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Donnerstag den 5 April
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Erstes Blatt.
Amts- utti1 Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.
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Der Krieg in Südafrika
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Gießen, den 2. April 1900.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.
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Amtlich« Teil.
Polizei Verordnung,
Gießener Anzeiger
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Tie amtliche englische. Darstellung (des Feld- »prschallff Lord Roberts aus Bloemfontein vom Sonntag), ’twje die Wegnahme des englischen Konvois durch die Buten bestätigt, meldet folgende interessante Einzelheiten:
Oberst Broadwood hatte an Roberts berichtet, daß der 'Kind in zwei Truppeukörpern, von Norden und von Osten, aLs T habanchu heranrückte, und er sich auf die Wasserwerke, 'twlrtje 17 englische Meilen näher gegen Bloemfontein zu jWgen sind, zurückziehen wolle. Roberts erwiderte ihm, p'fei Tagesanbruch die neunte Division zu seiner Unter- Mtzumg abgehen werde. In der Nacht rückte Broadwood
dt'n Wasserwerken ab und lagerte dort. Samstag bei Dgesanbruch wurde Broadwood auf drei Seiten ange- i Wsien; er sandte seine Batterien und das Gepäck unter 'Äöecknng durch Kavallerie in der Richtung auf Bloem- ttmteiln ab. Zwei Meilen von den Wasserwerken entfernt -Mit die Straße quer über ein tiefes, trockenes Strombett, - indem sich die Buren während der Nacht so gut verborgen
• Mm, daß die englischen Spähmannschaften sie bei ihrem i Äwcikommen nicht entdeckten. Als die Gepäckwagen und
»^Kanonen diese Ueberfahrtsstelle passierten, eröffneten l dir Auren das Feuer. Viele Fahrer und Pferde wurden m: nächster Nähe erschossen. Sieben Geschütze fielen in ick Hände der Buren; der Rest der Truppe verließ die (Mein schnellster Gangart. Später fanden Späher, daß a b® Feind die Furt nicht besetzt hielt; darauf setzte der i ülhig’C Teil der Reiterei Broadwoods an dieser Stelle über »du-Flußbett und formierte sich aufs neue mit großer Aus- • bi'Eier. Auf die Nachsicht von der harten Bedrängnis des ßMrsten Broadwood befahl Roberts sofort dem General ' Mich, mit den beiden übrigen Kavalleriebrigaden zur 1 llüiin'stützung der 9. Division nachzufolgen. Um 2 Uhr , Mmittags traf die 9. Division am Schauplatz des Gefechts w Broadwoods Streitmacht bestand aus der Garde- i InrOerie, den 10. Husaren, den reitenden Batterien Q iirub ni und einem Bataillon berittener Infanterie. Tie
bei Bloemfontein zur rechten Zeit aus seiner schlimmen Lage befreit. Die vereinigten britischen Streitkräfte schritten zum Kampfe und nahmen nach einer bisher allerdings noch unbestätigten Meldung des Berichterstatters der „Daily Chronicle" dem Feinde zwei der erbeuteten Kanonen ab. Nur die Kaltblütigkeit Broadwoods verhütete eine viel schlimmere Katastrophe. Außer den Geschützen fielen den Buren 100 Wagen in die Hände, da die Kafferntreibeü sortliesen. Der Herzog von Teck befehligte die in den Hinterhalt gefallene Kolonne, blieb selbst aber unversehrt.
