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Nr. 32 Erstes Blatt. Donnerstag den 8 Februar
Gießener Anzeiger
General-Unzeiger
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Deutscher Reichstag.
141. Sitzung vom 6. Februar. 12 Uhr.
Fortsetzung der Beratung der Novelle zum Strafgesetzbuch, lex Heinze, und zwar bei § 182 a, dem sog. Arbeitgeberparagraphen. — Ein Antrag
Albrecht (Soz.) will erstens die Bestimmung in diesem Paragraphen streichen, wonach die Strafverfolgung nur auf Antrag erfolgt. Weiter aber soll die Strafverfolgung aus § 182 a innerhalb eines Jahres verjähren.
Ein Antrag
B e ck h (srs. Vp.) will es nicht als straffälligen Mißbrauch der Stellung als Arbeitgeber angesehen wissen, wenn der Arbeitgeber seinen unzüchtigen Zweck durch „Zusage oder Gewährung von Beschäftigung, Lohnerhöhung oder sonstigen sich aus dem Arbeitsoder Dienstverhältnis ergebenden Vorteilen" zu erreichen sucht.
Abg. v. Treuenfels (tont) ersucht um Annahme des Paragraphen. Die Gemeinheit der Gesinnung, die in der Ausbeutung des Arbeitgeberverhältnisses zu Tage trete, müsse streng bestraft werden.
Abg. B e ck h (srs. Vp.) macht auf die Bedeuten aufmerksam, welche der Paragraph an und für sich wach rufe, indem er zu erpresserischen Zwecken ausgenützt werden würde. Er bitte um Annahme seines Antrages.
Abg. Heine (Soz.) führt aus, im allgemeinen versprächen sich seine Freunde feine Besserung der sozialen Zustände von solchen Strafgesetzen, sie sähen daher auch, wenn sie für diesen Paragraphen stimmten, darin nur ein erforderliches Notgesetz. Die Strafbestimmung sei eigentlich in diesem Paragraphen noch viel zu niedrig, doch verzichteten seine Freunde darauf, eine höhere Strafnorm zu beantragen. Um Erpressungen möglichst auszuschließen, beantrage seine Fraktion eine nur einjährige Ver- jährungssrift. Wer ein Jahr warte, ohne eine an ihm durch den Arbeitgeber geübte Nötigung zur Anzeige zu bringen, der mache sich allerdings durch eine noch später erfolgende Anzeige erpresserischer Absichten verdächtig. Auf jeden Fall liege hier ein öffentliches Interesse vor, und deshalb müsse die Strafverfolgung ex officio erfolgen, nicht blos auf Antrag.
Staatssekretär Nieberding hält den Gedanken, der dem Anträge Beckh zu Grunde liegt, für vollkommen richtig. Redner wendet sich hierauf gegen die Ausführungen des Abg. .Heine, dessen Wünsche eine ganz unmögliche Gesetzgebung herbeiführen würden. Da die Erpressungsgefahr bei allen Delikten vorliege, müßte doch das ganze Strafgesetzbuch in derselben Richtung revidiert, und die Verjährungsfrist überall auf ein Jahr herabgesetzt werden. Herr Heine wolle ferner das Antragsdelikt beseitigen, er wolle die Strafverfolgung ex officio eintreten lassen. Dann aber würden doch wieder neue Gefahren bestehen. Für die verbündeten Regierungen seien diese Bestimmungen unannehmbar. Die verbündeten Regierungen ständen in Bezug auf § 182 und K 182 a auf demselben Boden; sie würden bedauern, wenn hier im Hause, statt einer praktischen Politik, der Versuch ge
macht würde, ein einseitiges Programm aufzustellen, bei dem etwas Praktisches nicht erreicht werde. .Er,. Redner, hoffe, daß der Reichstag das annehmen werde, worin die Regierungen mit dem Reichstage einverstanden seien.
Abg. Roer en (Zentr.) bedauert lebhaft diese Stellungnahme der verbündeten Regierungen. Im Lande werde man es nicht verstehen, wenn die Regierung derart unsittliche, gemeine, ehrlose Handlungen nicht unter schwere Strafe stellen wolle. Er bitte das Haus dringend, den § 182 a anzunehmen.
