Ausgabe 
4.7.1900 Zweites Blatt
 
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dort ersetzt werden. Das amerikanische Blatt berichtet ferner, die Konsuln in Tschifu hätten einen Dampfer aus­gesandt, der aus den Provinzen Schantung und Honan eine große Anzahl flüchtiger Missionsmitglieder nach Tschifu gebracht habe. Mit ihm seien 33 amerika- nische, 29 englische, 10 kanadische und 1 chinesischer Missio­nar eingetroffen. Leider scheint also kein deutscher Missionar darunter zu sein.

Die Londoner Blätter verzeichnen Gerüchte aus Shang­hai, wonachig roßeAbteilungen der Verbündeten die vereinigte Armee der kaiserlichen Truppen und der Boxer besiegt haben und in Peking ein* getroffen sein sollen. Leider ist es nicht wahrschein­lich, daß diese Gerüchte sich! bestätigen, obschon das jetzt etwa 1400 Mann starke Expeditionskorps, das an der Küste gelandet ist, alles aufbieten dürste, den bedrängten Aus­ländern in Peking Hilfe zu bringen, wenn diese Hilfe nicht jetzt schon zu spät kommt.

Die Verwundung des deutschen Kapitäns Lans besteht, wie dieNordd. Allg. Ztg." erfährt, in einer Schußfraktur beider Knochen des'linken Unterschenkels.

In Wilhelmshaven traf gestern früh 3 Uhr mit Sonderzug das erste Seebataillon aus Kiel ein. Es wurde auf beutWittekind", das zweite auf derFrankfurt" ein­geschifft. General v. Hopfner übernahm' darauf sein neues Kommando über die Expedition.

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Telegramme de- GießeirerlArrzeigerS.

Wilhelmshaven, 3. Juli. Bei der Besichtigung der nach Ostasien bestimmten Truppen hielt nach dem Abschreiten der Front der Kaiser an die Mannschaften eine An­sprache, in der er u. a. aussührte:

Mitten in den tiefsten Frieden hinein, für ihn leider nicht unerwartet, sei die Brandfackel deS Krieges geschleu­dert worden. Ein Verbrechen, unerhört in seiner Frech­heit, schaudererregend durch seine Grausamkeit, habe seinen bewährten Vertreter betroffen und dahingerafft. Die deutsche Fahne sei beleidigt und dem deut­schen Reiche Hohn gesprochen worden. Das verlange exemplarische Bestrafung und Rache. Er sende die Mannschaften hinaus, um das Unrecht zu rächen, und er werde nicht eher ruhen, als bis die deut­sche Fahne mit denen der anderen Mächte siegreich auf den chinesischen Meeren und aus den Mau­ern Pekings ausgepslanzt sei, um den Chinesen den Frieden zu diktieren.

Dann ermahnte der Kaiser die Truppen zu guter Kameradschaft mit allen anderen, wer es auch sei, und an die deutsche Waffenehre. Sie sollten die Fahnen, die zum ersten Male ins Feuer gehen, rein und fleckenlos zurück­bringen. Der Kaiser sprach in noch kräftigerem Tone und mit noch größerem Ausdruck, als man dies an und für sich an ihm gewohnt ist. Zu Beginn der Rede, als er die Scheußlichkeit des an Freiherrn v. Ketteler begangenen Verbrechens schilderte, bebte seine Stimme, und es war unverkennbar, in wie hohem Grade er erregt war. Die Rede machte gewaltigen Eindruck, denn sie be­deutet den Krieg.

Wilhelmshaven, 3. Juli. Der Chef des Marine­kabinetts, Viceadmiral Freiherr v. Senden-Bibran, teilte einem Journalisten mit, für den K a i s e r sei die W i e d e r- herstellung des Status quo in China die Haupt­sache. An eine Ausdehnung des Reiches werde nicht gedacht. Die Rede des Kaisers lasse.keinen Zweifel über den Ernst der Situation. Im übrigen seien endgiltige Beschlüsse noch nicht gefaßt worden.

