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03/05/1900 Zweites Blatt
 
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listen- und Schriftsteller-Kongreß. Neben dem Feftzuge dürfte bei der Gutenbergfeier die Huldigung an dem Guten- bergdenkmal einer der glänzendsten Momente des ganzen Festes werden. Nach dem jetzt fertiggestellten Programm soll hinter dem Gutenbergdenkmal ein Arkadenbau im grie­chischen Stil errichtet werden, der durch Säulenanlagen mit davor arrangierten Blumenparterren in matten Farben

Dekoration durch zwei Fontänen abgeschlossen. Von einem mächtigen Mittelstrahl zweigen sich 8 bis 10 Nebenstrahle ab. Am Abend sollen die Springbrunnen, die durch Grotten­steine und Pflanzen eine prächtige Ausschmückung erhalten, elektrisch beleuchtet werden. Bei demTe Deum* während der Huldigung werden außer den Sängern drei Militär­kapellen von je 40 Mann, 15 Zusatzmusikern, sowie ein Trommlerkorps von 60 bis 80 Mann mitwirken. Das G en eral-Kommando des 18. Armeekorps hat infolge

vielfacher Extravaganzen in der Kleidung Veranlassung ge­nommen zu bestimmen, daß die eigenen Bekleidungsstücke der Mannschaften und Unteroffiziere genau im vorschrifts­mäßigen Zustand sein müssen. Es ist gleichzeitig von dem General-Kommando besohlen worden, daß diese Extraanzüge in Bezug auf Abmesiung, Schnitt und Herstellungsart einer besonderen Prüfung unterworfen sein sollen.

bm. Vom Rhein, 1. Mai. Nach langem Petitionieren der Interessenten wird jetzt endlich der Floß Hafen zwischen Kastel und Kostheim verbreitert, und damit erst seinem eigent- lichen Zwecke nutzbar gemacht.

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tische und billige Hilfsmittel (Preis 25 Pfg.) anzuschaffen. Hier ist er in der Buchhandlung von C. Krebs zu haben.

Bad Nauheim, 2. Mai. Die Herzogin von Anhalt ist aus Italien hier eingetroffen und gedenkt sich hier einige $ lt Grüuberg^l. Mai. Auf Einladung des Geh. Regie- rungSratS Haas »Offenbach hatten sich hier Vertreter der landwirtschaftlichen Genossenschaften der Umgegend ein­gefunden, um über die Errichtung eineß Kornlager­hauses für Grünberg und Umgegend zu beraten. Geh. Regierungsrat Haas hob die Bedeutung der Organi­sation von KornlagerhauS-Genoffenschaften hervor. Er be­tonte, daß es in der Absicht liege, im ganzen Lande zehn bis zwölf Lagerhäuser zu errichten, und daß Grünberg als Sitz einer Lagerhaus-Genossenschaft hierbei in Frage käme. Generalsekretär Dr. Neumann-Offenbach erklärte an der Hand einer Zeichnung die Einrichtung eines Lagerhauses mit SiloS. An der weiteren, sehr anregenden Diskussion beteiligten sich u. a. Lehrer Dern-Nieder-Ohmen, Land- wirtschaftSlehrer Dr. v. Peter-Friedberg, Jacob-Wetter- feld, Moll-Grünberg. Ersterer wies, auf statistisches Material gestützt, nach, daß Grünberg, als Mittelpunkt eines früheren bedeutenden Getreidemarktes, sich als Ort der Errichtung eines Lagerhauses vornehmlich eigne. Kauf­mann Moll berichtete über die von ihm eingesehenen Lager- Hauseinrichtungen. Die Versammlung war von feiten der landwirtschaftlichen Genossenschaften der Umgegend recht gut besucht; leider war infolge eines Mißverständniffes bei der Einladung versäumt worden, die letztere auch an die Mit­glieder der in Grünberg bereits bestehenden Genossenschaft ergehen zu lassen. Geh. RegierungSrat Haas, als Ver- bandsdirektor der hessischen landwirtschaftlichen Genossen­schaften, stellte deshalb die Einberufung einer weiteren, größeren Versammlung für einen Sonntagnachmittag im Mai in Aussicht. (Grünb. Anz.)

