Ausgabe 
4.5.1900 Erstes Blatt
 
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Gluten-Kakao

Gemüse- und Kraft-Suppen Bouillon-Kapseln

an der juristischen Fakultät. Der wahre Grund kann nur sein: eine Uebergehung bei der Besetzung des Kanzlerpostens. Professor Mandiy besaß schon früher einen Manien in ganz Deutschland, der Klang s inee Namens hat sich erhöht, seitdem er einer der Dtttschöpfer des Entwuifs für das bürgerliche Gesetzbuch geworden ist.

Altersschwäche Lungenschwindsucht Lungenentzündung Influenza Herzleiden Gehirnerweichung Unterleibsentzündung

Suppen -Würze

M J. Rühl Witwe, Sel'ersweg.

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Mien, 3. Mai. DasFremdenblatt" bespricht an leitender Stelle die heute erfolgte Abreis edesKaisers Franz JosefnachBerlin und versichert, daß dieselbe keinen besonderen politischen Zweck verfolge. Das offiziöse Blatt konstatiert aber trotzdem, daß, nachdem auch der Kronprinz von Italien sich unter den künftigen Besuchern befindet, das im Hause Hohenzollenn bevorstehende Fest eine entschiedene Manifestation des Friedens und des fortdauernden Zusammenstehens der den Dreibund hütenden Dynastieen dokumentiert.

Breslau, 3. Mai. Hier beschloß eine gestern abend abgehaltene namentlich aus den Kreisen der Kunst und Wissenschaft zahlreich besuchte Versammlung nach einer sehr beifällig aufgenommenen Rede des Universitäts-Pro­fessors Dr. Kaufmann die Gründung eines Goethe- b u n d e s. Zum Vorsitzenden des Vorstandes wurde Pro­fessor Kaufmann gewählt.

B e r l i n , 3. Mai. Die Kommission des Abgeordneten­hauses für das Warenhaussteuergesetz hat gestern abend die zweite Lesung beendet und das Gesetz im ganzen mit 11 gegen 5 Stimmen angenommen.

Kunst Md Wissenschaft.

historische Kommission für Hessen und Waldeck. Die dritte Jahresversammlung der historischen Kommission für Hessen und Waldeck findet am 12. Mai, nachmittags 4 Uhr, in der Universität zu Marburg statt. Tagesordnung: 1. Feststellung des Personalbestandes der Kommission, 2. Entlastung des Schatzmeisters wegen der Rechnung für das Finanzjahr 1899/1900, 3. Wahl und Ergänzung des Vor­standes, 4 Wahl von neuen Mitgliedern der Kommission, 5. Bericht über dcn Stand der wissenschafUichen Unternehmungen.

Die 29. Wanderversammlung des Deutschen Photo» graphen«Vere!neS findet vom 30. Juli bis 26. August in Berlin statt. Die mit dieser Wanderversammlung verbundene Ausstellung steht unter dem Allerhöchsten Protektorate der Kaiserin, den Ehrenvorsitz übernahm der Kultusminister Dr. Studt. Die Ausstellung ist auch dem größeren Publikum bis zum 26. August geöffnet. Sie findet im Künstlerhause, Berlin W., Bellevuestr. 3, statt. Zu weiteren Aus­künften ist der Vorsitzende des Deutschen Photographen - Vereines K. Schmier in Weimar, ebenso aber auch der Vorsitzende des Orts­ausschusses Herr Otto mar Anschütz in Berlin W. 66, Leipziger Straße 116, gern bereit.

Würzburg, 2. Mai. Im bayerischen Landtag haß der Abg. Köhl die Ursachen des Rückganges der Würzburger Universität behandelt. Die erste Rede galt mehr einer scharfen Abwehr des preußischen Gesetzentwurfs, der den Amtsärzten ein preußi­sches Doktordiplom zur Pflicht macht. Er wies auf den partikularistischen Zug hin, der in dieser preußi­schen Maßregel steckt und mit dem reichsgesetzlichen Cha­rakter des Aerztestandes in Widerspruch steht. Er zitierte das altbayerische Verslein:

Und a bissel a Liab' Und a bissel a Treu' Und a bissel viel Falschheit

Versteigerung«

Montag den 14. Mai, »achmittags 2 Ahr, versteigere ick rm Pkandlokal Selrersweg n gegen Barzablung: 1 Mrd, 1 Oekonomiewagen, eme Partie Buchen- bohlen, 1 Kassaschrank, i Pmnmo, Sofas, Kommode und KlerderschrLnke, 1 Näh­maschine, 2 Regulateure und 1 Faß Ocker.

Gießen, den 3. Mai 1900.

8254 Mulch, Pfandmeister.

Bier aus der ersten Aktien-Brauerei Kulmbach

und aus der

Brauerei Henninger, Frankfurt a. ML,

sowie

vorzugl. Wetterauer Aepfelwein, per Ltr. 30 Fig.

1 bis » möblierte Zimmer mit Küche zu mieten gesucht. Gefl Anerbieten mit Preis unter E G. 01955 an die Expedition d. Bl- erbeten^^^^^^^^

Arbeiterbewegung.

