein, sondern in seinem intensiven Betrieb. Die fremden Sprachen wurden zu früh gelehrt und die Methode erstrebe zu sehr praktische Ausbildung, als wirkliche innere Bildurg.
Dr. Schotter betonte ferner noch besonders die moderne Forderung der Berücksichtigung der einzelnen Schüler-Individualitäten durch den Lehrer und wies darauf hin, daß es viel richtiger sein würde, die Individualität des bedeutenden Lehrers in daS weiche Wachs deS Schülergemütes zu prägen. Ideale dürften in der Schule nur soweit aufgestellt werden, als sie sich auch realisieren ließen. Alle Ziele müßten real, also erreichbar sein; was als Ideal zu verehren sei, fei die allgemeine BUdung als Repräsentantin wahrhaftiger Menschlichkeit. Daneben werde sich die Vorbildung für den realenKamps deSLebens von selbst ergeben.
Ferner sei darauf hingewiesen, was Dr. Matthias, früher Direktor des Gymnasiums in Düffeldorf, seit kurzem vortragender Rat im preuß. Unterrichtsministerium, vor drei Jahren in einem Vortrage sagte:
„Ich bin immer der Meinung gewesen, daß der Staat einem jungen Menschen, der (die Elementarschule eingerechnet) 12 bis
*) Ein Seitenstück dazu bildet das Verhalten hessischer Juristen bei der Einführung des Beamtengesetzes, die eine schwere Kränkung darin sehen wollten, daß man die akademischen Lehrer beinahe ebenso besoldet wie sie. Der Einsender.
*•) Der Kaiser nimmt an ben Sitzungen bet Schulkonferenz nicht teil; in letzter Stunbe fanbte er bem Kultusminister Dr. Studt eine Absage. Die Redaktion.
13 Jahre unter pädagogischer Bevormundung gestanden hat und nach diesen Jahren mit einem Reifezeugnis entlaffen wird, nun auch volle Studienfreiheit gewähren und es den späteren Berufsoder Fachprüfungen überlasten sollte, festzustellen, ob der zu Prüfende dm Anforderungen des betreffendm Berufs genügt oder nicht."
Die unbeschränkte Zulassung aller Abiturienten zu allen Fakultäten ist thatsächlich keine pädagogische und keine tech- nisch-wiffenschaftliche, sondern eine soziale StandeSfrage.
Die Forderung der Gleichberechtigung bedeutet auch keinen Kampf gegen das Gymnasium. Hören wir darüber Direktor Dr. Hu bat sch:
„Das humanistische Gymnasium muß als eigentümliche Schulart erhalten bleiben; es hat noch immer eine sehr wichtige Kulturaufgabe zu erfüllen, es soll, neben den anderen Bildungsanstalten, nicht über ihnen stehend, die Pflegstätte sein und bleiben der historisch-philologischen Bildung gegenüber der modern-naturwissenschaftlichen; es soll das dauernd Vorbildliche, das ewig Wahre und menschlich Schöne in ben Schöpfungen bet Alten immer von neuem bet Jugend erschließen, so wie die Realanstalten das Lehrreiche und Mustergiltige in ben Schriftwerken bet mobernen Kulturvölker aufsuchen unb verwerten. Damit bie Gymnasien dies aber mit redlichem Eifer thun können, befreie man sie von den Aufgaben und Anforderungen, die das Berechtigungsmonopol ihnen auferlegt hat. Und man befreie die Taufende von Schülern, bie, andere Ziele und Wünsche im Herzen, sich auf der Schulbank ohne Innern Drang mit Griechisch und Latein abmühen, um durch das Gymnasium hindurch die Universität zn erreichen, von diesem Zwange. Dann werden nur solche übrig bleiben, bie Lust unb Liebe zu ben alten Sprachen mitbringen, und diese kleinere Zahl wird eine desto tiefere und gediegenere BUdung gewinnen und segensreicher auf die Mitwelt einwirken."
