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2.2.1900 Erstes Blatt
 
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hatte, wurde Umstände halber an Herrn Sinner, seither Oberkellner im Hotel Metropol in Wiesbaden für 120 000 Mark verkauft.______

Lori» Salisbury über den Krieg.

Das Hauptinteresse der Debatten, mit denen die neue Tagung des englischen Parlaments vorgestern eröffnet wor­den ist konzentrierte sich naturgemäß auf dre Rede, in der der Premierminister Lord Salisbury im Oberhause dre Stellung der Regierung zu den Ereignissen auf dem süd­afrikanischen Kriegsschauplatz präzisierte. Aus dem aus London telegraphisch übermittelten Inhalt der Rede ergrebt sich daß die englische Regierung sich durch die bisherigen fast'unausgesetzten Niederlagen der britischen Truppen nicht hat entmutigen lassen, sondern den Versuch, das Kriegs­glück womöglich doch noch zu Gunsten Englands zu wenden, fortsetzen will. Lord Salisbury ging zunächst auf dre An­griffe des oppositionellen Oberhausmitgliedes Lord Kim­berley ein und führte aus:

In den Bestimmungen der Konvention von 1881 und 1884 ist nichts enthalten, was den freien Import irgend welcher Kriegsmunition, die Transvaal nur wünschen könne, hindert. Wenn Lord Kimberley sagt, wir hätten wegen der Artillerie und der Munition Bescheid wissen müssen, welche die Buren in das Land brachten, so möchte ich ihm entgegnen, wie wir dies hätten erfahren sollen. Wenn ich es auch nicht aus amtlicher Quelle weiß, so glaube ich doch, daß die Geschütze im allgemeinen in Dampfkesseln und die Munition in Pianokisten eingeführt wurden. Das Volk freut sich so sehr darüber, daß unser Geheimdienst- fonds nur klein ist, aber wenn man viele Informationen wünscht, muß man auch dafür bezahlen. Im Vergleich zu den gewaltigen Summen, welche andere Mächte für den Geheimdienst verwenden (unter diesen namentlich Transvaal, welches, wie mir ein in hoher Stellung befind­licher Diplomat sagte, in einem Jahre 800 000 Pfd. ausge­geben hat), ist der Betrag, welchen die englische Regierung hierfür aufgewendet, klein, es ist uns also unmöglich, so allwissend zu sein, wie Lord Kimberley von uns verlangte. Meiner Ansicht nach lag der Fehler in der Konvention von 1881 und 1884, durch welche mitten in unser Land eine uns feindliche Buren-Bevölkerung gesetzt wurde, der es ein leichtes war, Waffen einzuführen. Wir hatten kein Mittel an der Hand, zu erfahren, wie weit diese Vorbe- bereitungen gingen, obwohl jedermann wußte, daß sie in gewissem Umfange getroffen wurden. Ich bin froh darüber, daß Lord Kimberley keine sofortige Untersuchung des Ver­haltens der Militärbehörden hier und im Auslande ver­langt hat. Obwohl eine solche Untersuchung durchaus an­gebracht sein würde, so wäre es doch besser, sie auf eine gelegener? Zeit zu verschieben. Ich glaube nicht an die Vollkommenheit der britischen Einrichtungen für den Kriegsfall. Es ist klar, daß in der Maschinerie etwas nicht frt Ordnung ist. Die Kriegswissenschaft ist auf dem Fest­lande mit einer Gründlichkeit und einer Selbstaufopferung studiert worden, welche keiner anderen Wissenschaft zuge­wendet wurden. Wir finden uns von fünf großen militäri­schen Nationen umgeben. Wir befolgen jedoch in diesen Angelegenheiten von höchster Wichtigkeit eine ganz ver- schiedene Politik. Ich glaube nicht, daß die britische Ver­fassung, wie sie jetzt angewendet wird, eine gute Kampf- rnaschine sei. Sie ist darin nicht zu übertreffen, in Zeiten -es Friedens Glück und Segen zu schaffen, aber zu Zeiten -es Krieges, wo die Großmächte uns nicht mit freundlichem Auge ansehen, tritt an uns die Notwendigkeit heran, da­rüber nachzudenken, ob wir nicht unsere Einrichtung in ge­wissem Grade modifizieren müssen, um Gefahren zu begeg- *en, welche jeden Augenblick entstehen können. Eine Kritik dürfte in der jetzigen Krisis nicht von sehr großem Nutzen sein. Wir müssen vielmehr uns alle vereinen, um alle Kraft, die wir auswenden können, daran zu setzen, uns aus dieser Lage zu reißen, welche für uns eine Demütigung bildet und nicht frei von Gefahren ist. Wir haben allen Grund, anzunehmen, daß, wenn wir uns herzhaft an die Arbeit machen, und alle zuverlässigen Machtmittel, die ivir besitzen, anwenden, wir den Krieg zu einem erfolg­reichen Ende bringen werden. Unsere Anstrengungen müs­sen darauf gerichtet sein, so schnell als möglich uns aus dieser Situation zu befreien, sie ist die schlimmste, in der wir »ins jje befunden haben. Denn wir «kämpfen Igegen Leute, welche in unser Gebiet eingedrungen sind, und das Un­glück, welches wir durchgemacht haben, ist nur deshalb uns widerfahren, weil wir nicht im stände waren, dies unserer­seits zu thun. Solange wir nicht alle kleineren Zwistig­keiten vor der großen Pflicht der Erhaltung unseres Landes in der jetziges Krisis begraben, werden wir Gefahr laufen, in Verwickelungen zu geraten, welche seinen Glanz beflecken und vielleicht seine Integrität bedrohen."