Staatssekretär Nieberding wendet sich gegen eine Bemerkung des Vorredners, daß durch diö Stellungnahme der verbündeten Regierungen die Gemüter im Lande verwirrt würden. Wir haben, so entgegnet der Staatssekretär, in der Vorlage in Bezug auf das Wohnungsvermieten an Prostituierte einen Vorschlag gemacht, der ursprünglich dem Anträge des Zentrums selbst entnommen war. Trotzdem hat neulich das Zentrum jenen Vorschlag bekämpst. Wer so Verfährt, hat doch wohl am allerwenigsten das Recht, der Regierung vorzuwerfen, daß sie die Gemüter verwirre.
Abg. Esche (nl.) erklärt, ein größerer Teil seiner Freunde werde dem Kommissionsvorschlage mit der vom Abg. Beckh beantragten Aenderung zustimmen.
Abg. Stöcker (b. f. F.) ist für den Kommissionsvorschlag und legt dar, wie gerade in der Verführung durch Arbeitgeber eine Hauptqulle der Prostitution liege.
Abg. Stockmann (Rp.) erflärt namens seiner Partei, dieselbe werde angesichts der Erklärung des Staatssekretärs gegen den vorliegenden Paragraphen stimmen.
Abg. Bebel (Soz.) hält den § 182 a für den wichtigsten im ganzen Gesetz. Hier sei eine Lücke, die ausgefüllt werden müsse. Unter Berufung auf einen ihm zugegangenen Brief aus Magdeburg schildert Redner namentlich die Verhältnisse auf dem Lande. Eine Magd, die sich nicht füge, werde so malträtiert, daß sie schließlich gehen müsse. Und gehe sie aus solchem Grunde, dann finde sie auf keinem Gute der ganzen Umgegend Arbeit. (Lachen rechts.)
Abg. v. Levetzow (kons.) erklärt, seine Fraktion werde größtenteils den Paragraphen ablehnen.
Die Debatte wird geschlossen. — Die Anträge Beckh und Albrecht werden abgelehnt, und der Paragraph in der Fassung der Kommission mit schwacher Mehrheit angenommen. — Es folgt § 184, der von dem buchhändlerischen und sonstigen Vertrieb unzüchtiger Schriften, Abbildungen zc. handelt. — Ein Antrag
Beckh — Müller- Meiningen will eine von der Kommission vorgenommene Abänderung der Regierungsvorlage insofern wieder rückgängig machen, als das Anbieten bezw. Ueber- laffen gegen Entgelt von unzüchtigen Schriften rc. an Personen unter 16 Jahren straffällig sein soll.
Nach kurzer Debatte werden diese Anträge abgelehnt, und § 184 in der Kommissionsfassung angenommen. — Nunmehr vertagt das Haus die Weiterberatung auf morgen 1 Uhr. Ferner steht auf der Tagesordnung die Interpellation Ezarlinski. Schluß 5 Uhr 15 Mim
♦ Vom Kriegsschauplatz.
Berlin, 6. Februar. Vom Kriegsschauplätze bringt das „Berl. Tagebl." folgende Meldungen aus London: Die „Central News" melden aus Durban vom Montagnachmittag: „Neue Schiffsgeschütze bombardierten die Ver« schanzungen der Buren gegenüber Colenso. Hier erwartet man mit fieberhafter Besorgnis Nachrichten von Buller. Die verwundeten Soldaten aus dem Hospital von Maritz- burg kamen hier heute an und wurden auf den Hospital- schiffen „Maine" und „Nubia" eingeschifft.
London, 6. Februar. Der Gouverneur der Kapkolonie, Miln er, schreibt dem früheren Lordmajor von Belfast, er hoffe, daß der Krieg in vier bis fünf Monaten vorüber sei. Dieser vor dem Echec vom Spionkop, also im Januar, geschriebene Brief sieht also das Ende des Krieges nicht vor Mitte Mai oder Juni voraus.
