Ausgabe 
4.11.1900 Erstes Blatt
 
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ckeise, das Prunkschiff seine Außerdienftste'llung «us- Hallend hinausschob und im Kriegshafen mit voller Be- jatzung verblieb.

Bei Entgegennahme des Ehrentrunkes im Siathaussaale zu Hildesheim hat der Kaiser am Mittwoch aus die Ansprache des Oberbürgermeisters Vt ruck mann folgendes erwidert:

Es wird Ihnen wohl begreiflich sein, daß auf so historischem Boden, wie auf dem, auf welchem _ die Stadt Hildesheim steht, dem Landesherrn das Herz doppelt hoch schlagen muß. In kurzen und beredten Worten hat das verehrte Haupt Ihrer Stadt einmal einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Stadt ge- worfen, zum anderen in zu Herzen gehender Weise den Empfindungen und Gefühlen der Bürger der Stadt uris gegenüber Ausdruck verliehen. Von tiefstem Herzen er­widere ich im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin und in meinem unseren herzlichsten und wärmsten Dank, von dem ich bitte, daß Sie ihn der Bürgerschaft aus­sprechen wollen. Sowohl die Ausschmückiing, wie auch die alten Teile der Stadt, die uns noch erhalten sind, zeugen von dem Geiste der Verehrung für das Ver­gangene, für ihre Geschichte, und beweisen, daß Sie Ihre Tradition hoch und heilig halten. Eine Stadt, die eine solche Geschichte hat, wie Hildesheim, thut recht daran.

Ich beglückwünsche den Bürgersinn, der in dieser Stadt weilt; denn es schlägt uns aus ihren alten Ge­bäuden, den ehrwürdigen Kirchen und diesem schönen Rathause nicht der vermoderte Geist ver- gangenerJahrhunderteentg egen, sondern das Große und Schöne. Was das Studium der Geschichte der vergangenen Zeiten in uns, in dem heutigen Geschlecht, erwecken kann, ist von Ihnen gehegt und gepflegt worden und giebt der Stadt den wunder­baren Reiz, der sie so weit in aller Welt bekannt ge­macht hat.

Zu tiefem Danke aber bin ich vor allen Dingen Ihnen gegenüber dafür verpflichtet, daß Sie dieses herrliche Denkmal dem großen Kaiser gesetzt haben. Er hat das Sehnen, das Jahrhunderte lang durch dieserrissenen d e u t sche n Lan d e gi n g, wahr gemacht und es ist ihm vergönnt worden, das Deutsche Reich zu schmieden und wieder her­zustellen, zuerst in still verborgener Arbeit, hernach aber als Gottes erwähltes Werkzeug, als das er sich immer angesehen hat. So freue ich mich denn, hier aussprechen zu können, welche Freude ich an dem schönen Denkmal habe, und an der Art und Weise, wie Sie es gefeiert und enthüllt haben.

Einem frommen, ehrwürdigen Deutschen Kaiser ver­dankt diese Stadt ihr Entstehen. Das fortdauernde In­teresse doti vielen Deutschen Kaisern und von ehrwür­digen heiliggesprocheuen Bischöfen hat sie zur Blüte emporgebracht, und einem frommen alten Kaiser ver­dankt sie es, daß sie sich wieder eine deutsche Stadt neunen kann. Ihm haben Sie dafür das Denkmal gesetzt.

Möge der edle deutsche Sinn, der in den Mauern dieser altehrwürdigen Stadt gepflegt worden ist und so schöne Blüten gezeitigt hat, in alle Ewigkeit Hildes­heim bewahren und beschützen, und möge es mir ver­gönnt sein, ihm allezeit ein friedvoller Schützer und Förderer zu sein!

Ich trinke auf das Wohl der Stadt Hildesheim!"

DieNordd. Allg. Ztg." meldet über die von ver­schiedenen Seiten (auf werdenden Klagen über den Mangel an Volksschullehrern: Im preußischen Kultusministerium wird dieser Angelegenheit eine sorg­fältige Beachtung gewidmet. Der Minister nahm die vor­gebrachten Klagen zur Kenntnis. Es sind Erwägungen im Gange, wie da, wo es nötig ist, Abhilfe zu schaffen sei.

