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8.5.1900 Erstes Blatt
 
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forderungen genügen.

Dr. Wimmenauer.

noch nicht haubares Holz handelt, kleiner sein muß als der Durchschnittswert hiebsreifer Bestände und nach meinen Ausführungen im 1895 er Jnlihest der Allg Forst- und Fagdzeitung <S. 220 zu 0,4 bis 0,8, im Durfchmtt zu 0,6 des EinheilSwerteS von haubarem Holze angenommen werden kann. Ferner beträgt, wie ebendaselbst nach- aewiesen wird, der Bodenwert in Hochwaldungen etwa 0,2 bis 0,3 des Holzvorratswertes. Demnach ergrebt sich folqender einfache Berechnungsmodus:

9 Man veranschlagt, getrennt nach B-triebSklassen 'Buchen- Eichen-, Fichten-, Kiesern-Hochivald n, s. w,) den vorbandenen Holz Vorrat und erhält dessen Geldwert, indem man die F-stmet-rzahl mit «/10 d-S durchschnitltchen ZinheitSwerteS hiebsreiser Holzer derselben Gattung multi­pliziert, Hierzu kommt als Boden wert noch etwa ein Viertel des gefundenen Holzvorratswertes.

Hiernach aufgestellte Wertberechnungen dürften meines Erachtens den augenblicklich zu stellenden billigen An-

Aus Stadt und Land.

* Suustverein. Die Aquarelle von Prof. A. M änn ch e n aus Danzig sind nunmehr zur Ausstellung gelangt. Wir wollen er nicht unterlassen, an dieser Stelle auf die gegen­wärtige interessante Kollektion hinzuweisen, die nur 14 Tage in der Ausstellung verbleiben kann. Auch ist ein Porträt aus hiesigem Privatbesitz von R. Scholz aus München neu ausgestellt.

Sich, 4. Mai. Im Juni d. I. werden es 25 Jahre, oaß die hiesige Präparandenschule eröffnet wurde. Der Tag soll mit Genehmigung des Schulministeriums festlich begangen werden. Der Wichtigkeit der Anstalt und dem Wert derselben für die Bewohner der Stadt ent­sprechend wird der Tag jedenfalls ungemein gefeiert werden. Die Aufnahmeprüfung der Präparandenschule bestanden 26 Angemeldete. Unter den Aufgenommenen sind nicht allein Oberheffen, sondern auch junge Leute aus Starken­burg und Preußen, ein Beweis für den guten Ruf, den sich die Anstalt durch ihre Leistungen erworben hat.

Grünberg, 4. Mai. Der Hospitalit, frühere Butter- Händler Johann Georg Gerhard ging von hier nach Wetterfeld. Dort erhielt er im Pfarrhause einen Teller Suppe. Während er mit dem Verzehren derselben be­schäftigt war, bemerkte man, daß er plötzlich zu schwanken anfing; zwei herbeigerufene Männer trugen ihn auf eine Bank vor dem Gemeindehause, wo er gleich darauf ver­schied. Er war 74 Jahre alt geworden. (Grünb. Ztg.)

§ Grebenhain, 4. Mai. Die Holzversteigerung der hiesigen Oberförsterei ergab wieder sehr hohe Preise. Der Raummeter Buchenbrennholz erster Klasse kostete durch­schnittlich 7 bis 8 Mk., ja es kamen zwei Raummeter einmal

auf 24 Mk. Ueberhanpt find die Preise in Brennholz be­deutend gestiegen. Wenn erst die Bahn durch unseren höheren Vogelsberg fertig gebaut ist, muß man auf eine noch weitere Preissteigerung rechnen, und dann wird den Bewohnern unserer Gegend nichts anderes übrig bleiben, als Steinkohlen als Brennmaterial zu gebrauchen.

