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Uermischtes.
• Thörichte Scherze. Selbst in die Reichstags- Ersatzwahl in Berlin hat der Konitzer Prozeß hineingespielt. Einige Spaßvögel haben die Gelegenheit benutzt, um chre Stimmen für bekannte Konitzer Prozeßgrößen abzugeben. So erhielt der des Meineids angeschuldigte Maßloff zwei Stimmen. Die Zettel lauteten übereinstimmend „Der olle ehrliche Maßlos". Eine Stimme wurde für den Abdeckereibesitzer a. D. JsraelSki abgegeben. Auch der Pincenez- Lewy erhielt eine solche. Ebenso sielen auf den Grafen Pückler-Kl. Tschirne mehrere Stimmen und eine Stimme erhielt der Präsident der französischen Republik, Loubet.
* Paris, 31. Oktober. Ein sehr bedenklicher und peinlicher Zwischenfall setzte am Sonntag die zahlreichen Besucher des T r a n s v a a l p a v i l l o n s auf der Weltausstellung in große Aufregung. Wie gewöhnlich, standen viele Leute vor der Büste des Präsidenten Krüger und gaben ihrer Sympathie für die Buren und ihren Führer Ausdruck. Das mißfiel offenbar einer Gruppe von Engländern, die indessen ihren Grimm zu verbeißen suchten und scheinbar gleichgiltig die ausgestellten Gegenstände besichtigten. Plötzlich löste sich aber eine junge Dame von der Gruppe ab, beschimpfte die Transvaal-Enthusiasten und eilte auf die Büste Krügers zu, um sie zu bespeien. Anfangs war die Menge über die Herausforderung vor Verblüffung sprachlos; dann ab-r bemächtigte sich der Anwesenden eine wahnsinnige Wut und sie schlugen auf die Engländerin los. Vergeblich suchten die Genoffen derselben sie zu befreien. Die Franzosen schickten sich bereits an, die Dame zn entkleiden und ihr eine besonders schimpfliche Züchtigung zu teil werden zu lassen, als es den herbeigerufenen Wachtmännern endlich gelang, die Engländerin ihren Händen zu entreißen und sie nach dem Polizeikommissariat zu bringen. Dort legitimierte sie sich als Miß Clara Liveline aus London. Man brachte sie in einen Wagen und ließ sie von einer starken Eskorte von Polizisten heimgeleiten, da man noch weitere Ausschreitungen gegen sie seitens der furchtbar erregten Menge befürchten zu müssen glaubte.
* Der Wirt des „Weißen Rößl" — bankerott! Josef Draßl, der Besitzer des Hotels „Weißes Rößl" in St. Wolfgang, das dem bekannten Blumenthal-Kadel- burg'schen Lustspiel zur Staffage dient, hat seine Insolvenz erklärt. Draßl betrieb auch ein Hotel am Schafberg und ein Winterrestaurant in Bozen. Der finanzielle Ruin scheint durch diss gleichzeitige Bewirtschaftung der räumlich auseinander gelegenen Betriebe herbeigeführt worden zu sein. Eigentlich muß es aber doch recht Wunder nehmen, daß die kolossale Reklame, die Blumenthal und Kadelburg durch ihr Stück für das „Weiße Rößl" gemacht haben, den Wirt vor dem Ruin nicht bewahren konnte. Wie wäre es übrigens, wenn die beiden Lustspielfabrikanten dem unglücklichen Wirte mit einem Teile ihrer ansehnlichen Tantiemen aus
der Verlegenheit helfen würden? Vielleicht geben sie ihm eine Hypothek auf den Schimmel oder erstehen käuflich das Grundstück, das ihnen soviel Geld eingebracht hat. Sie könnten es ja zu einem Lustspieltheater umbauen!
* Leere Bierflaschen sind ein sehr hervorragender Ausfuhrartikel im Handel von Kiautschou. Nach dem amtlichen Bericht über das Jahr vom 1. Juli 1899 bis 30. Juni 1900 sind nicht weniger als 189 805 Stück leere Flaschen aus Kiautschou wieder ausgeführt worden, nachdem der Inhalt von der deutschen Besatzung genoffen worden ist.
Landwirtschaftliches.
— Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche. Der Zweiten Kammer der Landstände ging folgende Anfrage des Abgeordneten Köhler-Langsdorf, die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche betreffend zu: Vom G i e ß e n e r Markt aus hat zu gegenwärtiger Zeit eine große Anzahl von Händlerw^ie Maul- und Klauenseuche nach ganz Oberheffen, Kurheffen, Nassau und wohl noch weiterhin verschleppt, und hierdurch Hunderttausende Mark Schaden und großes Elend über den so wie so schon durch die neuzeitliche Gesetzgebung der deutschen verbündeten Regierungen genugsam geschädigten Bauernstand gebracht. — Die Ausbreitung der Seuche geschah unter der Aufsicht der bedeutendsten Tierärzte unseres Großherzogtums, nachdem dieselben das kranke Vich als gesund erkannt hatten. Besonders der letztberegte Umstand, erläutert durch frühere Vorkommnisse, veranlaßt die Bauern, der tierärztlichen Aufsicht bei den großen Viehmärkten nur ein sehr geringes Gewicht beizulegen. Denn es würde kaum Hundert wissenschaftlich gebildeten Tierärzten möglich sein, in der gegebenen kurzen Beobachtunqszeit und bei solch' großer Viehmenge, als auf Dem Greß-ner großen Vrehmarkt, der der größte in Mitteldeutschland ist, versammelt wird, alle Spuren kommender, bestehender und im letzten Stadium befindlicher Maul- und Klauenseuche unbestreitbar sicher zu erkennen. Solche Vorkommnisse, wie hier auf dem Gießener Markt, schädigen in ganz bedeutendem Maße, aber — wenngleich auch in unberechtigter Weise — das Ansehen der Tierärzte überhaupt und lassen manchem Bauern den Wert tierärztlicher Wissenschaft als nur äußerst gering erscheinen. Alles dies, das sowohl den Landwirt, als den Händler, nicht minder aber auch den Tierckrzt inbezug des Ansehens seiner Wissenschaft und seiner Vertrauenswürdigkeit in ganz hervorragendem Maße schädigt, sollte stets ein Grund für die Großherzogliche Regierung sein — und es ist anzunehmen, daß dies der Fall ist — ihr stetiges Augenmerk auf diese so hochwichtige Angelegenheit der zweckmäßigen und erfolgreichen Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche zu richten. Hierbei hätte die Großherzogliche Regierung nun in allererster Linie zu bedenken, daß die seitherige Art und Weise der Bekämpfung eine ganz und gar verfehlte war, nur einzig und allein das Eine erreichend: die nachhaltige Schädigung des Bauern standes und der Händler dmch die Sperrmaßregetn und die Desinfektionspoffen.
Von dieser Erkenntnis ausgehend, die gleichermaßen die Erkenntnis aller Praktiker, und derjenigen besonders ist, die es in erster Linie angeht, der Bauern, sollte die Großherzogliche Regierung veranlaffen, andere Wege inbezug der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche ein« zuschlagen, als die seither begangenen. Es wäre hierbei vor allem wert, alle Aufmerksamkeit auf die Verbreitung der Seuche durch den Handel, (die Märkte und den Hausierhandel mit Vieh) zu lenken. Hierbei erachte ich es nun sehr des Erwägens wert, ob es nicht avgezeigt wäre, alles durch Händler in eine Gemarkung einzuführende Klauenvieh für Zuchtzwecke einer mehrtägigen Beobachtung in örtlichen Sanitätsställen, die außerhalb der Ortschaften (vielleicht für eine Anzahl denselben gemeinschaftlich) zu errichten wären, durch gesetzliche Anordnung zu unterwerfen. Beispiele für die erfolgreiche Wirksamkeit solcher Veranstaltungen gaben uns seither schon manche größere Höfe und insonderheit der Hof-Güll
unter der Leitung des Herrn Ober-Amtmanns Hoffmann. Es kann keine Frage sein, daß diese Maßregel die der Hof-Güll sich freiwillig und zu seinem Nutzen auferlegt, nicht als drückend für die Dorfschaften, (und besonders dann, wenn sich mehrere zu gemeinschaftlicher Veranstaltung entschließen) sich erweisen würde.
