Ausgabe 
2.6.1900 Zweites Blatt
 
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lauschte auf eine Aufhellung der Zweifel, die an jene Kund­gebung sich knüpften, auf eine Feststellung der Gründe,, die rhn zu dem harten Worte von denminderen Brüdern" leiteten, hat er neues Dunkel geschaffen, das aufzuhellen schier unmögliches Beginnen ist. Er hat betont, daß er seine Reden frei zu halten pflege und daß er wünsche, es möchten aus den im Auszuge verbreiteten Teilen seiner Rede nicht Schlüsse gezogen werden, die er selbst nicht ge­zogen habe. Er hat so in gewisser Weise Nachsicht für etwa entstandene Entgleisungen gefordert und den Beweis, dafür geliefert, daß die Theorie von der Notwendigkeit der Zurückhaltung fürstlicher Redner allzu wohl begründet ist. Die Wirkung der Worte dem barmherzigen Himmel anheimzustellen, mag dem Privatmann geziemen; wer dem Throne so nahe steht, daß die Hoffnungen von' Millionenlauf rhm ruhen, der muß die kleine Eitelkeit, in freier Rede ferne Seele ausströmen zu lassen, verwinden und, roenfn, ihr" der Zwang zu reden gekommen zu sein scheint, Satz und Wort mit Sorgfalt vorher erwägen. Dann wird er vor Mißverständnissen sicher sein und vor unbeabsichtigten Dunkelheiten. Dann wird nicht wieder die gesamte Oeffent- lrchkeit fragend vor solchen Ausführungen stehen, wie sie auch aus Nördlingen wieder zu uns dringen:

Studieren Sie die derrtschc Reichsverfassung! Sie werden sehen, daß, wo immer ich aufgetreten bin, ich mut) an die Reichsverfassung gehalten habe. Die Reichs- Verfassung beruht auf den Verträgen, die nach einem siegreichen Kriege der damalige Norddeutsche Bund mit den verbündeten und mit-siegreichen süddeutschen Staa­ten abgeschlossen hat. Wenn die deutsche Verfassung besser bekannt wäre, so würde man gar viel falsche An­sichten in Reden und Schriften nicht hören und lesen, ^zch nenne mit Absicht keine Namen. Teiin dann hätte man eine große Aufgabe zu erfüllen. Ueberall und an allen Orten und zu allen Zeiten sind falsche Ansichten vertreten über die Reichsverfassung, und infolge defsen' werden vielfach Ansichten geäußert, die sich mit der, Reichsverfassung absolut nicht decken."

sich wer, den psychologischen Gängen zu folgen, die vielleicht zurückführen bis zu den Empfiiidungen, die den Redner ftn Moskau beseelten, als er die rednerische Entgleisung eines begeisterten Kaufmanns mit den Worten zurückwies:Wir sind nicht Vasallen, sondern Verbündete des Deutschen Kaisers". Uebt jene Moskauer Stimmung noch, heute ihre Wirkung in der Seele des bairischen Prinzen, so wäre allerdings der Sinn der Nördlinger Rede unschwer zu deuten, so bestände aber auch der Zwang, auf spätere Ereignisse zu schließen, die den Erben der Wittelsbacher Krone mit neuem Unmut erfüllten. Es ist von offiziöser Seite versichert worden, daß diese Ereignisse nicht aufhöfischen Vorgängen während der jüngsten Feste" beruhen, daß dennoch in den Beziehungen von Hof zu Hofe eine Erkältung eingetreten sei, daß der Wittelsbacher Stolz sich verletzt fühle durch dynastische Velleitäten. Denn Irgendwo ist; sonst die Oeffentlichkeit unterrichtet worden über Vorgänge, die mit der Reichsverfassung nicht im Ein- uang ständen. Wo ruht denn die Begründung für die Mahnung, die deutsche Reichsverfassung besser zu studieren? Gewiß, auch Fürst Bismarck hat wiederholt gemahnt, die Verfassung hochzuhalten und zu schützen. Aber solche Mahnung ist nur dann erfolgt, wenn in der Zt>at die einzelnen Faktoren unseres politischen Lebens in ein Miß­verhältnis gegeneinander traten und wenn das natürliche Uebergewicht des einen Faktors noch verstärkt zu werden drohte durch die unnatürliche Selbstverleugnung der Par­lamente und die Konnivenz der im Bundesrat vertretenen Einzelstaaten. Sind ähnliche Anzeichen heute hervor­getreten? Droht irgendwo eine Gefahr, die zu beschwören Prinz Ludwig von Baiern die Rolle des Türmers Lynkeus übernimmt?Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt?" Aber auch; unter der Wirkung der Reden von Straubing und Nördlingen darf man das Eine nicht vergessen, daß Prinz Ludwig von Gaiern stets fein Partner und. überzeugter Anhänger des Reichsgedankens war, und eben erst hat derselbe Prinz Ludwig auf einer Delegiertenversammlung' des Baierischen Landesverbandes des Deutschen Flotten­vereins seinen Standpunkt ganz in dem Sinne betont, wie ihn der Verein selbst vertritt, und im Anschluß an ihn hat Prinz Rupprecht versichert, daß nichts falscher sei als unzeitige Sparsamkeit, daß er und alle Baiern stets bereit seien,auf das Thätigste mitzuwirken, wenn es sich um das Wohl des gesamten deutschen Vaterlandes handelt". Ja, selbst die Annahme, daß die preußische Kanalpolitik

