Halb starb, und der zweite einen Rippenbruch erlitt; der dritte kam mit leichten Verletzungen davon.
Vermischtes.
»Selbst bezichtigtund doch frei gesprochen. Am Nachmittag des 16. Mvember v. I. war das- Wert- heimsche Warenhaus in Berlin der Schauplatz einer erregten Szene. Tie Frau des Dachdeckermeisters Kirstein aus Teltow war dorthin gekommen, um Einkäufe zu machen. Die hatte solche bereits in anderen Geschäften im Laufe des Vormittags besorgt und betrat nun mit der gefüllten .Handtasche das genannte Warenhaus. Frau K. begab sich zu einem in der Nähe des Einganges befindlichen Ladentisch und nahm, was ja allerdings etwas auffallend war, aber mit ihren kleinstädtischen Verhältnissen entschuldigt werden kann, aus einem Kasten ein Stück Seide, worauf sie einige Schritte weiter in den Laden hineinging, um die Seide in besserer Beleuchtung zu betrachten und eventuell davon zu kaufen. Dieses Benehmen erregte Verdacht. Frau K. wurde in bekannter Weise unzweideutig aufgefordert, in das Privatkontor zu folgen, worauf sie vor «schreck das Stück Seide zu Boden fallen ließ.; Was dann zunächst weiter geschah, hat sich leider nicht mehr genau ermitteln lassen. Frau K. will erklärt haben, daß sie bereit und fähig sei, die Seide sofort zu bezahlen, eine Aussage, die vor Gericht nicht widerlegt werben konnte. Trotzdem wurde sie der Revierpolizei übergeben, nach dem Polizeigewahrsam geführt und dort bis zum anderen Tage festgehalten. Bei der Polizei geschah nun etwas recht Sonderbares. In der Absicht, so schnell wie möglich aus dem Gefängnis herauszukommen, erklärte nämlich Frau K., „sie habe den Diebstahl mit voller Ueberlegung ausgeführt". Nach dem nunmehr vorliegenden Erkenntnis des Königlichen Schöffengerichts I in Berlin „legt das Gericht dieser Erklärung keinen Wert bei, die die äußerst aufgeregte und geängstigte Frau nach einer im Gefängnis verbrachten Nacht abgegeben hat". Auch lasse der Wortlaut „mit voller Ueberlegung" deutlich erkennen, „daß die Erklärung von dem Beamten abgefaßt und ihr vorgelesen ist". Die Angeklagte ist eine unbestrafte Frau, die einen durchaus günstigen Eindruck gemacht hat. Sie ist nach alledem von der Anklage des Diebstahls kostenlos fieigesprochen worden.
* Der beleidigte Sänger. Welche seltsamen Situationen der fliegende Gerichts st and der Presse schafft, zeigte wiederum eine Verhandlung vordem Berliner Schöffengericht. Der königlich bayrische Kammersänger Brucks fühlte sich durch den Theaterkritiker der Elberfelder „Neuesten Nachrichten" verletzt; er wohnt auf seinem Schlosse in Tegernsee, der Beklagte in Elberfeld, Sie Klage ist aber bei dem Berliner Gericht erhoben, weil die „Neuesten Nachrichten" auch in zwölf Exemplaren nach Berlin gelangen? Kammersänger Brucks sang am 24. Oktober v. I. bei einem Gastspiel-Zyklus im Elberfelder Stadt-Tbeater den „Trompeter von S ä ck i n - g e n". Tags darauf erschien in den „Elb. N. N." eine Besprechung des Kritikers Dorp, in der dieser seinen Unwillen darüber ausdrückte, daß!Brucks angeblich in>einem' Zustande auf der Bühne erschienen sei, der auf reichlich genossenen Wein hindeutete. Ter Sänger fühlte sich durch diese in viele andere Blätter übergegangene Behauptung beleidigt und strengte die Privatklage an. Nach kurzer Verhandlung kamen die Vertreter der Parteien dahin überein, bei ihren Auftraggebern einen Vergleich auf fol-' gender Grundlage anzubahnen: „Ter Angeklagte erklärt: auf Grund der stattgehabten Beweisaufnahme halte ich mich für überzeugt, daß der Privatkläger bei der Aufführung des „Trompeter von Säckingen" im Elberfelder Stadt-Theater am 24. Oktober 1899 von einer heftigen stimmlichen Erkrankung befallen war. Dem gegenüber hebe ich jedoch hervor, daß ich bei der Abfassung meiner Kritik vom 25. Oktober v. I. nach dem äußeren Eindruck mich zu den gewählten Ausdrücken berechtigt halten durfte. Eine Beleidigung des Privatklägers hat mir fern gelegen".
