Ausgabe 
6.6.1900 Erstes Blatt
 
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Karben fcen guten Eindruck, den es gemacht hat, als Präsi­dent Krüger Pretoria verließ und die beiden Führer Louis Botha und Lukas Mayer Reden an die Bevölkerung hielten, worin sie aufforderten, den Krieg weiter fortzuführen.

New-Hark, 5. Juni. Der Senator Mason brachte im Senat eine neue Tagesordnung ein, worin er die Hoffnung ausspricht, daß England den beiden Buren-Republiken ihre Unabhängigkeit bewahren werde. (Diese Tagesordnung wird wahrscheinlich nicht angenommen werden. D. Red.)

Deutsches Keich.

Berlin, 4. Juni. Nach demReichsanz." hat der Kaiser im hiesigen Königlichen Schlosse den neu ernann-, ten außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Mi­nister der Vereinigten Staaten von Mexiko, General Rin- cin Gallardo in Audienz empfangen und das Abbe­rufungsschreiben seines Vorgängers und sein Beglaubi­gungsschreiben von ihm entgegengenommen. Der Audienzj wohnte der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Graf v. Bülow bei. Unmittelbar nach der Audienz wurde der Gesandte von der Kaiserin empfangen. Der Kaiser hörte dann die Vorträge des Chefs des Militär-Kabinetts v. Hahnke und des Kriegsministers v. Goßler.

Die Schulkonferenz beginnt am nächsten Donnerstag. Redendem Abgeordneten van der Borght sollen der Abg. Dr. Kropatscheck, Dr. Lange, Prof Paul Güßfeldt und Geheimrat Hintzpeter geladen worden sein. Die Konferenz wird von dem Kaiser eröffnet werden.

Rechtsanwalt Dr. Vielhaben, Mitglied der deutsch-sozialen Reformpartei, Vertreter des Wahlkreises Rinteln-Hofgeismar, hat dem Präsidenten des Reichstages mitgeteilt, daß er sein Mandat aus Geschäftsrücksichten niederlege.

.Nach demBerliner Tageblatt wird die Parade über die Berliner Garnison in diesem Jahre überhaupt nicht stattfinden.

Zwei neue Orden sind die Rote Adler- Orden-Medaille und die Kr on en - O r d en-M e-i d a i l l e, die, wie gemeldet, den Unteroffizieren des ersten Garde-Regiments bei der Großjährigkeit des Kronprinzen verliehen worden sind. Rach derPost" hat die Rote Adler-Orden-Medaille die Größe eines Einmarkstückes und ist aus Silber gefertigt. Sie zeigt auf der Vorderseite den Roten Adler-Orden, auf der Rückseite ein W. Sie ist ferner mit einer offenen Königskrone geziert und wird getragen am Bande des Roten Adler-Ordens (weißes Band mit an den Seiten orangefarbenen Streifen). Dis Kronen-Orden-Medaille dagegen ist vergoldet und hat eben­falls die Größe eines Einmarkstückes. Auf der Vorder­seite zeigt sie den Kronenorden, auf der Rückseite ein W. R. Die Medaille trägt oberhalb die offene Königskrone und wird an dem kornblumenblauen Bande des Königlichen Kronenordens getragen.

DerPost" wird von offiziöser Stelle die Nachricht von einem Proteste der Vereinigten Staaten und Englands gegen das vom Reichstag beschlossene Fleischbeschaugesetz bestätigt.

Zahlreiche Erkrankungen, jedoch unbedenk­licher Art sind bei dem Füsilierbataillon des Kaiser Alexander-Regiments vorgekommen. Bon Frei­tag Morgen bis Freitag Abend um! 8 Uhr trat bei 71 Mann leichtes Erbrechen, Durchfall und Kopsweh auf. Die Er­krankungen sind jetzt bereits im Abnehmen begriffen. Ge­genwärtig liegen noch HO Mann krank darnieder, von denen ungefähr 20 erheblicher erkrankt und dem Garnison- Lazarett zugeführt worden sind. Am schlimmsten betroffen wurden die 9. und 40. Kompagnie, bei denen Fälle zu verzeichnen waren, wo die Leute bis zu 41 Grad Fieber hatten.