Sonßfi/* ergänzte sie.

Mit meiner Geistesgegenwart war es schon wieder aus. Jenes Dorf auf der Grenze zwischen Littauen und Masuren war mir bis zu diesem Tage ebenso fremd ge­wesen, wie ich annehmen mußte, daß ich es in ihm sei.

Woher wissen Sie ?" fragte ich in Hellem Staunen, und fuchtelte wie besessen mit den Armen in der Luft herum nach einem Baume, um meine durch turnerische Hebungen gestählte gerade Haltung zu bewahren.

^...Jch weiß auch, was Sie wohl sagen wollen, daß Ihr Großvater vor fünfzehn Jahren hier Pfarrer ge- wesen ist."

Wie gescheit nur das Mädchen war! Und dabei sicher - lich drei Jahre jünger als ich! Denn bei zwanzig Jahren sieht em Mädel doch nicht mehr ganz so so na, so unheimlich appetitlich, so zum Anbeißen aus, da find die meisten doch schon mehr zum Pflücken blumenhaft.

, . Herrgott, wenn ich doch ein deutscher Dichter wäre, so dachte ich, dann würde ich, wenn ich das Mädel lange zu sehen bekäme, Volkslieder über Volkslieder dichten, sodaß auf des alten Eichendorff Grabe alle Rosen vor Neid ver­blühen und in meiner mit Recht so beliebten Studenten­bude zu neuem, längerem und duftreicherem Leben sich ent­falten würden. Aber ich bin, so dachte ich damals und manchmal auch heute noch, entschieden nicht ohne Unrecht, ein garstiger und dummer Kerl, der--

Doch das Mädel an meiner Seite ließ mich nicht weiter meine vertiefte moralische Selbstzerfaserung fortsetzen. Vielmehr plauderte sie unbefangen und treuherzig in lustigem Tone auf mich ein.

' Fortsetzung folgt.

| allzu einseitig ihre eigenen Interessen wahre, ohne Rück- I fW auf die Interessen der Bundesstaaten, scheint haltlos I ZU werden, wenn man die Erklärung liest, die eben Minister I von Crailsheim in der ersten bairisck^en Kammer abgab, I daß das Abkommen zwischen Preußen, Hessen I und Baiern hinsichtlich der Fortführung der I Kanalisation des Mains zwar noch nicht fertig sei, I aber in nächster Zeit schon zur Durchführunc, I gelangen dürfte.

So bleiben die Gründe, die zu den Ausführungen I von Nördlingen führten, im Dunkel, wie die Gründe der I Straubinger Rede. Das ist bedauerlich. Denn gerade solche I Dunkelheit giebt denen, die Neugewordenem unfreundlich I gegenüber stehen, Grund zu der Hoffnung, nich-t nur in I dem Prinzen, sondern auch in den Zuständen des Deutschen I Reiches Verbündete ihres Hoffens zu erblicken. Die Dunkel- I heit iffh ja das Lebenselement der Maulwürfe, die auch' I das blühendste Beet unterhöhlen. Und werfen wir einen Blick in die französischen Blätter.

