Ausgabe 
4.3.1900 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

nommen. Etwa 40 höhere Beamte und Offiziere wurden verhaftet, einem Verhör unterzogen und größtenteils in Haft behalten. Es herrscht das reinste Schreckensregiment. Die haltloseste Anklage genügt, um einen Mann ins Ver­derben zu stürzen. Der Urheber dieser Infamien ist ein in den Spitzeldienst getretener russischer Deserteur und ehe­maliger Journalist. Er soll ein Intimus Izzet Beys, des Privatsekretärs des Sultans, sein.

Lokales und Provinzielles.

** Verzeichnis der Sitzungen des Schwurgerichts pro 1. Quartal 1900:

1. Montag den 5. März, vormittags 9i/2 Uhr, An- klage gegen Ernst Friedrich Martens aus Nebra wegen Notzuchtversuchs. Die Anklage vertritt: Ober-StaatS- anwalt Dr. Güngerich; die Verteidigung führt: Rechts­anwalt Hoos.

2. Dienstag den 6. März, vormittags 9 Uhr, Anklage gegen Therese Speckmann aus Flötenstein wegen Mein­eides. Die Anklage vertritt: Staatsanwalt Zimmerm ann; die Verteidigung führt: Rechtsanwalt Dr. Stahl.

3. Mittwoch den 7. März, vormittags 9»/2 Uhr, An­klage gegen Heinrich Philippi II. aus Ruppertenrod wegen Notzuchtversuchs. Die Anklage vertritt: 'Staats­anwalt Zimmermann; die Verteidigung führt: Rechts­anwalt En gisch.

4. Donnerstag den 8. März, vormittags 9 Uhr, An­klage gegen Georg Lein aus Rüdingshain wegen Mein­eides. Die Anklage vertritt: Staatsanwalt Zimmermann; die Verteidigung führt: Rechtsanwalt Rosenberg II.

5. Freitag den 9. März, vormittags 9 Uhr, und event. Samstag den 10. März, Anklage gegen Karl August Bayer aus Trier wegen betrügerischen Baukerutts. Die Anklage vertritt: Gerichtsassessor Reuß; die Verteidigung führt: Rechtsanwalt Katz.

6. Montag den 12. März, vormittags 9 Uhr, An- klage gegen Hermann Rullmann aus Gedern und Heinrich Birken stein aus Frankfurt a. M. wegen be­trügerischen Bankerutts. Die Anklage vertritt: Staats- anwalt Koch; die Verteidigung führt: für Rullmann Rechts­anwalt Dr. Spohr, für Birkenstem Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch.

** Wiener Soubretten-Theater. Bekanntlich, gastiert die ,,Bühne ohne Männer" im hiesigen Stadt­theater am Dienstag dem 6. und Mittwoch dem 7. März er. In den letzten Tagen gastierte das eigenartige Ensemble im Residenz-Theater zu Wiesbaden mit großem Erfolge bei stets ausverkauften Häusern. DerRheinische Kurier" schreibt vom 27. Februar über die Wiener Gäste: Herr Gothov Grüneke, als Dirigent und Komponist auch hier schon rühmlichst bekannt, hat sich ein Wiener Soubretten- Theater, einzig aus Vertreterinnen des schönen Geschlechts zusammengestellt, das gestern hier debütierte. Man könnte nun bei dieser Gelegenheit allerhand erbauliche Betrach­tungen anstellen über den Wechsel der Zeiten, wie einst im alten Hellas nur Männer die Bühne betreten durften, und wie herrlich weit wir es nun gebracht. Wir hörten zunächst Offenbachs OperetteDie überlistete Scharwache" (Mr. u. Mde. Denis), ein unendlich harmloses Stückchen, in dem der vielgeschmähte Jacques so gar nichts von seiner berüchtig­ten Frivolität zeigt und zugleich durch eine graziöse und geistreiche Musik entzückt, die unsere heutige Operette mit ihren vulgären Tanzrhythmen oder süßen Sentimentali­täten nicht mehr kennt. Er hatte doch den Teufel im Leibe, der Kölner Renegat, das hat selbst Wagner empfunden. Recht nett spielte und sang Fräulein Adele von Ehrenberg als Kammerkätzchen Nanette, auch Fräulein Silvia Vere erntete Beifall mit ihren Proch'schen Variationen, die sie als Einlage zum besten gab. Ein Gesangsballet folgte: Im Reiche des Jocus" mit Musik Don verschiedenen Kom­ponisten. Da wurde dann graziös und ausgelassen getanzt, es klang recht schön. Endlich durften wir Herrn Grüneke auch als Komponisten kennen lernen in der Musik zur burlesken OperetteEin Studentenstreich", die überall den gebildeten Musiker verrät, Banalitäten vermeidet und an­mutig charakterisiert. Das Stückchen erregte.große Heiter­keit und giebt einen auserlesenen Ulk, von dem wir weiter nichts verraten wollen. Fräulein Anna Vollmar, die auch in den ersten Nummern sich durch Gewandtheit vorteilhaft ausgezeichnet hatte, war als flotter ^Student ganz in ihrem Elemente. Das zahlreich erschienene Publikum nahm das Gebotene mit freundlicher Dankbarkeit entgegen. Bei aller Munterkeit und Ausgelassenheit ging es sehr dezent her, fo moralisch, daß selbst der Abgeordnete Roeren keinen .Stoff zu sittenrichterlicher Bemäkelung gesunden hätte.

