Eine Meldung aus London besagt: Der „Manchester Guardian" glaubt zu wissen, daß Holland lauf dem Standpunkte steht, daß Transvaal solange Republik bleibt, bis England den Mächten die Annexion no- d i f iz i e r t hat. Spoliant) werde auch wahrscheinlich wegen der Behandlung vertriebener Transvaal er bei England Vorstellungen erheben. Es handle sich dabei nickt um vertriebene Holländer, sondern um Buren aus Transvaal und dem Oranje-Freistaat und viele «Individuen russischer, polnischer und deutscher Nationalität, die in Holland gelandet sind, und deren Erhaltung Holland aufgebürdet ist.
Deutsches Reich.
Berlin, 1. Oktober. Zu den Feierlichkeiten während des Besuches des Kaiserpaares in Elberfeld werden von den Städten Elberfeld-Barmen und dem Kreise Mettmann eingeladen: Reichskanzler Fürst Hohenlohe, die Minister v. Miquel, Dr. Studt, Brefeld, v. Thielen, v. Rhein- baben und der Minister des königlichen Hauses Herr v. Wedel, Dr. v. Lucanus, Oberpräsident Nasse, Regierungspräsident v. Holleuser, der Vorsitzende des Provinziallandtages Fürst zu Wied, Landeshauptmann Dr. Klein, der Vorsitzende des ProvinzirlausschusseS Landrat a. D. Janssen, und der kommandierende General des 7. Armeekorps General der In« fanterie Frhr. v. Bülow.
— In Eisenach ist Prinz Bernhard Heinrich von Sachsen-Weimar-Eisenach heute morgen 8 Uhr gestorben. Prinz Bernhard Heinrich ist nur 22 Jahre alt geworden. Er wurde als zweiter Sohn des 1894 verstorbenen ErbgroßherzogS Karl August am 18. April 1878 zu Weimar geboren und stand als Leutnant beim 3. Garde- Ulanenregiment in Potsdam; außerdem wurde er ä la suite des 5. thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 94 (Großherzog von Sachsen) und des königlich sächsischen 1. Königs - Husaren - Regiments Nr. 18 geführt. Außer dem 1894 verstorbenen Erbgroßherzog Karl August sind aus der Ehe des jetzt 82jährigen Großherzogs Karl Alexander Söhne nicht hervorgegangen, sondern nur noch zwei Töchter, Prinzessin Marie, die Gemahlin des Prinzen Heinrich VII. von Neuß j. L., und Prinzessin Elisabeth, die Gemahlin des Herzog-Regenten Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin. Erbgroßherzog Karl August hinterließ bei seinem Tode zwei Söhne, den jetzigen Erbgroßherzog Wilhelm Ernst und den heute verstorbenen Prinzen Bernhard Heinrich. Die direkte Erbfolge im Mannesstamm des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach steht demnach jetzt allein auf Erbgroßherzog Wilhelm Ernst, geboren am 10. Juni 1876 zu Weimar, der noch unvermählt ist. Er wird als Leutnant L la suite des 1. Garderegiments z. F., des 5. thür. Jns.-RegimentS Nr. 94 (Großherzog von Sachsen), des königl. sächsischen Karab.-Regiments und des kaiserl. russischen Drag.-RegimentS Ingermanland Nr. 30 geführt.
— Staatsminister Gras v. Bülow traf am Sonntag, begleitet von seiner Gemahlin und seiner Schwiegermutter, Madame Minghetti, aus Flottbek zum Besuch des Fürsten und der Fürstin Bismarck in Friedrichsruh ein. Nach dem Frühstück geleitete Fürst Bismarck seine Gäste in das Mausoleum und unternahm später eine Spazierfahrt mit ihnen in den Sachsenwald. Gras Bülow ist gestern abend wieder in Berlin eingetroffen, muß aber wegen Erkältung das Zimmer hüten.
— Dem „Reichsanz." zufolge wurde der dem russischen Adelstande angehörige Professor Dr. med. Ernst Otto Buengner, Direktor des Landkrankenhauses zu Hanau, als von Buengner in den preußischen Adelstand ausgenommen.