DieWestd. Volksztg." schreibt:

Der P a p i e r z o l l war gedacht als Schutzzoll, d. h. er sollte die deutsche Papierindustrie gegen die damals übermächtige Konkurrenz des Auslandes schützen. Diesen Schutz hat die deutsche Papierindustrie anscheinend jetzt uidyt mehr nötig; jetzt ist es das Zeitungs­gewerbe, das gegen eine ungehörige Brandschatzung durch die Papierindustrie geschützt werden muß, und dies kann nicht wirksamer geschehen, als durch die mög­lichst bald durchzuführe..?? Aufhebung des Zolles auf Druckpapier. Die verbündeten Regierungen haben keine Veranlassung, einem diesbezüglichen, seitens der großen Mehrheit des Reichstages an sie gestellten Ansinnen nicht stattzugeben, und es ist dafür gesorgt, daß der Reichstag alsbald nach seinem Zusammentritt zu dieser Frage Stellung nehmen kann."

Häusl. Benvenuto arbeitet unaufhörlich an seiner Aus- drldung weiter, er erlernt das Emaillieren, lernt das Schneiden der Siegel, studiert, während in Rom die W^obt, unablässig die Antiken, ahmt türkische, mit S1*1^eI uack>, fertigt kunstvolle Vasen, «erden antit ^halten und ausgegeben

frrn uutzr jede Gelegenheit um zu

unb^iVim x ^.Meister einer eigenen Werkstatt J?* ""0 ch im stände feinen alternden Pater zu ui t-'r- Kutzen. Wir wurden jedoch irren, wennwirdächt nPen- »emtto habe ein arbeitsames EtnsiedlÄleben aesuhrt' Ber-

Ä »»t« 5Bf|en v-rstricken ihn fortwährend in galante Men euer «nbete bo c handel Seine Klugheit und meistens fe7n Dcgkii mu(|en ihn dann immer wieder herausreiken (fr «lebt 1527 den berühmten saeeo di Roma, als der Papst »on Spaniern und Tcuychcn in der Engelsburg belagert xncb. Von der --pitze der Engclsburg aus sieht er den großartigen Brand Roms, er rühmt sich, mit eigener fjanb Karl von Bourbon getötet zu haben und leistet dem Papste nicht unerhebliche Dienste. Nach der Kapitulation der Lngelsburg geht der Künstler zunächst nach Florenz und M hier die Pest in grauenhafter Weise wütet, begießt er fich nach Mantua, wo Guilo Romano, der Schüler Rafaels ihn dem Herzoge vorstellt. Als er nach kurzem Aufent­

Wie schon »nitgeteilt, ist dein Bundesrat ein Ge­setzentwurf zugegangen über die Verlegung der deutsch- österreichischen Grenze längs des Przemsa- Flusses.