** Stadttheater. Morgen Sonntagnachmittag 4 Uhr findet als Kindervorstellung eine Aufführung des beliebten MärchensDornröschen" statt, welches von den Kleinen mit Freuden begrüßt werden dürfte. Die Ein- trittSpreise zu dieser Vorstellung sind bedeutend ermäßigt. Abends geht die unverwüstliche GesangspoffeDie Rerse durch Berlin in 80 Stunden" in Szene, in welcher der Komiker Adolf Rosenberg von Köln als Rentier Bielefeld" gastiert.

, ** $8 0 h tigkeits - Konzert. Die Hochflut ge-

sellrger Veranstaltungen ist vorüber. Da erscheint es denn nicht zu gewagt, den Freunden guter Musik, deren es ja in Gießen eme Fülle giebt, Gelegenheit zu bieten, eine vor- in6®?". Sängerin zu hören und zugleich ein Werk der Wolilthatigkett zu Vo lbringen. Frau Dr. H. aus Kassel ist zwar nicht Berufssangerin, steht aber ihrem Können nach weit über dem Dilettantentum; sie verfügt über eine schöne und umfangreiche vorzüglich ausgebildete Sopranstimme Diese Dame hat sich in liebenswürdigster Weise bereit er­klärt, eine Anzahl von Liedern unserer besten Komponisten in einem Konzert vorzutragen, welches am 11 März abends 6 Uhr, im Saale des Gesellschafts-Vereins zu wobl- thätigen Zwecken veranstaltet werden soll. Das Programm der Darbietungen wird noch durch klassische Violinstücke mit Klavierbegleitung bereichert, sodaß auch wünschenswerte Abwechselung in dem Gebotenen gewahrt erscheint. In diesem Teile des Programms werden bewährte einheimische Kräfte eintreten, welche in dankenswertester Art ihre Mit Wirkung zugesagt haben. Hoffen wir aus reichen Erfolg für

das Unternehmen? Ueber den Ertrag und seine Verwen­dung wollen wir seiner Zeit unseren Lesern berichten; für heute weisen wir auf das Inserat in dieser Nummer hin.

** Turnerisches. Mehrfach geäußerten Wünschen zufolge findet seitens des hiesigen Turnvereins nächsten Sonntag, den 4. d. M., abends 7>/a Uhr in der noch festlich deko­rierten Turnhalle eine Wiederholung des jüngst abgehaltenen karnevalistischen Konzerts statt. Der Reinertrag ist nur zu turnerischen Zwecken bestimmt. Dem schon längst geplanten Umbau der Turnhalle ist man nämlich jetzt näher gerückt, indem die Pläne mit detaillierten Voranschlägen fertiggestellt sind und in diesen Tagen auch Schritte unter­nommen werden sollen, um den Beschluß der Generalver­sammlung hinsichtlich Aufbringung des Baukapitals durch freiwillige Gaben zur Ausführung zu bringen. So gilt denn auch diesem Projekt der Ueberschuß dieser nochmaligen Aufführung. Der Eintrittspreis ist auf 20 Pfg. normiert; höhere Beträge sind natürlich herzlich willkommen. Das Programm, vollständig neu aufgestellt, weist Nummern durchweg turnerischen oder humoristischen Inhalts auf. Freunde und Gönner der Turnerei sind freundlichst ein­geladen.