Die Reichspariei wird am 6. Juni unter dem Vorsitz des Abg. v. Kardorff zusammentreten, um zur 2. Lesung der Flottenvorlage im Plenum des Reichstages Stel­lung zu nehmen und zugleich die Deckungsfrage zu besprechen. Die Sozialdemokraten haben ihre Frak- tionssitzung am 6. Juni unmittelbar nach der Plenarsitzung anberaumt.

Nach einer Mitteilung des Bundes der In-» dustriellen benachtigte der Staatssekretär des Aeußeren den Ausschuß für Errichtung von Reichshandels­stellen, er habe auf ein entsprechendes Gesuch des Aus­landes zu berichten, und werde die eingehenden Berichte dem Ausschüsse zur Kenntnis bringen. Ferner ordnete Staatssekretär Graf Bülow den Legitimationsrat Pul in den von dem Bunde der Jndusttiellen gebildeten Aus­schuß ab.

Koblenz, 4. Juni. Die deutsche Kolonialgesell- fchaft beschloß, eine Geschichte der deutschen Kolonialge­sellschaft vorzubereiten. Ein Antrag von Metz betr. die Ausfuhr von Eingeborenen aus den deutschen Kolonieen zum Zwecke der Ausstellung wurde angenommen. Ein An­trag von Metz auf Besserung der Besiedelung von Deutsch- Ostafrika wurde als verfrüht dem Ausschüsse zur Weiter­beratung übergeben. Ein Antrag von Metz betr. den bal­digen Bau von Eisenbahnen im Interesse der wirtschaftlichen Erschließung unserer mittelafrikanischen Kolonieen wurde angenommen. Der Präsident Herzog Johann von Mecklen- burg schloß hierauf die Versammlung.

Ausland.

London, 4. Juni. Die Polizei verhaftete 17 Mit- glreder des bekannten Copthallklubs. Die Ursache ist noch unbekannt.

Die heutigen Morgenblätter veröffentlichen den Bericht des Verwalters des amerikanischen Hilfskomitees für die Opfer der Hungersnot und der Pest in Indien. Dieser Bericht stellt fest, daß 6 Millionen Ein­wohner von der Regierung Beköstigung erhalten haben. Die Cholera und die Pocken fordern ungeheuere Opfer. In vier Tagen kamen in Godhra 3000, in Dehad 2500 Personen um. Der Schmutz auf den Straßen ist unglaublich.

Aus Shanghai wird berichtet: Ein Telegrrmm aus Tientsin meldet, daß die Boxer neues Unheil ver­

ursachten, indem sie vier belgische Ingenieure töteten, als diese im Begriff waren, aus Pao-Ting-Fu nach Tientsin zu flüchten. Ein Privattelegramm aus Peking berichtet, daß der Missionar Stevenson der englischen protestantischen Mission von Yen-Sing von den Boxern angegriffen worden ist, und daß ein anderes Mitglied der Mission verschwunden ist. Das franzö­sische Konsulat erhielt die Nachricht, daß am Donnerstag früh dreißig Ausländer, darunter sechs Frauen und ein Kind, welche sich in Booten auf der Flucht von Paotingfu nach Tientsin befanden, von mehr als 700 mit Flinten und Speeren bewaffneten Boxers angegriffen und vier da­von getötet, sowie mehrere verwundet wurden. Ueber das Schicksal der Ueberlebenden ist nichts bekannt. Das britische KriegsschiffCenturion" und das italienische Kriegs­schiffCalabria" sind vor Taku eingetroffen. Der Kreuzer Kaiserin Augusta" ist am 1. Juni in Taku eingetroffen.

Ein Amtsbericht des belgischenGesandten in Peking beschuldigt formell die chinesischenBehörden der Mitschuld an den Unruhen. Die Hauptstation der belgischen Eisenbahn wurde in Gegenwart von 1200 chinesischen Soldaten eingeäschert, die keine Hand zur Rettung rührten. Der Gesandte fordert sofortige militärische Be­setzung der Eisenbahn. Die belgischen Missionshäuser be­finden sich in größter Gefahr.

