Ausgabe 
8.4.1900 Viertes Blatt
 
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1900

Sonntag den 8. April

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Heneral-Anzeiger

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Amts- und Anzeigrblutt ffle den Kreis Gieren

Kälter für hessische Volkskunde.

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Brüssel

Schutzmarke.

Aejugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch die Abholcstellen Vierteljahr!. 9)1!. 1,90 monatlich G5 Pfg.

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Alle Anzeigen.PermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilcnpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.

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Redaktion, Expedition und Druckerei:

SchutNraße Ar. 7.

Adresse für Depeschen: Anzeiger (hießen.

Fernsprecher Nr. 51.

vom Marktplatz. , .

Am DieuStag, 10. l. Mts., erfolgt der Auftrieb zum Markte fowoht entlang der Ostseite, wie der Westseite

des Schlachthauses. ...

Zugleich bringen wir zur Kenntnis, daß der für Mittwoch, 11. l. Mts., vorgesehene Diehmarkt aus Anlaß bei an demselben Tage stattfindenden Pferdemarktes nicht auf dem Viehmarktplatze selbst, sondern auf dem südwestlich an demselben angrenzenden städtischen Gelände abgehalten wird. Der Auftrieb erfolgt an diesem Tage auf dem ent» lang dem Marktplatze östlich des Schlachthauses führenden Hvhleichwege.

Zugleich weisen wir nochmals auf die nachstehenden, von Großh. KreiSamte festgesetzten Beschränkungen, die für btt beiden Biehmärkte maßgebend sind, mit dem Anfügen hin, daß dieselben strengstens durchgeführt und Zuwider­handlungen zur Anzeige gebracht werden.

Gießen, den 6. April 1900.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Muhl.

auf den Markt gebracht und der tierärztlichen Unter­suchung diaselbst unterworfen wird. Alle Tiere, die vom vierten Tage vor dem Markt bis zum letzten Markttag ein­gestellt werden, sind sofort vom Eigentümer oder Be­gleiter der Tiere der Ortspolizeibehörde, und von dieser dem Großherzoglichen Kreisveterinäramt anzumelden; in gleicher Weise ist der Besitzer des Stalles zur Anmeldung verpflichtet und verantwortlich.

§ 4. Das Handeln auf Straßen und Platzen der Stadt Gießen, der Orte Wieseck und Heuchelheim ist verboten.

§ 5. Vieh aus Gemarkungen, in welchen die Seuche herrscht, darf nicht aufgetrieben werden und wird nicht zugelasfen. ^^^h^ndlungen werden auf Grund des § 328 auvv WM|u.w --p - ---- « . , des Reichsstrafgesetzbuchs und § 66 Abs. 4 des Reichs-Vieh­

zu dieser Stunde beginnt dann erst der Abtrieb des Viehes I seuchengesetzes bestraft.

- - ' Gießen, den 2. April 1900.

Grohherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.

vkfiellt werden. . , . . , .

Der Auftrieb muß um 9Uhr vormittags beendet fein;

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Viertes Blatt.

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Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten-. Carl Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 4. April. (Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben-Schnellpostdampfer Kaiser Wilhelm der Große, Capt. H. Engelbart, vom Norddeutschen Lloyd m Bremen, ist gestern 11 Uhr abends wohlbehalten in Rewyork angekommen.

Der PostdampferSouthwark" derRed Star Linie", in Ant­werpen, ist laut Telegramm am 4. April wohlbehalten tn New-York angekommen.___

Bekanntmachung.

Zur Verhütung der Verschleppung der Maul- und Klauenseuche wird die Abhaltung des auf den 10. April dss. IS. in Braunfels anstehenden Diehmarktes an die Bedingungen geknüpft, welche durch meine Bekanntmachung vom 4. Oktober 1898 angeordnet und in Nr. 234 des Kreisblattes von 1898 veröffentlicht worden sind.

Aus der Provinz Oberhessen des Großherzogtums Hessen, dem preußischen Kreise Usingen und den Orten Altenberg und Kinzenbach deS hiesigen Kreises dürfen Rind­vieh, Schweine und Schafe nicht aufgetriebeu werden.

Wetzlar, den 2. April 1900.

Der Landratsamtsverwalter.

I. A.: Maguino, Kreissekretär.

Bekanntmachung.

vetr.: Die Viehmärkte zu Gießen.

Di- für Dienstag den 10. und Mittwoch den 11. April l. Js. bestimmten Biehmärkte nehmen an beiden Tagen vormittags 7 Uhr ihren Anfang.

Vor 7 Uhr darf Vieh nicht aus den Stallungen ge­bracht und innerhalb der Stadt auf den Straßen nicht auf-

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Lokales.

(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)

Gießen, 7. April 1900.

