Ausgabe 
4.11.1900 Viertes Blatt
 
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ute sachliche Schulbildung für den

Kandwirtschastliches

Landwirtschaftliche Schule.

Bei den heutigen schwierigen Bewirtschaftungs-Be- dittgungen ist eine gute fachliche Schulbildung für den jungen Landwirt uno späteren Betriebsleiter von aller­größtem Wert. Ter Kampf um die wirtschaftliche Existenz und die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage wird immer schwieriger und heftiger. "Deshalb sorgt zur rechten Zeit dafür, daß Euere Kinder wenigstens das erforderliche Rüstzeug durch Erwerbung der notwendigsten fachlichen Ausbildung mit auf den Weg bekommen. Es giebt zwar noch genug Leute, die über landwirtschaftliche Schulen und theoretische Ausbildung spötteln oder nach dem alten Rerept:Wir haben ja auch keine Winterschulen besucht und sind doch alt geworden" sich beruhigen. Laßt

diese Leute reden; sie kennen den Wert und die heutige Bedeutung einer guten fachlichen Schulbildung nicht und haben keinen Begriff von der Verantwortung, welche sie auf sich laden, wenn sie trotz vorhandener Mittel ihre Sühne aus reiner Gleichgiltigkeit nichts lernen lassen. Auch die jungen Leute sind häufig noch zu unreif, um zu verstehen, was es für ihr ganzes zukünftiges Leben be­deutet, ob sie eine fachliche Ausbildung durchgemacht haben oder nicht. Wenn sie dann Männer werden und den Betrieb übernehmen sollen oder an ihren Kameraden sehen, daß sie etwas gelernt haben, dann kommen die Vorwürfe und ihr ganzes Leben hindurch ärgern sie sich, wenn sie beim Anhören von Vorträgen oder beim Lesen von Fachzeitschriften finden, daß es ihnen an der Grundlage zum richtigen Verständnis vieler Vorgänge fehlt und sie nicht wie andere in allen landwirtschaftlichen' Fragen initreden können. Viele fassen auch die Auf­gaben des Unterrichts in landwirtschaftlichen Schulen falsch auf. Tie Schüler sollen dort nicht die praktischen Arbeiten und die Bewirtschaftung ihres heimatlichen Gutes lernen. Tas lernen sie vielmehr am besten von Eltern, die langjährige Erfahrungen auf der eigenen Scholle gemacht haben. Sie sollen vielmehr die wissen­schaftlichen und volkswirtschaftlichen Grundlagen des Be­triebes und seiner Faktoren, die Vorgänge in der land­wirtschaftlichen Pflanzen- und Tierentwiaelung, das Für und Wider der anwendbaren Betriebs- und Ver­besserungsmittel kennen lernen, um in die Lage zu kom­men, Ursache und Tragweite jedes Vorganges und jeder Maßregel -zu verstehen, und sich ein sicheres Urteil zu bilden über das, was für sie brauchbar oder nicht vorteilhaft anwendbar ist.

Andere werden ihre Söhne zu Hause behalten wollen, weil sie sie bei den heutigen schwierigen Arbeits-Ver­hältnissen für die Arbeit nicht entbehren zu können glauben. Tiefes Bedenken scheint heutzutage gewiß berechtigt. Aber die Winterschulen dauern nur die Wintermonate über. In dieser Zeit sind die Söhne am ehesten entbehrlich oder andere Leute für die Arbeit zu bekommen. Schlimmer ist es aber für diejenigen jungen Leute, welche unbeschäftigt oder nicht genügend beschäftigt ihre schönste Lernzeit zu Haufe vertrödeln und verbum­meln und sich an Müßiggang gewöhnön. Tas schlimmste

Bedenken ist das Fehlen der nötigen Mittel. Wo dies der Fall und Stipenoien nicht zur Verfügung sind, ist schlechterdings nichts zu machen. Wo es aber irgend geht, und bei sparsamerem Leben gehr es vielfach auch dort noch, wo es nicht zu gehen scheint, so unterlasse man diese Ausgabe nicht, die vielleicht berufen sein kann, dem jungen Manne den Weg für eine bessere Zukunft zu er­öffnen und zu zeigen. Zum Schluffe möge bedacht werden, daß, allein schon die Thatsache, daß nach jahrelanger all­gemeiner Ausbildung in der Elementarschule ohne Be­rufsunterschied jetzt beim Eintritt in die landwirtschaft­liche Fachschule die jungen Leute sich zusammenfinden, um ausschließlich für ihren Berus zu lernen, das Beruss- interesse hebt und die Berufskameradschaft stärkt, Eifer und Streben erzeugt, wo bislang man solches nicht er­wartet hat, und so die Grundlage legt zur Heranbildung von Männern, die noch stolz sind auf ihren Beruf und willens und fähig sind, ihre Berussinteressen zu ver­treten. Leute, wie wir sie als Nachwuchs für die land­wirtschaftlichen Vereine und die öffentliche Vertretung der Landwirtschaft so gut brauchen können. Dr. Mr.