— Der „Nat. Ztg." zufolge steht es jetzt fest, daß der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika General von Lieb er t von seinem Posten zurücktritt, um ein militärisches Kommando zu übernehmen, und den jetzigen Konsul von Sansibar Frhrn. v. Rechenberg, zum Nachfolger erhält.
— Wie aus Berliner militärischer Quelle verlautet, dürfte die Besetzung des deutschen Militär- AttachS-Postens in Paris binnen Kurzem erfolgen. Wie verlautet, kommt in erster Linie der Major von HeinecciuS vom 1. Garde-Feld Artillerie-Regiment in Betracht.
— Durch eine an sämtliche Regierungspräsidenten gerichtete Zirkularverfügung der Minister für Handel und des Innern vom 28. September ist bestimmt worden, daß die Ortspolizeibehörden ermächtigt werden, das Feil biet en von Zeitungen und anderem Lesestoff aus öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen, Bahnhöfen rc. während der Zeit, wo die Verkaufsstellen geschlossen sein müssen, an Werktagen insoweit zuzulassen, als es bisher schon während dieser Zeit üblich war.
Wie die „Nat.-Ztg." erfährt, haben einige Mit- glieder der landwirtschaftlichen Kommission des Wirtschaftlichen Ausschusses, Hie vor einigen Tagen hier versammelt waren, sich dahin geeinigt, in dem Wirtschaft- lrchen Ausschuß die Erhöhung des Weizen- und NoggenzolleS von 3,5 auf 8 Mk. in einem General- tarif und auf 6,5 Mk. in einem Minimaltaris zu beantragen, d. h. der Zoll soll 8 Mk. denjenigen Ländern gegenüber betragen, mit denen keine Handelsverträge zu Stande kommen, und mindestens 6,5 Mk. auf Grund solcher Verträge.
- Der „ReichSanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung betr. die Anmeldung unfallversicherungspflichtiger Betriebe, sowie eine Anleitung betr. Anmeldung. Die Frist für die Anmeldung wird auf die Zeit bis 15. November inkl. festgesetzt.
— Die russische Negierung hat den Einfuhrzoll für Draht und Drahtwaren um 10 Prozent erhöht. |
Diese Zollerhöhung trifft aber die aus Deutschland ein- gesührten Waren infolge des Handelsvertrages nicht. Jetzt ist, so schreibt der „Ruff. D. B.", Gelegenheit für die deutschen Draht- und Drahtwaren-Fabrikanten gegeben, den russischen Markt zu gewinnen.
— Wie aus Leipzig gemeldet wird, wurde dort heute früh der fünfte national-soziale Parteitag eröffnet. Vorsitzender ist Prof. Gregori-Leipzig. 180 Delegierte sind anwesend.
Stuttgart, 1. Oktober. Die VertrauenSmänner-Ver- sammlung der deutschen Partei hat gestern das Wahlprogramm sestgestellt. Bemerkenswert ist zunächst, daß die Partei es für gut befunden hat, ihrem Programm offiziell die unwahre Behauptung einzuverleiben, die Volkspartei trage die Schuld an dem Scheitern der Steuerreform, Erleichterung des Feld- und Weinbaus, stärkere Belastung der Großbazare und Warenhäuser, für später auch Vermögenssteuer und Ausdehnung der Erbschaftssteuer, ferner Versassungsrevision, die Abschaffung der Lebenslänglichkeit der Bürgermeister, aber ohne Rückwirkung, fachmännische Schulaufsicht, Pflege der wirtschaftlichen Interessen des Mittelstandes und Eintreten für das Wohl der Lohnarbeiter.
München, 1. Oktober. Der Vorsitzende des bayerischen Landwirtschastsrates, Reichsrat v. Soden, erklärte in der heutigen Central-Versammlung des Landwirtschaftlichen Vereines, das Ziel bei der Beratung neuer Handelsverträge sei, das Prinzip des Maximal- und Minimalzolls in Anwendung zu bringen.
— Anläßlich der morgen fiattfindenden Vermählung der Herzogin Elisabeth von Bayern mü dem Prinzen Albert von Belgien sand am Nachmittag bei dem Prinzregenten im Residenzschlosse eine Galatafel statt, wobei der Prinzregent einen Trinkspruch aus das Brautpaar auS- brachte. — Der König von Rumänien und der Fürst von Hohenzollern sind zu den HochzeitSfeierlichkeiten am bayerischen Hof eingetroffen. Sie wurden auf dem Bahnhof von dem Prinzregenten und Herzog Karl Theodor empfangen.
