oder es sind Schulen für die Vorbildung der 'mittleren .Schichten des Handelsstandes. Sachsen, das eines besonders stark entwickelten Handelsschulwesens sich erfreut, kann auch den Ruhm für süch in Anspruch nehmen, die erste Handelshochschule errichtet zu haben. Nachdem schon seit Jahrzehnten von Gelehrten und Kaufleuten die Notwendigkeit betont worden war, durch Errichtung von Handelshochschulen oder durch Angliederung handelswlssen- schaftlicher Fakultäten an die vorhandenen ckmversttaten auch jungen Kaufleuten Gelegenheit zu geben, daß ftc nach Erlangung der nöttgen formalen Vorbildung — Dürft} Studien an einer Hochschule sich, für die künftigen und schwierigen Berufe der Großkaufleute, Direktoren von Aktien- und Handelsgesellschaften, Konsulatsbeamten, Handelsschullehrer u. s. w. entsprechend vorbereiten, ift von der Handelskammer in Leipzig im Jahre 1898 int Einvernehmen mit dem akademischen Senat der Universität eine Handelshochschule errichtet worden.
ström angesichts der befürchteten ernsten Vorkommnisse zur vollen Geltung bringen können.
Rüstungen.
Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge genehmigte der Kaiser grundsätzlich die Annahme von tropendienstsähigen, zur Verwendung in China sich freiwillig meldenden Unteroffizieren und Mannschaften des Beurlaubtenstandes für etwa notwendig werdende Ersatztransporte. Durch die Bezirkskommandos werden in der nächsten Zeit entsprechende Ermittelungen angestellt werden. Die betreffenden Leute würden ein Handgeld und Löhnungszuschuß erhalten.
Wie die Leitung des Norddeutschen Lloyd mittetlt, ist die vom Wolffschen Büreau verbreitete Nachricht, daß die Dampfer Königin Luise, Barbarossa und Friedrich der Große zu Transportzwecken gechartert worden seien, nicht richtig. Sollte aber dennoch etwas Wahres an der Meldung sein, so ist es ein Anzeichen dafür, daß die Regierung auf alle Fälle vorbereitet und in den Stand gesetzt sein will, mit größter Schnelligkeit bedeutende Truppenmengen nach China zu werfen. Die drei genannten Schiffe gehören zu den größten und stärksten, die zur Zeit den Ozean befahren und haben je bei 10 500 Tonnen Größe eine Geschwindigkeit von 14 bis 15 .Knoten; sie können ohne Schwierigkeit bis zu 3000 Manu verladen, sodaß man auf ihnen eine Expedition bis zu 9000 Mann befördern könnte. Hoffentlich wird diese Notwendigkeit nicht an uns herantreten.
Der Stab der zweiten ostasiatischen Infanterie-Brigade, in der auch Oberstleutnant Petzel vom Inf.-Regt. Kaiser Wilhelm im Stabe des 3. ostasiat. Jnf.-Regts. steht, hat gestern abend Berlin verlassen. Die Einschiffung erfolgt in Bremerhaven.
R«stla«d trab die Mandschurei.
