Sonntag de» & August
ErstesBlatt.
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren
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Gießener Anzeiger
General -Anzeiger
Nr 181
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Betreffend: Ankörung von Zuchtbullen Vogelsberger und Simmenthaler Rasse.
Gelegentlich des am 23. August d. I. stattfindenden Viehmarkts zu Grünberg soll zum Zwecke der Ankörung eine öffentliche Faselschau durch die Körkommission lvu„ vvll .......... .........
und zwar von 10 Uhr vormittags beginnend, abgehalten I 6 und 11 Uhr abends Gelegenheit zur Rückfahrt nach werden. Es werden nur sprungfähige Lullen Vogelsberger oder Simmenthaler Rasse berücksichtigt; sie müssen sicher gefesselt sein und dürfen vor 10 Uhr nicht aufgetrieben
Die Staatsprüfung für das höhere Lehramt fand heute ihren Abschluß. Bestanden wurde die Prüfung von: Friedrich Adami Worms, Wilhelm Büttner-Gießen, Franz Como-Hechtsheim, Wilhelm Friedrich-Darmstadt, Wilhelm Friedrich-Ober-Ramstadt, Philipp Gütlich-Rüssels- heim, Karl Klein-Holzhausen, Otto Knauß-Gießen, Gustav Köllner-Gießen, Heinrich Michel-Burgbracht, Wilhelm Noll-Gießen, Otfried Prätorius-Sprendlingen, Georg Schmahl-Worms, Franz Tschieoe-Darmstadt, Wilhelm Wagner-Darmstadt, Ludwig Weißbart-Offenbach, Karl Weitzel Alsfeld, Ferdinand Werner-Gießen, Heinrich Werner-HeideSheim.
*♦ Gießener Volksbad. Der Besuch des Bades im Monat Juli war — wie bei der zeitweise abnormen Hitze während dieses Monats kaum anders zu erwarten — ein
als im gleichen Monat des vorausgegangenen Jahres. Im Ganzen wurden abgegeben 12 508 Bäder gegen 10055 im Juni 1900 und 8695 im Juli 1899 oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 439 Bäder gegen 379 im Juni 1900 und 304 im Juli 1899. — Der Besuch im einzelnen
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hat sich verteilt wie folgt:
Schwimmbad 5821 Männer, darunter 650 zu 10 Pf.,
1771 Frauen, „ 518 M 10 „
Wannenbäder 1. Klasse 286 Männer, 120 Frauen,
„ 2. „ 1019 „ 867 „
Dampf, und Heißlustbäder, sowie Massage zusammen 102 Männer, 16 Frauen, Brausebäder zusammen 2506. Die Personenwage wurde von 280 Personen benützt, das Bad von 32 Personen besichtigt. — Der Monat Juli dsS. IS. hat somit seit Eröffnung des Bades den höchsten Gesamtbesuch aufzuweisen.
** Bet Ausflügen nach Braunfels, Wetzlar und Weilburg war den Inhabern von SonntagSkarten bisher nur um
Gratisbeilage«: Gießener Familienblattrr, Der hePsche Landwirt, Klätter für ßeUche Volkskunde.
werden.
Gießen, den 3. August 1900.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.
Aus der Sommerfrische zu Araunfels.
Von Arthur Kleinschmidt (Heidelberg).
Wie froh bin ich, Braunfels diesmal zur Ausspannung von meiner akademischen Thätigkeit gewählt zu haben, und wie danke ich dem Zufalle eines Urlaubs zu archivalischen Zwecken die Veranlassung, dahin zu gehen! Braunfels ist ein Idyll im vollsten Sinne des viel mißbrauchten Wortes, ein Aufenthalt so lieblichen und anmutenden Charakters, so naiv und so fesselnd daß man den Ausspruch des kaiserlichen Dulders Friedrichs Ill.unwillkürlich adoptiert: „Wie konnte man nur so alt werden, ohne Braunfels gesehen zu haben!" Vom Schlosse, einem der interessantesten, die es vielleicht giebt, mit seinen Bergfrieden, Sälen, Kunstschätzen u. s. w. will üfy nicht reden, das hat Pfarrer C. Allmenröder in Oberbiel bei Wetzlar, der kundigste Forscher des Solmser Landes, in Woerls Verlag gethan, und die Geschichte des Solmser Hauses zu Braunfels hat ein anderer Pfarrer, F. H. Himmelreich, in Wetzlar erscheinen lassen. Ich will nur von dem Luftkur-Aufenthalte und von den Abwechselungen einiges berichten, die mir bisher begegnet sind.