Nacb dem preußisch-österreichischen Grenzrezesse vom 28. August 1818 bildet die Mitte der Przemsa-Flusses aus der Strecke von Slupna bis zum Einflüsse der Przemsa in die Weichsel auf 27 Kilometer Länge die Grenze zwischen Preußen und Oesterreich. Im Lause der letzten Jahre ist mit Rücksicht aus die vielfachen, durch den reißenden Strom herbeigeführten U s e r - B e- schädigungen sowie mit Rücksicht auf wichtige Berg­werks- und Schiffahrtsinteressen von der preußischen und der österreichischen Negierung gemeinsam die Be­gradigung und Eindämmung des Flusses ins Werk ge­setzt worden. Nach Beendigung der Regulierungs­arbeiten erschien es zweckmäßig, die preußisch-öster­reichische Grenze von der Mitte des früheren Flußlaufs nach der Mitte des regulierten Bettes zu verlegen. Aus Grund der darüber herbeigeführten Verständigung ist mit Oesterreich ein Vertrag abgeschlossen worden. Durch die Grenzveränderung wird an den privatrechtlichen Verhältnissen der auszutauschenden Grundstücke nichts geändert als daß nach Maßgabe des Vertrages die beiderseitigen im Staatseigentum befindlichen Grund­stücke gegeneinander ausgetauscht werden. Vom preußi­schen Landtag ist die Veränderung der Grenzen des preußischen Staatsgebietes bereits genehmigt worden. Da zugleich eine Veränderung der Reichsgrenze eintritt, ist auch die Zustimmung des Bundesrats und des Reichstags erforderlich. Zu diesem Zweck ist der vor­gelegte Gesetzentwurf ausgearbeitet worden. In § 1 wird nach dem Vorbilde des Reichsgesetzes über die Vereinigung von Helgoland mit dem deutschen Reich vom 15. Dezember 1890 zum Ausdruck gebracht, daß das Reich seine Zustimmung dazu erteilt, daß Preußen, den bisher österreichischen Gebietsteil im Austausch gegen den an Oesterreich abzutretenden Teil des preußischen Gebiets erwirbt. Durch § 2 wird anerkannt, daß der bisher österreichische Gebietsteil durch seine Vereinigung mit Preußen dem Reichsgebiete hinzutritt, und es wird über das Inkrafttreten der von Reichswegen erlassenen Vorschriften in dem neu erworbenen Gebiete Bestimm­ung getroffen. Das Ausscheiden des preußischen Ge­bietsteils aus dem Reichsgebiete wird m § 3 Merkannt.

Zur 12 000 Mark-Geschichte des General-Se­kretärs Bueck wird dem PaderbornerWestfäl. Volks­blatt" vongut unterrichteter Seite" folgende Darstellung übermittelt:

Es handelt sich, wie dasVbl." schon früher richtig bemerkt hat, um eine pri bäte, nicht um eine amtliche Angelegenheit, die aber, was gleich bemerkt werden soll, nicht hätte vorkommen dürfen. Ein Ber­liner orthodoxer B l ä 11 er v e r l a g , der sich zur Zeit desZuchthausgesetzes" große Mühe gab, durch ein ostentatives Eintreten für dasselbe sich an höchster Stelle beliebt zu machen, wandte sich durch seinen Ver­treter, einen evangelischen Theologen, an Herrn von Woedtke, und fragte diesen, ob nicht etwa für eine solche Preßagitatiou (Beilagen zu Kreisblättern) eine finanzielle Unterstützung zu erlangen sei. v. Woedtke erklärte als Privatmann, er könne nicht annehmen, daß für solche Zwecke Gelder aus Reichsmitteln flüssig zu machen seien, aber vielleicht lasse sich auf andere Weise die Summe beschaffen. Der betreffende Prediger berief sich aus eine sehr hochstehende Dame, welche diese Preßthätigkeit angeblich sehr wünsche und empfehle. Vielleicht hat sich v. Woedtke dadurch bewogen gefühlt, bei dem Verbände der Großindustriellen wegen der Summe anzufragen. Eine amtliche Thätigkeit des Reichsamts des Innern ist in der Sache nicht erfolgt, und Graf v. Posadowskh dürste überhaupt von der ganzen Afsaire erst erfahren haben, als das Leip­ziger sozialdemokratische Blatt den Bueckschen Brief ver­öffentlichte.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 3. November 1900.

** Perfonalnachrichten. In den Ruhestand wurde ver­setzt der Pfandmeister des Beitreibungsbezirks Offenbach Christoph Stellwag in Offenbach auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers an und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Silbernen Kreuz des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

halt nach Florenz zurückkehrt, findet er alle die Seinen an der Pest gestorben mit Ausnahme seines Bruders und seiner jüngeren Schwester.

Es würde zu weit führen, alle die Arbeiten, die Abenteuer und das ganze, reiche, oft gefährdete Leben zu schildern, das Benvenuto unter der Regierung des Papstes Clemens VII. geführt hat.

Clemens VII. ist derselbe Papst, gegen den in Rom öffentliche Bußprediger auftraten und ihn als den Antichrist bezeichneten. In Benvenutos Schilderung tritt er uns als ein Gewaltherrscher entgegen, der Verständnis und Interesse für die Kunst hegt, der sich wohl zuweilen w ungerechten Launen hinreißen läßt, im ganzen aber die Leistungen seiner Diener wohl zu schätzen weiß.

