Ausgabe 
6.10.1900 Drittes Blatt
 
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Samstag den 6 Oktober

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in grosser Auswahl!

Markus Bauer.

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Gleesen,

Kirchenplatz 11.

darf nur in kleinen Menget dem Bohnen-Kaffee beige­setzt werden.

(Original-Marke in Dosen.)

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schnlstraße Ar. 7.

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr:

Gratisbeilagen: Gießener Familiendlütter, Der hessische Landwirt _____Mittler für hessische Volkskunde.

,, Es liegt in der Natur der Dinge, daß mit dem Kort

fchreitm dn Technik Substanzen, die früher einen großen Platz be bauptet haben, durch neue Errungenschaften verdrängt werden. So sind hi der Haulpfl-ge und in der Kosmetik die gewöhnlichen SVette weU ste dem Ranztgwerden unterliegen, mehr und mehr durch das Lanolin verdrängt, welches, weil es nicht ranzig wird und will -8 mit dem natürlichen Hautfett identisch ist, eine ausgedehnte Rolle in Der yflutpjlege spielt.

Die Lanolin-Fabrik Marttnikenfelde hat sich seit mehr alS einc.m Mrzehnt bestrebt, die Vorteile deS Lanoliue Jung und Alt zugänglich zu machen, indem sie ihr weltbekanntes

Lanolin-Toilette-Cream-Lanolin

und neuerdings ihre schnell zur allgemeinen Beliebtheit gelangte Lanolinseise mit dem Pseilring geschaffen hat. 8

Beide Fabrikate sind zu bekannten billigen Preisen in allen Apotheken und Drogerien erhältlich; ihre Echtheit wird durch die allgemein bekannte Marke PfeUring verbürgt. w

Es starben an:

Masern Diarrhöe Blutarmut Schwindsucht Bronchitis Alkoholismus Magengeschwür Bruchschaden Leberentartung Gehirnentzündung Verunglückung Totschlags

Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«.

Fernsprecher Nr. 51.

Rr. 234 Drittes Blatt

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Summa: 13 (6) 11 (6)

im Sortiment nach einem Mosellicd gefragt wird und Alle c"' d°ß --us einem -in Volkslied geworden ist, wie solche der Rhein unzählige hat. Für 1OO Flaschen Wein d.e °,n anderer trmkt, läßt sich das Volk seine Weisen nicht aufzwingen, am allerwenigsten, wenn ihm diese in solchen Massen geboten werden. Die alte Rhein-Lorelei schließt flta "Vir* Fingen" usw. Die Mosel muß für diesmal schließenDas hat mit ihrem über- produktivem Singen Frau Musika gethan".

___________ E. Ch.

gestellt worden war. Was sollte aber aus den anderen werden, die auch hoffnungsfroh ihren Weinkeller zur Aktion geräumt hatten? Druckerschwärze sollte ihr Heil­serum werden, reichlich floß denn auch diese, die Unsterb- .lichkeit garantierende Salbe. Aber nicht allein das Preis­gedicht wurde vertont, Mosellieder anderer Poeten schossen hervor, um sofort nach ihrer Geburt in artige Weisen gebracht zu werden. Ein Mosellied wollten -die Trarbacher Kasinoherren haben und 55 einstimmige, 7 zweistimmige und 28 mehrstimmige wurden ihnen von den deutschen Komponistengedruckt" zu Füßen ge­legt. Und die Ungedruckten:Wer zählt die Völker, nennt die Namen"?