Die amtlichen Meldungen aus Rußland lassen erkennen, daß die Lage der wichtigen Amurstadt B l a g o w i e sch t - scheu sk sich immer noch nicht gebessert hat. Nach einem Telegramm des Generals Grodekow wurde die Stadt, die schon vom 15.—22. Juli fast ohne Unterbrechung das Geschütz- und Gewehrfeuer der Chinesen auszuhalten hatte, am 26. abermals beschossen, desgleichen der Dampfer Sselenga. Da der Stadt von dem unterhalb gelegenen Chabarowsk wieder Munition zugeführt worden war, konnte sie das Feuer erwidern. Aus Charbin, dem Knotenpunkt der mandschurischen Querbahn nach der Küstenprovinz und der Südbahn nach Mukden und Niutsch«- wang-Port Arthur, sind seit voriger Woche wieder Nachrichten eingetroffen, indem ein Dampfer und drei Boote von dort gegen 1500 Personen, darunter 79 Kranke und 40 Verwundete, nach einem weiter abwärts am Ssungari gelegenen Orte gebracht hat. An Booten und Schleppdampfern fehlt es im Becken des Amur und des Ssungari nicht, indem zur Beförderung des Eisenbahnmaterials von der Küstenprovinz aus zahlreiche F-ahrzeuge mit dem erforderlichen geringen Tiefgang in England bestellt worden sind. Es ist aber auch notwendig, daß die russischen Truppen, soweit sie zahlreich genug sind, für die Sicherheit der Flußstrecken sorgen. Diesem Zweck diente der Vormarsch des Generals Sacharow von Osten gegen Bajans ussu, einen etwa 15 Kilometer vom Ssungari auf dessen mittlerem Lauf unterhalb Charbin gelegenen Ort von etwa 30 000 Einwohnern, mit zahlreichen Brennereien und Oel- fabriken und einer seit 20 Jahren thätigen katholischen Mission, die schon anderthalb Tausend Christen aufzuweisen hat und eine Schule unterhält. Eine Lehmmauer von 4 Meter Höhe und einem Umsang von 10 Kilometer schützt die Stadt in gewöhnlichen Zeiten gegen die Räuber, die Plage der Mandschurei: an den Ecken dieser Mauer erheben sich'Türme. Die ^chinesische Besatzung von 2000 Mann versuchte zuerst, mit den Russen zu verhandeln: als die Kosaken indes sich der Stadt näherten, gab sie Feuer und floh schließlich! davon. Eine andere Abteilung desselben Generals versuchte um die gleiche Zeit — Ende ^uli — gegen (sanffin vorzugehen eine weiter den Ssungari abwartv, 3<() Kilo- mehr von dessen Mündung gelegene, nur teilweise befestigte, wichtige Handelsstadt von 20000 Einwohnern. Ucber den Erfolg verlautet nichts.
Ein Telegramm des Generals Grodekow an den Finanzminister aus Chabarowsk vom 27. ■befaßt'• ,/Der Haupt-Ingenieur Jugowitsch berichtet aus Charbin vom 23. Juli, daß, seitdem er seinen Bericht emgesandt hat die Sachlage sich völlig geändert habe. Am 18. ^uli, heißt ! es in dem Bericht weiter, ist die von Tiettn (nördlich । von Mukden) abgegangene Abteilung zurückgekehrt, deren Verluste betragen 30 Verwundete, 10 Tote. Die Abteilung wurde zweimal von chinesischen regulären Truppen angegriffen, die im Zivilanzug kämpften und ihre Militär- uniform in Taschen mit sich führten. Am 22 i ift eine andere Abteilung von 70 Mann, die auf Anraten des chinesischen Gouverneurs mit einem Freibrief ausgerüstet war, in Charbin angelangt. Sie wurde trotzdem von chinesischer regulärer Artillerie überfallen, und zwar in feem Augenblick, als feie chinesischen Offiziere führenden Offizier einen Besuch abstatteten. Die Verluste betrugen auf russischer Seite 20 Tote und 6 Verwundete. Kund- I schafter teilen tnit, daß die Chinesen von allen Seiten gegen Charbin vorrücken". Aus den Vtttteilungeu >zugo- witschs ergibt sich nur, daß eine nach Süden au^gerucfte Abteilung zurückgekehrt ist, nicht aber, daß fte dw von I Tielm aufgebrochenen 200 Mann und die von diesen eskortierten chinesischen Christen, denen sitz.. Hilfe bringen sollte, getroffen hat. Laut Prwa nachrichten aus Nmtsch- I mang vom 27. Juli haben die Russen die Chinesen am 2b. I außerhalb der Fremdenniederlassung — wohl am linken Ufer des Liaho, von wo die Eisenbahn nach ^^en geht und feie Werkstätten liegen — angegriffen, ®te ttuffn besetzten die chinesischen Befestigungen.zogenlfich aber daun wieder nach den Niederlassungen zuruck. Die M senhatten I 4 Verwundete, feer Verlust feer Chinesen betrug 6 Tote I und 10 Verwundete. t
Dem russischen Generalstabe sind weitere Nachrichten I aus verschiedenen Grenzgebieten zugegangen, Die wir, nur I soweit sie noch verständlich bis hierher gelange^ wieder - I geben: Am 29. Juli rückten in Blagowieschtscl)ensk die I ersten russischen Verstärkungen ein. Oberst Serwianow zer- I störte ein chinesisches Piquet gegenüber Koiistaiittnowka, I und der Dampfer Selanga beschoß das chinesische Ämur- I ufer. Die Chinesen ergriffen die Flucht, zwei Kanonen | wurden erbeutet. Die Russen hatten keine Verluste. —
Die Wirren in China.