— Aus Kairo wird gemeldet: Oberst Maxwell ließ verschiedene eingeborene Offiziere verhaften, die zur Insubordination aufreizten. Der Oberkommandant Wingate, der beauftragt war, alles aufzubieten, um die Disziplin wieder- herzustellen, meldet, daß die Lage ernst war, sich aber gebessert hat. Aus Kairo wurden mehrere Maxim-Geschütze nach dem Kap gesandt.
— Dasselbe Blatt berichtet aus Brüssel: Gegenüber der englischen Behauptung, welche dem neuerlichen Vormarsche Bullers gegen Ladysmith widerspricht, kann bestimmt versichert werden, daß Buller seinen Vormarsch thatsächlich begann. „Petit Bleu" verzeichnet das Gerücht, Bullers dritter Entsatzversuch sei en der Wachsamkeit des Feindes gescheitert, woraus sich die jüngste Note des Londoner Kriegsamtes erkläre.
— Die „Berl. Voss. Ztg." erfährt aus London: Heute liegen keine Nachrichten aus Spearmanslager vor. Gleichwohl wird in militärischen Kreisen fest daran geglaubt, daß Operationen zum Entsätze von Ladysmith im Gange seien. General Sir Wiliam Green glaubt, Buller mache mit dem größten Teile seines wahrscheinlich 25 000 Mann starken Heeres einen weiten Umweg nach dem Westen und Norden, um den gebirgigsten Teil des Geländes zu vermeiden. Es dürfe indessen nicht überraschen, wenn Buller diese Woche Ladysmith nicht erreichen sollte.
Feuilleton.
Briefe aus der Mestdenz.
Ortgtnalbericht für bat „Gießener Anzeiger".
(Nachdruck verboten.)
Im Reiche Aegir'8. — Das Thermometer Denkmal.
„O Aegir, Herr der Fluten . . . ." Wir spüren deine Macht! Wir leben für zehn Tage und hoffentlich auch darüber in deinem Zeichen!
Schade, daß die Frauen noch kein Stimmrecht besitzen. Hinge von ihrem Geschmack die geplante Vergrößerung der deutschen Flotte ab — die Vorlage ginge unbedingt durch!
Weshalb, wieso und warum? fragen Sie, verehrte Leser?
Sollten Sie nicht wiffen, daß in der Frau ein angeborener Trieb steckt — sie braucht deshalb noch nicht nach Ibsens „Frau vom Meer" geartet zu sein — das Land des Herkommens zu verlassen, aus das Meer ihrer Sehnsucht hinanszuschiffen, auf der Entdeckungsfahrt nach neuen, unbekannten, schönen Ländern?! „Die Frauen sind die geborenen Entdeckerinnen" hat einmal jemand — — wars nun ein Dichter oder Philosoph — gesagt, mir fällts nicht mehr bei. Aber trifft dieser Ausspruch zu, — bann sind sie auch die geborenen Seefahrer, und alles, was mit unserer Seemacht, unserer Flotte zusammenhängt, hat an ihnen einen natürlichen Anwalt.
Schaut man sich die Pilgerzüge an, die feit SamStag- nachmittag die sonst so stille — nach dem Gottesdienst vollends stille — obere Wilhelminenstraße füllen, und in welchen die Frauen und Mädchen zahlreich vertreten sind, so fragt man sich unwillkürlich: „Welch ein Volksfest wird hier bereitet?!"
Ein Volksfest ist es in der That, und zumal cm solches, was die trennenden sozialen Schranken aufhebt und alle Herzen in dem Gedanken an das eine gemeinsame Vaterland höher schlagen läßt. Sein Vaterland sollte
man lieben wie seine Sonne. Man hat nur eine Heimat und nur eine Sonne. Wenn diese aufgehen will über weiten, fernen Meeren, müssen wir alle bereit sein, ihr zu voller Leuchtkraft zu verhelfen.
„Deutschlands Zukunft liegt auf dem Meere!"