Als es zu dem bekannten Konflikt zwischen der Stadt Florenz und dem Papste kommt, veranlaßt eine wieder­holte Aufforderung des Papstes Benvenuto schleunigst nach Rom zurückzukehren. In Benvenuto Cellini sehen wir in eigentümlicher Weise den Autoritätsglauben mit Aber­glauben gemischt. Er unterwirft sich den Satzungen der kirche, erträgt geduldig die Bußübungen, die ihm jeweilig auferlegt werden, kurz er erfüllt äußerlich alle Vorschriften der Religion, ohne daß dies im geringsten Einfluß hätte auf fein inneres Leben oder ihn abhielte auf's eifrigste Rat zu suchen bei Beschwörern und Zauberern. Es würde hier zu weit führen, wollten wir auf alle Einzel­heiten seines Lebens eingehen, wir müssen uns auf die­jenigen Geschehnisse beschränken, welche auf des Künstlers Leben einen verhängnisvollen Einfluß Üben sollten. T-a güt es vor allen Dingen die Ermordung seines geliebten

** Oeffentliche Lesehalle. Im Oktober wurden 1453 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Illustrierte Zeit­schriften 332, Erzählende Litteratur 686, Versdichtungen 13, Jugendschriften, Märchen, Sagen 232, Litteraturgeschichte 14, Geschichte und Biographieen 54, Länder- und Völker­kunde 23, Naturwissenschaft, Technologie 87, Gesundheits­lehre 5, Staatswiffenschaft 7 Bände. Es wurden verliehen an Manner: Handwerksmeister 180, akademisch Ge­bildete 36, Kaufleute 122, Beamte 23, Unterbeamte 55, Techniker, Schriftsetzer 122 , Arbeiter, Tagelöhner 57, Diener, Burschen, Kellner 31, Lehrlinge, Gehilfen 279, Studenten 45, Rentner 4, zusammen 954 Bände; an Frauen: Ehefrauen, Witwen, ältere Unverheiratete 120r Gewerbetreibende 91, Dienstmädchen, Lauffrauen 27, Arbeiterinnen, Ladenmädchen 44, Beamtinnen 24, Pflege­rinnen 32, junge Mädchen, Lehrmädchen 161, zusammen 499 Bände. Nach auswärts kamen 32 Bände.

Stadttheater. Für Sonntag den 4. ds. Mts. ist im Stadttheater ein ausgezeichnetes Volksstück mit Gesang angesetzt:Gewonnene Herzen- oderNord und Süd" in 3 Akten von Hugo Müller, Musik von R. Stal. Die längst mit Spannung erwartete Erstaufführung von Gerhard Hauptmanns SchauspielDie Web er­findet am Dienstag dem 6. dss. Mts., und zwar im Abonnement bei gewöhnlichen Eintrittspreisen statt»

-f. Großeu Buseck, 2. November. Ein seither flüchtiger hiesiger Einwohner, der wegen Tierquälerei eine sieben- wöchentliche Gefängnisstrafe zu verbüßen hat, konnte vor­gestern durch einen Gendarmen aus Gießen in seiner Woh­nung dingfest gemacht werden. Er hatte sich etwa drei Wochen im Walde aufgehalten. Doch hatte er sich scheinbar infolge der schlechten Witterung eines Besseren besonnen, und war zu den heimischen Penaten zurückgekehrt, wo er durch Beschaffung eines ärztlichen Attestes seiner Verhaf­tung zu entgehen hoffte. Die Hoffnung aber erwies sich als trügerisch, da nach Ansicht des Arztes seiner Verhaf­tung keinerlei Hindernis im Wege stand.

§ Butzbach, 2. November. Die dem früheren hiesige« Arzte Dr. Melchior, zurzeit in Frankfurt a. M., gehörende kleine Villa nebstHauSgarten hier, hat derGroßh. Fiskus gestern zum Preise von 50,000 Mk. gekauft. Dem Ver­nehmen nach soll der zweite Oberförster zu Butzbach Dienst­wohnung 2c. in dem genannten Anwesen erhalten.

