Ausgabe 
1.7.1900 Erstes Blatt
 
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werden sollte, da das fürstliche Hausvermögen nach de« ge­setzlichen Bestimmungen in seiner Substanz nicht vermindert werden darf.

Der Krieg in Südafrika. .

Heber neue Kämpfe berichtet indes derDaily Telegraph- vom Donnerstag aus Pretoria:Seit Sonntag bemühen sich General French auf dem linken Flügel, General Hamilton aus dem rechten und die elfte Division im Centrum, die Stellung des Feindes auf den Hügeln 15 Meilen öst­lich von Silverton zu umzingeln. Ein dreitägiger Kampf hat stattgefunden, aber Dienstagnacht rückte der Feind ost­wärts längs der Delagoabahn ab. Die englischenVer- luste betragen insgesamt gegen 150 Mann; man hofft, daß es General Buller gelingt, den Buren den Rückzug abzuschneiden."

Aus Pretoria wird gemeldet, daß das Amtsblatt ein Dekret veröffentlicht, wonach kein Bure, der über 60 Jahre alt ist, sich in der Stadt aushallen darf.

Die Frage der großen Verluste au Krankheiten auf der englischen Seite während des gegenwärtigen Feldzuges in Südafrika behandelt, wie uns ein gestern bereits von uns veröffentlichtes kurzes Telegramm mitteilte, die Times in einem drei Spalten langen Bericht des konservativen Par­lamentsmitgliedes Burdett'CouttS aus Kapstadt, der ein grelles Licht über einen Teil &Ä Ursachen verbreitet, die Englands Verlustliste so mächtig geschwellt haben. Es ist ja selbstverständlich, daß mit der längeren Dauer jedes Feld­zuges auch der Prozentsatz der Krankheitsverluste wächst und stets wachsen wird, allein daL Verhältnis in diesem Feldzuge ist denn doch nachgrade ungeheuerlich geworden. Nimmt man allein die Gesamtzahlen, so findet fich, daß 2973 Mann ihren Wunden, aber 3985 Krank­heiten erlegen find. Von 16358 Mann aber, die als dienstuntauglich nach England zurückbesördert wurden, find wohl 12000 durch Krankheiten in den Zustand ge­bracht worden, daß fie entlassen werden mußten. Nimmt man dazu die augenblickliche Krankenliste, deren Zahlen natürlich nicht zugänglich sind, so erklärt sich zur Genüge, warum fort und fort und Woche auf Woche ein mächtiger Strom von Ersatz von England nach Afrika geleitet wird, um das Heer aus seiner vollen Stärke und Schlagfertigkeit zu erhalten. Die englische Krankheitspflege ist ganz un­genügend. Burdett Coutts hat unter anderem die Feld­lazarette in Bloemfontein besucht und berichtet darüber folgendes:

Ich fand in einem 316 Kranke, von denen die Hälfte an typhösem Fieber litt, ihr Zustand war kaum zu beschreiben. Die Zelte waren Glockenzelte, die für sechs bis acht gesunde Leute Raum gewähren. Hier lagen aber in manchen dieser Zelte zehn typhöse Kranke eng zu­sammengedrängt. Es fehlte an Raum, um zwischen sie zu treten. Betten oder Matratzen waren nicht vorhanden. Man verfügte nur über 42 Tragbahren, daher lagen 274 Kranke einfach auf dem Boden. Auch an Decken herrschte Mangel, kein Kranker konnte mehr als eine erhalten. Dazu kam eine wasserdichte Decke zwischen dem Körper des Leidenden und der nackten Erde. Der Boden war steinhart und bei Rgcht sank die Temperatur unter den Gefrierpunkt. Abgesehen von andern Dingen, an denen es fehlte, die man nicht gut nennen kann, waren weder Kiffenüberzüge noch Leintücher, überhaupt keinerlei Bettzeug vorhanden. Nur die rauhe wollene Decke kratzte die empfindlichen fiebergequälten Leiber. Die Hitze dieser Zelte in der Mitte des Tages war überwältigend, der Geruch unerträglich. Die armen Kranken lagen dort und hatten das Gesicht mit Haufen von Fliegen bedeckt, waren aber zu schwach, fie fortzuscheuchen, und suchten vergeblich durch schmerzhaftes Zucken der Züge fich ihrer zu er­wehren. Niemand war da, es für fie zu thun. 17 Lazarett­ordonanzen waren mit der Hilfe des Feldlazaretts eingettoffen oder dazu aufgeboten worden; 10 waren davon wieder entnommen worden. Der Ausfall wurde durch Leute von der Krankenträgerkompagnie ge­deckt. Die Leute hatten aber anderes zu thun, als den Kranken die Fliegen zu verscheuchen. Nachts waren ihrer nicht genug vorhanden, um die Kranken, die vom Fieberwahn befallen wurden, zu hindern,, halb­nackt aufzufiehen und in der bitteren Kälte im Lager umherzuirren/Die einen sahen nicht nur, sondern fühlten die anderen neben sich sterben.

Kurz nachher besuchte BurdettCoutts dasselbe Feld­lazarett nach einem heftigen Regenguß und sand viele der Kranken 10 Ctm. tief im Schlamm liegen. Er kam noch einmal und fand bei 300 typhösen Fällen nur drei Aerzte, fand, daß die wenigen ausgebildeten Lazarettgehilfen versetzt und durch 25 unwiffende gemeine Soldaten ersetzt worden waren, die zum größten Teil selbst Genesende waren. Als das Lazarett geräumt wurde, mußten 20 der schwersten Kranken in Ermangelung von Ambulanzwagen über Feld befördert werden. Diese Beobachtungen wurden aber in Bloemfontein gemacht, vier Wochen nach der Besetzung, an einem Ort, wo sieben Wochen lang der Oberbefehlshaber seinen Sitz hatte und wo man annehmen durfte, daß binnen Monatsfrist das Nötigste wenigstens hätte herbeigeschafft werden können und müffen.

Gleichzeitig kommt aus Kapstadt die Alarmnachricht von großer Mißwirtschaft in einzelnen dortigen Lazaretten. Im Unterhaus wurde am Donnerstag die ganze Angelegen­heit zur Sprache gebracht. Als Antwort auf mehrere An­fragen verlas der Erste Lord des Schatzes, Balfour, Aus­züge aus Mitteilungen des Feldmarschalls Roberts, worin dieser hinweist auf die unvermeidlichen Schwierigkeiten des Transports, die von ihm ergriffenen Maßregeln angibt und gleichzeitig die Einsetzung einer kleinen, aus zwei erfahrenen Aerzten und [ettoa zwei vernünftigen Leuten bestehenden Kommission vorschlägt, die diese Angelegenheit näher prüfen soll. Balfour erklärte, daß die Regierung mit diesem Vor­schlag des Feldmarschalls Roberts einverstanden sei.

Noch ein Epilog zur Gutenbergfeier.

Aus Mainz gehen uns heute einige Zeilen zu, die den Empfindungen weiterer dortiger Volkskreise Ausdruck geben sollen.

Die Festespracht ist vorbeigerauscht, die nüchterne Kritik kann unbeirrt ihres Amtes walten. So glanzvoll alles verlaufen, so sehr die Leiter des Ganzen Lob ver- ' dienen, so groß war auch die Enttäuschung weiterer Kreise, als die karge Liste der anläßlich des Gutenberg- festes verliehenen Auszeichnungen publiziert wurde. Ordenshungrige Seelen werden niemals aussterben und