? Grünberg, 2. März. Schon längere Zeit beschäf­tigt man sich hier mit der Frage der Beschaffung einer elektrischen Beleuchtungs-Anlage für hiesige Stadt. Gegenwärtig steht die Stadtverwaltung mit einem Unternehmer aus Frankfurt am Main in Unterhandlung, welcher beabsichtigt, auf eigene Kosten ein Elektrizitätswerk am hiesigen Platze zu errichten, und gegen angemessene Vergütung den zur Beleuchtung der Straßen erforderlichen elektrischen Strom zu liefern, falls ihm die Genehmigung zur Abgabe der elektrischen Kraft an Private erteilt würde. Seitens des Stadtvorstandes steht man dem Anerbieten sympathisch gegenüber, unp so ist zu hoffen, daß die für unser Gemeinwesen so wichtige Frage bald eine befriedigende Lösung finden wird.

! Beltershain, 1. März. Das in der Nähe unseres Ortes gelegene GutW a r t h o f" ging gegen den Kauf­preis von 60 000 Mark an einen Herrn von auswärts über. Der seitherige Besitzer wird jedoch das Gut als Pächter weiter bewirtschaften.

)( Nieder-Gemünden, 2. März. Der Bau der Nebenbahn st recke Nieder-Gemünden-Hom- 6 er g bezw. Landesgrenze geht immer mehr der Vollen­dung entgegen. Sicherem Vernehmen nach wird die Bahn mit dem 1. Oktober dieses Jahres eröffnet und in Betrieb genommen werden.

Darmstadt, 3. März. (Telephonmeldung 10 Uhr.) Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, am 3. März den Obersteiger Jakob Ewald in Weckesheim, Kreis Friedberg, das allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Arbeit" zu verleihen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung Seiner König!. Hoheit den Großherzog den Mitgliedern der freiw. Feuerwehren in Nieder-Eschbach: Joy. Steinmetz und Christian Steinmetz II. Der frühere Verwalter des Kranken­hauses Darmstadt, Weidner, Bruder des Bürgermeisters und Landtagsabgeordneten in Herchenhain, wurde zum Oberverwalter des Pfründner- und Armenhauses dahier 1 ernannt.

? M a i ri z, 2. März. Die sozialdemokratische Partei hier hat auf den fommenoen Montag eine Volks­versammlung in dieStadthalle" anberaumt, in welcher Stellung zur Unfallversicherungsnovelle genommen und eine diesbezügliche Resolution an den Reichstag gefaßt werden soll. Als Redner tritt der Reickstagsabgeordnete Redakteur Eduard Fischer von Dresden, der den Wahlkreis Witten vertritt, auf. Die päpstliche Bestätigung des Domkapitulars Dr. Brück zum Bischof von Mainz wird nach einer Mitteilung, die der Reick)s- und Landtagsabge­ordnete als Vorsitzender einer gestern hier stattgehabten Katholikenversammlung machte, wahrscheinlich erst nach Ostern, voraussichtlich nicht vor dem 1. Mai, erfolgen. In gestriger Katholikenversammlung wurde beschlossen, die Feier anläßlich der Konsekration des neuerwählten Bischofs genau so zu gestalten, wie bei der im Jahre 1886 stattge­habten Konsekration des Bischofs Haffner. Neben der kirch­lichen Feier fand im Jahre 1886 ein großes Festbankett aus 120 Gedecken in derStadthalle" statt, bei welchem die Spitzen der Behörden ausnahmslos erschienen waren. Die Influenza, die schon vor Wochen hier ihren Einzug gehalten, grassiert hier immer noch sehr stark, und zwar ist dieselbe noch eher im Zunehmen wie im Abnehmen. Auch ist ihr Charakter heftiger wie im Anfang. In ein­zelnen Beamtenkorporationen, so bei der Schutzmannschaft, ist die Seuche derart verbreitet, daß es schwer fällt, die verschiedenen Dienststellen besetzt zu halten.

Gerichtssaal.

w. Gießen, s. Mürz 1900.