Langsdorf, 29. April. Heute fand hier unter Vorsitz des Herrn Provinzialdirektors Geheimrats von Bechtold eine sehr zahlreich besuchte Versammlung des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen statt, in der Dr. v. Peter aus Friedberg das Thema besprach:Die Fachausbildung der jungen Bauernsöhne, ihre Notwendigkeit und deren Wirkung in technischer, sozialer und allgemeiner politischer Beziehung." Hierauf verteilte Geheimrat v. Bechtold die vom landwirtschaftlichen Bezirksvereine den Ackerbauschülern Eduard Pauly, Heinrich Walther und Karl Fay als Andenken und Anerkennung gestifteten, reich ausgestatteten, wertvollen Lehrbücher. Daran schloß sich eine sehr ausgedehnte Diskussion. Zehn neue Mitglieder traten dem landwirt­schaftlichen Verein bei. Die Anregung zur Bildung eines landwirtschaftlichen Kränzchens gab Lehrer Leid ich. Bürgermeister Köhler versprach, letzteres im nächsten Winter in Fluß zu bringen, vorausgesetzt, daß ein jeder ohne Ansehen der Partei ihm seine Unterstützung leihe.

XX Neu-Ulrichstein, 1. Mai. Monats-Bericht der Arbeiter-Kolonie pro April 1900. Ende April 1900 befinden sich in der Kolonie stellen-, resp. arbeitslos insgesamt 31 Mann. Dieselben verteilen sich nach der Geburt: Großherzogtum Hessen 7, Königreich Preußen 15, Königreich Bayern 3, Königreich Sachsen 1, Großherzogtum Baden 3, thüringische Staaten 2; nach dem Gewerbe: Anstreicher 2, Abeiter 12, Brauer 1, Former 1, Friseur 2, Gärtner 1, Kaufleute 2, Kellner 1, Kürschner 1, Schlosser 2, Schreiber 2, Schreiner 1, Schuh­macher 3. Seit Bestehen der Kolonie sind ausgenommen 3717, entlassen 3686, mithin Bestand 31. Bestand am 1. April 1900: 52. Zugänge im April 5, Abgänge im April 26. Die Abgänge verteilen sich : in Arbeit nur 1, auf eigenen Wunsch 16, auf Requisition der Behörde 1, Kontraktbruch 6, Trunk 1, Krankheit 1.

bm. Mainz, 1. Mai. Zur Gutenbergfeier sind bis jetzt über 400 Vertreter der Presse angemeldet. Die Überaus große Beteiligung findet zum Teil ihren Grund in dem direkt vor dem Gutenbergfeste hier tagenden Jovrna-

Vermischtes.

* Emil Trachs Wahnvorstellungen. Tas Befinden des bekanntlich schwer erkrankten ehemaligen Hof-

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schanspielers und Regisseurs Emil Trach ist noch immer dasselbe, obwohl er ebenso wie jeder «andere normale Mensch körperlich vollständig gesund ist, gut schläft, sich eines vor­trefflichen Appetits erfreut und beständig in gehobener und zufriedener Stimmung dahinlebt. Ter bedauernswerte Künstler ist von der Wahnidee befangen, er sei von Gott abgesandt, der größte Herrscher der Welt. Seine Pfleger hält er für seine Sekretäre und Untergebenen. Trach be­findet sich in der badischen Landes-Irrenanstalt Jllenau, ist ruhig und beschäftigt sich den ganzen Tag mit nichts anderem, als der Ausarbeitung der Pläne für die in seinem Wahne projektierten Unternehmungen, hauptsächlich mit Theatergründungen in Indien. Allem Anscheine nach ist wenig Hoffnung vorhanden, daß der Künstler wieder gesunden wird. Frau Marie Trach hat in München einen Modesalon eröffnet.