Es ist ein prophetisch gesprochenes Wort, dieses Kaiser- wort, aber wahrhaftig keine Utopie. Die realen Grundbedingungen sind vorhanden. Um das einzufehen, braucht man sich jetzt nur in das ehemalige Prinz Karl'fche Palais zu bemühen. Die in diesen Räumen etablierte Ausstellung setzt fort, was man in Kiel und Dortmund lernen konnte.
Ein Stück Geschichte trägt man mit heim, das bis zum Großen Kurfürsten zurückreicht.
Kürzlich ist eine „Anthologie" erschienen aus der Feder des bewährten Maximilian Bern (Verlag Karl Sigismund, Berlin): „Deutsche Meereslyrik", eine prächtige Zusammenstellung aller beschaulichen und dramatischen Momente, die auf Meer und Meerfahrt Bezug nehmen.
Als ich durch die zwei Stockwerke deS alten Palais wanderte, kam mir immer diese Meereslyrik in den Sinn. Ein Ausstellungskatalog mit so und so viel technischen Bezeichnungen, wie er uns da gratis in die Hand gedrückt wird, leitet doch eigentlich keine lyrischen Empfindungen in unsere Seele 1 Gewiß nicht — und dennoch! Die Jdeenverbindung ist eine ganz folgerichtige:
Was mir in der Menge der Objekte als „Modell", „Apparat", Instrument" entgegentritt, erweitert sich in meinem Geistesauge zu einer ganzen Kette von Funktionen; diese übersetzen sich in den Begriff „Machtsphäre", und so fort ist auch die Empfindung, das Gefühl da, welches sich dieser neuen Machtsphäre in Worten, Reimen, Tönen — gleichviel wie — -bemeiftern möchte. Der erzieherische Wert einer Ausstellung liegt allemal darin — mag sich auch der Einzelne darüber nicht sogleich Rechenschaft geben — daß die Summe, die Totalität des Geschauten in ihm eine schlummernde Energie weckt: in diesem Fall also daS freudige, opferwillige Interesse an dem Wachstum unserer Flotte, an der Mehrung unseres europäischen AnsehnS.
Die meisten zur „Flotten-Ausstellung" Wallfahrenden mußten vorüber an einem „Probe-Denkmal" auf dem Platz vor der katholischen Kirche, dem „Neuen Palais" gegenüber. Für das geplante Alice-Denkmal mißt man jetzt die Wirkung seiner Lage und seiner Proportionen zur nächsten Umgebung ab.
„Wer an den Weg baut, hat viele Meister." Jedes Denkmal steht auf der großen Heerstraße des Lebens, auf welcher der Dumme wie der Gescheite schließlich mit demselben Rechte dahinzieht.
Wir haben hier in Darmstadt noch kein Denkmal, noch keinen Bau erlebt, dem nicht „Herr und Frau Datterich" das erste Geleitswort geschrieben hätten. So hat der schnellfertige Volkswitz für das „Probe-Modell", das die hoch aufragende obeliskifche Form natürlich nur sehr un- plastisch, gleichsam abstrakt, zeigen kann, das Schlagwort: „Thermometer-Denkmal" geprägt.
Die wenigsten Menschen besitzen konstruktive Phantasie, sie können keine Skizze ergänzen, können sich aus dem Unfertigen einmal das Fertige herauslesen.
Aber deshalb wird unser „Alice Monument" nicht nur vollendet, sondern auch gut vollendet werden! Die Erinnerung an eine Frau soll es wachrufen, die ihrer Geburt nach jenem Lande angehört, das vor allem durch feine Seemacht zu einer weltgebietenden Stellung gelangt war. Wir können augenblicklich englischer Politik nicht mit freundlichen Gesinnungen gedenken.
Aber um so höher schlagen unsere Gefühle liebender Verehrung für eine Fürstin, deren Wesens Grundzug Wahrheit und Gerechtigkeit gewesen ist, und die es kraft dieser Eigenschaften fertig gebracht hat, in deutschem Lande eine deutsche Londesmutter zu fein.
DrucksehlerBerichtigung. In dem „Frankfurter Brief" über den Ibsen-Abend muß es in der zweiten Spalte, 14. Zeile von obe» gelesen, heißen: Carriärenfieber.