Das Reuter'sche Bureau meldet vom 25. v. M. aus I Tientsin: Ein eingeborener Missionsschüler ist in der I letzten Nacht aus Peking zurückgekehrt, wo er sich vier Tage aufgehalten hat; es war ihm nicht möglich, eine Bot- schäft an die britische Gesandtschaft auszurichten; während I seines Aufenthaltes in Peking wurde noch gekämpft. Am I 18. Juli, als er Peking verließ, wurde ein kaiserliches I Edikt erlassen, daS befahl, die Fremden zu schützen. Der Missionsschüler berichtet weiter, General Sung befinde I sich mit 8000 bis 10,000 Mann Truppen bei Yangtsun. „Daily Mail" meldet, die chinesische Armee hat sich bei I Yangtsun stark verschanzt. Es steht zu befürchten, daß dieselbe, falls sie von den verbündeten Truppen geschlagen | wird, gegen Peking marschiert, um die dort lebenden Euro- I päer umzubringen. 20 bis 30 mit Steinen beladene I Dschunken wurden in den Pethofluß versenkt und breite Gräben quer über die Eisenbahn gezogen. General Ma I befinde sich mit 10,000 Mann bei Peitsang; Ma hat wenig Lebensmittel und Munition. DaS Gebiet von Peking nach Yangtsun ist verhältnismäßig frei von Truppen und es werden keine Werke aufgeführt, um dem Vormarsch der I Verbündeten Widerstand entgegenzusetzen. Die Lebensmittel in Peking werden knapp; eS erscheint wahrscheinlich, I daß die Verbündeten auf sehr geringen Widerstand stoßen werden, bis sie unter den Wällen von I Peking anlangen.
Die Meldung der „Daily Expreß", nach der der Vormarsch der verbündeten Truppen in Ostasien am | Montag begonnen haben soll, erscheint wenig glaub- I würdig, da eine diesbezügliche Bestätigung immer noch nicht vorliegt. Man nimmt in maßgebenden Kreisen an, I daß außer anderen Gründen feie Hauptursache feer Ver- I zögerung des Vormarsches auf Peking in der Thatsache I liegt, daß die Frage deS Oberkommandos noch un- I gelöst ist. Soweit unsere Informationen erkennen lassen, I handelt es sich in erster Linie um ein französisches und in zweiter um ein deutsches Oberkommando, l Lange darf und wird die Lösung dieser Frage nicht mehr aus sich warten lassen, die Ereignisse drängen zum Ab schluß, und es ist dringend geboten, daß die Einigkeit unter den betreffenden Staaten größer ist, als man von I vielen Seiten annimmt. Man glaubt auch in maßgebenden Kreisen, daß nicht nur feie Frage des Oberkommandos bald gelöst sein wird, sondern auch, daß der Vormarsch aus I Peking und damit die Befreiung der dort befindlichen Europäer so sehr als irgend möglich beschleunigt werden wird.
Nach Meldungen aus Shanghai soll der Vormarsch | der verbündeten Engländer und Amerikaner auf Peking bereits gestern begonnen haben. Die Russen hätten nach angeblich dreitägigem schweren Kampfe die Forts von Niutschwang besetzt. Das Oberkommando über die verbündeten Truppen soll General Jacquelin und als dessen Stellvertreter General Chaffee übernommen haben.
Der Minister des Auswärtigen in Brüssel veröffentlicht ein Telegramm des belgischen Vertreters Cartier in Tientsin folgenden Inhalts: Die verbündeten Truppen sind auf dem Marsche nach Peking. Sie befinden sich in! einer Entfernung von 18 Meilen vor Peking und hoffen, Peking in acht Tagen zu erreichen.