Heber 50 Tonkünstler haben sich bei den Gedruckten beteiligt, darunter recht achtungswerte Herren, die in der musikalischen Welt einen guten Namen haben. Die meisten begnügten sich mit einer Verherrlichung der Mosel, zu zwei und drei verstiegen sich eine ganz kleine Anzahl, aber ein besonders glühender Verehrer hat es bis heute (jedoch ich will nicht vorpreisen) auf 25 gebracht, ohne daß für ihn Preis Batterie auch nur einmal Viktoria schoß. Die fn$Hn-^Cn ^güsse sind in den meisten Fällen nur einmal ÄT*' ?ur süns T-xt- sind b-z. viermal, fünfmal, sechsmal und schließlich sicbenzehnmal besungen worden. m .. ®erMnu" aDe diese Mosellieder nachsingen soll, das weiß wohl niemand, einige wissen aber schon, wie gute Ladenhüter sie verlegt haben. Diele toiffen, wie festen '

die Mosel kein Volkslied bekam.

des Deutschln Ä'rfir,bcnroir dem Fachblatt flott ^ingewkrfene F-^Ln "das "trnV'leine, erschöpfend zeigt, wie die Ueberp?°duk'tt°n^aÜck","m musikalischen Leben sich fühlbar «acht ""

In dem Moselstädtchen Trarbach war im ^«br, irqr schwere lokalpatriotische Beklemmung und das mit R-cht, wird doch der nachbarliche Rhein schon seit alten Zeiten tn allen V-rSmaßen und Tonarten überreichlich b, sungen, während die eigene liebliche Mosel fticfmütt,rii* behandelt daneben steht. Das Trarbacher Kasino konnte diesen Mißstand nicht länger mit ansehen, Hochweiser Rat wurde gepflogen und bald konnte manHeureka" rufen. Schleunigst wurden alle Poeten Deutschlands zum Wettbewerb aufgefordert, selbst die Ge- und Verlegeuheits- dichter nicht ausgeschlossen; dem Sieger im Wettbewerb um die schönste Dichtung eines Mosel liebes aber winkte eine schwere Batterie Gelbgesiegelter.

Bald hatte die herrliche Mosel ihr Preis-Lied, »un fehlte ja nur noch die Melodei. Auch hierzu war der Aufruf nicht vergebens erschallt, winkte doch wie den musi- Mchen Großen und Kleinen ein schöner, feuchter Preis. ,7.nu* einer konnte sich das köstliche Preis-Naß holen, der sein Moselblümchen kalt stellen, der nicht selbst kalk'

Vermischtes.

* Geheime Künste. Eine Vorstellung in Ausbrecher- sTmJi ?!? H*rr Harry Rudini im Konferenzsaale des Polizeipräsidiums in Berlin zahlreichen Beamten der Knmlnalpolizei. Der Künstler ließ sich, nachdem er sich Muer Kleidung bis auf die Beinkleider entledigt hatte, von Beamten das Schließzeug, das bei der Kriminalpolizei in ist, regelrecht anlegen. Die Beine wurden ihm « «Vff«»/ die Arme fünfmal doppelt auf dem Rücken ge- seffelt, Daumenschrauben angesetzt und die Finger geschloffen. Ueber den Mund legte man ihm ein Tuch, das ihn hin- derte, mit dem Munde zu arbeiten; dann deckte man ihn örofcn Laken zu. Nach etwa 6 Minuten gab tihmf#1'? se n man die Hülle abnchmen

alIcr Ft^ln ledig da und legte mit ver.

Kd^en KUt6 Schließzeug auf den Tisch, alle« 9e°tb,"ct. unb, unbeschädigt. In Amerika hat der Mnstler e» fertig gebracht, aus einem verfchloffenen Raume, *h»m.er 0efcffeI wurde, zu entweichen, ohne Apparat und ohne sich oder den Fesseln und Schlösser» einen -schaden zu thun. 11

< pr*sr^a ?r U m fa « 9 r e i d) ft Stahlgußstück auf ber Pariser Welt-Ausstellung, 15 Meter üom mit cinm Gesamtgewicht von 80 000 Ärlogramm, ist ^der i größten Passagierdampfers der Welt, der ÄEika 9^/^^ unter der Flagge der Hamburg- ° ^ean zwischen der alten und der neuen btLn8' gewaltige, von den Skoda werken l ausgestellte Schaustück ist in dem Heft XVI. I

nnt ,,Saäercc2BeIt%u§fteIIun9 in Wort und Bild", Verlag I erzählt öon Kirchhoff u. Co., Berlin (a Heft 40 Pf.) in einem ' ' teäni?rf^ und dient so zur Illustration

tk ? Fortschritte, dre Riesenmassen toten Materials Me 9115 Gegenstück bringt dasselbe Heft

