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Donnerstag den 8. Februar
Zweites Blatt
Zlnrts- und Zlnzeigrblatt für den "Kreis Gieren
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stimmungen entworfene neue Formular für Darlehensgesuche zu verwenden. Diese Formulare können von den Großh. Bürgermeistereien auf Ansuchen bei der Landeskreditkasse kostenfrei bezogen werden.
Ch. Konzert-Verein. Montag den 12. Februar. Ern Kon ert von hoher musikalischer Bedeutung bietet der Verein am kommenden Montag. Nicht allein, daß das vortreffliche Homburger Kurorchester mit einem unvergleichlich schönen Programm nach längerer Pause hier wieder gastieren wird, sondern es ist auch dem Vorstande des Konzert-Vereins gelungen, den Meistersinger Dr. Felix Kraus für diesen Abend zu verpflichten. Es bedarf keiner umfangreichen musikalischen Bildung, um zu verstehen, welcher künstlerische Gewinn daraus für Gießen erwächst ; denn neben Felix Kraus kann sich als gleichwertiger Liedersinger nur noch Wüllner stellen, KrauS überragt aber diesen durch ein wahrhaft köstliches Stimmmaterral. Felix Kraus ist am 3. Oktober 1870 in Wien geboren, große gesangliche Studien unter Anleitung eines Singmeisters hat er so eigentlich nicht gemacht, sodaß keiner dieser berechtigt ist, sich mit Kraus als Schüler zu brüsten. Zwei Monate Unterricht bei Stockhausen, das ist alles, was an die Schulstube erinnert, dann eilte Kraus wieder nach Wien, von dort nach Berlin und Leipzig. Hier hat er für sich gearbeitet, studiert und vor allen Dingen gehört, wie man singen und auch wie man nicht singen soll. Jetzt entzückt Kraus obgleich fast Autodidakt die ganze Künstwelt durch seine Stimme, seine Vortragsweise; sein Ausdrucksvermögen ist geradezu ein eminentes, seine Gestaltungskraft ungemein vielseitig. Aber auch als Bühnensänger hat er in Bayreuth, als Hagen in der Götterdämmerung und als Gurnemanz im Parfifal, die Augen aller auf sich gerichtet. So begrüßen wir denn hiermit diesen ausgezeichneten Künstler aufs freudigste und sehen mit gespannter Erwartung dem Konzert am Montag entgegen.
* • Gegen die Zigeunerplage richtet sich ein Antrag, den der Abgeordnete Wolf im Hessischen Landtag eingebracht hat. Demnach wird die Regierung ersucht, das Durchreisen und den Aufenthalt von Zigeunern im Großherzogtum Hessen nach Möglichkeit zu verhindern, und den längeren Aufenthalt von Zigeuner- und ähnlichen Wohn- und Gepäckwagen auf allen Großherzoglichen Staats- und Kreisstraßen, sowie in Entfernungen von weniger als 20 Meter von solchen, wegen der damit verbundenen Störung des Verkehrs und der häufigen Veranlassung zu Unglücksfällen zu verbieten.
• * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Schneidergeselle Georg Bidinger aus Kelsterbach und Schneidergeselle Johannes Treber aus Darmstadt, beide wegen Unterschlagung vom Großh. Amtsanwalt II zu Darmstadt; Schreiner Friedrich Geißler aus St. Johann wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Lorsch;
Amtlicher Herl.
Bekanntmachung,
Betreffend: Abhaltung von Viehmärkten.
^'Der für Dienstag den 13. und Mittwoch den 14. d. Mts- vorgesehene Biehmarkt muß nochmals verboten werden, da in der weiteren Umgebung die Maul- und Klauenseuche noch in größerem Umfange herrscht.
Gießen, den 6. Februar 1900.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Lokales «nd Mmmyielles.
(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, 7. Februar 1900.
* * GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 18 Jahrm, «m 8. Februar 1882, starb zu Cannes Berthold Auerbach. Als Erzähler nimmt er unstreitig eine bet ersten Stellen ein, alS Mensch war er liebenswürdig und gutmütig. Seinen Ruhm begründeten die „Schwarzwälder Dorfgeschichten". In seinem kleinen Geburtsorte Nordstetten im Schwarzwald, wo et am 28. Februar 1812 geboren wurde, hat er seine Ruhestätte gesunden.
• * Auszeichnungen. Seine Königliche Hoheit der G r o ß - Herzog haben Allergnädigst geruht, dem Büchsenmacher Knies im Leibgarde-Regiment Nr. 115 die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß- mutigen, dem Bürgermeister Jakob Heinz IV. zu Hahnheim das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Bürgermeister Konrad Seum IV. in Schwickartshausen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige, treue Dienste" am Bande des Philipps Ordens, dem Gürtler Jean Schramm m Oberrad das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für treue Arbeit" zu verleihen.
• • Ordensverleihung. Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, dem Hauptmann v. Schlemmer im Infanterieregiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 die Krone zum Roten Adler Orden 4. Klaffe zu verleihen. , .
• • Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 3. Februar den Privatdozenten an der Universität Jena Dr. Alexander Steuer zum Landesgeologen mit Wirkung vom 4. April 1900 an zu ernennen.
• * Landeskreditkaffe. Die Ausleihungen aus der Landeskreditkasse unterliegen den in dem Gesetz vom 4. Oktober v. I. getroffenen Bestimmungen über die Auszahlung der Darlehen. Infolge dieses Gesetzes empfiehlt es sich für die Anleiher nicht, zu ihren Darlehensgesuchen das früher in Gebrauch gewesene Formular fernerhin zu benützen, sondern zur Herbeiführung eines rascheren und leichteren Geschäftsganges nur noch das von der Landeskreditkasse unter Berücksichtigung der neuen gesetzlichen Be-
Begründung zur Inszenierung des Krieges den Thatsachen nicht entsprach, das übersahen die Parlamentsmitglieder, die ja begreiflicherweise heute die einzige Frage ventilieren: ,Wie kann sich unser Land aus der überaus schwierigen Lage, in der es sich befindet, retten?" Deshalb haben auch die Parlaments-Verhandlungen, wie man vielfach hoffte, vorläufig gar keinen Einfluß auf die Beendigung des Krieges, und es müssen erst weitere schwere Schläge kommen, ehe man in England einsieht, daß alle Müh' vergebens sein wird, die widerspenstigen Buren zu zahmen.
* Chamberlain in eigener Sache.
Gießen, den 2. Februar 1900.
Das englische Parlament ist nun schon mehrere Tage versammelt, und manche wuchtige Schläge sind gegen die Regierung geführt worden, weil sie den Krieg in Südafrika begonnen oder aber weil sie ihn nicht genügend vorbereitet unternommen hatte. Wir sagten eben, die Regierung hätte schwere Angriffe erdulden müssen, aber im allgemeinen richten sich diese doch allein gegen den derzeitigen Kolonialminister, gegen Josef Chamberlain. Sern Name ist in aller Welt Mund seit dem Einfall Dr. Jame- sons und Genossen in Transvaal und seit dem famosen Prozeß, der sich gegen diese Banditen der Renzert abspielte. Jameson-Rhodes-Chamberlain, das war die Stufenleiter, die man beschreiten mußte, um den damaligen Einfall in Transvaal zu begreifen und zu würdigen. Und wenn man genau die Verhandlungen des parlamentarischen Gerichtshofes verfolgt hat und dazu noch die Enthüllungen der Brüsseler „Jndependance" berücksichtigt, so versteht man, daß Mr. Chamberlain keine beneidenswerte Rolle gesprelt hat und mit Recht den Angriffspunkt aller derer bildet, welche den jetzigen Krieg verdammen und der Ansicht sind, daß er sehr wohl hätte vermieden werden können.
Am Montag hatte Chamberlain Gelegenheit, auf die vielen gegen ihn gerichteten Angriffe zu antworten, und es kann nicht geleugnet werden, daß er einen momentanen Erfolg erzielte. Das kommt aber hauptsächlich daher, daß Chamberlain jetzt der glänzendste Redner im Parlament ist und am meisten zu fesseln versteht. Ueberdres packte er seine Zuhörer bei der nationalen Eitelkeit, bei der Thatsache? daß England in Gefahr stand, seine Sympathie in Südafrika zu verlieren.
Und noch durch einen Coup erzielte er Erfolg: durch seine Zuversicht über den schließlichen Ausgang des Krieges, lind da in dieser Beziehung Regierungspartei sowie Opposition übereinstimmend und einmütig der Ansicht sind, daß der Krieg bis zum Siege der englischen Waffen durchgeführt werden müsse, so ist es nicht zu verwundern, daß Chamberlain auf fast allen Seiten des englischen Unterhauses wohlwollende Beurteiler seiner Rede fand. Daß es nur leere Redensarten waren, die er vorbrachte, daß die
Feuilleton.