Die zunehmenden Unruhen und Metzeleien in den südlichen Provinzen Chinas lassen feie Entsendung von deutschen Truppen und Kriegsschiffen nach dem Mündungsgebiet des Yangtsekiang und fees Sikiang geboten erscheinen. Da eine Schwächung feer Streitkräfte bei Taku und Tientsin oder die Einschiffung eines Detachements Seesoldaten des Gouvernements Kiau- Ischou nach feem Süden kaum angängig ist, so wird eine Verstärkung erst mit feem Eintreffen der auf feer Ausreise befindlichen Kriegs- und Transportschiffe erfolgen. Der Zeitpunkt der Ankunft von 3000 Mann deutscher Truppen im südlichen China ift aber naher, als vielfach angenommen wird. Der große Kreuzer „Fürst Bismarck" und dii Dampfer „Frankfurt" und „Wittekind" werden in vier Tagen Singapore erreichen und nach weiteren fünf Tagen im Hafen von Hongkong vor Anker gehen. Mithin werden innerhalb nenn Tagen 3000 Mann in Süd-China sein, von denen bei Kanton Swatow und anderen gefährdeten Plätzen ansehnliche Detachements ausgeschifft werden können. Da die Fahrt von Taku nach Hongkong fast dieselbe Zeit beansprucht, so ist es erklärlich, daß der Geschwaderchef lediglich den schnellen kleinen Kreuzer „Gefion", Kommandant Fregatten-Ka- pitän Rollmann, nach Wusung zum Schuhe der Deutschen im Yangtsegebiete entsendet hat. Dieses Schiff hat außer dem größten Teil seiner Verwundeten nock ein starkes Detachement an der Peihomündung zu- rückaelassen. Das Maschinenpersonal und die Bedienungsmannschaften für feie Geschütze sind indes vollzählig an Bord fo daß die Leistungsfähigkeit des Kreuzers in keiner Mk>ise beeinträchtigt ist. Die „Gefion" wird ihre gute Ari/tterie und ihre Maschinenleistung auf dem Yangtse-
Konsul Schischmanow meldet aus Urga (Grenzort in feer Mongolei), daß feie Chinesen in Kalgan (dem Handelsplatz am Fuße der chinesischen Mauer, wo die Russen ansässig ein dürfen, um feen Karawanenhanfeel nach Sibirien über Urga und Maimatschin-Kiachta zu leiten) feie russische Kirche und feie Häuser feer Russen in Brand gesteckt, Waren geplündert und anderes Eigentum zerstört haben.
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Telegramm deS Gteheuer Anzeigers.
Wien, 2. August. Der hiesige japanische Gesandte erklärte in einem Interview, alle bisher aus chinesischer Quelle stammenden Meldungen seien unglaubwürdig und höchst verdächtig. Er versicherte nochmals auf das Bestimmteste, daß Japan keine Sonder-Jntereffen in China verfolgen wolle, sondern im Verein mit den andern Mächten eine Pazifizierung Chinas herbeizu- ühren entschlossen sei.
Der Krieg itt Südafrika.
Nach der Freude über die Kapitulation Prius- oos herrscht in London seit Dienstag abend einige Ver- timmung darüber, daß anscheinend PrinslooS Truppen nur teilweise sich den angenommenen Bedingungen fügen, ein Teil vielmehr den Kampf fortsetzen will und ein anderer Teil durchgebrochen ist. Bisher wurde, wie verlautet, nur ein Geschütz übergeben, während Prinsloo angeblich 17 Geschütze milgeführt haben soll.
Das Reuter'sche Bureau meldet aus Standerton vom 31. ds.: Die Buren, die kürzlich versuchten, die britischen Patrouillen aus einem Hinterhalt zu überfallen, wurden gezwungen, sich gestern von ihrer Stellung bei Joubertökop zurückzuziehen, nachdem ihre Stellung be- chossen war. — General Hildyard, der bei Volksrust operiert, zwang die Abteilungen der Buren unter Christian Botha, sich aus der Umgegend der Eisenbahn zurückzuziehen.
