vierartiges Schauspiel „Der Probekandidat", das hier am Schlüsse der vorigen Spielzeit einmal mit großem Erfolge aufgesührt wurde, mit Herrn Balthyni als „Probekaudidat Fritz Heitmann" zur Darstellung gelangen und dürfte, wie überall, so auch hier seine Zugkraft bewähren. In Vorbereitung befindet fich das indische Märchen „Vasantasena" von Emil Pohl.
** Verhaftung. Gestern abend gegen 11 Uhr wurden die in der Umgebung der Herberge zur Heimat wohnenden Personen durch laute Hilferufe in ihrer Ruhe gestört. Ein auf der Herberge logierender Gast hatte anscheinend einen Anfall von Geistesstörung bekommen, sodaß er durch Polizei aus der Herberge entfernt und in das'Polizeigefängnis gebracht werden mußte.
*» Platzkarten. Der preußische Munster der öffentlichen Arbeiten hat angeordnet, daß beim Neudruck der Platzkarten der zurzeit unverständliche und undeutsche Aufdruck der Rückseite, wie folgt zu fassen ist: „Diese Karte berechtigt den Inhaber eines gütigen Fahrtausweises zur Benutzung des auf der Vorderseite eingetragenen Platzes. Sie ist vom Reisenden bis zur Beendigung der Fahrt auf- ruheben."
** Der Vorstand des Landeslehrer-Ver- eins hat an die Erste Kammer der Stände folgendes Gesuch gerichtet: „Die Verhandlungen der beiden Hohen Kammern der Landstände über die Gesetzesvorlage der Großh. Staatsregierung, betreffend die Gehalte der Volksschullehrer, sind bis jetzt ergebnislos verlausen, und die Hoffnung der hessischen Volksschullehrer, endlich aud)1 eine den Zeitverhältnissen entsprechende Besoldung zu erhalten, ist leider unerfüllt geblieben. Bei dem sichtlichen Bestreben aller beteiligten Faktoren aber, der Großherzogi. Staatsregierung sowohl als auch der Hohen Ersten Kammer der Landstände, sowie der Hohen Zweiten Kammer der Landstände, die Gehaltsverhältnisse der Volksschullehrer in einer Weise zu regeln, welche eine gedeihliche Weiterentwickelung unseres Volksschulwesens verbürgen, glauben wir, uns der Hoffnung hingeben zu dürfen, daß auch jetzt noch auf allen Seiten das ernste Bestreben obwaltet, die beregte Angelegenheit baldigst einem befriedigenden Abschluß entgegen zu führen; denn eine erst in der nächsten Legislaturperiode erfolgende Aufbesserung der Lehrergehalte würde für das Voltsschulwesen unseres Landes eine empfindliche Schädigung im Gefolge haben. Ganz abgesehen von dem materiellen Schaden, welchen die bis dorthin wegen Dienstunsähigkeit in den Ruhestand tretenden Lehrer, die zumeist mehr als 40 und 50 Jahre bei kleinem Gehalte ihres Amtes gewaltet haben, durch die Zumessung einer ihrem dermaligen geringen Einkommen entsprechenden kleinen Pension erleiden würden, übt nämlich die Unzufriedenheit der in der Erfüllung ihrer als berechtigt anerkannten Wünsche sich getäuscht sehenden Lehrer unter allen Umständen einen ungünstigen Einfluß aus auf die erziehliche und unterrichtliche Berufsthätigkeit derselben zum Nachteil der Heranwachsenden Jugend, während zürn anderen der weniger zahlreiche Zugang zum Volksschullehrerberuf den schon vorhandenen Lehrermangel erheblich vermehren würde, was auf Jahre hinaus der Volksschule zum Schaden gereichen müßte. Da nun nach^ Lage der Sache, wie wir belehrt werden, es in erster Linie von der Entschließung der Hohen Ersten Kammer abhängt, ob eine erneute Beratung der angezogenen Gesetzesvorlage in gegenwärtigem Landtage noch zu stände zu kommen vermag, so wagt es der allerehrerbietigst unterzeichnete Vorstand des Landes-Lehrervereins, Hoher Erster Kammer mit dem ganz ergebensten Ersuchen zu nahen: Hohe Erste Kammer der Landstände wolle geneigtest von dem ihr verfassungsmäßig zustehenden Rechte Gebrauch machen und bewirken, daß die Verhandlungen über die Gesetzesvorlage der Großh. Staatsregierung, die Gehalte der Volksschullehrer betreffend, recht bald wieder in den Hohen Kammern der Landstände ausgenommen werden möchten."