§ Schotte«, 3. Mai. Gegenwärtig werden in hiesigem Kreise durch den Kreistierarzt Impfungen gegen Rauschbrand am Jungvieh vorgenommen. Diese Maß­nahme wird schon seit zwei Jahren, besonders in Dörfern des höheren Vogelsberges getroffen, da häufig Tiere der genannten Viehseuche zum Opfer fielen. Nur noch verein­zelte Fälle kommen hie und da vor, und diese Schutzimpfung wird von den Landwirten mit Freuden begrüßt.

?! Aus dem oberen Vogelsberg, 4. Mai. Bei der kürz­lich stattgehabten Bürgermeisterwahl in dem Dörfchen B. passierte ein interessantes Geschichtchen. Beide Parteien waren gleichstark, und um siegen zu können, ver­suchten Anhänger der einen Partei einen solchen der anderen Partei, der Müller ist und auf weite Entfernung Mehl liefert, auf folgende Art an der Wahl zu hindern. Sie verabredeten sich mit Leuten eines ziemlich entfernten Ortes und versprachen diesen dreißig Mark, wenn sie den Müller am Wahltage mit Mehl kommen ließen und so lange auf­halten würden, daß er an der Wahl nicht mehr teilnehmen könnte. Abends vor der Wahl bekam nun der Müller einen Eilbrief, welcher enthielt, daß er am anderen Morgen so und soviel Mehl zu bringen hätte, wenn er nicht seine ganze dortige Kundschaft verlieren wolle. Nun war guter Rat teuer. Ein schlauer Parteigenosse wußte jedoch zu helfen. Da vor Beginn der Wahl fortgefahren werden mußte, so übernahm sein Freund die Leitung des Wagens, und der Müller eilte, nachdem er seinen Zettel abgeliefert hatte, querfeldein, löste seinen Helfershelfer ab, und kam zur be­stimmten Stunde an, während dieser zurückkehrte und eben­falls die Wahl vollzog. Die Freude über die dreißig Mark war vor Ankunft des Müllers schon zunichte geworden; denn ein Eilbote der Gegenpartei hatte bereits die Kunde gebracht, daß der Müller schon gewählt habe.

D.F.V. Darmstadt, 4. Mai. Ein über den Besuch der seither in Dortmund, Darmstadt, Dresden und Breslau veranstalteten Marine-Ausstellung veranstaltete Sta- tistik ergab die folgenden Resultate: In Breslau (mit 410 000 Einwohnern) zählte die Ausstellung während einer Dauer von 25</2 Tagen 79 264 Besucher, in Dresden (mit 390 000 Einwohnern) während 14i/2 Tagen 84683, in Dortmund (mit 142000 Einwohnern) während 12>/, Tagen 66658 und hier in Darmstadt (mit 68000 Einwohnern) während 9*/2 Tagen 48 659 Besucher. Das ergiebt während 62 Ausstellungstagen eine Gesamtbesuchsziffer von 279 264 Personen oder im Durchschnitt die große Zahl von täglich 4500 Besuchern. Es kamen somit auf 1000 Einwohner in Breslau 193, in Dresden 217, in Dortmund 469 und in

Darmstadt 715 Besucher. Die Frequenz der hiesigen Aus­stellung war also die verhältnismäßig weitaus stärkste, trotz der hier bekanntlich beschränkten Raumverhältmsie.

§ Ostheim, 5. Mai. Nächsten Donnerstag findet hier Bürgermersterwahl statt. Da die Amtsperiode des bisherigen langjährigen Gemeindeoberhauptes abgelaufeu ist. Außer ihm werden noch zwei jüngere Mitbürger als Kan­didaten aufgestellt, so daß man sehr gespannt ist, wer den Wahlsieg davontragen wird, und ob es ohne Stichwahl abgeht.____________ _

Jagd und Sport.