stricht z. B. derTemps" von Wunden im deutschen RetchSkixp.'r, die durch die Rede bloSgelegt waren, und der »Figaro" meint,endlich sei im Deutschen Reich ein Cicero erstanden, der dem Cattltna fein quoasque tandem zurufe." DieRepubllque Francaise", die Möltne nahesteht, meint, man müsse sich daraus gefaßt machen, daß die Spannung zwischen Berlin und München an dem Tage, an dem P.inz Ludwig den Thron besteigen werde, an Stärke zunehmen werde. ES sei klar, daß das preußische Uebergewicht und die Politik, die in Berlin gemacht werde, weit entfernt davon sei, alle Welt in Deutschland zu befriedigen. Und daS sei eine Sache, mit der man rechnen, die man nicht außer Betracht lasten dürfe

Es ist jedenfalls notwendig, diese irrtümlichen Auf­fassungen deutlich zu berichtigen. Vielleicht beabsichtigte Prinz Ludwig das mit seiner Nördlinger Rede. Gelungen ist es ihm aber schwerlich. Und so setzt sich aus dem Einen und dem Vielen von neuem die Mahnung zusammen, daß die Bedeutung fürstlicher Reden ckbgeschwächt werden möge durch ihre Häufigkeit, und daß jene Tage wieder­kehren mögen, in denen Fürstenwortfe geschichtliche Thaten waren, die in der Nachwelt fortleben.

Politische Tagesschau.

Ueber eine Anspielung des Vizeköuigs von Indien auf russische Angriffsgelüste wird derWelt-Korr." aus Bombay, Anfang Mai, geschrieben: Der Vizekönig hat in Quetta in einer Rede, die er in Erwiderung auf eine Adresse der Munizipalität dieser Stadt hielt, seinem lebhaften Interesse an der neuen von Quetta über Nuschki nach Persien führen­den Handelsstraße Ausdruck gegeben. Nach der Art, wie sich Lord Curzon bei dieser Gelegenheit über die Frage der Herstellung einer Eisenbahn von Quetta nach Nuschki ausgesprochen hat (if a railway to that place cannot yet come), muß angenommen werden, daß derselbe eine Aus­führung dieses Projekts, wenn auch nicht gegenwärtig, so doch in der Zukunft für möglich hält. In der Rede Lord Curzon's ist im Hinblick darauf, daß dieselbe an der in­dischen Grenze in dem strategisch wichtigen, weit vorge­schobenen Quetta nahe der afghanischen Grenze gehalten wurde, auch ein Hinweis auf die Bedeutung der britischen Waffenerfolge in Südafrika wegen der deutlichen Anspielung auf Rußland bemerkenswert.Jeder dieser Siege", so er­klärte der Dizekönig,ist eine wahre Wohlthat für diesen und jeden anderen Teil des britischen Reichs. Denn der­selbe bringt einerseits die Macht des britischen Raj (Herr­schers), sich zu verteidigen und über seine Feinde zu trium­phieren, zur Geltung, andererseits schreckt das mit dem Siege verknüpfte Prestige von zukünftigen Angriffen ab. Denn es ist eine gewöhnliche Erfahrung, daß eine Macht, die aus einem erfolgreichen Kriege hervorgegangen ist und wir haben jetzt die begründete Hoffnung, daß unsere Erfolge in Südafrika von nun an fortdauern werden is not very readily or eagerly assailed by its remaining rivale (nicht gern von ihren noch verbleibenden Rivalen angefallen wird). Ich vertraue daher darauf, daß die von den Waffen Ihrer Majestät in Südafrika errungenen Siege may be feit even in regiona so remote as the Indian frontier and that they may add to the sense of security which under the ahelter of British rule you have now for so long enjoyed (selbst aus so entlegene Regionen wie die indische Grenze einwirken und daß sie das Gefühl der Sicherheit steigern, das Ihr unter dem Schilde der britischen Herrschaft schon so lange empfinden dürft).

Hessischer Kandkikg.

Zweite Kammer der Laudftäude.

