Meyers Kohversations - Lexikon
ausblreb, ging seine Frau ihm nach und fand ihren Man« tot m der Nähe des sogenannten Kohlbaches liegen. Wahrscheinlich hat ein Herzschlag seinem Leben ein Ende gemacht.
tt Bickenbach, 3. Februar. Ein überaus lebhafter Empfamg wurde dem durchgebrannten Paare bei seiner Rückkehr am Freitagabend zuteil. Am Rathaus hatte sich, als es lautbar geworden, eine unzählige Menschenmenge eingefunden, die das Paar bei dem Verlassen des Rathauses mit frenetischem „Hurrah! D er Klein ist wieder da" begrüßten. Eine große Kinderschar begleitete das Paar unter nicht endenwollendem Hurrah bis auf die Anhöhe gegen Alsbach, wo das Paar seinen Weg nach Zwingenberg nahm und dort übernachtete. Am heutigen Bormittage erschien K. auf der hiesigen Bürgermeisterei, um seine Papiere ausfertigen zu lasten, eS wurde ihm aber bedeutet, um 1 Uhr zu erscheinen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde durch das ganze Dorf, das Paar halte seinen wiederholten Einzug. Schon um halb 1 Uhr hatte sich außer der gesamten Schuljugend fast das ganze Dorf zusammengefunden, und mit Spannung erwartete man die Ankunft des Paares. Präzis 1 Uhr erschien K. am Rathaus, mit ironischen Hochrufen begrüßt. Als er aber die Rathaustreppe herabftieg, da brach ein wahrhaft ohrenbetäubender Lärm los. In einem dichten Knäul wälzte sich fast die ganze Menschenmenge unter nicht endenwollendem Hurrah hinter ihm her, wo ihn am Ausgang des Dorfes ein förmlicher Steinhagel empfing, welcher sich bis zur Haltestelle Alsbach ausdehnte. Im Laufschritt ging es sodann, verfolgt von der Kinderschar, bis Alsbach. Bis zu den umliegenden Orten drangen die Hurrahrufe.
i. Borke«, (Bez. Kastel), 6. Februar. Der Einwohner Groß aus Bergfreiheit, ging gestern in den Wald, um Holz zu holen. Als derselbe außergewöhnlich lange
(auch in Umtausch gegen hl tert »W erke) sowie alle andern Bücher liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an EL 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VEL
O Nidda, 4. Februar. Am 2. d. M. hielt die hiesige freiwillige Feuerwehr ihre Generalversammlung ab Sie besieht aus 100 aktiven und 80 passiven Mitgliedern, J’eld) letztere monatlich 20 Pfg. zahlen, die zum Ersatz der beim Brand an Kleidern und Schuhen der Wehr erlittenen Schäden verwendet werden. Mit einem Hoch auf de," Protektor der Wehr, Se. Kgl. Hoheit den Großherzog, eröffnete der Kommandant die Versammlung. Der Rechen- schaftsbericht ergab folgendes: die Gesamtmannschaft hatte 4 Hebungen und eine Alarmübung, die Steigermannschaft hatte 9, die Spritzenmannschaft 7, die Hydrantenmannschaft b, die Ordnungsmannschaft 8 Hebungen. Die Kreisbehörde belobte gelegentlich einer Hauptübung die Wehr. Radfahrer find als Meldefahrer eingestellt. In 4 Monatsversammlungen hielt der Kommandant Borträge über Feuerwehr- thätigkeit. Auch die Pflichtfeuerwehr übte viermal für sich und zweimal zusammen mit der freiwilligen Wehr. Die Bereinsrechnung ergab in Einnahme 323,40 Mk., in Aus- gabe 224,77 Mk., also einen Ueberschuß von 98,60 Mk. Die Musikkaffe hatte in Einnahme 1996,27 Mk., in Ausgabe 2074,87 Mk., mithin eine Ueberzahlung von 78,60 Mk. | Das Kapitalvermögen beträgt 259 Mk., die Kapitalschulden 250 Mk. Mit einem „Gut Wehr" auf gute Kameradschaft, ausgebracht vom Kommandanten, schloß die Versammlung. I — Gestern fand hier der Bezirkstag des Bezirks Nidda der Kriegerkameradschaft Hassia statt. Es wurde insbesondere beschloffen, an dem in Bisses im Sommer ftattfindenden Kriegerfest nebst Einweihung des dortigen Kriegerdenkmals teilzunehmen.