Berlin, 3. Juli. Die auf Befehl des Kaisers mit größter Eite zu mobilisierende er st e_D i - Vision des ersten Geschwaders besteht aus den Linienschiffen Kurfürst Friedrich Wilhelm, Brandenburg, Wörth, Weißenburg und dem kleinen Kreuzer Hela.

Berlin, 3. Juli. In hiesigen militärischen Kreisen wird nunmehr mit der Möglichkeit gerechnet, daß sehr bald weitere Truppen-Nachschübe nach den chinesi- schjen Gewässern an,geordnet werden.. Viel bemerkt wird die Thatsache, daß der Oberstleutnant Wachs vom preußischen Kriegs-Ministerium, welcher die Mobilmachungsgeschäfte für die ostasiatische Expedition leitete, nach derSchweiz abgereist ist, um dem dort auf Urlaub befindlichen Kriegs­minister Vortrag zu halten.

Der Krieg in Südafrika.

Das Reutersche Bureau meldet vom 29. Juni aus Trommel: General Clements fliegende Kolonne, welche gestern mit versiegelten OrdreS von Senekal abging, stieß auf dem nach Lindley führenden Wege auf den Feind, und es kam zu einem heißen Gefecht. Clements meldet': alle wohl. Der Feind hält noch alle seine alten Stellungen im Norden und Osten von Senekal besetzt mit der zutage tretenden Absicht, sich gegen Ficksburg zu­sammenzuziehen.

In Kapstadt sind die fremden Attachees von der Front eingetroffen; nur der russische Militärattachee verfolgt noch die Endoperationen aus dem Kriegsschauplatz.

Deutsches Reich.

Berlin, 2. Juli. Aus W i l h e l m s h a ven wird ge­meldet: Das Kaiserpaar traf heute nachmittag hier ein!umd begab sich mit dem Prinzen Rupprecht von Bayern, dem Großherzog von Oldenburg, sowie dem Gefolge nach dem Torpedoexerzieirplatz, wo das Ex­peditionskorps Parade-Aufstellung genommen hatte. Die Truppen trugen Khakianzüge. Der Kaiser schritt die Fronten ab und hielt eine Ansprache. Beim Kaiserpaar fand abends auf derHohenzollern" ein Diner statt, wozu die hier anwesenden Fürstlichkeiten, die Minister und Admiralität, Generalmajor Hoepfner, die Stabsoffi­ziere des Expeditionskorps u. a. Einladungen erhalten hatten.

Der Denkmalsenthüllung für das

dritte Garderegiment z. F. bei St. Privat, die nunmehr bestimmt am 25. September stattfindet, wird auch der Kaiser beiwohnen. Schon bei seiner Anwesenheit^ in Metz hat der Monarch eine Beteiligung an der Feier zugesagt. Bei dieser Gelegenheit wird der Kaiser einen Abstecher nach Diedenhofen unternehmen, um das dort im Bau begriffene Fort bei Gentringen zu besichtigen.

Der Kultusminister Dr. Studt hat heute den Bischof v. Anzer aus Shantung zu längerer Unterredung empfangen.

Nach derNationalztg." bestätigt es sich, daß Ge- neral Lieb er t von seinem Posten als Gouverneur von Deutsch-Ostafrika zurücktreten wird, um ein seiner militärischen Anciennität entsprechendes Kom­mando zu erhalten. ~

Oberlandesgerichtspräsident Staatsminister Falk ist, wie aus Hamm in Westfalen depeschiert wird, von einem S ch l a g a n f a l l betroffen worden. Sein Befinden giebt indes nicht zu ernsten Besorgnissen Anlaß.

g)em Abg. Roeren ist, wie dieGermania" meldet, vom Papste das Ritterkreuz zum St. Gregorius* Orden verliehen worden zurAnerkennung seiner un­entwegten Treue gegen den römischen Stuhl und seiner hervorragenden Verdienste um die katholische Sache".

Cron berg, 2. Juli. Der Großherzog und die Großherzogin von Baden trafen heute Mittag zum Besuche auf Schloß Friedrichshof ein und setzten 6 Uhr nach­mittags die Reise über Frankfurt a. M. fort.