Brüssel, 2. Juni. Das hiesige Kriegsgericht verurteilte den Sergeanten Jaspers, der der offenen Revolte an­geklagt war, zu zwei Jahren Gefängnis. Jaspers hatte in der Trunkenheit einem Offizier den Gehorsam verweigert und von seiner Schußwaffe Gebrauch gemacht, ohne jemand zu verletzen.

Das BlattSoir" kündigt an, daß es in den nächsten Tagen eine Serie Artikel über den Spionagen­dienst, den Deutschland und Frankreich in Brüffel noch immer unterhalten, veröffentlichen werde. Das Blatt hofft, daß durch diese Veröffentlichungen die belgische Regierung Schritte unternehmen werde, um die beiden Regierungen zu veranlassen, ihre Spionagebureaus in Brüffel aufzuheben.

Die Vermählung des Prinzen Albert von Belgien mit der Herzogin Elisabeth in Bayern wird in München stattfinden.

Paris, 4. Juni. Nach längerer heftiger Debatte nahm der Senat mit 238 gegen 40 Stimmen die Amnestie­vorlage an. Der Senat beschloß sodann mit 178 gegen 41 Stimmen den öffentlichen Anschlag der Rede Waldeck- Rousseaus.

Rom, 4. Juni. Die Parlamentswahlen sind in ganz Italien ruhig verlaufen. Bisher sind 398 Wahl­resultate bekannt; gewählt wurden 301 Constitutionelle, darunter 66 Anhänger der verfaffungstreuen Opposition, ferner 25 Radikale und 53 Republikaner und Sozialisten. 19 Stichwahlen sind bisher erforderlich. Bemerkenswert ist die Wiederwahl Crispi's und die Niederlage Colombo'S, ferner die Wiederwahl von fünf Ministern und zwei Unter­staatssekretären.

Wien, 4. Juni. Dem Ministerpräsidenten v. Koerber soll es gelungen sein, zum Zwecke der Isolierung der Tschechen eine starke Ordnungsmajorität zu bilden. Die Tschechen sollen mürbe gemacht werden durch ver­längerte Abendfitzungen, in denen die erste Lesung des Bud­getprovisoriums durchberaten werden soll. Wenn das Bud­getprovisorium durchgebracht wird, wird die Regierung bis zum Herbst keine Gewaltmaßregeln in Anwendung bringen und auch keine Versuche mit einschneidenden Experimenten machen.

Pilse», 4. Juni. Hier wurden 3 Studenten der PragerArminia" vom Polizeikommandanten ange­halten und aufgefordert, die Kouleur abzunehmen. Als die Studenten diesem Befehl nicht nachkamen, wurden sie für verhaftet erklärt und auf die Polizeiwache ge­bracht. Einem Polizisten, der einen der Studenten beim Arme ergreifen wollte, erklärte der Student, er lasse fich nicht wie ein Verbrecher durch die Straßen führen, er folge freiwillig. Aus der Wachstube wurde den Verhafteten erklärt, deutsche Farben zu tragen sei in Pilsen ver­boten; im Wiederholungsfälle würden fie verhaftet werden. Die Studenten mußten auf der Wache bleiben, bis Hüte herbeigeschafft waren. Deutscherseits will man gegen dieses ungerechtfertigte Einschreiten der Polizei protestieren, weil das angeführte Verbot in Wirklichkeit nicht existiert und czechische Studenten anstandslos in czechischer Kouleur Pilsen besuchen dürfen._____________________________________________

Aus Stadt und Land.

(Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte», werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)

Gießen, 5. Juni 1900.

