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8.2.1900 Erstes Blatt
 
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Snh, der Woche auch die Kohlern Arbeiter dem Streik anschließen, Jlbnft Aber 10000 Arbeiter die Arbeit einstellen. Zur Aufrechterhaltung h,r ntbnuna sind 80 Mann Soldaten in Neschitza eingetroffen ö Berlin, 7. Februar Dem,93erl. Tagebl." wird aus Dresden qem-ldet: Die Lage im Zwickauer, Oelsn.tzer und Lugauer Ahlen, beiirf ist sehr kritisch. Die Bergleute überreichten gestern den Werken ihre Forderungen. Sie verlangen achistündige Schicht incl. Em- und Ausfahrt, 20 Proz. Lohnerhöhung und Abschaffung des unrechtmäßigen Nullens.' Im Plauenschen Grund ist alles ruhig. --

Wien, 7. Februar. Wie aus Teschen gemeldet wird, gab in der aestriaen Sitzung des Sinigungsamtes der Regierungsvertreter die Erklärung ab, daß die Regierung bereit sei, die Grundlage der Eristein der Arbeiter zu sichern. Zu diesem Behufe wird in ben ersten Tagen des März die Regierung eine Kommission, bestehend aus Mit- aliedein der Regierung, der Bergwerksbesitzer und Arbeitern nach Wien einberufen, welche die Modalitäten feststellen sollen, damit dem Reichsrat ein Gesetz für die Arbeitszeit im Bergbau vorgelegt werden kann. Aus Relchitza wird gemeldet, daß die Vermittelungsversuche der Re­gierung gescheitert sind. 2000 Eisenarbeiter streiken. Weitere 4000 sowie 4000 Kohlenarbeiter dürften sich dem Streik anfchließen.

Daudet und Uerkehr. Volkswirtschaft.

PodwoloczySka, 6. Februar. Die hiesige Exportfirma 6. G. Maranz, welche auch in Rußland viele Filialen besitzt, ist mit 1</1 Millionen Rubel in Zahlungsschwierigkeiten geraten

Gingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)

Sietzen, 7. Februar 1900.

Ei« Notschrei aus der Stephanstratze.

Insbesondere in ihrem Verlaufe von der Bleich- bis zur Goethe straße befindet sich die Stephanstraße in einem höchst unwürdigen Zu­stande. Weder Anwohnern noch Paffanten ist es möglich, sich durch den dort liegenden Schmutz ohne Gefahr für die Kleidung hindurch­zuwinden. Wenn es sich auch nickt vermeiden läßt, daß infolge der Neubauten diese Straße sich nicht einer so peinlichen Sauberkeit erfreuen kann als eine andere bereits völlig ausgebaute, so wird es aber doch ein Mittel geben, für eine etwas angenehmere Passage zu sorgen.

Unus pro multis.

Kirchliche Nachrichten.

Soavgelische Gemeinde.

Donnerstag den 8. Februar, abends 8 Uhr, Bibelstnnde im Konfirmandenfaal, Kirchstraße 9. 1. Petri 4, 7 bis 19.

Pfarrer Dr Grein.

** Wetterbericht, Das Deprefsiansgebiet hat sich nunmehr fast des ganzen Erdteils bemächtigt und weist heute bei fortdauernd nur geringen Druck-Unterschieden zwei flache Centren über dem russischen Ostseegebiet, beziehungsweise über Süddeutschland und Central-Frankreich auf Ein weiteres Minimum nähert sich der französischen Westküste. Ueber den britischen Inseln ist das Barometer gestiegen und im äußersten Osten besteht hoher Druck fort. Der allgemeine Witterungs-Charakter hat sich seit gestern bei uns nicht geändert. Im Flachlande herrscht trübes ober nebeliges, an ben alpinen Stationen heiteres Wetter. Voraussichtliche Witterung: Meist trübes, etwas kühleres Wetter mit zeitweisen Schneefällen.

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Neueste Mel-ungeu.

Depeschen deS BureauHerold*.

Berlin, 7. Februar. DasKleine Journal" meldet aus Wien: Der ungarische Minister-Präsident Szell wurde gestern vom Kaiser in Audienz empfangen, worauf er sofort wieder nach Budapest zurückkehrte. Wie verlautet, stand die Anwesenheit des ungarischen Minister­präsidenten mit einer demnächstigen Veränderung deS un­garischen Kabinetts in Zusammenhang.