»Abstürze in den Bergen. Einer der gesuchtesten Dresdener Frauenärzte, Dr. med. Brosin, ist am Sonntag in der Schweiz abgestürzt und an den Verletzungen gestorben. — Bei Kufstein stürzte vorgestern von einem Felsen der Kienbergklamm ein 8 jähriger Schulknabe beim Maiglöckchensuchen ab, wobei ihm die Hirnschale gespalten wurde.
» Madrid, 31. Mai. Man ist hier bestürzt durch das Verschwinden des Bankiers Molina mit eineinviertel Million Pesetas. Unzählige kleine Leute sind durch seine Betrügereien ins Elend gestürzt.
Ktteratur.
„Der Zar und die Zarin in der Pariser Akademie", eine Holzschnitt-Illustration nach dem Gemälde von Andre Brouillet, das die Begrüßung des russischen Herrscherpaares durch die vierzig „Unsterblichen" am 9. Oktober 1896 darstellt, veröffentlicht die 20. Nummer der „M o d e r n e n K u n st" (Verlag von Rich. Bong, Berlin. Preis eines Heftes 60 Pfg.). Eine große Menge inter- essanter Einzelporträts ist auf dem Blatte vereinigt. Auch wegen seines sonstigen Inhalts verdient diese Nummer der' bekannten Zeitschrift Beachtung. Eine Fülle Illustrationen schmücken dieselbe, von denen der „Studiensaal des Berliner Kupferstich-Kabinetts" von Ewald Thiel besonders' hervorgehoben sei. Tie „Einweihung des Münchener' Künstlerhauses" wird in Abbildungen, Gruppen-, Einzelbildern und Innenansichten veranschaulicht. Der Zickzack- Bogen bringt ün Wort und Bild den Festzug vom bayerischen Georgi-Ritter-Feste, das Denkmal des Kammersängers Eilers, des Begründers der Schlaraffia, die reizende Prima-Ballerina der Berliner Bühne, Frl. Dell' Era, die Kunstschützin Lady Smith, zwei kynologisch bemerkenswerte deutsche Schnürenpudel, den Nachweis einer Wechsclfälsch- ung nach einem neuen photographischen Verfahren usw. Max Grube, der bekannte Schauspieler und Oberregisseur am Berliner Schauspielhaus, erzählt mit ergötzlichem Hus mor „von einer Nachtbekanntschaft", Dora Duncker schildert das Leben und Streben der Berliner Sangesmeisterin Frauj Selma Nicklas-Kempner.
Oerichtssaal.
Hagen i. W., 30. Mai. Oberlandesgerichtsrat und Reichstagsabg. R o e r e n wird nicht müde in dem Kampf um die „Hebung der Sittlich)keit". Vor der hiesigen Strafkammer kam am Samstag eine an die Lex Heinze erinnernde Sache zur Verhandlung. Wegen Verbreitung „unzüchtiger" Bilder hatten sich die Buchdruckereibesitzer Frielinghaus und Möbius zu verantworten. Diese hatten von einer Koburger Firma Ansichtspostkarten bezogen und »sie nach! auswärts angeboten und verschickt. Auf den Karten befanden sich die Bilder „Sklavenmarkt im Orient" und Jupiter und Antiop e". .Em Kölner Wirt zeigte die Karten mehreren Juristen, die erklärten, daß es sich um die Reproduktion bekannter Kunstwerke handele. Auch dem Reichstagsabgeordneterv Roer en wurden die Karten vorgelegt. Dieser veranlaßte die Strafverfolgung, weshalb die Sache zur Verhandlung kam. Es wurde festgestellt, daß der Koburger Firma der Verkauf der Karten unbeanstandet gestattet ist und daß die Kartenbilder thatsächlich bekannten Kun st- werken nachgebildet sind. Das Gericht erkannte daraufhin auf Freisprechung.
Kirchliche Nachrichten.
SvangelifLe Gemeinde.
1. Pfirrgfifeiertag, den 3. Juni.
Gottesdienst.
