1208
otis!
1 St massenhaft 1 Mitteln gegen % bog bereit; utotijxtnbt, von
>k, sich durch Tüte "ende 657 tttn, Mucha, rlcheS üirtlitltiftei, hnftmmjHfl unb
eich und fllinynb h. um 40 Pig. und
6ompr.8S.
Pfg per rh. m allen , Drogerien, «rhandlgn.
eto. 870
lmi
e Betimpfnngs- za* Antillen , Katarrh, »wie r ÄthmuDgfr
äU.
Heinrich Hireoh-Apotheke. wke. 44
mibe.
Jede Ver.
rer.
®ge aortrüd^ totillen M-6
stillen mbe,
Sal^
1 Ver«lauD^: ösv** Jrr Wassers £"“» das aas tien gewonnene
Wn
- ***S
Hinterhaus linB-
ren
ffnenheiteo.
is Nachfl., hiIhm M S^l0.
ileganten Aul« rügen lass® * im auf unser gi®^
Wer
bet
ün^
M. 55 GOes Blatt. BNttwoch den 7. März
1900
Alle Anzeigen-Bermittlung-stellen deS In- und AuSlantzes nehmen Anzeigm für den Gießener Anzeiger entgegen« Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.
Mczugspreis vierteljährl. Ml. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle« vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 66 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 vicrtktjährt. mit Bestellgeld.
Gießener Anzeiger
Heneral-'Anzeiger
Grfcheinl täglich arit Ausnahme deS
MantagS.
Dir Gießener VamikienSkttjer werden dem Anzeiger An Wechsel mit „Heff. Landwirt" jl Matter Kr hrff. Volkskunde" »llchtl. 4 mal beigelegt.
«n»ah«i Anzeigen zu der nachmittags für de« fleterabtn Lag erscheinenden Nummer bis Denn. 10 Uhr. Umstellungen spätestens abends vorher.
Amts- und Anzeigeblatt fnv den Kreis Giefzen.
Schwurgericht.
W. Gießen, 6. März 1900.
Heute vormittag 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Landgerichtsrat Seeger, die Verhandlungen des Schwurgerichts. Nach Bildung der Geschworenenbank wurde in die Verhandlung gegen die Therese Speckmann von Flöteu- stein, zuletzt in Utphe als Dienstmagd in Stellung, angeklagt wegen Meineid, eingetreten. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt Dr. Stahl. Es sind im ganzen 10 Zeugen zu hören. Die unverehelichte Angeklagte ist am 21. März 1875 in Ostpreußen geboren und befindet sich seit 29, September v. I. in Haft. Sie ist geständig, vor dem Amtsgericht Hungen am 2. September v. I. einen falschen Eid geleistet zu haben. Der Staatsanwalt stellt hierauf den Antrag, wegen Gefährdung der öffentlichen Sittlichkeit die Oeffcntlichkeit bei dieser Verhandlung auszuschließen. Der Gerichtshof beschließt, da der Verteidiger erklärt, keinen Antrag stellen zu wollen, vorerst öffentlich zu verhandeln.
Die Angeklagte, welche 3 Jahre bei Landwirt Rühl im Dienst war, glaubte die Beobachtung gemacht zu haben, daß ihr Dienstherr Rühl mit seiner kaum 14jährigen Stieftochter ein unerlaubtes Verhältnis unterhalte, sie hat darüber zu dritten Personen nicht nur Verdacht ausgesprochen, sondern auch Thatsachen erzählt. — Rühl behielt dieser Nachrede ungeachtet die Angeklagte im Hause; er lud dieselbe zum Sühnetermin ein und später zu einem Rechtsanwalt nach Nidda, wo er einen Vergleich mit derselben abschloß, wonach die Speckmann ihre Behauptung über ihren Dienstherrn als unwahr zurück nahm und eine Buße von 20 Mk. zu zahlen sich verpflichtete. Außerdem wurde eine diesbezügliche Ehrenerklärung in mehreren Blättern abgedruckt. Vor dem Amtsgericht Hungen in der Strafsache gegen Rühl als Zeugin vernommen, beschwor die Angeklagte — wie sie heute glatt zugibt, war dieser Eid falsch — sie habe zu niemand gesagt, daß Rühl in einem unsittlichen Verhältnis zu seiner Stieftochter stehe, weiter hat die Angeklagte beschworen, auch nichts gesehen zu haben, was den gegen ihren Dienstherrn ausgesprochenen Verdacht bestätige. Die Angeklagte erklärt aber, sie habe heute noch den Verdacht, daß es mit Rühl und dessen Stieftochter nicht richtig gewesen sei.