Von der Buren-Seite wird über neue Kämpfe bei Brandsort, der ersten größeren Bahnstation auf dem Wege von Bloemfontein nach Kroonstad, aus dem Burenlager bei Smaldeel unter dem 30. März gemeldet: Ein herßer Kampf hat zwischen Brandfort und Bloemfontein stattgefunden. Die Kommandos von Ermeloo und Wakker- strom griffen die Engländer, die etwa 7000 Mann zählten, an und schlugen sie zurück, wobei sie ihnen schwere Verluste beibrachten. Wie Verwundete, die hier in Smaldeel ein- aetroffen sind, erzählen, tobte der Kampf auf der ganzen Linie. Die Engländer gingen wiederholt vor, wurden aber zurückgeworfen. Die Buren gewannen an Terrain, das Endergebnis des Kampfes ist jedoch nicht bekannt. Die Buren verloren an Toten und Verwundeten 9 Mann. In späteren Meldungen aus Brandfort heißt es: 2000 Buren griffen 3000 Engländer mit Erfolg an; als zu den letzteren aber 13 000 Mann Verstärkungen stießen, wurden die Buren genötigt, sich zurückzuziehen; sie hatten nur- geringe Verluste.
Ueber einen Kampf südlich von Bloemfontein wird von privater Seite aus Pretoria vom 3. d. M. gemeldet, daß in einem heftigen Gefecht zwischen 3000 Buren und der Reiterdivision French es den Buren gelang, die Wasserreservoirs sowie den Schienenweg zu zerstören, worauf sie in der Richtung auf Brandfort zurückgingen.
Die Verluste der britischen Truppen bei den Gefechten in der Nähe der Bloemsonteiner Wasserwerke betragen an Offizieren 3 Tote, 3 Vermißte und 14 Verwundete.
Colvilles Division gewann am Samstagnachmittag Fühlung mit den Buren, konnte aber, da French zu spät eintraf, nicht verhindern, daß die Buren die erbeuteten Geschütze und Wagen in Sicherheit brachten. Hiernach ist es zweifellos, daß die Nachricht von der Wiedereroberung der englischen Geschütze falsch war. Der Zerstörung der Bloemsonteiner Wasserwerke ist indessen nur wenig Bedeutung beizulegen, da sie ganz neu sind, und die alten Wasserwerke Bloemfontein ausreichend versorgen. Bei Koornspruit, wo die Batterie genommen wurde (33 Kilometer Mich Bloemfontein), fanden die Engländer 80 ihrer Verwundeten.
Ueber den Stand der Burentruppen bei Kimberley wird von dort durch „Reuters Bureau" am Sonntag berichtet: 400 Buren stehen bei Boetsap, 700 bei Witrand nördlich von Klipdam und etwa 6000 längs des Vaalflusses von Fourteenstreams bis Christiana.
Mafeking zu entsetzen, will den Engländern nicht gelingen. Es verlautet aus Burenquellen, daß am Samstag in der Nähe von Mafeking ein Kampf mit der Entsatz - kolonne des Obersten Plumer stattgefunden habe, in dessen Verlauf die Kolonne gezwungen wurde, sich mit Verlusten zurückzuziehen.
Ein Durchzug englischer Truppen durch portugiesisches Gebiet wird thatsächlich erfolgen. Wie das „Bureau Reuter" aus Kapstadt meldet, geht das Transportschiff „Chicago" mit einem Teil des Korps der „Australischen Buschmänner", sowie mit Pferden, Maultieren und Betriebsmaterial für die Rhodesische Eisenbahn nach Beira in See. Auch viel Kriegsmaterial und Proviant wird nach Beira geschafft.
