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Mittwoch den 3 Januar
Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Psg. mit Bringcrlohn; durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld.
Alle Anzeigcn-Vermittlungsstcllen des In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.
Redaktion, Expedition und Druckerei:
Schutstrahe Ar. 7.
Marine gehören; sie sind vielmehr Schiffe im Privatbesitz, die in bestimmten Zwischenräumen die Post nach unseren überseeischen Kolonien zu befördern verpflichtet sind, wofür die Eigentümer eine Subvention vom Reich erhalten.^ SB
Gegen den Antrag haben gestimmt: 68 Grundeigentümer mit .
beteiligter Fläche.
Für den Antrag haben gestimmt:
161 Grundeigentümer mit .
beteiligter Fläche.
Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dornt. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.
Die Beschlagnahme
des Reichspostdampfers „Bundesrat".
Wie wir bereits kurz mitteilten, ist der Dampfer „Bundesrat" von der deutschen Ostafrika-Linie vor der Delagoa-Bay angehalten und durch das englische Kriegsschiff „Magicienne" als Prise in den Hafen von Durban gebracht worden. Als Grund zu diesem im höchsten Grade befremdenden Uebergriff der englischen Marinebehörden wird von englischer Seite behauptet, daß der „Bundesrat" eine -roße Anzahl Passagiere, einschließlich etwa 30 deutscher Offiziere und 'Soldaten, und eine Quantität Kriegskontre- bande an Bord hatte. Der Dampfer wurde zur Abur-
darauf, daß seit der letzten Festsetzung der ortsübliche» Taglöhrre gewöhnlicher Tagearbeiter bereits über 6 Jahre verflossen sind, auch dieselben den thatsachuchen Verhältnissen nicht mehr entsprechen, eine Neufestsetzung dieser ortsüblichen Taglöhue empfohlen. Unter Bezugnahme auf unsere Verfügung vom 31. Mai 1892 (Anzeigeblatt Nr. 128) und die dort mitgeteilten Grundsätze beauftragen wir Sie daher, alsbald mit der Stadtverordnetenversammlung, bezw. dem Gemeinderat, wegen der uns zu machenden diesbezüglichen Vorschläge ins Benehmen zu treten, die beantragten Festsetzungen in eine dem nachstehenden Muster entsprechende Tabelle einzutragen, die von dem gesamten Ortsvorstand zu unterzeichnen ist, und uns dieselbe biuueu längstens 14 Tagen einzusenden.
v. Bechtold.
Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen.
Fernsprecher Nr. 51.
*) Spalte 4 ist nur bann auszufüllen, wenn in einem Bezirk die Lohnverhältnisse der unter 16 Jahre alten (jugendlichen) gewöhnlichen Tagearbeiter erhebliche Verschredenhetten aufweisen, je nachdem es sich um „junge Leute zwischen 14 und 16 Jahren oder um „Kinder unter 14 Jahren" handelt und der ortsübliche Tageloyn für dieselben verschieden festgesetzt worden ist.
In diesem Falle ist die Spalte 3 unausgefüllt zu lasten.
Der Rege! nach wird wohl nur Spalte 2 und 3 auSzvfüllen sein.
teilung durch das jüngst gebildete Prisengericht in den Durbaner Hafen gebracht.
Der englischen Behauptung gegenüber versichert nun die Direktion der Ostasrika-Linie in Hamburg, daß der Dampfer keine Kriegskontrebaude an Bord hatte. Das Auswärtige Amt ist um seine Vermittlung bei der englischen Regierung ersucht worden und hat' diese sofort zugesagt. — Es ist zu hoffen, daß die einzuleitenden Verhandlungen schleunigst zur Aufhebung der Beschlagnahme und überhaupt zu einer völlig befriedigenden Lösung des Zwischenfalls führen, der einen doppelt verletzenden Eindruck macht angesichts der vielen Freundlichkeiten, die Deutschland in letzter Zeit England erwiesen hat.