entsprechend den Gefühlen verzeihlicher Eitelkeit hält sich jeder der Beteiligten für berechtigt, offizielle Anerkennung zu ernten. Unser kunstsinniger Landessürst verläßt sich ja selbstverständlich auf diejenigen, die berufen sind, ihm aus genauer Kenntnis der Verhältnisse entspr. Vorschläge zu unterbreiten; daß aus Anlaßei nerGutenberg- feier Auszeichnungen verliehen werden und Buch­druckerkreise sowie Litterarische Kreise igno­riert werden, das hat allenthalben verblüfft. Während Vorsitzende von Ausschüssen, die im ganzen Jahre zwei­mal getagt Haden (Finanz-Ausschuß) ausgezeichnet wurden, hat man die stillen, unermüdlichen Arbeiter, die seit Be­ginn der Vorbereitungen ihre Zeit und ihr Wissen in den Dienst der Sache stellten, vollständig übergangen. Zu­nächst ist das Allerauffälligste, oaß weder ein Buchdruckerei­desitzer noch ein Buchdruckergehilfe dekoriert wurden. Es wären wohl das Präsidium des Allegemeinen Verbandes, einige Buchdruckereibesitzer, die freiwillig und mit Hin­gebung an der Feier besonders an der typographischen Ausstellung beteiligt gewesen sind, vor allem der Senior der Prinzipale, Prickarts, und der Drucker der wissenschaft­lichen Festschrift, PH. v. Zabern, sowie verdiente Gehilfen, die schon ihr 50 jähriges Dienstjubiläum gefeiert haben, eher zu dekorieren gewesen, als ein Bürgermeistereisekretär, der für die Gutenbergfeier hauptsächlich durch will­kürliche Verteilung von Karten innerhalb seiner Dienststunden, für die er doch anständig von der Stadt bezahlt wird,gewirkt hat. Die von An­fang an vorherrschende Tendenz gewisser Kreise, die Jünger Gutenbergs bei einer Gutenbergfeier möglichst in den Hin­tergrund zu drängen, ist auch hier wieder zutage getreten.

Nicht minder herrscht unserem Gewährsmann zu­folge in den litterarischen Kreisen Erbitterung. Während )ie Vorsitzenden aller großen Ausschüsse Anerkennung fanden, ist bei einer Gutenbergfeier der Präsident der litterarischen Kommission leer ausgegangen, nicht minder einer der bekanntesten Mainzer Guten- bergforscher, Hofrat A. Börckel, dessen populärwissen­schaftliche Schriften seit Jahren für die Weltfeier propa- gandisch gewirkt haben, auch der Mainzer Journalisten­verein, in dessen Schoße zuerst die Gutenberg­feier angeregt worden ist, verdiente eine weniger passive Rolle hierbei zu spielen. Die Ouvertüre zu dieser Feier bildete der Allgemeine Journalisten- und Schrift­stellertag, dessen Dirigenten einer Auszeichnung zwar nicht bedürfen und wohl kaum erstrebten, aber ebenso offizielle Anerkennung hätten erfahren können, als der geniale Leiter der Liedertafelkonzerte, schon um den innigen Zusammen­hang mit der Druckkunst und Litteratur darzuthun, Presse und Gutenberg stehen schließlich doch in einem engeren! Causalnexus, als Händel'sche Oratorien und Gutenberg. Nur einige fremdländische Sitteraten, Gutenbergforscher, sind nach dem alten Satz, daß der Prophet in seinem Vater­lande nichts gilt, eines Ordensbandes würdig erachtet wor­den. Dem litterarischen Leiter des Festzuges ist ebenfalls Enttäuschung nicht erspart geblieben. Es wird auch außer­halb nicht verstanden werden, von welchen Gesichtspunkten aus man in Hessen bei einer Gutenbergfeier Aus­zeichnungen vergeben resp. beantragt hat. Sch,

Aus Stadt und Land.

Gießen, 30. Juni 1900.