* * Pfingsten ist nun vorüber. Diesmal war's ein wahres Hochfest des Frühlings, überall Frühlingszauber und Frühlingsduft, blauer Himmel, lachende Sonne, fröh­liche Herzen, schmunzelnde Wirte, schwitzende Radler usw. Prangend in Schönheit und Farbenpracht war der Schmuck des Waldes und der Flur, ein köstlicher Rahmen für die Feier des Pfingstfestes. Nicht mehr ahnungsvoll knospender Frühling, sondern verheißungsvoll blühender Sommer, wallendes Kornfeld, nicht sprossende Saat. Das Wetter meinte es beinahe zu gut. Zu keiner Zeit des Jahres sind die Wettererwartungen so hochgespannt wie zu Pfingsten. In den AusdrückenOsterspaziergang" undP fing st­au sflug" tritt schon der Unterschied in der Art der Feier des hohen Festes klar hervor: Zu Ostern ein erster vor­sichtiger Gang auf ein paar Stündchen, zu Pfingsten eine mehrtägige Streife durch die Wälder, durch die Auen. Die Pfingsttage haben mehr Stunden als sonst ein Tag im Jahr, d. h. mehr Tagesstunden. Sie fangen schon morgens 4 Uhr an. Die Nächte hatten diesmal die normale Tages­wärme, die Tage aber brachten in den Mittagsstunden eine fast peinigende Gluthitze. Jedenfalls hat jedoch das Fest

die frohen Erwartungen Tausender aufs beste erfüllt und vielfach übertroffen.

* Bou der Universität. Am letzten Samstag unter­nahm eine Gesellschaft von 20 Geologie- und Mineraloaie- Studierenden der hiesigen Universität unter Leitung des Professors Dr. R. Brauns eine auf acht Tage berechnete wissenschaftliche Exkursion nach Luxemburg und der Eifel.

1. Preis. Der auf dem Gebiete des Volks- und Kunstgesanges mehrfach ausgezeichnete hiesigeBauer'sche Gesangverein" errang bei dem gestrigen Wettstreit in Weisenau bei scharfer Konkurrenz in Klaffe n mit 414 Punkten den 1. Preis, bestehend in 300 Mk. bar.

Personalnachrichte». Dem Major von Worgitzky, Bataillons-Kommandeur im Grenadier-Regiment König Fn'ed- rich Wilhelm IV. (1. PommerscheS) Nr. 2, seither kom­mandiert als Adjutant zur Großherzoglichen (25.) Division, wurde das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Der RegierungSaffeffor Hein- rich Gebhardt in Gießen wurde mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Polizei-Inspektors bei dem Polizei­amt Darmstadt beauftragt. Zu SteuerkommiffariatSgehilfen wurden ernannt am 23. Mai Christian Stof ft zu Wörr­stadt, Wilhelm Scheer zu Lauterbach und Ludwig Wil- Helm Beiling zu Wörrstadt sämtlich mit Wirkung vom 1. Juni l. I. an.

* * Postbeamtenlaufbahn. Aus Postbeamtenkreisen wird uns unter Bezugnahme auf die Notiz in Nr. 127 unseres Blattes unterDeutsches Reich" geschrieben: Da die Neu­ordnung der Personalverhältniffe bei der Reichspostverwaltung erst seit dem 1. Januar 1900 besteht, und zum Eintritt in den mittleren Dienst das vollendete 17. Lebensjahr (früher das 16.) vorgeschrieben ist, können auf den höheren Schulen geeignete Bewerber kaum vorhanden sein. Die Mindestanforderung in schulwiffenschaftlicher Beziehung (Reife für die Untersekunda einer Vollanstalt, bezw. Ver­setzung in die erste Klaffe einer Realschule) läßt sich mit der erhöhten Altersgrenze nicht vereinbaren. Bei An­nahme dieses Bildungsgrades wird ein Durchschnittsschüler im Alter von 1415 Jahren stehen; er muß demnach noch 23 Jahre warten. Im Alter von 17 Jahren werden Schüler höherer Lehranstalten meistens vorziehen, die Maturitätsprüfung abzulegen und die Universität zu be» suchen. Der für Postanwärter scheinbar verlockenden Aus­sicht,mindestens ein Jahr weniger die Schulbank zu drücken", steht nämlich die Forderung gegenüber, fich min­destens ein Jahr länger vorzubereiten, als bei anderen Behörden, und fich während dieser vierjährigen BorbereitungS- zeit auf eigene Kosten in den verschiedensten Orten zu unter­halten. Der Andrang zur Poft und Telegraphie findet gegenwärtig von den höheren Töchterschulen aus statt; den Beamtinnen winkt der Vorzug, bald und gut bezahlt zu werden.