§§ Ilbeshausen, 5. Februar. Ein angesehener Bürger Herbsteins ging kürzlich von einer Festlichkeit gegen 4 Uhr morgens nach Hause. Unterwegs wurde der schon bejahrte Mann von einer unbekannten Persönlichkeit über fall en, umgerissen und mit Schlägen traktiert; dann nahm der Thäter „Reißaus", und bis sich der Ueberfallene wieder zum I Weitergehen emporrichtete, war ersterer spurlos verschwunden. I Der Ueberfallene ging nun nach Hause, wurde aber dort I gewahr, daß seine Taschen geleert waren. Den Thäter I hat er nicht erkannt.
§§ Hercheuhaiu, 4. Februar. Die hiesige Zigarren- I sabrik von Weidner (früher Filiale der Zigarrenfabrik I Biermann & Lißner, Hamburg) hat eine neue Marke in I den Handel gebracht unter der Bezeichnung: „Die Perle I vom Vogelsberg". Es ist dies eine feine, bessere Zigarre, I welche sich allgemeiner Beliebtheit erfreut, und sind auf I ^gesandte Offerten hin, schon zahlreiche Bestellungen aus I verschiedenen Teilen Deutschlands bei der Fabrik eingelaufen. I
O Bad Salzhausen, 4. Februar. Die Vorbereitungen, I aus unserem, seither nach Kohden eingemeindeten Badeort I eine eigene Gemarkung zu bilden, gehen rüstig vor- I wärt«. Teils ist verschiedenes Land aus den Gemarkungen I Geiß-Nidda und Kohden, welches an Salzhausen stößt, an- gekauft worden, teils wird anderes noch aus anderen Ge- I Wartungen losgetrennt und mit der neu zu gründenden ver- I einigt merben. Als Entschädigung für die künftig weg- I fallenden Umlageneinnahmen aus Salzhausen wird Kohden dem Vernehmen nach 20,000 Mk. Entschädigung erhalten.
D Alsfeld, 6. Februar. Gewerbliches Genossen- schastswesen. Im hiesigen Ortsgewerbeverein hielt! Herr S. aus Bingenheim gestern Abend einen Vortrag aber das Thema: „Schutz der Kleingewerbtreibenden gegen I Aufsaugung durch Großindustrie, Großkapital und Groß- Warenhäuser mit Hilfe des gewerblichen Genoffenschafts- ^end " Der Redner gab zuerst einen kurzen, geschichtlichen Abriß über die Entstehung, Entwickelung und Leistuua des Genossenschaftswesens, das eine urgermanische Einrich wng ist. Schon vor 2000 Jahren hatten die alten Deutschs Kampf- und Schwertgenoffen- und Eidgenoffenschaft- zu | Karls d. Gr. Zeiten gab es Markgenossenschaften, die gemeinschaftlich ihre Gemarkungen bebauten. Heinrich der Finkler zwang I die Landbewohner in die Städte und gab den Handwerkern Vor- I rechte und Privilegien der verschiedensten Orte. Die mittel- I alterlichen Bruderschaften, Gewerke, Gilden, Innungen und I Zünfte besitzen alle genoffenschaftlichen Charakter; denn sie betrieben ihre Geschäfte unter selb st gewählten Vorstehern I und leiteten ihre Vereinsangelcgenheiten selbst ohne Ein- |
Herr und Marine.
— Die nette Felddienstordnung ist im Neuabdruck an die Truppe« »erteilt worden. Sachlich war ein Neuabdruck durch die Aufnahme der Bestimmungen über die Feldhaubitz-Batterien, die schwere Artillerie deL Feldheeres, die neuesten Vervollkommnnngm h« Nachrichtenwesen, die Verwendung der Berkehrstruppen und daö innigere Zusammenarbeiten der Technik mit der Taktik geboten. Formest tritt daS Bestreben nach Berdeutschung der neuen Fassung hervor. Die Ordre de Bataille ist der .Kriegsgliederung* gewichen, die Garnison dem „Standsrf, die Generalidee der „Kriegslage", der theoretische de« „Dienstunterricht".
