Ausgabe 
6.7.1900 Zweites Blatt
 
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Die dort angepflanzten. Mutterbäume werden dagegen mit- Zezählt.

Hunde in Lokalen. Unsere Leser seien darauf auf­merksam gemacht, daß das Mitnehmen von Hunden in Wirtschaften durch Lokal Reglement verboten ist. Wie wir hören, sind in letzter Zeit dieserhalb verschiedentlich Anzeigen erstattet worden.

-g- BadNauheim, 4. Juli. ImHotel Kaiserhof" ver­einigte sich heute die amerikanische Kolonie zur Feier des Unabhängigkeitssestes. Der große Saal des Hotels war Prächtig mit deutschen und amerikanischen Fahnen dekoriert, und von 1 bis 6 Uhr nachmittags spielte die ge­samte Kapelle der Bockenheimer Husaren. Der Feier präsi­dierte der Amerikaner Mr. Rüssel. Ausfallend und ab­weichend gegen die Feier früherer Jahre war, daß diesmal der erste Toast nicht dem amerikanischen Volke, sondern dem deutschen Kaiser galt, dessen schneidiges Vorgehen in der chinesischen Angelegenheit den Amerikanern sehr imponiert.

)( Grünberg, 4. Juli. Anläßlich! der gestern und heute hier tagenden 5 6. Hauptversammlung des hessischen Hauptvereins der Gustav-Adolf- Stiftung hatte unser gastliches Städtchen ein herrliches Festgewand angelegt. Galt es doch, den aus allen Teilen unseres Landes zu erwartenden Gästen ein herzliches Will­kommen zu bereiten. Bereits gestern mit den Mittagszügen trafen die Delegierten der verschiedenen Zweigvereine ein, um an der um 5 Uhr im Gasthoftzum Hirsch-" beginnenden Vertreterversammlung teilzuneymen. Seitens des Ver­waltungrates waren Prälat Dr. Habicht und Professor T r ü m p e r t, und als Vertreter der Kirchenbehörde Öber-- konsistorialpräsident Buchner erschienen. Auch die Nach- barverbände Wiesbaden, Frankfurt, Kassel, Baden und hatten Vertreter entsandt. Nach den Vorschlägen des Ver­waltungsrates wurde der zur Verfügung stehende Betrag von 30 650 Mark in folgender Weise verwendet: Dem Zen­tralvorstand werden 6000 Mart überwiesen; zur Schulden­tilgung an die fünf hessischen Gemeinden Bürgel, Gerns­heim, Hirschhorn, Heppenheim und Weisenau werden 2500 Mark bewilligt. Die 24 hessischen Gustav-Adolf-Ge­meinden erhalten Subventionen im Gesamt-Be- trage von 17 500 Mark; an nichthessische Gemeinden ge­langen 4650 Mark zur Auszahlung. Für den Empfang der Zweigvereins-Kollekten von 1900 werden die Ge­meinden Bürgel, Fürth und Gonsenheim zur Wahl empfohlen. Abends vereinigten sich die Festteilnehmer in der neben dem Gasthofzum Hirsche aufgeschlagenen Festhalle zu einem Bankett. Den Reigen der Ansprachen eröffnete Kärchenrat P u l l m a n n von hier, indem er den erschienenen Festgästen, insbesondere den Mitgliedern des Verwaltungsrats ein herzliches Willkommen entbot. Für die freundliche Aufnahme dankte Prälat D. Habichtdurch einen Toast auf die Feststadt. Eine mit feinem Humor durchwürzte Rede hielt Kirchenrat N e y aus Landau; der Vertreter des Frankfurter Vereins, Pfarrer C o r e v o n, gedachte in zündenden Worten unserer bedrängten Stammesbrüder in Südafrika und in China, gleichzeitig auch auf das erschütternde Brandunglüch in New York hinweisend. Sehr verdient um das Ge­lingen der Vorfeier machten sich der Musikverein, der Ge­sangverein und der Kirchenchor, deren treffliche Vorträge rnit großem Beifall ausgenommen wurden. Der heutige Hauptfesttag, der noch viele Festbesucher aus der Umgegend brachste, wurde durchs feierliches Glockengeläuts und durch Choralmelodien, die der Musikverein vom Turme er­schallen ließ, eingeleitet. Um 9 einhalb Uhr bewegten sich die Festteilnehmer vom neuen Schulhaufe aus nach dem festliche geschmückten Gotteshause. Nachdem der hiesige erste Geistliche den Altardienst versehen hatte, hielt Pfarrer Vogt aus Mainz eine von hoher Begeisterung getragene Begeisterung weckende Gustav-Adolf-Predigt, an die sich die Verlesung des Jahresberichsts durch den Sekretär des Verwaltungsrates, Professors T r ü m p e r t - Darmstadt, schloß. Es hielten sodann Ansprachen die Herren: Prälat Dr. Habicht als Vorsitzender des Landesvereins, Präsi­dent des Oberkonsistoriums Buchner als Vertreter der Kirchenregierung, Kirchenrat Ney aus Landau, Pfarrer Sieverns aus Ladenburg (Baden), Dekan Korndörfer ans Gladenbach, Pfarrer C o r e v o n aus Frankfurt a. M. und Pfarrer Fritsch aus Fechenheim, die die Grüße und Wünsche der von ihnen vertretenen Brudervereine zum Ausdruck brachten. Wesentlich, erhöht wurde die kirchliche Feier durch die Mitwirkung des Musikvereins und des Kxrchenchors, denen auch Prälat Dr. Habicht den ge- brchrenden Dank aussprach- An dem umj 2 Uhr beginnen­den Festessen imHirsch" beteiligten sich etwa 100 Per- onen; den Trinkspruch, auf den Großherzog brachte Prä- « Habicht aus. Wie das Essen so nahm auch! die ^achwrer unter Ansprachen des Professors T r ü m p e r t, des Prälaten Dr. Habicht, des Pfarrers C e r k - Essen- St?1&en Vorträgen des Musikvereins und des ge­mischten Chores einen schönen und würdigen Verlaus.

