Ausgabe 
7.3.1900 Erstes Blatt
 
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Der Verteidiger, Rechtsanwalt Stahl konstatiert, daß er mit den rechtlichen Ausführungen und den Anträgen des Vertreters der Staatsbehörde voll und ganz einverstanden ser. Das Mädchen habe aus Furcht vor ihrem Dienst­herrn, der der eigentliche Schuldige sei, das Verbrechen be- gangen. Er bittet die Geschworenen die Frage wegen Zu- bmigung mildernder Umstände voll und ganz zu bejahen.

Nach kurzer Beratung verkündet der Obmann der Ge­schworenen deren Wahrspruch, welcher beide an die Jury gerichteten Fragen bejaht.

Der Staatsanwalt beantragt, auf 9 Monate Gefängnis zu erkennen und der Angeklagten die ganze Dauer der Untersuchungshaft anzurechnen. Der Verteidiger plaidiert für die mildeste Strafe, welche das Gesetz zuläßt.

Der Gerichtshof verurteilte die noch nicht vorbestrafte Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten, auf welche die seit dem 29. September 1899 erlittene Unter­suchung in Anrechnung kommt.

ist das denkbar beste. Der Bürgermeister von Utphe gibt der Angeklagten ebenfalls hinsichtlich ihrer Moralität das beste Zeugnis. Nach Schluß der Beweisaufnahme wird den Geschworenen die Schuldfrage wegen wissentlich falschen Eides vorgelegt. In einer Nebenfrage wird von Amts­wegen zu Gunsten der Angeklagten den Geschworenen die Möglichkeit gegeben, die Milderungsfrage aus § 157 Abs. 1 zu bejahen.

Herr Staatsanwalt Zimmermann erklärt, daß man es hier mit einem Leichtsinnseid, mit einem in der Dümm­

ste cknadel, die in originell zierlicher Art dieAdlers- Marke darstellt, und welche die Brust des RadlermanneS in netter Weise schmückt.

heit geschworenen Meineid zu thun habe. Um sich nicht schämen zu müssen vor dem Richter, der sie zu vernehmen hatte, hat sie ausgesagt, sie habe nichts gesehen, sie habe nichts erzählt; im ersteren Falle habe die Angeklagte ver­schwiegen, was sie von der ganzen Sache gewußt. Die Therese Speckmann habe die Wahrheit unter Eid abge­leugnet, weil sie bei Angabe der Wahrheit sich eine Ver­folgung wegen eines Vergehens zuziehen konnte. Der Staatsanwalt geht die Beweisaufnahme noch einmal durch, welche außer dem eigenen Geständnis, der Angeklagten er« glebt, daß im vorliegenden Fall thatsächlich ein Meineid geschworen sei, deshalb müsse die erste Schuldfrage bejaht werden. Der Staatsanwalt tritt aber dafür ein, daß auch die Nebenfrage zugunsten der Angeklagten bejaht werden müsse.

§ Ruppertenrod, 5. März. Die außerordentlich hohen Brennholzpreise werden nach den verschiedenen Berichten auf den Kohlenmangel anderer Gegenden, welcher eine größere Nachfrage nach dem Brennholz verursache, zurückgeführt. Das mag wohl zum Teil zutreffen, nament­lich da, wo Holzhändler bei den Versteigerungen die Nach­frage verstärken, daß aber die diesjährigen Preise ungeachtet dieser Umstände dennoch recht hoch sind, zeigen die Holz­versteigerungen in den Freiherr von Riedesel'schen Waldungen in der hiesigen Gemarkung. Aehnlich war es auch früher der Fall, es gab Jahrgänge, in denen das Holz ohne die genannten Ursachen doch sehr hoch im Preise stand. Bei den angezogenen Versteigerungen kosteten vier Raummeter Buchenscheit erster Klasse bis zu 32 Mark, zweiter Klaffe 27 bis 30 Mark; vier Raummeter Buchenprügel kosteten 24 bis 28 Mark. Das ist ein Preisunterschied von unge­fähr 6 bis 8 Mark für besagtes Quantum gegen das vor­ausgegangene Jahr. Das Eichenreisig begehrte in früheren Jahren fast niemand; man kaufte das Raummeter für 20 bis 30 Pfennig, jetzt wird es zu einer Mark versteigert. Buchenoberholzreiser kosteten per Raummeter 1,50 Mark. Daß bei solchen Brennholzpreisen auch die Preise für Bau- nnd Werkholz entsprechend höher sind, läßt sich erklärlich pnden. Für diese Holzsorteu waren indessen die Preise