mtfäung des Staates. Die höchste und schönste Blüte der Gilden, Innungen und Zünfte währte von etwa 1200 bis 1500; noch lange wird man die Baudenkmäler, die Erz, gießereien, Holzschnitzereien, Gold und Silberschmiedearbeiten, Waffen und vieles andere aus jenen Zeiten bewundern. Die Entdeckung von Amerika und Ostindien, der 30jährige Krieg, I Uneinigkeit unter den deutschen Stämmen, der Zerfall des
deutschen Kaisertums. Die französischen Kriege ruinierten unser Vaterland und mit ihm das Zunft und Genossenschaftswesen. Schulze-Delitzsch belebte es in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts wieder; die Landwirte folgten in den 70er Jahren feiner Anregung mit großem Erfolg. Die Hand- werker und Kleingewerbtreibenden fangen an zu begreifen, daß die Zeit der Vorrechte und Privilegien vorüber sind. Großkapital, Großindustrie und Großwarenhäuser dringen immer machtvoller vorwärts und machen dem nicht mehr konkurrenzfähigen Kleinhandwerker die Existenz unmöglich. Hier kann nur noch das gewerbliche Genoffenschaftswesen helfen. Mit Hilfe der Kreditgenoffenschaften ist die Beschaffung von billigem Betriebskapital möglich, das den Bareinkauf fördern Hilst. Das Borgsyftem, in Deutschland leider äu häufig, macht den Kleinhandwerker zum Sklaven des Lieferanten; auf Barzahlung ist überall mit größter Energie hinzuwirken. Die Rohstoffgenossenschaften ermöglichen den Lmkauf rn großen Partieen, wodurch beffere Preise und feinere Qualität erzielt werden. Beide Genossenschaften bringen den Kleinhandwerker einen großen Schritt vorwärts, weil sie ihn dem Großkapital und der Großindustrie gegen- j Über konkurrenzfähig machen; sein Risiko wird kleiner. Rückschläge und Hnglücksfälle treffen nicht so hart, weil sie von vielen Schultern gemeinsam getragen werden. Die I Rohstoffgenossenschaft ist eine Art Versicherung für den I Handwerker. Magazin- und Werkgenoffenschaften bringen I den Kleinmeister den Großindustriellen nahe. Durch Aufstellung von Arbeitsmaschinen wird der Handwerker von den teuren Gesellen unabhängig und behält doch seine Selbständigkeit; das ist unendlich wichtig, denn es I wäre em Unglück, wenn der Mittelstand verschwände. In der Landwirtschaft hat man das alles schon vor 25 Jahren I 1 erkannt und eS wurden großartige Erfolge erzielt. Im I
Handwerkerstande will eS nicht voran, der genossenschaftliche Geist fehlt noch, und die Kaufieute stehen dem gewerblichen I Genoffenschaftswesen noch feindselig gegenüber; doch mit I Hnrecht, weil Handwerker und Kaufieute sehr segensreich | zusammen wirken können und beide Stände in gleicher I Weise durch Großwarenhäuser bedroht werden. — Hiermit I sind nur in großen Zügen die Ausführungen des Redners I angedeutet, die lebhaften Beifall fanden.
△ Babenhause«, 6. Februar. Der im Alter von 60 I Jahren stehende Großh. Bürgermeister, Ortsgerichtsvor- I steher und Standesbeamte Nikolaus Sauerwein aus unserer I Nachbargemeinde Hergershausen wurde gestern als Leiche ! in der Gersprenz aufgefunden, nachdem man einige! Zeit mit Stangen nach der Leiche gesucht hatte. Es liegt I offenbar Selbstmord vor, der in einem Anfalle geistiger Um- I nachtung begangen worden zu sein scheint. Sauerwein war I ein tüchtiger, gewissenhafter und humaner Beamter, dessen I tragisches Ableben tief bedauert wird. Vor vier Jahren I erlitt der Bürgermeister infolge eines Sturzes eine schwere I Gehirnerschütterung, die seine Geisteskräfte allmählich lähmte, I und ihn häufiger den Spirituosen zuführte.