M. GL Darmstadt, 31. Mai 1900.

Das Haus setzt 'die Generaldebatte über die Regier rungsvorlage, den Gesetzentwurf tetr, die Gehalte dev Vol.ksschullehrer und die hierzu gehörigen Anträge fort. Abg. Schrneel verweist auf die Skala der Regie-- rungsvorlage, bei deren Aufstellung die Regierung tert der Rücksichtnahme auf die fortschreitende Tendenz der Le­benshaltung geleitet worden sei; sie habe auch in Betracht gezogen, daß in den Jahren, in denen ein verheirateter Lehrer größere Ausgaben habe, die bisherigen Gehalte, immer weniger ausreichten. Die Anträge auf Verbesserung der Skala seien vom Ausschuß geprüft worden. Die Re­gierung sei alsbald bei der Beratung zur Annahme des| Antrags Molthan, der eine Mehrbelastung von 133 800 TO., bedeute, bereit gewesen. Der Ausschuß habe jedoch den! Antrag Backes, der am weitesten gehe und eine Ge­samthöhe von 277 0 00 Mk. verlange, angenom­men. Dieser Antrag sei aus den Kreisen der Lehrer her­vorgegangen und allgemein gebilligt worden. Angesichts! der Stellungnahme der Lehrerschaft dürfte erwartet wer-^ den, daß bei Annahme dieses Antrages von der Regierung Beruhigung und Befriedigung der mehr als zehnjährigen ^o^egung folgen werde. Es gelte, einen wichtigen Stand wirtschaftlich zu heben, damit jeder Angehörige frei von, Sorgen feine ganze Arbeit mit Freude dem Berufe widmen! tonne. Für den einstimmig gefaßten Ausschußantrag wür­den er und seine politiscten Freunde einstimmig eintreten. Wenn die Regierung glaube, durch die gewünschten Mehr­ausgaben wurde eine unerträgliche finanzielle Mehrbelastung eintreten, so verweise er auf die Auf-

lasjung des Ausfchusies von der Finanzlage des Staates- die Ausgabe sei notwendig und werde getragen werden können. Die Einkünfte aus dem Stempelgefetz mürbe* das vorgesehene Maß bedeutend übersteigen; das Gleübe gelte von der Lotterie, bann sei noch die Eisenbahngemein- schäft zu berücksichtigen. Im Interesse der Gleichstellung der Lehrer mit anderen Beamten werde seine Partei dem Ausschußantrage zustimmen. Abg. Weidner freut sich daß die nationalliberale Partei sich jedes Herumdokterns an der Vorlage enthalte. Auch er habe im Ausschuß von vornherein daran festgehalten, daß man für den Antrag Backes eintreten müsse; denn den Wünschen der Lehrer habe die Regierungsvorlage nicht entsprechen können, uub andererseits sei sie nicht geeignet, das Maß der Gerechte, feit gegenüber anderen Beamten herzustellen. Ihn leite die Ueberzeugung, daß in der Lehrerwelt ein wirkliche- Bedürfnis nach Aufbesserung der Gehalte vorliege. Daran ändere nichts die Thatsache, daß Lehrer in gut situierter Stellung, in Verkennung der Verhältnisse ihrer Kollegen bei Mitgliedern dieses Hauses gegen den Antrag Backes Propaganda gemacht hätten. Auch er und feine Freunde entschieden sich für den Antrag Backes. Tie Regierung werde bei gerechter Würdigung der Beschlüsse des Hauses über alle Schwierigkeiten hinwegkommen.

Dr. David und seine Partei halten an dem Antrag Backes fest, um dem Lehrer eine anständige materielle Existenz zu ermöglichen und ihm Gelegenheit zu gebens für seine geistige Weiterbildung etwas aufzinvenden. Liebe und Lust zum Beruf seien die beste Pädagogik.

Abg. S ch l e n g e r erklärt, daß auch das Zentrum der Ansicht sei, es werde den Lehrern mit Annahme des An« träges Backes nicht zu viel gegeben. Mit dem Eventual- antrag Molthan habe man vielleicht etwas gutes gethan; denn mit seiner Annahme sei wenigstens die Regierung über ihre eigene Gehaltsskala hinausgegangen. In erster Linie werde seine Partei dem Antrag Backes zustimmen.

