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6.1.1900 Erstes Blatt
 
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Abs. 4 des VolkSschulgesetzcS bewilligte Funktionszulage bei Bestimmung der Pension insoweit in Anrechnung gebracht, als dieselbe den Betrag von 500 Mk. nicht übersteigt. DaS Gesetz soll mit dem 1. April 1900 in Wirksamkeit treten.

** Die Herstellung der Postkarten für 1900 wird von der Reichsdruckerei in verstärktem Maß fortgesetzt. Als der Sturm auf die Postämter wegen der Karte begann, erhielt die Neichsdruckerei die Weisung, den Druck der Karte zu beschleunigen. Doch ist es nicht möglich, mehr als eine halbe Million täglich herzustellen. Als am Anfang Dezember die Ausgabe der Karte beschlossen wurde, konnte die Reichs­druckerei die Lieferung von höchstens 5 Millionen Stück bis zum 20. Dezember, dem Tage, wo die Verteilung an die Oberpostdirektionen beginnen mußte, zusagen. Diese sind auch geliefert und verteilt worden. Inzwischen mag etwa dieselbe Menge nachgedruckt worden sein, sodaß bei Anfang des Jahres etwa 10 Millionen Stück der Postkarte für 1900 dem Publikum zur Verfügung stehen. Mit dem Druck der Karten wird solange fortgefahren werden, bis der Markt vollständig gesättigt ist; man rechnet euf 100 Millionen.

O Nieder-Mockstadt, 3. Januar. Bei der heute hier abgehaltenen Bürgermeisterwahl wurde kein Resultat erzielt, da keiner der Kandidaten die Mehrzahl der 141 ab­gegebenen Stimmen erhielt. Es hat darum demnächst Stich­wahl stattzusinden zwischen dem Rechner des Markwaldes Mickel, der 50 und dem Gemeinderat Kaufmann, der 58 Stimmen erhielt. Der dritte Kandidat Emmel erhielt 33 Stimmen.

Kastel, 3. Januar. Um die ausgeschriebene Stelle eines Oberbürgermeisters von Kassel sind dem Vernehmen nach bereits eine Anzahl Bewerbungen eingelaufen; auch mehrere namhafte Juristen haben sich gemeldet.

Eine Engländerin über den Krieg.

Vorgestern gaben wir zwei Briefe von Buren wieder. Heute geht uns ein Brief von einer in der Kapkolonie lebenden Engländerin an die Witwe eines englischen Geist­lichen aus Süd-Afrika zu, dessen auf den Krieg bezüglichen Teil wir in Uebersetzung abdrucken, um auch einmal die Stimmung der in Afrika lebenden Engländern vorzuführen.

Claremont, den 4. Dezember 1899.

Der einzige, alles andere in den Hintergrund stellende Gesprächs­stoff ist der Krieg, er ist thatsäcklich ein grausamer. Aber die Ereignisse haben deutlich gezeigt, daß er früher oder später loSbrechen mußte; wäre dieser Zeitpunkt später eingetroffen, so würde der Kampf noch weit schrecklicher gewesen sein. Seit 1881 haben die Buren den Krieg vorbereitet, sie haben eine ungeheuere Menge Munition und Kriegs­material zusammengebracht und haben ausländische Offiziere kommen laffen um ihre Armee auszubilden. Das Ziel ihrer Wünsche ist, ganz Süd-Afrika vom Zambesi bis False Bay zu einer südafrikanischen Re­publik für die Afrikander zu machen. Der Freistaat hat sich Transvaal in diesem Kriege angeschloffen und sie haben alle Engländer zum Ver­lassen ihres Landes aufgefordert. Infolgedessen sind wir hier unten und alle anderen Kolonialstädte überfüllt. Die Buren sind mutig und verzweifelt, aber sie sind auch hinterlistig. Es passiert fortwährend in den stattfindenden Gefechten, daß sie die weiße Fahne hissen, um nachher die sich ihnen nähernden englischen Soldaten niederschießen zu können. Roch heute morgen laß ich in einem Bericht über das Gefecht bei Belmont, daß ein englischer Offizier einem verwundeten Buren zu trinken geben wollte. Er verschmähte den Trunk und erschoß den Offizier als dieser sich um­wandte. Ein anderer Offizier, der die Gräuelthat mit ansah, tötete den heimtückischen Buren auf der Stelle. Am Orange River sind Leute der Tape Gen. Mission, die ein sehr großes Zelt aufgeschlagen haben, wo die Soldaten lesen und ihre Briese schreiben können und wo alles mög­liche für die armen Bursche gethan wird. Sie finden dort stets neben vielem anderen eine gute Taffe Thee und belegte Brödchen und außer­dem wird auch Gottesdienst abgehalten, dem die Soldaten gerne bei­wohnen. Die Offiziere sind sehr dankbar für die Aufmerksamkeit, mit der man die Leute behandelt. In Maitland sind große Lager, wo die Truppen nach der Landung so lange verweilen, bis sie weiter ins Land befördert werden. Die Verwundeten kommen ins Lazarett von Wyn- berg, wohin ihnen Erfrischungen jeder Art, Eier, Obst und Blumen be­ständig geschickt werden. Wieviel Jammer, wieviele verlassene Witwen und Eltern wird es an diesem Weihnachtsfest geben, es wird ein Tag der Sorge und Trauer für viele sein, der Gedanke daran schmerzt tief.