*Ich kan n n i ch t m e h r." Tie nachstehende hübsche Schilderung einer Gerichtsverhandlung entnehmen wir einem Leipziger Lokalblatt: Ter kleine Mann, der da auf der Anklagebank sitzt, hat gar nicht das Aussehen, als ob er einen Mitmenschen betrüben konnte, und dennoch ist er angeklagt, den Restaurateur W. in Leipzig mit einem gefährlichen Werkzeug im Sinne des Gesetzes" verletzt zu haben. Das gefährliche Werkzeug war nämlich ein Bier­glas.Ich war Se abber ooch dichtig rachig uf den alben Freiird", meint der Angeklagte in Beziehung auf den Verletzten.Was" that er Ihnen denn zu Leide?" fragt der Vorsitzende.Egal veralbert hat'r mich." Wodurch?"De Sache war Se nämlich so. Ich hatte nier vor ä baar Wochen ä Hiehnchen gekooft, abber das L. . . . wollte kenne Eier legen; wie ich das am Stamm­tische erzählen daht, da meente der Resteradeer W., nee'm welchen ich wohnen dhu, ich sollte ä Stickchen Brot mit Gamillendhee befeicht'u un dieses dann den Hiehnchen zu fressen g'eem. Na scheen, das hab 'ch ooch gemacht un richtig, an nächsten Morgen fand ich zehn Eier im Stalle. Naddierlich hab 'ch den Thierchen gleich Widder Gamillen- brot gegee'm un an nächsten Morgen lagen Widder zehn Eier da. So gings drei Tage lang. Wie 'ch abber. an vierten Morgen in 'n Hiehnerstall kam, da lag nee'm den Buttchen ä großer Zettel un dadrauf stand gefchrie'm:Ich kann nicht mehr!" * Jetze ging mer erscht ä Licht uff, daß mich die L... . an Stammtische veralbert hatten. Bald d'rauf hat mersch ooch unser Hausmann erzählt, daß d'r W. alle Tage sich von jeden Stammgast hat änn Groschen gee'm lassen un fer das gesammelte Geld hatr dann die Eier gekooft, die er mer nach en s inn Hiehnerstall brak- dizierte. De merschten waren Se iebrigens schon faul un thaten hellisch riechen. Na, da kenn Se sich wohl denken, daß ich wilde wurde un glei nieberging zu den alten Fiffi- kaner. In der Bosheet hab 'ch mich dann nich mäßigen gekonnt und hab'n es Bierdebbchen an Gopp gewixt." Zum Glück war die Verletzung keine gefährliche, der Be­sitzer der vom vielen Eierlegen so sehr erschöpften Henne wurde zu einer Geldstrafe von 20 Mark verurteilt.

Universität und Hochschule.

Gestorben r In Karlsruhe der Assistent am zoologischen In­stitut der Universität Straßburg Dr. Bernhard Nöldeke. Professor Wenzel Hecke in Wien, ehemaliger Lehrer an der dortigen Hochschule für Bodenkultur, im Alter von 77 Jahren.

Verschiedenes r Aus Heidelberg wird berichtet: Vergangenen SamStag vollzog sich in der Aula der hiesigen Universität in aller Stille ein in den Annalen der reichsdeutschen Hochschulen unerhörtes Ereignis von prinzipieller und revolutionärer Tragweite, die Imma­trikulation der ersten Dame. Es ist dies Frl Sexauer aus Karlsruhe, studiosa phil. Des weitern ist eine Dame zur Imma­trikulation bei der medizinischen Fakultät vorgemerkt. Auch die Zahl der Hörerinnen, die bei allen Fakultäten, mit Ausnahme der juristischen und zwar für je ein Semester, zugelafsen werden, verspricht in diesem Sommer die der verflossenen Semester weit zu übersteigen. Wenn auch das Bild unserer Hörsäle noch nicht diebunte Reihe" der Schweizer und Pariser Hochschulen darbietet, so würde doch der ehrwürdige Marsilius ab Jnghenwenn heut sein Geist herniederstiege" beim Anblick duftiger Sommertoiletten statt klerikalen Habits anfangs sich gar fremd in den Räumen seiner Ruperto-Carola fühlen. Als strammer Nominalist, der er war, würde er jedoch auch darin der mittelalterlicheu Stimmung entwachsen, daß er entgegen der mönchischen Wertung eines Weibes imMalier taceat in ccclesia! auch der Individualität und dem Selbstbestimmungsdrange der Frau Gerechtig­keit widerfahren ließe. Ja, als erster Rektor der Raperto-Carola würde er gewiß stolz sein auf seinen Nachfahren, der zuerst unter den Rektoren der alten hohen Schulen in der Heidelberger Aula den Handschlag der Verpflichtung auf ben akademischen Ehrencodex mit einer Dame tauschte. An der Wiener philosophischen Fakultät legte die Studentin Gabriele Gräfin von Wartensleben, eine Berlinerin, ihr letztes Rigorosum aus der klassischen Philologie mit bestem Erfolge ab. Sie ist die erste Studentin der Philosophie, die an der Wiener Universität den Doktor­hut erhielt. Zum Rektor der Universität Halle für das Studienjahr 1900/1901 ist der Professor für orientalische Sprachen Dr. Pischel gewählt worden. Die Zahl der Studenten in Marburg ist bereits auf über 1000 gestiegen.

Kunst und Wissenschaft.