Mainz, 2. Mai. Die Verhandlungen zwischen der Schlosser­innung und dem Gesellenausschuß haben befriedigend abgeschlossen. Es wurde die 9^ stündige Arbeitszeit, eine lOprozentige Lohnerhöhung und ein Minimallohn bewilligt. Von Jahr zu Jahr sollen die Lohn- und Arbeitsbedingungen gemeinschaftlich geregelt werden. In den Installations-Fabriken von Busch, Maschmann und Rockemann haben gestern sämtliche Arbeiter gekündigt, weil sich tue Lohn-

Jagd und Spark.

Spielkurse. Auf Veranlassung des Zentral-Ausschufies zur Förderung der Volks- und Jugendspiele in Deutschland werden in diesem Sommer 2 Kurse für die Erlernung der Volks' und Jugend­spiele in Frankfurt a. M. abgehalten und zwar a) für Lehrer vom 25. Mai bis 2. Juni einschl.; b) für Lehrerinnen vom 15. bis 23. Ium einschl. Die Kurse sind unentgeltlich. Anmeldungen sind an den städtischen Turninspektor zu Frankfurt a. M zu richten.

Oberleutnant Su ermondt hat am Montag bei den Mannheimer Rennen wiederum aufKen" einen ersten Preis erhalten.

Summa: 9 (2) 6 (2) 3

Anm. Die tu Klammern gefegten Z'ss r" gehen »r>. rou mti der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke komme».

für Schneider! M*

gesucht. [01950] Dammstratze v.

Universität und Hochschule.

Ernannt: Der o. Professor der Mathematik an der Uni- der Marburg, Fritz Schottky, zum Mitglied der Akademie der Wissen- schaften^in^BerUn^E^^ $eJ. Philgsophieprofeffor Dr. Ludwig Kym, der letztes Jahr sein 50jähriges Jubiläum als Dozent an' der Hochschule in rrgrick feierte, im Alter von 78 Jahren. . . ,

_ Verschiedenes r Der Lehrstuhl für Straftrecht an der Uni­versität Würzburg, der durch die Berufung Professor Oettkers nach Marburg erledigt ist, wird erst zu Beginn des Wintersemesters besetzt werden Mit den Vorlesungen über Strafrecht wurde für das Sommer- femefter der Privatdozent Dr. Knapp beauftragt. Prof. v. Mandry trägt sich mit dem Gedanken des Rücktritts von der Tübinger Professur

Hühnerhund,

Rüde, braun mit weiß gefleckt, kurzhaarig, l1/» Jahre alt, vorzüglich geführt, zu verkaufen. Preis 150 Mark. 3260 Gebrüder Pletz, Frankfurterstrabe 60.

Krieskasten.

<ä Sie sind leider kein sehr aufmerksamer Leser unseres Blattes. Wir haben bereits in unserer Nummer 101 ausführlich ^geteilt, daß der Kaiser Franz Josef am 4. Mai vormittags 10 Uhr Berlin Cmtriffkd) der neuen Postordnung können Rechnungen als 'Ge. schäftspaPiere zur Versendung kommen, sofern sie bie Auschrit Geschäftspaviere" tragen. Die Verpackung und äußere Be^assenheit ist wie bei Drucksachen. Porto rm Nahverkehr o Psg., Der Reichspost' Porto-Tarif, auf den wir gestern aufmerksam machten und der wi dien Buchhandlungen zu haben ist, giebt darüber erschöpfende Auskunft.

lli'vmictnmien

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Urrmischtes.

* Bromberg, 1. Mai. Gestern abend wurde im hiesigen Stadttheater der Kastellan Milewski während der Aufführung derZauberflöte" auf der Treppe zum 1. Range von einem Logenschließer erschossen. Ein aus­wärtiger Theaterbesucher hatte im Ueberzieher einen Re­volver stecken lassen. Beim Zurechtlegen der Garderobe wurde die Waffe bemerkt und von dem Logenschließer Kraenz herausgenommen. K. ging damit die Treppe empor, begegnete dem Kastellan und rief ihn scherzend an:palt. Oder ich schieße!" Dabei zielte er und drückte los. ^ns Herz getroffen fiel der Kastellan tot die Treppe herunter. M. hinterläßt Frau und 6 Kinder, von denen drei bereits erwachsen sind. , , D ,

* New-York, 2. Mai. Ein furchtbares Gruben­unglück ereignete sich in Shofield (Utah). Es sollen über 200 Menschen das Leben erngebüßt haben. Das Unglück wird auf die Explosion einer Anzahl Pulver- fäffer zurückgeführt. 137 Leichen wurden bereits geborgen. (Bereits gestern nachmittag durch Anschlag an unserer Offizin bekannt gegeben. D. Red.)

Js immer dabei."