** Umzug. Wenn die Nomaden neue Weidestätten für ihre Herden nötig hatten, dann brachen sie die Hütten ab und zogen weiter. DaS geht natürlich heute nicht mehr Io einfach mit dem Weiterziehen und Hüttenabbrechen, schon aus Rücksicht auf die zu erwartende sehr energische Klage ÄeS Hausbesitzers wegen Sachbeschädigung; aber ein gewisser Nomadentrieb lebt noch heute in vielen Menschen, und an den Umzugsterminen wird das gewohnte Einerlei der Straßen durch die großen Möbelwagen in angenehmer Abwechselung belebt. Gewöhnlich gehen dem Umzuge Tage und Monate größter Aufregung voraus, wenn man nicht, wie der bekannte „Fliegende Blätter-Student", sich nur seinen Papier- kcagen und Stiefelknecht „herunterwerfen" zu lassen braucht, um auszuziehen, oder wie jener in ein kleines Nest an der russischen Grenze versetzte Leutnant regelmäßig alle Vierteljahre ein neues Heim bezieht — der Abwechselung halber. AuS diesem Gründe werden sich abec schwerlich viele Familien ben Annehmlichkeiten und den großen Kosten eines Umzuges unterwerfen; sagt doch schon das Sprichwort: „Dreimal umgezogen, so gut wie einmal abgebrannt." — Die neue Wohnung ist natürlich stets das Ideal einer solchen, ebenso -wie es die verlassene im Anfang gewesen war, aber alsbald treten auch hier Mängel zu Tage, und Sache der Hausfrau ist es dann, die Fehler der Familie nicht zu empfindlich zu machen, sondern durch Fürsorge trotzdem ein behagliches Heim zu schassen. Denn ein Umzug mit dem vorausgehenden Wohnungssuchen, Neuanschaffungen, der vielen Last und Arbeit, ist doch höchstens ein Vergnügen für die Kinder, die sich an solchen Tagen weniger beaufsichtigt wissen und überhaupt dem ungewohnten Treiben viel Geschmack abgewinnen. So stellte sich am Tage nach dem Umzug ein kaum käse. Hoher Bengel mit wichtigem Gesichtchen und einem Fußschemel unter dem einen, den Baukasten unter dem anderen Arm, vor seiner Mutter auf und erklärte einfach aber bestimmt: „Umziehen!"
•* Ein teures Lied haben an einem schönen Sommer- tage die Mitglieder eines hessischen Turnvereins gelungen. „Frisch, fromm", der Devise treu, zogen sie per Leiterwagen aus, um einem Nachbarverein das StiftungS- ftst zu verherrlichen, „fröhlich" waren sie auch und „frei"
däuchten sie sich, zu thun, was ihnen beliebte. So fuhren te denn vormittags durch eines der Nachbardörfer zu der Zeit, da Gottesdienst und Predigt die frommen Gemeindemitglieder versammelt hielt, aus echt teutonischen Kehlen nach Herzenslust singend. Doch das Unglück schreitet schnell. Dieser Tage erschienen nicht weniger als 35 Strafmandate ä 7,10 Mk. wegen Störung des evangel. Gottesdienstes in N. Innerhalb des Vereins soll augenblicklich eingehendes Studium der Polizeiverordnungen betrieben werden.
