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Samstag den 7 April
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Aints- und Anzeigeblatt fu» den ICvcis «Sicfeen.
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Bekanntmachung.
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gg^g^toe, t»*** und $*u<tevM: Nr- 2.
Me «nzttgen-vermitUung-stellen de» Ja- und lullinW arhmen Anzeige« für den Gießener Anzeiger entgeye. Zeilenprei»: lokal 12 Pfg., auSwLrt» 20 Pfg.
M« A«t<ige« »u der »schmittagS für de« ^1- fc| «<chei-enden Nummer bi« Mrm. !• »ttzr. HH^HM»Ogen spätestens akeM devher.
drs Schlachthauses. . , . ...
Zugleich bringen wir zur Kenntnis, daß der für Mittwoch, 11. l- MtS., vorgesehene Viehmarkt aus Anlaß btt an demselben Tage stattfindenden Pferdemarktes md£ auf dem Viehmarktplatze selbst, sondern auf dem südwestlich an demselben angrenzenden städtischen Gelände abgehalten wird. Der Auftrieb erfolgt an diesem Tage auf dem ent* lang dem Marktplatze östlich des Schlachthauses führenden Hohleichwege.
Zugleich weisen wir nochmals auf die nachstehenden, u»n Großh. KreiSamte festgesetzten Beschränkungen, die für die beiden Viehmärkte maßgebend sind, mit dem Anfügen hin, daß dieselben strengstens durchgeführt und Zuwiderhandlungen zur Anzeige gebracht werden.
Gießen, den 6. April 1900.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Muhl.
»reffe für Depeschen: Anzeiger frUfe** Fernsprecher Nr. 6L
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GrstisbeilLKm: Meßenrr Zamiüendlälter, Der heWtze Landwirt, Mstttkr für hessüche Volkskunde.
Meßmer Anzeiger
Heneral -Anzeiger
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Am Dienstag, 10. l. MtS., erfolgt der Austrieb . m,LCtul, ।—‘v-. ----- c <>
jum »rttefoMl’ entlang der Ostseite, wie der Westseite Mtbeten Welt lebhaften
Kmtlichrr M.
Bekanntmachung.
Betr.: Die Viehmärkte zu Gießen.
Die für Dienstag den 10. und Mittwoch den 11. April l. Js. bestimmten Viehmärkte nehmen an beiden Tagen vormittags 7 Uhr ihren Anfang.
Vor 7 Uhr darf Vieh nicht auS den Stallungen gebracht und innerhalb der Stadt auf den Straßen nicht ausgestellt werden. r . x ,
Der Auftrieb muß um 9 Uhr vormittags beendet sem; zu dieser Stunde beginnt dann erst der Abtrieb des Viehes
Das Attentat ans den Prinzen von Wales.
Aus den bisherigen Meldungen über den Mordanschlag gegen den englischen Thronerben, der am Mittwoch rn Sessel ausaeführt wurde, lassen sich^,bestimmte Schlüsse auf die Motive und somit auf die po ittsche Tragwette des verbrechens noch nicht ziehen. Möglich, daß es sich, wie die bei dem Attentäter gefundenen Schriften zu beweisen scheinen, um ein neues anarchistisches Verbrechen- handelt, möglich, daß auch- Auswüchse eines mit dem sudCfrrkamschen A-riege in Zusammenhang stehenden, .^^öeletteken Fanatismus mit im Spiele sind; möglich endlich-, daß der lugend-
Thronerben. „ , , . - ..
Wien, 5. April. Deute Mittag stattete der Kais er auf der englischen Botschaft einen halbstündigen Besuch ab, um aus Anlaß der glücklichen Errettung des Prinzen von Wales seine Glückwünsche auszusprechen.