** Evangelischer Arbeiterverein. Die am 4. März im Saale des Cafs Ebel stattgehabte Versammlung war sehr gut besucht. Her Professor Dr. Sommer hatte gütigst den Vortrag übernommen und sprach in äußerst interessanter und fesselnder Weise überBau und Einrichtung von An­stalten für Geistes- und Gemütskranke". Der geschätzte Redner, der seinerzeit den Ausbau und die innere Einrich­tung der hiesigen, bekanntlich musterhaften, psychiatrischen Klinik geleitet, behandelte fein Thema geschichtlich. Er I z^lste, wie der 30jähr. Krieg auch auf dem Gebiet der I Fürsorge für Geisteskranke zerstörend gewirkt, wie unter I feinen Greueln und Nachwehen die Geisteskranken aus den I Hospitälern verschwinden, wie man in der jenem Krieg I folgenden Periode die Geisteskranken zusammen mit körper- I uch defekten und gefährlichen Menschen, mit Blinden, Taub- I stummen und Verbrechern ihr Leben verbringen läßt, und I wie erst in späterer Zeit die einzelnen Kategorien getrennt und je nach ihrem Bedürfnis versorgt werden. An der j I Hand zahlreicher Pläne zeigte ferner der geehrte Redner I ch anschaulicher Weise, wie die Säkularisation der Klöster einen eigentümlichen Einfluß auf die Fürsorge für die Geisteskranken ausübt. In ihnen werden die Kranken untergebracht, und der für solche Zwecke gewiß möglichst ungeeignete Klosterbau wird gewissermaßen der Grundtypus für die Anstalten des 19. Jahrhunderts, den zu verbessern I und den Bedürfnissen der Geisteskranken anzupassen man sich abqualt und abmüht, bis endlich die Neubauten der modernen Zeit lediglich die Fürsorge für die verschiedenen I I Kategorien der Geisteskranken bei der Anlage und Ein- I richtung des Baus maßgebend sein lassen und mit dem I Klosterbau völlig brechen. Die Diskussion, welche dem mit reichem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte, gab dem I Herrn Redner noch Gelegenheit zu interessanten Mitteilungen, I sowie zu einem warmen Apell an die Zuhörer, dazu bei- I zutragen, die mancherlei Vorurteile zu zerstreuen, unter I öenen bie Geisteskranken zu leiden haben und mitzuwirken, I daß doch die WorteNarr" undIrre" ganz aus dem I Sprachgebrauch schwinden möchten. Mit herzlichen Dankes- worten schloß der Vorsitzende, Herr Pfarrer Dr. Grein I die Versammlung.

. ** P o l i z e i b e r i ch t. Ein hiesiger junger Tauge- I ur ts wurde gestern nachmittag in der Steinstraße ver- I hastet, weil er mit einem offenen Messer herumflanierte I um seine in einem dortigen Geschäft befindliche Geliebte I zu erstechen. Hierbei bedrohte er die Passanten, verübte durch lautes Schreien ruhestörenden Lärm und riß ver- I schiedene Spalierlatten ab. Auch drang er in den Geschäfts- I laden der Herrschaft des Mädchens ein und bedrohte die- I |elbe, weshalb er auch wegen Hausfriedensbruch zur An­zeige kommt. Der junge Mann hat schon verschiedene Strafen auf dem Kerbholz und wird auch diesmal einer ae- I rechten Strafe nicht entgehen. Ein hiesiger, kaum aus dem Gefängnis entlassener junger Taglöhner rempelte heute nacht zwei Studenten auf dem Lindenplatz an I und verletzte einen derselben am Kopfe. Anzeige wegen I Körperverletzung wurde erhoben. Heute vormittag gegen 9 Uhr brach in einem Hause der Wetzsteingasse ein Zimmerbrand aus, wobei beinahe zwei im Zimmer | eingeschlossene kleine Kinder erstickt wären, wenn nicht die I Nachbarschaft den Brand rechtzeitig bemerkt und die Kinder I gerettet hatte. Holz, welches auf und unter dem Ofen auf- I gestapelt war, hatte sich entzündet und so den Brand ver- I ursacht. Ein weiterer Schaden wurde nicht angerichtet.