Karlsruhe, 2. Juli. Die Zweite Kammer des badischen Landtags nahm heute den Antrag des Abg. Wacker (Zentrum) auf Einführung der direkten Wahlen zum badischen Landtag auf der Basis des Proportionalsystems, mit 38 Stimmen gegen 22 Stimmen an.

Die Petitionskommission der Zweiten Kammer hat bezüglich der Petition der Lehrer um Besserstellung folgende Anträge gestellt:

1. Die Petition, soweit sie Einreihung in den Gehalts­tarif verlangt, empfehlend zu überweisen in dem Sinne, daß- diese Einreihung bei der 1901 in Angriff zu nehmendes Revision des Gehaltstarifes erfolgen soll. 2. Die Regiet- rung zu ersuchen, dem nächsten Landtage eine Vorlage zu machen, wonach unter Beseitigung der Uebergangsbe^ stimmungen jeder Lehrer in die Gehaltsbezüge rücken soll, die er nach dem bestehenden Gesetz zu beanspruchen hat. 3, Die Petition, soweit sie eine Erhöhung der AnfangK- und Höchstgehalte verlangt, empfehlend zu überweisen. 4. Die Bitte um Besserstellung der Untesrlehrer in dem Sinne zur Kenntnisnahme zu überweisen, daß dieselben nach bestandener Dienstprüfung in regelmäßigen Zeit­räumen angemessene Aufbesserung erfahren sollen, aller­dings ohne gesetzlichen Anspruch, wie ein solcher bei nicht­etatmäßigen Beamten überhaupt nicht besteht. 5. lieber die Bitte um Abänderung des Verfahrens bei den Stellen­besetzungen zur Tagesordnung überzugehen. 6. Die Bitte um Vergütung der U m z u g s k o st e n empfehlend zu über- tveisen in dem Sinne, daß solchen Lehrern, die fünf Jahre in derselben Stelle waren, und ohne ihr Verschulden eine Aenderung erfahren, die Umzugskosten ersetzt werden sollen.

jäe&od.

Paris, 2. Juli. Der internationale Land­wirtschafts-Kongreß wurde gestern unter dem Prä­sidium des Ackerbauministers Jean Dupuy eröffnet. ES wohnten der Eröffnung u. a. Meline, der ungarische Acker­bauminister Darany und etwa 500 Teilnehmer bei, dar­unter zahlreiche auswärtige Delegierte. Dupuy begrüßte die fremden Teilnehmer, worauf Msline in einer Ansprache die Bedeutung des Kongresses hervorhob.

Auf der deutschen Botschaft fand vorgestern abend großer Empfang statt, der glanzvoll verlief. Fürst Münster begrüßte im Thronsaale die zahlreich erschienenen Gäste, unter denen sich die meisten Botschafter und Ge­sandten, sowie der frühere Präsident Casimir Perier be­fanden. Ferner waren der Oberhofmarschall Graf Eulen­burg, der Oberstallmeister Graf Wedel, Graf und Gräfin v. Hohenau, der bayerische Gesandte in Berlin, Gras Lerchenfeld, ReichSkommissar Geheimrat Richter, Geheimer Regierungsrat Lewald u. a. erschienen. Während deS Mahles spielte das auf Befehl des Kaisers von Rußland für die Zeit der Ausstellung nach Paris gesandte Balalaikisten- Orchester.

Der Präsident des Senats, FalliäreS, veranstaltete vorgestern abend ein großes Diner zu Ehren der AuS- stellungSkommissare. Der deutsche Generalkommiffar Geheimrat Richter saß zur Rechten der Frau FalliereS.