In der Stadtittrche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormiltags 9*/a Uhr: Pfarrer Dr. Grein.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.
Pfarrer Dr. Grein.
Die Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Markusgemeinde wird zu einer kurzen Besprechung nach dem Hauptgottesdienst in die Sakristei gebeten.
Die Christenlehre für die Neukonfirmierten der MarkuSgemeinde findet nicht am 10. Juni, sondern erst am 17. Juni, 1. Sonntag nach Trinitatis, statt.
In der JohanneSkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Vormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Euler.
Vormittags 11 Uhr: KindergotteSdienst für die JohanneS» gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.
Nach den Gottesdiensten in beiden Kirchen «ollekte für die hessische Lutherstiftung.
S. Pfingstfeiertag, den 4. Juni.
In der Stabtkirche.
Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Schlosser.
Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus» und Markusgemeinde. Anmeldungen zuvor bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Vormittags 11V4 Ubr: Kinderkirche für die MatthäuSgemeind«.
Pfarrer Schlosser.
In der JohanneSkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler.
Vormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Beichte und heil. Abendmahl für die LukaS- und die Jo» hanneSgemeinde im Hauptgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Die nächste Christenlehre der Reukonfirmierten der LnkaSgemeinde findet erst Sonntag den 17. Juni im Krüh. gotteSdienst statt.
Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirch. lichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebots vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen.
Katholische Gemeinde.
Sonntag den 3. Juni. Pfingstsonntag.
Vormittags von 6«/a Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil- Meße;
vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe. Militärgottesdienst mit Predigt.
„ um 9i/a Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2>/, Uhr: Festandacht mit Segen.
„ um 4Va Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Montag den 4. Juni. Pfingstmontag.
Vormittags von 6V2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte
, um 7 Uhr: Die erste heil. Meße; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.
„ um v Uhr: Die zweite heil. Meffe; Militärgottesdienst.
„ um 91/a Uhr: Hochamt.
Nachmittags um 2>, Uhr: Andacht.
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Sonntag den 3. und Montag den 4. Juni 1900: Wochenfest.
1. Tag. Vorabend 910 Uhr, morgens 8»° Uhr Kon» firmationsseier, nachmittags 4 Uhr.
S. Tag. Vorabend 9 Uhr, morgens 8»« Uhr, nach mittags 4 Uhr, FestesauSgang 9*6 Ubr.
Gotkik-unst drr irrrrlttischen ArligirmsgrstWtzsft.
Sonntag den 3. und Montag den 4. Juni 1900: Wochenfest.
1. Tag. Vorabend 9’® Uhr, vormittag 8 Uhr Predigt, nachmittag 4 Uhr.
2. Tag. Vorabend 915 Uhr, vormittag 8 Uhr, nachmittag 4 Uhr, FesteSausgang 9’5 Uhr.
Wochengottesdienst morgens 6®° Uhr, abends 790 Uhr.
Wenn auch der Spruch „Das Kleid macht den Mann", heute nicht mehr seine Richtigkeit hat, so ist doch die Aenderung desselbeit, „das äußere Ansehen macht den Menschen", in den meisten Fallen richtig, und daher erklärt es sich, daß man mehr als früher Wert auf die äußere Erscheinung legt. Zu einer guten äußeren Erscheinung aber gehört ein guter Teint; die Pflege eines solchen wird daher fitzt allgemein angestrebt, und eS empfiehlt sich, zu diesem Zweck im Haushalte euie Fettsalbe vorrätig zu halten. Die meisten früher zu diesem Zweck verwandten Mittel sind überholt durch das Lanolin, welches ferne Wirksamkeit dem Umstande verdankt, daß es mit dem in der Haut enthaltenen Fett identisch ist. Die Lanolinfabrik Martrmkenfelde hat fr- seit mehr als einem halben Jahrzehnt bestrebt, die Vorteile deS LanolmS Jung und Alt zugänglich zu machen, indem sie ihr weltbekanntes LauoliN'Toilette'Cream-Lanolin und neuerdings ihre schnell zur allgemeinen Beliebtheit gelangte Lanolinseife mit dem Pfeilrrng geschaffeir hat. Beide Fabrikate sind zu bekannten billigen Preisen in allen Apotheken und Drogerien erhältlich; ihre Echtheit wird durch die allgemein bekannte Marke Pfeilring '.erbürgt.
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