Vermischtes.

* Heidelberg, 3. Januar. Der Versuch eines ständigen Dampfschiff-Verkehrs auf dem Neckar, der im ver­gangenen Jahre bekanntlich mißglückte, soll in diesem Jahre neu ausgenommen werden. Die Aktien-GesellschaftNcckar- Dampfschiffahrt" in Heilbronn hat beschlossen, ein Daimler» Personen-Motorboot für etwa 50 Personen, sowie das bereits für den Eilgüterdienst angekaufte Daimler-Schnellboot und ein Güterschiff mit Einrichtung für Personenbeförderung anzuschaffen. Ferner wird ein Eilgüterdienst von der Ge­sellschaft eingeführt.

* München, 3. Januar. Hiesige Blätter bringen sol« gcnde Bekanntmachung: Bei den in den letzten Jahren ab­gehaltenen Hofbällen hat sich ein Mißstand herausge­bildet, der an höchster Stelle unliebsam bemerkt wurde. Das Personal hoher und höchster Herrschaften wußte auf irgend eine Weise sich in den Besitz von Zutrittskarten zum Hofball zu setzen. Diese Billets gingen dann schenkungs­weise durch mehrere Hände und schließlich wurde namentlich in Damencafss ein recht lukrativer Handel mit den Karlen getrieben, wobei häufig sehr erhebliche Preise für ein Exemplar gefordert und gezahlt wurden. Die Folge war dann, daß oftHerrschaften" sehr zweifelhafter Natur beim Balle erschienen. Um dem ein für allemal vorzubeugen, haben das Oberhofmarschallamt und der Oberst­kämmererstab die Verfügung getroffen, daß von jetzt an Zutrittskarten nur noch aus Namen ausgestellt werden. Diese Bestimmung tritt mit dem Hofball 1900 in Kraft." Das läßt allerdings tief blicken, bemerkt dieFft. Ztg." dazu. Nach derMünchener Post" starb eine Arbeiterin der Noßhaarspinnerei Neusreimann an Milzbrandver- gistung.

* Lengenfeld i. Vogt!., 3. Januar. Drei junge Mädchen, welche heute früh mit der Bahn von Zwickau hier eintrafen, wurden mittags erschossen im Göltzschfluß aufgesunden. Man vermutet Selbstmord.

