Deutscher Fleiß und das ganze bisher dort angelegte Kapital verloren."
Ueber seinen Verkehr mit den deutschen Unternehmern in der Kolonie beruft sich Gouverneur v. Liebert auf das Zeugnis der zahlreichen Kaufleute, Pflanzungsleiter, Ansiedler usw., die ihn in Tar-es-Salaam aus geschäftlicher Veranlassung ausgesucht haben; dieselben werden zugeben, daß dort kein bureaukratischer Zopf herrschte, sondern ihre Wünsche stets schnell und prompt von Mund zu Mund unter sofortiger Heranziehung der betreffenden Referenten erledigt wurden. Derart wurde die Landangelegenheit zwischen den großen Plantagen in Westusambara geregelt, die Rufidschi-Jndustrie-Gesellschaft gegründet, der Verkauf der Plantage Kurassine abgeschlossen, mit einer Siedelnngsgesellschaft für Westusambara verhandelt. Bezüglich feiner Stellung zu dem vielgenannten Deutsch en Transportunternehmen, wobei ihm Zweideutigkeit vorgeworfen wurde, stellt Herr v. Liebert fest, daß d rei Herren von jener Firma ihn in liebenswürdiger Weise aufgesucht, ihm ihr Bedauern über die Veröffentlichung seiner P r i v a t b r i e f e ausgedrückt und bestimmt erklärt haben, daß sie und ihre Firma den taktlosen Angriffen lauf Herrn v. Liebert gänzlich fern ständen.
Herr v. Liebert schließt seine Ausführungen folgendermaßen: „Vier Jahre hindurch habe ich dem Reichsfiskus einen Vizegouverneur und einen Kommandeur der Schutz- Gruppe erspart. Diel Arbeit dreier Aemter ruhte auf weinen Schultern. Ich habe alle Konzepte durchgesehen und gezeichnet und alle Reinschriften unterschreiben müssen. Meine Reisen habe ich mit höchstem Rekord ausgeführt, nm möglichst viel vom Lande selbst zu sehen und andererseits nicht lange meine schriftlichen Arbeiten zu unterbrechen. Nur wenige Tage bin ich krank gewesen. Wenn mir jetzt bei der Rückkehr in die Heimat von einigen Seiten Undank entgegentritt, so muß ich mich mit Gleichmut darüber trösten. Mir genügen ein gutes Gewissen treuer Pflichterfüllung und die volle Zustimmung meiner afrikanischen Mitarbeiter."
Politische Tagesschau.
Die Kolonial - Abteilung des Auswärtigen Amtes hat der Deutschen Kolonialgesellschaft auf ihre Eingabe betreffs der Da m p f e r v e r b i n d u n g mit den deutschen Schutzgebieten in der Südsee unter dem 14. v. Mts. eine vom Kolonialdirektor Dr. S t ü b e l unterzeichnete Antwort zugehen lassen, nach der die angestrengten Bemühungen der Kolonialverwaltung in der gewünschten Richtung erfolgreich gewesen sind. Das Schreiben teilt mit, daß Dank dem Entgegenkommen der betei- ligten Reichsbehörden und Gesellschaften nachstehende Ergebnisse erzielt worden sind:
Der Norddeutsche Lloyd hat sich entschlossen, seine bisherige Zweiglinie Singapore— Neuguinea zunächst probeweise und ohne Erhöhung der Subvention durch zwei neue Linien zu ersetzen. Die - eine verbindet Singapore—Neuguinea—Australien. Tie zweite wird von Hongkong über Marianen, Karolinen und Neuguinea nach Australien betrieben. Von den Erfolgen des Probejahres werden die weiteren Maßnahmen betreffs dauernder Einrichtung dieser Verbindungen abhängen.
2. Seitens der R e i ch s p o st v e r w a l t u n g ist mit der Jaluitgesellschaft ein Vertrag zu stände gebracht worden, wonatch die letztere sich verpflichtet hat, eine zwölfwöchentliche Postdampferverbindung von Sydney über Jalnit, Kusaie, Ponape, Ruk, Dap und zurück über Ponape, Jalnit, Sydney vom Januar nächsten Jahres ab einzurichten.