Nidda, 4. Mai. Die Stadt rüstet bereit« emsig für die am 28. und 29. Mai stattfindende Vereins-Wettfahrt des Nord-Bez.- Gau IX vom Deutschen Radfahrer-Bund, verbunden mit der Standarten- Weihe des Radfahrer-Vereins Nidda. Vorbereitungen wie nie zuvor werden getroffen, der Festplatz wird ein neues, eigenartiges Gepräge erhalten. Die Anlage eines riesigen Podiums, auf welchem u. a. der Kunstfahrer C. Vafferot die unglaublichsten Leistungen auf Zwei- und Einrad ausführen wird, ist bereits vergeben. Für Volksspiele rc. ist reichlich Sorge getragen. Kletterbäume, Sacklaufen, Schaukeln mit Vor­richtung zum Schnappen nach Würsten u. dgl. werden die Jugend be­lustigen. Krafts Saalbau, wo die Weche der Standarte in Gegenwart der Vertreter der Gau- und Patenvereine vollzogen wird, legt für die Festtage ein besonderes Gewand an. (Hung. Land-Post.)

Das XIII. deutsche BuudeSschietzen in Dresden. Für die Teilnehmer am XIII. deutschen Bundesschießen ist nachfolgende behördliche Entschließung von Wichtigkeit: Auf die an das königlich- sächsische Finanzministerium gerichtete Eingabe hat die königliche Zoll- und Steuerdirektton dem Festausschüsse mitgeteilt, daß dem Anträge auf zollfreie Abtastung der von den ausländischen Besuchern des deutschen Bundesschiebens in Dresden einzubringenden Waffen, Muni­tion und Fahnen entsprochen und wegen Anweisung der Zollstellen das erforderliche verfügt worden ist.

Von Ehrenpreisen sind weiter eingegangen: Ein Preis vom Kaiser von Oesterreich, ein Preis vom Großherzog von Baden (ein ver­goldeter Pokal), ein Preis vom Herzog zu Sachsen-Altenburg, Preise von der privilegierten Scheibenschützengesellschaft zu Dresden in Höhe von 1000 Mk., von den Damen der privilegierten Scheibenschützen­gesellschaft zu Dresden vier Ehrengaben zu je 450 Mk. (zusammen 4800 M ), von den Sau-Schützen und Jägern der Berliner Schützen­gilde (100 Mk.) auf Wildscheibe), von der Stadt Leipzig 1000 Mk. und von zahlreichen Privaten. Die Ehrenpreise der Stadt Dresden be­tragen 6000 nicht 4800 Mk.

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Folgende seit langem verschollene Personen sollen für tot erklärt werden, nämlich:

1. Jakob Konrad Witwe, Katharine geb. Thom von Gonterskirchen, geboren am 5. September 1829 daselbst, 1869 heimlich nach Amerika entwichen auf An­trag des Pflegers Johann Konrad Karpf von Gonterskirchen.

2. Henry Stephan Eheftau, Mar­garethe geb. Paul von Villingen, geboren am 7. Januar 1843 daselbst, anfangs der 50 er Jahre nach Amerika ausgewandert auf Antrag des Pfleger- Adam Graf in Villingen.

Die Verschollenen werden auf­gefordert, sich spätesten» im Auf­gebotstermin

viellstag Ätn 22. Januar 1901,

vormittags 9 Uhr,

zu melden, widrigenfalls die Todes- erklärung erfolgen wird. Zugleich werden alle, welche Auskunft über Leben oder Tod der Verschollenen zu erteilen vermögen, aufgefordert, spätestens im genannten Aufgebots- termin dem unterzeichneten Gericht Anzeige zu machen.

Laubach, den 3. Mai 1900. Grobherzogliches Amtsgericht.

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Lehrlinge r 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Friseur, 1 Glaser, 1 Kellner, I Kupferschmied, 1 Mechaniker, 1 Sattler, 1 Schirmmacher, 8 Schneider, 1 Schreiner, 2 Schuhmacher, mehrere Spengler gegen tägliche Vergütung, 2 Wagner.

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