Landtag. Die Erste Kammer der Stände, die ihre 5. Sitzung am 4. und 5. Juli abhält, hat auf ihrer Tagesordnung 46 Punkte, unter denen auch Neue Kliniken, Universitätsgebäude (Aula) und bota nifcherGarten inGießen. Die Zweite Kammer hält ihre 23. Sitzung am 5. Juli mit folgender Tages Ordnung ab: 1. Prüfung der Ersatzwahl eines Abgeord^ neten für den 1. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg (Beerfelden-Hirschhorn-Wimpfen). 2. Regierungsvorlage, die Verwendung von Ueberschüffen von Eintrittsgeldern und allgemeinen Studiengeldern bei der technischen Hochschule aus den Etatsjahren 1898/1899, 1899/1900 und 1900 bis 1901 betreffend. (Berichterstatter Abg. Köhler-Darmstadt.) 3. Rückäußerungen der Ersten Kammer. Erheblichere Meinungsverschiedenheiten dürften sich wegen der Lehrer­besoldungsvorlage ergeben. Die dazu gefaßten Be­schlüsse der Zweiten Kammer, die bekanntlich den am weitesten gehenden Antrag Backes annahm, sind von der Re­gierung für unannehmbar erklärt worden. Der Finanzausschuß der Ersten Kammer teilt, wie man jetzt hört, die Bedenken her Regierung, und empfiehlt dem Plenum Ablehnung der Beschlüsse der Zweiten Kammer, dagegen Annahme eines auch von der Regierung acceptierten Antrages Molthan (Zentr), der bei einer durchschnittlichen Alterszulage von 170 Mk. eine Erhöhung des Mindest­gehaltes von 900 Mk. auf 1100 Mk., und des Höchst­gehaltes von 2000 Mk. auf 2800 Mk. vorschlägt. Man sagt, die Annahme dieses Antrages in der Ersten Kammer sei so gut wie sicher.

** Den Kampf ums Dasein in der Tierwelt behandelte Prof. Dr. von Wagner in seinem Vortrage am Mittwoch abend. Ausgehend von der beliebten und verbreiteten Vorstellung vomFrieden der Natur" zeigte der Vortragende, daß in Wirklichkeit, wenigstens in der Organismenwelt, das tzerads Gegenteil, ein Mmpfes- zustand aller gegen alle herrscht der Kampf ums Dasein. An der Hand passender Beispiele wurde dar­gelegt, daß dieser, fteilich unbewußt geführte Kampf, dem fortwährend unzählige Tiere zum Opfer fallen, eine allgemeine und notwendige Folge der Ge- sam tökonomie der Natur vorstellt. Einerseits kann düs in der Natur vorhandene Nahrungsquantum über bestimmte Schranken hinaus nicht gesteigert werden, an­dererseits aber ist die Fruchtbarkeit der Tiere so groß, daß ohne Kampf ums! Dasein in relativ kurzer Zeit die Unmöglichkeit sich ergeben müßte, die unendliche Fülle von fiDrganismen zu ernähren und unterzubringen. Bedeutet Mithin das Kampfprrnzip in der lebendigen Natur, der geträumten Friedensidylle gegenüber einen sehr unerfreu­lichen Gegensatz, so wirkt dasselbe doch dadurch Gutes, daß es einen beständigen Gleichgewichtszustand int Gesamtbestande der Organism^nwelt herstellt, der nur innerhalb enger Grenzen und nur vorübergehend Schwank­