Brüssel, 5. April. Der Attentäter ist, da er noch nicht 16 Jahre alt ist, vor dem Gesetze-nicht verantwortlich. Er wird wahrscheinlich bis zum 21 Lebensjahre einer Besserungs-An st alt überwiesen. Der Revolver war eine alte Waffe, die er für wenig Geld gekauft hatte. — In der heutigen K a m m e r - sitzung drückte der Vicepräsident Smoy iw Namen der Kammer sein Bedauern über das gestrige Attentat aus. Der Minister des Auswärtigen schloß sich int Namen der Regieriung an und teilt mit, daß sowohl der König wie die belgische Regierung den Prinzen von Wales, der Königin von England und der englischen Regierung ihr Bedauern über den Vorfall ausgedrückt hätten. Vandervelde sagt, die Sozialisten bedauern das Verbrechen und sie tadelten mit derselben Energie dieses individuelle Verbrechen Wiedas Kollektivverbrechen, welches in diesem Augenblick in Südafrika gegen ein kleines, freies und arbeitsames Bolt verübt werde. Lorant konstatiert, daß kein Mitglied des. Hauses Feindschaft gegen England hege, aber das belogisch eVolk verurteile den Krieg, den eine englische Räuberbande in Afrika entfacht, nicht minder energisch als das Attentat. England habe seine glorreiche Vergangenheit verleugnet. Vandervelde protestiert gegen die „Daily Mail" und Woeste, die ihn und die Sozialisten für die Thal eines unreifen Burschen verantwortlich machen. — Heute nacht steht die Verhaftung eines Holländers bevor, der als eigentlicher U r h e b e r d e s Attentats gilt und der nur durch die Anzweiflung seines Mutes Sipido zur Begehung des Verbrechens getrieben hat Erst jetzt wird bekannt, daß der Prinz von Wittes« in Lüttich und Ans, wo man von dem Attentat noch nichts wußte mit- Nieder Chamberlain! .Doch die Buren! empfangen wurde. Nach der letzten heuttgen Version scheint thatsächlich ein Komplot von unreifen Burschen zur Voll- fichrung des Attentats existiert zu haben.
K ö l n, 5. April. Der P r i n z und die P r i n z e s s i n von Wales trafen auf der Durchreise nach Kopenhagen mit Verspätung kurz vor Mitternacht hier ein. Ein Empfang fand nicht statt. Aus der Umgebung des Prinzen erfährt die „Köln. Ztg.": Der Prinz bewahrte dem Mordanfall gegenüber vollständige Ruhe und Fassung; auch die Prinzessin erholte sich bald von dem lähmenden Schrecken. Beide befinden sich wohl. Während des Aufenthalts auf dem Kölner Bahnhofe wurden für den Prinzen zwölf Glückwunschtelegramme, größtenteils von Fürstlichkeiten, abgegeben.
Kopenhagen, 5. April. Der Prinz und die Prin- ! zessin von Wales sind soeben angekommen. Am Bahnhof I erhielt der Prinz ein Glückwunschtelegramm Kaiser Wil- I Helms. Die Prinzessin schien infolge des Attentates sehr I angegriffen zu sein.
London, 5. April. Lord George Hamilton ließ ; sich in einer Rede, die er gestern in Acton hielt, über den Mordanfall auf den Prinzen von Wäles in folgender Weise aus: Wenn man nach Gründen des abscheulichen 1 Attentats suchen sollte, so würde man offenbar sich daran 1 erinnern, daß Brüssel die Hauptniederlassung jener Lügenfabrik (?) sei, deren Leitung Dr. Leyds übernommen habe. । — Der nach dem einsttmmigen Urteile aller Berichterstatter
liche Verbrecher überhaupt geisttg gestört ist. Wie dem auch sein mag, — das Verbrechen selbst begegnet natürlich in der ganzen gesitteten Welt der schärfsten Verurteilung, und aud) in Deutschland hat man mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß der Oheim unsers Kaisers dem Mordblei des Verbrechers glücklich entgangen ist.
Es liegen heute folgende weiteren Meldungen über das Attentat und die Reise des Prinzen vor:
Berlin, 5. April. Der K a i s e r erschien heute früh 8 Uhr in der englischen Botschaft, um dem Botschafter seine Glückwünsche über das Mißlingen des Attentats auszusprechen. Im Verlaufe des Nachmittags sprack-en zu deni gleichen Zwecke Staatssekretär Graf Bülow vor, ferner die Botschafter und Gesandten sowie zahlreiche Mitglieder der Berliner Gesellschaft. - Die Kaiserin ließ durch den Kammerherrn vom Dienst ihre Glückwünsche zur Vereitelung des Attentats aussprechen. — Die „Nordd. Allg. Ztg. schreibt: Diese schmachvolle That wird überall in der ge-
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TalM, BismaM- s>.
beispiellos begeisterte und herzliche, von keinem Mißtorr getrübte Empfang der Königin in Dublin erregt hier allgemeine Befriedigung. Ein gleiches gilt von dem Mißerfolg des Mordversuchs auf den Thronerben, der allgemein der syftemattsch von den Buren und Burenfreunden: betriebenen Engländerhetze zugeschrieben wird. Den von Frankreich aus immer noch erneuten Bestrebungen, den Thronerben zum Besuche der Pariser Ausstellung zu bewegen, ist der thörichte Mordversuch entschieden ungünstig.