Berlin, 7. Februar. In der gestrigen FraktionS- sitzung des Centrums wurde demLokal-Anzeiger" zu­folge die Kostenfrage und der Kostendeckungs- Paragraph deS alten Flottengesetzes, der angeb­lich auch für das neue gelten soll, als unzureichend bezeichnet, weil er für die Zukunft keine genügende Garantie für eine Mehrbelastung der minder wohlhabenden Bevölkerungsklassen bietet. Die Beratungen sind noch nicht abgeschlossen. Den Standpunkt der Fraktion wird voraus­sichtlich der Abgeordnete Fritzen-Düsseldorf im Plenum darlegen.

Berlin, 7. Februar. Das Befinden des vr. Li e b e r hat sich dem BerlinerBörsen-Courier" zufolge weiter gebessert. Die Schmerzen haben nachgelassen und der Appetit ist reger geworden. Die Tochter des Abgeordneten ist zum Besuch ihres Vaters in Berlin eingetroffen.

Wien, 7. Februar. In der gestrigen Sitzung der Ausgleichs-Konferenz für Mähren herrschte das allgemeine Bestreben nach einer Verständigung betreffs der Sprachenfrage bei den landesfürstlichen und autonomen Behörden.

London, 7. Februar. Die Möglichkeit eines internationalen Konfliktes angesichts des stark aus­geprägten Imperialismus des Kabinetts wird als nicht unwahrscheinlich besprochen. Die letzten Zwischenfälle in Frankreich dürften manches liberale Mitglied des Unter­hauses zu einer feindlichen Haltung Frankreich gegenüber führen, und dem Jingoisten-Kabinett möglichenfalls zu einem

willkommenen Anlaß dienen, die Aufmerksamkeit deS eng­lischen Volkes vom südafrikanischen Kriegsschauplätze nach Frankreich abzulenken, um den Krieg auf diese Weise im ritischen Augenblick einzustellen.

London, 7. Februar. In Unterhaus-Kreisen wird eine partielle Ministerkrisis als bevorstehend bezeichnet. Das Kriegsamt und das Schatzamt sollen Charles Dilke und William Harcourt übertragen werden.

London, 7. Febr. Alle konservativen Blät­ter zeigen sich befriedigt über die Abstimmung im Unterhause, fordern aber alle eine Reorganisation des Kriegsamtes. Aus dem Verlaufe der Sitzung wird noch hervorgehoben, daß der liberale Abgeordnete Bannermann die Regierung heftig angriff. Rach Bannermann ergriff Lord Balfour das Wort. Er erklärte, der Tadelsantrag, welcher von der Opposition eingebracht sei, sei nur ein Angriff auf Chamberlain. Er hielt alsdann eine lange Lob­rede auf Chamberlain, worauf er die Hoffnung aus­sprach, das Unterhaus werde ebenso einstimmig wie das Land sich mit der Politik der Regierung einverstanden er­klären. Eine Anzahl liberaler Abgeordneter versuchte als­dann, den Antragsteller Fitzmaurice zu veranlassen, seinen Antrag zurückzunehmen, was dieser ablehnte. Sodann wurde die Abstimmung vorgenommen. Der Tadelsantrag wurde mit 352 gegen 139 Stimmen abgelehnt, so daß die Regierung eine Mehrheit von 213 Stimmen erhalten hat. Die nationalistischen Abgeordneten hatten sich der Ab­stimmung enthalten. Das Resultat wurde vom Präsidenten' mit großer Begeisterung verkündet. Die Morgenblätter zeigen sich über das Resultat nicht verwundert und stellen fest, daß sich bereits ein Umschlag vollzogen hat.

Madrid, 7. Februar. Ein heftiger Zwischen­fall ereignete sich in der gestrigen Plenarsitzung. Der Graf Almenas erklärte in einer Rede, daß es in Spanien unwürdige Generale gäbe. Der Redner wurde nach diesen Worten zur Ordnung gerufen und von dem Vorsitzenden aufgefordert, seine Worte zurückzunehmen. Derselbe ver­weigerte dies mnd erklärte nochmals, es gebe unwürdige Generale,, die Spanien zu Grunde gerichtet hätten. Diese Worte riefen einen großen Tumult hervor. Der Senat ver­einigte sich in geheimer Abendsitzung, um über diese Ange­legenheit zu beraten. Graf Almenas weigert sich fortgesetzt, seine Worte zurückzunehmen.