* Wien, 2. Januar. Die neue Hinrichtungs­methode in Oesterreich. Wie wir bereits kurz ge­meldet haben, wurde hier die zum Tode verurteilte bestia­lische Stiefmutter Juliane Hummel stranguliert, wobei eine von dem Prager Henker Wohlschläger erfundene neue Methode zur Anwendung gelangte. Anscheinend nun scheint sich diese Methode nicht bewährt zu haben, sondern im Gegenteil mit qualvollen Umständen verbunden gewesen zu sein. Es wird nämlich jetzt weiter darüber berichtet: Aerzt- liche Fachmänner stehen heute nicht an, zu erklären, daß, wenn auch die neuartige Hinrichtungsmethode des Prager Henkers den Tod schnell herbeiführe, die besondere Art der notwendigen Vorbereitungen die moralischen Leiden der Ver­urteilten sehr steigere und verlängere, sodaß die Schatten­seiten des Systems viel bedeutender seien, als seine Vorzüge. Der Deliquentin wurde ein System von Riemen um den Leib gegürtet, und zwar an den Beinen, um die Hände, die Arme und die Brust. Zu diesem Zwecke mußte die Verurteilte sich umkleiden und eine eigene Gewandung nehmen. Diese Eingurtung und Umkleidung, welche viele Minuten währte, mußte doch für die Frau, welche im Begriff war, zum Tode zu gehen, ihre seelischen Erregungen außerordent­lich und in einer sonst überflüssigen Weise verstärken. Es scheint, daß Herr Wohlschläger mit seiner Methode bisher noch nichtgearbeitet" hat; es ist dies insbesondere um dieser letzteren Konsequenzen willen aus Gründen der Hu­manität zu hoffen. Wir denken, daß diese Veröffentlichung auch hinreichen wird, den Prager Scharfrichter zu nötigen, eine Aenderung in seiner genialen Erfindung zu treffen. Beanstandet wird auch vom Publikum, daß der Henker Wohlschläger ein lautes Kommando für seine Gehilfen er­teilte, während für die in nächster Nähe Stehenden doch ein Kopfnicken genügt hätte. Im ganzen wird von den Augenzeugen der Vorgang als ein mehr als nötig Schauder und Widerwillen erregender geschildert und die Hoffnung ausgesprochen, daß keine Frau mehr hingerichtet werde. Auch der Wiener Humorist Poetzl vertritt in einem Feuilleton, das erMußte es sein?" betitelt, diese Ansicht.

* Graz, 3. Januar. Die Tragik des Todes. Hier ist der Kaufmann Heinrich Braun infolge eines Schlag­anfalles plötzlich gestorben. Kaum zwei Stunden später verschied auch seine Gattin; das Ensetzen über den jähen Tod des Mannes hatte bei der Frau einen Schlaganfall zur Folge, dem sie bald darauf erlag. Das Ehepaar hinter­läßt vierzehn Kinder.

Gingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)

Schon die ersten Zeitungsnummern des neuen Jahrhunderts melden eine Menge Unglücksfälle, die infolge des L-chteßens, Werfens von Feuerwerkskörpern und Stechens in der Neu­jahrsnacht verursacht wurden. Wmn auch wohl hier und da eine Verminderung des Neujahr-Radaus einzutreten scheint, so ist es doch immerhin noch eine sehr krankhafte Erscheinung unseres Volkslebens, daß gerade der Zeitpunkt der JahreS- oder Jahrhundertwende, der mit guten Vorsätzen begrüßt werden sollte, dazu dient, allerlei Rohr heilen, Gewaltthättgkeiten und Beleidigungen zu verüben. Was will das werdend Steht ein Teil unseres deutschen Volkes immer noch auf solch niederer Kulturstufe, daß zur Bewillkommnung eines neuen Jahres, bezw. Jahrhunderts, unschuldiges und kostbares Blut ver­gossen werden muß? Hier traf das frevelhafte Geschoß den Familien­vater und dort die Mutter; hier den braven Sohn, die einzige Stütze feiner Angehörigen, und dort die hoffnungsvolle Tochters Wrrum steht die Polizei solchem wüsten Treibm fast machtloe gegenüber? Warum kann der friedliche Bürger nicht gefahrlos sein! Straße ziehen? Ist keine Abhilfe möglich? DaS Tragen von Waffen ist verboten! Dock erkühnen sich erst der Schule ent­lassene, halbwüchsige Jungen, am Neujrhrsmorgen nicht allein mit Pistolen, sondern auch mit Revolvern zu schießen. Giebt es keine gesetzliche Bestimmung, den Handel mit Feuer­werkskörpern zu unterbinden oder wenigstens zu be­schränken? Kann man doch solche schon in kleineren Ortschaften käuflich erwerben, und dem Unfug ist dadurch Thür und Thor ge­öffnet. Zweifelhaften Firmen und Existenzen ist durch den Verkauf von FeuerwerkSköipern und schmutzigen Neujahrsgratulationskarten Gelegenheit geboten, ihre Käufer, die sich aus jungen, unerfahrenen Burschen rekrutieren, gründlich übers Ohr zu hauen. Dafür ist an Geld kein Mangel, und das besonders in der Zeit, wo bei höchsten Löhnen über mangelnden und geringen Verdienst geklagt wird. Was will das werden, w.nn die Jugend anstatt um 11 Uhr abends erst am anderen Morgen nach geheimer Ausführung verschiedenen groben Unfugs nach H-ruse zurücktehrt? Wenn man solches am grünen Holz thut, was wills am dürren werden! Hierin trifft niemand anders die Schuld, als die Läfsigkeit der Eltern, die solches Ge­bühren nicht mit der nötigen ungebrannten Asche in die richtigen Schranken verweisen und die Hand aus die gesp'ckten Geldbeutel ihrer Jungen legen. X.