Der Görlitzer Parteitag der Freisinnigen Volks Partei wird sich mit einer ganzen Reihe von Anträgen zu befassen haben, von denen wir zwei hervorheben. Ter Vorstand des Wahlvereins der Freisinnigen Volkspartei im zweiten Berliner Wahlkreise beantragt zu erklären:
„Tie Theater-Zensur, insbesondere in ihrer neuesten Handhabung, läuft in ihrer Wirkung auf einen Sonderschutz ohnehin begünstigter Klassen hinaus und stellt sich als eine schwere Beeinträchtigung der Freiheit der Litteratur und der Kunst dar. Es ist daher seitens der Parteigenossen im Landtage auf eine Beseitigung dieses Ueberbleibsels aus der vormärzlichen Zeit hinzuwirken und dabei auch zum Ausdruck zu bringen, haß die in der Theater-Zensur jetzt herrschende Praxis auch als ein Ausfluß des in gewissen Kreisen verbreiteten Pietismus anzusehen ist."
Ferner beantragen die Telegierten der drei Hamburgischen Wahlkreise folgende Resolution:
„Tie von Interessenten der Landwirtschaft und der Industrie erstrebte weitere AusbildungdesSchutz- z o l l s y st e m s muß unausbleiblich zu einer Verteuerung der gesamten Lebenshaltung der Arbeiter, zu Unzufriedenheit, Streiks und Steigerung der Arbeitslöhne führen. Sie belastet daher nicht nur die minder Leistungsfähigen ganz außerordentlich, sondern muß auch die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands auf dem Weltmärkte und damit die Entwickelung unserer Handels- marine hemmen. Ter erhoffte Gewinn für die Landwirtschaft wird auch nur vorübergehend und imigrär sein, denn dre notwendig eintretende Steigerung der Arbeitslöhne würde die L e u t e n o t auf dem Lande noch weiter vermehren und so die Landwirtschaft schädigen. Die Frersrnnrge Volkspartei verwirft eine solche Wirtschafts- polrtrr, dre nicht national, sondern antinational sein wurde, auf das entschiedenste und erwartet von ihren werden " e^, Dieselbe energisch bekämpfen
Die mehrfachen Angaben, in denen neuerdings von der Moglrchkert gesprochen wurde, daß an Stelle des Generals v. Lrebert der bisherige Konsul Frhr. v Rechen- berg in Zanzibar zum Gouverneur von Ostafrika ernannt werden würde, erscheinen nun ganz gegenstandslos, da Herr v. Rechenburg, wie offiziös mitgeteilt wird, auf d->n Konsulatsposten in Moskau versetzt ist. Er löst dort den Frhrn. v. Humboldt-Tachroeden ab, der das durch den Tod von Richard Lindau erledigte Generalkonsulat in Barcelona erhält. Nachfolger des Frhrn. v. Rechenberg in Zanzibar wird der Vicekonsul Graf Hardenberg. Ferner ist das Konsulat in Söul dem bereits mit der
Verwaltung des Postens betrauten metscher Weipert verliehen worden._________________
Ein Gründungs-Prozeß.
n.