ungen gestattet. Der Kampf ums Dasein leistet aber nvchi wert mehr, denn er ist der wichtigste Faktor für die Form­bildung im Reich der Lebewesen. Das hängt damit zu­sammen, piaß ausnahmslos die Nachkommen von ihren Erzeugern und unter sich durch kleine individuelle Merk­male. Variationen unterschieden sind und da­durch iir verschiedener Weise für den Kamps ums Dasein geeignet erscheinen, die einen besser, die andern schlechter. Welche Individuen überleben, welche nicht, ist infolge­dessen nicht eine Sache der Willkür, sondern im großen und ganzen wenigstens bestimmt fixiert: die mit für den Lebens­kampf günstigen Variationen ausgestatteten Individuen werden über die minder vorteilhaft ausgerüsteten Genossen obsiegen. Somit vollzieht der Kampf ums Dasein in jeder Generation eine Auslese oder Sichtung, durch welche die Träger zweckmäßiger Variationen erhalten, die mit ungeeigneten Merkmalen behafteten Individuen aber aus­gemerzt werden. Hierzu kommt nun noch die Vererbung, durch welche die im Daseinskämpfe gesichteten Variationen von Generation zu Generation befestigt und ausgebildet werden, wodurch schließlich aus einer alten eine neue Form (Art oder Spezies) hervorgebracht erscheint. Der Kampf üms Dasein bedeutet also thatsächilich einen gewichtigen Faktor in der Entstehungsgeschichte der Tierwelt, deren fast unendliche Mannigfaltigkeit durch dieses Kampfprinzip mit Hilfe der beiden elementaren Funktionen der Variabi­lität und Vererbung entwickelt worden ist (Darwins natür­liche Zuchtwahl). Mit einem kurzen Ausblicke auf den Kampf ums Dasein im Menschenleben schloß der Vor­tragende seine Ausführungen, betonend, daß die modern« Einsicht in die Tragweite dieses steten l^istenzkampfes schon lange vor unserer Zeitrechnung von Heraklit in den Worten aus gedrückt worden ist: der Kamps ist der Vater der Dinge.Der allgemeine Friede im Reiche des Leben­digen wäre die Ruhe des Todes und die Stille des Grabes der Kampf allein bedeutet das Leben."

Verleihung von AdelSpradikateu. Die Gen.-Leutnants Perthes, bisher Kommandeur der 21. Division, und Davidson, bisher Kommandant von Koblenz und Ehren­breitstein, wurden in den Adelstand erhoben.

* Der GesangvereinGemütlichkeit" begeht am Sonn, tag dem 8. Juli die Feier seines 15. Stiftungsfestes in Steins Garten. Zu dieser Feier find zahlreiche Ein­ladungen an hiesige Vereine ergangen, die auch bereits ihre Teilnahme zugesagt haben.

w. Bad-Nauheim, 29. Juni. Zur Nachfeier der Taufe des neuenErnst-Ludwig-SprudelS" wurde heute im Kurtheater das Bühnenfestspiel in 6 Teilen:Hier geneset man" von Wilhelm Wagner-Nauheim, dem Ver- faffer derChronik von Bad-Nauheim" und mehrerer er­folgreicher Theaterstücke, aufgeführt. Die einzelnen Teile des Stückes, das von den Römerzeiten bis zur Gegenwart spielt, heißen: 1. Die erste Heilquelle (spielt 284), 2. Eine alte Sage (1585), 3. Der Salzgräfe von Nauheim (1730), 4. Freiheitsstürme (1813), 5. Heilquelle und Spielbank (1855), 6. Am neuen Sprudel (7. März 1900). Von diesen sechs Aufzügen ist jedes ein kleines Drama für sich von dramatischer Kraft und Bühnenwirkung, die Sprache, z. T. Jamben, ist fließend und schön. Das Stück überragt andere Festspiele, die bei ähnlichen Anlässen gespielt wurden. Das Publikum rief den Autor nach den meisten Akten und zum Schluß wiederholt hervor.

Auszug MS den StandesamtsreHistrrn der AM Meße».

Aufgebote.

