Tönntc mit demselben jeder andere Kreis verlangen, daß <im gegebenen Falle auch für ihn ein folctics ausgestellt werde. ES würden hierdurch Verhältnisse ge- schstsfen, die eine ordnungsmäßige Ausstellung des Voranschlags der Provinz in Frage stellten, ganz abgesehen davon, daß sich die Kreise es daun noch weniger angelegen sein ließen, ihre Projekte der Provinz rechtzeitig vorzulegen.
Er müßte deshalb dringend bitten, den Antrag auf Fertigung eines NachtraaSbudgetS abznlehuen.
Der Vorsitzende stellte hieraus die Frage:
„Will der Proviuzialtag nach diesen Ausführungen von der Ausstellung eines NachtragsbudgctS absehen?" Die Frage lvurde bejaht.
Zu dem vorgesehenen Meisstraßenneubau von Dauern- heim über den Dauernheimerbof nach Nidda, beantragte
Bürgermeister AlleS, dieses Projekt nicht zu genehmigen, da er annehme, daß das Holz mehr per Bahn als per Wagen seinem BestimnnlugSort zugeführt werde und die Straße nicht so stark befahren werden würde, wie man glaube.
Mühlenbesitzer Erk erwidert hierauf, die erwähnte Straße solle auch bis zur Staatsstraße Leidhecken ausgebaut iverden. Die Erbauung dieser Straße habe sich als ein Bedürfnis herausgestellt, weshalb auch der Kreisans- fchnß dieselbe einstimmig und der Kreistag gegen zwei Stimmen genehmigt habe. Atü Verbindungsstraße habe dieselbe große Bedeutung, da sie nur wenig Steigung habe. Sie sei aber auch als eine Hauptstraße für den Verkehr mit Holz nuznseben, da durch sie größere Steigungen gegenüber der anderen Straße vermieden würden. In Verbindung mit genannter Straße stehe außerdem das Projekt Dauern » heiin Blofeld, da die jetzige dorthin ziehende Straße eine Steigung von 13 Prozent habe. Diese letztere Straße lvürde die direkte Verbindung mit dem N ddathal Herstellen. Er bat dringend, dem Projekt zuzustimnu-'n, da die örtlich bekannten Faktoren die Straße einstimmig angenommen hätten.
KreiSanrtmann Sandmann bittet ebenfalls die Straße zu genehmigen, da die anderen vorhandenen Straßen neben großen Umwegen auch erhebliche Steigung hätten.
Iustizrat Iöckel ist für Ablehnung der Straße. Im Kreise Friedberg habe man wegen Erbauung von Straßen ein genaues Programm entworfen, aber eine solche Straße habe inan nie vorgesehen. In Danernheim habe man auf der linken Sette und ans.der rechten Seite der Nidda eine Straße und es scheine, alS ob der Dauernheimer Hof, vorzugsweise berücksichtigt werden solle. In diesem Falle seien lokale Verhältnisse vorhanden und die Provinz habe deshalb au den Baukosten keinen Anteil zu nehmen. Jeden falls solle man mindestens abwarten, bis die Provinz das Projekt nochinalü geprüft habe, wie dies der Budgetentwurf ins Ange gefaßt habe.
Mühlenbesitzer Erck bemerkte, daß die Gemeinden Danernheim, Nidda, Geiß Nidda, Blofeld, Leidhecken und andere au der Wohlthat, die durch Erbauung dieser Straße geschaffen werde, Anteil hätten. Auch der Fiskus sei sehr stark daran beteiligt, da derselbe in fraglicher Gegend bedeutende Waldungen habe. Man müsse das Gesamt^ interesse prüfen, dann lvürde man finden wie lvichtig diese Straße sei.
Oberbürgermeister G n a n t h erklärte, er lvürde iw Falle der Abstimmung für die Straße stimmen. Bei einer so ausgedehnten Straße müsse man die Steigungsverhältnisse betrachten. Er lvürde die geringe Entfernung, in ivelcher dann zwei Straßeti nebeneinander lausen, nicht für so umfangreich halten, um das Projekt scheitern zu lassen, welclic'S die Kreise vorher genau erwogen hätten.