y Löhrbach, 4. Juli. Auch die hiesige Gemeinde hat nun bte o eldbereinigung beschlossen. Da hier schon E Grundbuch mit Parzellenvermessung ist und dadurch viele Wege in der Feldgemarkung vorhanden sind, so werden

/osten der Feldbereinigung nicht sehr hoch stellen. -Kohrbach ist auch die erste Gemeinde im AmtSgerichlsbezirk Büdingen « der em neues Grundbuch nach den Bestimm- ungen des bürgerlichen Gesetzbuches angelegt wird.

V Rohrbach, 4. Juli. Am Sonntag fand hier der Deleglertentag des Bezirkskriegerverbandes Büdingen statt. Bis auf einen Verein waren sämtliche Bezirksvereine vertreten. Der Vorsitzende, Kammerdirektor Korell-Büdingen, eröffnete die Verhandlungen und gedachte zunächst des schmerzlichen Verlustes, den die Kriegerkamerad­schaftHassia" durch den Tod des Prinzen Wilhelm erlitten habe, zu dessen Gedächtnis die Anwesenden sich von r'hren Sitzen erhoben. Sodann wurde in die Verhandlungen eingetreten, die Rechnung wurde vorgetragen und geprüft: darnach wurde zur Neuwahl des Vorstandes geschritten. Der seitherige Vorstand wurde durch Zuruf wieder gewählt, als Stellvertreter des Vorsitzenden für den verstorbenen Kameraden Sperzel-Büdingen Postmeister Roh dies- Mdmgen. Als Ort für den nächsten Bezirkstag wurde uvonhausen bestimmt. Mit einem Hoch auf Kaiser und

Großherzog wurde nach Erledigung der Tagesordnung der Bezirkstag geschloffen.

V Stockheim, 4. Juli. In hiesiger Gemeinde wurde seither am 16. Juli ein Hagelfeiertag gefeiert zum Andenken an den 1830 an diesem Tage über die hiesige Gegend niedergegangenen Hagelschlag. Nach den Berichten der Ortschronik muß es ein furchtbares Unwetter gewesen sein; denn nicht nur die Früchte des Feldes wurden gänzlich vernichtet, sondern auch an Wohnungen und Stallungen wurde großer Schaden angerichtet. Früher wurde dieser Tag in der Gemeinde als ein strenger Bußtag gefeiert. Mit der Zeit aber verlor er den Charakter als Bußtag mehr und mehr. Die stete Zunahme der Gemeinde und der starke Verkehr, der durch den Ort geht, führten im Laufe der Zeit manche Unznträglichkeiten bei der Feier dieses Tages herbei. Deshalb beschlossen Kirchenvorstand und Gemeindevertretung mit Zustimmung des Ober -Kow sistoriums, diesen Feiertag als lokalen Feiertag auf­zuheben und ihn an dem Sonntag zu feiern, der dem 16. Juli am nächsten liegt, sodaß also durch die Hagel­tagspredigt, die nun alljährlich an diesem Sonntag gehalten werden muß, das Andenken an diese schwere Heimsuchung in der Gemeinde wachgehalten wird.