)( R ö d g e n, 3. Oktober. Während des letzten Vierteljahres wurde die hiesige Kirche einer grünblichen Renovierung unterworfen und der Gottesdienst in dem Saal der ersten Schulklasse gehalten. Am Sonntag konnte das auss schönste hergestellte Gotteshaus wieder in Gebrauch genommen und eine neue Orgel eingeweiht werden. Ein stattlicher Festzug bewegte sich unter Glockengeläute und Vorantritt der Schuljugend nach der auch äußerlich in neuem Gewand prangenden Kirche. Unter den Ehrengästen war auch Provinzialdirektor Geheimrat von Bechtold. Der Eindruck, den das Innere der Kirche besonders auf alle die machte, die sie in ihrem früheren Zustand gekannt, war ein außerordentlich günstiger; vor allem der geschmackvolle, wohl abgetönte Anstrich, die prächtige, mit zweckentsprechenden Sprüchen durchsetzte Malerei riefen allgemeine Bewunderung wach. Ein exakt und kraftvoll ausgeführter Ehor des Posaunenchors Beuern empfing die Eintretenden, worauf der Gesangverein Concordia daö Lied „Mit dem Herrn fang' alles an" in stimmungsvollster Weise zum Vortrag brachte und so unmittelbar das Anfangslied und die Liturgie vorbereitete, die von der Gemeinde unter Posaunenbegleitung gesungen wurden. Nunmehr folgte die feierliche Weihe der neuen Orgel. Diese, ein Werk der bekannten Firma Förster u. Nicolaus-Lich, ist ein Instrument von großem Wohlklang zu nennen, wie denn auch ihre ersten Darbietungen die andächtig Lauschenden in hohem Grad befriedigten und entzückten. Der Ortsgeistliche hielt die Festpredigt über denselben Text (Jeremia 7, 2. 3), über den bei der ersten Einweihung der Kirche im Jahre 1811 gepredigt worden war. Ein Kinderchor und ein trefflich gesungener Ehor des Gesangvereins Eintracht verstärkte den Eindruck der Predigt. Sichtbar erbaut verließen die Feiernden das Gotteshaus; eine Nachfeier fand nicht statt.
-sc- Alten-Buseck, 3. Oktober. Heute feierte der hiesige langjährige Gemeinde- und Kirchenrechner Heinrich Seuling I. in seltener geistiger Frische und verhältnismäßig körperlicher Rüstigkeit seinen 7 7. Geburtstag. Die Vorsteher der Gemeinde und der Kirche, Bürgermeister Körber und Pfarrer Scriba, überbrachten ihm, der eine besondere Tüchtigkeit in: seinen Aemtern allezeit an den Tag gelegt und auch schon vor Jahren die verdiente Anerkennung des Großherzogs erhalten hat, persönlich ihre Glückwünsche.
Bad-Nauheim, 3. Oktober, Der Gewinner des ersten Preises der mit der Hessischen landwirtschaftlichen Ausstellung verbundenen Lotterie, vier Pferde und ein Erntewagen, welcher bisher nicht abgeholt worden war, so daß die Pferde versteigert werden mußten, ist Hotelbesitzer Sprengel dahier, dem zirka 5000 Mk. bar ausbezahlt wurden.
Darmstadt, 3. Oktober. Eine hiesige Dame hat laut „St. P. Z." ein Kapital von 10 000 Mk. gestiftet und noch spätere Spenden in Aussicht gestellt für einen zu gründenden „katholischen Dienstmädchenverein". Zwar besteht hier schon seit einigen Jahren ein katholisches „Mädchen- Heim", das jedoch nur für solche Dienstboten bestimmt ist, die sich erstmals hier vermieten wollen oder vorübergehend ohne Stelle sind, während der neu zu gründende Verein solchen Mädchen, die hier bereits in Diensten stehen, an Sonntag Nachmittagen Unterhaltung und. Belehrung zu bieten bestimmt ist.
Darmstadt, 3. Oktober. Wie schon gemeldet wurde, wird auf die Initiative der Darmstädter Handelskammer hin der zum 14. Oktober nach Mainz einberufene hessische Handelskammertag, der ursprünglich nur den Entwurf eines neuen Handelskammergesetzes besprechen sollte, sich auch mit den Vorbereitungen zu den neuen Handelsverträgen beschäftigen. Es ist dies um so erklärlicher, als die Regierung, die vor vierzehn Tagen durch den Landwirtschaftsrat und den Bauernbund zur Genüge über die Ansichten und Wünsche der hessischen Landwirtschaft orientiert worden ist, aus den Kreisen der Industrie und des Handels bisher keine Gegenäußerung erfuhr. Der Handelskammertag, auf dem die Regierung entsprechend vertreten sein dürfte, wird, zumal die Regierung wohl gerade im Hinblick auf ihn von einer Befragung der einzelnen Handelskammern nach dem Vorgänge der preußischen und sächsischen Rcgicruvg abgesehen hat, der geeignete Ort fein, wo die berufenen Vertreter der Industrie und des Handels ihre Interessen zur Geltung bringen können. Es ist als sicher anzunehmen, daß die hessische Negierung diesen Vorstellungen ebenso geneigtes Gehör schenken wird, wie denen der Landwirte.