Aus dem Buren-Hauptquartier vor Ladysmith erhält die Münchener „Aerztliche Rundschau" von einem Freund des Blattes, Herrn F. von Straaten, einen Brief vom 16. Dezember, der manche nicht nur für ärztliche Leser interessante Einzelheiten bietet. Herr van Straaten schreibt: „Was unsere Lazarette anbetrifft, so können sie sich) getrost den europäischen Feldlazaretten an die Seite stellen; zugegeben muß allerdings werden, daß unser Lazarettwesen weder auf so langer Vorbereitung noch so großer wissenschaftlich verwerteter Erfahrung beruht, als zum Beispiel das deutsche. Die Regierung hatte noch bis zum letzten Augenblick es für unmöglich gehalten, daß England die Ungeheuerlichkeit eines so ungerechten Krieges heraufbeschwören könnte. Man hatte deshalb auch nicht daran gedacht, besondere Vorbereitungen für Feldlazarette zu treffen. Da beschwor Chamberlain in eitler Verblendung durch immer neue Truppensendungen den Ausbruch des Krieges herauf, und nun im Moment der Not ersetzte der patriotische Eifer und gute Wille alle man- aelndeii Vorbereitungen. Bürger von Pretoria und Johannesburg richteten zwei Ambulanzen ein. Die Niederländische Eisenbahngesellschaft stellte einen mit vielen Krankenwagen, Betten, Apotheke, Aerzten und Krankenpflegerinnen glänzend ausgestatteten Hospitalzug zur Verfügung, um den Transport schwer Verwundeter nach den Hospitälern des Landes zu ermöglichen. Dr. Hohls aver, ein von deutschen Eltern in Afrika geborener Arzt, der auf den Universitäten Marburg, Erlangen und Straßburg studiert hat, wurde von der Regierung beauftragt, fünfundzwanzig Aerzte für die ausrückenden Truppen anzu
stellen. Indes warteten die meisten Aerzte gar nicht diese Anstellung ab, sondern rückten sofort mit den Burgerkommandos ins Feld, wobei sich jeder aus Privatmitteln! so gut ausrüstete als möglich. Dabei thaten sich unsere deutschen Aerzte ganz besonders durch Opferwilligkeit hervor; fast ohne Ausnahme ließen sie ihre Praxis im Stich um ihre Dienste dem Lande zu widmen. Auf alle Falle wird für die Behandliing und Verpflegung der Kranken und Verwundeten alles gethan, was möglich ist, und selbst der lügenhafteste englische Korrespondent dürfte es heute, kaum noch wagen, voii barbarischer Kriegsführung auf Seiten der Buren zu sprechen.
Einen geradezu rührenden Beweis für das unerschütterliche Gottvertrauen der Buren habe ich vor einigen Tagen erhalten. Unser ganzes Lager war zum Gottesdienst zusammengetreten, und in dichten Haufen standen die Männer gedrängt. Da plötzlich) begann es in der Lust zu zischen, über unseren Köpfen zu krachen; rechts und links sausten -die Geschoßstücke nieder. Die Engländer hatten, wahrscheinlich vom Ballon aus, die Menschenansammlung bemerkt und begannen auf uns zu feuern. Ich machte einen der Anwesenden auf die Gefahr aufmerksam und fragte ihn, ob es nicht besser wäre, auseinander zu treten. „Nicht doch, Bruder", sagte der Bur, „so lange wir beten, wird der Herr uns beschützen, und sie werden uns nichts anhaben können." So sangen die Buren trotz des heftigen Feuers ruhig ihre Psalmen weiter und traten dann gelassen auseinander, ohne daß wirklich einer verletzt war. Als ich aber nach meinem Zelte zurückkehrte, fand ich vor demselben die Stücke eines Shrapnells, die mich vielleicht getötet haben würden, lüenu ich dem Gottesdienst nicht beigewohnt hätte. Der Vorfall ist doch nicht ohne Eindruck auf mich geblieben. Endlich noch einiges
über den Gefechtswert der englischen Marine-Artillerie.. Zum erstenmal hat die Welt die Genugthuung, englische Marine-Artillerie gegen eine gleichfalls mit Kanonen bewaffnete Truppe im Gefecht zu sehen; ein hochinteressantes Schauspiel. Denn der Wert jeder Seemacht, auch jener der englischen, ist zum größten Teile abhängig von ihrer Artillerie. Run fechten seit Wochen die Geschütze verschiedener englischer Kriegsschiffe in Ladysmith gegen unsere numerisch viel schwächere Belagerungs-Artillerie und zwar mit einem Mißerfolg, der in jedem unparteiischen Beob- achter den politischen Glaubenssatz: „England ist für unabsehbare Zeit hin die unbestrittene Herrin des Meeres the mistres of the seas", mit Stumpf und Stiel zerstört hat. Trotz einer gewaltigen Munitionsverschwendung und obgleich) die Engländer vor Beginn des Krieges alle Distanzen ausgemessen haben, ist es ihnen noch nicht gelungen, auch nur ein einziges unserer Geschütze zum Schweigen zu bringen."
* * lieber die Frage: Was kostet eine Lokomotive, ein Personen- oder ein Güter w a gen, können wohl nur wenige von denen, welche die Eisenbahn benützen, Auskunft geben. Die Antwort auf diese nicht uninteressante Frage giebt der Etat der Sächs. Staatseisenbahnen. Es sind die darin zur Beschaffung vorges- sehenen Fahrzeuge angesetzt wie folgt : Rormalspurbahnen: Lokomotiven je 55 000 Mk., Tender je 9000 Mk., Abteilungswagen 1. und 2. Klasse je 34 500 M., Durchgangswageu 1. und 2. Klasse je 46 000 Mk., Abteilungswagen 3. Klasse je 23 000 Mk., Wagen 4. Klasse je 6750 Mk., Zugfuhrer- waaen je 9000 Mk., bedeckte Güterwagen je 3650 Mk., bedeckte Spezialwagen je 5000 Mk., offene Güterwagen re 3000—4700 Mk.