Der Krieg in Südafrika.
Es kann keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die Situation bei Bloemfontein für Lord Roberts sich von Tag zu Tag verschlechtert. Der englische Oberbefehlshaber muß entweder in leichtfertiger Weise versäumt haben, seine Rückzugslinie durch genügend starke Kommandos zu decken, oder die Buren stehen nicht nur in Trupps", sondern mit einem erheblichen Teil ihrer Gesamtmacht in der rechten Flanke und im Rücken der Engländer, was auch nicht geschehen konnte, wenn Roberts! und seine Hauptstrategen — von French glaubte man ia, er könne sogar an zwei Punkten zu gleicher Zett sem
। aufgepaßt Hütten. „ _ _ <
Aus Bloemfontein wird gemeldet: Das Standrecht ist proklamiert. Diese Nacht wurden zahlreiche Einwohner unter der Anklage der Komplizität nut dem Feinde verhaftet. Niemand darf nach 8 Uhr abends das Haus verlassen. Die Truppen arbeiten fieberhaft an der Anlage von Verschanzungen, Schützengräben, Steinwallen und Ber-i hauen vor der Stadt. Alle Marinegeschütze sind auf die Höhen neben dem Fort, das die Straßen beherrscht, geschasst worden. Die Brigaden Knor und Clements sind I glücklich eingetroffen. Die Südkommandos des Feindes. I stehen nahe der Eisenbahn vor der Stadt.
I Bestätigt sich diese Meldung, und es liegt bereits so, I etwas wie eine Bestätigung vor, so fällt ein höchst bedenkliches Licht auf Lord Roberts' Kriegskunst und aus die Lage der Bloemfonteiner „Offensivarmee". Dann ist cs
I thatsächlich bereits so weit, daß Roberts, der in wsn'.gen- I Wochen in Pretoria sein wollte, in Bloemfontein festgelegt I ist und vor den Buren, die ihrerseits zum Angriff über- I gehen, feiner Haut in Verteidigungsstellung sich erwehren I muß. So kann sich Bloemfontein in ein zweites Ladysmith I verwandeln, nur mit dem Unterschied, daß letzteres von zahlreichen zur Verteidigung wie geschaffenen Höhen um-
I geben ist, während die niedrigen Kopjes vor Bloemfontein | so wenig dazu geeignet sind, daß die Buren den Versuch I gar nicht erst machten, sie zu halten. Allerdings stehen I ja auch der etwaigen Belagerungsarmee keine besonders | brauchbaren Positionen zur Verfügung, aber die Buren I können doch wenigstens so viel erreichen, daß sie Roberts I mit seiner Armee in Bloemfontein in Schach halten, wäh- I rend sie seine Verbindungslinien nach dem Kap gründ- I liehst demolieren. .
Höchst bedenklich ist die Meldung, daß m Bloemfontein, I das Standrecht proklamiert ist, weil man die dortigen | Einwohner, soweit es Buren und nicht Engländer sind, des | geheimen Einverständnisses mit ihren heranrückenden Volksgenossen verdächtig hält. In hellen Haufen, hieß es I anfangs, jubeln die Einwohner den englischen Befreiern I zu, zu Hunderten und Tausenden liefern die Buren die I Waffen äh. (!)
Nach einer Depesche der „Central News" aus Bloem- I fontein vom Mittwoch hat die Kühnheit des Fein- ! des seit seinem letzten Erfolg sich erheblich gesteigert. Die | Buren haben beträchtliche Truppenmassen rings um Bloem- I fontein versammelt, und erklären, daß sie entschlossen seien, I mit Roberts um den Besitz von Bloemfontein zu kämpfen. | Roberts hat alle Vorbereittmgen getroffen.
Der „Lokalanzeiger" läßt sich telegraphieren, daß die I Zerstörung der Wasserwerke einen ernsten Schlag für die I Pläne Lord Roberts bedeutet. Die Vorwärtsbewegung der I Truppen wird dadurch bedeutend gehemmt. Die Wasser- I zufuhr für Bloemfontein wird bedeutend verkürzt. Zu- I nächst wird für die unmittelbaren Bedürfnisse der Armee I ein genügender Vorrat reserviert, sodaß es die Einwohner I sind, die am meisten unter dem Wassermangel zu leiden I haben.