Strafkammer. Eine wichtige Entscheidung fällte gestern unsere Strafkammer. In Udenhausen bei Lauterbach besteht ein mit ordnungs­mäßigen Satzungen ausgestatteter Bürgerverein, der den geselligen Verkehr der Mitglieder untereinander und ebenso die gegenseitige Aussprache derselben über landwirtschaftliche Gegenstände bezweckt. Zu diesem Zweck versammeln sich in zwangloser Art die Mitglieder des Bürgervereins in einem hierzu vom Landwirt und Spezereiwarenhändler Konrad Weber zu Udenhausen zur Verfügung gestellten größeren Zimmer, in welchem bei diesen Zusammenkünften Bier und Schnaps verabreicht wird. Die Getränke werden jedoch vom Vorstand des Vereins angekauft und bezahlt und teilweise zum (Selbstkostenpreis abgegeben. Erzielte kleine Ueber- chüsse wurden bisher zum Ankauf von Gläsern und zur Deckung von Vereins-Unkosten verwendet, sowie um den Spezereiwarenhändler Konrad Weber, der die Bedienung im Bürgerverein besorgte, dafür zu entlohnen. Der Verein hat bisher vergeblich versucht, die Erlaubnis zu dem vorge- childerten Bier- und BranntwvinauSschank zu erhalten. Es ist auch vorgekommen, daß Nichtmitglieder der Vereinigung von deren Mitgliedern als Gäste bei Weber eingeführt wurden; deren Getränke sind aber stets von Mitgliedern bestellt und bezahlt worden. Weber war wegen nicht befugter Ausübung des Schankgewerbes auf Grund des $ 33 und 147 der Gewerbeordnung, unter Anklage gestellt, dieserhalb aber vom Schöffen­gericht Lauterbach von Strafe und Kosten freigesprochen. Gegen dieses Urteil verfolgte die Staatsbehörde die Berufung vor unserer Strafkammer. Staatsanwalt Koch, welcher die Berufung zu vertreten hatte, erklärte, er verfolge dieselbe auf Antrag des Kreisamtes Alsfeld, obschon er persönlich der Ansicht sei, daß der Freispruch des Lauterbacher Gerichts nach Lage der Sache gerechtfertigt sei; er gebe jedoch zu, daß man im vorliegenden Fall auch eine andere Rechtsansicht haben könne, und stelle das Urteil in das Ermessen des Gerichts. Der Verteidiger, Rechts­

anwalt Katz, schloß sich den Ausführungen des Staatsanwalts, soweit diese auf Verwerfung der Beruümg hinausgingen, an. Der Gerichtshof war aber der Ansicht, daß das Urteil des Schöffengerichts Alsfeld auf­zuheben sei und der Angeklagte auf Grund der 33 und 147 zu einer Geldstrafe von 20 Mark und Tragung der Kosten zu verurteilen sei. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß im vorliegenden Falle die Ber- hältmfse genau so liegen wie z. B. bei Konsum Vereinen. Der Ange­klagte sei als Geschäftsführer des Bürger-Vereins anzusehen, als solcher müffe er im Besitz einer ihm persönlich gewährten Schankerlaubnis sein. Der Bürger Verein habe ohne Frage bei dem Vertrieb von Getränken Ersparnisse für die einzelnen Mitglieder erzielt, und daher seien die SS 33 und 147 im vorliegenden Fall auch anwendbar. -' 1 11 -----

Universität und Hochschule.

Gestorben r In Lund in Schonen am 26. Februar der Uni- versitätsbibliothekar Dr. Elofs Tegner im Alter von 55 Jahren. Er war ein Verwandter des Dichter-Bischofs Esaias Tegner und hatte seiner­seits in der Lebensbeschreibung des auch von Ernst Moritz Arndt ge» schilderten Generals Grafen G. M. Armfels die biographische Litteratur seines Vaterlandes um ein wertvolles Werk bereichert.

Verschiedenesr Professor Julius v. Michel in Würzburg, der einen Ruf an die Universiiät Berlin angenommen hat, übernimmt die Professur für Augenheilkunde und die Leitung der Universitäts- Augenklinik schon am 1. April. Man berichtet aus Leipzig: Einer der bekanntesten Civilrechtslehrer Deutschlands, Geheimrat Professor Dr. Wach, beging gestern den Tag, an welchem er vor 25 Jahren in den Lehrkörper der Universität Leipzig eintrat. Staat, Universität und Bürgerschaft werden den Gelehrten in besonderer Weise ehren.

Briefkasten.

Rach Lollar. Der Bericht über die Festlichkeit konnte, weil ohne Namensangabe eingesandt, nicht ausgenommen werden. Jetzt, nach Verlauf einer Woche, darüber zu berichten, ist nicht angängig. D. Red.

Arbeiterbewegung.

Telegramme des »Gießener Anzeige*".

Earmaux, 3. März. Die Bergwerksbesitzer haben auf die Forder­ungen der Arbeiter eine abschlägige Antwort erteilt.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Frankfurter Börse vom Ä. März

Wechsel auf New-York zu 4.21-22.