Es liegt vielfach ein Vorurteil gegen Sommer- theater vor und oft nicht mit Unrecht. Nun Braunfels hat ein Sommertheater, aber ein so originelles und so leistungsfähiges, daß jedermann befriedigt wird. Man spielt in einem Riesenzelte, das mit Segeltuch umschlossen ist, dessen einzelne Teile zurückgezogen werden können und einem somit den Blick in die wonnige Landschaft f miauen. Das Zelt ist in der uralten Lindenallee des Herrengartens ausgeschlagen und die würzige, von tausend Blüten durch- tr-änkte Luft weht um uns, Glühwürmchen fliegen hinein
und hinaus, her Mond und die Sterne grüßen und gießen ein märchenhaftes Licht über den rauschenden Park. Die Kulissen sind von einem am Wiesbadener Hoftheater vielbeschäftigten Maler von bekanntem Rufe, und einige Baume der großen Allee leisten, im Zelte stehend, selbst Kulissendienst Die Möbel entstammen zumeist dem Schlosse, dessen hohe Insassen alles erdenkliche thun, um das Theater zu heben und zu fördern. Direktor Moritz Höfler, der vom Prinzen Albrecht zu Solms-Braunfels, dem gegenwärtigen Regenten des Fürstentums, auf viele Jahre nut seiner Truppe engagiert ist,' um von Juni bis Oktober drei- bis viermal wöchentlich zu spielen, leistet ganz Vorzügliches, unterstützt von seinem Schwiegervater Franz Bergmann, der neun Jahre bei den Memingerii war und ein Charakterdarsteller von seltenem Pli genannt werden darf; Fraulein Johanna Buchner ist eine bedeutende Künstlerin, bei anderen Damen überwiegt der Liebreiz einstweilen noch die Darstellungskunst. Die Truppe ist kaum über ein nutzend Köpfe stark, aber ihr Spiel ist ebenso gewandt wie mannigfaltig, und ich freue mich jedesmal wenn ein Theaterabend kommt. Der kunstfreundliche Prmz und seme Gemahlin, eine Frau von ungewöhnlicher Weite dev Gesichts- krei es fehlen nie und beweisen durch ihre Teilnahme, daß uns nichts Schlechtes vorgeführt wird; sie haben die Welt und zahllose Theater gesehn, und diese- ihre eigenste Schöpfung, zeigt, daß sie mit Erfolg gesehen^haben. Mit dem Direktor sorgen sie sur alles. Und die- selbe Zelt umschloß am 18. Juli emen Bazar zum Zwecke des Neubaues einer Kleinkinderschule. Da waren Buden aller Art, in denen kostbare und einfache Gegenstände nützlicher und unnützer Art, wie es eben in Bazars Sitte ist, verkauft wurden, und die Damen, die sich dieser Aufgabe unter-
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und trifft in Gießen „ 928 „ ein.
Sonntagskarten haben für beide Züge, die auf allen Stationen und Haltepunkten anhalten, Giltigkeit.
*• Truppenschau. Der K aiser trifft bestimmt am 10. August in Mainz ein. Aus dem großen Sande wird eine Truppenschau stattfinden, an der außer den Truppen der Mainzer Garnison eine Anzahl auswärtiger Jnfanteric- und Kavallerie-Regimenter teilnehmen werden. Die Truppen üben schon fleißig Parademarsch; auch die sonst auf die Truppenschau bezughabenden militärischen Vorbereitungen sind flott im Gange. — Auch das Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm ist zur Truppenschau befohlen.
** Landeslotterie. Da in letzter Zeit von außerhessischen Kollekturen wiederholt an hessische Einwohner Aufforderungen zur Beteiligung an fremden Klassen-Lot- teneen gesandt worden sind, erscheint es notwendig, darauf hinzuweisen, daß nach Art. 4 des Gesetzes vom 12. Aug. 1899, die Einführung einer staatlichen Klassenlotterie betr. der in einer außerhessischen Klassenlotterie, oder m einer anderen daselbst nicht genehmigten Lotterie spielt, mit Geldstrafe bis zu 600 Mark bestraft wird. Es ist aber um fo thörichter, such der Gefahr dieser Bestrafung auszusetzen, als die hessische Lotterie allen denen, die spielen, um emen
Gießen geboten. Die Eisenbahnverwaltung hat den Wünschen des reisenden Publikums neuerdings dadurch Rechnung getragen, daß die Züge 9576a und 9569a, welche bisher nur an Werktagen verkehrten, bis auf werteres auch an den Sonn- und Feiertagen gefahren werden. Letzterer Zug wird außerdem an Sonn- und Feiertagen brS Gießen durchgesührt. Derselbe fährt ab: von Weilburg