Ein Telegramm der „Central News" berichtet aus I Ladysmith, daß dort am Dienstagabend ein M a s s e n - I Meeting abgehalten wurde, um die englische Regierung I in ihrem Entschlüsse zu bestärken, die Unabhängig- I feit der beiden Rapubli ken zu zer stören.
Aus Mafeking wird der Londoner „Daily Mail" | vom 26. März gemeldet: „Die Stadt wurde heute be I schossen. Trotz gegenteiliger Befehle ziehen sich jetzt tag- I lich viele Buren von hier zurück. Es befinden sich jetzt I im Umkreise der Stadt kaum 2000 Buren."
Ueber Lorenzo Marquez sind dem ,Meuter scheu Br- I reau" noch folgende Nachrichten bezüglich Mafeking z I gegangen. Depeschen aus Mafeking vom 23. v. meloe». Die Buren verhalten sich sehr ruhig und brechen allmählich ihr Hauptlager westlich von der ^tabt ab. Ein Eesecyr
land ist die Entrüstung über den feigen Mordanschlag so groß und allgemein, wie die Genugthuung über das Mißlingen des Attentats. Wir danken der Vorsehung, daß die mit unserem Kaiserhause so eng verwandte englische Königsfamilie von schwerem Leid bewahrt tourbe. Mit ehrerbietiger Sympathie gedenken wir der Königin Viktoria, der ein großer Schmerz erspart worden ist, sowie der Prinzessin von Wales, die dem fluchwürdigen Attentat auf ihren Gemahl beiwohnte und beglückwünschen das englische Volk aufrichtig zu der glücklichen Errettung des
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Bezugspreis vierteljährl. Ml 2M monatlich 75 Pfg. mit Bring "lohn, durch dir AbholestrA« vierteljährl. Mk. 1AU monatlich 66 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr» mit Bestellgeld.
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Betr. Abhaltung der Viehmärkte.
Der Viehniarkt in Gießen am und li April d. ^. wird unter den bereits bekannt gemachten Beschränkungen, welche nachstehend nochmals folgen, geftattet
ß 1 Alles zu den Vrehmarkten in Ließen aus- getriebene Klauenvieh (Rindvieh m.d Schweine) wird be>m Markteingang kreisveterinararztlich untersucht und nur zu- gelassen, wenn es seuchenfrei befunden worden ist.
3 g 2 Die Gaststätte und Ställe von Viehhändlern in Gießen, Heuchelheim und Wieseck werden der vetermar- ' ärztlichen Aufsicht unterstellt.
8 3 Vieh, welches an den Markttagen und an den vier vorhergehenden Tagen in den Bezirk der Gemar- . kungen Gießen, Wieseck und Heuchelheim eingebracht und daselbst eingestellt wird, muß an dem ersten Standort mindestens sieben Tage lang verbleiben und darf ihn innerhalb der nächsten 14 Tage nach Ablauf der siebentägigen Quarantäne nur verlassen, wenn es nach dem Zeugnis des Großherzoglichen Kreisveterinärarztes keme seuchen- " verdächtigen Erscheinungen gezeigt hat. Von dwstr Quc^ rantänepflicht ist das Vieh nur dann befreit wenn es auf den Markt gebracht und der tierärztlichen Untersuchung duselbst unterworfen wird. Alle Tiere, die vom Wten Tage vor dem Markt bis zum letzten Markttag eingestellt werden, sind sofort vom Eigentümer oder Begleiter der Tiere der Ortspolizeibehörde, und von dieser dem Großherzoglichen Kreisveterinäramt anzumelden; in gleicher Weise ist der Besitzer des Stalles zur Anmeldung verpflichtet und verantwortlich.
.v 8 4. Das Handeln auf Straßen und Plätzen der Stadt
Hießen, der Orte Wieseck und Heuchelheim ist verboten M 8 5. Vieh aus Gemarkungen, in welchen die Seuche heft herrscht, darf nicht aufgettieben werden und wird nicht
36,__„ Widerhandlungen werden auf Grund des §328
Reichsstrafgesetzbuchs und § 66 Abf. 4 des Reichs-Bieh- Ntin seuchengesetzes bestraft. .
23! Gießen, den 2. April 19(X).
23 Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
Win M i Veil, Grüribergisi: !urlckking bei Kost und Logis,: Aüger, Wallthock. '■