♦♦ veschicht-kalender. (Nachdruck verboten.) Vor 65 Jahren, am 8. Aprll 1835, starb zu Tegel bei Sirlin Wilhelm v. Humboldt. Ein Mitarbeiter und Gesinnungsgenosse SUins auf dem praktischen Felde der Politik, und im Umgang mit Schiller und Goethe ver­suchte er die philosophischen Ideen mit den Erfahrungen der Ge- schichte zu verbinden, um «ine den Zeitbedürfnissen entsprechende Staatsfoim zu schaffen. Zugleich crwarb er sich hohe ^dienste um die vergleichende Sprachforschung. Geboren wurde er in Potsdam am 22. Juni 1767. ____________

*Palmarum. Das Palmenfest, der Blumensonntab, der blaue Ostersonntag, auch Palmarum dormmca finb bie Namen des heutigen Sonntags. Er wird gefeiert zur Er­innerung an Christi letzten Einzug in Jerusalem auf palmenbestreuten Pfaden. Die Ausschmückung der Gottes­häuser mit Palmen und anderem grünen Gezweig ist eine uralte Sitte, die wir schon bei der Feier des jüdischen Laubhüttenfestes antreffen. Selbst Straß^i und Platze, Höfe und Dächer prangten in grünem Schmucke, indem man luitiae Siütten aus Palmen- und Weidenzweigen er­richtete. Die sestesfrohe Menge schmückte sich nut Straußen

schauliches Bild deutschen Studentenlebens von einst und jetzt und in der Wiedergabe von mehr als 100 Photo- graphieen zeigt sich uns jede einzelne Universität in dem ihr eigentümlichen landschaftlichen Reiz. So gibt uns das Buch in zwei Hauptabschnitten einmal die Entwicklungsge­schichte der deutschen Hochschule und der verschiedenen Er­scheinungsformen des Studentenlebens, sodann in Emzel- schilderungen Geschichte und Eigenart jeder einzelnen Um-

besonderer Abschnitt behandelt eingehend die Tech­nischen Hochschulen. . . .

Der erste Teil setzt mit einer Vorgeschichte des deut­schen Hochschulwesens ein. Vorbildlich für die Organisation der deutschen akademischen Lehrstätten sind namentlich die einst weltberühmten Universitäten Bologna und Paris ge­wesen und sie haben denn auch lange Zeit hindurch emen bestimmenden Einfluß aus ihr Wesen ausgeübt. Allein schon in der ersten Zeit der deutschen Hochschulen zeigt sich, wie das germanische Wesen das Romanische durchbricht und diesen allmählich immer mehr einen eigenen nationalen Charakter verleiht. Am frühesten ist das an der Gestaltung des studentischen Lebens erkennbar und nur natürlich; war doch hier gerade di- treibende frische V°lkskraft m lugend licher Ungebundenheit am meisten w.rksam während dm Wissenschasten und ihr- Lehrer noch 1* ^ > °9 im Geist wie in der Form von der Trad. wn ^08 blieben. Hier schaffte eigentlich erst °-r

Annahme üon Anzeigen,n der nachmittag- für ben Inenden Tag scheinenden Nummer 6.8 norm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.

Bekanntmachung.

Betr. Abhaltung der Viehmärkte.

Der Viehmarkt in Gießen am 10. und 1U Aprck d. wird unter den bereits bekannt gemachten Beschränkungen, welche nachstehend nochmals folgen, gestattet.

8 1 Alles zu den Viehmarkten in Gießen auf- getriebene Klauenvieh (Rindvieh und Schweme) wird beim Markteingang kreisveterinärärztlich untersucht und nur zu- aelassen, wenn es seuchenfrei befunden worden ist.

ß 8 2 Die Gastställe und Ställe von Viehhändlern m Hießen,' Heuchelheim und Wieseck werden der vetermar- är etlichen Aufsicht unterstellt.

8 3 Vieh, welches an den Markttagen und an den vier vorhergehenden Tagen in den Bezirk der Gemar­kungen Gießen, Wieseck und Heuchelheim eingebracht und daselbst eingestellt wird, muß an dem ersten Standort mindestens sieben Tage lang verbleiben und darf ihn inner­halb der nächsten 14 Tage nach Ablauf der siebentägigen Quarantäne nur verlassen, wenn es nach dem Zeugnis des Großherzoglichen Kreisveterinärarztes keme seuchen­verdächtigen Erscheinungen gezeigt hat. Von dieser Qu^ rantänepflicht ist das Vieh nur dann befreit, wenn es

Feuilleton.

Auf Deutschlands hohen Schulen. *)

O alte Burschenherrlichkeit, wohin bist du entschwunden, yiie kehrst du wieder, goldne Zeit, so sroh und ungebunden. Worin besteht dein Reiz, deine Herrlichkeit, du alte Burschen- leit, daß du es vermagst, das einer Begeisterung nur schwer rrschließbare Innerste deS alten Mannes mit hell auflodern­der Flamme zu erfüllen? Durch die Jahrhunderte hast du dich erhalten, so wie du warst, unberührt ließ dich der ewig blutende Strom der Zeiten. Jünglinge werden zu Brudern der Greise in deinen Banden. . _

auf tausend Seiten wird I-hraur, lahrein Ku wrg- schichte q-schri-b-n, und es ist seltsam, daß der Geschichte des Studententnms bisher nicht eine Seite gewidmet ward. Wohl sand es ja Berückiichtigung, wo es direkt in die P°. li Hfcfip ßtpfrhidhte einariff, doch seine kulturelle Bedeutung, sein Einfluß auf die Heranbildung deutschen Mannesturns wurde bisher nicht gewürdigt. Das Wesen svner Sitten ob Gebräuche, das in unabänderlichem Frohmutsgefühl d«s akademische Jung und Alt gefangen halt, fand seinen