Wichtig für Schweinezüchter. Um die Frage der ge­eigneten Fleischqualität der Schweine für verschiedene Verwertungszwecke ihrer Lösung näher zu bringen, hat, wie dieAllgem. Fleischerztg." er­fährt, das Ausstellungskomitee für die nächstjährige Berliner Mastvieh- Ausst.llung im Mai 1901 neben dem Wettbewerb für Schweine im lebenden Zustand auch eine besondere Preisbewerbung für aus- geschlachtete Tiere festgesetzt; es find dafür bedeutende Preise nicht nur seitens des Komitees, sondern auch seitens der Staatsbehörden in Aussicht gestellt. Die Rassenangehörigkeit der Tiere bleibt hierbei voll­ständig unberücksichtigt; es werden dieselben in drei Klassen ausgestellt: a) Schweine, welche sich besonders für den Ladenverkauf eignen (©enget). Diese Tiere müssen von feinem Knochenbau, vollfleischig sein und mög­lichst wenig und festen Speck haben. Lebendgewicht etwa 140160 Pfd. 1>) Schweine, welche sowohl für den Ladenverkauf als auch für die Wucstfabrikation Verwendung finden können. Bei einem Lebendgewicht von etwa 160200 Pfd. müssen diese Tiere ebenfalls vollfleischig sein. Der Speck muß fest, das Fletsch nicht zu fettig und nicht wässerig sein, c) Schweine, die sich hervorragend bei der Wurstfabrikation und zur Herstellung von Dauerware verwenden lassen. Vollfleischigkeit ist auch hier die erste Bedingung. Der Speck muß fest, das Fleisch derb, trocken und nicht von zu Heller Farbe sein. Lebendgewicht 200 Pfd. und darüber. Während die lebenden Tiere von Kommissionen beurteilt werden, welche im allgemeinen aus zwei Landwirten und einem Fleischermeister zusammengesetzt sind, soll bei den ausgeschlachteten Tieren den Fleischern ein vorwiegender Einfluß eingeräumt werden, und zwei Fleischermeister neben einem Landwirt in Wirksamkeite treten. Selbstverständlich wird es von größter Wichtigkeit sein, daß die mitwirkenden Preisrichter auch gerade die Tiere, welche sie beurteilen sollen, geschäftlich genau aus der Praxis kennen, und werden dahingehende Vorschläge seitens der Be­teiligten soweit wie möglich Berücksichtigung finden. Auch den mittel­deutschen Wurstfabrikanten soll Gelegenheit gegeben werden, ihre An­sichten an maßgebender Stelle zur Geltung zu bringen.

Universität und Hochschule.

Hochschulpädagogik. Im vierten Heft des Lotsen" (Verlag von Alfred Janßen in Hamburg) spricht der bekannte Berliner Astronom Professor Wilhelm Fo er st er überHochschulpädagogik". Erweist aus die Reformbedürftigkeit aller Hochschulen, gleichviel ob

Universitäten oder technischer und künstlerischer Hochschulen hin und stellt Hamburg die Aufgabe, den Typus der mo­dernen Hochschule zu schaffen. Nachdem er klar hervor- ^ehoben hat, was wir bedürfen, fährt er fort:Es ist ger nicht abzusehen, wie viel segensreiches in allen Gebieten des Gemeinschaftslebens aus der folgerichtigen und energi­schen Durchführung von Verbesserungen obiger Art hervor-- gehen kann. Tazu wird es jedoch schon in naher Zukunft, wenn nicht tiefere und dauerndere Erkrankungen der Zu­stände eintreten sollen, eines eifrigen Zusammenwirkens! bedürfen, dessen Aufgaben, zunächst in vorbereitendem Sinne, etwa die folgenden sein werden: 1) Umfassenjderei geschichtliche Erforschung und Darstellung der Entwickelung des Unterrichts- und Erziehungswesens der Hochschulen, sowohl in Deutschland als auch im Auslande; 2) Kritische Darlegungen der gegenwärtigen Zustände und Erschein­ungen im Leben der Hochschulen aller Länder, insbesondere auch mit Berücksichtigung der schon eingeleiteten oder schon im Gange befindlichen Verbesserungen und der dabei her­vortretenden Erfahrungen; 3) Systematische Vorarbeiten, betreffend die auf den Hochschulen zur Geltung zu brin­gende Pädagogik."

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Der Krieg irr Südafrika, der jetzt seinem Ende zugeht, hat Tausende von Kindern zu Waisen gemacht, aber diese bedauernswerte« Geschöpfe befinden sich noch immer verhältnismäßig wohl daran gegen­über den vielen armen Kleinen bei uns zu Lande, die ihr ganzes Leben schwach und kränklich bleiben, weil die Eltern es unterließen, sie mit Knorr's Hafermehl" zu nähren und sie hierdurch zu gesunden und kräf­tigen Menschen zu machen.

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