Prämien auf Kredit per ult Februar 0.00%, do. per ult März 1.20 % do. per ult. April 2.20% Diskonto Kommandit per ult. Febr. 0.00%, do. per ult. März 1 30/q, do. per ult. April 2.00%. Lombarden per ult März 0.80 /o, do. per ult. April 1.10% do. per ult, Mai 0.00, Deutsche Bank per ult. März 0 00.

Notierungen: Kreditaktien 286.30-236 , Diskonto - Kom­mandit 198.30-40-20.000, Staatsb. 140.30, Gotthard 143.70 Lom­barden 29.50-60, Ungar. Goldrente 98.50, Italiener 95 30, Sproe, Mexikaner 26.30, Oesterr. Coupons 84.%, Amerik. Coupons 4.19%, Privat-Diskont 5% B. 5% G

_ Gieße«, 3. Mär». Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.80-0.90, Hühnereier per St. 67 4, 2 St. 1112 H, Enteneier 1 St. 00 4, Gänse, eier per St. 600 H, «äse 1 St. 58 Käsematte 2 St. 56 Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 30 H, Tauben per Paar

* 1a 01.20, Hühner per St. 1.202.20, Hahnen per Stück

1.202.00, Enten per St. v* 2.002.40, Gänse per Pfund -*6.000.00, Ochsenfleisch per Pfd. 6874 Kuh. und Rindfleisch per Pfd. 6264 4, Schweinefleisch per Pfd. 6072 4, Schweine« fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 Ä, Kalbfleisch per Pfd. 6466 Hammelfleisch per Pfd. 5064 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 big 4.50 Ji, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per «tr. 6.507.00, Milch per Liter 16 Ä.

Markus Bauer

Kirchenplatz No. 11.

»rs. Grosses

Lager in eleganter r Herren-Garderobe-

Anfertigung nach Mass in eigener Werkstätte,

^Unterkleider, Wäsche Unterröcke für Damen.

Herren-

Wäsche, Kragen, Hem- den, Vorhemden,

Alle Arten Mannfaktnr- n. Weisswaren,

Tischdecken, Bett­kolter. Übernahme Aus-

Manschetten, Kragen- schöner, Hosenträger, Kravatten-Nadeln, Unterkleider, Sweaters.

Ärmste Meldungen.

Devesches deS BUreau .Herold".

Paris, 3. März. In dem Befinden des Gene­rals Gallifet ist keine Aenderung eingetreten. Der Kräftezustand des Kranken ist unverändert. Sein Zustand giebt zu Besorgniffen keine Veranlassung.

Creuzot, 3. März. Die Feuersbrunst in den Creuzot-Werken, durch welche die Artillerie und elek­trischen Bureaus zerstört wurden, hat auch wichtige Pläne und Modelle vernichtet, deren Gesamtwert auf über eine Million veranschlagt wird. Das Feuer wird auf Brand- tiftung zurückgeführt.

Die Investitur des Kronprinzen.

Berlin, 2. März. Im Rittersaale des königlichen Schlöffe- >at gestern abend die feierliche Investitur des Kronprinzen mit >em Orden vom Goldenen Vliese stattgefunden. Nachdem )er Kaiser den Thron bestiegen hatte, wurde der Herzog von Veragua unter großem Ceremoniell in den Saal ge- ührt. Er überreichte dem Kaiser ein Schreiben der Königin- legentin von Spanien. Als Taufpaten fungierten die Prinzen Heinrich und Albrecht von Preußen. Als der . Herzog dem Prinzen die Kette umgehängt hatte, erteilte der kaiser ihm den Ritterschlag, worauf man sich nach der Bilder-Gallerie zum Diner begab.

Die Arbeite« des Reichstages.

Berlin, 3. März. DemVorwärts" zufolge glaubt man bis zum 17. März die zweite und dritte Lesung der noch rückständigen Vorlagen im Reichstage erledigen zu önnen. Hierauf werden die zurückgebliebenen Teile des Etats in zweiter Lesung fertig zu stellen sein, und dann die )ritte Lesung deS Etats in Angriff genommen. Auf diese Weise hofft man bis zum Eintritt der Osterferien dieses Arbeitspensum zu bewältigen. Nach den Osterferien wird )ic Flotten Vorlage die parlamentarische Arena eröffnen, da die Absicht besteht, diese Vorlage in der Budget-Kommission noch vor der Osterpause zu erledigen.