Kreikamtmann Sandmann empfiehlt nochmals die Annahme des Projekts und betont, daß der Kreis Büdingen
die. Fortsetzung dieser Straße im nächsten Jahre beantragen werde. Es handle sich übrigens nur um kleinere Abänderungen des vorliegenden Projektes, deren Genehmigung dem Provinzial - Ausschuß anhetmgestellt werden könnte.
Provillzialbaubeamter Stahl erklärte, es sei im Ver- lehrsinleresfe gelegen, diesen Straßenzug auszubauen, der nainentltch für die Stadt Nidda und die oberhalb Nidda gelegenen Orte von großer Bedeutung sei. Wenn er nicht von der Wichtigkeit dieser Verbindung übcrzeligt gewesen wäre, hätte er das Projekt dem Provuizialtag ficfyer nickst zur Genehmigung empfohlen. Die Straße müsse aber den Eharakter einer Thalstraße erhalten, weshalb er die in den Erläuterungen zu diesem Projekt uiedergelegten Bc- auftanduugeu erhoben habe. Daran, daß von Nidda aus schon zwei Straßen nach Danernheim fuhren, dürfe man sich nicht stoßen, wenn man in Betracht ziehe, daß diese Straßenverbindungen einerseits mit Umwegen und andererseits mit starken Steigungen verknüpft seien. Er müsse deshalb dies Projekt zur Genehmigung einlpfehlen.
Der Vorsitzende legte hierauf dem Proviuzialtag die Frage vor:
„Will der Proviuzialtag das Straßenireubau-Pro- jekt „Danernheim über Dauernheimer Hof nach Nidda mit Abzweiguilg nach! Geiß-Nidda" genehmigen?"
Die Frage wurde gegen zwei Stimmen bejaht.
Zu Rubrik 20 A stellt
Mühlenbesitzcr Falck die Frage, ob nicht ein Teil der für den obcrhessischen Geschichtüvereiu vorgesehenen 6O0M. anch anderen ähnlichen Vereinen, welche in der Provinz noch bestlinden, zugewiesen werden könnte. Er denke dabei nn die Vereine in Alsfeld, Friedberg und Butzbach, und sei der Meinung, daß man dem oberhessischen Geschichts- Verein die gleiche Summe wie im Vorjahr, 300 Mark, zuweisen, die anderen 300 Mark den genannten Vereinen gewäh en forte.
Regierungsrat Dr. Wagner beflirwortet dringend die. Bewilligung der vorgesehenen 600 Mark für den ober- hessischen Geschichtsverein, da derselbe nickst nur lokale Interessen anstrebe, sondern die ganze Provinz an den Bestrebungen dieses Vereins teil habe.
Oberbürgermeister Gnauth bemerkte, man wisse noch nickst, ob die anderen Vereine überhaupt etwas haben wollten, denn bis jetzt seien diesbczüalichje Anträge noch nichst eingegangen. Er stehe aber nicht an, den anderen Vereinen ebenfalls etwas zu bewilligen, wenn dieselben nachweisen würden, daß anch sie im Interesse der Provinz etwas leisten. Vom oberhessischen Geschichtsverein wisse mail bereits, daß er die ganze Provinz in den Rahn,en seiner Thätigkeit einbezogen habe, und oeshalb sei er für die volle Belvilligung der eingestellten 600 Mark an diesen Verein.
Mühlenbesitzcr Falck glaubt, daß die anderen Vereine sich ihre Ziele auch nicht so eng gestellt hätten. Der Friedberger Verein erstrecke fidjl auch über Friedberg hinaus, und dies würde wohl auch bei den beiden anderen Vereinen der Fall sein.
Bürgermeister Weidner: Er sei dafür, daß die vollen 600 Mark dem Oberhessischcn Gcschsichtsvcrein gegeben würden. Den anderen Vereinen solle man indes auch Rechnung tragen und dies könne geschehen, indem man 300 Mark bcem Reservefond entnehme und diesen Betrag für die drei anderen Vereine reserviere. Diese hätten sich eventuell noch darum zu bewerben.