Der Schluß seiner Rede lautete:
„Die höheren Schulen haben eine doppelte Ausgabe zu erfüllen: bie UebetHeferung der überkommenden Bildung an bie Heranwachsende Jugend unb die Anleitung dieser Jugend zu geistiger Arbeit. Bei der Uebetlieferung wird das innerlich Abgestorbene durch das lebendig gewordme Neue zu ersetzen sein, und bei der Anleitung zu geistiger Arbeit wird die Rücksicht auf die nationalen Aufgaben die Ziele und den Maßstab bestimmen. Was die Jugend braucyt, ist Freiheit, Freiheit in der Wahl der Schulart und Freiheit in der Wahl des Berufes zur Bethatigung aller vorhandenen Kräfte. Nicht eine einzelne Schulform soll die Ausgabe haben, die Männer der leitenden Kreise, das Osfizierkorps der nationalen Arbeit, vorzubilden, und nicht eine bestimmte Form der Bildung soll diesen allen gleichmäßig ausgeprägt werden. Mögen die Schranken fallen, frei fei die Bahn für den Wettbewerb aller!"
Deutscher Reichstag.
204. Sitzung vom 6. Juni. 11 Uhr.
Zur zweiten! Lesung steht die Novelle zum Gesetze betr. die deutsche Flotte, aus Grund des Berichts der Budgetkommission. Referent ist der Abg. Müller- Fulda. Die' Kommission hat unter gänzlicher Aufhebung des bestehenden Gesetzes einen neuen Entwurf ausgearbeitet, der an, die Stelle desselben treten soll und die Ausführung des in der Novelle enthaltenen bloßen Flottenprogramms im Laufe der nächsten 17 Jahre Vorsicht. Die Vermehrung der Auslandskreuzer ist einstweilen abgelehnt worden.
Staatssekretär Tirpitz: Ein Mehrbedarf an Auslandsschiffen lag schon bei der Aufstellung des ersten Flottengesetzes im Jahre 1897 vor, und in dem genehmigten Etat für« 1900 ist auch eine stärkere Besetzung der Auslandsstationen vorgesehen. Ter Mehrbedarf an Auslandsschiffen ist begründet durch die Besetzung von Kiautschou und durch die außerordentliche Vermehruna der deutschen Schifffahrt nach Ostasien, kurz durch die starte Entwickelung der chinesischen Verhältnisse in den letzten beiden Jahren. Der Mehrbedarf an Auslandsschifsen kann für die nächsten Jahre durch die Materialreserve der Auslandsschiffe gedeckt werden. Diese Materialreserve ist seinerzeit zu hoch gegriffen gewesen, sie sollte die Auswechselung von Schiffen bei Reparaturbedürftigkeit und die einstweilige Verstärkung der Anslandsschiffe ermöglichen. Eine fernere Reserve für die Anslandsschiffe in den nächsten Jahren liegt in den Aufklärungsgruppen der heimischen Schlachtschiffe; aber aurf): diese Kreuzergruppen der heimischen Schlachtflotte können nicht .dauernd dazu verwendet werden, ohne die Wirksamkeit oder Verwendbarkeit der Schtachtflotte zu beeinträchtigen. Die .Kommission hat die Vermehrung der Auslandsschiffe gestrichen, um erst 1906 zu prüfen, ob die Vermehrung notwendig erscheint. Ich würde es aber sür unzweckmäßig halten, wenn man dauernd auf die Materialreserve zurückgreifen müßte und ich würde es auch nicht für angängig halten, daß man auf die Aufklärungsschiffe der heimischen Schlachtenflotte zurückgreift. Andererseits glaubet ich zu der Erwartung berechtigt zu sein, daß die verbündeten Regierungen einer Vertagung der Entscheidung der Frage zu- stimmenwerden. r
Abg. Bebel (Soz.): Noch 1898 unb ,m zebruar 1899 ist ganz allgemein die Absicht emeS neuen Flottenplanes von den verbündeten Regierungen rn aller Form in Abrede gestellt worden. Nach dem, was das Zentrum seit 1899 an Umfall geleistet hat, brauchen die Regierungen, aar keine Besoranis zu hegen. Das Zentrum wird ihnen auch 1906 die geforderten Auslandskreuzer bewillige^