Die Autwortsrede Lord Roseberys

ist von den Aeußerungen der oppositionellen Redner von hervorragender Bedeutung, weil dieser ehemalige liberale Premierminister vielfach als derkommende Mann" in Ugland gilt und sein Name und seine geistige Bedeutung die aller übrigen liberalen Parteihäuptlinge aufwiegt. Lord Rosebery erklärte folgendes:Ich bin starr über Salis­burys Rede. Wir haben 120000 Mann in Afrika, wir halten unser Besitztum nur mit Schwierigkeiten. Wir befinden ' uns in einer gefährlichen Lage. Wir haben das Recht, von der Regierung zu erfahren, ob sie vor Ausbruch der Krisis entsprechende Informationen hatte, so daß sie die An­gelegenheit auf diplomatischem Wege erledigen wollte. - Wenn sie solche Informationen nicht hatte, müssen die Mit­glieder des Nachrichten-Bureaus entlassen werden. Was nun Salisburys Bemerkung über den Geheimdienstfonds betrifft, so bin ich der Ansicht, daß die Regierung die Pflicht hat, sobald sie irgend welche Fonds im Dienste des Landes für nötig hält, die nötigen Gelder zu verlangen. Diese Verantwortung kann sie nicht von sich abwälzen. Es dürfte vielleicht eine Art obligatorischer Geheimdienst eingeführt werden, um den wachsenden Anforderungen des Reiches ju genügen. Ich bin indessen vollständig davon überzeugt, - weder dieses noch irgend ein anderes Opfer die Nation »avon abschrecken wird, Die Vorherrschaft des Reiches auf­recht zu halten. Das Land wird die Sache durchführen trotz aller Hindernisse, welche ihm Menschen und Methoden 2? der letzten Zeit in den Weg gelegt haben. Es wird «er durch einen edleren Ton und wahrhaftigeren Patrio­tismus begeistert werden müssen, als wir ihn heute abend *on Salisbury gehört haben". (B. L.-A.)

Vermischtes.

* Aus Sachse», 30. Januar. Der Kohlen preis ist seit mehreren Tagen auch auf sächsischen Gruben erheblich gesteigert worden. Nachrichten über eine Bewegung unter den sächsischen Kohlenarbeitern sind auch heute völlig unrichtig. In keinem der sächsischen Kohlenbezirke machen sich Anzeichen bemerkbar, die auf einen Ausstand hindeuten. Auf allen Werken wird in gewohntem Umfange gearbeitet. Uebrigens sind die Forderungen der böhmischen Kohlen­arbeiter auf den sächsischen Werken seit Jahren bewilligt. Hier besteht Überall die Achtstundenschicht; auch die Löhne sind erheblich höher als in Böhmen.