Ausland.
Kopenhagen, 1. Oktober. Der Reichstag ist beilte zusammengetreten. Tie bisherigen Präsidenten wurden wiedergewählt. Das Landsthing wählte indessen zum ersten Vizepräsidenten den ehemaligen Justizminister Nelle- mann, zum zweiten Vizepräsidenten den Generalauditeur Steffensen, früherer erster Vizepräsident.
London, 1. Oktober. Bis heute nachmittag waren ohne Gegenkandidaten g e w ä h l t : 97 Un ionisten, 8 Liberale und 8 irische Nationalisten. Unter den Wiedergewählten befinden sich John Gorst, John Red- moild und Edward Grey. Der Staatssekretär für Indien Lord Hamilton rvurde in Ealing ohne Gegenkandidaten wiedergewählt.
Wellington, 1. Oktober. Beide Häuser des Parlaments nahmen den Antrag des Premierministers an, worin die Annektierung der Co oksiuseln durch Neu-Seeland für ratsam erklärt wird. Ein englisches Kriegsschiff ging ab, um die Annexion vorzunehmen. An Bord desselben befindet sich der Gouverneur von Neu- Seeland, Earl of Raufully.
Paris, 1. Oktober. Die Regierung wird bei ihrem Wiederzusammentritt ein Gelbbuch über die chinesische Angelegenheit veröffentlichen und die bis Ende d. I. erforderlichen Kredite verlangen. Die Gesamtsumme der Kredite wird 70 Mill. Frcs. betragen. Bewilligt sind bereits 19 Mill. Frcs. Während der Parlamentsferien ließ die Regierung im Staatsrat einen Kredit von 12 Mill. Frcs. eröffnen, sodaß nach Wiederbeginn der parlamentarischen Arbeiten ein Ergänzungskredit in Höhe von 39 Mill. Frcs. beantragt wird.
Wien, 1. Oktober. Auf Grund von Erkundigungen stellt die „Pol. Korr." fest, daß der hiesigen japanischen Gesandtschaft von der angeblichen Absicht des Kaisers von Japan, im Frühjahr eine Reife nach Europa cmzu- treten, nichts bekannt ist. Eine so weite Reise des Kaisers, die ihn seinem Lande länger fern halten würde, sei überhaupt sehr unwahrscheinlich. /
Görz, 30. September. Kaiser Franz Josef ist heute nachmittag unter begeisterten Kundgebungen der Bevölkerung abgereist und hat sich nach Schönbrunn begeben.
Budapest, 1. Oktober. Der erste ungarische Bergarbeiterkongreß beschloß Petitionen an die Regierung wegen Verkürzung der .Arbeitszeit, Regelung der arg verwahrlosten Bruderladen, Maßregeln gegen die Brutalität und Ausbeutung durch die Vorgesetzten und Einschränkung der Verwendung fremder Arbeiter.
Belgrad, 1. Oktober. Der russische Geschäftsträger in Belgrad, Paul Maussurow, wird als Botschaftsrat zur russischen Botschaft in Konstantinopel versetzt. — Es wird ein Projekt zur „Reform" des Skupschtina- und des Gemeindewahlgesetzes vorbereitet, das der Skupschtina in ihrer bevorstehenden Session vörgelegt werden soll.
K o n st a n t i n o P e l, 1. Oktober . Die hiesigen türkischen Blätter veröffentlichen Artikel auf persisch, worin ie den Schah willkommen heißen. Es wird in diesen Artikeln für Vereinigung allev Muselmanen unter Führung des Sultans als Kalifen eingetreten und erklärt, daß die Annäherung zwischen Persien und der Türkei die ganze Muselmanische Welt mit Freude erfülle. —- Gestern abend fand im Pildiz-Palais zu Ehren des S ch a h ein Galadiner statt, an dem der Sultan, der Schah mit Gefolge und türkische Würdenträger teilnahmen. Der Sultan verlie'ß dem persischen Großvezier den Jmtiaz- Orden mit Brillanten.
