Uolitische Wochenschau.
Eine Seepredigt des Kaisers (die sogenannte siebente), die derselbe an Bord der „Hohenzollern" am Sonntag, den 29. Juli, in Anwesenheit der Kaiserin über den Text: 2. Mose 1, 7V. 11: „So lange Moses seine betenden Hände emporhielt, siegte Israel; wenn er aber seine Hände niederließ, siegte Amalek" gehalten, veröffentlichen nach der „Kreuzztg." die meisten Blätter. Die)elben gehen bei der ausführlicheren oder kürzeren Wredergabe des Wortlautes der Predigt und bei der darangeknupsten Kritik derselben von der irrigen Ansicht aus, daß der Kaiser auch der Verfasser der religiösen, aus die chinesischen Wirren bezüglichen Betrachtung seu Das ist, wie die „Deutsche.Warte" schreibt, nicht der Fall. All die Predigten, welche der Kaiser an Bord eines Schiffes zur sonntäglichen Erbauung seit Jahren hält oder vielmehr verliest, sind von evangelischen Geistlichen verfaßt. Eine Reihe der Predigten stpmmt vvn Feldprobst D. Dr. Richter.
Tie chinesische Sorge ist in den letzten Wochen eher gewachsen als geringer geworden, trotz der günstigeren Nachrichten, welche uns in dieser Woche aus der Hauptstadt des Reiches der Mitte tzugegangen sind. Diese Nachrichten, welche eine zeitlang mit begreiflichem Mißtrauen ausgenommen wurden, da die Meldungen nahezu jeden Kredit verloren haben, haben sich allgemach zu so unzweideutigen Beweisstücken verdichtet, daß man sich wohl oder übel dazu entschließen mußte, alle früheren Nachrichten über das Gemetzel als einen chinesischen Schwindel zu erklären, dessen eigentlicher Zweck bisher noch nicht aufgeklärt worden ist. Wir haben heute unanfechtbare Beweise dafür, daß die Ein geschlossenen zu Ende der vorigen Woche noch am Leben waren, und hie Ueberzeugung ist allgemein, daß die Gesandten, abgesehen von hem deutschen Vertreter, und die überwiegende Mehrzahl der Ausländer auch zur Zeit noch am Leben find. Denn nach allen Nachrichten haben die Angriffe der Chinesen auf die Gesandtschaften, seit der Mitte des porigen Monats nahezu ganz aufgehört. Tie Hoffnung, den Belagerten doch noch Hilfe bringen zu können, hat wnterdeß zu einer Beschleunigung des Vorstoßes auf Peking geführt, während bisher die Anschauung überwog, daß erst das Eintreffen weiterer Verstärkungen abgewartet werden müsse, ehe man an das schwierige Werk gehen könne.
Wie sehr aber auch die Ereignisse in China nach, wie vor das politische Interesse beherrschen, so wurde die allgemeine Aufmerksamkeit in dieser Woche doch in erster Linie durch die Vorgänge, welche mit der blutigen Tragödie inJtalien verknüpft waren und ihr folgten, in Anspruch genommen. In verhältnismäßig kurzer Zeit war dies die dritte anarchistische Mordthat, welche die Welt in Schrecken setzte und den Beweis lieferte, daß Italien noch immer den Nährboden des Anarchismus und den Herd der „Propaganda der That" bildet. Die Trauer und die Betrübnis über diese Unthat, der ein edler, allgemein verehrter König, ein Mann ohne Falsch und von reinster Herzensgüte zum Opfer fiel, war allgemein und nicht an die Grenzen Italiens gebunden.
Es war auch nur natürlich, daß überall aufs neue die Erörterung der Frage in Fluß geriet, auf welche Weise die Welt sich gegen diese anarchistische Seuche, die, im Dunkeln sich sortpflanzend, urplötzlich an die Oberfläche tritt und mit Mord und Zerstörung droht, wirksam schützen könne. Und während diese seit langen Jahren wiederholt gepflogene Erörterung noch stattfand, kam aus Paris die Kunde von einem neuen Attentat, welches dem Schah v o n P e r s i e n galt, aber erfreulicher Weise unblutig verlief. Auch hier war es ein Mitglied jener Nation, welche gewohnheitsgemäß die Rekruten zu der Armee der „That- Anarchisten" liefert. Und das eben darf bei den Erörterungen über die anarchistische Gefahr und ihre Bekämpfung nicht übersehen werden, daß es besondere, wirtschaftliche und soziale Gründe sind, die den Anarchismus in Italien großgezogen haben.