Es besteht also in der That ein englisch portugiesischer Vertrag, der England gestattet, Truppen mit der Eisenbahn von Beira aus nach Rhodesien zu senden. Wie sich freilich in Wirklichkeit die Sache gestalten und ob England von diesem Vertrage Vorteil haben wird, steht angesichts der Lage in Beira und dem Hinterland sehr zu bezweifeln. Einem in Lourenzo-Marques erscheinenden portugiesischen Blatt wird nämlich unterm 24. Februar folgendes geschrieben:
Kürzlich aus Rhodesia eingetroffene Personen geben Schilderungen von der Lage der Dinge im Norden, die keineswegs glänzend sind. Die Eisenbahn ist nicht mehr bis Bulawayo im Betrieb, der Transportverkehr ist ganz eingestellt. Nahrungsmittel sind infolge dessen teuer und selten geworden. Was die Sorgen unserer Freunde dort oben noch vermehrt, ist die überraschende Nachricht, daß eine lange Strecke der Beira-Eisenbahn durch große Ueberschwemmungeu, die den Bahnkörper unterwaschen und einige Meilen des Geleises zerstört haben, un- brauchbar geworden ist. Beira selbst hat von den Ueber-
schwemmungen erheblichen Schaden gelitten. Die Stadt war letzte Woche unter Waffer, und viel Eigentum wurde zerstört. Hunderte von kräftigen Leuten haben Maschona- land verlassen, und es vorgezogen, lieber in verschiedene Korps in Natal einzutreten, als unter den bestehende» Zuständen dort zu bleiben. Einer von ihnen, der vor wenigen Tagen diesen Hafen passierte, giebt einen traurigen Bericht von der Lage der Dinge in Bulawayo, Salisbury und anderen Orten von Charterland. Wir reden von Mangel an Nahrungsmitteln hier (das heißt in Lourenzo Marques) und klagen über teuren Lebensunterhalt, aber wir leben einfach in einem Paradiese im Vergleich mit jenen Leuten, die nicht nur von der Kap- kolonie abgeschnitten, sondern auch infolge der Ueber- schwemmungen außerstande sind, schnell von Beira aus, von wo aus die Eisenbahn eigens für sie gebaut wurde, Vorräte zu erhalten.
— In der Delagoa-Bai liegen augenblicklich nach einer Meldung der „Daily Mail" sechs russische Kriegsschiffe. Diese Schiffe sollen dorthin in den letzten Tagen konzentriert worden sein.
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Telegramme deS Gießener Anzeigers.
London, 4. April. Aus Drakonder wird gemeldet, daß die Stadt von englischer Kavallerie besetzt ist. General (Bettle befehligte die verschiedenen englischen Truppenteile, die zwischen De Aar, Prieska und Denhart operieren.
London, 4. April. Wie aus Pretoria gemeldet wird, sind sämtliche Goldminen am Donnerstag geschlossen worden. Die darin beschäftigten Engländer wurden veranlaßt, Transvaal schleunigst zu verlassen.
London, 4. April. Die „Times" berichtet aus Bloemfontein vom 2. April abends: Die Kavallerie-Division French, welche Sonntagmorgen bei den Wasserwerken von Bloemfontein eingetroffen ist, hat sofort einen RekognoS zierungsritt an Ort und Stelle ausgeführt und auch die Stelle besichtigt, an der die Engländer ihre Verluste erlitten haben. — Wie Lord Roberts dem Kriegsamte mitteilt, betrugen die englischen Verluste am 29. März beim Karee Siding-Bahnhof 186 Tote und Verwundete ohne Offiziere.
London, 4. April. Sir Parson meldet, daß in der vorletzten Nacht Denhart besetzt wurde. Die Hitze der letzten Tage hat den Uebergang bei der Furt ermöglicht. General Settle hat einen Rekognoszierungsritt in der Gegend von Up in gton ausführen lassen. Diese Stadt soll morgen besetzt werden. Die Buren erklärten, keinen Grund zu haben, gegen die Engländer zu kämpfen (?) und wie berichtet wird, verhält sich die Bevölkerung mit Ausnahme einiger Unzufriedener sehr ruhig.
Berlin, 4. April. Der „Lokalanzeiger" meldet aus Fiume: Das englische Schiff Leitrin erhielt aus England den telegraphischen Befehl, mit 850 Pferden sofort über Suez nach Südafrika abzugehen. Auf dem Schiff befinden sich noch eine Anzahl ungarischer Stallburschen sowie 100 Tonnen Heu.
Berlin, 4. April. „Reuters Büreau" meldet aus Lorenzo Marquez: Der deutsche Dampfer König traf mit 257 Passagieren von Transvaal hier ein. — Nach einem Bericht der Liverpooler „Daily Post" habe die Königin Lord Roberts den kategorischen Befehl (?) gegeben, Mafeking zu befreien. Die Befreiung sei in den nächsten zwei Wochen zu erwarten.