Nur die Händler würden einigen Einwand hiergegen erheben, der freilich bei der bekannten argen Verblendung, darinnen unser Beamtentum infolge der auf den Universitäten vorgetragenen national- ökonomischen Irrlehren befangen ist, gar leicht zum allein ausschlaggebenden werden könnte. Aber ich habe das Vertrauen zur gegenwärtigen Kammer, daß sie allen Versuchen, die Händlerinteressen allein maßgebend werden zu lassen, erfolgreich entgegentreten werde. Auch zur Großherzoglichen Regierung möchte ich dieses Vertrauens nicht gänzlich bar sein, und frage darum hierdurch ergebenst an:
ob der Großherzoglichen Regierung alle diese Verhältnisse bekannt seien, und sie etwa gewillt wäre, auf dem Wege der Gesetzgebung, der Verordnung oder auch freier Vereinbarung mit den Gemeinden die Herstellung von Sanitäts-Ställen für alle Gemarkungen zu veranlaffen?
macht den Kaffee wohlschmeckend, gesund und gut bekömmlich. (Original-Marke in Dosen.)
Wahrheit bleibt Wahrheit!
Herrn E. Weidemann in Liebenburg (Harz).
In Erfüllung einer lange unterlassenen Pflicht teile ich Ihnen nun folgendes mit:
Ich hustete seit 3 Jahren und befand mich schließlich in einem Stadium, wo dabet stets eiternde, mit Blut untermischte Klümpchen ausgeworfen wurden und endlich auch starke Blutungen eintraten, außerdem ein starkes, knisterndes und pfeifendes Geräusch beim Athmen von Tag zu Tag zunahm.
Appetitlosigkeit und Schlaflosigkeit, sowie nächtlicher Schweiß stellten sich ein, und ein nervöser, peinigender Zustand verließ mich überhaupt nicht mehr.
Nachdem ärztliche Behandlung erfolglos geblieben, gedachte ich nun roch — ohne besonderes Vertrauen — Ihren Thee (russ. Knöterich) zu versuchen.
Nach 30tägiger Kur (15 Pakete Thee) stellte sich die erste Linderung ein und nahm ss zu, daß ich mich nach weiteren 30 Tagen als vollständig hergestellt betrachten konnte und alle vorgenannten Krankbettserscheinungen verschwunden waren.
Dies war im Frühjahre vor 3 Jahren, und hatte ich seitdem nicht einmal mehr einen starken Schnupfen (der mich früher überhaupt fast nie verließ), geschweige denn gar einen schlimmen Husten zu verzeichnen, höchstens bei Verkühlung, und dann nur mit ganz kurzem, normalem Verlaufe. 4984
Daß ich von einem Frühjahre zum andern immer befürchtete, wieder zu Ihrem Thee greifen zu müssen und Ihnen hierbei berichten wollte, war der Grund meines langen Schweigens, doch habe ich selbstverständlich in dieser ganzen Zeit Ihren Thee ausS wärmste und aus vollster Ueberzeugung in allen mir bekannt gewordenen Fällen empfohlen, und hoffe, daß schon so mancher hierdurch Heilung gefunden u. s. w. 0. E., Fabrikant in 0.
NB. Das Original liegt zu Jedermanns Einsicht bei mir bereit. E. Weidemann.
Bekanntmachung
Verkauf von Christbänmchev meistbietend ver-
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I. V.: Wolff.
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pachtet werden.
Gießen,
Mk.
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Gießen, den 19. Oktober 1900.
Großherzogliches Amtsgericht.
Langermann.
der
Molkerei Buseckerthal
empfiehlt C. Roth 11., Wallthorstr. 5.
Hümmel und Schafe Kälber
den 31. Oktober 1900.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
I. V.: Wolff.
Bekanntmachung.
Aus der Friedrich Bückirrg'fchen Stiftung sind für das Jahr 1900 an zehn bedürftige und würdige Bewohner Gießens, Familienhäupter oder einzeln stehende Personen, Unterstützungen zu vergeben und zwar zwei mit je 150 Mk. und acht mit je 100 Mk. Bewerbungen haben bis längstens 30. November d. I. bei der unterzeichneten Behörde, Zimmer Nr. 2, zu geschehen.
Gießen, den 30. Oktober 1900.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Prima feinste Cervelatwurst, dta. Mettwurst,
sowie 6984
hochfeine Frankfurter Würstchen per Paar 25, SO und 35 Pfennig empfiehlt Fr. Schreiner SelterSweg 65.
Aufgebot.