Bei der nun folgenden Zeugenvernehmung wird die Oeffentlichkeit ausgeschlossen.
Der Dienstherr der Angeklagten, Heinrich Rühl, als Zeuge vernommen, wird nicht vereidet, da er dringend verdächtig ist, die Speckmann zu dem von derselben geschworenen falschen Eid angeftiftet zu haben. Das von diesem Zeugen der Angeklagten erteilte Leumundszeugnrs
Retaftto«, Expedition und Druckerei:
-chnkstraße Ar. 7.
Gratisbeilagen: Gießener Famitienblätter, Der hefststhe Landwirt, Ktätter für hessische UotKsKunde.
Adresse für Depeschen. Zugiger Kietz«.
Fernsprecher Nr. 51.
* Vom Kriegsschauplatz.
London, 5. März. Nach einer Meldung deS Times- korrespondenten aus Osfontein rückt die Armee durch das Land immer weiter vor. Pferdefutter ist auf dem Marsche fast gar nicht aufzutreiben. ES ist nicht genau bekannt, wo der Feind steht, doch tauchen sehr bewegliche Kommandos ringß um die englische Armee auf, und man erwartet, auf Widerstand zu stoßen bei Abrahams Kraal, 30 Meilen östlich von Paardeberg, wo Joubert eine Armee zusammenziehen soll, die aus allen Truppen von Ladysmith und den nordöstlichen Freiftaatern besteht. Präsident Steijn kam am 27. Februar in Abrahams Kraal an. Er hielt eine Ansprache an die Burghers, sie möchten des Majubatages gedenken und Cronje befreien. Man schätzt die Zahl der Burentruppen auf 5000.
Ein weiteres Telegramm besagt, daß Major Albrecht und mehrere Burenoffiziere am Freitag beim Kommandanten von Modderriver bas Frühstück einnahmen. Major Albrecht machte einen sehr niedergeschlagenen Eindruck.
Nach Meldungen aus Ladysmith vom letzten Freitag hat die berittene Infanterie, welche kürzlich auf den Bul- wanaberg ausgerückt war, gefunden, daß die Buren ihre schweren Geschütze Donnerstagnacht entfernt hatten. Man entdeckte nur noch einige Zelte mit Munition und Vorräten aller Art, ferner ein Buch mit Aufzeichnungen, daß der «Lange Tom" während der Belagerung 8000 Schüsse ab- geseuert hat. Ein anderes Buch enthielt die Einteilung der Burentruppen, sowie die Namen aller Buren, die in Natal gefochten haben.
London, 5. März. Nach einer Meldung aus Mol- keew wurde General Gatacre beim Angriff auf den Rootkop zurückgeworfen und erlitt schwere Verluste.
Brüssel, 5. März. Hiesige Transvaalkreise bezeichnen die Londoner Meldung über eine Zusammenkunft der Präsidenten Krüger und Steijn behufs Anrufung der Friedensvermittelung für völlig unglaubwürdig. Sollte die Zusammenkunft wirklich stattfinden, so könnte dieselbe nur der Besprechung des gemeinsamen Widerstandsplanes gewidmet sein.
London, 6. März. Ein Telegramm aus O st f o n t e i n vom 3. März berichtet, daß General French eine Buren- Abteilung entdeckte, welche sich in nordwestlicher Richtung fortbewegte. General French sandte während der Nacht eine Schwadron Kavallerie und eine Abteilung Artillerie ab, um mit dem Feinde Fühlung zu nehmen. 150 Buren wurden plötzlich bemerkt, als sie einen Hügelrücken überschritten. Dieselben zogen sich aber sofort zurück, als wir anfingen, sie zu bombardieren. Darauf eröffneten die Buren, unterstützt von einem Maximgeschütz ein heftiges Gewehr-Feuer, während die Truppen des Generals French die Buren-Abteilung mit weittragenden Geschützen bombardierten. Der einzige Erfolg der Engländer war der, daß sie das Vordringen der Bureu-Abteilung verhindert hatten. — Die Kaiserin-Mutter von China hat der Königin Viktoria anläßlich der Entsetzung von Ladysmith ihre Glückwünsche übersandt. (Die „Kaiserin-Mutter von China" hat gerade noch gefehlt!)