?ie ^run9 eines von der Firma Siemens und Halske in r- - - -- -

nach Paris gesandten Bühnen- Beluchtungs-Regulators, der es dem Beleuch­tungsinspektor des Theaters ermöglicht, mit einfachen Handgriffen wie ein geübter Virtuose, die wunderbarsten warben- und Lichtsymphonieen auf der Szene hervor­zuzaubern. Beide Zeugnisse technischer Leistungsfähigkeit sind auf der Pariser Weltausstellung mit dem Grand Prix ausgezeichnet worden.

* Vom Jubiläum des Grünberger Wein­baues berichtet dasNiederschl. Tgbl.:Von allen deutschen Weinen hat bekanntlich der Grünberger m Schlesien den Ruhm, d e r s a u e r st e zu sein, ein Ruhm, der ihm allerdings vor einigen Jahren durch den Born st e r" streitig gemacht worden ist. Man erinnert Nch, daß der inzwischen verstorbene bekannte Abgeordnete von Unruhe-Bomst dem Fürsten Bismarck eine Probe seines Selbstgebauten anzubieten wagte, wobei er den Humor batte, femem Posener Gewächs den NamenLacrimae ISetri beizulegen, denn, sagte er, wer davon trinkt, gebet bin und weinet bitterlich. Die Grünberger müssen nun bon rfrent Kraut eine bessere Meinung haben, als die übrigen weintrinkenden Deutschen, denn sie haben, wie bereits ge­meldet, den Mut, am 6. und 7. Oktober er. das 750-

| jährige Jubelfest des Grünberger Wein- 1 baues zu begehen. Glanzpunkt der Feier soll ein histo- rstcher Festzug werden, worüber folgendes verlautet: Ge­führt von zwei Herolden zu Pferde und eröffnet von einem berittenen und kostümierten Musikkorps wird zunächst die Gründung des Weinbaues um 1150 in einer größeren Gruppe altslavischer Einwohner und Flüchtlinge aus Flan­dern, die den Rebstock hier anpflanzten, vorgeführt. Herzog Heinrich IX. von Glogau, der eifrige Förderer des Grün- berger Weinbaues um 1325, erscheint inmitten feiner yteiftgen. Weitere Darstellungen des Bürgertums der nach­folgenden Jahrhunderte leiten zu der Zeit des 30 jährigen Krieges über. Ein Trupp Kürassiere des Regiments reitet gewappnet zum Streite, schwedisches Kriegsvolk nut Bagage und Marketendern zieht vorüber. Wiederum Herolde, darauf im vierspännigen Reifewagen nut Spitzenreiter und eskortiert von einem Zug Zieten- rmfaren stattet Friedrich der Große der Stadt Grünberg seinen ersten Besuch ab. Preußische Grenadiere unter Führ­ung eines Leutnants und der hohe Rat der Stadt erinnern an die Uebergabe der Schlüssel Grünbergs an den König ©ine neue Gruppe zeigt die Erhebung der Schlesier in den Befreiungskriegen. In bunten Bildern zieht die neue Zeit vorüber, bis fröhlicher Hörnerklang den Zug des -1t. Bacchus» und seiner Getreuen einführt. Der heitere Wein-

15 Meter hoch I gott, von seinen Getreuen umgeben, fährt auf hohem Fest- """"" *" 1 wagen. Ein langer Zug Winzer und Wirtinnen in

buntem Reigen geleitet ihn. Gewerbe und Vereine, unter­brochen von künstlerisch ausgestatteten Festtvagen, Müßen sich an. So verspricht der gesamte Festzug in seiner 'arb^uprachtigen Zusammensetzung großen Erfolg".