D. Darmstadt. Ausstellung 1901. Das Sekretariat der Künstler-Koionle teilt uns mit, daß die Zeichnungen zum Garantie­fonds, der im Gesamlbudget für die Ausstellung nur mit 200,000 Mk. angenommen war, die Höhe von einer viertel Million schon über­schritten haben, und daß angesichts der fortdauernd neuen Zeich­nungen dis Endsumme von 300,000 Mk. sicher angenommen werden kann. DcS weiteren bittet uns das Sekretariat, mitzutrilen, daß Ende dies.r Woche tin erläuternder Bericht über das AusstellungS- unternebmen als kleine Broschüre erscheinen wird, um den vielen Interessenten Aufschlüsse über die Form der Ausstellung zu geben. »>«8 SchriftLen wird auf Wunsch gratis und franko übersandt. Bestellungen find direkt an die Künstler-Kolonie zu richten.

Neapel, 30. April. Ter Kongreß zur Be­kämpfung der Tuberkulose hielt unter dem Vor­sitz Baccellis feine Schlußsitzung ab und nahm die vom Komitee unter Berücksichtigung des schon auf dem Pariser Kongreß von Professor Schroetter ausgesprochenen Wunsches vorgeschlagene Tagesordnung an. Diese schlägt die Einsetzung eines internationalen Komitees vor, in dem die drei Nationen, welche die erste Anregung zu den Kongressen zur Bekämpfung der Tuberkulose gaben, vertreten sein sollen und dessen Aufgabe darin bestehen soll, eine internationale Liga gegen die Tuberkulose zu begründen. Als Mitglieder des Komitees schlagt die Tages­ordnung für Deutschland den Herzog von Ratibor, für Frankreich Professor Lannelongue, für Italien Minister Bacelli vor. Diese sollen das Komitee bilden und organi­sieren und haben die Ermächtigung, neue Mitglieder in

gleicher Zahl für die drei Länder zu kooptieren. Nachdem Lannelongue im Namen der auswärtigen Kongreßmit­glieder gesprochen hatte, verlas Minister Baccelli die von der deutschen Kaiserin, dem Kaiser von Oesterreich, der Königin-Regentin von Spanien und den Königen von Por­tugal, Serbien und Rumänien eingegangeneu Telegramme.

Werawr.

Von der Spitze des Gaurisankar (8810 Meter) bis zur tiefsten gelotheten Stelle im Großen Ozean (9427 Meter) beträgt die Entfernung, senkrecht gedacht, 18 237 Meter, eine .an und für sich also lächerlich geringe Wegstrecke imi Vergleiche zu den Tausenden von Kilometern^ die nufere Eisenbahnzüge und Dampfer durcheilen.^ Sehr hübsch kommt dieser Gegensatz zwischen der größten Erhebung, des Festlandes auf der Erde und der tiefsten Stelle im Wasser auf Tafel 3:Ideale Ansicht der bedeutendsten Hohen, n.nd Tiefen der Erde" des .H i ckm an n'fchen Un i- verfal-Taschenatlas 1900 (Verlag von G. Freytag & Berndt, Wien VII/1) zum Ausdruck. Nebst dem bietet das hübsch ausgestattete und in einen klaren, übersicht­lichen diagrammatifchen Darstellungen unübertroffene Werkchen authentische Taten über Größe und Einwohner aller Staaten, Sprache und Religionen, Beruf und Beschäf­tigung, Auswanderung und Bevölkerungszunabme, Staats-^ Einnahmen und Ausgaben rc. 2c. in vollenoeter Form. Für den Preis von 3.80 Mk., zu dem das prächtige Buch in jeder Buchhandlung geliefert wird, bietet es anregen­den und interessanten Stoff in Hülle und Fülle.

Illustrierte Geschichte der deutschen Litteratur ftiit ausgewählten Proben aus den Haupt­werken hervorragender Dichter. Herausgegeben von I. G. Vogt. In Lieferungen zu 10 Pfg. Verlag von Emst Wiest Nachf., Leipzig. Lieferung 4145. Diese interessante Literaturgeschichte ist für alle Volksklaffen bestimmt. Sie ist 'billig, gut ausgeftattet und fesselnd. Wie der Titel des Buches sagt, streut der Verfasser zahlreiche Proben- aus Werken in den Text ein und weiß ihn treffend zu. charakterisieren. Größeren Werken widmet sich der Autor mit liebevoller Ausführlichkeit. WielandsOberon" stellt er :j. B. in diesen Lieferungen in zum großen Teil wört- licher Wiedergabe dar.__

Gerichtssaal.