Sehr stark nach anarchistischen Zuständen sehen auch die Dinge in Serbien aus, wenn man sie der offiziösen Beschönigung entkleidet, mit denen die Lage dort rosa in rosa gefärbt wird. Zwar soll die oft hinausgeschobene Vermählung des Königs Alexander jetzt endlich stattfinden, aber, wenn nicht alles trügt und wenn Herr Milan nicht
wollen auch dem Laubacher Gymnasium weitere gedeihliche Entwicklung wünschen. Der Festaktus in der Schule schloß mit dem Vortrag des „Liedes von der Glocke" mit Choren von C. A. Mangold; die Tiefen des herrlichen Sckftller- schen Gedichtes kamen bei der musterhaften Aufführung so recht zur Geltung. Nach der Schulfeier überreichte Bürgermeister Jochem als sichtbares Zeichen der Dankbarkeit der Stadt eine eherne Tafel mit dem Medaillonbildnis des Gründers. Mittags nach 1 Uhr vereinigte die Festgäste im „Schützenhof" ein Festmahl. Die Reihe der Toaste eröffnete Graf Solms-Laubach mit einem Hoch auf Kaiser und Landesfürst. Direktor Dr. Balser brachte ein Hoch auf das Gräfliche Haus aus. Besonderes Interesse erregten die Ausführungen des Regierungsvertreters über die Verhandlungen und Anfeindungen, deren Gegenstand das Lauback>er Gymnasium gewesen. — Es waren zahlreiche Telegramme von Nachbar-Gymnasien und -Schulen, Schülern, früheren Lehrern rc. eingelaufen. Die Zahl der Toaste wuchs nach deutscher Art mit der vorgeschrittenen Stimmung immer mehr an, und das Festmahl fand erst gegen 5 Uhr sein Ende. Dann begab man sich zu einem Waldfeste auf den nahen Ramsberg. Hier auf dem alten, anheimelnden Platz im schattigen Waldesgrün entwickelte ftch ein fröhliches Treiben. Man fand hiernach Gelegenheit, das flotte Turnen des Gymnasiastenturnvereins zu bewundern, und mancher besorgte Vater hat die Ueberzeugung mitgenommen, daß die jungen Schüler gut aufgehoben sind. Am Abend schloß ein feuchtfröhlicher Kommers, bei dem ernste und heitere Reden im Verein mit dem vorzüglichen Stoff für die rechte Stimmung sorgten, die Jubiläumsfeier. Das Präsidium beim Kommers führte Pfarrer Bernbeck- Staden ein früherer Schüler des Fridericianums. Unter den vielen Toasten fand besonders der des Professors Wetzell, der seit 23 Jahren hier wirkt, und sich in aemütvoller und humoristischer Weise an die ftüheren Icküler wandte, allgemeinen Anklang. Allen Beteiligten aber wird die bedeutungsvolle Feier unvergeßlich bleiben.
erheblich friedlicher wird, als sein Naturell es vermißen läßt, dann werden den jungen König keine politischen Flitterwochen erwarten.
Auf dem südafrikanischenKriegsschauplatz wird der Guerillakrieg der Buren mit der an diesem Volke bekannten Zähigkeit fortgeführt. Und wenn man von den Uebertreibungen der englischen Kriegsberichterstattung die notwendigen Abstriche macht, so bieten die vereinzelten Kapitulationen keinen Grund zu der Annahme, daß der Kampfmut und die Widerstandskraft der von allen Seiten eingeschlossenen Kämpfer angesichts der erdrückenden englischen Uebermacht ihrem Ende entgegen gehen.