Die Proklamation des Generals Roberts, durch welche die Beamten der Niederländischen Süd-Afrikanischen Eisenbahn-Gesellschaft aus )etn Lande verwiesen werden, lautet nach dem „Zütph. Courant" in der Uebersetzung folgendermaßen:
„Alle Beamten der Nieder!. Süd-Afrikanischen Eisenbahn-Gesell- chaft, die keine Bürger der früheren Südafrikanischen Republik find, und noch keine Stellung bei der „Imperial Military Railway* haben, werden davon in Kenntnis gesetzt, daß sie sich bereit halten müßen, dieses Land innnerhalb 72 Stunden zu verlassen, nachdem sie davon Ansage von einem Offizier der Armee Ihrer Majestät erhalten haben. Sie werden genau erfahren, mit welchem Zug sie von chrer gegenwärtigen Station nach East-London abreisen können. Ueber Transport und Verpflegung werden unter Leitung des Direktors der „Imperial Military Railway“ Verfügungen getroffen werden. Aller Hausrat, den sie nicht mitnehmen können, wird unter Aufsicht des genannten Direktors unter gebracht, und eine Liste davon den niederländischen Konsuln emgehän- digt werden. Letzteren wird nötiges mitgeteilt werden, und diese werden auch die weitere Bestimmung beaufsichtigen. Frauen und Kinder von Verheirateten können mitgehen oder auf Wunsch später nachkommen."
Deutsches Reich.
Berlin, 1. August. Aus Bremerhaven wird gemeldet: Das Kaiserpaar begab sich mit den Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert und seiner Umgebung heute vormittag 9V2 Uhr im Boot von der „Hohenzollern" zur Lloydhalle und von dort zu Fuß zur Versuchsstation des Nordd. Lloyd. An der Besichtigung der Versuchsstation des Nordd. Lloyd durch das Kaiserpaar nahm auch Staatssekretär Gras Bülow teil. Unter Führung der Direktion des Nordd. Lloyd wurden die Maschinenmodelle besichtigt und Schlepperversuche mit Modellen angestellt. Das Kaiserpaar ging darauf bis zur Lloydhalle zurück und begab sich mit einem Verkehrsboot an Bord der „Hohenzollern". Der Kaiser gedenkt, soweit bekannt, nachmittags an Bord zu bleiben.
— Die von Kaiser Wilhelm an den König Viktor Emanuel III. gerichtete Trauerkundgebung hat folgenden Wortlaut:
„Tief erschüttert durch den Tod Deines edlen Vaters, meines innig geliebten treuen Freundes und Bundesgenossen, sende ich Dir mit dem Ausdruck meiner Trauer meine aufrichtigen und heißen Wünsche für Deine Regierung. Möge die Freundschaft, welche unsere Häuser und Völker während der Regierung Deines Vaters vereinigte, fortbestehen. Sein Gedächtnis bleibt auf ewig in mein Herz eingeschrieben.*
DerKaiser richtete an die Königin Margherita folgendes Telegramm:
„Furchtbar erschüttert durch den Tod Deines königlichen Gemahls, Meines teueren Freundes und Verbündeten, sende Ich Dir mit der Kaiserin den Ausdruck unseres tiefsten und innigsten Beileids. Ritterlich durch und durch, gütig, tapfer und treu, fiel König Humbert wie ein Soldat auf dem Schlachtfeld, ein Opfer jener teuflischen Bestrebungen, welche die göttliche und menschliche Ordnung zu zerstören trachten. Gott tröste Dich in Deinem namenlosen Schmerz. Er stärke den Arm Deines Sohnes, daß er das Szepter und Schwert führen möge zum Heil seines Volkes und für den Ruhm und die Wohlfahrt Italiens. Das Andenken Deines verewigten Gemahls wird in unseren Herzen unauslöschlich sortleben.*
— Der preußische Hof legte gestern für den verstorbenen Herzog Albsred von Sachsen-Coburg-Gotha die Trauer auf 14 Tage an. .
— Der Herzog von Albany, nunmehriger Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha, ist gestern in Potsdam eingetroffen, und hat sich nach der Villa Jugen« heim begeben. Gestern mittag trat er mit feiner Mutter die Weiterreise nach Coburg an.
— Die Trauerfeier für den Herzog Alfred ist auf Samstagmittag 12 Uhr festgesetzt.
— Der Regent Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg leistete heute den Verfassungseid in Coburg.
— Der deutsche Botschafter in Rom, Graf Wedel, der sich auf Urlaub in Schweden befindet, ist telegraphisch zurückberufen worden._________________________
Ausland.
London , 1. August. Das Unterhaus nahm heute die F r e i w i l l i g e n - B i l l in 3. Lesung an. Ferner wurde feie Anleihe-Bill in 3. Lesung angenommen.