* Straßburg, 30. Januar. Zwei drollige Fälle gingen in diesen Tagen durch elsässische Blätter. In dem einen Falle wurden in einem elsässischen Dörfchen die Dienste eines Feldhüters von einem Ritter der Ehrenreligion ver­sehen. Ein Seitenstück dazu ist, daß in einem benachbarten Orte ein Mitbürger, der als Einjährig-Freiwilliger bei einem Berliner Garde-Regiment gestanden hat, Gemeinde­diener ist. Dieser Gemeindediener ist ein wohlhabender Grundbesitzer, und der Ort ist nicht wenig stolz darauf, einen Gemeindediener zu haben, der Gymnasialbckdung be­sitzt und sein Jahr bei den Gardefüsilieren abgedient hat.

Ein Chloroform-Attentat in großem Stil. Die Polizei-Behörde zu Philadelphia im Staate Pennsylvanien fahndet, so schreibt man uns, mit aller Energie auf drei Individuen, die sich eines Mordversuches gegen sieben Personen im Hause des protestantischen Pre­digers zu Norberth, des Mr. Needlam, schuldig gemacht haben. Um ihr verbrecherisches Ziel, die Ausraubung der reichen Pfarrerwohnung um so sicherer zu erreichen, bohrten sie zur Nachtzeit deren Hausthüren an, und ließen durch die so geschaffenen Oeffnungen große Mengen von Chloroform in das Erdgeschoß hineinfließen. Dessen Be­aufsichtigung lag seit einem vor geraumer Zeit versuchten nächtlichen Ueberfalle einem älteren Wächter ob, während in dem Obergeschosse noch ein zweiter Hüter installiert war. Das massenhaft eindringende, betäubende Fluidum äußerte seine Wirkung zuerst auf einen Hund und eine Katze, die gewohnheitsmäßig dem Wächter Gesellschaft leisteten, dann aber auch aus diesen selbst, der in totenähnlicher Ohnmacht aus die Steinfließen sank. Inzwischen waren die süßlich riechenden Gase dem zu seinen Häupten patrouillierenden Genossen so empfindlich in die Nase gedrungen, daß er die Treppe hinabstürzte und zu seinem Schrecken den leblosen Kollegen, wie das Geräusch von Fußtritten wahrnahm, die sich eilig von der Veranda entfernten. Sofort das Fenster aufreißend, gab er ein Paar Revolverschüsse auf die davonhuschenden Gestalten ab, ohne jedoch zu treffen. Dann alarmierte er die Hausinsassen, die, mehr oder we­niger von dem eingeatmeten Chloroform mitgenommen, sich taumelnd zusammensanden, und brachte mit ihrer Hilfe den immer noch in der Narkose befindlichen Wächter ins Leben zurück. Der für seine Rettung dankbare Mr. Need­lam hat jeden der beiden Hüter durch ein Schmerzensgeld von 5000 Dollars für die ausgestandenen Gefahren ent­schädigt. (B. L.-A.)

Universität und Hochschule.

Berufen : An Stelle des Breslauer Ordinarius für Straf­recht, Prof. Beling, welcher den Ruf nach Marburg angenommen, Prof, van Calker in Straßburg. Professor Sarrazin in Kiel nahm einen Ruf nach Breslau auf den Lehrstuhl für englische Philo­logie an.

Gestorben: Am Sonntag in Dresden einer der bedeutendsten Geognosten der Gegenwart der int Jahre 1814 in Altenburg geborene Professor Hans Bruno Getnitz, der fast sein ganzes Leben an die geognostische Erforschung Sachsens gewendet hat. Nachdem er erst in seiner Geburtsstadt die Pharmazie erlernt hatte, studierte er in Berlin und Jena Naturwissenschaften und trat dann in sächsische Staatsdienste Seit dem Jahre 1838 wirkte er in verschiedenen Stellungen sowohl als Professor der Mineralogie und Geognosie an der polytechnischen Hoch­schule, wie auch als Direktor des mineralogischen Museums. In Brüssel Charles Delstsuche, einer der hervorragendsten Ohrenärzte Belgiens, im Alter von 59 Jahren. Der Universitäts-Professor Dr. Schwartz in Budapest, der hervorragendste Gelehrte Ungarns. In Wien der Universitäts-Professor Hofrat Dr. Knoll.

