Ausgabe 
4.4.1900 Erstes Blatt
 
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London, 3. April. Aus Buren kreisen wird gemeldet, Laß zwischen Bradburg und V i e n b u r g 20 000 Mann unter dem Befehl der Generale Tewey und Delarey stehen. Weiter wird bestätigt, daß die Engländer am Samstag 7 Geschütze, 18 Munitonswagen und 250 Gefangene ver­loren.

London, 3. April. General Botha erließ anläßlich der Uebernahme des Oberbefehls über die Burentruppen eine begeisterte Proklamation.

London, 3. April. Aus Prätoria wird aemeldet: Am Sonntagmorgen wurde in der Gegend von Brandfort ein heftiges .Eanonenfeuer vernommen. Bis jetzt fehlen indes noch alle Einzelheiten darüber. An demselben Tage fand auch ein Treffen bei Mafeking statt, wobei die Hilss- Kolonne des Obersten Plumer mit Verlusten den Rückzug antreten mußte. >

Deutsches Keich.

Berlin, 2. April. Nach einer Besprechung mit dem Staatssekretär Grafen v. B ü l o w im Auswärtigen Amt empfing der Kaiser heute im Königlichen Schloß den neu ernannten Präsidenten der Seehandlung, Haven stein, und den Chef des Civilkabinetts, v. Lucanus, zum Vortrag. Um 11 Uhr 30 Min. hörte der Kaiser den Vortrag des Staatssekretärs T i r p i tz und des Vice-Admirals Frei- Herrn v. Senden-Bibran.

Berlin, 2. April. Der Kaiser hat dem deutschen Botschafter in Petersburg, Fürsten Radolin, der gestern fein 59. Lebensjahr vollendet, das Kreuz der Großkomthure des Königlichen Hausordens von Hohenzollern verliehen. Den hohen Orden vom Schwarzen Adler besitzt der Bot­schafter bereits seit mehreren Jahren.

Die Vermählung des Prinzen Max von Bade n mit der Prinzessin von Cumberland soll im Herbst in G m u n d e n stattfinden.

TieBert. Reuest. Nachr." schreiben: In den Zeit­ungen ist mehrfach von 40000 Mark als K osten bi r Reise des Grafen Bülow nach P a l ä st i n a die Rede gewesen. Demgegenüber ist festzustellen, daß nur etwa ein Zehntel dieses Betrages auf den persönlichen An­teil des Staatssekretärs entfällt, das übrige dagegen auf Kurier- und Tepeschenkosten zu rechnen ist.

Der (tum die Entwickelung des württembergischen Unterrichtswesens hochverdiente Kultusminister Dr. von Sarwey ist in Stuttgart infolge eines Herzschlages plötzlich g e st o r b e n. Ter Tod überraschte ihn im Arbeits­zimmer. Er hatte einige Tage ruvor nur über leichtes Unwohlsein geklagt. Sarwey zählte 74 Jahre. Im Laufe der 15 Jahre, die Sarwey dem Kultusministerium vorstand, haben sich die Bedürfnisse der Kirche und der Universität in ungeahnter Weise entwickelt und große Ansprüche an die Kraft des Leiters des Ministeriums gestellt, denen Sarwey mit unermüdlicher Pflichttreue nachkam. Eine weid umfassende litterarische, politische und staatsmännische Thätigkeit erfüllte das Leben des Dahingegangenen.

Die Höhe der Makrikularbeiträge ist nach dem nunmehr zum Abschluß gebrachten Reichshaushaltsetat für 1900 auf insgesamt 527,7 Millionen Mark festgesetzt worden. Davon entfallen 320,9 Millionen auf Preußen, 59,2 aus Bayern, 38,1 auf Sachsen, 21,3 auf Würtem- berg, 17,5 auf Baden, 10,5 auf Hessen, 6,0 auf Meck­lenburg-Schwerin, 3,4 auf Sachsen-Weimar, 1,0 aus Meck­lenburg Strelitz, 3,8 auf Oldenburg, 4,4 auf Braunschweig, 2,4 auf Sachsen Meiningen, 1,8 auf Sachsen-Altenburg, 2,2 auf Sachsen-Koburg und Gotha, 2,9 auf Schwarzburg- Sondershausen, 0,9 auf Schwarzburg-Rudolstadt, 0,6 auf Waldeck, 0,7 aus Reuß a. L., 1,3 auf Reuß j. L., 0,4 auf Schaumburg-Lippe, 1,4 auf Lippe, 0,8 auf Lübeck, 1,9 auf Bremen, 6,9 auf Hamburg und 16,6 auf Elsaß-Lothringen.