Durch Beschluß des unterzeichneten Gerichts ist das Aufgebots, verfahren bezüglich der folgenden verschollenen Personen eröffnet worden. Nämlich:
L Katharine Huth, geboren den 29. November 1835 zu Garben« AH- Tochter des Johannes Huth und seiner Ehefrau Anna Marie geb. Rumpf daselbst;
21 abeth Huth, geboren dm 30. Juni 1843 zu Garbenteich, Dochtn des Johannes Huth und seiner Ehefrau Anna Marie geb. Rumpf daselbst; beide sind vor mehr als dreißig Jahren ausgewandert und seitdem verschollen. Das von dem antragstellenden Abwesenheitspfleger Heinrich Schöck in Garbenteich ver- waltete Vermögen der ersteren beträgt ca. 523 Mk., das der letzteren ca. 5 Mk.
3. Georg Balthafer Konrad Wilhelm Dern, geboren den 12. März 1859 zu Hausen, Sohn des Müllers Johannes Dern auf der Haufermühle und seiner Eheftau Katharina geb. Hoff, mann; derselbe ist im Jahre 1870 nach Amerika ausgewandert und seit 1878 verschollen. Das von dem Abwesenheitrpfleger Konrad Bob II. zu Hausen, dem Antragsteller, verwaltete Vermögen beträgt ca. 7680 Mk.
4. Ludwig Reuschling II., geboren den 25. Mai 1818 zu Klein.Linden, unehelicher Sohn der ledigen Maria Elisabetha Reuschling daselbst. Das von dem antragstellenden Abwesenheitspfleger, Straßenwart Johannes Germer I. zu Klein-Linden, ver waltete Vermögen beträgt ca. 50 Mk. Der Abwesende ist im Jahre 1856 nach Amerika ausgewandert und schon im Jahre 1877, als ihm obiges Vermögen zufiel, verschollen.
5. Heinrich Weiß, Sohn des Johann Melchior Weiß und seiner Ehefrau zweiter Ehe Katharina Margaretha geb. Schwarz,
Montag de» 5. November, vormittags 11 Uhr, sollen im Bürgermeisterei-Gebäude — Zimmer Nr. 15 — acht städtische Plätze znm
geboren zu Garbenteich den 10. April 1813, in den vierziger Jahren nach Amerika ausgewandert und seitdem verschollen. Das von dem antragstellenden Abwesenheitspfleger, Bürgermeifier Schwarz von Garbenteich, verwaltete Vermögen beläuft sich zur Zeit auf 193 Mk. 41 Pfg.
6. Maria Katharina Bender, Tochter des Johann Ludwig Bender und seiner Ehefrau Katharina, geb. Rohrbach, geboren den 24. Juli 1830 zu Ruttershausen, vor ungefähr 16 bis 17 Jahren angeblich nach Amerika ausgewandert und seitdem verschollen. Das von dem antragstellenden Abwesenheitspfleger Ludwig Rohrbach verwaltete Vermögen der Verschollenen beträgt ungefähr 750 Mk.
Die vorbenannten verschollenen Personen werden hiermit aufgefordert, sich spätestens im Aufgebotstermin:
Donnerstag den 8. Juni 1901,
vormittags 9 Ilyr,
bei dem unterzeichneten Gerichte zur Empfangnahme ihres Vermögens so gewiß zu melden, als sie'sonst für tot erklärt werden und ihr Vermögen ihren sich meldenden nächstberechtigtrn Verwandten ausgeliefert werden'würde.
Bis zum gleichen Termin sind eventuelle Erbansprüche bei Meidung der Nichtberückstchtigung bet dem unterzeichnete Gerichte geltend zu machen.
Zugleich werden alle, die Auskunft über Leben oder Tod eines der Verschollenen zu erteilen vermögen, aufgefordert, spätestens im Aufgebotsti rmin dem Gericht Anzeige zu machen.
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Dem» für LHlchtvieh-Derßchttuug iu Gießen. Bekanntmachung.
Laut Beschluß der General-Virsammlung vom 28. d. Mts. trttn am 1. November d. I. nachstehende Versicherungs-Prämien in Kraft:
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aller Art, als: Wasch-, Bade-, Fenster-, Kinder-, Augen-, Mund, Rechentafel-, Wandtafel-, Wagen-, Pferde- rc.
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Seltersweg 33.Telephon 257.
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