Auf dem Thron von Sachsen-Koburg-Gotha ist dem nach schwerem Siechtum verstorbenen Herzog Alfred der junge Herzog von Albany gefolgt. Erst im Jahre 1905 wird derselbe mündig werden. Er hat mithin 5 Jahre Zeit, aus einem englischen Herzog ein deutscher Bundesfürst zu werden, der seine deutsche Reichswürde mit größerem Stolze trägt als seinen englischen Titel. Es wird ihm dies um so leichter gemacht, als der Deutsche seinem angestammten Fürstenhause stets eine tzroße Anhänglichkeit entgegenbringt und dadurch auch! einem in der Fremde Aufgewack)senen eine rasche Anpassung an die neue Heimat und das Entstehen einer herzlichen Zuneigung zu seinen Unterthanen ermöglicht.__________________________________________________
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 6. August 1900.
* • Von der Universität. Semester bericht. Wie wir bereits früher mitgeteilt haben, ist die Zahl der rite immatrikulierten Studierenden in dem nun zu Ende gehenden Sommersemester 1900 wiederum gestiegen, und zwar gegenüber der Zahl des Sommersemesters 1899 genau um 5 Prozent. Sie beträgt 855 (gegen 814). Dazu kommen noch 36 Hörer. In den Lehrkörper sind neu eingetreten und haben mit Beginn des Semesters ihre Vorlesungen begonnen: 1. der ord. Professor des Strafrechts Dr. Belinq (bis dahin ord. Prosesior in Breslau), 2. der ord. Professor der Staatswissenschaften Dr. Biermer (bis dahin ord. Profeffor in Greifswald), 3. der ord. Pro- fesior für Physik Dr. Drude (bis dahin außerord. Pro fessor in Leipzig), 4. der Privatdozent für Chemie Dr. Eidmann. Zu Ende des Semesters hat sich Herr Dr. Schwarzmann für Mineralogie habilitiert. Eine weitere Habilitation in dec philosophischen Fakultät für Nationalökonomie ist wegen Erkrankung des Habilitanden noch nicht zum Abschluß gekommen. Ausgeschieden ist infolge Pensionierung der außerordentliche Professor der Chirurgie Dr. Fuhr.
• * Der Stab der 49. Infanterie Brigade und des Großh Leibgarde-Regiments wird am 11. und 12. September in Usingen einquartiert werden. In der dortigen Gegend werden sich auch die Manöver abfpielen.
»* Zur Gehaltsfrage der Volksschullehrer wird von „Einem, den es nichts angeht," den „N. Hess. Volksbl." geschrieben: „Es ist höchst unnütz für die Geschädigten, darüber zu streiten, wer mehr und wer weniger Schuld am Scheitern der Gehaltsvorlage trägt. Auch die Erwartung, die man an der Bergstraße auf die Schuldigen setzt, daß sie in erster Linie einen Ausweg Vorschlägen müßten, ist recht naiv. Man fasse doch die geschaffene Thatsachen ruhig ins Auge, und der Ausweg giebt sich von selbst. Nach der präzisen Erklärung des Staatsministers ist die Wiederkehr der Vorlage aus diesem Landtag unmöglich. Die Lehrer bedürfen aber der Ausbefferung unbedingt. Man kann und darf sie nicht länger warten lasten. Das Geld zur Ausbefferung muß aber bereits in der Staatskasse sein, bczw. sicher dorthin stießen; denn es sollte ja mit Wirkung vom 1. April 1900 ausbezahlt werden. Es wird wohl niemand damit einverstanden sein, daß dasselbe anderen Zwecken zugewendet werde. Wenn es nun in der Form eines gesetzlich zustehenden Rechtes den Lehrern nicht zugewiesen werden kann, so lasse man das vielgehörte Wohlwollen in anderer Form praktisch werden: man gebe die beabsichtigten Besoldungszulagen in gleicher Höhe als Remunerationen, und zwar jedem — auch jenen, die in Pension treten — in der Höhe, wie eS nach dem Molthan'ichen Vorschlag beabsichtigt war. Einen Antrag in der Kammer, der die Regierung zu solcher außerordentlichen Remuneration ermächtigt, halten wir verfassungsmäßig für zulässig. Möge er so bald als möglich eingebracht oder doch an gekündigt werden, damit die hochgradige Erregung der Lehrer nicht zur Erbitterung wird."