In der deutschen Armee sind seit 15. Feb. d. I. pensioniert worden: 2 Generalleutnants, 4 General­majore, 4 Oberste, 2 Oberstleutnants, 25 Majore, 27 Hauptleute, 9 Oberleutnants, 11 Leutnants. In Summa 84 Offiziere. Kosten für das Jahr etwa 270000 Mark. Ohne Pension wurden verabschiedet 1 preußischer Ober­leutnant, 3 preußische Leutnants.Ausgeschieden" sind ferner 2 preußische Oberleutnants und nicht weniger als 31 preußische Leutnants. Der Gesamtverbrauch an Offi­zieren beträgt somit in den letzten 6 Wochen 121. Bon den Pensionierten treffen auf Preußen 1 Generalleutnant, 3 Generalmajore, 3 Oberste, 2 Oberstleutnants, 20 Majore, 25 Hauptleute, 9 Oberleutnants, 10 Leutnants; auf Bayern 1 Generalleutnant, 1 Generalmajor, 1 Oberst, 5 Majore, 1 Hauptmann, 1 Leutnant; auf Sachsen 1 Hauptmann. Das verflossene erste Dierteljahr 1900 brachte 130 Offizieren die Pensionierung, darunter 105 preußischen, 22 bayrischen, 2 sächsischen und 1 würtem- bergischen. Außerdem wurden ohne Pension verabschiedet und ausgeschieden 51 Oberleutnants und Leutnants (50 preußische und 1 bayrischer), so daß der Gesamtabgang des ersten Vierteljahres 181 Offiziere ausmacht.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz be­treffend die Feststellung des Reichshaushaltsetats für 1 900.

DieBerliner Korrespondenz" erfährt heute, daß die Beschlüsse der Kommission zur Vorberatung der Waren Haus st euer- Vorlage, welche dem Zweck des Gesetzes durchaus widersprechen, und eine Erdrosselung' der Warenhäuser deutlich erkennen lasse, für die Staatsregierung unannehmbar seien.

- Wie Abendblätter melden, wird nach einer dem Bureau des preußischen Abgeordnetenhauses zugegangenen Nachricht die K a n a l v o r l a g e unmittelbar nach Pfing­sten an den Landtag gelangen, nachdem zuvor im Reichs­tage eine Entscheidung über die Flottenvorlage ge­fallen ist.

DieRordd. Allg. Ztg." erfährt zu den in den letzten Tagen auftauchenden beunruhigenden Nach­richten über den Zustand der Plantagen in K amer u n , es sei schon seit Langem von feiten des kaiser­lichen Gouverneurs in Kamerun auf die besonderen Schwie­rigkeiten der Arbeiterverhältnisse im ganzen Schutzgebiete aufmerksam gemacht worden, und die kaiserliche Regierung sei bemüht, nm der immer mehr zunehmenden Arbeiternot

auf den Plantagen durch besondere Maßnahmen Einhalt zu thun. Zu diesem Zweck habe die Kolonial-Abteilung u. a. sämtliche Plantagen-Jnteressenten Kameruns zu einer Besprechung einaeladen, und es sei zu hoffen, daß das, Ergebnis dieser Beratungen dazu führen werde, Rückschläge in unserer vielversprechenden Plantagen-Wirtschaft zu ver­hindern.

Der Assistenzarzt Dittmer ist laut einer Meldung des amtlichen Kolonialblattes den Wunden, die er in den Kämpfen der Kameruner Schutztruppe im Norden des Schutzgebietes erhalten hat, erlegen.

In die Stammkompagnien der Marinetruppenteile in K i a u t s ch o u dürfen nunmehr auch tropendienstfähige Einjährig-Freiwillige eintreten.

Kiel, 2. April. Der Großherzog von Hessen begab sich abends nach Darmstadt zurück.