Bern, 2. Juli. Der Kongreß des Weltpost­vereins znr Feier des 25jährigen Bestehens des Vereins wurde heute vormittag durch den Chef des Post- und Eisen­bahnwesens, Bundesrat Zemp, eröffnet. Etwa 180 Ver­treter von zirka 60 Staaten waren anwesend. Bundesrat Zemp wurde zum Präsidenten, der Direktor des Weltpost­vereins, Oberst Ruffy, zum Vizepräsidenten gewählt. Der Staatssekretär des deutschen Reichspostamts, v. Podbielski, sprach den Dank der deutschen Regierung für die Einladung aus, nnd entbot dem Verein die Glückwünsche der Reichs­postverwaltung. Er betonte die Notwendigkeit der Weiter­entwickelung deS Ausbaues des Weltpostvereins. Die deutsche Abordnung brachte einen Antrag ein, ein Denkmal zur Erinnerung an die Begründung des Weltpostvereins auf gemeinsame Kosten der am Weltpostverein beteiligten Staaten in Bern zu errichte». jES wurde eine Kommission zur Vor­beratung drS Antrages eingesetzt. Bei dem auf die Sitzung folgenden Festbankett brachte der Bundespräsident Hauser einen Toast auf die Souveräne und Staatsoberhäupter, sowie die Regierungen aller Staaten des Weltpostvereins aus und trank auf die Wohlfahrt der durch den Verein verbundenen Völker und auf die Gesundheit der Delegierten.

Innsbruck, 2. Juli. Rektor Hacker wurde heute nachmittag beim Erscheinen in der Universität von den aufgelösten Studenten-Verbindungen und einem Teil der Finkenschaft" mit Pfeifen und Pfui-Rufen empfangen. Die aufgelösten Verbindungen konstituierten sich wieder in ihren Reserveverbindungen.

Helfiugfors, 2. Juli. RitzauS Bureau meldet: Der finländische Senat sandte eine Eingabe an den Kaiser, worin erklärt wird, daß er das kaiserl. Reskript, «treffend die Einführung der russischen Sprache inFinland, betreffend die Einschränkung der Versammlungs­freiheit und betreffend die Erlaubnis für die Ruffen, ge­wisse Arten von Handel zu betreiben, die den Finen ver­boten seien, nicht veröffentlichen könne.

Konstantinopel, 1. Jull. Konsular - Telegramme aus Van (Armenien) melden, daß vorgestern in Serai, einer Stadt des Vilayets Van, 1500 wohlbewaffnete Kurden, geführt von einem gewiffen Timur Hussein, einge­drungen find. Die ihnen entgegengesandten türkischen Truppen schlugen die Kurden, welche die Stadt plündern wollten, unter großen Verlusten zurück. Timur und seine beiden Neffen wurden im Kampfe ge­tötet. Timur war als großer Ruffenfreund bekannt. In Ghilan, einer serbischen Ortschaft des SandjakS Pristina, ist eine Bande Albanesen eingefallen. Sie plünderten den Ort aus und zündeten ihn dann an. Mehrere serbische Einwohner wurden getötet, eine große Anzahl derselben schwer verletzt. Der serbische Ge­sandte wird deshalb eine Note überreichen.

Aus Stadt und Hmd.

Gießen, den 3. Juli 1900.

Ernennungen. Der Bergreferendar Karl Köbrich wurde zum Bergaffeffor bei der Oberen Bergbehörde und der Bergmeisterei Darmstadt, Johannes Storck aus Darm­stadt zum Jnstallationsmechaniker für Heizung und Beleuch­tung und zum Hausverwalter an der Technischen Hochschule ernannt.

* Auszeichnung. Dem Major v. Lochow, Bataillons- Kommandeur im Füfilier-Regiment v. Gersdorff (Hessisches) Nr. 80, seither im 5. Großh. Infanterie Regiment Nr. 168, wurde daS Ritterkreuz 1. Klaffe mit der Krone des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

* * Das Regierungsblatt Nr. 49 vom 30. Juni hat zum Inhalt: Bekanntmachung, den Erlaß einer Promotions­ordnung für die Verleihung der Würde eines Doktor- Ingenieurs durch die Großh. Technische Hochschule zu Darmstadt betreffend.