Bom Kriegsschauplatz.

London, 7. Febr. Lord Roberts verständigte das Kriegsamt, das er Anfang März den allgemeinen Vor­marsch nach Blömfontein beginnen werde.

Paris, 7. Februar. Aus London verlautet gerücht­weise, General Kitchener sei zurückberufen worden mit piem Befehl, sich sofort wieder nach Egypten einzu­schiffen, da die Meutereien im Sudan einen gefährlichen Charakter anzunehmen drohten.

Berlin, 7. Februar. DerLokal-Anzeiger" erhält folgendes Telegramm aus London. Dalziel-Bureau meldet aus Kapstadt: Lebhafte Thätigkeit herrscht in der Gegend von Stormberg und Colesberg. Man er- wartet in Kapstadt, in wenigen Tagen von Gefechten zu hören, besonders bei Colesberg. Die englischen Truppen unter den Generalen Frcnch, Gatacre und Kelly-Kenny nehmen jetzt Stellungen ein, welche die Positionen der Buren im Norden der Kap-Kolonie sehr unsicher gestalten. Es heißt, die Verbindungs-Linien der Buren seien ernstlich bedroht.

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Derdmgung.

Die Räumung von %lut- gräbeu in der Gemarkung Gießen, g teilt in 2 Lose, soll

Mittwoch den 14. Februar b. Io., vormittags llf/i Uhr, öffentlich verdunsten werden.

ArbeitSbeschreibung und Beding nngen ließen während der Dienst­stunden bei uns auf Zimmer Nr. 7 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum genannten Termin daselbst einzureichen.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, 5. Februar 1900.

Das Stadtbauamt.

_________Schm andt._____1002

Verdingung.

Tie Lieferung des zur laufenden Straßenunterhaltung erforderlichen LahnkiefeS soll, in 3 Lose geteilt, Mittwoch ben 14. Februar b. Io., vormittags 11 Uhr, öffentlich verdung. n werden.

Die Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Bureau, Zimmer Nr. 7, zur Emsichi offen. Angebote aus- Vordruck, der b i uns erhältlich, sind spätestens bis zum genannten Termin daselbst ein- zureich-n. Zuschlagsfrift 3 Wochen.

Gießen, 5. Februar 1900.

Das Stadlhauamt.

__Schmandt._____1006

Bekanntmachung.

Donnerstag den 8. Februar er., nachmittags 3 Uhr, sollen Neustadt 55 bapier Haus- und Küchengeräte aller Art, onj?e < rn größerer Posten Sckuhwaren und Hüte zwangsweise gegen Bar ver­steigert werden.

Gießen, 7. Februar 1900.

1012 Seipel, Gerichtsvollzieher.

Städtischer Arbeitsnachweis Gießen

Garteuftrabe 2.

Angebot der Arbeitnehmer r 1 Bauschlosser, 5 gepr. Heizer, 1 Maschinist, 1 Schneider, 1 Fuhrknecht, 1 Taglödner, 1 Hausbursche, 1 Schneiderlehrling auss Land, 1 Dienstmädchen, 1 Weißzeugflickerin, 1 Schreibgehilfe.

Nachfrage der Arbeitgeber r 1 Glaser, 1 tüchtiger Messerschmied, mehrere Bauschlosser, 1 Schmied, 2 Fuhiknechte, 2 HauSburschen, 1 Lauftnüdchen, 5 Dienst­mädchen für Kücke unb Hausarbeit, 1 Weißzeugflickerin.

Verdingung vonFuhrlöhnen.

Das Anfahren von Holz re. für die städtischen Anstalten, sowie die Leistungen der TageSfuhreu für das Rechrungsjahr 1900/01 sollen Mittwoch bell 14. Februar b. Io., vormittags 11% Uhr, verdungen werden.

Die Bedingungen liegen bei uns auf Zimmer Nr. 7 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum genannten Termin einzureichen.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, 5. Februar 1900. Das Stadtbauamt.