Eine schändliche Thal verübte heute nacht ein Baum- I frevler, indem er in der Nordanlage ein Bäumchen in I scheußlicher Weise zurichtete. Er schnitt nämlich die Rinde ' rund herum ab, sodaß es eingehen wird. Nach den zurück- ' gelassenen Blutspureu scheint sich der Thäter hierbei erheb- I 1 lich verletzt zu haben. I i

Kermisthtes.

* Neuwied, 2. März. Mitte Februar b. Js. tagte Hierselbst imZentral Hotel" eine Anzahl Viehhänbler, welche einen Verein unter bem NamenDeutscher Viehhänbler-Verein" grünbeten. Eine große Anzahl Viehhänbler traten bemselben sofort bei. Der Verein be­zweckt die Förderung des Viehhandels, insbesondere soll er den Viehhändlern Schutz und Unterstützung gewähren, und soviel es möglich ist, den Viehhandel hindernde Umstände zu beseitigen suchen. Gegen einen jährlichen Beitrag von 3 Mk. kann jeder Viehhändler, welcher in Deutschland seinen Wohnsitz hat, Mitglied werden. Anmeldungen sind zu richten an den Vorsitzenden des Vereins Herrn Hermann Daniel in^ Dierdorf Bez. Coblenz.

Würzburg, 5. März. Rentamtsosfiziant Holzinger von Hammelburg wurde wegen Unterschlagungen an den Rentämtern Hammelburg und Werneck vom Schwur­gericht zu 1V2 Jahren Gefängnis verurteilt. Seine Frau hat sich aus Gram kürzlich in der Saale ertränkt.

Ktzrchm Montag den 12.

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, Marburg, 4. März. Das Reichsbank-Direktorium hat sich, wie in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten mitgeteilt wurde, bereit erklärt, hier eine R e i ch s b a u k - neben stelle -zu errichten und sie in den Geschäfts­bereich einer für den südlichen Teil des Regierungsbezirks zu errichtenden Reichsbankstelle in Fulda einzubeziehen. Diese Einbeziehung fand nicht die Zustimmung der Ver- sammlung. Man beschloß, Schritte zu thun, mit der Reichs- banksielle in Kassel in Verbindung zu kommen, weil nach dort regere Geschäftsverbindungen vorhanden sind, als nach Fulda.

§§ Eine wirkungsvolle Postkarte versenden gegenwärtig die Adler-Fahrradwerke Dorrn. Heinrich Kleyer au ihre zahlreichen Kunden. Ein schmucker RadlerSmann durch­streift auf seinemAdler" die herrlichen Alpenlandschaften, die in prächtigem, vornehmen Farbendruck einen wohl- thuenden Eindruck machen. Dank der vorzüglichen Fahrt durch sein zuverlässigesAdler-Rad", sendet er frohgesinnt seinen Freunden dieseAdler"-Postkarte mit der dringenden Empfehlung:Radler fahr' Adler!" Gleichzeitig hier­mit versenden die Adler-Fahrradwerke auch noch eine Vor-

Lokales und Provinstelirs.

(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)

Gieße», 5. März 1900.

Stadttheater. DaS zweite und letzte Gastspiel des Wiener Soubretten - Theaters (Bühne ohne Männer) findet Mittwoch den 7. b. MtS. statt. Zur Aufführung gelangen an biefem Abenb bie beiden Operetten Zigarettenmädchen" undDer schöne Abolar" von G. Grüneke, unb ein Wiener Divertissement mit höchst interessantem Programm. Ohne Zweifel wird dieBühne ohne Männer" auch hier, wie überall, ihre Zugkraft bewähren.