München, 2. April. In der Abgeordneten­kammer wurde heute gelegentlich des Nachweises der Rente der königlichen Bank die Affaire des Universitäts­professors Dr. Lipps berührt. Es handelt sich um die Aeußerungen über die Rechtsprechung, die Prof. Lipps in der Protestversammlung gegen die Lex Heinze gebrauchte. Die Liberalen und Sozialdemokraten verteidigten den Sinn der Rede Lipps', die Klerikalen griffen Lipps an. Tr. Heim meinte, anderen Leuten gegenüber hätte der Staatsanwalt schon eingegriffen. Der Justizminister erklärte, er habe die Ermittelung des Thatbestanbes dem Kultusminister überlassen, der die Aeußerungen des Professor Lipps noch nicht habe feststellen können, da Lipps in Italien sei. Der Minister bedauert, daß Professor Lipps nicht vor seiner Abreise eine Erklärung abgegeben habe. Damit wurde der Gegenstand verlassen.

Ausland.

L o n d o n, 2. April. Nach einem Telegramm derDaily Mail" (lUs Peking hat Li-Hung-Tschang an die Behörden in Peking telegraphiert, daß 8000 Uniformen in Hongkong durch Kangyuwei bestellt worden waren. Die Kaiserin- Witwe sei sehr beunruhigt. Li-Hung-Tschang schickte seinen Stellvertreter zum Gouverneur von Hongkong, um dagegen zu protestieren, daß Kangyuweis Propaganda dort erlaubt werde. Die Deutschen haben derselben Quelle zu­folge wiederum Schwierigkeiten mit der Erwerbung von Land für die Eisenbahn in Schantung, weil dadurch Gräber und Tempel gestört werden. Einige lokale Tumulte seien dadurch verursacht worden.

Brüssel, 2. April. Der Londoner Korrespondent derJndependence" berichtet seinem Blatte, Deutsch­land werde in nächster Zeit den Wortlaut des geheimen Vertrages veröffentlichen, der bezüglich Ostafrikas zwischen der deutschen und englischen Regierung ausge­arbeitet worden war. Der Vertrag war indes nur pro­visorisch und sollte erst später nach Eintreffen bestimmter Ereignisse in Kraft treten. Diese Ereignisse können aber nun nicht mehr eintreten, und deshalb will Deutschland den Wortlaut veröffentlichen, um dadurch die Meinung der übrigen Mächte, die in dem Glauben sind, daß ein Ver­trag thatsächlich abgeschlossen worden, richtig zu stellen (?).

Lille, 2. April. Nach Beendigung einer nationa­listischen Versammlung kam es zu Schägereien, wobei der Vizebürgermeister Dumontier durch einen Messerstich ins Gesicht verletzt wurde.

Rom, 2. April. Der P a p st empfing heute deu Prä­sidenten des deutschen Reichstages, Grafen v. Balle- st r e m.

Bei der heutigen Neuwahl des Kamme»r- v o r st a n d e s wurde Giuseppe Colombo, der bisherige Präsident und jetzt wieder von der Regierung als Kan­didat für dasselbe Amt ausgestellt, mit 265 Stimmen wiedergewählt. Die Wiederwahl Colombos bedeutet einen großen Erfolg der Regierung und der Mehrheit, da seit langem kein Präsident eine solche Stimmenzahl erhielt.

Wien, 2. April. Tie Aussichten auf eine d e ut sch- tschechische Verständigung mehren sich. In Prag erfolgte nach zweitägiger Beratung des Kongresses der Realisten (die bisher zu keiner Partei organisiert waren) unter Führung des Professors Masaryk die Konstituierung einer besonderen Partei unter dem NamenTschechische Volkspartei". In dem Programm der neuen Partei heißt es, daß diese eine Verständigung mit den Deutschen auf Grund völliger Gleichberechtigung beider Nationalitäten anstrebt, sich für die Abgrenzung der nationalen Bezirke ausspricht und hierin nicht eine Zerreißung Böhmens er­blickt, schließlich die Einführung des obligatorischen Unter­richts der deutschen Sprache an den tschechischen Mittel­schulen verlangt.

Konstantinopel, 2. April. Die russisch-tür­kischen Verhandlungen über den Bau von Eisen­bahnen im nördlichen Kleinasien sind am Montag endgiltig abgeschlossen worden. Danach ist die Türkei verpflichtet, sobald sie ib'en Bau von Eisenbahnen innerhalb der Ver­tragszone nicht selbst bewirkt, die Konzession der Linien an russische Kapitalisten zu verleihen. Die Vertragszone wird begrenzt im Westen durch die Linie Adabazar-Heraclea, im Süden durch die Linie Angora-Caesarea,. Siwas, Karput, Diarbekr und Wan. Der Bau dieser Grenzlinien steht nach wie vor der Anatolischen Bahngesellschaft frei.