London, 6. März. Das Unterhaus beriet bis eineinhalb Uhr nachts die verschiedenen Regierungsanträge betreffend Besteuerung von Spiritus, Bier, Thee und Tabak. Sämtliche Regierungsanträge wurden mit einer großen Majorität von 200 Stimmen angenommen.
London, 6. März. In diplomatischen Kreisen wird versichert, daß trotz aller Dementi die Botschafter mehrerer Großmächte im Sinne eines baldigen Friedensschlusses fortgesetzt energisch thätig sind, und daß die K ö n i g i n ihre geplante Auslandreise aufgegeben habe. Angeblich soll die Königin und Lord Salisbury den Friedensbestrebungen nicht mehr abgeneigt sein.
London, 6. März. Aus Kapstadt wird von gestern gemeldet: Eine Extra-Ausgabe des Amtsblattes veröffentlicht eine Proklamation Millners, in welcher dieser erklärt, angesichts der Rebellion und teilweisen Besetzung des Distriktes von Westgriqua-Land verhänge er den Be- lagerungszustand über diesen Distrikt.
London, 6. März. Aus Lorenzo Marquez wird gemeldet: Dem Vernehmen nach fand die Unterredung zwischen dem Präsidenten Krüger und Stein auf Anregung des letzteren statt, und zwar war der Hauptgrund die Niederlage Cronjes. Es sind zahlreiche Anzeichen vorhanden, die darauf schließen lassen, daß die Bürger des Freistaates des Krieges überdrüssig sind, und so ist es nicht unwahrscheinlich, daß die Unterredung einer bevorstehenden Friedens-Aktion seitens des Freistaates galt.
London, 6. März. Die öffentliche Meinung ist seit der Entsetzung von Ladysmith chauvinistischer als je zuvor, und die große Masse des englijchen Volkes fordert Äie völlige Vernichtung der beide n Buren-
Armeen, bedingungslose Unterwerfung der beiden Republiken und Zerstörung des Einflusses der holländischen Rasse in Südafrika.
London, 6. März. Das Kriegsamt begann gestern eine Liste der Verluste Bullers in den Gefechten vom 14. bis 27. Februar herauszugeben. Darnach sind 129 Mann tot, 942 verwundet und 41 werden vermißt. Einzelne Regimenter, von denen man weiß, daß sie besonders stark gelitten haben, sind noch nicht in der Liste, sodaß das Endergebnis wahrscheinlich enorm sein wird.
K a p st a d t, 6. März. Die Kommandeure Albrecht, W o l m e r a n und andere gefangene Offiziere sind in Sonderzügen nach Kapstadt unterwegs. Die Gefangenen werden auf Transportschiffen untergebracht.
K a p st a d t, 6. März. Von gestern wird gemeldet, daß eine starke Kolonne Kimberley verließ und in nördlicher Richtung fortzog mit der Absicht, den Vaalfluß, die Scheidegrenze zwischen Freistaat und Transvaal zu überschreiten. Man erwartet ein h e f t i g e s Z u s a m m e n t r e f f e n mit den Buren bei Fourteeu-Stroom, wo die Buren die Eisen- bahnörücke zerstört haben.
Deutsches Mich.
Berlin, 5. März. Der Kaiser hat an den Papst zu dessen 90. Geburtstage ein Glückwunschtelegramm gerichtet, auf welches der Papst telegraphisch dem Kaiser seinen Dank aussprach. Die „Nordd. Allgem. Ztg." veröffentlicht den Wortlaut dieser in französischer Sprache gehaltenen Telegramme.
— Der Kronprinz übersiedelte gestern nach dem Stadtschlosse in Potsdam.
— Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe hat den deutschen Landwirtschaftsrat zu Dienstag abend 6 Uhr zu einem Bierabend eingeladen.
— Dr. Leo Arons will, dem „Berl. Tagebl." zufolge, sich gänzlich der Parteithätigkeit widmen und in die Redaktion einer großen sozialdemokratischen Zeitung eintreten. In sozialdemokratischen Kreisen gelte es als zweifellos, daß Dr. Arons bei der ersten sich darbietenden Gelegenheit als Kandidat für ein Reichstagsmandat auftreten wird.