Alsfeld, 4. Juli. Gestern nachmittag verunglückte der Arbeiter Johs. Schneider von hier, der an der per Lokomobile getriebenen, zum Schneiden von Brennholz, Brennholz u. s. w. dienenden Kreisjäge der Firma Georg Steinberger beschäftigt war. Schneider wollte, indem er sich bückte, einen Schluck Wasser trinken, wobei ein Fuß der Kreissäge zu nirhe kam, die dem Bedauernswerten alle fünf Zehen des Fußes äbschnitt. Der Verletzte wurde in das Hospital verbracht. (Oberh. Ztg.)

Darmstadt, 4. Juli. Der Großherzog empfing heute u. a.: den Geh. Oberbergrat Dr. Lepsius, Dr. Wachen- seld von Bad Nauheim, den Oberlehrer Lampas vom Gymnasium in Friedberg, den Fürsten und Rheingrasen Otto zu Salm-Horstmar, den Erbgrafen Otto zu Solms-Laubach, den Grafen Schlitz, gen. v. Görtz, Präsident der Ersten Kammer drr Stände, und eine Depu­tation der Ersten Kammer, bestehend aus dem Fürsten Karl zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, dem Erbgrafen Otto zu SolmS-Laubach, dem Wirkl. Ge- heimrat Oberkonsistorialpräfidenten i. P. Dr. Gold mann und dem Oberlandesgerichtspräsidenten Knorr.

Mainz, 3. Juli. Bon einigen Gießener Korporationen ist heute denMainzer Reuest. Rachr." folgende Berich­tigung angegangen:

An der Festfahrt am 26. Juni haben überhaupt nur Mit­glieder von zwei der vier auf der Gutenbergfeier offiziell ver- rretenea Verbindungen, nämlich 14 Wingolfiten und 2 Hasso- Rhenanen teilgenommen, für deren tadelloses Verhalten neben anderen hochangesehenen Mainzer Herren Herr Ober- büröermeister Dr. Gaßner selbst sein Zeugnis «nzuführen gütigst gestattet hat. Speziell auf dem Dampfer .Gutenberg", auf dem die ärgsten Ausschreitungen vorkamen, war nur der Präses des Wingolf" als offizieller Vertreter der Gießener Studentenschaft anwesend."

Wingolf. Apelphla. Hasso Rheuania. Blümchen.

Wegen der in dem zitierten Artikel derMainzer Reuest. Nachr." enthaltenen beleidigenden Angriffe auf die betreffenden Studenten Verbindungen, bezw. deren Mit­glieder, werden dieselben, wie wir von zuverlässiger Seite hören, gerichtliche Schritte einleiten.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Wie uns ein bei der Dortmunder Union-Brauerei an­gestellter, geborener Gießener mitteilt, hatte die genannte Brauerei auf telegraphische Anweisung für die nach China bestimmten SchiffeFrankfurt" undWittekind" 700 Faß Bier zu liefern. Ein griechischer Offizier ist aus längere Zeit dem Pionier-Bataillon Nr. 11 in Mainz zugeteilt worden. Er nimmt dort den Rang eines Leutnants ein, während er in Griechenland schon avanciert war. Dem Waldhüter Engelhard, der seinerzeit das Rekontre mit den Wilddieben in dem Ob er-Olm er Walde hatte, wobei einer erschoffen wurde, ist am Sonntagnachmittag abermals mit Wildschützen zusammen geraten. Engelhard ging durch den Wald, als er einen Wildschützen von fern sah; da dieser davonlies, schickte er seine beiden Hunde nach, die aber der Wilddieb an sich herankommen ließ und erschoß. Der Wilddieb selbst entkam nach Ober-Olm zu. Die Hunde hatten einen Wert von 600 Mk. Zu dem vom 14. bis 16. Juli in Dillenburg stattfindenden Lahnthal-Sänger- bundesfeste find weit über 300 Anmeldungen auswärtiger Sänger erfolgt und nur für 200 hat das Wohnungskomitee Unterkunft in Privatquartieren besorgen können. Das Fest- Komitee hat sich deshalb entschlossen, für die noch nicht Untergebrachten 1.50 Mk. pro Mann zu vergüten. Pfarrer Dr. Müller, der früher als geprüfter Philologe und Historiker am Mainzer Gymnasium und später am Progymnasium in Seligenstadt thätig war, hat auf feine jetzige Stelle in Kostheim verzichtet und wird in Die­burg die alte Thätigkeit wieder aufnehmen. Eine De­putation der Beamten der städtischen Bauämter und des städtischen GaS- und Wasserwerks zu Worms überreichten am Sonntag ihrem früheren Chef, dem Großh. Baurat Fischer zu Bad-Nauheim, im Kreise seiner Familie eine nach dem Entwurf des Hochbaumeisters Ebcrlein in Worms in künstlerischer Weise ausgeführte Adresse mit einem Album der Photographien von 40 seiner seitherigen Beamten. Nach den Mitteilungen der Mitglieder der De­putation wird der UeBertritt des Baurats Fischer, aufl dem Dienste der Stadt Worms in den Großh. Staatsdienst von seinen seitherigen Beamten lebhaft bedauert, obgleich diese ehrenvolle Berufung als eine außergewöhnliche Genug- thuung unb Würdigung der Leistungen des Paurats Fischer mit Freude anerkannt wird.