Verschiedenes: Wie die Nationalzeitung berichtet, hat sich der o. Professor Dr. Goldscheider in Berlin entschlossen, dem an ihn ergangenen Ruf an die Universität Greifswald als o. Professor der inneren Medizin nicht Folge zu leisten. In der Aula der Berliner Universität wird die Büste des großen Chirurgen Bernhard v. Lang en­de ck, ein Werk von Professor Hartzer, demnächst aufgestellt werden. In Leipzig wurde dieser Tage die neue chirurgische Klinik festlich ein- gewetht. Die Weihe gestaltete sich zu einer erhebenden Gedenkfeier für den Heimgegangenen großen Chirurgen Professor Thiersch, den früheren Direktor der Klinik, dessen Büste im Garten des Hospitals aufgestellt wird. Zu der Feier waren Deputationen auswärtiger Universitäten erschienen. Als Nachfolger des Geh. Medizinalrates Dr. Weber, Direktors der medizinischen Universitätklinik in Halle, war von der Fakultät der Professor Dr. Käst aus Breslau in Vorschlag gebracht. Dieser hat jedoch den Ruf abgelehnt.Es war wohl, so schreibt man derKreuzztg " hierzu, von vornherein anzunehmen, daß besonders die Univerfitätsverwaltung den zweiten ordenllichen Professor der inneren Medizin in Halle, Prof. Dr. v. Mering für den Weber'schen Lehrstuhl ins Auge gefaßt hatte." DerReichsanz." veröffentlicht die Ver­leihung des roten Adlerordens 2. Klaffe mit Eichenlaub an den Profeffor Geh. Medizinalrat Dr. v. Leyden in Berlin.

Arbeiterbewegung.

227 Wie«, 31. Januar. Aus dem Streikgebiet kommen nur Nach­richten festen Ausharrens. Aus London sind 200 Pfund Sterling vom Centralkomitee der Miners Federation eingetroffen. Die traurigen Folgen des Streiks mehren sich. Biele Fabriken entließen ihre Arbeiter wegen Kohlenmangels. Einige Gruben bei der Schrambacher Kohlen­gewerkschaft bewilligten die Forderungen der Arbeiter, worauf diese die Arbeit wieder aufnahmen. Auch in Deutschland machen sich die Folgen des Streiks bemerkbar. In Leipzig mußten viele Fabriken ihren Betrieb auf ein Minimum beschränken.

MLhrisch-Ostrarr, 31. Januar. Die Situation hat sich ver­schärft. Die Zahl der Streikenden beträgt annähernd 20,000.

Jagd und Sport.

Dic Schußliste des Kaisers. Die ZeitschriftWild und Hund" (Verlag von Paul Paruu in Berlin) veröffentlicht die Schußliste des Kaisers vom Jahre 1872 bis Ende 1899. Danach hat Wilhelm II. in dieser Zeit geschossen: 1223 Stuck Rotwild,

1467 Damwild, 2548 Schwarwild, 771 Rehwild, 17,446 Häsens 22 Füchse, 121 Gemsen, 1392 Kaninchen, 73 Auerhähne, 4 Birk­hähne, 13 720 Fasanen, 697 Rebhühner, 56 Enten, 95 Grouse, 3 Schnepfen, 2 Dachse, 3 Renntiere, 2 Auerochsen, 1 Wal, 3 Bären 7 Elche, 694 Reiher, 607 verschiedenes Getier, in Summa: 40 957 Stück Wild.

Arurstr Weldungw.

Depeschen deS BureauHerold*.

Berlin, 1. Februar. Der Kaiser trifft nach einer Meldung aus Kiel dort am 1. April, dem Geburtstage des verstorbenen Fürsten Bismarck, zur Indienststellung des nach Ostasien als Flaggschiff bestimmten Panzer­kreuzers Fürst Bismarck ein.

Berlin, 1. Februar. Durch die Verhaftung des Oberfeuerwerkers Eckmann in Spandau ist, wie dasKleine Journal" meldet, die Behörde weiteren Un­regelmäßigkeiten auf die Spur gekommen. Allerdings wird darüber strengstes Stillschweigen beobachtet, und ein neuerdings ergangener Befehl an alle zur Untersuchung herangezogenen Beamten schärft diesen Stillschweigen ein. Dennoch steht schon jetzt fest, daß Eckmann mit anderen Regierungen in unerlaubtem Verkehr gestanden hat. Es wird behauptet, daß er auch mit Attachees hier beglaubigter Regierungen in Verbindung ge­standen hat. Uebrigens hat sich der Kaiser über diese Affaire eingehend Vortrag halten lassen.