Mainz, 3. Oktober. Der Gedanke schulärztlicher Aufsicht verwirklicht sich nun auch hier. Medizinalrat Dr. Balser wird im Laufe des Winters die Funktionen eines Schularztes provisorisch versehen und während dieser Zeit dem Lehrerpersonal Vorträge halten, die auf dessen Mitwirkung bei den hygienischen Maßnahmen abzielen.
Wiesbaden, 3. Oktober. Bei dem jetzigen Oktoberumzug haben, wie glaubhaft versichert wird, über ^Arbeiterfamilien keine Wohnung finden können, sodaß sie ihre Hausgeräte irgendwie provisorisch unterstellen, und bei Bekannten re. Notquartier suchen mußten. Die Stadtverordneten haben kürzlich zu dem Vorschlag der sozialpolitischen Kommission des Magistrats einen Antrag auf Freigabe der fünften Stockwerke zu Wohnzwecken mit der bemerkenswerten Begründung abgelehnt, daß von der Stadt die Steigerung der Grundstückwerte nicht begünstigt werden dürfe. Nun sollte aber auch mit praktischen Maßnahmen zur Hebung der Wohnungsnot der.kleinen Leute einmal
energisch vorgegangen werden. Entsprechende Absichten scheinen bisher bei der städtischen Baudeputation nicht immer das wünschenswerte Entgegenkommen zu finden.
Vermischtes.
* Berlin, 3. Oktober. Der Fahnenjunker Meiße von der 8. Kompagnie des Eisenbahn-Regiments Nr. 3 hat sich heute früh in der Nähe des Tegeler Gefängnisses kurz vor seiner Beförderung zum Offizier erschossen. Er hinterließ einen Brief an eine junge Dame, in der er kurz mit# teilte, daß ihn das Los zu sterben getroffen habe und er daher seinem Leben ein Ende machen müsse. Man vermutet, daß es sich um ein amerikanisches Duell handelt.
* Köln, 3. Oktober. In der vergangenen Nacht gegen li/z Uhr fuhr ein von Ohligs kommender Güterzug trotz des Haltesignals einem aus dem Bahnhof Leichlingen ausfahrenden Güterzug in vieFlanke. Zwei Fahrbeamte sind unerheblich verletzt. Mehrere Güterwagen sind erheblich beschädigt. Beide Hauptgleise Köln-Elberfeld bleiben voraussichtlich bis gegen abend gesperrt. Die Züge werden über Düsseldorf bez. Hilden geleitet.
* Koblenz, 3. Oktober. Bei Andernach ertrank die Tochter des Schiffers Bell; bei Ob er wes el fiel ein Schiffsjunge aus Nieverlahnstein über Bord und ertrank. — Mit jedem Tag vermehrt sich die Zahl der TyPhuS- kranken beim 68. Regiment. Gestern wurde ein Unteroffizier und 6 Mann ins Lazarett gebracht, auch 2 Offiziere sind erkrankt. Die Nichterkrankten dürfen das Kasernement nicht verlassen; für die am 12. d. M. eintreffenden Rekruten werden besondere Baracken erbaut; die Rekruten kommen mit der alten Mannschaft nicht in Berührung.
* Rom, 3. Oktober. Wie versichert wird, gehörte daS im Vatikan gestohlene Geld nicht der Administration des apostolischen PalaiS, sondern war persönliches Eigentum des Papstes und zu einer Spende für religiöse Werkthätig- keit bestimmt. Die „Tribuna" sagt, die italienische Polizei habe im Juli 1899 dem Vatikan mitgeteilt, eS werde ein Diebstahl im Vatikan vorbereitet. Der That sind 4 bestimmte Personen verdächtig, wovon heute zwei festgenommen ftnb.________________
Kunst und Wissenschaft.