Ä Mainflingen, 6. Februar. Die von mehreren hie- I sigen Bürgern unter der Firma Heng u. Eifert in unserer I Nachbargemarkung Dettingen gegründete Feldstein- Fabrik ist nebst einigen angrenzenden Grundstücken durch I Kauf in den Besitz des Bauunternehmers Augenthaler I aus Offenbach übergegangen. In Anbetracht des geringen I Preises des Grundeigentums, des vorzüglichen Rohmaterials I und der überaus günstigen Transportverhältniffe dürsten I voraussichtlich demnächst noch weitere Feldöfen erstehen.
△ Groß Umstadt, 6. Februar. Die Schlußexamina I an der hiesigen Real- und Landwirtschaftsschule I haben bereits gestern begonnen. Es unterziehen sich den- I selben diesmal 24 Realschüler und 5 Landwirtschaftsschüler. | Seit Jahren war eine so hohe Zahl von Prüflingen nicht I , SU verzeichnen. Die schriftlichen Prüfungen beanspruchen | - vier Tage. I '
Handel und Verkehr. Uslkswirtschast.
.Frankfurter Börse vorn 6. Februar.
Wechsel auf New-York zu 4.21-22.
Prämien auf Kredit per ult Februar 1.80°/®, do. per ult. März 2.50 %, Diskonto Kommandit per ult. Febr. 1.15%, do. per ult. März 2.25%, Lombarden per ult. Februar 0,65% do. per ult. März 1.00 /q, Deutsche Bank per ult. März 0.00%, Dresdener Bank per ult. März 2 00%, Berliner Handelsges. per ult. Febr. 0.00.
Kotierungen: Kreditaktien 237.70-50-70, Diskonto-Kom- mandit 196.40-50, Staatsbahn 158 20 138, Gotthard 141.70, Lombarden 27.60, Ungar. Goldrente 99.40, Italiener 94 50, 3proz. Mexikaner 26.60-00, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.19%, Privat-Diskont 4%#%.
1% bis 28/4 Uhr: Kredit 237.70, Diskonto 196 40-30, Staatsbahn 138-139 50-30, Lombarden 27.60.
©irt ©buarb Haselhuhn Ehefrau Margarethe geb. Mühlbauer aus Düsseldorf, zuletzt in Mainz, wegen Diebstahls vo« Großh. Staatsanwaltschaft Mainz; Otto Gustav Georg Herrsch ans Offenbach, Dienstmagd Karo- lrne Schäfer von da und Ernst Friedrich Petz old aus Bamberg, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Offenbach; Karl Je schon eck aus Drybowon wegen Betrugs vom Großh. Amtsanwalt zu Friedberg; Bäcker Heinrich Wilhelm Koch aus Hefkirch wegen Diebstahls oom Großh. Amtsanwalt zu Friedberg; Taglöhner Ludwig Kurt aus Bieber, zuletzt in Offenbach, wegen Sachbeschädigung vom Großherzogl. Amtsanwalt zu Offenbach; Fabrikarbeiter Karl Mairose aus Schippenbeil, früher in Bonames, wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Vilbel; Handarbeiter und Dienstknecht Ernst Reifschneider aus Wolferborn wegen Betrugs usw. und Schuhmacher Philipp Wagner aus Trais a. Lda. wegen Unterschlagung, beide von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Taglöhner Georg Schimpf aus Offenbach wegen Körperverletzung von Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt; Dienstkneckt Georg Schmidt aus Eichenrod wegen Betrugs und Maurer Johannes Seipp aus Hattenrod wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschä digung, beide vom Großh. Amtsanwalt zu Gießen; Buchhändler Hermann Otto Springer aus Neu-Schönefeld i wegen Betrugs von Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt; Jakob Beith aus Mainz und Dienstmagd Marie Wein- dorf aus Nieder-Saulheim, zuletzt in Wiesbaden, beide wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Mainz; Fabrikarbeiterin Katharina Win Hauer aus Gladenbach wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Gießen.
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Vermischtes.