— Am 9. und 10. März tritt hier eine Ko Mission des deutschen Apothekervereins zusammen, um wieder über die reichsgesetzliche Regelung des Apothekenwesens zu beraten. Von der überwiegenden Mehrheit der Apotheker wird auch jetzt noch daran feftgehalten, daß die frei erwerbliche und veräußerliche Realkonzession die geeignetste Grundlage für die reichsgesetzliche Regelung bildet. Andererseits wird von den Apothekern nicht verkannt, daß die maßgebenden und zuständigen Behörden des Reiches nach wie vor auf dem Standpunkte stehen, daß zwar eine reichsgesetzliche Regelung des Apothekenwesens notwendig sei, daß sie aber nur erfolgen dürfte unter Einführung der Personalkonzession für alte Apotheken, mit Ausnahme der privilegierten.
Berlin, 5. März. Bei dem G a l a d i n e r zu Ehren der spanischen außerordentlichen Gesandtschaft brachte, wie der „Reichsanzeiger" meldet, der Kaiser einen Trinkspruch aus. In demselben dankte der Kaiser der Königin-Regentin und dem Könige von Spanien für die Verleihung des Ordens vom Goldenen Vließ an den Kronprinzen. Er erblicke in dieser Verleihung nicht nur den Ausdruck wohlwollender Sympathie, sondern auch eine neue Bekräftigung der Bande gegenseitiger Freundschaft und Hochachtung, welche das ritterliche spanische Volk und sein erlauchtes Königshaus mit dem deutschen Volke und seinem Kaiserhaus verbinden. Nicht nur er, sondern auch das ganze deutsche Volk begleiteten mit vollstem Interesse und wärmster Sympathie die Königin in ihrem pflichtenschweren Amte und wünschten, daß in dem in nicht zu ferner Zeit zum Throne berufenen Sohn der sorgenden Mutter sowohl, wie auch dem hoffenden Lande ein König beschert werden möge, der unter Gottes gnädigem Schutze sich würdig der Reihe großer spanischer Herrscher einfügen möge. Der Kaiser trank alsdann auf das Wohl der Königin Christine und des Königs Alphons XIII.
Kiel, 5. März. Der bisherige Rektor, Professor Brandt, teilte heute in der UniversilätSaula mit, daß die sonst übliche festliche Feier des Rektoratswechsels au «falle, da die gesetzlich erforderliche Bestätigung des neuen Rektors durch den Kultusminister aus- geblieben sei. Der bisherige Rektor und Prorektor verbleiben im Amte. Professor Quincke wohnte der Verkündigung bei.
Straßburg, 5. März. Wie der „Straßb. Bürgerzeitung" aus Mülhausen telegraphiert wird, beabsichtigt dec sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Bueb-Mülhausen, sein Mandat niederzulegen.
AilrülilL.
Wien, 5. März. In hiesien parlamentarischen Kreisen zirkuliert das Gerücht, die Verständigungskonferenz werde nicht zusammentreten, da die Aussichten auf irgendwelches Resultat gänzlich geschwunden sind. Die Situation fei auf das Aeußerste gespannt.
Paris, 5. März. In der heutigen Kammersitzung interpellierte der Abg. Berry den Marineminister über die Ver ratsaffaire Philipp und warf demselben vor, er habe durch seine Unthätigkeit den Schuldigen entkommen lassen. Der Marineminister verteidigt sich und erklärt, die Sache werde augenblicklich untersucht, und den Schuldigen werde seine Strafe schon erreichen. Abg. Pellehan ergreift das Wort, und macht Enthüllungen über skandalöse Machenschaften, die im Marineministerium an der Tagesordnung seien. Er beschuldigt die höheren Beamten dieses Departements, die schuldigen Subalternbeamten, welche ihre Stellungen mißbrauchten, um finanzielle Spekulationen zu treiben, zu schützen. Angesichts dieser Thatsache ersucht der Redner die Kammer, das Budget des Marineministeriums um 500 Franken herabzusetzen, um dadurch dieses Departement zu tadeln. Wider Erwarten nimmt der Marineminister diesen Antrag an, was allgemeines Gelächter her- vorruft. Waldeck-Rousseau suchte den schlechten Eindruck, den das Benehmen seines Kollegen hervorrief, abzuschwächen und erklärte, die Regierung fei nicht verantwortlich für die betreffenden Vergehen. Nach einigen weiteren Tadelserklärungen seitens Pelletans wird dessen Antrag mit 480 gegen 20 Stimmen angenommen.
Sofia, 5. März. Die Gerüchte von einer angeblich bevorstehenden Abberufung des russischen Gesandten Bachwotjeff sind vollständig unbegründet.