() M ü n z e n b e r g, 4. Juni. In unserem zu Her jetzigen Jahreszeit doppelt schönen Ort findet am nächsten Sonntag um halb 5 Uhr nachmittag ein großes Kirchen­konzert bei freiem Eintritt statt. Das Programm weist in geschickter Abwechselung gemischte Chöre, Soli, Duette; und Terzette für Frauenstimmen und Tenor, sowie Vor­träge für Violine und Orgel auf. Mancher Leser dürfte uns vielleicht für diesen Hinweis dankbar sein und am nächsten Sonntag Münzenberg zuin Ziel seiner Wanderung machen.

Darmstadt, 4. Juni. In derDarmst. Ztg." finden, wir folgende Auslassung des Obersthofmarschalls v. Westerweller:

Ihre Königlichen Hoheiten der G r o ß h e r z o g und» die Großherzogin haben nach der schweren Heim­suchung,-die von Gottes Vorsehung beschieden war, Be­weise aufrichtiger Teilnahme aus allen Kreisen des Landes erhalten und darin ein erhebendes Gefühl des Trostes empfunden, sodaß es der Allerhöchste dringendes Wunsch ist, dafür allen den herzlichsten Dank auszu­sprechen."

Weiter veröffentlicht dasselbe Blatt ein vom Geh^ Med.-Rat Prof. Dr. Löhlein unterzeichnetes Bulletin/ demzufolge der Großherzogin Kräftezustand und Stimmung recht befriedigend sind. Der Ablauf der ersten, Woche zeigte keinerlei Störung.

D a r m st a d t, 5. Juni. Die Herzogin und die Prinzessin Beatrice von Sachsen-Coburg und Gotha sind Samstag abend zum Besuche auf Schloß Wolfsgarten eingetroffen. Der Stadtbaumeister von. Darmstadt, Baurat Stephan Braden, ist heute nacht nach langem, schweren Leiden gestorben. Eine größere, Zahl Studierender der hiesigen Technischen Hoch­schule ist gestern unter Begleitung von Professoren dieser Lehranstalt nach Paris zum Besuche der Weltaus­stellung abgereist.

8. Darmstadt, 4. Juni. Am ersten Feiertag Mittag machten fich Einbrecher, die mit den Verhältnissen ziem­lich vertraut sein müssen, den Umstand zu Nutzen, daß das herrliche Pfingstwetter alle Welt zu Ausflügen gelockt hatte, brachen mit Nachschlüffeln, Dietrichen rc. in die Wohnungen einer Anzahl hiesiger Geschäftsleute ein und plünderten durch Erbrechen der Pulte, Sekretäre rc. die vorhandenen Geldvorräte, Schmucksachen, Wertpapiere u. Bei einem Metzgermeister in der Kahlertstraße machten sie eine Beute von 600 Mk. Bargeld, auch nahmen die Diebe Lose und sonstige Wertpapiere mit. Auch bei den anderen Einbrüchen, von denen bis jetzt einer bei einem Bäcker­meister O. in der Heinrichstraße, Metzgermeister Sch., Karl- ftraße und Bäckermeister M. in der Viktoriastraße bekannt sind, erbeuteten sie nicht unbeträchtliche Summen. Die Diebstähle müffen alle in der Zeit von 3 bis 8 Uhr passiert fein. Den Spitzbuben kam die Abwesenheit der Dienstboten sehr zu statten. Man ist den Dieben auf der Spur und hat schon gestern abend einen Verdächtigen festgenommen. Jedenfalls ist es eine Mahnung, bei den jetzigen hübschen Sonntagen die Wohnungen nicht ganz ohne Aufsicht zu lasten. Während der Pfingstfeiertage hielten die deutschen Großlogen hier eine Hauptloge ab. Eine große Anzahl Weißbinder und Tüncher hatten sich hier