Ministerialrat Dr. E i s e n h u t : Eine besonders schwere Aufgabe fei es für den Chef der Unterrichtsverwal­tung, von dem man in erster Linie ein warmes Herz für die Lehrer erwarte, bei der Lage der Sache im Hause zu. sprechen. Die Regierung bringe der Lehrerschaft das größte Wohlwollen entgegen, doch könne sie sich nicht von dieschn allein leiten lassen, sondern müsse das Ganze überschlagen. Mit Annahme der Besoldungs- und Witwenkafsenvorlage würden die bereits 1600 000 Mk. betragenden Ausgaben des Staates für Volksschulen um 900000 Mk. erhöht werden; diese Summe sei für unser Land keine Bagatelle. Er gebe zu, daß selbst bei Annahme des Antrages Backes durch die Regierung den Lehrern der Sack nicht durchreißen würde. Doch die beabsichtigte Aufbesserung um 14 bis zu 40 Prozent fei keine Kleinigkeit. Nicht allaemein in Lehrerkreisen herrsche die Mißstimmung, ihm selbst fei von vielen Seiten für die beabsichtigten Aufbesserungen münd­lich und-schriftlich warm gedankt worden. Er glaube, daß bei Annahme der Regierungsvorlage Beruhigung eintreten werde; volle Sicherheit in diesem Punkte gewähre aber nicht einmal die Annahme des Antrages Backes. Bei Er­wägung der Vorlage solle man beachten, daß die Lehrer Gleichstellung mit den seminaristisch gebildeten Lehrern an den höheren Schulen verlanat hätten. Wer bürge dafür, daß die Forderung nicht bald wieder komme? Die semi-' naristisch gebildeten Lehrer an höheren Schulen warteten auf Erledigung der Vorlage, um höhere Gehalte zu erstreben, die Lehrer an den höheren Bürgerschulen seien schon vor­stellig geworden, die Taubstummenlehrer wür­den folgen, ebenso pensionierte Lehrer und Wit­wen. Die Thatsache, daß Hessen mit der Vorlage a n d i e Spitze der deutschen Staaten getreten fei, sei der Stolz der Regierung; diese Thatsache habe man bisher wenig beachtet. Der Redner wies ziffernmäßig näck, daß die gesetzliche Regelung der Lehrergehalte in anderen Staaten die beabsichtigte Regelung in Hessen nicht im ent­ferntesten erreicht. Die Regierung habe gestern erklärt, über 700 000 Mark an Gesamtaufwendungen nicht hinaus­gehen zu wollen. Damit sei nicht ausgeschlosfen, daß sie über eine andere Regulierung de r Skala mit ich reden lasse, obgleich sie ein objektives Bedürfnis hierzu nicht anerkenne. Aber eine Aenderung der Skala in dem Sinne, daß die unteren Stufen noch etwas auf6 gebessert würden, werde nur dadurch möglich fein, daß in den oberen Stufen abgestrichen werde. Aber im Interesse >er hessischen Schulen und der Lehrer würde er es be­klagen, wenn diese glücklich erreichte Stufe von 2800 Mk. durch Beschlüsse des Hauses fallen müßte.

Abg. Schröder ist nicht so optimistisch, daß er an­nehmen möchte, der Antrag Backes werde für alle Zeiten )ie Wünsche der Lehrer befriedigen können. Aber doch ür absehbare Zeit werde dies erreicht werden. Er hoffe, die Regierung werde die Frage nochmals erwägen.

Abg. Köhler-Langsdorf erklärt Namens seiner po> litischen Freunde, daß man von der Regierungsseite aus mehr darauf achten solle, daß die Lehrer nicht unzu- lässigeNebenbeschäftigungenwieWeinhan- d e l, Spekulationen, Bürgermeisterei-Geschäfte betrieben. Die Lehrer sollten sich mehr in Ordnung halten. (Heiter­keit.) Die freie Vereinigung stimme dem Antrag Backes zu.

Abg. Graf O r i o l a findet die Lehrer inbester Ord­nung" und wünscht, daß sie Berater der kleinen Gemeinden auch fernerhin fein möchten. Die Regierungsvorlage sehe gerate da nichts vor, wo die Regierung es nach ihrer eigenen Angabe für nötig erachte. Der positive Kern der Sache sei der, ob der Unterschied zwischen dem Antrag Backes und dem von der Regierung übernommenen Antrag Molthan finanziell so groß erscheine, daß die Regierung Veranlassung habe, sich den bestimmten Wünschen der Kam­mer entgegen zu stellen. Abg. Schrneel habe ausgeführt, daß dies nicht der Fall sein könne.

Ministerialrat Dr. E i s e n h u t: Es scheine ihm nicht notwendig, den Lehrern den Rat zu geben, sich in guter Ordnung zu halten, es liege fein Grund zu allgemeinen Klagen vor.

Abg. Weidner unterscheidet in den Nebenbeschästig ungen der Lehrer und will insbesondere Handelsbetriebe und die Beschäftigung mit Versicherungswesen beseitigt ehen. Die Mitwirkung des Lehrers im Kassenwesen der Gemeinte könne nur vorteilhaft sein. Es sei zu prüfen, ob die nach Antrag des Abg. Backes geforderten Betrage geeignet seien, das Verhältnis der Lehrer mit den ihnen gleichstehenden Beamten in Einklang zu bringen. Er hoffe.

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