Berlin, 1. Februar. Zur Beruhigung seiner Umge­bung, namentlich seiner Gattin, willigte Dr. Lieber gestern ein, daß noch der Professor Renwers zur Behandlung hinzugezogen werde. Die beiden Aerzte hatten gestern nach einer eingehenden Untersuchung des Leidenden längere Konferenz, deren Ergebnis war, daß eine unmittelbare Gefahr nicht vorhanden sei. Eine Verschlimmerung war auch im Laufe des gestrigen Tages nicht eingetreten.

Berlin, 1. Februar. DasBerliner Tageblatt" mel­det aus Brüssel: Die Mission des Transvaal-Ge­sandten Dr. Leyds in Paris, Berlin und Petersburg, besteht namentlich in der Delagoa-Frage, da die Ab­sicht Englands, sich der Delagoa Bai zu bemächtigen, täglich offener zu Tage tritt. Es wird nicht daran gezweifelt, daß ein solcher Versuch Englands eine europäische Inter - vention Hervorrufen würde. Die englische Mel­dung von der Zerstörung des Arsenals in Jo­hannesburg und einer Explosion findet hier keinen Glauben. Man meint, daß der Vorfall aufgebauscht oder Unsinn ist. Alle vorliegenden Nachrichten) melden nur englische Schlappen.

Zurich, 1. Februar. Die englische Armeeverwaltung hat den gesamten Vorrat der Konserven-Fabrik Taxen im Kanton Wallis für Südafrika angekauft.

Petersburg, 1. Februar. In der Nähe der Station Kaluga ist ein Personenzug mit einem Güterzuge zusammengestoßen. Die Lokomotive des Personen­zuges und etwa 20 Wagen von beiden Zügen sind zer­trümmert. 5 Personen und 2 Schaffner blieben auf der Stelle tot. 6 Reisende wurden mehr oder weniger schwer verletzt.

Paris, 1. Februar. Aus Mentone wird gemeldet, daß der englische General Aule, welcher im südafrikanischen Kriege verwundet wurde, in Cannes eingetroffen ist.

Paris, 1. Februar. Präsident Loubet wird mit Ge­mahlin heute die Akademie besuchen und dort dem Empfang des Kammerpräsidenten beiwohnen.

Paris, 1. Februar. Der Marquis Nissida ist gestern morgen in Mentone verhaftet worden. Die italienische Regierung fordert seine Auslieferung.

Paris, 1. Februar. Eine Typhus-Epidemie ist in der Militärschule von Saint Cyr ausgebrochen. Ueber hundert Schüler sind bereits daran erkrankt.

Paris, 1. Februar. Waldeck-Rousseau und Mil* lerand werden am nächsten Sonntag an einem Fest­essen teilnehmen, welches von dem Arbeiterkomitee arrangiert worden ist.

Loudon, 1. Februar. Sämtliche Blätter, die konservativen, wie die liberalen, greifen b i e Haltung der Regierung im Unterlaufe auf das hef­tigste an. Daily Mail erklärt, die jetzige Regierung, welche als gestärkte Regierung bezeichnet worden war, nehme ihre Partei-Interessen mehr als die Interessen des Landes wahrMoming Post" bedauert, daß die Staats­männer in diesem Augenblick akademische Reden halten. Morniug Leader" fordert ein Ausscheiden Chamberlains aus dem jetzigen Ministerium und erklärt, daß ein ehrlicher und dauerhafter Friede nicht geschlossen werden könne, solange Chamberlain Kabinettschef bleibe. Das Blatt schließt mit der Bemerkung, daß die Rede Lord Salisburys beweise, daß der neue Imperialismus, welcher von Ceeil Rhodes eingeleitet wurde, unvereinbar fei, mit der demo­kratischen Freiheit.

London, 1. Februar. Das Kriegs-Ministe­rium veröffentlicht eine weitere Verlustliste von 139 Toten, 392 Verwundeten und 64 Gefangenen, ohne zu sagen, ob die Liste nun vollständig ist. Die bisher gemel­deten Verluste am unteren Tugela betragen 220 Tote, 650 Verwundete und 101 Gefangene. Der Gesamt - Verlust der Buren wird in Prätoria offiziell auf 53 Tote und 120 Verwundete angegeben.

Markus Bauer

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