Theater.

Der Kampf zwischen Bühnenleitung und Kritik scheint jetzt vielfach in großer Heftigkeit zu entbrennen. In Stettin haben die Zeitungen die Kritiken über die Theatervorstellungen ein­gestellt, weil Direktor Jacques Goldberg, unter dessen Leitung das Stadt-Theater und das Bellevue-Theater stehen, sich in schroffer Weise über die Behandlung des Opernchors durch eine der Stettiner Zeitungen, der die übrigen Blätter nur beipflichten konnten, beschwert hatte! Jetzt veröffentlichen die Redaktionen sämtlicher Stet tiner Zeitungen eine gemeinsam unterzeichnete Erklärung, in welcher sie ihre Leser von dem Entschlüsse unterrichten, die Be­sprechungen der Leistungen in den von Direktor Jacques Goldberg geleiteten beidv' Theatern so lange e i n z u st e l l e n , bis dieMaßregelung eines Blattes zurückgenommen sei. Die Leistungen des Stettiner Stadttheaters seien, wie in der gemeinsamen Erklärung einleitend bemerkt wird, in diesem Winter in sehr vielen Fällen hinter den berechtigten Anforderungen sehr erheblich zurückge- blieben, im urteilsfähigen Publikum herrsche aber darüber nur eine Stimme. Direktor Jacques Goldberg scheine aber der Meinung ju sein, daß es Pflicht der Zeitungen sei, alles und unter allen Um­ständen zu loben und er habe gewisse tadelnde Bemerkungen eines Blattes, die über den Rahmen einer ruhigen sachlichen Kritik nicht hinaus­gehen, zum Anlaß genommen, dieses Blatt in der üblichen, auch bei ihm nicht mehr ungewöhnlichen Weise zumaßregeln". Die Zeitungen haben geglaubt, daß in diesem Vorgehen ein Fall vorliege, der das gemeinsame Interesse incht nur der Zeitungen, sondern auch dasjenige der Kunst und des Publikums in hervorragendem Maße berühre, da eine Theaterkritik, über die sich ber betreffende Theater-Direktor selbst zum obersten Richter aufwirft, vollkommen wertlos sei, und haben sich deshalb, nachdem die Bemühungen zu einer gütlichen Austragung der Angelegenheit erfolglos geblieben waren, zu einem einheitlichen Verfahren gezwungen gesehen.

Wie Stettin, so hat auch Ratibor seinen Theaterkrieg. Zwischen den dortigen Blättern und dem Theaterdirektor Knappe, der die Leistungen seiner Bühne zu hart beurteilt findet, ist ein Krieg ausgebrochen, der jetzt sogar in großen Plakaten auf den Anschlagsäulen geführt wird.

Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießen

62. Woche. Vom 24. bis 31. Dezember 1899.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500 (tntf. 1600 Mann MMä') SterblichkeitSziffer: 57,27, nach Abzug der Ortsfremden 38,18 Voo Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene:

1.

im

Lebensjahr:

vom 2,-lb.Jah

Altersschwäche

4

4

Influenz,

1

1

Lungenschwindsucht

4 (2)

4 (2)

Lungenentzündung

3

2

1

Dtphthrrttts

1 (1)

1 (1)

KrebS

1 11)

1 (1)

Gehtrnschlagfluß

1

1

Gehirnerweichung

1 (1)

1 (1)

Herzleiden

2 (1)

2 (1)

UnterleibSentzunbung 1

1

Eingeklemmtem Bruch 1 (1)

1 (1)

Atrophie

1

1

Sttmmritzenkrampf

1

1

Lrbensschwäche

4 (3)

4 (3)

Unbekannte Krankh.

1

1

Summa: 27 (10) 19 (6; 7 (3) 1 (1)

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geven an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Wetterbericht. Das Depressions-Gebiet hat seinen Einfluß nunmehr über den ganzen Kontinent ausgedehnt. Zentren niederen Druckes lagen heute übet dem südlichen Teile der Nordsee, sowie an ber Weichselmünbung. Das Maximum im Sübosten verliert fortgesetzt an Intensität. Dagegen ist über ben britischen Inseln sowie über Rorb- Skanbinavien ber Luftbruck roieber in starkem Steigen. Auf unserem Gebiete ist bas Wetter vorwiegenb trüb ober nebelig, jeboch zunächst noch mild. Gestern und nachts sind in Süddeutschland meistenorts Niederschläge gefallen.

Voraussichtliche Witterung: Unbeständiges, kälteres Wetter mit zeitweisen Niederschlägen.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

n. Friedberg, 2. Januar. Die A k t i e n z u ck e r f a b r i k W e i t e r a u" zahlt auch in der kommenden Kampagne, 1900/01, an diejenigen Aktionäre, welche Bezahlung auf Grund des Zucker­gehaltes wünschen, 70 Pfg. für den Netto,Centner Rüben bet einem Gehalt von 12 Proz. Zucker. Bet höherem Zuckergehalt wird für jedes weitere VioProz. 1 Pfg. mehr bezahlt, bet geringerem für jedes Vio Proz. weniger 1 Pfg. in Abz rg gebracht. Die Rüben können aber auch zu festem Preise geliefert werden. Die Fabrik zahlt in diesem Fall 90 Pfg. für den Netto-Cenlner Kaufrüben; doch müssen diese mindestens 12,5 Proz Zuckergehalt haben. Bet geringerem wird ein besonderer Preis vereinbart. Für jeden Centner der nach dem 15. November gelieferten Raufrüben werden 10 Pfg. mehr bezahlt. Ferner verabfolgt die Fabrik an jeden ihrer Lieferanten 40 Proz> Schnitzel vom Rübengewicht.

Frankfurter Börse vom 4. Januar.

"Wechsel auf New-York zu 4,21-22.

Prämien auf Kredit per ult. Januar 2.00%, do. per ult. Februar 3.40%, Diskonto Kommandit per ult. Jan. 1.60%, do. per. ult. Februar 2.80%, Lombarden per ult. Jan. 0.70 /0, do. per ult. Febr. 0,00%.

Notierungen: Kreditaktien 235.80-285.60, Disk.-Kom­mandit 192.20-191.80, Staatsbahn 134.70, Gotthard 143.00-142.70, Lomb. 28.80-00 00, Ungar. Goldrente 97.50, Italiener 93 50, 3proz. Mexikaner 25.80, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.19, Privat-Diskont 5%%.

1% bis 2% Uhr: Kredit 232.60-231.60-232,10, Diskonto 191.80- 191.10-30, Staatsbahn 000.00, Lombarden 28 80, Bochumer 260.39- 158.60.

Gestern abend bis 6% Uhr sollten 3proz. Portugiesen 23.30 B. 20 G. ult 23.20 bz. cmpt. notiert sein.