(-) Die von national!o^iater Seite au§ öffentliche Volksversammlung gatte gestern abenb ein überaus zahlreiches Publikum nach Steins Garten geführt, dem Thema gemäß zumeist Arbeiter. Der Referent, Herr Redakteur Weirchausen aus Berlin, stellte in längerer Rede seine Ansicht über die Gewerk­fihaften den Ausführungen des Herrn Professor Leist gegen­über. Er entwickelte die Notwendigkeit der Arbeiterberufs­vereine aus dem modernen Arbeitsvertrag, wies nach, wie die von Herrn Professor Leist geforderte Dissolutions­freiheit eine Wrllkurfreiheit sein würde. Und wie der Kultur- sortschritt und der politische und wirtschaftliche Aufschwung unseres Volkes gefördert werde von den Arbeiterberufs- genoffenschaften. Er ging dann auf deren Bedeutung des näheren ein, und zeigte namentlich an einer großen Aaht bon Beispielen, wie starke Berufsgenossenschaften frieden- pördernd wirkten, und wie das auch immer mehr nicht nur von den Mannern der Wissenschaft, sondern auch vor allem von den süddeutschen staatlichen Fabrikinspektoren aner- i tamit lüerte. ^n einem geschichtlichen Rückblick entwickelte I der Redner sodann, wie infolge des Sozialistengesetzes Sozialdemokratie und Gewerkschaften Bundesgenossen ge- seien, wie sich aber trotz des Zwiespaltes, der in der Sozialdemokratie in diesen Punkten herrsche, auch hier immer mehr der Gedanken Bahn breche, den der sozial- drück/^N^^b9eorbnete Segitz mit den Worten aus- abbösen Gewerkschaften werden die Sozialdemokratie mi ?uf9?n- Der Redner betonte

Entschiedenheit die immer stärkere Ein- ^r^Gewerks^A^^rnen praktischen Gegenwartspolitik utopistische, unpraktische ? Ä Lrf. Sozialdemokratie, unb wies darauf

Ausführungen, wie die des Herrn Professor I 9e^Snet seien, diese gesunde Entwickelung zu I r stch HM Redatteur Schkd «uSfUh^ngen wandte Z Herrn Professor Zst Lm e?Tem Sefe^SeTeinen

bestehend vor allem aus Bemängelunaen f ' I

«ersehen in der Rede des HerrnProfessorLe t m/t 7// flrnlichen maßlosen Angriffen auf die Rationallcherasp^ und mit Ausführungen über Fall Arons, ^Hiller n s w' die mit der Sache gar nichts zu thun hatten, begnügen Interessant war es bei seinen Ausfällen gegen die nationale Machtpolitik der Nationalsozialen das Zugeständnis zu Horen, daß die Februarerlasse des Jahres 1890 aus dem ehrlichen Willen des Kaisers, den Arbeitern zu helfen" entsprungen seien. Die ablehnende Haltung der Sozial­demokratie gegenüber jenem Vorgehen des Kaisers versuchte I

I mußte toä^rcttb ba8 Brennholz noch als billig gelten Laubach, 4. März. Am verflossenen Freitag fand

I S? Aschen Gymnasium unter dem Vorsitze des Herrn I ?Q«l$ulrat Nodna gel bie Reifeprüfung statt. Von I ^^iturienten sinb 18 bestauben, 8 waren von der münd- I Prüfung befreit. In biefem Sommer wirb das ^djahr. Bestehen ber Anstalt gefeiert werben. Heute I to.urbc. den erbgräflichen Herrschaften in Arnsburg I das zweite Sinb, ber zweite Sohn geboren. Heute nach- mittag sprach in einer Versammlung imSchützenhof" bet I u H^r Ingenieur Hahn, im Auftrag ber o'^^'N^^ktrizitätSgesellschaft über bas elektrische

I über dessen Verwendbarkeit für die Landwirtschaft I Herstellung besserer Maschinen und zur Beleuchtung m ^ratzen und Häusern. Eingehend legte er bie Kosten für ^emeinbe unb Private bar. Jedenfalls wird in WölferS- beim eine elektrische Anstalt errichtet werden und hofft Redner zuversichtlich, daß von dort aus bald viele Orte sich mit elektrischem Lichte versehen kaffen werden. Diesem Vortrage wohnten auch die Mitglieder des Stadlvorftandes

I bleibt abzuwarten bezw. genau zu prüfen, was

aus der Sache wird. Für nächsten Mittwoch kündigt im hiesigen Anzeiger ber christlich-soziale Verein eine Ber-

I sammlung imGasthaus zur. Traube", abenbs 8 Uhr, an wo Pfarrer Stock von Oberbreibenbach über Mittel-

I standspolitik sprechen wirb.