Hamburg, 30. April. Nach fünftägiger Ve'handlung ver­urteilte heute das Landgericht ben Rechtsanwalt Dr. Hugo May wegen Vornahme unsittlicher Handlungen an feinen Mündelkindern zu zweieinhalb Jahr Gefängnis und dreijährigem Ehrverlust. Es wurden dem Verurteilten mildernde Umstände zugebilligt. Der Vater Mays ist VizepräseS der Hans'-tischen Anwaltskammer und ein hochangefeheneS Mitglied der hiesigen Bürgerschaft.

Handel und Verkehr. Uolkswirtschast.

Frankfurter Börse vorn 1. Mai.

Wechsel auf New-York zu 4.21-22.

Prämien auf Kredit per ult Mai 1.35 %, do. per ult. Juni 2.20%, Diskonto-Kommandit per ult. Mai 1.20%, do. per ult. Juni 2 °,o, Lombarden per ult Mai 0.70 %, do. per ult. Juni 1%.

Notierungen: Kreditaktien 228.30-00-00-00, Diskonto- Kommandit 187 70-000.00, Staatsbahn 186.50-00, Gotthard 142.00, Lombarden 27.20-00 00, Ungar. Goldrente 97.40, Italiener 95.30, Bproz. Mexikaner 25.80, Oesterr. Coupons 84, Amerik. Coupons 4.18% Privat-Diskont 4%%.

l%-2% Uhr: Kreditaktien 228.40-227-00, Diskonto-Kom- mandit 187.70-186.10, Staatsbahn 136.80-20, Lombarden 00.00, Bochumer 256-255.

Lebensversicherungsbank für Deutschland in Gotha. Die Geschäftsergebnisse der Gothaer Lebensversicherungsbank sind auch im Jahre 1899 befriedigend gewesen. Reue Todesfallversicherungen schlechthin auf Lebenszeit oder mit Abkürzung auf ein bestimmtes Lebens­jahr wurden im Betrage von 43,496,200 Mk abgeschlossen; es ist dies der höchste Jahreszugang sei Bestehen der Bank. Insgesamt be­standen Ende vorigen Jahres 111993 Versicherungen über 772,089,700 Mk. Die thatsächliche Sterbefallausgabe von 14,519,054 Mk. blieb um 2,074,179 Mk. hinter dem erwartungsmäßigen Betrage zurück. Der reine Jahresüberschuß stellt sich auf 8,220,850 Mk. Zu diesem Ergebnis hat neben dem Gewinn aus unterrechnungsmäßiger Sterblichkeit und neben dem überrechnungsmäßigen Zinsertrag besonders der Umstand beigetragen, daß die Verwaltungskosten auf den außerordentlich niedrigen Satz von nur 5,07 Proz. der Jahreseinnahme gehalten werden konnten. Die Fonds der Bank erreichten die Höhe von 249,489,278 Mk. Hier­unter befinden sich die als Sicherheitsfonds zurückgestellten reinen Ueber- schüsse der letzten Jahre im Betrage von 38,369,851 Mk., die in diesem und den nächsten vier Jahren (im Jahre. 1900 je nach Art und Alter der einzelnen Versicherungen mit 30 bis 138 Proz. der JahreS-Rormal- prämie) an die Versicherten als Dividenden zur Verteilung kommen. Im ganzen hat die Bank während ihrer nun 71jährigen Wirksamkeit gegen 346 Millionen Mark an fällig gewordenen Versicherungssummen ausgezahlt uud mehr als 174 Millionen Mark als Dividende an ihre Versicherten zurückgewährt.

Sprechstunden der Redaktion

des Gießener Anzeigers täglich (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag) von 67 Uhr nachmittags. Eingang von der Kaplaneigaffe aus.

Familien Nachrichten.

Geburten: Dem Lehramtsassessor Helmke in Friedberg ein Sohn. Dem Sally Kahn in Schotten ein Sohn. Dem Alex. Cronje in Hanau eine Tochter.

Verlobter Marie Haub mit August Kern, Butzbach-Reichelsheim. Jenny Haas mit Louis Wetterhahn, Darmstadt-Gießen.

Verstorbener Herr Friedrich Wilhelm Wetz in Griedel. Herr Post-Assistent Rudolf Cellarius in Baden-Baden. Herr Heinr. Kromm III. in Schotten. Frau Gertrude Wilhelmine Becker in Darmstadt.

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