«Hf N-Iitscklands hohen Schulen". Eine illustrierte kulturgeschichtliche Darstellung deutschen Hochschul- u^.^^^^rosch' h«°rausgegLn unter Mitarbeit anderer von Dr. Eleg. drosch.

St 10. Verlag Hans Ludwig ThUo, Berlin W. 50.

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von Zitronenlaub, Myrten- und Weidenreisern und Palmenzweigen. Das christliche Palmenfest wurde zuerst in Griechenland im vierten Jahrhundert gefeiert; die lateinische Kirche führte den Palmsonntag erst später ein. Im oströmischen Reiche verteilten an diesem Tage die Kaiser und Patriarchen Münzen und andere Wertgegenstände, die den Namen Palmen führten; das Volk veranstaltete feier­liche Prozessionen. Da am Tage vor dem Einzuge Christi in Jerusalem die Auferweckung des Lazarus erfolgt war, nannte man den Palmsonntag auch Dominica Lazart Die Sitte, am heutigen Tage die Gotteshäuser mit Palmen oder anderen Zweigen zu schmücken und die Palmen drei­mal mit geweihtem Wasser zu besprengen, dreimal zu räu­chern und sie dann unter die Geistlichen und Laien zu ver­teilen, besteht auch heute noch in der römischen Kirche. Für die päpstliche Residenz wird der Bedarf an Palmen auÄ den Gärten der Familie Braska in San Remo gedeckt, die sich dieses Privilegium unter Papst Sixtus V. erwarb. Er ließ aus dem Zirkus des Kaisers Nero emen gewaltigen Obelisken nach dem Petersberge überfiihren. Diese Arbeit! wurde von 800 Menschen und 140 Pferden ausgesuhrt. Trotzdem kam er beim Ausrichten derart ins Schwankens daß die vielköpfige Menge lautlos dem kommenden Unglücks entgegenfah. Ta ertönte der Ruf: Wasser auf tue Taue! Er wurde befolg!; die Taue spannten sich straffer, una der Obelisk richtete sich wieder auf. Der Retter in der Not war ein Matrose namens Braska aus San Remo ge-

I wesen. Der Lohn bestand darin, daß ihm und seinen Nach­kommen das Vorrecht zugesprochen wurde, die zur Aus­schmückung der Kirchen Roms am Palmsonntage notigen

f Arnold, der srühser hier als Lehrer des Zitherspiels wirkte und zu Beginn dieses Jahres Straß­burg i. E. als Wohnsitz sich erkor, hat dort kürzlich ein

I Konzert veranstaltet, das nach den uns vorliegenden Zei- I tungsuachrichten von schönstem Erfolge begleitet war.

Geschichtsschreiber bisher nicht. Es muß daher als em an­erkennenswertes Verdienst gerühmt werden, daß nunmehr aus den Brocken deutscher Studenten-Sittengeschichte, die den Einzelnen nicht zugänglich, nur da und dort verstreut zu finden waren, ein umfassendes Ganze zusammengetragen ist, das uns in Wort und Bild jebe Erscheinungsform des vielgesteltigen akademischen Lebens in übersichtlicher Anord- ^9 Au ^Deutschlands hohen Schulen" betitelt sich diese 'kulturgeschichtliche Darstellung deutschen Hochschul- und Studentenwesens, die mit gründlicher Sachkenntnis und liebevollem Verständnis von Dr. R. Fick unter Mitarbeit einer Reihe anderer Autoren soeben vom Verlag Hans Ludwig Thilo in Berlin, aufs prächtigste ausgestattet, mit 400 Illustrationen geschmückt, herausgegeben ist. Wenn auch auf wissenschaftlicher Grundlage fnßend, hat sich die Darstellung doch davon fern gehalten, doktrinär zu sein. Als ihre Hauptaufgabe verfolgt sie den Zweck, das aka­demische Leben der Gegenwart mit seiner kulturgeschichtlichen Vergangenheit in Beziehung zu setzen und aus ihr heraus zu erklären. Der illustrative Schmuck, nicht das Erzeugnis eines phantasievollen neuzeitlichen Künstlers, sondern Repro­duktionen von synchronistischen Stsmmbuchblättern, Holz­schnitten, Stichen, Lithographieen, Handzeichnungen rc. rc.

I gibt uns in einer überaus reichen Sammlung von Trachten- unb Sittenbildern, Darstellungen von Ausfahrten, Kneipge­bräuchen, Mensuren, politischen Demonsttationen ein an-

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