Vermischtes.

* Ein Wilderer-Renkontre mit tätlichem äusgang. Wie schon gemeldet, fand am frühesten

Morgen des vergangenen Sonntags im Walde bei Hohen-- schäftlarii in Bayern ein Renkontre zwisck)en einem L and - g e r i ch t s r a t au S München und zwei Wilderern statt, wobei der eine Wilderer durch einen Kugelschuß g e ' tötet wurde, lieber diese Affaire teilt dieAllgem. Ztg." folgende Details mit: In einem Thalkessel liegend, um­rahmt von Tannenwäldern, befindet sich das Filialdorf Neufahrn, in drei Viertelstunden in westlicher Richtung von der Bahnstation Hohenschäftlarn der Jsarthalbahn aus erreichbar. Ein großer Wälderkornplex zwischen Neufahrn und dem Starnberger See bietet den Besitzern und Jagd­berechtigten Heilmann u. Littmaun ein ausgiebiges Feld, zahlreiche Jagdfreunde und Giäftc zu fröhlicher Waid- mannslust zu versammeln. Ebensosehr bieten aber auch diese Wälder mit ihrem Wildreichtum insbesondere an Rehen einen großen Anziehungspunkt für ungebetene Jagdgäste, für Wilderer. Unter den Jagdgästen, die am letzten Sonntag in frühester Morgenstunde dem Waidwerke in den bezeichneten Waldungen oblagen, befand sich auch der Rat am Königl. Landgerichte München I, Maximilian Riedl. Kurz vor halb 5 Uhr morgens, als eben Riedl eine Lichtung betrat, stellten sich ihm, durch einen starken Tannenbaum gedeckt, zwei Wilderer entgegen, die aber im gleichen Augenblick vor des Jägers drohendem Rohre un- verfolgt die Flucht ergriffen. Der einsame Jäger pürschte weiter und gelangte kurz nach einviertel 6 Uhr an einen Kahlhieb gegen die Starnberger Lichtseite zu, als im glei­chen Momente die beiden Wilderer, die ihn allem Anschein nach verfolgt hatten und wovon der eine einen Ruck­sack zur Aufnahme der Bente trug, während der andere mit einem Gewehre bewaffnet war, dem Jäger in Sch u ß b e r e i t scha f t e n t g e g e n t r a t e n. Rat Riedl rief in leicht denkbarer Erregung dem schußbereiten Wilderer einGewehr weg" zu, worauf letzterer fein Gewehr an d i e Backe schlug in diesem Moment aber krachte schon der Schuß des ohne Deckung dastehenden Rates Riedl und der Jagdfrevler sank lautlos zu Boden, von Her Kugel zu Tode getroffen, während fein Begleiter eiligst im Dickicht des Waldes ver­schwand. Rat Riedl erstattete sofort von dem Vorgefallenen Anzeige bei der Gendarmeriestation .Hohenschäftlarn, die die Leiche in das Feuerhaus zu Neufahrn verbringen ließ und in dem Getöteten einen gewissen Schillinger agnos­zierte. Nach eingezogenen Erkundigungen war der 42 Jahre alte Verstorbene in kinderloser Ehe verheiratet, Wirt und Unterhändler in Regensburg, wo er zuletzt wegen großer Betrügereien mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt kam, dann Erdarbeiter und Pflasterer in München. Der Schuß ging dem Schillinger in den linken Arm, dann dem Knochen entlang in die linke Brustseite. Der Tod war so­fort eingetreten. Noch Sonntagnachmittag fand durch eine, gerichtlütze Kommission die Jnaugeusck)einnahme unb die Sektion oes Verstorbenen statt, wobei Rat Riedl bis zum 6nbe zugegen war. Nach den bisher gepflogenen Erheb­ungen handelte Rat Riedl in durchaus berechtigter Not­wehr, da Schillinger in der ganzen Umgebung als ge­fürchteter m nd gewerbsmäßiger Wilderer bekannt ist uttfr ihm eine eventuelle Gewaltthat auch zuzutrauen war. Dem entkommenen Wilderer, der allem Anschein nach die erlegte Beute nur wegzuschaffen hatte, ist die Polizei des Westend­viertels Münchens bereits in der Peisson eines Kollegen des Getöteten auf der Spur. Die Gegend zwischen Wolf­ratshausen und dem Starnberger See ist seit Jahren das Jagdgebiet vieler gefährlicher Wilderer, die fast alle ihren Wohnsitz in München haben.