Schmandt. 1004

Verdingung vonFuhrlöhnerr.

Die Abfuhr des Straßenkehrichts im Rechnungsjahr 1900/01 nach den städtischen Wiesenim UterSbrunnen", im Allentffch" undin den Torf löchern" soll

Mittwoch brn 14. Lebrllar b. Io., Vormittags liy2 Uhr, öffentlich verdungen weiden.

Die Abfuhr umfaßt ca. 1500 cbm, die in 4 Lose geteilt sind. Die Be­dingungen liegen während der Dienst- stunden bei uns zur Einsicht offen unb sind Angebote auf vorgeschrübe- nem Formular bis zum genannten Termin einzureichen.

Zuschlagsfrift 3 Wochen.

Gießen, 5. Februar 1900.

Das Stadtbauamt.

Schmandt. 1003

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Stamm-u. Nutzholz- Versteigerung.

Die am 30. Januar 1900 im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Pfingstweide und Köhlerwald, ab- gehaltene Ho'zversteigerung hat die Genehmigung nicht erhalten und soll dieses Holz Dienstag den 13. d. Mts., vormittags IO Uhr nochmals zur Versteigerung kommen. Es kommen zum Ausgebot:

63 Eichenftämme von 3 bis 10 m Länge, 18 bis 40 cm Durchm., 145 Nadelstämme von 5 bis 20 m

Länge, 14 bis 45 cm Durchm., worunter auch schwere Lärchen« siämme,

350 Nadelstangen 1. 2. und 3. Kl., 142 rm Nutzholz Knüppel, meisten­teils Eichen, zu Gruben- volz geeignet,

5 Haufen Nadelholz-Reiser', zu Leiterbäumcn unb Spalier geeignet.

Zusammenkunft vormittags 10 Uhr in der Pfingstweide.

Waldgirmes, 6. Februar 1900. Drr Bürgermeister.

_________Bernhardt._____1001

Holzversteigerung.

Freitag den 9. Februar 1900, vormittags 9 Uhr an- fangend, werden in den Woldungen der Gemeinde Allendorf a. d. Loa., Distrikt Zimmerplatz, versteigert:

19» Eichenstämme mit 106,33 fm,

2 Buchenstämme mit 2,24 fm, 165 Nadelstämme mit 45,98 fm, 284 Nadel-Derbstangrn,

42 Nadel Rettftangen,

68 rm E'chen-Nutzscheit,

2 Eichen Nutzknüppel,

2 rm Nadel-Nutzknüppel,

22 Buchen Scheit,

81 Eichen-Scheit,

1 Nadel-Scheit,

23 Buchen-Knüppel,

66 Eichen-Knüppel,

12 Nadel Knüppel, 2500 Wellen Eichen-Reisholz, 1350 Nadel-Retsholz,

41 rm Buchen-Stock,

57 Eichen-Stock,

21 Nadel-Stock.

Zusammenkunft ist im Distrikt Zimmerplatz.

Allendorf a. d. Lda., 5. Febr. 1900. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a. d.Lda. ____________Rein.________[_979 Nkißeigemg.

Meine Hofraite, in der Bahn­hofstraße gelegen, bestehend in zwei Wohnhäusern, Scheuer, Stallung, Garten und geräumigem Hof, zu jedem Geschäftsbetrieb geeignet, be« abftchtige ich Samstag de« 17. Februar er., nachmittags 5 Uhr, auf hiesigem Rathause öffentlich zu versteigern. 938

Grünberg, 3. Februar 1900.

Conrad Zintzer.

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0485] Ein Vogelsberger Rind (frisch- melkend) mit Kalb bei

Heinrich Noll VII., Mühlgaffe.

Verkauf.

Ein noch gut erhaltener secksspänniger Bataillons Patronenwagen, sowie der Hinterwagen eines zweiten solchen Wagens werden am Donnerstag, dem 8. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, auf dem Hofe der Zeughauskaserne meistbietend gegen Barzahlung zum Verkauf gelangen.

Gießen, den 6. Februar 1900. 907

Großh. 2. Bataillon Jnfanterie-RegtS.

Kaiser Wilhelm Nr. 116.

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