Butzbach, 5. August. Die „B. Ztg." erhielt folgende Zuschrift: Die 19. Tagsatzung des nordamerikanischen Turnerbundes, die am 17. Juli in der Halle der Philadelphia Turngemeinde ihren Anfang nahm, war von 231 Delegierten besucht. Der wichtigste Punkt der heutigen TageSsitzuug war die Wahl eines permanenten Vorsitzenden, die aus den Turner Weide von Newyork fiel und andeutete, daß das konservative Element in der Delegation die Majorität hat. Als Kandidaten für das Sprecheramt war neben Turner Weide von Newyork, Turner Greubel von Chicago ausgestellt. Ersterer erhielt 199, letzterer 145 Stimmen. — Herr Louis Weide ist ein geborener Ober-Mörler und war als Kausmann, bevor er nach Amerika auswanderte, in dem Geschäfte des Herrn Aug. Kraft in Butzbach thätig. Der nordamerikanische Turnerbund setzt sich aus den Turnvereinen der Vereinigten Staaten zusammen, und ist das Herrn Weide angetragene Amt des Sprechers oder Vorsitzenden gewiß ein sehr ehrenvolles, und spricht von den Verdiensten, die genannter Herr sich um die Turn- sache erworben.
BadNauheim, 5. August. Wochen Programm der Unterhaltungen. Montag, 6. August, Abends 8 Uhr, Theatervorstellung: „Die Dame von Maxim". Dienstag, 7. August, nachm. 4V2—6‘/2 Uhr und abends von 8-10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Das verwunschene Schloß". Mittwoch, 8. August, nachm. von
4’/>—6t/, Uhr und abends von 8—10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Symphonie-Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Bocksprünge". Donnerstag, 9. August, nachm. von 41/,—61/, Uhr und abends von 8—10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Bei gutem Wetter spielt die Kapelle des Heff. Jägerbataillons Nr. 11 nachm. von 4—6V2 Uhr auf der Terrasse und abends von 9—10 Uhr am Teich. Eintritt frei. Gegen 10 Uhr bengalische Beleuchtung des Teiches. Abends von 8—10 Uhr im Saal Tanz. Freitag. 10. August, nachm. von 41/2—61/2 Uhr und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: Benefiz für Herrn Regisseur Jerome Lenoir: „Die Fledermaus". Samstag, 11. August, nachm. von 4y2—61/, Uhr und 3—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saal Vorstellung des Zauberkünstlers W. Rößler- Berlin. Sonntag, 12. August, auf der Terrasse Doppel- Konzeit des Kaiser-Cornet Quartetts und der Kurkapelle. — Bis zum 2. August d. I. sind 16392 Kurgäste zur Anmeldung gekommen, wovon am genannten Tage noch 5871 Personen anwesend waren. Vom 1. April bis einschl. 2. August 1900 wurden 203781, vom 1. April bis 2. August 1899 205 370 Bäder gefertigt. Abgegeben wurden am: 27. Juli 2708, 28. Juli 2649, 29. Juli 1812, 30. Juli 2540, 31. Juli 2386, 1. August 2364, 2. August 2189 Bäder. — Wie der „B.-N. A." schreibt, beabsichtigen einige Herren, am hiesigen Platz einen Geflügel- zuchtverein mit Anschluß an den Wetterauer Geflügelzuchtverein zu gründen. Mit dem Geschäftsführer des Wetterauer Geflügelzuchtvereins, Herrn Lehrer Knaup- Heldenbergen, wurde bereits Rücksprache genommen, und hat genannter Herr sich bereit erklärt, in Kürze hier einen Vortrag über die Rentabilität, Fütterung usw. zu halten.
- ö- Hartmannshain, 5. August. Als im Laufe des ver- lossenen Winters hier ein Krieg er -Verein gegründet wurde, beschloß man, auch einen Schießstand zu errichten und zwar an der Kreisstraße nach Volkartshain zu. Der Schießstand ist nun bereits fertig gestellt; jedoch wurde kürzlich der Präsident unseres Kriegervereins, Lehrer Hofmann, nach Volkartshain versetzt, sodaß die nötige Anregung zur Pflege des Schießens fehlt. Dem Vernehmen nach soll in Volkartshain nun ebenfalls ein Kriegerverein gegründet werden und dann dieser Schießstand, der sich zwischen den beiden Orten befindet, von beiden Kriegervereinen gemeinschaftlich benutzt werden.