Bürgermeister Arnold ist der gleichen Ansicht, und betont, daß der Geist jd.es Sammelns groß sei, und daß das Interesse an der Erforschung der Altertümer durch die Beihilfen sicher gehoben werde.
Der Vorsitzende riclstet hierauf die Frage an den Provinzialtag, ob er zustimme, daß außer den für den
Oberhefsischen Gefchrchtsverein vorgesehenen 600 Mark noch weitere 300 Mark für die Vereine der Städte Alsfeld Butzbach! und Friedberg, unter der Entnahme des Betrags aus dem Reservefond, eingestellt werden sollten, mit der Maßgabe, daß die einzelnen Vereine bei dem Provinzial- Ausschuß begründete Anträge auf Verwilligung ein- reichten?
Der Provinzialtag bejahte einstimmig diese Frage.
Nachdem der Gesamt-Voranschlag in allen Teilen, durchiberaten war, stellte der Vorsitzende denselben zur Diskussion. Das Wort wurde von niemand weiter begehrt. Es wurde hierauf der Voranschlag dem Anträge des Pro- vrnzialausschusses entsprechend aus den Gesamtbetrag von 460 947 Mark 78 Pf. in Einnahme und Ausgabe festgesetzt und oic dazu gegebenen Erläuterungen genehmigt.
Hierauf erbat sich
Abgeordneter W e i d n e r das Wort und bemerkte, daß er Bedenken trage, ob zu der ans morgen angesetzten. Provmziallagssttzung mit der Tagesordnung „Errichtung einer Provlnzialsiechcnanstalt" wieder alle Abgeordneten anwesend sein könnten. Er bat die Anwesenden, hierüber' Auskunft zu geben.
Nachdem festgestellt worden war, daß zu fragt. Sitzung nur 16 Abgeordnete erscheinen würden, beantragte der Mgeordnete Weidner bei der Wichtigkeit der Tagesordnung die aus den 26. Mai anberaumte Provinzialtagsitzung ausfallen zu lassen und auf einen späteren Termin anzuberaumen.
Der Antrag wurde mit 12 Stimmen angenommen. Hierauf wurde der Proviuzialtag geschlossen.
Der Vorsitzende: v. Bechtold. Die Urkundspersonen: Ohnacker, Bürgermeister. Rabenau, Oberamtsrichter. Der Protokollführer: Schiffnie.
Universität Md Hochschule.
— Der Bibliothekar an der städtischen BolkSbtbliothek in Char* lottenburg vr. P. Dinfe folgt am 1. Juli einem Ruf als KustoS an das neugegründete Institut für Meereskunde der Universität Berlin. — Wie aus Freiburg i. Br. berichtet wird, ist dort der Geistliche Rat Professor a. D. D. Joseph König, der Senior der Freiburger Universität, der er 40 Jahre als Lehrer der alttestamentlichen Theologie angehbrt hatte, im Alter von 81 Jahren gestorben.
— Die Gründung der Londoner Univerfitüi geht ihrer Vollendung entgegen. Die Satzungen haben allerdings die königliche Genehmigung noch nicht erhalten, aber es werden bereits Vorbereitungen getroffen, den ersten Senat der Universität zu wählen. Dieser soll auS 54 Personen bestehen, einschließlich des Kanzlers und des Präsidenten. Bier Mtglieder werden nächstens von der Krone bestimmt werden. Der bereits ernannte Kanzler Lord Kimberley wird im Amt bleiben und al» Präsident ist Mr. Busk in Aussicht genommen. Unter den von der Krone zu benennenden Mitgliedern wird sich wahrscheinlich Lord Davy befinden, und dem Vernehmen nach soll auch eine Dame in die Körperschaft berufen werden, den vierten Sitz soll ein Vertreter der Kolonien erhalten. Der Londoner Grafschaftsrat hat bereits seine Vertreter gewählt, ebenso die Innung der NechtSschulen (Inns of Court). Ueber bie weitere Gliederung deS Senats nach Fakultäten ist noch keine end- giltige Bestimmung getroffen worden. Der neue Senat verspricht eine mächtige, wenn auch etwas schwerfällige Behörde zu sein, die hoffentlich durch die von den Fakultäten selbst zu wählenden Mitglieder eine Bürgschaft für energische Förderung der Wissenschaften sein wird. So wird auch die größte Stadt der Welt endlich zu dem Besitz einer Universität: mit allen Einrichtungen einer solchen kommen.__________________________
Familien Nachrichten.