Ein Romvn aus dem Leben. Aus Paris « - ' berVoss. Ztg.": Eine Familientragödie, deren thatige und leidende Helden Deutsche sind, ffpielte sich Ende vergangener Woche hier ab. Paul B., der Sohn eines reichen wurttembergischen Kaufmanns, der hier in einem ^ourmissionshause des Rue du Sentier-Stadtviertels thätig t .'f?erte H! Gesellschaft einiger Genossen seinen 29. Ge­burtstag. Nach reichlicher Abendmahlzeit begab sich die gange Gesellschaft tn eine Bierkneipe mit weiblicher Be­dienung auf dem Boulevard de la Billette. Jeder der jungen Leute freundete sich mit einer der Kellnerinnen an Paul B. wartete auf das Erscheinen einer in dem Votal unter dem Spitznamenla Glu" (die Kleberin) be­kannten Deutschen, deren ausgelassene Lustigkeit ihm all­seitig gerühmt worden war. Die Kleberin trat auch als- bald ein und während die ganze Gesellschaft <fte mit einem Hallohgebrull begrüßte, erkannte der Württemberger in seiue Schwester! Er überhäufte die cklnglückliche mit Schmähungen und zog in feiner Wut einen Revolver aus der Tasche, aus dem er auf sie feuerte. Die Kugel traf sie, sie fiel und wurde tätlich verwundet ins Tenon- krankenhaus geschafft. Paul B., der sofort verhaftet wurde teilte dem Polizeikommissar die Beweggründe feiner That mit. Seine Schwester Johanna, die um sechs Jahre jünger war als er, hatte, zwanzig Jahre alt, (in Begleitung eines Handlungsgehilfen ihres Vaters das Elternhaus verlassen Ihr Verführer brachte sie nach Paris, wo $r sie nach kurzer Zeit verliest Sie bat ihre Eltern brieflich um Verzeihung und erzählte, wie elend es ihr ging. Der Vater antwortete nur ein einziges Mal, um ihr anzuzeigen, daß

Zlllrralur.

von ÜoTb e unb ° Ko h «eb Publikation bringt bas On-berh-lt

Hast aus bM AK-r'a »7 P-ri°d- feincS L-b-ns, aus feinet

nicht ohne Julie gerichtet hat, und die den

eX als unglücklichen Dichter von seiner sympathischesten

U a macbt - und zärtlich liebenden Gatten und Vater zeigen,

auf biemÄ&* s Qn^Snbau m einer feinfühligen kritischen Studie den diesem AnNa? 3)r,4tUn2en %Ibert Roffhacks aufmerksam Außer »Is be'Segebenen Proben enthält das Heft an belletristischen

birhtp nnn c!!°r^ Von Elisabeth Landmann trefflich verdeutschte Ke

" 2ulia A. Daudet, eine Novelle von Maria JanitschekOlympier" rhlnT6 Erzichlung von S. Baring Gould:Die beiden HammettS"

Oskar Wilda). Eine illustrierte Biographie und eine ^ettfchnftenschau schließen daS reichhaltige Heft, das mit dem Bilde uara Tschudi's, radiert von Johann Lindner, geschmückt ist, ab.

Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen.

39. Woche vom 23. bis 29. September 1900.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 24 800, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitszifferl: 27,2 60/00, nach Abzug der Ortsfremden 14,670/«.

Kinder Zusammen: Erwachsene: im vom

ihre Mutter aus Kummer gestorben war, und um sie zu verfluchen. Von den Ihrigen verlassen, sank die Unglück­liche immer tiefer. Jahrelang erfuhr ihre Familie nichts von ihr und ihrem Lebenswandel, bis in der Bierkneipe das tragische Wiedersehen zwischen ihr und ihrem Bruder stattfand.

_________________ 150. Jahrgana

erscheint täglich A . ~ -------------Z2. 2 A

mit Ausnahme deS M

SKontag«. ~ A .

s Kreßener AnzergerW

Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den I

fvlgmden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. 1 y 11/ |T |T I w || A /V Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen deS In« und Auslande»

Abbestellungen spätestens abends vorher. V 4 Uv -V W'-B' 4 l i l U. V V- ne^men Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.

0 Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20'Pfg.

Amts- und Anzeigeblatt ffir den Ureis Greffen.

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