Die zweite Rede ging dann den inneren Ursachen des> Stillstandes im Wachstum der Alma Julia aus den Gründ. | Das. Minus der Hörerzahl gegen die Ziffer vor zehn Jah­ren beträgt 400 Mediziner. Mit Recht sucht danach Kohl in der medizinischen Abteilung der Hochschuleiitrichtungew den Grund des Rückganges, und zwar in den Zuständen am Juliusspital. Es fehlt in dieser Anstalt an der Ge­legenheit, sich in wichtigen Spetzialdisziplinen auszubilden. Es besteht an dem Spital nur eine interne medizinische Klinik, eine chirurgische Klinik und eine Klinik für S?aut= und Geschlechtskranke. 2-agegen werden Kinderkrankheiten, Nasen-, Rachen- und Ohrenleiden nicht klinisch erläutert. Die Hautklinik steht nicht mit einem Ambulatorium in Ve^ bindung und hat sonstige Unzuträglichkeiten, entbehrt auch der Leitung durch einen dermatologischen Extraordinarius. Ein Dozent leitet die Abteilung in ministeriellem Auftrag seit 1887. Wenn das so sortgeht, werden die Dozenten uralt und können unter den Aposteln bei der Fußwaschung in der Residenz figurieren. Das Juliusspital mutz also modern ausgestattet werden, damit es in der Verwendung seines Krankenmaterials zu Unterrichtszwecken den An­sprüchen genügt. Andernfalls ist der Magistrat gezwun­gen, ein eigenes städtisches Krankenhaus unabhängig bom Juliusspital zu errichten, und dann wäre der medizinischesn^ Fakultät eine weitere Verödung sicher. Der Kultusminister hat diesen Ausführungen die Berechtigung nicht absprecheu können. '

Fahnen

und

Flaggen aller Arten, Fchttullangku, Hua-kn etc. Ernst Bloedner,

Seltersweg. 8269

Ttefirenbt, der sich geweigert habe, die -.eiche Czybullas I su sehen, einen als roh bekannten Mann, der zu mehreren I Leuten geäußert habe, er könne mitBlute einen I Menschen schlachten. Behrendt hasse die ^uden sehr und er I habe vielleicht die Mordthat nur deshalb aushrt, um, I den Juden zu schaden, wie man mit giofjter ^ohrscheim lichkeit früher auch in Tisza Eszlar gehand^t habe. I

Der Verteidiger Behrendts, Rechtsanwalt Thurau, hob I hervor daß es der Staatsauwaltschast nicht gelungen sei auch nur einen Beweis für die wirkliche Thaterschaft des: Anaeklaaten beizubringen; die Verdachtsmomente gegen Jowphsoh i seien schwerer als die gegen Behrendt, ^osepysoyi , Geschworenen lautete auf Nichtschul­dig (wie man erfuhr, mit sechs gegen sechs Stimmen), Npsirendt wurde freigesprochen und sofort aus der vast ent­lassen. Er verzog bald nach Amerika, wo er 18/b schon I einmal gewesen war. Bis heutigen Tages ist der Skurzer I Mord noch nicht genügend aufgeklärt und noch nicht ge- I Mut, wie freilich auch sehr viele andere Morde.

An der Ermordung des Gymnasiasten Winter, eines 18iährigen, stämmigen sungen Mannes, sind aller Wahr­scheinlichkeit nach mehrere Personen beteiligt gewesen, wenn nicht etwa erwiesen wird, daß Winter, z. B. mit schwerem Alkohol betäubt worden und in bewußtlosem Zustandeab- qeschlachtet" worden ist. Der schwächliche 14jährige Czy- bulla kann leicht von einem Mann umgebracht worden sein. Warum aber nvnb zu welchem Zwecke? Die Beweggründe zur Mordthat in Skurz sind bis heutigen Tages ebenso | rätselhaft geblieben wie bis jetzt die Motive der Mörder , des Ernst Winter; nur Vermutungen werden gehegt und unerwiesene Behauptungen sind aufgestellt worden, zu denen die Blutleere der Leichname sowie die Schnitte durch den Hals usw. Grundlagen gegeben haben. Vielleicht ist finsterer $ lut al) er glaube im Spiel, vielleicht aber auch Mo­tive, die wohl erst dann klargestellt werden können, wenn das Leben des jungen Winter außerhalb der Schule offen liegt. Vielleicht find aber sowohl Czybulla wie Winter von ihren Mchdern die aller Wahrscheinlichkeit nach das Schlächtergewerbe berufsmäßig betrieben haben in einer Art wollüstiger Raserei des Mordeszerlegt" worden und auch zu dein Zwecke, den Körper leichter beiseite zu schaffet und die Entdeckung des Verbrechens zu erschweren. Auf­fallend wäre es nicht, wenn in späterer Zeit manche Mörder sich diese furchtbare Methode von Sturz und Könitz zum Muster nehmen in der Gewißheit, dadurch die Aufhellung^ der Sache zu erschweren.

SM. MchthMS.

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Kommission mit den Fabrikanten nicht einigen konnte. In der Metznerschen Fabrik sind heute sämtliche Arbeiter m den Ausstand ge- trCtCn KftbtSheim. 2. Mai. Die Arbeiter in den hiesigen Stein­brüchen haben infolge von Lohndisserenzen die Arbeit heute ern-

Paris, 2. Mai In Tourcoing und Roubaix streiken die Arbeite von 3 Spinnereien. Lohndisserenzen und verlangte Ver­kürzung der Arbeitszeit sind die Ursachen des Streikes.

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