Zur völkerrechtlichen Seite des Zwischenfalls wird von wohlunterrichteter Seite folgende Darstellung gegeben :
„Völkerrechtlich liegt die Sache so, daß das Schiff einer neutralen Macht — Deutschland — nach dem Gebiet eines ebenfalls neutralen Staates — Portugal — segelte. Kriegsmaterial für Transvaal hat der Dampfer in Hamburg nicht an Bord nehmen können, weil dies nach der Neutralitätserklärung Deutschlands die entsprechenden, Bestimmungen gar nicht gestatten. Nur vermöge falscher Vorspiegelungen konnte an Bord des „Bundesrat" Kriegs- kontrebande gelangt sein, d. h. Kisten, deren Inhalt z. B. als Baumwollware deklariert ist, die aber Gewehre enthalten. Vor Betrug ist eben niemand sicher. Aber liegt ein solcher Betrug vor und wird er in Lourenxo Marques aufgedeckt, so ginge die Sache doch nur Portugal an. Dieses hätte auf Grund seiner neutralen Stellung die Verpflichtung, die nötigen Schritte zu thun, d. h. die weitere Absendung des Kriegsmaterials zu verhindern und die Hand darauf zu legen. Niemals aber hatte England ein Recht, sich darein zu mischen, dessen Vorgehen daher den einfachsten Bestimmungen des Völkerrechts widerspricht.
Das wissen die Briten natürlich genau so gut wie wir. Sie glauben auch gar nicht, daß der Dampfer Kriegskontre- bande habe. Wurde daher der „Bundesrat" wirklich nach Durban gebracht, so dürste es zuvor zwischen unserem Kapitän und dem des englischen Kriegsschiffs „Magicienne" zu einer argen Differenz gekommen sein, die aus der Forderung der Engländer, den Dampfer zu durchsuchen, und dem energischen Protest unseres Kapitäns entstanden ist. Und das Ganze ist wohl nur ein Manöver gewesen, um den Passagieren Nngelegenheiten zu bereiten und ihre Landung zu Hintertreiben. Das Schiff ist mit deutschen und holländischen Herren vollbesetzt, deren Ziel die Delagoa-Bay ist und aus dem Argwohn der Engländer, es möchten diese Reisenden Offiziere fein, welche in die,Reihen der Buren treten wollen, dürfte der Zwischenfall entstanden sein.
Um Irrtümern vorzubeugen, mag daran erinnert werden, daß die „Reichspostdampfer" nicht etwa zur
N«. I
Erscheint täglich mir Ausnahme des
Montags.
Die Gießener NamilienotLlier werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess- Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wöchtl. 4mal beigelegt.
Bekanntmachung.
Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Bettenhausen.
Das Ergebnis der am 23. November l. I. zu Bettenhausen erfolgten Abstimmung über den Antrag auf Feldbereinigung der Gemarkung Bettenhausen ist folgendes: Flächeninhalt der gesamten zu bereinigenden
Fläche......416,1113Hektar.
Gesamtzahl der auf dieser Fläche begüterten 229.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
* Vow Kriegsschauplatz.
London, 1. Januar. Sämtliche Telegramme aus Lorenzo Marquez bringen schlimme Nachrichten aus Ladysmith. Die dortige englische Garnison soll im Begriffe sein, ihre schweren Geschütze zu zerstören, damit dieselben im Falle der Einnahme von Ladysmith durch die Buren diesen nicht in die Hände fallen. Ein letzter verzweifelter Ausfall soll unmittelbar bevorstehen, da die Lage infolge Krankheit und Futtermangel unhaltbar ge^ worden ist.
— „Daily News" meldet aus Colenso vom 30. Dezember. Die Artillerie bombardierte die Burenstellung mit schweren Geschützen. Die Buren beantworteten das Artil- krtefeuer. Ueber das Ergebnis des Kampfes ist noch nichts bekannt.
London, 1. Januar. Die Mehrzahl der heute erschienenen Blätter bespricht in pessimistischer Werse daS begonnene Jahrhundert. „Daily Telegraph- erklärt in einem Rückblick auf das verflossene Jahr: Wenn jemand vor sechs Monaten erklärt hätte, England befinde sich in der jetzigen Lage, so hätte, man diesen als geisteskrank bezeichnet. (Sehr, richtig!) „Morning Leader" stellt fest, Idaß England einen großen Schritt rückwärts gemacht habe und sich augenblicklich in einer schlimmen Lage befinde, schlimmer als während des Krimkrieges. „Daily Mail" prophezeit für daS kommende Jahr die verbiffeuste Nebenbuhlerschaft zwischen England und seinen Rivalen sowohl in geschäftlicher Hinsicht als auch in Bezug auf Rüstungen.
Loudon, 1. Januar. Aus Bombay wird gemeldet, daß die indische Regierung eine Cirkularnote an alle Behörden erlassen hat, worin sie mitteilt, daß sie gezwungen fei, die Unterstützungen zu Wohlthätigkeits- zwecken zu reduzieren.