zogen, leisteten ihren Liebesdienst mit so herzlicher Eindringlichkeit, daß der Bazar schließlich em Ausverkauf geworden war; die schönsten Blumen wurden neben Erfrischungen, die jedem Geschmack Rechnung trugen, feil- geboten, Zigeunerinnen wahrsagten jungen und alten Kerzen was sie nur hören wollten; Frau Prinzessin! Ebba, welche mindern die kleidsamste Kostüme zu dem Jeste' hatte anfertigen lassen, war überall sichtbar, anregend und anfeuernd zum Kaufe. Wir Kurgäste freuten uns um die Wette mit dem .Publikum von Braunfels und lustwandelten unter den Bäumen oder zwischen den Buden, die im Zelte und vor demselben standen. Die vortreffliche Kapelle der Marburger Jäger „Königin Margherita' spielte von 3—11 Uhr entzückende Weisen, und bengalisches Feuer nebst vielen Hunderten von Lampions durchleuchtete den von Jubel erfüllten Park. Es war eine unvergeßliche Nacht, wie das ganze Fest gelungen war. Prinz und Prinzessin waren aber auch im Verein mit dem Komitee unermüdlich seit Monaten thätig gewesen, und eine allgemeine Opferfreudigkeit kam ihnen entgegen. Was gieüt cs Schöneres für Mediatisierte, als eine Immediateingabe an wohlthätige Herzen? Das ist ein Medium, welches wirkt. Und so ertrug der Bazar die für das kleine Braunfels stattliche Summe von 2300 Mark Reingewinn mit Einschluß der oLtterie, bei der prächtige Gewinne gefallen sind. Ich schließe diese Notiz mit warmer Empfehlung des Schloßhotels, in dem man bei Herrn Wittkop brillan verpflegt und logiert ist. Möge sie viele bestimmen gleich mir nach Braunfels zu kommen und fich an den Reiz der herrlichen 9latur zu laben!
Amtlicher Heil.
Gießen, den 2. August 1900. Betr.: Die Errichtung der Fortbildungsschulen.
Die
Großh. Kreis-Schulcommisfion Gießen
ao die Schulvorstäade deS Kreises.
Wir erinnern Sie daran, daß die Schülernsten in rubr. Betreff bis Ende des Monats an uns einzusenden sind.
Wir machen Sie daraus aufmerksam, daß nach § b poß. 2 a. b. c. d. des MinisterialanSschreibens vom 13. Juli 1875 in die Listen alle schulpflichtigen Schüler einzutragen find, und bei von auswärts Eintretenden die betr. Gemeinde anzugeben ist.
Die aus Ihren Gemeinden in andere Gemeinden Übertretenden Schüler find getrennt von den anderen aufzu- sühren, und dahinter ist zu bescheinigen, daß die nötige Mitteilung an den Schulvorstand der betr. Gemeinden erfolgt ist. poa. 2 c. . , r, ,
Die Verzeichnisse find nicht, wie vereinzelt geschehen, durch die Lehrer, sondern durch die Vorsitzenden der Schulvorstände mit Begleitbericht an uns einzusenden.
Zugleich fordern wir Sie auf, etwa einlaufende Gesuche um Dispensation vom Besuche der Fortbildungsschule auch spätestens bis zum 1. September ds. Js. an und gelangen zu lassen, da wir später einlaufende Gesuche nicht berücksichtigen können.
v. Bechtold.
Gießen, den 28. Juli 1900. Betr.: Remunerierung des Polizeiauffichtspersonals. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Zur Remunerierung des Polizeiaussichtspersonals ist uns auch für das Etatsjahr 1900/1901 von Großh. Ministerium des Innern eine Summe zur Verfügung gestellt worden.
Wir sehen daher binnen 14 Tagen Ihrem Berichte entgegen, welche Polizeibediensteten Ihrer resp. Gemeinden sich durch besonders gewissenhafte Pflichterfüllung in 1899/1900 einer Belohnung würdig gezeigt haben und wollen Sie hierbei das nachstehende Schema zur Anwendung bringen.
In den Berichten ist ferner anzugeben, ob auch das antzerdienstltche Verhalten der Polizeibediensteten zu Klagen Anlaß gegeben hat oder nicht.
Diejenigen Bediensteten, welche Sie einer Belohnung nicht würdig erachten, wollen Sie uns ebenfalls unter Angabe der Gründe namhaft machen.
v. Bechtold.
„ Braunfels M Wetzlar M Dutenhofen
Gesunden : 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Vorstecknadel, 1 Kopskissenbezug, 1 Stück Kattun und 1 Peitsche.
Verloren: 1 silberne Damenuhr, 1 goldener Ring, 1 goldene Busennadel, 1 goldene Brosche und 1 goldenes Medaillon.
Gießen, den 4. August 1900.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Aus Wadt und Land.
Gießen, den 4. August 1900.
Name
Alter
Dtenst- jahre
Anzahl der pro 1899/1900 von den Polizei- bedienfteten erhobenen Anzeigen
Aeuhrrung über die Dtenstführung