Peking, 2. April. Zur Sühne für die Er- iriordung des englischen Missionars Brooks durch chinesische Ruhestörer ist durchgesetzt, daß zwei Mörder enthauptet, einer lebenslänglich, einer 10 Jahre und einer 2 Jahre ins Gefängnis geworfen werden. Ferner soll auf Kosten der chinesischen Regierung eine Gedächtniskapelle mit Sühnetafel am Schauplatz der Mordthat errichtet, eine Gedenktafel in der Kathedrale von Kanterbury angebracht werden.____

Fokales und MovirmkUes.

o. Gießen im April-Schnee ist kein April­scherz, sondern eine wahre Thatsache. Gestern am Spät­nachmittage begann der Schneefall, und heute früh fand man Rauhreif aus den Straßen, auf den Dächern und auf den Fluren vor. Die ganze Natur war in ein zartes weißes Gewand gehüllt. Es war ein echtes und rechtes Winterbild, nur das erste Mattgrün der Bäume und Sträu­cher schimmerte leicht durch die weiche Flockendecke. Der April ist eben ein launischer Gesell, bald ist er düster, bald

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ist er hell, bald lacht er, bald weint er, bald scheint -> Sonne, bald bringt er Kälte, bald Frühlingswonne <hQ( J und Stürme und lmdduftiges Wehen läßt er im rasch ' Wechsel uns sehen. Dieses launische Wesen gefällt abl weder dem Frühling, noch dem Winter.Er ist eben * Herren Knecht utib macht es darum keinem recht!"'M -I er verspricht, das hält er nicht. Was er bringen soll ht bringt er nicht; was er fingen soll, das singt er nicht SI neckt mit seinem veränderlichen, trügerischen Wetter ae>-\ die Leute, und von ihm hat man in anschaulicher Sgeit gelernt, wie man es machen muß, jemanden zu nassühre- Unsere germanischen Vorfahren feierten im April, na^i der Göttin Ostara Ostarmanoth genannt, das schöne V» der Auferstehung der Natur, wenn auch unter anderes Schilde wie gegenwärtig unser Osterfest. Groß und tlei- nahm Teil an Spiel, Sang und Tanz. Ja, man meint- sogar, daß selbst die Sonne beim Aufgehen an diesem Tqü< drei Freudensprünge mache. In liebevoller Vereh^o brachte man daher der Frühlingsgöttin, die der Mens^ heit den holden Len z-schenkte, reiche Opfergaben dar: Honig, Milch, Fleisch und Brot. In den noch bestehendes Bräuchen der Osterzeit, dürfen wir daher wohl noch llebei. reste jener heidnischen Aprilfeiem vermuten.

Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordvei« Versammlung Donnerstag den 5. April 1900, nat: mittags 3i/2 Uhr pünktlich. 1. Gesuch des Bäcker- Ludwig Engelhardt um pachtweise Ueberlaffung eines H»!: lagerplatzes am Lutherberg. 2. Gesuch des Philipp Wehrm um pachtweise Ueberlaffung eines Holzlagerplatzes daselbu 3. Baugesuch des Karl Puth für den Wieseckerweg; hier Dispens. 4. Desgl. des I. Hirz für den Seltersweg hier: Verzicht auf Anbringung eines Hydranten. 5. Bau wesen des I. Pfeffer am Marktplatz; hier: nachträglicher Dispens. 6. Gesuch des Karl Bieler um Erlaubnis zur Herstellung eines Zufuhrweges von der Lonystraße nn: seinem Hause Südanlage 10. 7. Verbindungsstraße zwischei Ludwigsplatz und Schiffenbergerweg. 8. Den städtische- Weg zwischen der Liebigstraße und Wilhelmstraße. 9. Er richtung von Arbeiterwohnhäuscrn seitens der Eisenbahn direktion Frankfurt a. M.; hier: Wasserversorgung der Häuser. 10. Gesuch des Fr. Krogmann um kostenfreie Zuführung von Gas- und Masset nach seinen hinter der Schanzenstraße errichteten Neubauten. 11. Gaßmeffermett und Kosten fürs Aufsetzen von Glühkörpern. 12. Gesuch des Schuldieners Fr. Becker um Gewährung einer BeüM zur Heizung ber Stadtmädchenschule. 13. Frequenz der höherer Mädchenschule; hier: Aufteilung der Klasse VI. 14. Den Entwurf einer Wiesenpolizeiverordnung. 15. Ge­such des Johann Seibel um Erlaubnis zum Wirtschaft s betrieb im Hause Ludwigsplatz 13. 14. DeSgl. des Heinr. Monick im Hause Wallthorstraße 46.