Loudon, 2. Januar. Vom Modder River wird gemeldet: Der moralische Zu st and der Truppen ist ein zufriedenstellender. Jeden Tag machen wir weitere Versuche mit den marcouischen Apparaten. Wir sind im Begriff, Brücken zu bauen. — General Cronje hat ein Todesurteil gegen einen Bürger des Oranje-FreistaateS unterzeichnet, weil derselbe einer Aufforderung, sich zu stellen, nicht Folge leistete.
Kapstadt, 2. Januar. Die ausländischen Holländer griffen in großer Anzahl Dordrecht an, wurden aber zurückgeschlagen, wobei sie acht Tote, sowie dreizehn Pferde auf dem Kampfplatze ließen. Die Engländer hatten nur Verwundete.
* *
Telegramme des „Gießener Anzeiger".
Loudon, 2. Januar. Aus den letzten hier eingetroffenen Telegrammen vom Kriegsschauplatz geht hervor, daß die Truppen des Generals French Colesberg besetzt haben.
London, 2. Januar. Die „Times" veröffentlichen folgende Meldung aus Sterke ström vom 31. Dezember, 10 Uhr abends: Die Abteilung des Leutnants Milford befand sich während eines Marsches plötzlich in isolierter Stellung, wodurch ein interessanter Kampf entstand. Kapitän Goldowortky besetzte eine vorteilhafte Stellung unter dem Feuer der Buren. Leutnant Montmorency begleitete eine Abteilung Scharfschützen, die das steile Ufergelände erstürmten. Trotzdem wurde die Abteilung des Leutnant- Milford hart bedrängt, und es war Zeit, daß Verstärkung eintraf. Die Buren zogen sich auf die benachbarten Hügel zurück, von wo sie ein unwirksames Feuer eröffneten. Unsere Artillerie beschoß die Buren, die sich zurückziehen mußten. In der Zwischenzeit hatten unsere Fußtruppen eine gedeckte Stellung bezogen. Dieses Gefecht kann als eine Niederlage der Buren betrachtet werden. (?)
Deutsches Keich.
Berlin, 2. Januar. Die Nagelung der neuen Feldzeichen erfolgte Samstag mittag im Rittersaale des königlichen Schlosses zu Berlin. Der Feier wohnten außer dem Kaiserpaare bei: die kaiserlichen Prinzen und die hier anwesenden Mitglieder des königlichen Hauses, die im Gardekorps dienenden Prinzen aus regierenden deutschen Häusern, das Hauptquartier des Kaisers und die hier anwesenden General-Adjutanten, Generale L la suite und Flügeladju-
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt Mütter für hessische Volkskunde.
Amtlicher Teil.
Gießen, den 28. Dezember 1899. Betreffend: Festsetzung der ortsüblichen Taglöhne gewöhnlicher Tagearbeitet, sowie der Durchschnittswerte der Naturalbezüge.
Das Großherzogliche KreisamL Gieße«
«» die Großh. Bürgermeistereien de- «reise-.
Auf Grund des § 2 der Verordnung vom 13. Dezember 1899, betreffend Ausführung des Jnvalidenversicherungs- gesetzes vom 13. Juli 1899 (Kreisblatt Nr. 303) haben wir dem Kreisausschuß Vorlage gemacht und dieser mit Rücksicht
Hiernach hat der Antrag die gesetzliche Majorität erhalten.
In der Zeit vom 4. Januar bis einschließlich 10. Januar 1900 liegt das Abstimmungsprotokoll nebst der Zusammenstellung des Abstimmungsergebniffes auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen zur Einsicht offen.
Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit des Ergebnisses sind binnen 14 Tagen, von der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung im Kreisblatt an gerechnet, mittels schriftlicher Beschwerde bei Großh. Obern landwirtschaftlichen Behörde in Darmstadt geltend zu machen.
Friedberg, den 20. Dezember 1899.
Der Großh. Bereinigungskommiffär: Süffert, Regierungsrat.
Gesunden: Geld, 1 Taschentuch, 1 Manschette mit Knopf, 1 Haarpfeil, 1 Schirm, 1 Damenkragen, 1 Schürze, 1 Handschuh, 2 Gebetbücher, Glückwunschkarten und 1 Mitgliedskarte des Eisvereins.
Gießen, den 2. Januar 1900.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Muhl.
1.
Gemeinde
2.
Erwachsene Arbeiter (über 16 Jahren)
3.
Jugendliche Arbeiter (unter 16 Jahren)
4.*)
Jugendliche Arbeiter (unter 16 Jahren)_______
Junge Leute zwischen 14 und 16 Jahren
Kinder unter 14 Jahren
männlich
weiblich
männlich
weiblich
männlich
weiblich
männlich
weiblich
JC
JL.
JL
JL