Petersburg, 1. Oktober .Der Kaiser und die Kaiserin mit den Kindern sind gestern in Sebastopol eingetroffen._______
Politische Tagesschau.
In Trautenau nahmen zur österreichischen Wahlbewegung die feindlichen Brüder aus dem Lager
b>- Deutsch Fortschrittlichen und die Radikal-Nationalen, in gesonderten Versammlungen Stellung. Die Fortschrittlichen hatten ihren Parteitag zu und die Schönerianer hatten daraus eben- ^4 auserwählt, in der zweifellosen
>en=n /rästen dort Abbruch zu thun. Indes S“'8 b°-h em übereilter Schritt, daß der Bürgermeister Rauch aus Besorgnis vor Ruhestörungen sich an di-Bezirks- hauptmann chaft mit dem Ersuchen wandt^ den Parteitag
K x iU ""'"sagen, womit er denn auch abschläg l^ch b-sch,-den wurde. Seme .Befürchtungen sind in keiner Weise gerechtfertigt worden, w,e nachstehender Bericht über den Verlaus des gestrigen Tages darthut:
Trautenau, 30. September. Der heute vormittag hier abae- haltene, vorl etwa 4000 Personen besuchte VolkStag der deutsch radikal, nationalen Partei verlief ohne Störung; er nahm einstimmig eine Reso- welcher die Notwendigkeit einer energischen, rücksichtslosen nationalen Politik betont und verlangt wird, die Volksvertreter sollen zukünftig insbesondere dahin wirken, daß die deutsche Sprache als Staatssprache erklärt, das Bündnis mit dem Deutschen Reiche den Sm ®tnöet(ei6t und ein Zoll- und Handelsbündnis mit
ken angestrebt werden soll. In der gleichzeitigen Ver.
J9 b/r Oralen Partei erblicke der Volkstag einen Versuch, dem aut bie Beine zu helfen und spreche dem 23ürgets Trautenau die schärfste Mißbilligung darüber aus, daß er su emem Telegramm an die Kabinettskanzlei um das Verbot des Volks- beutsch-radikal-nationalen Partei gebeten habe; der Volkstag °°re den Bürgermeister auf, sein Amt niederzulegen. Nach Schluß
“f Un^et! Je£ten» blre Teilnehmer des Volkstages einen Kranz an dem Kaiser Josef-Denkmal nieder.
^ichZeitig fand deutsch-fortschrittliche Parteitag statt, an welchem über 1000 Personen, darunter zahlreiche Abgeordnete, teilnahmen. Der Bürgermeister von Trautenau gab die Erklärung ab, daß er das Telegramm an die Kabinetskanzlei nicht im Einverständnis mit der Parteileitung der deutsch-fortschrittlichen Partei, sondern als Bürgermeister von Trautenau abgesandt habe, weil er eine Gefährdung der Ruhe und der Ordnung befürchtete. Der Parteitag nahm eine Resolution an, in welcher die Notwendigkeit einer gründlichen Heilung der den ganzen Staat schädigenden trostlosen Zustande betont und hervorgehoben wird, daß eine dauernde Gesundung der staatlichen Verhältnisse nur möglich fei, wenn den gegen die Reichseinheit, die Verfassung und auf die Zurück- drängung des Deutschtums gerichteten Bestrebungen jede Aussicht ans Verwirklichung genommen werde. Die Grundbedingung für die Herstellung geordneter Verhältnisse sei die gesetzliche Festlegung der deusschen Staatssprache, Durchführung der nationalen Abgrenzung und nationalen Teilung der gesamten Verwaltung Böhmens. Der Parteitag bezeichne als wichtigste Pflicht der Regierung, die Rechte und Interessen des Staates gegenüber den mit der Reichsverfassung unvereinbaren nationalen Ansprüchen, insbesondere den auf Verwirklichung des böhmischen Staatsrechts, zu schützen. Der Parteitag nahm ferner eine Resolution an, selche die Spaltung der Deutschen Oesterreichs in mehrere Parteien auf das tiefste beklagt und sich für den Zusammenschluß aller national und fortschrittlich gesinnten Deutschen zu einer einheitlichen nationalen Parteiorganisation ausspricht und die gegen die deutsche Fortschrittspartei gerichteten Angriffe und Beschuldigungen als grundlos zurückweist. Nach Schluß der Beratungen wurde ein Kranz am Kaiser Josef-Denkmal niedergelegt.