Gestorben: Herr Gustav Hauser in Darmstadt. — Frau Karoline Hoffmann, geb. Sandmann, in Heppenheim. — Frau Margarete Schönberger, geb. Gunkel, in Groh^Bieberau. — Frau Bettche Wolf in Habitzheim.
\V Ä i
Grabmonnmente-Gescbäft F. Hofmeister, Frankfurt a. M.
Entwurf und Ausführung styl voller Grabdenkmäler,
Illustrierte Kataloge gratis und franko.
Dom Katalog ist bei gegeben: 8520
Mitteilungen über xn Denkmälern geeignete dauerhafte Steinarten, über Inschriften, Grabanlagen etc.
Steinbildhauerei. Marmor- und Syenitwerk.
Gegründet 1864. Prima Referenten. Fernspr. 751.
Heinrich Lanz, Mannheim,
lieber 3500 Arbeiter.
Lokomobilen bis 300 PS
beste und sparsamste Betriebskraft.
Verkaufti
1896: 646 Lokomobilen
1897: N45
1898: 1263
1899: 1440
Gleicher Absatz von keiner anderen Fabrik Deutschlands erreicht!
Zum Koohen der Wüsche, reinigt die sohmutz- Igate Wäsche rasch und ohne Arbeit.
Per Pake! 20 Pfennig. 287
Gor. gcRoh, Wir laden zur Besichtigung unserer Fahrräder
M
(Marke „Albatros, Preis Mk. 120, Garantie I Jahr)
höflichst ein. 2977
Klein & Doemling, Uohnannstraeee 6.
Vereinigt
sind dio Vorzüge des Kakaopulvers und der Chokolade in Moser-Koth’s Portionen-Kakao
mit Zucker ■
der Vereinigten Chokolade-Fabrlken
Moser-Roth, kgl. Hofl., Stuttgart.
Dor Portionen-Kakao, in runde, feste Tabletten gepresst, ist nur aus den edelsten Kakao - Bohnen hergestellt, sehr schmackhaft, schnell löslich und, da entölt, leicht verdaulich und von höchstem Nährwert.
Die Beimengung der entsprechenden Quantität Zucker verleiht ihm dio Eigenschaft feiner Chokolade, er ist jedoch wogen seiner ausserordent- llohen Ausgiebigkeit wesentlich billiger.
Eine Portion oder Tablette v. ca. 10 Gramm, für 1 Tasse ansreichend, kostet 3‘/8 Pig.
Die Abpassung in Tabletten schliesst joden Irrtum bei der Zubereitung aus. Dio feste Form verhütet einen Verlust durch Zerstäuben und schützt das Aroma gegen widrige Einflüsse.
Die gefällige und bequeme Verpackung, die einfache und schnelle Zubereitung (am besten halb Wasser, halb Milch, einmal leicht aufgokooht) machen den Portionen-Kakao wertvoll für den Haushalt wie als Reiseproviant für Touristen, Radfahrer u. s. w. _ 8777
Erhältlich in Kartons von 24 Tabletten zum Preise von Mk. —.<» Proberollen mit 6 Tabletten 20 Pfg.
Vorrätig in den meist n
Konditoreien, Delikatessen-, Kolonialwaren- Drogen- Geschäften
Ersichtlich durch Plakate-
ff Linoleum K zum gelegen ganzer -immer, und Linoleum-V orlagen.
HIT Das Belegen ganzer «immer wird fachmärmisch auSaeführ^ Referenzen: Psnchmtrische Klinik, Physikalisch, chemisches Institut, Universität? Bibliothek, KrciSamt rc. rc.
4.7° Th. Brück, Schloßgaffe 16.


