sie erklärt, sie glaube zwar, ihre Wahrnehmungen im Januar gemacht zu haben, vielleicht sei es aber auch im Dezember gewesen. Im Laden seien Frau und Fräulein Meyer gewesen und sie selbst als einzige Kundin. Dann sei Meyer und ein fremder Mann hinzugekommen, die in den Hintergrund des Ladens getreten seien. Frau. Meyer hat sie dann gefragt, ob sie Ernst Winter kennen, und als sie das bejahten habe Frau Meyer gemeint, das sei nicht gut.
Frau Witwe Hellwig ist bei Mathäus Meyer im Geschäft gewesen, als dieser, seinejFrau^ undi seine Tochter mit einem fremden Juden aus der Stube kamen. Der Fremde ging fort und sie habe gefragt, ob dieser Mann die Abgaben hätte haben wollen. Dann sagte Mathäus Meyer, Abgaben gerade nicht- Ich werde ihm schon so viel geben, daß er zufrieden ist, und Frau Meyer^agte, es sei eine Verschwörung gegen einen jungen Herrn. Frau und Fräulein Meyer fragten sie, ob sie den Winter kenne. Meyers hätten sie dann nach ihrer Religion gefragt und sie hätte geantwortet, sie sei katholisch. Tann sagten Meyers, das sei gut, denn Winter sei evangelisch. Frau Hellwig fragte, was Winter verschuldet habe, ob er jemanden umgebracht habe. Darauf sagten Meyers: nein. Frau Meyer sagte, sie brauchten das Blut nicht zur Mazze, auch nicht zum Händewaschen oder so etwas, sondern nur zum Glück. Frau Hellwig betont, daß ihre Gedanken schwach seien.
Besitzer H ellw ig-Boehrsdorf, katholisch, erzählt: Am 29. November 1899 kam er zu Mathäus Meyer, der Laden war leer. Da kam aus der Hinterstube erst ein fremder Mann, anscheinend ein Jude; dann Meyer, seine Frau und seine Tochter. Der Mann versteckte fein Gesicht.
Ter Präsident wirft hier die Frage dazwischen, wieso er sich solche Kleinigkeiten so genau gemerkt habe. Dem Zeugen schien die Familie sehr aufgeregt zu sein. Frau Meyer sagte aus die Frage, was der fremde Mann wolle: Abgaben gerade nicht, aber wir werden ihn schon zufriedenstellen. Wir ziehen nach Berlin. Frau Meyer meinte: Nein, es ist eine Unterredung wegen einer Verschwörung gegen einen jungen Herrn. Zeuge fragte, ob sie den jungen Herrn umbringen oder verklagen wollten. Frau Meyer hat gesagt, umbringen wollen wir ihn nicht, aber ihm etwas anthun. Wird es wohl herauskommen?" Fräulein Meyer sagte zu ihm, wenn er den Winter kenne, so möchte er ihm doch sagen, daß er sich vorsehen solle, und lieber von Könitz weg auf ein anderes Gymnasium gehen möchte. Tann habe Fräulein Meyer noch gesagt, sie wolle dem Winter eine Karte schreiben, aber Frau Meyer hatte gemeint, man würde ihre Handschrift erkennen. Tann haben Meyers ihn gewarnt, er solle nicht zu Lewy gehen, oder sich doch wenigstens noch jemand mitnehmen.
Der Präsident stellt fest, daß der Zeuge ebenso wie seine Mutter die ganze Aussage wie am Schnürchen hergesagt hätte und fragt dann weiter, wie die Aussage in die Zeitung gekommen sei. Zeuge erzählt, daß er in das Gasthaus gekommen sei und dort sei ein fremder Mann gewesen. Heber das Gespräch mit diesem kann er keine Auskunft geben und ebensowenig über ein zweites Gespräch, das er mit zwei fremden Herren hatte, die ihn in der Woche nun besuchten. Ter Zeuge erzählt ferner, er sei auf dem Hofe des Getreidehändlers Cammer gewesen, auf dem sich noch einige andere Leute befanden. Cammer sei zu ihm gekommen und habe zu
ihm gesagt: Sie sehen doch so frisch und jung auS> Sie haben wohl viel Blut, Sie sind gut dazu. Ich fragte wozu, da schwieg er, und als ich noch einmal fragte, wozu denn, sagte Cammer, dieses Jahr ist das, Blut sehr teuer, es kostet einhalb Millionen Mark. Der Oberstaatsanwalt meint, man solle diesen Zeugen nicht ernst nehmen.
Handel «nd Verkehr. Volkswirtschaft.
-i- Ortenberg, 29. Oktober. Der erste Tag unseres „Kalten Marktes" liegt hinter uns. Trotz der Ungunst der Witterung und des wegen der Maul- und Klauenseuche erfolgten Verbotes des Rindviehmarktes hat er doch seine alt- Zugkraft bewahrt, und es herrschte überall das lebhafteste Treiben. Es waren selbst Käufer aus Bayern und von der Schwalm erschienen. Den größten Teil stellte natürlich unsere Gegend. Heute wurde nur Pferdemarkt abgehalten. Bei guten Preisen entwickelte sich bald ein lebhaftes Geschäft. Begehrt waren hauptsächlich Arbeitspferde und Fohlen der norddeutschen und belgischen Raffe. Die Preise stellten sich für das Stück Sangfohlen bis zu 400 Mk., für l'/rjährige auf 450-600 Mk., für Arbeitspferde auf 700—1000 Mk. Allgemein fiel es auf, daß sehr schöne Fohlen aufgetrieben waren; eS wurden auch fast alle vorhandenen verkauft. Ein eigentümliches Gepräge erhält unser „Kalter Markt" alljährlich durch den Besuch vieler Zigeuner, die in der lebhaftesten Weise dem Pferdehandel obliegen, mit wenigen Ausnahmen aber nur über geringwertiges Material verfügen und auch nur solches erwarben.
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der Sparsamkeit hat jede Hausfrau, jeder Bäcker gewonnen, welche mit Palmin, dem feinen Pflanzenfett von H. Schlinck & Cie. in Mannheim kochen und backen, da die Ersparnis mit Palmin 50 Prozent ausmacht. Palmin bräunt, schmeckt vortrefflich und bekommt ausgezeichnet. En detail zu haben beim Materialisten, in grossen Gebinden direkt vom Lager in allen grossen Städten,
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