* * Postalisches. Der Postdirektor Ritsert, der seit 1880 das hiesige Hauptpostamt geleitet hat, ist am 1. Juli wegen eines Augenleidens in den Ruhestand getreten. Aus diesem Anlaß ist ihm der Königliche Kronenorden dritter Klaffe verliehen worden. Gleichzeitig find dem Postdirektor Ritsert in Anerkennung seiner in langjähriger treuer Pflichterfüllung geleisteten ersprießlichen Dienste besondere Dankschreiben deS Staatssekretärs des Reichspostamts, von Podbielski, und der Kaiserlichen Ober-Poftdirektion in Darmstadt zu­gegangen. Der Amtsnachfolger des Herrn Ritsert ist Postdirektor Schäfer aus Gleiwitz geworden. Dem Postkassierer Stroh ist vom 1. Oktober ab eine Post­inspektorstelle für den Bezirk der Kaiserlichen Ober Post­direktion in Stettin übertragen worden.

-i-Staufenberg, 2. Juli. Am verflossenen Sonn­tag hatten trotz des schlechten Wetters mehrere Vereine, her Turnverein Lollar mit Musik, drei Technikervereine, von Gießen, Kassel und Marburg einen Sommerausflug ebenfalls mit Musik nach, unserer Burg gemacht. Wie wir hören, hatte per Gießener Technikerverein hierzu bie beibeit anberen eingelaben. Vorträge unb Reben mannigfachen Inhalts füllten bie Konzert- unb Tanzpausen aus. Den Glanzpunkt ihrer Veranstaltungen bilbete am Abenb em großartiges Feuerwerk, bas Alt unb Jung aus Staufenberg hinauflockte. Der Lampionzug nach» Lollar mit über 100 Teilnehmern bot einen imposanten Anblick. Noch lange nach dem Abzug ber Vereine, bie man bis nach Lollar sich langsam unter Vorantritt ihrer Musikkapelle fortbewegen sah, 'war b<ie> !Burg durch hen gälische Feuer taghell beleuchtet.

z. Liudeustruth, 2. Juli. Gestern feierte der hiesige Kriegerverein sein 25jähriges Bestehen. Obgleich am Morgen und Vormittage des Himmels Schleusen reichlich geöffnet waren erschienen doch zahlreiche Kriegervereine aus nah und fern, sowie mehrere Gesangvereine auS der nächsten Umgebung. Erprobte und mutige Krieger fürchten des Regens Naß, besonders wenn des Gerstensaftes Wirkung das Gleichgewicht hält, nicht. Der Festzug bestand aus den Vorrettern, den Schülern, wovon sämtliche Knaben mit Helmen und Schleppsäbeln ausgerüstet waren, den Fest­damen, dem Musikkorps und den Vereinen und bewegte sich durch das festlich geschmückte Dorf. Während des Zuges heiterte es sich auf. Der Vereinspräsident hielt die Be­grüßungsansprache und Pfarrer Biedenkopf die Festrede. Küche und Keller boten reichliche Labung und Tanz- und Juxplatz allerlei Vergnügungen. Zu rasch verstrichen die Stunden fröhlichen Wiedersehens.

-ö. Nieder-MooS, 1. Juli. Ein hiesiger Bienenzüchter bekam innerhalb zwei Wochen von einem Bienenstock drei Schwärme. Gewiß ein seltenes Vorkommnis, das in wei­teren Kreisen der Imker Jntereffe erregen dürste.

-n- Gettenau, 2. Juli. Das Zweite Musikfest des Oberhessischen MusikbundeS fand gestern hier statt. Von acht Vereinen waren sieben erschienen. Zwar ließ die Witterung viel zu wünschen übrig; dennoch nahm das Fest einen schönen Verlauf. Alle Vereine zeigten, daß sie sehr wohl ihre Instrumente zu beherrschen verstehen, und ebenso bewiesen die Gesamtchöre eine sorgfältige Schulung durch den Vereinsdirigenten. Die Leistungen des Schottener Vereins verdienen besonders erwähnt zu werden. Wenn aus dem seither betretenen Wege fortgefahren wird, kann man den strebsamen Vereinen eine schöne Zukunft Voraus­sagen.

Q AuS dem oberen Vogelsberg, 2. Juli. In einem Dörfchen unseres Vogelsbergs erschien am verfloffenen Sonntag zum größten Erstaunen der Kirchenbesucher der Pfarrer ohne Chorrock in der Kirche. Andere Amts­zeichen waren nicht vorhanden. Ohne Verlegenheit hielt dec