Seine Reiseerlebnisse im Jnverbuschland in Kamerun schildert der Missionar Fr. Autenrieth in seinem soeben er­schienenen Buche. Darin entwirft er nach derUmschau" (Verlag von H. Bechhold in Frankfurt a. M.) u. a. fol­gende drollige Schilderung von der Nachtruhe in einer stickigen Negerhütte:Die erste Viertelstunde ist noch alles ruh g, aber dann geht das nächtliche Konzert los. Zuerst springt einem eine Ratte auf die Brust und turnt da herum, um zu versuchen, ob der zahme Europäer sich das gefallen läßt. Man steckt eine Kerze an, bewaffnet sich mit einem PrüZel und haut draus, sobald eine Ratte in die Nähe kommt. Durch das Licht und die Prügelei erwachen nun auch die Eidechsen, die in der Hütte logieren, und bald springt eine in ihrer Angst mit ihrem kalten Leib einem Übers Gesicht. Mittlerweile dringen einem auch die be* kannten feinen Flötentöne ans Ohr. Es sind Moskitos. Nun wirds recht. Man schlägt und klappt, daß es eine Art hat, bis man in Schweiß gebadet ist, und vor Er­schöpfung nicht mehr weiter kann. Man sucht sich im Freien zu erholen; aber sehr häufig begegnete mir dabei, daß ich in einen Schwarm Wanderameisen hineingeriet, und das ist noch schlimmer." Mitten zwischen allerlei Entbehrungen, ja Gefangennahme, die der stets unbewaffnet unter die Neger tretende Missionar erduldet, wird er einmal in einem Dorfe Ngab durch das Uebermaß von Gastfreundschaft fast erdrückt. Er soll Yams, Pisang, Kolokasien, Pfefferbrühe, Elefanten-, Leoparden-, Affenfleisch in Unmengen verzehren. Man suchte ihm und seinen Begleitern beizubringen:daß unser dibum (---- Bauch) so groß werden müsse, daß jeder­mann im Küstenland darüber staune, und nach dem Dorfe frage, das uns diesen dibum mitgegeben habe. Dadurch würde Ngab einen großen Namen bekommen." Als Auten­rieth in einem anderen Dorf ein Missionshaus erbauen möchte, befiehlt Häuptling Dschebe durch dreimaliges Aus­trommeln seitens des Ortsbüttel:Morgen früh hat sämt- üches Weibervolk zum Erdetragen dazustehen." Die Frauen erschienen aber nicht, und so veranlaßte der Missionar die Männer zur Erdarbeit. Plötzlich bringt Geschrei vom Dorfe her.Erschrocken spitzen die Männer die Ohren und riefen:-, unsere Weiber!" Im selben Augenblicke packte meine sprunggewandte Männerschar auf und stob auseinander. Selbst Dschebe setzte gestreckten Laufs über Hecken, Steinhaufen und Dornen." Der Missionar findet ihn schließlich in einer Hütte versteckt wieder und er­halt die Aufklärung,daß Erdetragen eine Arbeit der Weiber sei, und ein Mann dürfe nie eine Arbeit thun, die den Weibern gehöre, sonst würden diese wütend und traktierten sie unter Umständen mit Steinwürfen." Dschebe schließt seine Auseinandersetzung:Sieh, Vater, der Wille unserer Weiber übertrifft uns Männer au Stärke; gegen sie kann