Die Gasexplosion in der Berliner landwirtschaftlichen Hochschule.
Eine schwere Gasexplosion hat, wie schon kurz gemeldet, Sonntag abend die Landwirtschaftliche Hochschule in der Jnvalidenstraße Nr. 52 heim gesucht, und an dem Gebäude und den Sammlungen, die es enthält, große Verwüstungen angerichtet.
Im Keller Äes Hauptgebäudes befindet sich an der Südostecke der Maschinenraum, der für die Beleuchtung der ganzen Anstalt eine große und eine Kleine Gasmaschine enthielt. Neben dem Maschinenraume liegt an der Ostseite die Wohnung des Maschinenmeisters Külitz. An diese schließen sich auf der Nordseite Werkstellen zur Herstellung von Apparaten, zum Ausstopfen von Tieren und zur Anfertigung von Tischlerarbeiten an. Nach Westen zu folgen dann bis nach Süden herum wieder Wohnungen des zweiten Mafchinenmeisters und des Heizers Schurbaum, des Pförtners Schulz u. a. Gestern hatte im Lause des Tages der Pförtner Kubis einen Gasgeruch wahrgenommen, ohne seine Quelle entdecken zu können. Das Anzünden der Lampen ging abends noch ohne Störung vor sich. Da erfolgte um 7 Uhr plötzlich eine heftige Explosion. Der Luftdruck war" so stark, daß man den Knall und die Erderschütterung weithin, z. B. bis nach dem Wedding wahrnahm. In der Nachbarschaft klirrten alle Fensterscheiben. Die Scheiben des Keller-Geschosses flogen in Scherben auf die Straße und den Hof, und hohe Flammensäulen schlugen aus den Fensteröffnungen hervor. Die meisten Bewohner des Hauses befanden sich zufällig draußen, um sich auf dem Hofe zu ergehen. In unmittelbarer Nähe per Maschine war niemand. So ging es glücklicherweise ohne Verlust von Menschenleben und lebensgefährliche Verletzungen ab. Am schwersten wurde der 18 jährige Sohn Schurbaums, der Gürtlerlehrling Karl Schurbaum verwundet, namentlich an den Händen und am Gesicht. Er mußte nach der Charfltee gebracht werden. Die Frau des Pförtners Schulz konnte aus einer tiefen Ohnmacht von mehreren Aerzten nur schwer wieder zum Bewußtsein gebracht werden. Die meisten Verletzungen leichter Art wurden durch Glassplitter, die in großer Menge umherflogen, verursacht, unter den Bewohnern sowohl wie unter Sen Leuten, die zufällig an der Hochschule vorbei durch die Jnvalidenstraße gingen. Wie viele Personen im ganzen verletzt worden sind, ist nicht festgestellt.
Sehr schwer sind die Verwüstungen im Gebäude, Kellergeschoß sind sämtliche Fenster- und Thürscheiben, die zum Teil sehr stark waren, zerstört. Pfeiler per Gewolbe- decke, anderthalb Meter starkes Mauerwerk, wurden teilweise umgeworfen. Die gewölbte Decke über dem Mcr- chinenraum hob sich und fiel in Trümmern:in den Keller zurück. In die Wände, die Kulitz's Wohnung von der verwüsteten Maschinenhalle trennen, wurden große Locher ge- chlagen, obwohl sie anderthalb Steine dick sind. Die Wohnungseinrichtung Kulitz's wurde gänzlich zerstört, lieber dem Maschinenraum und deii Kellerwohnungen be- findet sich im Erdgeschoß und Zum Teil im ersten Stock- wer! das landwirtschaftliche Museum mit einer ObcrlicW- kialle Das Glasdach wurde vollständig zerstört. Auch nicht ein Splitter einer Scheibe blieb in den eisernen Fassungen, die zum Teil zerrissen und verbogen wurdem Durch den EinstnrA des Deckengewolbes wurde leider auch diewert- volle zoologische Sammlung Professor Neh- r in gs vernichtet. Die Schränke mit den Gerippen,