Darmstadt, 5. März. Das Schwurgericht verur- I teilte heute ben Taglöhner Adam Sommer aus Viernheim wegen Körperverletzung mit tötlichem Erfolg an x .0 Monate Gefängnis. Er hatte am zweiten Weihnachtsfeiertage bei einer Tanzmusik einen Kameraden, Mit dem er in Streit geriet, durch einen Messerstich in ben Hals getötet.

Klei» Krotzenburg, 5. März, lieber einen gestern | verübten Kindesmorb herrscht in unserer Gemeinde be« greifliche Aufregung. Die 36jährige unverheiratete Tag- löhnerin Elisabethe Kopp hatte sich nämlich durch ver« schiedene Umstände in hohem Grade verdächtig gemacht, heimlich geboren und das Kind unmittelbar nach der Geburt i» einen Abort geworfen zu haben. Die Ortspolizeibehörbe unb bie Seligenstädter Gendarmerie veranlaßten bie so­fortige Entleerung ber Abortgrube, wobei man bie Leiche eine« neugeborenen kräftigen KnüdchenS fanb. Trotz ber erbrücEenben Schulbbeweise leugnet bie Mutter ben Kindes- mord mit größter Hartnäckigkeit.

() Mainflingen, 5. März. Im Gebirgsdörfchen H^.fZubuchenthal versetzte am Sonntagabend ein Jojatjriger, bisher in Frankfurt a. M. beschäftigter Bursche von dort aus geringfügiger Veranlassung dem Maurer Aimust Friedrich Stenger daselbst einen wuchtigen Messer­stich in den Rücken, welcher nach kurzer Zeit den Tod des Verletzten herbeiführte. Der Getötete war 36 Jahre alt wb yvntttläfct eine Witwe mit drei kleinen Kindern. Der Messerheld befindet sich in sicherem Gewahrsam.

? Iügesheimim Roogau, 5. März. Bei der vom Amtsgericht Seligenstadt eingeleiteten Untersuchung über die Entstehnngsursache des gestern von uns genieß beten Brandes haben sich Anhaltspunkte ergeben, welche die Annahme b öswilliger Brandstiftung recht- sertigen. Die Staatsanwaltschaft zu Darmstadt dürfte nun­mehr das weitere veranlassen.

Mainz, 6. März. Der Türmer vom Stephansturm hat sich in einem Anfall von Geistesstörung heute morgen vom Turme herabgestürzt. Er war sofort tobt.

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ber »lebner »richt zu begründen. Dem tteferente» fiel es m »e rr ttLeE/ 5ie ^bist kleinlichen und persönlich-gehässigen ckuvsalle des Herrn Scheidemann in seinem Schlußworte zu widerlegen, ber Nationalsozialennoble" Kampsesweise öch verteidigen und die Grundlosigkeit der von Herrn Scheioemann erhobenen Verdächtigungen gegen die Natio­nalsozialen zu erweisen, und es war erfreulich zu konsta- neren, d», obwohl bie Sozialdemokraten offenbar die r Tch ^r. Versammlung hatten, ber Referent für fein_ Referat, wie für fein Schlußwort ben Beifall ber größeren Zahl der Erschienenen fand, unb so können die Veranstalter trotz des übrigens mißlungenen Putsch­versuches der Sozialdemokraten, der bem Abend einen toenig schönen Abschluß gab, mit Befriedigung auf bie Versammlung zurückblicken. Eine nationale Agitation, ausgehend von Männern, deren soziale Gesinnung un­zweifelhaft ist, wird auch in ber hiesigen Sozialdemokratie nicht erfolglos bleiben.

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