Das Bankhaus E. Calmann in Hamburg bringt seinen altbekannten Kalender für Besitzer von Wertpapieren für 1900 zur Aus­gabe, worauf wir unsere Leser Hinweisen. Dieses p:akttsche wesentlich erweiterte Handbuch enthält die VerlosungSpläne und Ziehungsdaten aller Prämieu-Anleihen, die in Deutschland gehandelt werden, ferner genaue Angaben ber Auslosungen von Renten, Pfandbriefn, Etsen- bahnprtoritäten rc. rc. Eine besondere Annehmlichkeit des Kalenders ist die mit großer Sorgfalt ausgearbeitete Uebersicht über di: Papiere, die gegen Kursverlust versichert werden müssen. Auch sonst enthält das Buch viele wissenswerte Notizen, Kursangaben ?c rc. für Besitzer von Wertpapieren. Der Kalender wird jedem von'obtgem Bankhause aus Wunsch gratis und kostenfrei übersandt.

Verlosungen. (Ohne Gewähr.)

Meininger 4proz. Prämien-Anleihe. Ziehung vom 2. Januar. Auszahlung am 2. Februar. Hauptpreise: 240000 Mk. auf Reihe 1830 Nr. 7, 30000 Mk. auf Reihe 3945 Nr. 3 jc 3000 Mk., auf Reihe 1284 Nr. 12, Reihe 2660 Nr. 10 Reihe 3129 Nr. 12.

Braunschweiger 80 Thalcr-Lose. Ziehung vorn 2. Jan. Auszahlung am 31. März. Hauptpreise: 45 000 Mk. auf Reihe 9798 Nr. 16, 12 000 Mk. auf Reihe 746 Nr. 42, 6300 Mk. auf Reihe 2340 Nr. 17, 3750 Mk. auf Reihe 5711 Nr. 49; je 300 Mk. auf Reihe 987 Nr. 15, Reihe 2232 Nr. 23, Reihe 2875 Nr. 19, Reihe 3147 Nr. 20, Reihe 4760 Nr. 50, Reihe 6072 Nr. 4, Reihe 6076 Nr. 35, Reihe 7244 Nr. 46, Reihe 8397 Nr. 33, Reihe 9045 Nr. 5; je 240 Mk. auf Reihe 518 Nr. 48, Reihe 1284 Nr. 13, Reihe 1317 Nr. 40, Reihe 2219 Nr. 29, Reihe 9045 Nr. 40, Reihe 9798 Nr. 45.

Zahlungseinstellungen.

Konkurseröffnungen: Prägeanstaltsbesitzer Friede Aug. Brand, Bärenstein (Annaberg); Landwirt Harry Putze, Niedertrebra (Apolda); Bauunternehmer Alb. Firlus, Beuthen, 0.-8.; Nachlass des Fuhr­werksbesitzers August Hilse, Bolkenhain; Kaufmann Eugen Dürlk, Bromberg; Kaufmann Emil Löwenstein, Danzig; Lederhändler Karl Herrn. Andrick, Dresden; Kaufmann Wilh. S trott Jan., Düsseldorf; offene Handelsges. Gebr. Kossack, Görlitz; Tischler Heinrich Sad- lowsky und Wilh. Thiele, Hannover; Spezereihändler Job. Küstner, Heilbronn; Konditor Alexander Silber, Kruschwitz (Inowrazlaw); Schneider Karl Heinr. Ficker, Klingenthal; Fabrikbesitzer Friedrich Eduard Hartmann, Langenhennersdorf (Königstein); Sonnen wirt Jos. Sandel, Oedhoim (Neckarsulm); Zigarrenmacher Emil Kasack, Pase­walk; Kaufmannsfran Fanny Obermaier, Passau ; Firma Roh. Guthe, Stollberg

Aus dem Geschüstsleben.

Die Wanderer Fahrradwerke, Winklhofer u. Jaenicke A. G. in Schönau bei Chemnitz haben neuerdings die hohe Ehre, ein als Weihnachtsgeschenk für Sr. Kgl. Hoheit den Prinzen Eitel Friedrich von Preußen bestimmtesWanderer" Rad, Modell 14, liefern zu dürfen. Es ist dies bereits die vierte Maschine, aus der genannten Fabrik, deren sich Prinzen des Kaiserlichen Hauses zum eigenen Gebrauch bedienen, ein Beweis, wie sehr man auch an höchster Stelle von der Güte dieses berühmten Fabrikates überzeugt ist.