** Sektion Gießen des Deutsch, o. öfter. A.-V. Prof. Dr. Finger aus Darmstadt, wird am Mittwochabend 8ya Uhr, im BereinszimmerZum Andres" einen Vortrag über seine letzten Hochtouren und Waldwege in den Gröden« Dolomiten, den Bergen des ZillerthaleS und des Wilder Kaisers halten. Diese Nachricht, so schreibt man uns, wirt in jeden bergfrohen Gemüt unserer Stadt die Erinnerung an die schönen Stunden erwachen lassen, die der geschätzte Redner durch die fesselnde Schilderung seiner Hochgebirgs- erlebnisse der Sektion bereitet hat. Seit frühen Jahren dem Sport ergeben, ist er ein Hochtourist im eminenten Sinne. Wenn auch der Durchschnittsalpinist es ihm auf Fels und Eis nicht gleich thun kann, so läßt sich doch jeder gern von dem humorvoll geschickten Erzähler wenigstens im Geiste auf die schwindelnde Zinne ber Kalkalpe wie auf bie Häupter ber Eisriesen führen unb mit mancherlei Touristen- Volk im Thal, auf ber Hütte unb auf ber Tour bekannt machen Seine letzten Touren galten ber Umrahmung bes CiSlesthali unb ber Langkofelgruppe, bem Hochfeiler unb Feldkops im Zillerthaler Kamm unb bem Totenkirchl. Jeber Bergfieunl ist, von einem Dereinsmitglieb eingeführt, zu biefem Dor trag willkommen.

§§ Jubiläum. Gestern abend feierte in bem fest!ick i geschmückten Saale des Gastwirts Sauer, Oswalds^uteii ber Stationsassistent Schad sein fünfzigjährige^ rienst Jubiläum. Ein großer Teil feiner Kollegen, forote ander! Herren und Damen hatten sich zum Feste eingefunden, nn es wurde alles aufgeboten um dem bewährten, vermeng vollen und treuen Beamten die schönen Stunden do Festes recht angenehm zu machen. Bon einem Kollege wurde der Jubilar in einer Ansprache, bie über lein Dienstlaufbahn und über seine Privatverhältnisse eine kurzen Abriß gab, gefeiert. Der Redner gedachte ber iei bienftc der ganzen Dienstzeit des Jubilars, loivoln 1 | Militär- als im Zivilbienst, seiner Kameradschaft, eine- liebenswürdigen Benehmens, er gedachte ferner schönen Familienlebens und erwähnte, wie er n® ww sein taktvolles Benehmen die Achtung und das ibenraut. seiner Vorgesetzten, die Liebe seiner Kollegen sowre oi Anhänglichkeit der gesamten Beamten- und Arbeuerim» der Güter-Abfertigung erworben habe unb fPrüd Wunsch uus, daß ex auch fürderhin von reichem Glucr ui Segen begleitet fein möge. Hierauf wurde un" uv Jubel aller Anwesenden ein Hoch auf den Jumim u - seine Familie ausgebracht, woran sich Gratulanten v" Erschienener anschlossen. Alsdann begann erst rcan gemütliche Teil ber Festlichkeit, der sich unter Sang u^ Klang bis in die späte Nacht hin ausdehnte. - Hoftenu« sind dem Jubilar noch viel Jahre in bester Oefunbl) unb Rüstigkeit beschieben.

Darmstadt, 3. April. (Telephonmeldung), »m > März ist ber Lehrer an ber Realschule zu Alsfeld «rn Garnier auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom ld.«s- b. I. an in ben Ruhestanb versetzt worben. - Der Herzog ist heute vormittag ^0" von Kiel hier woh et)» angekommen. Er wirb heute einer Einlabung des Ministers Rothe Folge leisten unb am Freitag früh wie nach Capri zu seiner Familie zurückkehren.

S. Darmstadt, 2. April. Diktoria-Melitta-B ein, Heilstätten-Derein für bas Großherzog Hesseii. Am Montagnachmittag hatten sich im u