-nn. Darmstadt, 2. November. Allgemeines Aufsehen erregt hier das plötzliche Verschwindendes Garnisons- Verwaltungsdirektors RechnungSrats Wild, der schon eine Gesamtdienstzeit von ca. 40 Jahren hinter sich hat und dem­nächst in den Ruhestand treten sollte. Als am Mittwoch früh Kasernenrevision sein sollte, war W. verschwunden; er hat sich im Laufe des Tages noch bei einer ganzen Anzahl von Bekannten und Geschäftsleuten unter allen möglichen Ausreden teilweise nicht unbeträchtliche Summen geliehen. ES stellt sich auch heraus, daß W. wahrscheinlich auch die am 31. fällig gewesenen Gehälter der gesamten Garnison­beamten, die er auszuzahlen hatte, mitgenommen hat; denn die stellvertretenden Beamten mußten sich, um die Ge­hälter auszahlen zu können, bei einem hiesigen Bankinstitute Vorschuß geben lassen. Auch soll sich W. von einer ganzen Anzahl von Geschäftsleuten, die für die Garnison Arbeiten auszuführen hatten, schon seit längerer Zeit sog. Vorschuß­quittungen haben geben lassen, das Geld aber nicht auS- bezahlt haben. Auch sollen sonst bei Lieferungen und Aus­führungen von Arbeiten nicht ganz saubere Manipulationen zum Nachteil der Militärbehörden vorgekommen sein. Nach den bisherigen Feststellungen handelt es sich um ganz deutende Summen, und die Miltärbehörde hat sofort ans die Kaution und sonstiges Vermögen Beschlag getaG1- hatte außer freier Wohnung ein Gehalt von ca. 4500 Mk. pro Jahr. Er lebte im allgemeinen soweit bekannt solide und genoß allgemeines Ansehen und Vertrauen. Er trat die hiesige Stelle vor ca. 12 Jahren an und war vorher längere Zeit in Mainz und Kolmar.

ätfYRRHOUN-SEFE

leistet mir vorzügliche Dienste, die Haut bleibt trotz der vielen Wasch­ungen, denen wir die Hände unterziehen müßen, glatt und geschmeidig, sodaß ein Einreiben mit Glycerin, Vaselin rc. überflüssig ist und werde ich dieselbe empfehlen." Aehnliche Schreiben vieler hervorragender Mediziner liegen vor. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich.

einzigen Bruders zu erwähnen. Um den Tod au rächen tötet Benvenuto den Pompeo von Mailand und bereitet sich dadurch trotz bald erlangten päpstlichen Freibriefes! jahrelanges Elend. Papst Clemens ist inzwischen ge­storben und Paul III. aus dem Hause Farnese ist zum Papst erwählt. Wohl bestimmt er Benvenuto solle seinen alten Platz als Stempelschneider bei der Münze wieder haben und überhäuft ihn mit Beweisen seiner Gunst, aber der Boden ist für Benvenuto kein sicherer mehr. Eine natürliche Tochter des von ihm getöteten Pompeo war mit einem Günstling Peter Ludwigs, des natürlichen Sohnes Pauls III., vermählt. Durch diesen Günstling wird Peter Ludwig bald der erbitterte Feind Benvenuto Cellinis.

Der Mn stier wird nun durch die Verhältnisse wieder zu einem rastlosen Wanderleben verdammt. Um sich vor den Nachstellungen Peter Ludwigs zu retten, geht er nach Florenz und wird hier durch Herzog Alessandro de Medici auf alle Weise begünstigt. Wieder läßt er sich durch den Papst nach Rom locken, aber des Papstes erneuter Frei­brief wegen des Mordes au Pompeo kann ihn auch jetzt nicht sicher stellen vor den Anfeindungen Peter Lud­wigs. Cellini ist abwechselnd in Florenz und Rom, er­fährt Gnade und Ungnade, glaubt den Mord des Herzogs Alessandro vorauszusehen, verpflichtet sich den Papst durch seine schönsten Arbeiten und darf doch seines Lebens nie ganz sicher fein.

Schluß folgt.