I , * Westerlaud-Sylt. Am meisten von allen Nordseeinseln
| pat wohl unsere Insel, durch Abgeschnittensein vom Festlande in diesem Winter, zu leiden gehabt. Am 7. Dezember I JJ* mu$te die tägliche Dampferverbindung aufhören und I das Eisboot, welches nur Briefe und Zeitungen, und diese ^uch nur bis zu einem bestimmten Gewichtssätze, befördert, die Verbindung vermitteln, wenn es möglich war, durch das I ®t6 8U kommen und die Witterung es erlaubte. Am | 5- Januar d. I. konnte der Dampfer wieder seine erste | »ährt machen und uns die in großer Menge in Hoyer I lagernden Weihnachtspackete bringen. Bis zum 10. Januar I d. I. hatten wir regelmäßige Verbindung, die dann aber I wieder bis zum 19. Januar unterbrochen wurde und zwar I J0' daß auch das Eisboot seine Fahrten nicht unternehmen | konnte und wir eine ganze Woche ohne jegliche Post waren.
Als am 20. Januar der Dampfer versuchte, die Verbindung I wieder aufzunehmen, mußte er mit zerbrochenen Rädern und I schaufeln den Hafen wieder aufsuchen, und können wir nach I der Reparatur desselben auf eine regelmäßige Verbindung I vielleicht hoffen. Auf wie lange kann niemand sagen! Wir I wollen nur wünschen, daß uns das neue Jahrhundert auch I eme bessere Verbindung bringt und die, an die betreffenden I Behörden gerichteten Petitionen und Beschwerden eine dem I neuen Jahrhundert entsprechende Verbindung im Winter für die Insel im Gefolge haben. Der Telegraph brachte uns die Nachricht, daß die Kanalisation von Westerland
I "UN endlich genehmigt sei, und können wir zur Saison 1901 | unsere Badegäste durch diese Neuerung und Verbesserung I unseres Bades überraschen und erfreuen.
I * Wien, 2. Februar. Schon wieder einmal wird von hier eine Sensationsgeschichte erzählt. Es heißt, die
I Erzherzogin Elisabeth, die Tochter der Kronprinzessin Stephanie, habe dem Grafen Elemer Lonyay dem Verlobten ihrer Mutter, von Anbeginn an, noch ehe sie etwas von den Beziehungen der beiden ahnte, eine auffallende Abneigung entgegengebracht, die so stark zu Tage trat, daß die Kronprinzessin mit ihrer Tochter darüber sprach. Da erklärte die junge Prinzessin in einer bei ihr ganz ungewohnten Heftigkeit, sie hasse den Grafen, sie könne ihn nicht sehen, und bat, nicht mehr von ihm zu sprechen. Als die Kronprinzessin später ihrer Tochter die bevorstehende Wiedervermählung mitteilte, kam es zwischen beiden zu einer heftigen Szene, die Prinzessin weinte nach dem Fortgänge
! ihrer Mutter bitterlich und rief unter lautem Schluchzen: „Ach, ich bin so tief unglücklich, daß ich sterben und bei meinem Papa sein möchte.'" Erft dem Kaiser Franz Joseph gelang es in einer langen Unterredung, das junge Mädchen zu beruhigen. Er versprach seiner Enkelin, sie solle sich nicht sofort vermählen, es war damals von einer Verlobung mit einem württembergischen Prinzen und darauf folgender baldiger Hochzeit die Rede, sie werde überhaupt einmal ganz nach ihrem Herzen wählen können. Mutter und Tochter sollen ganz entfremdet sein, die letztere soll sich sogar haben versprechen lassen, daß sie nicht gezwungen werden dürfe, ihre Mutter zu besuchen. Die Hochzeit der Kronprinzessin Stephanie mit dem Grafen Elemer soll in aller Stille im März stattfinden. Außerdem spricht man von einer bevorstehenden Verlobung des Prinzen Maximilian von Baden, der zurzeit in Wien ist, mit der Erzherzogin Marie Annunziata.
Gerichtssaal.
>< Gießen, 6. Februar. Im Gnadenwege hat Se. König!. Hoheit der Großherzog die von unserer Strafkammer seinerzeit gegen den bis dahin in Ehren grau gewordenen Kaufmann Isaak Mendelsohn wegen gewerbsmäßiger Hehlerei erkannte einjährige Zuchthausstrafe, in Gefängnis von gleicher Dauer umgewandelt. Die gegen Mendelsohn erkannte Strafe war die nach dem Gesetz niedrigste, weil bei dem Delikt mildernde Umstände nicht zulässig find.
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