Im Wendland-Prozesse nahm Landgerichls- direktor Müller am Donnerstag die Verhandlungen wieder aus. Diese ersteckten sich wiederum aus die Vorgänge bei der Gründung der Genossenschaft und der späteren Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft aus Aktien, sowie auf die Prüfung des Prospekts und seiner thatsächlichen Angaben. Hervorzuheben ist u. a. eine Bemerkung des Vorsitzenden, daß der Angekl. Wendland die „Allgemeine Börsenzeitung^ für etwa 13 000 Mk. gekauft und etwa IV2 Jahr später das mit dem Bankgeschäft verbundene Verlagsgeschäst an den deutschen Bankverein E. G. für 110 000 Mk. verkauft hat. Was die Streitfrage der „Veröffentlichung" betrifft, so behauptete Wendland nach wie vor, daß der Prospekt lediglich an eine Anzahl von Kunden in geschloffenem Couvert geschickt worden sei; er bestritt entschieden, daß der Prospekt auch der „Allgem. Börsenztg." beigelegen habe. Die Vernehmung einiger früheren Angestellten der Genossenschaft brachten in dieser Beziehung keine belastende Aufklärung. Lehrreich waren die Bekundungen des früheren Vorsitzenden des Aussichtsrats, Privatiers Hilmar v. Wilke. Er hat sich, wie er auf Befragen des Vorsitzenden angab, um die Geschäftsführung nicht bekümmert, sondern vorwiegend die Kasse revidiert. Dabei hat ihm nicht immer ein beglaubigter Abschluß eines Bücherrevisors vorgelegen, er hat, wie er sagte, immer vollstes Vertrauen zu den Angaben Wendlands gehabt. Er har auch die Prüfung des Prospekts nicht vorgenommen, avch in dieser Beziehung der besseren Einsicht des Herrn Wendland vertraut und seinerseits die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien aus dem Grunde für empfehlenswert gehalten, „weil er immer gehört hatte, daß bei Aktiengesellschaften viel Geld verdient werde." (Heiterk.)
Auch die übrigen Aussichtsratsmitglieder haben sich nach den Bekundungen dieses Zeugen auf eine besondere Prüfung der Kassenabschlüsse nicht eingelassen, sondern volles Vertrauen zu Wendland gehabt und das, was dieser ihnen vorlegte, unterschrieben. Zeuge v. Wilcke konnte auch nichts darüber bekunden, waS die einzelnen in die Genossenschaft eingebracht haben, sondern hat davon nur par distance gehört. Für seine Stellung als Aussichtsrat hat der Zeuge Gehalt nicht bekommen, sondern nur für die Sitzungen des Aufsichtsrates an Versäumniskosten je 3 bis 5 Mk. erstattet erhalten. Der Vorsitzende wies daraus hin, daß Wendland in wunderbarer Weise Aufsichts- ratSmitglieder beschafft zu haben scheine; das gehe aus einem Briefe eines Hauptmanns v. Schulz hervor, in welchem es heiße: „Lieber W.! Ich hatte keine Ahnung, daß ich Aussichtsrat bin; da ich Standesbeamter bin, kann ich einen sochen Posten unmöglich annehmen rc." — Der Zeuge Rechtsanwalt Dr. Max Hofsmann ist Syndikus der Genossenschaft gewesen. Nach seiner Kenntnis der Dinge war Wendland die Seele des ganzen Unternehmens; in den Aufsichtsratssitzungen hat W. gewöhnlich über den Stand der Dinge referiert; er genoß bei den Aufsichtsratsmitgliedern volles Vertrauen. Der Zeuge ist mit einer Einzahlung von 500 Mk. Genossenschafter geworden und der Sache überhaupt dadurch näher getreten, daß Wendland, dessen außerordentliche Arbeitskraft er kennen gelernt, sein Klient war. Einige Zeit vor der Liquidation ist Zeuge aus der Genossenschaft ausgetreten. Er hat die Lage der Genossenschaft, soweit er sie aus den Berichten kannte, nicht für ungünstig gehalten und ein Ausgeben der genossenschaftlichen Form der Gc- schästshandhabung gutheißen können. Bezüglich der Umwandlung habe zwischen ihm und Wendland Meinungsverschiedenheit bestanden.