Juni 23. Louis Otto Wegerdt, Ingenieur dahier mit Klara Bender zu Remscheid. 25. Heinrich Ranft, Maurer in Weitershain mit Elisabethe Hahn in Bernsfeld. 25. Johann August Frank, Fabrikarbeiter in Essen mit Luise Girnus in Altendorf. 27. Julius Moritz Otto Mickel, Schleifer zu Lollar mit Barbara Niederhöfer Hierselbst. 27. Wilhelm Leike, Taglöhner in Wölfersheim mit Luise Zimmermann zu Wiederhausen. 27. Heinrich Kröck, Güterbodenarbeiter in Frankfurt a. M. mit Marie Schneider in Elbenrod. 27. Karl Wilhelm Nicolai, Zigarren­macher in Großen-Buseck mit Luise Klinkler daselbst.

Ehrfchttebnttgen.

Juni 23. Heinrich Arnold, Packer dahier mit Katharine Dittmann Hierselbst. 27. Johannes Großhaus, Bahnschaffner in St. GoarShausen mit Christine Freihöfer dahier.

Geborene.

Juni 20. Dem Lackierer Philipp Weigel eine Tochter. 20. Dem Hilfsbremser Bernhard Gerbig eine Tochter, Emmy Margarethe. 22. Dem Kaufmann Joseph Seeler eine Tochter, Mathilde Christiane Minna. 23. Dem Hilfsbremser Philipp Schick ein Sohn, Friedrich Emil Gustav. 28. Dem Buchbinder Johannes Heinrich Karl Noll eine Tochter. 24. Dem Restaurateur Heinrich Brandt ein Sohn. 26. Dem Taglöhner Heinrich Nau ein Sohn. 26. Dem Taglöhner Franz Rentmeister em Sohn, Franz Joseph Georg Konrad. 26. Dem Schmied Heinrich Becker VI. eine Tochter.

Gestorbene.

Jnni 25. Karl Walter, 61/, Jahr alt, Sohn von Schrerner Phrlrpp Walther in Wieseck. 25. Hermann Vogt, 24 Jahre alt, Postassistent vt« Gießen. 27. Ezechiel Wulff, 41 Jahre alt, Kaufmann von Odessa. 28. Christiane Seeth, 72 Jahre alt, Privatin dahier.

Dande! und Verkehr. Volkswirtschaft.

Frankfurter Börse vem »S. Juni.

Wechsel auf New-York zu 4.201/9-21 Vi* .

Prämien auf Kredit per ult. Juli 2.200/0, do. per ult. Äug. 0.00%, Diakonto-Kommandit per ult. Juli 1.95%, do. per ult Aug. 8.00 */(h Lombarden per ul*. Juli 0.70 0/0, do. per % Aug. 1.10%.

IVnilAHinffeB: Kreditaktien 215-215 10-214-214.10, Dte- konto-Kommandit 180.40-179.70-179.80, Steatsbahn 142.10, Gotthaid 188.00, Lombarden 27.00, Ungar. Goldrente 96A0, Itaüener 94^40, ßproz Mexikaner 25.10, Oesterr Coupons 84.00, Amerik. Coupons 4 i gr/.. Privat-Diskont 47 o8/o Geld.

' il/. bis 2»/, Uhr: Kreditaktien 214-214.70-00 bx., Dißkonto- Kommandft 179.80-180-0 bz., Staatsbahn 142.20 be., Lombarden 27.00-00 bz.

Viehmärkte.

Die süddeutschen Biehmärkte waren im allgemeinen während der Berichtswoche mittelmäßig frequentiert Der Handel m wickelte fick an einigen größeren Märkten nur sehr schleppend, während wohl infolge der guten Futterverhältntffe Milchvieh allenthcüben schr gefragt war und der Bedarf an einigen Plätzennicht,gedeckt werde« konnte. Die Preise blieben die gleichen der Vorwoche. Mastkälber waren überall sehr gefragt und fanden bei anziehenden Pressen sanken AbfA, geringere Qualitäten waren weniger beachtet. DerPrers für Schweine ?oa bedeutend an, man zahlte? prim- Ware Mk. 1,50-2 mehr, es wurde fast v-llständi- hierin ausverkauft.