Berli», 4. April. Aus London liegen folgende Telegramme vom Kriegsschauplätze vor: Lord Roberts meldet aus Bloemfontein von Montagabend als Fortsetzung seines Telegramms vom 31. März: Obgleich am Samstag kein Gefecht stattgefunden hat, sind unsere Truppendochin ständiger Fühlung mit dem Feind, es giebt viele Thaten augenfälliger Tapferkeit zu berichten. Eine Batterie blieb unter starkem Feuer auf 1200 Hards Entfernung in Aktion. — Das Burenkorps, das bei Bloemfontein erschienen ist, hat zahlreiche Bürger wieder an sich gezogen, die vorher die Waffen niedergelegt hatten. — AuS Springfontein wird vom Montag gemeldet: General Gatacre hat sich nach Bloemfontein begeben, um Lord Roberts zu besuchen. Milner ist hier auf dem Rückwege nach Kapstadt durchgereist. Mehrere Landdroste m Kroonstad sind verhaftet worden unter dem Verdacht, den Buren Informationen über unsere Stärke gegeben zu haben. Die Thatsache ihrer Verbindung mtt den Buren ist bereits mehrfach erwiesen. Die Mehrzahl der Verhafteten wurde nach Kapstadt gebracht.
Starte des Feindes wird auf 8000 bis 10 000 Mann mit • Mützen, über deren Zahl nichts bekannt ist, geschätzt.
Ein weiteres Telegramm Lord Roberts meldet: 8 Kon der Batterie Q sind Kapitän Humphrey und die rövlin.ants Peck, Ashmore und Murch verwundet. Die beiden 1 teuren werden vermißt. Ein Kanonier wurde getötet. 'llmteroffiziere und Gemeine sind zurückgekehrt. Von I Btt Batterie U werden alle vermißt mit Ausnahme des IMjars Taylor und des Sergeantmajors. Diese Batterie I tat fünf Geschütze verloren und die Batterie Q zwei. Tie 1 tifibem Kavallerieregimenter litten nicht so schwer, wie «lOmgs gemeldet wurde. n c
Sie „Vossische Zeitung" meldet aus London: Den i’tueftten Meldungen zufolge ist das dem Obersten Broad- .U1Ä billig ituoob zugestoßene Mißgeschick nur teilweise wieder gut ge- 1 nriht: worden. Der Oberst wurde durch die Verstärkungen
Tie letzten Nachrichten vom Kriegsschauplatz zeigen, Aß b-ie Widerstandskraft der Buren nicht nur noch lange «kfjr gebrochen ist, daß vielmehr sich bei ihnen eine un- Kmölmliche Neigung zur Offensive geltend zu machen be- g_ gjiimL Zeugnis davon legen die Ereignisse vom Samstag
ima mu.. । ob, eie sich kaum zwölf Meilen östlich von Bloemfontein. •"-I*1* obgclipielt haben. Die englischen Truppen sind arglos in einen mit großer Schlauheit gelegten Hinterhalt gegangen lujiö Haben dabei sehr schwere Verluste erlitten. Dieser sieg wird die tapferen Buren zum weiteren Ausharren ermutigen. Auf Seiten der Buren ist man übrigens be- jtyiben wie immer und macht kein großes Aufheben von Dir Bache.
Amtlich wird nunmehr aus Pretoria festgestellt, . Dai) d ie Buren zwischen Bloemfontein und Thabanchu sechs -Gkichütze und einen Convoy von 200 Wagen genommen
betreffend Verhütung von Waldörinden.
Mit Rücksicht auf die zurzeit bestehende Gefahr der Lvlfühung von Waldbränden bestimmen wir auf Grund bti Art. 79 der Kr.- u. Pr.-O. das Folgende:
Das Rauchen von Zigarren, Zigarretten und ungedeckelten Tabakspfeifen in Waldungen und deren Umgebung, sowie auf Haiden außerhalb der chaussierten Orts Verbindungswege ist untersagt. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu
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