Während er die Form einer einfachen Aktiengesellschaft anriet, habe Wendland die Form der Kommanditgesellschaft aus Aktien vorgezogen, um durch das Eintreten der persönlich hastenden Gesellschafter mit ihrem ganzen Vermögen das volle Vertrauen der Geschäftsleiter zu dem Unternehmen zum Ausdruck zu bringen. Demgegenüber hob der Vorsitzende hervor, daß die gute Absicht, selbst in die Bresche zu springen, vou Wendland nicht ausgesührt worden sei. Derselbe habe vielmehr seine eigenen Aktiva schleunigst ab- geschoben und beispielsweise das Kassa-Konsortium mit 159 Stück dieser noch garnicht börsenfähigen Aktien beglückt. Rechtsanwalt Dr. Hoffmann, der Mitglied dieses Kassa-KonsortiumS war, hat letzteres als „stille Gesellschaft" aufgesaßt, die mit ihren eigenen Mitteln in einer Gruppe spekulierte und dazu sich der Vermittelung des Deutschen Bankvereins bediente, dem sie eine Provision für seine Mühewaltung zahle. Diese Thatsache widerspreche also nicht der vom Staatsanwalt monierten Behauptung des Prospekts, daß „die Genoffenschaft sich nie an Spekulationen beteiligt habe." — Als Belastungszeuge wurde auch ein Landwirt aus Braunschweig vernommen. Nach seiner Bekundung hat er aus Grund der sehr günstigen Angaben des Prospekts Aktien übernommen. Insbesondere will er dazu auch durch die Angabe des Prospekts bewogen sein, daß der Effektenbestand 285,000 Mk. betrage. Der Zeuge ist später Aufsichtsratsmitglied der Kommandit-Gesell- schaft geworden und hat eine größere Summe verloren. — An die Zeugenvernehmungen schlossen sich eingehende Gutachten der Sachverständigen über alle bei der Prüfung der Angaben des Prospekts in Betracht kommenden Fragen. Der Vorsitzende hofft, mit den Verhandlungen am Freitag zu Ende zu kommen.___________
Aus Stadt und Land.
Gieße«, 6. Oktober 1900.
* • Personalnachrichten. Der Gerichtsaffessor H 0 fmeyer in Nidda wurde mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen
Ees^^Amtsrichters bei dem Amtsgericht Grünberg
* * Zitherverein. Der in Nr. 211 des „Gieß. Anz.^ angekundlgte 2-Bundes-Kongreß des Main-Lahnthal-Zitherbundes in „Steins Saalbau" nebst dem damit verbundenen Konzert wird am 27., 28. und 29. Oktober abgehalten.
* * Bauernregeln für den Monat Oktober. Kälte im Oktober soll einen milden Winter Vorhersagen. (Bringt der O. viel Frost und Wind, So find Jänner und Hornung geund.) — Wenns im O. friert und schneit, Bringt der ^anuar milde Zeit; Wenns aber donnert und wetterleuchtet. Der Winter dem April an Launen gleichet. — Ist der O. naß und kühl, Milder Winter werden will. — Ist der O. kalt und rauh, Ist der März dann mild und lau. — O. rauh, Januar flau. — Ist der O. freundlich und mild, Ist der März dann rauh und wild. — Warmer O., kalter Februar. — Im O. schon Frost und Wind, Macht den Januar und Februar gelind. — Andere Prophezeiungen für den O. sind: Hat der O. viel Regen gebracht, hat er die Gottesäcker gedacht. — Ist der O. kalt, macht er fürs nächste Jahr dem Raupenfraß Halt. — Viel Regen im O., viele Winde im Dezember. - Nordlichter im O. künden^ Daß du wirst harten Winter finden. — Oktober- nordlicht, glaube mir, Verkündet harten Winter dir. — Oktoberhimmel voller Sterne, Hat warme Oefen gerne. — Wenn im Moor viel Irrlichter steh'n, Bleibt das Wetter lange schön — Halten die Krähen Convivium, Sieh nach Feuerholz dich um! — Fällt der erste Schnee in Dreck, Ist der ganze Winter ein Geck. — Bringt der O. noch Gewitter, Ist der Winter nur ein Zwitter. — Oktobergewitter, Sind Leichenbitter. — Gewitter, die im O. kommen. Werden sicher Niemand frommen. — Ist im O. das Wetter hell, So bringt er Wind im Winter schnell. — Fette Vögel und Dachse, Pfeift im Winter die Axe. — Der Dachse und Vögel Fettigkeit, Deutet