§§ Crainfeld, 4. August. Heute morgen wurde der etwa 20 Jahre alte A. E. durch die Gendarmerie verhaftet und in das Bezirksamtsgefängnis nach Herbstein abgeführt. Er soll wegen Betrugs schon seit Anfang dieses Jahres steckbrieflich verfolgt worden sein. E. war als Geschäftsreisender thätig. Die plötzliche Verhaftung erregte allgemeines Aufsehen. Er war erst gestern hier angekommen.
-h- BadSalzhaufen, 6. August. Das vom Gießener Gesangverein „Liederkranz" unter Leitung seines Dirigenten Herrn Franz Bauer am gestrigen Sonntage hier veranstaltete Konzert, war von den Kurgästen sowie aus der Umgebung ungemein zahlreich besucht, sodaß der Saal die Zuhörerschaft' kaum fassen konnte. Dirigent und Sänger ernteten für ihre vorzüglichen Leistungen reichen Beifall.
Darmstadt, 5. August. Der am 3. August 1872 dahier verstorbene Buchhändler Georg Wilhelm Küchler von Da'mstadt hat zugunsten der armen Waisen der Großherzoglichen Landeswaisenkaffe sein gesamtes Vermögen vermacht mit der Bestimmung, daß alljährlich an seinem Todestag die Zinsen und Erträgnisse deL Stistungssonds in Beträgen von je 100 Gulden (jetzt 171 Mk.) unter sämtliche in die Großh. Landeswaisenanstalt aufgenommene Waisen verlost werden. Die Beträge, welche durch diese Verlosungen den Waisen zufallen, sollen bis zu deren Entlassung aus der Landeswaisenanstalt verzinslich angelegt und nach den Über Verwaltung von Mündelvermögen bestehenden gesetzlichen Grundsätzen verwaltet werden. Nach Entlassung des Waisen ans der Landeswaisenanstalt soll das Kapital nebst den bis dahin ausgelaufenen Zinsen nach dem Ermessen des Bor- wundes oder Obervormundschaftsgerichts zum Besten des Mündels verwendet werden. Aus nachstehende, von 1478 zur Teilnahme an der Verlosung berechtigten Waisen entfielen diesmal Gewinnlose: Jakob Winkler zu Offenbach, Marg. Hartmann zu Sandbach, Marg. Rau zu Ortenberg, Franz Philipp Seibolo zu Vilbel, Elisabeths Kunz zu Unter-Schönmattenwag, Maria Rosa Jung zu Klein-Auheim, Heinrich Fesel zu Nieder-Kinzig, Christine HilSheimer zu Lampertheim, Friedrich Wilhelm Lind zu Westhosen, Susanne Lüft zu Seligenstadt, Katharine Eisenach zu Lauterbach, August Müller zu Lonsheim, Minna Blum zu Langd, Anna Maria Schaub zu Vilbel, Elise Anna Seib zu Münste^ Eva Katharina Freihöfer zu Groß-Steinheim, Friedrich Hofmann zu Worms, Marie Lahm zu Echzell.
Darmstadt, 5. August. Der im Jahre 1897 gegründete „Verband der Kriegsfreiwilligen von 1870/71" hält am 12. und 13. August d. I. in Bingen a. Rh. feine zweite Wanderversammlung ab. An diese Versammlung soll sich ein Besuch der Schlachtfelder bei Metz anschließen. Der sich über ganz Deutschland erstreckende Verband wurde mS Leben gerufen, um die gemeinsamen Erinnerungen an die unvergeßlichen Kriegsjahre unter den Freiwilligen wachzuhalten, um die persönlichen Beziehungen, welche damals geknüpft und vielleicht im Laufe der Zett gelockert sind, wieder zu erneuern, um mit einem Worte daS Band, welches alle Kriegsfreiwilligen umschließt, zwischen den noch Lebenden zu befestigen Da die Versammlung diesmal in Amgen abgehalten wird und sich im Großherzogtum Heffen noch Kriegsfreiwillige befinden, welche dem Verbände nicht an« gehlen, so wäre eS sehr erwünscht, wenn solche durch Anmeldung bei Herrn Ernst Zeeden, Berlin W, Derff mger- ftrafie 19 a, baldigst ihren Beitritt zum Verband erklärten. Mitglied des Vereins kann jeder unbescholtene Mann werden.