Berlin, 3. Oktober. Professor Ludwig Manzel hat sich von den Folgen des bedauerlichen Unfalls schon einigermaßen erholt. Die Wunden am Knie, die er durch Ueberfahren erlitten hat, sind zwar noch nicht gehellt, der Künstler vermag aber sich frei zu bewegen, und erschien gestern abend bereits in der Versammlung des Vereins Berliner Künstler, wo er freudig begrüßt wurde. — Zum Direktor der Berliner Singakademie ist mit großer Mehrheit Georg Schumann aus Bremen gewählt worden. — Hartlebens „Rosenmontag" übte heute tm „Deutschen Theater" nach den ersten drei Akten mit ihren geistreich aufgebauten und lebendig geschilderten Szenen aus Ofsizierskrenen eine starke Wirkung aus, die in den tragisch verklingenden Schlußakten nachließ. Ein junger Offizier von persönlichem Wert und Bewußtsein bricht zusammen, weil man, um den Offizier zu erhalten, den Menschen in ihm schwer verwundet. Eine Tragödie des Standes also, eine Osfiziers- tragödie, über deren innere tragische Notwendigkeit man schließlich Zweifel hegen konnte.________________ __
31/» % Reichsanleihe .
do
3%
3*/i % Koneols .
do
3 %
70.10
3Vg % Hessen . . .
5 n/y Italien. Rente . . 40/0 Griech. Monop.-Anl, 3 0/0 Portugiesen . . 30/0 Mexikaner . . . 4Vs % Chinesen . . .
93.85
85.85
93.80
85.65
91.40
93.60
41.90
23.61
Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . - Harpener . . . .
. 203.60 . 171.60 . 128.60 . 148.— . 143.30 . 140.70 . 139.50 . 196.— . 173.50 . 179.60
Telephonischer Kursbericht
Frankfurt, den 4. Oktober.
Tendenz: Fortgesetzt Deckongsbedürfnis, sowie bessere Newyorker und Londoner Kurse bewirkten auf allen Gebieten ein leb
haftes Geschäft bei anziehenden Preisen.
Neueste Meldungen.
Berlin, 4. Oktober. Für den Gouverneur von Deutsch-Ostafrika sollen außer dem Freiherrn von Rech en berg die Legationsräte von der Decken, sowie der bekannte Reisebegleiter des Majors von Wißmann, Dr. Bumiller in Frage kommen. General von Siebert dürfte indessen nicht durch einen Zivilbeamten, sondern durch einen hohen Militär ersetzt werden.
London, 4. Oktober. Das Resultat der bisher bekannt gewordenen Wahlergebnisse ist folgendes: Ministerielle 210, Oppositionelle 78. Die Konservativen gewannen bis jetzt 7 Sitze, die Liberalen 11. In London sind die Konservativen mit noch größerer Mehrheit wie früher wieder- gewählt worden, während in der Provinz die Liberalen dem Angriff der Konservativen gegenüber ihre Stellnng behaupten konnten.
Paris, 4. Oktober. Der „LibertS" zufolge belaufen fich die Kosten für die in letzter Zeit vorgenommenen militärischen Operationen an der marokkanischen Grenze bereits auf 25 Millionen Francs.
Rom, 4. Oktober. Der König und die Königin von Italien werden im April des nächsten Jahres die Hauplstädte Berlin, Petersburg und Wien und im Herbst Paris, Brüssel und London besuchen.
New-York, 4. Oktober. Der allgemeine Eindruck geht dahin, daß der Streik^ der Bergwerksarbeiter als fast erledigt betrachtet werden kann. Die Eisenbahngesellschaften bezw. die Bergwerksbesitzer sind entschlossen, die Forderungen der Arbeiter zu bewilligen.
Aus dem Oeschästsleben.
— Der chemischen Fabrik von Fritz Schulz jun., jetzt Fritz Schulz jun. Aktiengesellschaft, Leipzig, ist neuerdings wieder eine hohe Auszeichnung zu teil geworden, und zwar wurde dieser renommierten Firma auf der Weltausstellung zu Paris 1900 für ihre Haushaltungsartikel, alsGlobus-Putzextrakt, Globus-Putzseife, Kieselkrerde, Glanzstärke und ihre weiteren, sonst noch ausgestellten chemischen Fabrikate die Goldene Medaille zuerkannt.