auf gar kalte Zeit. — Sitzt das Laub noch fest am Baum, Fehlt ein strenger Winter kaum. — Wenn Bohnenfrüchte geraten wohl, Nuß- und Eichbäume hängen voll, So folgt ein harter Winter drauf und fällt der Schnee mit großem Häuf'. — Herbstnebel deutet auf einen schneereichen Winter hin. — O. und März Gleichen sich allerwärts. — Kriechen die Eichhörnchen bald zu Nest, Wird der Winter hart und fest. — Baut die Ameise sehr in die Höh', Deutet's aus viel Eis und Schnee. — Wie es im O. wittert, so wittert es auch im nächsten März. — Die kritischen Tage sind nach den Bauernregeln der 2. Oktober (Füllt das Laub vor Leodegar, So ist das nächste ein fruchtbar Jahr), der 16. (Au Sankt Gall Bleibt die Kuh im Stall. — An Sankt-Gallus-Tag Den Nachsommer man erwarten mag. — Am heiligen Gallus Der Apfel vom Baum muß. — Am Sankt-GalluS-Tag Muß jeder Apfel in feinen Sack. — Regnets am Sankt-GalluS- Tag nicht, ES dann im nächsten Frühjahr an Regen gebricht. — Sankt-Gallen Läßt den Schnee fallen. — Ist Sankt- Gallus naß, Jft's für den Wein kein Spaß. — Sankk- Gallus-Wein Ist Bauernwein), der 21. (An Ursula muß das Kraut herein, Sonst schauen Simon-Juda d'rein), der 28. (Sankt-Simon, der Jüd', Bringt den Schnee unter die Lüt'. — Simon und Juda bringen den ersten Schnee. — Wenn Simon-Judä vorbei. Rückt der Winter herbei. — Von Simon-Judä an Den Winter man erwarten kann. — Wenn Simon-Judä zuschaut, Pflanze Bäume, schneide Kraut!) und der 31. (Wolfgang Regen, Verspricht ein Jahr voll Segen).
Laubach, 4. Oktober. Unter den aus der Tagesordnung der vorgestrigen Sitzung des hiesigen GemeinderatS zur Beratung stehenden Punkten war der wichtigste die Unterzeichnung des Vertrags mit dem Elektrizitätswerk in Melbach bezüglich Einführung des elektrischen Lichts in hiesiger Stadt. Zur Erläuterung einzelner Vertragsbestimmungen war Ingenieur Hahn aus Melbach erschienen, der etwa folgendes ausführte: „Das Großh. Ministerium hat in Gemeinschaft mit den Vorstehern der oberhessischen Kreisämter, sowie mit Vertretern der technischen Hochschule in Darmstadt die Grundlinien des Vertrags geprüft und empfohlen, sobald von den Großh. KreiS- ämtern die Tarifsätze erschienen und die Anschlüsse gekennzeichnet sind, wird der Bau begonnen. Derselbe erscheint gesichert, da bereits 80 Gemeinden den Anschluß zugesagt haben. Bedingung für die Gemeinde ist, daß 250 Lampen ä 16 fertig gezeichnet werden. Für die hiesige Stadt ist diese Zahl bereits von Privaten (ohne die Beleuchtung der Stadt) gezeichnet. Mit dem Bau wird bei nächstliegenden größeren Gemeinden begonnen, dann das Netz weiter ausgedehnt, sodaß voraussichtlich in Laubach nach 1V2 Jahren die Einführung vollendet ist. Vorher werden hier noch Vorträge mit Demonstrationen stattfinden, ebenso werden sich die aussührenden Beamten in die einzelnen Häuser zwecks bestmöglicher Einführung begeben. Der Gemeinderat erklärte sich bereit, für die erste Einrichtung elektrischer Straßenlampen die Summe von etwa 600 Mark auszuwerfen; die Gesellschaft verpflichtet sich, in allen Straßen, in die auf Anordnung des Gemeinderats die Beleuchtung für jetzt und später eingerichtet wird, das elektrische Licht zu liefern. Nachdem der Vertrag in seinen einzelnen Teilen noch einmal durchgegangen war unterzeichnete der hiesige Gemeinderat denselben einstimmig. — Die Einführung der elektrischen Beleuchtung ist demnach für das Jahr 1902 gesichert.
§ Pohl-Göns, 5. Oktober. Beim Zwetschenabmachen stürzte gestern der Gastwirt Jung dadurch von beträchtlicher Höhe ab, daß die Leiter an dem nebelbeseuchteten Baume rutschte und ihn wegschleuderte. Jung zog sich eine nicht unerhebliche Beschädigung an der linken Schulter zu.
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